Noras Abenteuer gehen natürlich weiter. Heute mit einem weiteren Teil des Weihnachtsdorfes.

Noras Abenteuer: Die Einkaufsläden (Teil 9)

Systematisch klappterten Chris und ich die Läden ab. Und was das für Läden waren. Die ersten waren natürlich wirklich weihnachtlich wie man es sich in einem Weihnachtsdorf eben so vorstellt. Weihnachtsdeko, Weihnachtsmusik, Weihnachtsbücher und eben einfach alles, was mit Weihnachten zu tun hatte. Wie bei einem Weihnachtsmarkt. Eine Weile schländerten wir durch diese Läden und ich sah Dinge, die es in normalen Läden nie geben würde. Kleine geschnitzte Weihnachsfiguren, so klein, dass sie nur für Elfen oder Zwege bestimmt sein konnten. Feinste genähte Wollkleidung und Mützen sowie Socken, die uns höchstens als Babys passten, den Zwergen und Elfen aber wie angegoessen saßen. Tatsächlich kam eine kleine zierliche blonde Elfe gerade mit einem rosa Kleidchen aus der Umkleidekabine und ich war absolut verzückt über ihr elfenhaftes Aussehen. Die Kleine ging hüpfend und lachend zur Verkaufstheke, bezahlte ihr Kleid mit seltsam gelben Münzen und ließ es gleich an. Dann verschwand sie in einer fliegenden Leichtigkeit aus dem Laden. Ich starrte ihr immer noch hinterher.
„Ja, entzückend, nicht wahr?“, meinte Chris trocken und zog mich aus dem Laden. Wiederstrebend folgte ich ihm.
Die nächsten Läden, die wir betraten, waren allerdings anders. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Fassunglos sah ich Chris an: „Ostersachen?“
„Na, was denn? Wir müssen dem Osterhasen doch auch unterstützen und außerdem lieben die kleinen Elfen den Osterhasen. Da können wir ja wohl kaum „Nein“ sagen.
Ich grinste bis über beide Ohren: „Das hätte ich hier jetzt nicht erwartet.“
„Tja, der Osterhase fühlte sich das erste mal auch unwohl hier unter uns Weihnachtsvertreibern, aber er lebte sich schnell ein und liebt gerade die kleinen Elfenkindern. Deswegen kommt er jedes Jahr und bereitet ihnen eine Freude.“
„Verrückt. Ihr mischt hier auch alles durcheinander, oder?“, lachte ich.
Er zuckte nur mit den Achseln. „Das ganze Jahr über nur Weihnachten um sich zu haben ist doch auch irgendwie langweilig.“
„Und das sagt ausgerechnet der Weihnachtsmann“, neckte ich ihn.
„Na, ja. Schließlich brauche ich auch mal Urlaub, oder?“, war seine Erwiederung dazu.
„Bleibst du in deinem Urlaub denn hier?“, fragte ich ihn nun.
„Natürlich nicht. Das tut keiner von uns. Meist besuchen wir die anderen Weihnachsthelfer aus anderen Weihnachtsdörfern. Väterchen Frost, Hexe Befana und so. Wir reisen viel. Dabei tauschen wir uns natürlich auch immer über die Weihnachtsjahre aus und wie sie so gelaufen sind.“
Ich grinste nur. Das klang faszinierend. Die verschiedenen Weihnachtsfiguren tauschten sich um ihren Umsatz aus. Lustige Vorstellung.
„Lach du nur.“ Er musterte sich prüfend. „Aber wir stehen hier alle im Kontakt zueinander. Meinem Freund Väterchen Frost schreibe ich regelmäßig E-Mails.“
Ich grinste nur und enthielt mich jeden Kommentares. Für mich war das einfach eine absolut seltsame Vorstellung.
Er führte mich jedenfalls durch weitere Läden des Dorfes. Einer war voll mit Musikartikel. Chris kaufte sich eine CD von Chris Rea. Hier gab es in drei Stockwerken so viel Auswahl an Musik, dass für jeden was dabei war. Das Gebäude war dreistöckig, aber von außen sah es gar nicht so groß aus. Offenbar liebte Chris diesen Musikladen, denn hier stöberte er besonders lange.
