Weihnachten in Island mit Tim und Elida (Teil 7)

Dann will ich mich mal Weihnachten in Island wieder widmen. Wobei ich jetzt sehr improvisieren muss denke ich.

Da wir gestern Abend schon in der Messe waren verzichteten wir auf die Messe am 2. Weihnachtstag morgens um neun Uhr. Stattdessen wurde ich vom Geruch von frisch aufgesetzten Tee und Kaffee geweckt. Ich stand auf, wusch mich, duschte mich und schließlich zog ich schicke Sachen an. Es war schließlich Weihnachten. Meine Haare steckte ich zu einem lockeren Knoten hoch und schon ging ich hinunter in die duftende Essenswelt. Ich fand Elida in der Küche, die vor sich hinsummte und gedankenverloren Sachen auf ein Tablett stellte. Sah lecker aus.
„Kann ich dir helfen?“, fragte ich und sie schreckte ziemlich zusammen. Sie brauchte etwas Zeit bis sie sich erholt hatte und drohte mir dann mit dem Löffel, den sie in der Hand hatte.
„Gott, Jana. Hast du mich erschreckt.“ Gut, dass sie das Tablett auf der Küchentheke stehen hatte. Sonst hätte es übel ausgesehen.
„Tut mir leid. Das wollte ich nicht“, entschuldigte ich mich kleinlaut.
„Schon gut.“ Elida nahm es mir nicht übel. Sie lächelte schon wieder. „Aber zu deiner Frage: Nein, du kannst mir nicht helfen. Ich bin gleich fertig. Geh doch schon mal zu Tim ins Wohnzimmer.“
Also folgte ich ihrem Rat. Tim saß  mit einer Zeitung im Sessel. Da sie auf isländisch war wusste ich nicht was er da las, aber als ich den Raum betrat legte er sie auch zur Seite.
„Guten Morgen. Schon ausgeschlafen?“, fragte er.
„Ich bin nicht so ein Langschläfer. Ausserdem ist Island viel zu interessant zum Ausschlafen“, erklärte ich.
„Da hast du recht. Was möchtest du denn heute machen?“, fragte Tim mich.
„Keine Ahnung. Was ist denn geplant?“, fragte ich zurück.
„Erst mal frühstücken wir. Heute Mittag kommt dann Emma und wir essen zusammen Mittag, heute Nachmittag gibts Kuchen und so. Ein bisschen wie bei uns in Deutschland, aber heute Morgen hast du noch die freie Auswahl. Ob Elida auch mitkommt weiß ich nicht, aber ich hätte Zeit.“
„Ich hätte Lust auf einen Spaziergang“, überlegte ich.
„Klingt gut. Da bin ich definitiv dabei.“
Dann setzten wir uns alle an den Frühstückstisch. Wir waren nur zu dritt, aber es war trotzdem gemütlich. Elida hatte ihn liebevoll dekoriert mit Weihnachtskerzen und Sternenglimmer und der Tannebaum in der Ecke war auch an.
„Und was habt ihr beide heute morgen so vor?“, fragte Elida uns neugierig.
„Wir werden einen Winterspaziergang machen“, erklärte er ihr.
„Das klingt gut. Ihr könnt ja auf den Juteberg gehen“, schlug Elida vor.
„Was ist der Juteberg?“, fragte ich.
„Ein Berg. Es heißt die 13 Weihnachtswichtel halten da jedes Mal inne bevor sie hier ins Dorf kommen, weil die Aussicht so schön ist“, erklärte Elida.
„Klingt gut. Können wir da hin?“, fragte ich Tim.
„Natürlich“, stimmte er mir zu. „Die Aussicht dort ist nämlich wirklich unglaublich. Hast du einen Fotoapparat dabei?“
„Immer“, nickte ich begeistert.
„Dann pack ihn auch ein. Es lohnt sich“, forderte er  mich auf.
„Mit den Geschenken warten wir bis Emma da ist. Dann haben wir alle was davon“, fügte Elida noch hinzu.
„Das klingt doch gut“, fand ich.
Beim Essen unterhielten wir uns über belanglose Themen. Danach ing ich nach oben und zog mich wintergerecht an. Ich freute mich auf den Spaziergang mit Tim. Dann hatte ich Tim ganz für mich allein. Ich mochte Elida zwar sehr, aber ich sah Tim doch äußerst selten.

