Kapitel 5 Angenehme Fahrt!

So, da ich heute unterwegs werden nun ewas verspätet von „Die Zauberfeen“ Kapitel 5 + 6 herbeigezaubert. Viel Spass beim Lesen. Anfangen tu ich natürlich mit Kapitel 5.

Wird es um mich dunkel
Wird es in mir still
Seh ich ein Licht leuchten in der Ferne
Höre ich den Nachtzug
Der mich holen will
Dann folge ich dem Zug der Sterne

Starlight Express – Starlight Express

Der Zug setzte sich endlich in Bewegung. Er war schnell. So schnell, als würde man in Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn fahren. Jedenfalls stellte ich es mir so vor, denn ich hatte mal einen Bericht über die Autobahnen der Menschenwelt gesehen. Wir selbst hatten ja keine Autobahnen. Wir hatten ja nicht mal richtige Straßen, nur unbefestigte Feldwege. Wir fuhren deswegen auch fast nur Geländewagen. Aber wir fuhren allgemein auch recht wenig Autos. Eigentlich nur an ganz besonderen Tagen wie diesen hier. Sonst gingen wir meist zu Fuß. Allerdings vermieden wir größten Teils weitere Strecken. In vielen Sachen waren wir recht fortschrittlich, aber was das Fortbewegen anging, hinkten wir noch hinterher. Anderseits wollten wir auch gar nicht viel Verkehr bei uns. Wir genossen die Ruhe.
Aus dem Lautsprecher an der Decke erklang plötzlich eine Frauenstimme.
„Liebe zugestiegene Gäste aus Raubit. Um Sie schon mal auf mögliche Bahnfahrten in der Menschenwelt vorzubereiten, gibt es auch in unserem Zug eine ähnliche Ansage wie dort. Wir heißen Sie herzlich willkommen in unserem Zug. Die nächste Haltestelle ist Zaall. Wir werden die Stadt voraussichtlich heute Nacht gegen ein Uhr erreichen. Unsere gesamte Fahrt wird drei Tage und fünfundvierzig Minuten dauern. Nutzen Sie die Zeit schon mal, um sich kennen zu lernen. Hierzu können Sie gerne unsere vorbereiteten Fragen, die gleich auf dem Fernsehbildschirm erscheinen werden, nutzen. Dort werden ebenfalls Be-richte über die Menschenwelt auftauchen, um Sie schon mal vorzubereiten. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Reise. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.“
Ich starrte auf die Fragen, die soeben am Bildschirm erschienen waren. Es war eine Auflistung. Ich las sie und leise durch:

• Wie lautet ihr Menschenname?
• Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung in Ihrer Freizeit
• Welche Musik hören Sie gerne?
• Was für magische Talente haben Sie?
• Welches magische Tier mögen Sie am liebs-ten?
• Wie würden Sie sich in sechs Wörtern be-schreiben?