Außerdem führte er mich in einen Blumenladen, der so schön war, dass ich mich gar nicht mehr aufraffen konnte, ihn zu verlassen. Es gab hier die seltensten Blumenarten sowie auch magische und weihnachtliche Blumenarten und ganz gewöhnliche Blumenarten. Hier begegneten mir Namen wie „Kraut der Unsterblichkeit„, Zuckerwurzel, Frauenmantel, Christrosen, Ritterstern, Schlafmohn, Rentierfleche, die Mitternachtsrose, die magischen Sternfechteln und Lebenspilze und vieles mehr. Außerdem wurde in diesem Blumenladen auch Tee verkauft, der aus besagten Blumen gemahcht wurde. Ich kaufte mir deswegen zunächst einen Christrosentee und einen Frauenmanteltee und war ganz begeistert von meiner Ausbäute. Allerdings musste Chris für mich bezahlen, da ich keine von diesen seltsamen gelben Münzen hatte.
Als wir wieder draußen auf der Straße waren, fragte ich Chris: „Wo bekomme ich diese Münzen her? Kann ich mein Geld umtauschen?“
„Komm mit“, forderte er mich auf und führte mich zu meiner großen Überraschung nicht in eine Bank sondern in eine Bäckerei. Dort stand in der Ecke ein Kasten, der wie ein Briefkasten aussah, aber auch auf den ging er nicht zu sondern auf die Theke. Eine Bedienung fragte er: „Meine Freundin möchte Geld tauschen. Könnten wir kurz reinkommen?“
Ungeniert flirtete die Dame mit ihm und bat uns nach hinten. Dort waren zwei Zimmer, die wie Büros aussahen. In eines davon führte sie uns. Sie setzte sich hinter einem Schreibtisch und wir auf die zwei Stühle davor und dann fragte sie: „Wie viel soll es denn sein?“
Fragend sah ich Chris an. Er fragte mich: „Hast du einen Zwanziger?“ Offenbar kannte er sich mit meinem Geld durchaus aus. Ich nickte und reichte der Frau einen.
Sie holte eine tragbare Kasse aus einem Schrank und kramte nach ein paar Münzen. Ich sah die gelben mit der hier offenbar alle bezahlten. Ein Stern war drauf abgedruckt und außerdem stand da die Zahl fünf. Außerdem gab mir die Frau noch zwei rote Münzen und drei Grüne. Auf den Roten war ein Mistelzweig abgebildet und eine 10 drauf und auf dem grünen ein Tannebaum und eine 15 drauf. Verwirrt betrachtete ich das merkwürdige Geld und steckte es dann in ein Extrafach, weg von den deutschen Münzen.
„Das Erklären werde ich übernehmen“, bemerkte Chris und bedankte sich bei der Frau. Dann setzten wir uns in die Beckerei und genossen ein Stück Apfelkuchen und einen Anistee.
„Heute Abend habe ich eine Besprechung wie das dieses Jahr mit dem Geschenke verteilen ablaufen soll. Entweder kannst du mitkommen oder auf ein Weihnachtskonzert in die Kirche gehen. Das Weihnachtskonzert ist aber jeden Tag um Weihnachten rum. Da können wir auch noch zusammen hin“, erklärte Chris, der einen Apple Pie gewählt hatte.
„Die Besprechung hört sich doch interessant an“, fand ich. „Ich bin dabei.“
Chris nickte nur und wir unterhielten uns noch ein bisschen über uns und malten uns eine fantasievolle Zukunft im Weihnachtsdorf aus.

Und wie die Besprechung so abläuft erfahrt ihr dann beim nächsten mal. Und was sagt ihr zu diesem Teil?

Jetzt bin ich schon wieder am Ende von Noras Abenteuer angelant, aber nicht am Ende der Geschichte.

Advertisements