Wir zogen bald danach los und gingen durchs Dorf dem Juteberg entgegen. Im Dorf war es leer. Am Weihnachtstag waren offenbar die Meisten zu Hause. Aber ich fand das besonders schön. ie Atmosphäre des einsamen Dorfes wurde dadurch einfach nur perfekt.
Wir schlenderten durch die Straßen und kamen nach etwa einer halben Stunde zum Juteberg. Er war riesig und ich fragte mich wie ich es jemals da drauf schaffen sollte. Ich war körperlich recht fitt, aber so fitt?
„Wenn du nicht mehr magst können wir auch umdrehen“, bot Tim mir an, der offenbar meinen Gesichtsausdruck bemerkt hatte. „Aber lass uns erst mal anfangen raufzugehen.“
„Das klingt gut“, stimmte ich also zufrieden zu.
Wir begannen mit dem Aufstieg und so steil wie der Berg aussah war er gar nicht. Wir kamen gut voran. Schon auf halber Höhe konnte ich viel von dem Ort und der Umgebung sehen und machte ein paar Fotos. Auch Tim fotografierte ich. Doch nach ein paar Fotos drehte Tim den Spieß um, nahm mir meinen Fotoapparat ab und fotografierte mich.
„Du sollst schließlich auch auf den Fotos zu sehen sein“, fand er grinsend.
„Wenn du meinst“, sagte ich und dann gings weiter durch den tiefen Schnee.
Irendwann blieben wir wieder für eine Weile stehen und machten eine Schneeballschlacht. Wir waren hinterher pitschnass, aber das war uns egal. Es machte Spass. Allerdings war es jetzt nicht mehr so schön weiter zu gehen, da alles so nass war.
„Das trocknet auch wieder“, kommentierte Tim unsere Aktion trocken und dafür bekam er von mir erneut einen Schneeball ab. Damit begann die Schneeballschlacht dann erneut.
„Wenn wir noch irgendwann oben ankommen wollen, sollten wir jetzt aufhören“, keuchte Tim schließlich.
„Stimmt“, nickte ich erleichtert und ließ mich von Tim aufhelfen.
Tim und Elida hatten nicht zu viel versprochen. Die Aussicht von da oben war einfach traumhaft schön. Bei dem Wetter lohnte es sich richtig. Es bot sich eine Rundumaufsicht auf die ganze Umgegbung. Ich sah die kleinen Dörfchen, zugefrorene Seen, einfach eine wunderschöne weihnachtliche Winterlandschaft.
„Wow!“, hauchte ich nur.
„Offenbar lagen Elida und ich da nicht falsch was die Aussicht hier betrifft.“ Tim wirkte sehr zufrieden.
„Definitiv“, stimmte ich ihm zu.
„Das freut mich. Komm, lass uns da vorne auf die Bank setzten. Wir haben noch etwas Zeit und gerade scheint die Sonne so schön“, schlug Tim vor.
Er hatte recht. Es war das perfekte Wetter um ein bisschen Sonne zu tanken. Also setzten wir uns auf die Bank und genossen jeden Sonnenstrahl, den wir einfangen konnten.
„Es ist schön dich bei uns zu haben“, bemerkte Tim nach einiger Zeit.
„Ich bin auch gern bei euch“, versicherte ich ihm.
„Das freut mich. Elida und ich leben jetzt schon so lange ohne unsere Kinder. Da ist es schön mal wieder etwas Leben in der Bude zu haben“, gab er zu.
„Das glaub ich. Ist bestimmt schwierig, wenn die Kinder ausziehen“, überlegte ich.
„Ja, es ist eine Umstellung, aber es kann auch ganz schön sein. Ich will nicht meckern. Wir sind glücklich hier in Island, aber manchmal vermisse ich auch Deutschland.“
„Das kann ich verstehen. Kommt uns doch im Sommer besuchen. Sicher würden Papa und die anderen sich über euren Besuch freuen“, schlug ich vor.
„Keine schlechte Idee“, stimmte Tim mir zu. „Ich werde mit Elida drüber sprechen. Na komm, wir sollten langsam wieder aufbrechen.“
Also machten wir uns auf den Rückweg. Den ganzen Weg wieder hinunter. Ob Emma schon da war, wenn wir ankamen?

Wieder ein Teil fertig. Mal sehen, wann ich den nächsten Teil schaffe. Was sagt ihr dazu?

4 Gedanken zu “Weihnachten in Island mit Tim und Elida (Teil 7)

    1. Naja, das mit dem Juteberg hab ich aber nur erfunden, da der ganze Ort erfunden ist. Das hab ich ganz vergessen dabei zu schreiben. Ja, sie hatten so ihren Spass. Das stimmt.

      Gefällt 1 Person

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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