Am Ende stand auf dem Bildschirm die Anweisung:
Schreiben Sie die Antworten auf eine Karte und ver-sehen Sie diese mit ihrem Namen. Dann sprechen Sie mit Jemanden darüber, mit dem sie bisher noch nicht gesprochen haben.
Da war sie! Meine Chance mit Leinar zu sprechen. War ich aufgeregt. Als ich meine Antworten endlich hatte, wollte ich mich Leinar zuwenden, aber der war schon zu Robin rüber gegangen. Ein braunhaariger Junge. Er hatte halblanges Haar und ein freundliches Gesicht.
Enttäuscht wandte ich mich Emma zu. Sie hatte seidi-ges, langes dunkelblondes blondes Haar, das sie in Wellen über den Rücken trug. Sie war recht kräftig und groß, wirkte aber trotzdem irgendwie weiblich. Sie trug ein eng geschnittenes rosafarbenes Sommerkleid. Sie wirkte etwas irgendwie etwas kindlich, aber auch schön. Sie nick-te mir zu und ich ging zu ihr herüber.
„Also, wollen wir anfangen?“, erkundigte sich Emma bei mir, sobald ich mir gesetzt hatte.
„Klar“, nickte ich.
„Eigentlich find ich diese Fragen ja ziemlich blöd, aber wir können ja trotzdem damit beginnen“, bemerkte sie.
„Ja, von mir aus“, stimmte ich ihr zu.
„Also. Was für magische Talente hast du?“, fragte Emma mich zuerst.
„Ich wunder mich, dass es so eine Frage überhaupt gibt. Aber schön. Ich kann Dinge schöner und glänzender aussehen lassen, ich kann magische Wärme erzeugen und ich kann Gefühle positiv beeinflussen“, erzählte ich stolz.
Manchmal wünschte ich mir nur, dass mit den schöner und glänzender machen würde auch auf meine Haare zutreffen.
Emma bedachte mich mit einem merkwürdigen Blick.
„Das ist aber nichts nützliches, oder? Ich meine, wie willst du in einem Kampf damit jemanden besiegen?“
„Na ja …“, fing ich an, musste mich aber unterbrechen, weil ich darüber nie nachgedacht hatte. Nach einigem Überlegen versuchte ich diese Erklärung: „Ich könnte doch ihre Gefühle so positiv beeinflussen, dass sie mich in Ruhe lassen und Wärme hilft doch immer.“
Emma wirkte nicht sehr überzeugt von meinen Einfall.
„Wieso, was kannst du denn?“, fragte ich dann zurück.
„Magischen Kampfsport“, antwortete sie mir. Ich staunte nicht schlecht. Sie war zwar kräftiger gebaut als die meisten Mädchen, aber nicht so, als wäre sie eine Kämpfernatur.
Sie erzählte weiter: „Man muss eine gewisse magische Veranlagung dazu haben, aber wenn du willst kann ich dir demnächst mal ein paar Tricks beibringen. Wenn du das mit deiner Gefühlsbeeinflussung in Einklang bringen könntest, wäre es doch perfekt.“
„Hört sich gut an. Ja vielleicht.“
Abgeneigt davon war ich jedenfalls nicht. Es könnte wirklich nützlich sein.
„Ok. Ich bin dran“, fuhr ich das Spiel fort. „Was hast du früher am liebsten gemacht?“
Mir fiel auf, dass sie nur eine Fähigkeit genannt hatte und nicht drei, wie wir eigentlich alle hatten, aber ich bedrängte sie nicht weiter.
Unbehaglich rutschte Emma auf ihrem Platz hin und her. „Es gab da jemanden zu Hause, mit dem ich gerne meine Zeit verbrachte. Mein bester Freund sozusagen. Wir machten die verrücktesten Sachen. Wir gingen zum Beispiel zusammen im See schwimmen und liefen durch den dunklen Wald. Wir schwammen am liebsten abends.“
Einerseits leuchteten ihre Augen, wenn sie von ihm sprach, andererseits wirkten sie auch traurig.
„Tut mir Leid, dass du Jemanden zurücklassen muss-test. Das muss schwer gewesen sein. Wie hieß er?“
„Ja, es war nicht leicht“, stimmte Emma mir zu. „Er hieß Kenian und ich hoffe, ich werde ihn eines Tages wiedersehen.“
„Bestimmt“, versuchte ich sie aufheitern. Wobei ich ver-mutete, dass das wegen der Schule ewig dauern konnte.
„Hast du auch so jemanden?“, fragte sie mich nun.
„Äh, nein. Ehrlich gesagt hatte ich bisher nicht so viel mit Jungs zu tun. Ich hatte nur ein paar gute Freundin-nen“, erzählte ich verlegen.
„Aber jetzt interessiert du dich für Jemanden?“, erriet sie irgendwie.
„Ja schon …“, gab ich vage zu.
„Wer ist denn der Glückliche?“ Jetzt wirkte sie neu-gierig. Als ich zögerte, versuchte sie mich zu überreden, es ihr zu verraten.
„Ach komm schon, ich erzähl es auch nicht weiter.“
Ich zögerte immer noch. Es würde nur Emma hören können. Unsere Gespräche waren so verzaubert, dass keiner uns belauschen konnte und wir die Anderen auch nicht. Aber ich kannte Emma kaum. Andererseits ging es hier um das gegenseitige Kennenlernen und sie hatte mir auch von ihrem besten Freund erzählt.
