Dann kommt hier jetzt der zweite Teil von meinem Story – Samastag, der von TanteTex veranstaltet wird.

Der Spiegel zur Eislandschaft (Teil 2)

Das Dienstmädchen schien genau zu wissen was sie tat. Also ließ ich sie machen. Allerdings bestand ich darauf mich allein unter die Dusche zu stellen. Der blöde Kobold sollte recht behalten. Die Dusche war nicht die, dich ich erhofft hatte. Sie war eher wie ein Wasserfall an der Wand und eiskalt. Ich war froh, als ich sie hinter mit hatte.
Doch sofort umringte mich das Dienstmädchen, steckte mich in Kleidung und Schuhe und frisierte meine Haare. Die ganze Zeit über sprach sie kein Wort. Vielleicht war ihre Stimme eingefroren.
Danach ging sie und ließ mich allein. Jetzt würde ich alles für einen Spiegel geben. Aber hier spiegelte sich höchstens das Eis. Was ich aber sehen konnte war, dass ich in einem hellblauen wunderschönen Kleid steckte, dass einen herrlich bequemen Stoff hatte und weiße feine Schuhe, die Gott sei Dank flach waren.
Es dauerte eine Weile bis der Kobold sich wieder blicken ließ. Alleine traute ich mich noch nicht raus. Ich würde mich bestimmt hoffnungslos verlaufen und wusste auch überhaupt nicht wohin  ich sollte. Jedenfalls saß ich schon gefühlte Ewigkeiten hier fest bis er endlich wieder kam.
„Schön, dass du Zeit hast vorbei zu schauen“, murrte ich nur.
Doch Lork überging meinen Kommentar einfach und starrte mich einfach nur an. „Wow, wer bist du und was hast du mit Alina gemacht?“
„Die ist einkaufen gegangen“, meinte ich trocken.
„Ja, offensichtlich“, strahlte Lork und fand dann: „Na, komm. Es ist Zeit.“
Seufzend folgte ich ihm aus dem Zimmer und wurde immer nervöser. Wir durchquerten viele, viele Gänge und ich hatte mit meiner Vermutung absolut recht gehabt. Ich wäre hier hoffnungsvoll verloren gewesen. Schließlich blieben wir vor einem großen eisernen Tor stehen. Es war so weit. Der Kobold schwang die Toren auf und ich folgte ihm in eine riesige Eishalle. Sie sah einfach ziemlich beeindruckend aus. Ganze Kroleuchter aus Eis hingen an der Ecke, die Möbel waren aus Eis geformt und sahen sehr nobel aus, ein riesiger Tisch mit verzierten Stühlen stand in der Mitte des Raumes. Daran stand ein einzelner Mann und wirkte sehr einsam.
Er sah gut aus. Das musste man ihm lassen. Er strahlte eine gewisse Autorität aus. Seine Haare waren dunkelblau und stylisch um seinen Kopf gelegt, seine blaue Augen strahlten eine gewisse Autorität aus und sein dunkelblauer Pullover, sowie seine dunkle feine Hose gaben ihm einen gewissen Schliff. Seine zügen waren von einer gewissen Schönheit ausgestattet und ebenmäßig. Sein Körper wirkte muskulös und trainiert.
Offenbar hatte er uns aber noch gar nicht bemerkt. War er so in seinen Gedanken vertieft.
„Prinz Teirran?“, fragte Lork vorsichtig und verhielt sich plötzlich viel sanfter als bei mir. „Ist alles in Ordnung? Alina ist jetzt hier.“
Jetzt erst sah der Prinz auf und warf mir einen Blick zu. Dann schien er erst zu registrieren, was los war. Endlich stand er auf und kam auf mich zu um mich zu begrüßen.
„Entschuldige. Ich war in Gedanken. Es ist wirklich schön, dich hier zu haben.“
Ich schenkte ihm ein zauberhaftes Lächeln: „Diese Freude ist ganz meinerseits.“
