Noras Abenteuer Teil 5: Die Weihnachtswerkstatt (Teil 2)

Und weiter gehts mit Noras Abenteuer. Ich möchte meine Geschichten ja mal ein bisschen voran treiben.

Noras Abenteuer: Weihnachtsdorf: Weihnachtswerkstatt (Teil 2)

Chris führte mich in einen weiteren Raum, der mich ebenso faszinierete wie der Malbereich. Hier wurde gestrickt und und gehekelt was hier gestrickt wurde. Ich traute meine Augen kaum. Dabei müsste ich doch mittlerweile wissen, dass hier alles möglich war. Lauter unfertige Puppen, Kuscheltiere, Decken, Kissen und Kleidung lag im Raum verteilt und winzige Elfen zogen das Garn hinter sich her während die größeren es bearbeiteten. Die Puppen wirkten fast normal und es sah überhaupt nicht aus als seien sie gestrickt worden und dann wieder waren welche dabei, denen man genau ansah wie sie verarbeitet worden waren.
Die Kuscheltiere zogen mich besonders an. Ein supersüßer Plüschteddy mit richtigen Knopaugen sah mich fast flehend an als wollte er überall anders sein als hier. Ganz verstehen konnte ich es nicht, denn hier war er doch unter seinesgleichen. Hier konnte er sich mit anderen Plüschtieren austoben, auch wenn einige davon noch nicht ganz fertig waren. Ich hätte es auf jeden Fall an seiner Stelle getan. Ganz zu schweigen von den Kindern. Appropos Kinder. Da fiel mir gerade etwas ein.
„Wieso macht ihr hier keine Führungen für Kinder? Das wäre doch bestimmt der Renner“, fragte ich Chris.
„Gott bewahre“, stöhnte Chris. „Die würden sich doch alles unter den Nagel reißen. Ausserdem: Wo bliebe denn da das Geheimnisvolle, wenn dieses Dorf für jedermann zugänglich ist?“
Da hatte er nicht ganz unrecht. Wieder fiel mein Blick auf den einsamen Teddy. Schließlich gab ich mir einen Ruck und fragte ihn: „Ist der Teddy da drüben noch zu haben? Der mit den Knopfaugen?“
„Willst du etwa einem der armen Kinder mit den Wunschzetteln ihr Weihnachtsgeschenk rauben?“, lachte Chris. Er wirkte sehr amüsiert.
„Er sieht so einsam aus als wäre er nicht gerne hier?, verteidigte ich mich. „Ausserdem ist er nicht mal ganz fertig. Zumindest sieht er nicht fertig aus.“
„Du hast Glück. Ein bisschen fertigen wir unser Spielzeug auch in Voraus an, in der Hoffnung, dass es zu den Wünschen der Kinder passt. Dieser hier ist noch nicht reserviert, aber willst du nicht, wenigstens, dass sie ihn fertigstellen?“, sagte Chris nun.
„Nein, ich mag ihn so wie er ist“, wehrte ich sein Angebot ab. „Das wichtigeste ist, dass es ein Teddy ist und er diese wunderbaren Knopfaugen haben.“
„Na schön, du Teddyfreundin“, gab Chris also nach. „Lerna, könntest du mir den Teddy reichen?“
Die angesprochene Elfe kam seiner Bitte sofort nach und Chris überreichte mir den Teddy. „Betrachte es als persönliches Geschenk vom Weihnachtsmann.“
„Er bekommt einen Ehrenplatz“, versprach ich feierlich.
„Na gut. Bereit zu gehen?“, fragte Chris nur. Ich nickte wiederstrebend und drückte meinen neuen Teddy fest an mich.

Der nächste Raum zeigte wieder Wichtel, die alle möglichen Spiele spielten. Gesellschaftsspiele, Videospiele, manche fuhren sogar Puppenwagen rum. Irgendwo sah ich ein altes Packmanvideospiel und sogar ein Zelt war dabei. Da wurden Kindheitserinnerungen wach.
„Was machen die hier?“, fragte ich Chris verwirrt.
„Na, das sind unsere Tester. Sie testen unser Spielzeug. Ob es auch funktioniert und so. Es gibt sogar noch einen Extraraum wo nur gepuzzlet wird, um zu gucken ob die gewünschten Spiele auch funktionierten“, erzählte Chris mir.
„Oh, das könnte mir auch gefallen“, schwärmte ich und war schon glücklich den Wichteln nur dabei zuzusehen. Hier könnte ich ewig bleiben. Das war meine Welt.
„Das kann ich mir denken“, schmunzelte Chris. „Aber bevor du hier hängen bleibst und mitspielst, lass uns lieber weiter gehen.“
„Gibts hier auch sowas wie Domino-Day?“, fragte ich begeistert.
Doch Chris sah mich nur verwirrt an: „Was soll das sein?“
„Guckst du denn gar kein Fernsehen? Dominio-Day. Da wird mit lauter Dominosteinen richtige Landschaften und sowas gebaut“, erklärte ich, erstaunt darüber, dass er den Domino-Day gar nicht kannte. Kannte den nicht jeder?
„Dominosteine gibts hier schon, aber so viel Zeit solche Landschaften wie du sie beschreibst zu bauen haben wir dann doch nicht“, sagte Chris nur.