„Also gut, es ist Leinar“, gab ich schließlich zu.
„Oh!“, machte Emma.
„Was oh?“, fragte ich beunruhigt.
„Na ja, ich hab gehört, er soll sehr still sein und wenig lachen. Das wird bestimmt nicht leicht, ihn zu erobern.“
„Ich hab auch nicht wirklich vor ihn zu erobern. Ich möchte ihn nur erst mal kennenlernen.“ Langsam bereute, ich es ihr erzählt zu haben.
Aber Gott sei Dank ließ sie das Thema fallen. „Na dann viel Glück.“
Sie klang aber nicht sehr überzeugt davon, dass ich das haben würde.
„Danke“, sagte ich trotzdem.
„Also, was ist deine Lieblingsfreizeitbeschäftigung?“, fragte Emma mich nun.
„Ich fürchte, die ist wesentlich weniger interessant, als deine. Ich konnte durch meine Gabe schon immer gut mit Blumen umgehen und bin eine richtige Leseratte. Meine Lieblingsgeschichte ist Der Lebenssee und die goldene Fee.“
„Ja, lesen tu ich auch viel und die Geschichte vom Le-benssee kenne ich natürlich. Es soll ja eine Legende sein.“ Emma grinste ein wenig.
„Stimmt, ich interessiere mich total für Legenden.“
„Ok. Die nächste Frage ….“, bestimmte Emma. „Was ist dein magisches Lieblingstier?“
„Das kann ich ganz klar mit Einhorn beantworten. Ich war schon immer von Einhörnern fasziniert. Von ihrer Reinheit und Schönheit. Eigentlich wollte ich immer schon ein Einhorn als Haustier haben, aber die Tiere sind extrem selten und artengeschützt.
„Gute Wahl“, lobte Emma mich.
„Und was ist mit dir?“, fragte ich.
„Ich hab eigentlich zwei. Eins ist fiktiv. Ich war schon immer fasziniert von Harry Potters Schneeeule Hedwig“, schwärmte Emma verträumt.
Harry Potter war im letzten Schuljahr Pflichtlektüre gewesen. Wir hatten alle sieben Teile gelesen. Ich liebte diese Geschichte und hatte mir übers Menscheninternet sogar die DVDs davon bestellt, die es mittlerweile wie die Bücher auch in unserer Sprache gab.
„Die Schneeeule fand ich auch toll und Seidenschna-bel auch. Was ist denn dein zweites Lieblingstier?“
„Ich fand Drachen schon seit ich klein bin faszinie-rend. Deshalb fand ich Norbert aus Harry Potter auch immer ganz toll. Die ganz kleinen mag ich aber ganz besonders. Die sind so süß.“
„Ja, Drachen sind recht interessant.“
Ich war nie so richtig ein Fan von Drachen, konnte Emma aber durchaus verstehen. Die Kleinen waren schon süß.
„Was für Musik hörst du gerne?“, fragte ich als nächs-tes.
„Ich glaub nicht, dass sie dir was sagt. Es ist Rockmu-sik aus der Menschenwelt. Ich höre sie mir oft im Internet an. Und deine?“
„Mit Menschenmusik kenn ich mich tatsächlich nicht aus“, gestand ich. „Ich höre lieber klassische irische El-fenmmusik.“
„Und wie würdest du dich in sechs Wörtern beschrei-ben?“, fragte Emma nun weiter.
Ich antwortete: „Aufgeweckt, einsam, gefühlvoll, hilfsbereit, liebevoll und neugierig.“
Emma dachte kurz darüber nach. Dann fragte sie. „Und wieso einsam?“
„Ich hatte zwar ein paar Freundinnen, aber keine die mir nahe standen. Nur meine Eltern waren für mich ziemlich wichtig. Die ganze Zeit über.“
„Hört sich eher traurig an“, fand Emma.
„Ja stimmt. Wie würdest du dich denn beschreiben?“
„Ich bin chaotisch, liebevoll, manchmal etwas launisch, total interessant, sehr offen und leicht verführerisch.“, antwortete sie ziemlich von sich überzeugt.
„Und leicht eingebildet“, fügte ich lachend hinzu.
„Ja, ein bisschen vielleicht.“ Na, immerhin gab sie es zu.
Wir unterhielten uns noch eine Weile weiter. Unser Gespräch dauerte am längsten von allen Gesprächen im Raum. Die anderen gingen langsam schlafen. (Die Sofas hatten sich wirklich in Betten verwandelt, nur unsers noch nicht). Langsam wurden wir aber auch müde und legten wir uns auch in unsere Betten und schliefen ein. Emma war nett, aber ich wusste nicht, ob ich wirklich warm mit ihr werden konnte. Irgendwie war mir Sophann viel lieber. Emma war mir ein bisschen zu eingebildet, wenn es auch nicht böse von ihr gemeint war. Sie war einfach so.

Falls irgendwo noch in den Kapiteln Bindestriche sind wo sie nicht hingehören, stört euch nicht dran. Das liegt am Kopieren. Hab schon das verändert, was mir aufgefallen ist.

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s