„Danke, dass du sie hergebracht hast, Lork. Du kannst jetzt gehen“, wandte sich dann Teirran dem Kobold zu. Der musterte mich skeptisch als würde er abwägen ob das wirklich so eine gute Idee sei. Schließlich nickte er und verschwand. Einfach so. Als hätte er sich in Luft auf gelöst. Pah! Angeber.
Dann musterte mich Teirran eingiebig und ich fühlte mich unwohl. Als er fertig war, meinte er. „Komm, lass uns setzen. Ich denke, wir sollten uns unterhalten.“
Da hatte er sowas von recht. „Ja, bestimmt“, nickte ich und er führte mich zu dem großen Tisch.
Wir setzen uns an den Tisch und er musterte mich: „Tut mir leid, du musst bestimmt verwirrt sein.“
„Etwas“, nickte ich zustimmend.
„Okay, dass ich Prinz Teirran bin weißt du mit Sicherheit schon und auch, dass du dich in der Eislandschaft befindest?“, fragte er unsicher.
Ich nickte nur.
„Wir haben hier eine Tradioten. Jede 300 Jahre gibts einen neuen Prinzen. Diesmal bin das ich.  Und wenn der Prinz 17 Jahre alt ist sucht der Spiegel in der Menschenwelt eine Prinzessin für ihn aus.“, erzählte er.
„Aber wieso wählt der Spiegel? Sollte der Prinz sich nicht in ein Mädchen verlieben dürfen?“, fragte ich. Ich war nun mal eine hoffnungslose Romantikerin.
Das entzlockte dem eisigen Prinzen ein Lächeln. „Das wäre das Optimale, aber der Spiegel kennt mich besser als ich. Er hing jahrelang in meinem Schlafzimmer und hatte Zeit mich zu beobachten und sich mit mir unterhalten. Er weiß was bzw. wer gut für mich ist.“
„Du hast dich mit dem Spiegel unterhalten?“ Ich seufzte genervt. Jetzt fing das wieder an. Ich dachte der Spiegel hatte nur mit Hilfe des Kobolds geredet und das war schon verrückt genug.
„Na, ja. Es ist ein magischer Spiegel. Die sind hier gar nicht mal so selten.“ Er zuckte mit den Achseln.
„Natürlich!“, entfuhr es mir und er grinste. Ein echtes Grinsen. Das merkte ich daran, dass es seine Augen erreichte. So wirkte er fast traumhaft schön. Allerdings sagte mir irgendetwas, dass das hier definitiv kein Traum war.
„Gibts du mir eine Chance?“, fragte er und sah dabei so süß und verloren aus, dass ich wohl kaum NEIN sagen konnte.
„Eine Chance ist zumindest drin“, antwortete ich also. „Wie habe ich mir das denn vorzustellen?“
„Du müsstest natürlich vorerst mal hierbleiben“, erklärte er. „Wir würden uns kennen lernen und sehen ob die Chemie zwischen uns stimmt. Wenn das der Fall sein sollte kannst du dich entscheiden, ob du hierbleiben möchtest. Wenn nicht darfst du natürlich jederzeit wieder gehen. Ich werde dich hier nicht festhalten. Ich könnte dir meine Welt zeigen und dir viel darüber erklären.“
„Klingt gut“, überlegte ich. Da konnte doch nichts schief gehen, oder? Ich würde hierbleiben und Teirran und die Eislandschaft kennen lernen. Das dürfte interessant werden.
„Das freut mich zu hören“, meinte er erleichtert. „Ich hatte gehofft, dass du so entscheidest und vielleicht gefällt dir ja meine Welt besser als du glaubst.“
„Wir werden sehen“, sagte ich unbestimmt.

Ob es hiervon eine Fortsetzung geben wird kann ich nicht versprechen. Theoretisch kann man es auch einfach so lassen. Ich hoffe der Einblick in Prinz Teirrans Eislandschaft hat euch gefallen.

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