Weihnachten in Island mit Tim und Elida (Teil 6)

Ich möchte auch endlich mal mit Weihnachten in Island weiter machen. Der letzte Teil ist so verdammt lange her. Wird mal wieder Zeit.

Hier findet ihr übrigens die anderen Teile meiner Islandreihe: Schreibwerkstatt

Weihnachten in Island bei Tim und Elida (Teil 6)

Die Polarlichter. So wunderschön und mystisch, So einzigartig und faszinierend. Heute brauchten wir sie gar nicht groß jagen. Fast der ganze Himmel war damit bedeckt. Polarlichter wie ich sie noch nie gesehen hatte. Na ja, eigentlich hatte ich noch nie Polarlichter gesehen, aber das machte nichts.
Tim und ich fuhren an den höchsten Aussichtspunkt in der Nähe. Soweit wie wir mit dem Auto kamen. Elida war auch dabei, weigerte sich aber mit auszusteigen und den Rest zu Fuss zu gehen. Sie hatte ja auch schon ziemlich oft welche gesehen.
Es war schon mit Tim allein auf Polarjagd zu nennen. Falls man das noch Jagd nennen konnte. Oben angekommen hatten wir nicht nur eine wunderschöne Aussicht auf die Polarlichter sondern auch auf die Ortschaften unten. In der winterlichen Landschaft sah das traumhaft schön aus. Der Himmel war leicht grünlich und die Polarlichter wirkten als gingen sie auf reisen. Tauchten mal auf, verschwanden dann wieder und blieben eine Weile.
„Wunderschön“, hauchte ich ehrfürchtig.
„Und, gefällt dir Island bisher?“, fragte Tim mich während ich die Lichter fasziniert beobachtete.
„Oh ja, Island ist anders als Deutschland, aber gerade im Winter ziemlich märchenhaft“, meinte ich verträumt.
„Und das hat nichts mit diesem Jungen zu tun?“, hakte Tim nach.
„Mit Ryk?“, fragte ich nach.
„Ich weiß nicht. Er hat was und seine Traurigkeit tut mir leid, aber seien wir mal ehrlich. Er wohnt in Island, ich in Deutschland. Das ist ziemlich weit voneinander entfernt. Ausserdem kenne ich ihn ja noch gar nicht wirklich“, gab ich zu bedenken.
„Aber das hält dich nicht davon ab ihn in dein Herz zu schließen, oder?“, vermutete Tim ganz richtig.
„Nein, vermutlich nicht“, seufzte ich. „Aber gut ist das trotzdem nicht.“
„Vielleicht ist das nicht wichtig. Vielleicht ist es nur wichtig, was du jetzt empfindest und was du jetzt möchtest. Vielleicht wird aus euch auch gar nichts und ihr lebt euch au einander sobald du wieder weg bist. Aber vielleicht entsteht zwischen euch auch eine wunderschöne Freundschaft, die ihr beide nie vergessen werdet und vielleicht sogar auch mehr. Es ist Weihnachten und da ist es doch am Wichtigsten, dass wir Menschen Gutes tun. Und wenn du diesen Jungen aus seiner Trauer und aus dem Haus raus holen kannst dann ist das doch was gutes, oder?“
„Wow, seit wann bist du so weise geworden?“, fragte ich schärzend, musste aber tatsächlich über seine Worte nachdenken. Er hatte recht. Wenn ich das schaffte, war es was gutes.
„Island hat mich verändert. Island ist anders als Deutschland, wie du schon sagtest. Und Island hat mich irgendwie geprägt“, antwortete Tim mir.
„Das kann ich gut verstehen“, lächelte ich. „Island ist so wunderschön und geheimnisvoll.
„Ja, irgendwie schon“, nickte Tim.
„Möchtest du nur die Polarlichter sehen oder auch das Feuerwerk?“, fragte er mich nun.
„Gute Frage. Lohnt sich das Feuerwerk denn?“, fragte ich zurück.
„Feuerwerke in Island lohnen sich immer“, erklärte er mir.
„Na gut. Dann lass uns das Feuerwerk betrachten“, stimmte ich ihm zu.

Die Stadt war brechend voll als wir ankamen. Überall waren Menschen und wir drängelten uns so durch. Tim und Elida wussten genau wo es zum Höhepunkt des Feuerwerks ging und führten mich durch die Gassen. Schließlich gelangten wir auf eine Art Hügel und dort hatten sich wohl die meisten Menschen versammelt. Vielleicht war Hügel nicht das richtige Wort. Es war wohl doch eher ein Berg. Allerdings schafften meine Tante und mein Onkel es trotzdem uns da hochzulotsen und uns die besten Plätze zu reservieren. Keine Ahnung wie sie das machten, aber es lohnte sich auf jeden Fall.

Das Feuerwerk begann in der Stadtmitte, die tatsächlich leer zu sein schien recht flach und einfarbig und wir blickten direkt darauf hinab. Doch nach und nach wurde es vielfältig und farbenfroher und wechselte die Farben und Formen auch immer schneller. Von rot zu blau, zu grün, zu lila, zu pink zu gelbgold, zu violett, zu orange und wieder zurück. Ausserdem wurde es zum Fächer ausgebreitet, erschien in Drachenform oder in Spiralen oder gar Blumen und Sternen. Es war einfach traumhaft schön und dauerte etwa eine Stunde. Ich war froh, dass ich mich dazu entschieden hatte das Feuerwerk anzusehen. Zum Schluss entstanden sogar ganze Bilder im Feuerwerk. Ich nahm an einmal sollte es die dreizehn Wichtel darstellen, dann eine Christbaumkugel und schließlich ein ganzer Weihnachtsstern. Wirklich beeindruckend.

Tim und Elida unterhielten sich danach noch ein bisschen mit Bekannten bis wir schließlich ziemlich durchgefroren ins Auto stiegen und nach Hause fuhren. Dort aßen wir das Essen, dass Elida vorher vorbereitet hatte, kuschelten uns anschließend in die Decken und tranken warmen Tee. Es wurde ein ziemlich gemütlicher Abend, aber ich war auch froh, als ich einfach nur in mein Bett klettern konnte. Allerdings konnte ich trotz der Müdigkeit noch lange nicht schlafen. Ich dachte an den wunderschönen Tag, was ich mit Tim und Elida alles erlebt hatte und ob meine Familie mich wohl zu Hause an Weihnachten vermissten. Doch schließlich kehrten meine Gedanken zu Ryk zurück. Dem stillen traurigen Jungen, der mich irgendwie in seinen Bann gezogen hatte. Ich freute mich darauf mich nach Weihnachten mit ihm zu treffen und war gespannt ob ich so mehr über ihn und sein Leben erfahren konnte oder ob er so still und geheimnisvoll bleiben würde. Ich musste es wohl einfach abwarten. Jedenfalls würden meine Ferien in Island wohl interessant werden und ich bereute es nicht hergekommen zu sein.

Das war dieser Teil von Janas Ferien in Island. Endlich konnte ich mal weiter schreiben. Ein weiterer wird sicherlich noch folgen. Wobei wohl eher mehrere weiterere Teile. Ich bin gespannt wie euch meine Islandreihe weiterhin so gefällt. Meinungen sind natürlich immer gewünscht.

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4 Gedanken zu “Weihnachten in Island mit Tim und Elida (Teil 6)

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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