Danach führte mich Chris in einen weiteren Raum. Diese Werkstatt war ja riesig.
Dieser hier war ein Musikraum. Zumindest kam es mir so vor. Überall standen Instrumente rum, Walkmans, MP 3 Player, Kassettenrecorder und sogar Plattenspieler lagen verteilt auf dem Boden. Musik erfüllte auch die Luft. Überall kam Musik raus und wurde auch selbst produziert um die Geräte auszuprobieren. Von Weihnachtsmuisk, bis Kindermusik und Moderne Musik war so gut wie alles dabei und spielte durcheinander. Auch Spieluhren hörte ich irgendwo summen. Es war unglaublich laut in diesem Raum. Kein Wunder, dass er abgesondert von den anderen war.
„Wow“, staunte ich. Eigentlich schrie ich mehr über den Lärm hinweg.
Aber Chris brauchte nur einmal „Ruhe!“ zu schreien und es wurde sofort lesie. Das hatte er ja bestens im Griff.
„Das ist toll hier“, fand ich. „So viel Musik. Wie hören können die da raushören ob was nicht doch defekt ist oder leiert?“
„Diese Elfen und Zwerge sind darauf geschult. Genau dafür haben sie ein besonderes Gehör“, erklärte Chris mir nur. „Im hinteren Raum gibts auch noch einen Bereich für Hörkassetten und Hörbücher und sowas.“
„Okay, und was kommt als nächstes?“, wollte ich voller Vorfreude wissen.
„Zwei Bereiche haben wir noch“, sagte Chris.
„Da bin ich aber gespannt.“

Die nächste Abteilung war ein Traum. Es war eine richtige Bibliothek. Chris hatte keine Ahnung, was er damit angerichtet hatte, als er mich hier herbrachte. Das war ja noch besser als der Spieltestbereich.
„Kannst du mich nächstes Jahr wieder hier abholen?“, fragte ich Chris während ich einfach nur die Vielfalt der Bücher bestaunte.
„Vergiss es.“ Jetzt lachte Chris richtig. „Du gehst mir hier drin nur verloren.“
Ich hatte Angst noch einen Schritt weiter zu gehen, da ich befürchtete, dass Chris recht hatte. „Wozu habt ihr die ganzen Bücher hier? Die werden doch nicht alle verschenkt, oder?“
„Viele schon, aber nicht alle. Das stimmt. Überwiegend ist es ein Zufluchtsort für die Mitarbeiter, wenn sie mal ne Pause brauchen. Das ist nur menschlich oder in diesem Fall eher magisch. Aber willst du ein Geheimnis wissen?“ Chris sah mich fast erwartungsvoll an.
„Immer“, nickte ich geradezu begierig.
„Wenn ich nicht schlafen kann komme ich nachts manchmal hier her und setzte mich auf eine der Lesebänken und tauche stundenlang in eine Geschichte ein. Meistens Weihnachtsgeschichten, wer hätte das gedacht.“
„Kein Wunder, dass du di Bibelgeschichte kennt. Aber einen besseren Zufluchtsort gibts nicht. Das Weihnachtsdorf gefällt mir immer besser.“ Dieses Dorf hatte wirklich etwas magisches an sich. Ich konnte verstehen wieso ihre Bewohner in dieser Werkstatt so gerne arbeiteten und lebten.
„Ja. Natürlich liegt hinter der Bibliothek auch noch die Druckmaschinen um Bücher zu binden wobei wir auch Elfen haben, die das per Hand machen.“
„Und was ist der letzte Raum?“, wollte ich wissen.

Der lezte Raum wirkte geradezu gewöhnlich. Es war ein Büro mit vielen Computern, Schreibtischen und konzentrierten Arbeitern.
„Was wird hier gemacht?“, wollte ich wissen.
„Verzeichnisse angelegt für Wunzettel, die Inventur vermerkt, die Abrechnugen für Mitarbeiter vermerkt. Alles, was in einem Büro halt so anfällt.
„Auch Buchhaltung?“, fragte ich. Ich hasste Buchhaltung.
„Ja, auch Buchhaltung“, bestätigte Chris mir.
„Ihh, diesen Raum mag ich nicht“, stellte ich klar und Chris lachte wieder.
„Du Banause. Es ist nicht so kompliziert wie du denkst. Wir haben einfache Programme und schnelle Mitarbeiter“, neckte er mich.
„Na klar, was sonst?“ Dieser Raum war ein krasser Gegensatz zu den anderen Räumen. Hier war es leise und konzentriert und niemand sagte was. Das war also jetzt der letzte Raum der faszinierenden Weihnachtswerkstatt. Wenn die Kinder wüssten was sie alles erleben könnten, wenn sie von diesem Ort nur wüssten …
„Und was machen wir jetzt?“, wollte ich nun wissen.
„Wir gehen zurück ins Wohnzimmer, essen was, gehen schlafen und morgen zeige ich dir die Läden.“ Er zuckte die Achseln als wäre das sein üblicher Ablauf.
„Läden?“, fragte ich irritiert.
„Ja, Läden“, nickte er.
„Wozu braucht ihr die denn?“, wunderte ich mich.
„Na, hör mal! Wir wollen uns doch auch mal was Gutes tun“, sagte er nur und führte mich aus der Werktsatt raus zurück in den Schnee.

Und das wars schon wieder mit diesem Teil. Ich hoffe ihr hattet genauso viel Spass beim Lesen wie ich beim Schreiben und seid auch beim nächsten Teil wieder mit dabei. Und natürlich würde mich wie immer eure Meinung sehr interessieren.

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4 Gedanken zu “Noras Abenteuer Teil 5: Die Weihnachtswerkstatt (Teil 2)

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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