Kapitel 13 Unerwarteter Besuch

So, und da das Kapitel so kurz war, kommt hier ein zweites Kapitel hinzu:

Ich würde am liebsten wach bleiben,
nur um dich atmen zu hören,
dein Lächeln ansehen
während du träumst.
während du weit weg bist und träumst.

Aerosmith – I don’t want to miss a thing

Wir blieben auf unseren Sofas sitzen. Dann ertönte eine Männerstimme vor der Tür unseres Wagons.
„Aber ich muss zu ihm. Er ist mein Sohn. Er darf die Menschenwelt nie erreichen.“
Leinar neben mir spannte sich an. Was war los mit ihm? Irgendwas schien ihn zu beunruhigen.
„Du kannst nicht einfach den Zug anhalten, um deinen Sohn zu holen. Du kennst die Regeln doch am besten. Wer einmal erwählt wurde, kann nicht mehr zurück.“ Die Stimme, die sonst aus den Lautsprechern kam, klang ziemlich aufgebracht.
„Aber er ist alles was ich habe“, rief er verzweifelt.
Jetzt war ich mir ziemlich sicher, dass es um Leinar ging. Ich hatte schon vorher den Verdacht gehabt, weil Leinar so angespannt gewirkt hatte, sobald er die Stimme zum ersten Mal hörte. Und wieso sollte es um einen anderen gehen? Die anderen sahen irgendwie anders verschreckt aus als Leinar. Nicht so wissend.
„Es geht nicht. Dein Sohn bleibt hier und du musst jetzt gehen, damit wir weiter fahren können“, redete die Frauenstimme auf den Mann ein.
„Du kannst mir nicht meinen Sohn nehmen. Das ist zu grausam“, jammerte der Mann.
Leinar seufzte und stand auf. Es wirkte nicht so, als wäre er sehr begeistert davon, den Raum zu verlassen und zu dem Mann da draußen zu gehen. Aber er ging trotzdem zur Wagontür und öffnete sie.
„Dad?“, hörte ich ihn noch fragen. Dann schloss sich unsere Tür wieder hinter ihm. Ich wusste nicht, ob ich ihn je wieder sehen würde, und das machte mich traurig.

Die Sofas hatten sich schon in Betten umgewandelt und Leinar war immer noch nicht zurück. Ich machte mir Sorgen um ihn. Was trieb er so lange oder hatte er den Zug schon längst verlassen?
Trotz des Feenstaubs, der uns schläfrig machen sollte, war ich nicht müde. Ich konnte einfach nicht schlafen.
Als wir schließlich unseren letzten Stopp vor unserer neuen Heimat in Bibasty machten, ging endlich die Wagontür auf und Leinar kam rein. Er wirkte erschöpft, aber war wieder da. Ich saß aufrecht in meinem Bett und Leinar setzte sich zu mir.
„War das dein Vater?“, fragte ich ihn sanft flüsternd.
Er nickte traurig. „Seit Mom weg ist, ist er ziemlich verwirrt. Das ich jetzt auch noch gehe macht ihn völlig fertig.“
„Und trotzdem verlässt du ihn?“ Das musste hart sein.
„Es war nicht leicht für mich in den letzten Jahren mit ihm zusammen zu leben“, bestätigte er meine Vermutung. „Er war total anders als früher. Ich wollte da raus. Mag sein, dass das egoistisch war von mir.“
Ich nahm sanft seine Hand und verschränkte meine Finger mit seinen. „Es war und ist nicht egoistisch. Ich kann dich verstehen.“
„Danke“, sagte er und lächelte schwach.
Diesmal legte er sich zu mir in mein Bett. Vermutlich wollte er einfach nicht allein sein. Es war ungewohnt ihn neben mir zu haben, aber seine Nähe tat gut. Ich kannte ihn kaum. Ich hatte noch viele Fragen an ihn, was seinen Vater betraf oder seine Mutter oder sein Leben im Allgemeinen. Aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Dafür war noch Zeit in der magischen Schule. Leinar legte seine Arme um mich und so schliefen wir ein.

 

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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