Interessantes Thema heute. Vergangenheitsreisen. Mal sehen, was sich da machen lässt.

Zeitreise in die Vergangenheit. Na, denn. Da muss ich erst mal sehen, wohin es geht.

Owei, das wird ein schwieriger Brocken, aber da hab ich schon die ein oder andere Idee.

Das alte Herrenhaus Teil 1

Ich lief durch einen Wald und konzentrierte mich nur aufs Laufen. Es war Herbst und die Blätter waren alle so schön grün. Morgens war es recht frisch, aber gegen Nachmittags konnte es auch noch richtig schön werden. Ich genoss das Zwitschern der Vögel und die ruhige Umgebung beim Laufen.

Doch plötzlich veränderte sich was. Die Luft flimmerte und der Wald war plötzlich gar nicht mehr bunt sondern grün wie im Frühling oder Sommer. Was war denn jetzt los? Der Wald war noch derselbe, aber verändert. Unsicher verlangsamte ich mein Tempo und setzte meinen Weg fort. Was genau hatte sich verändert.
Ich lief meinen Weg weiter. Am Ende des Weges sollte ich eigentlich wieder auf die Straße kommen, die zu meinen zu Hause führte, aber auch hier hatte sich etwas verändert. Und zwar gewaltig.
Ich stand vor einem schmucklosen Herrenhaus, dass dennoch ziemlich prächtig wirkte. Es war nicht verfallen sondern wunderschön verschnörkelt mit Winkeln und Ecken und kleinen Türmchen. Umgeben von einem wunderschönen riesigen Garten ragte das Haus aus dem Wald empor. Was war hier bloß passiert? Wo kam das Haus her? Das war vorher definitiv nicht dagewesen. War es wohl bewohnt? Vermutlich eher nicht. Solche Häuser standen doch heutzutage nur noch leer.

Vorsichtig ging ich weiter vor und bemerkte die Wasserspränger, die auf den Wiesen aufgestellt wurde. Zumindest wurde dieses Haus offenbar gepflegt. Vielleicht war es also doch bewohnt. Durfte ich es betreten?
Vorsichtig ging ich näher und auf einmal kam ein Mann aus dem Haus. Er war schick gekleidet und sah sehr vornehm aus. Ich wollte mich zurück ziehen, aber er hatte mich bereits gesehen. Er kam auf mich zu.
“Guten Tag, Madam. Kann ich ihnen helfen? Was tragen sie denn da? Sie haben eine seltsame Art sich zu kleiden.“, begrüßte der Mann mich freundlich und schüchterte mich damit ziemlich ein.
“Ähm, Hallo. Meine Kleidung ist doch ganz normal?“ Fragend sah ich ihn an und fühlte mich gezwungen zu erklären. „Ich bin gelaufen.“
“Verzeihung? Ich verstehe nicht, was sie meinen“, entschuldigte sich der Mann bei mir.
“Ich bin gejoggt. Habe traniert“, versuchte ich ihm zu erklären, doch er schien mich nicht zu verstehen. „Egal. Ich bin verwirrt. Ist das Haus hier neu? Es sieht gar nicht so aus. Normalerweise führt dieser Weg doch auf die Straße.“
“Welche Straße?“, fragte er nun fast so verwirrt wie ich. „Ich sehe hier keine Straße. Hier war auch noch nie eins. Hier war immer nur dieses Haus.“
Verständnislos sah ich ihn an. Er lächelte nachsichtig.
“Kommen Sie doch erst mal rein“, bot er mir an. „Dann können Sie sich frischmachen und was trinken. Sie sehen, aus als könnten sie was zu trinken gebrauchen.“
Unsicher sah ich ihn an. Was, wenn er ein Mörder war und mich nur in sein Haus locken wollte? Sicher war es besser ihm nicht zu folgen.
“Ich tue ihnen nichts, versprochen. Ich bin ein ehrbarer Mann. Ich werde sie auf Händen tragen“, versprach er mir, als hätte er meine Gedanken gelesen.
“Verprechen das nicht alle Mörder am Anfang?“, fragte ich misstraurisch.
“Vermutlich“, lachte er. „Also wenn ich ein Mörder wäre, sicherlich, aber ich bin keiner.“ Als ich blieb wo ich war, seufzte ich. „Kommen Sie. Ich tu ihnen wirklich nichts und wenn Sie in die Stadt wollen kann ich sie anschließend dorthin begleiten. Wir sollten lieber eine Kutsche nehmen. Die Stadt ist recht weit entfernt von hier.“
“Kutsche?“ Jetzt war ich noch verwirrter. War das einer der Typen, die in der Zeit hängen geblieben waren? Verrückt. „Die Stadt ist aber nicht weit weg. Ich bin doch bis hierhin gelaufen. Das tu ich immer und die Strecke ist nicht weiter weg als etwa fünfzehn Minuten.“
Langsam wurde er ungeduldig: „Junge Dame, sind Sie etwa auf den Kopf gefallen. Selbst mit der Kutsche dauert es mindestens eine Stunde bis zur Stadt, wenn nicht gar eine dreiviertel Stunde.“
Plötzlich fiel mir mein Smartphone ein: „Ich könnte einfach meine Mutter anrufen.“
Bevor ich es rausholen konnte, fragte er verwirrt: „Anrufen?“
“Ja, natürlich. Sie haben doch bestimmt auch ein Telefon. Ich meine, sie haben eine mega Hütte. Jemand wie Sie hat bestimmt ein megateures Telefon. Vielleicht eins von Samsung oder Wiko. So ein Hightechding.“ So stellte ich mir den Typen jedenfalls vor.
“Verzeihung?“ Verständnislos sah er mich an.
Ich seufzte, holte mein Smartphone aus meiner Umhängetasche und wollte den Pin eingeben, aber es war überhaupt nicht an. Verwirrt versuchte ich es einzuschalten, aber es tat sich gar nichts.
“Was ist hier los? Selbst wenn wir in einem Funknetz wären müsste ich zuminest den Notruf wählen können.“ Mittlerweile geriet ich leicht in Panik.
“Notruf? Ich verstehe nicht was sie meinen? Wieso wollen sie einen Notruf abgeben? Was soll das sein?“, fragte der Mann und ein schrecklicher Gedanke kam mir. Er war offenbar recht wohlhabend, kannte sich aber nicht mit der Technik der Zukunft aus. Schien gar nichts über meine Welt zu wissen. Wer war er und wo war ich?
“Könnten sie mir sagen welcher Tag heute ist?“, fragte ich ihn.
“Natürlich“, kam er mir gern zur Hilfe. „Es ist der 16. August 1630.“
“Kann nicht sein“, sagte ich sofort.
“Gibt es ein Problem mit dem Datum“, fragte er nun nach. Mittlerweile klang er fast so unsicher wie ich zuvor.
“Und ob. Wenn man bedenkt, dass heute eigentlich der 16. Oktober 2016 sein sollte“, nickte ich heftig.
“Oh, meine Dame. Das ist aber noch lange hin. Sie sind wohl doch auf den Kopf gefallen. Kommen Sie lieber mit rein.“ Nun klang er wirklich besorgt.
“Ich sage die Wahrheit. Moment 1630. Irgenwas sagt mir das was. Irgendwas geschichtliches. Wann war noch gleich der 30-jährige Krieg? War das nicht um diese Zeit?“ Ich war in Geschichte ganz gut, aber die Zahlen wollten einfach nicht in meinem Kopf bleiben. Was wusste ich über den 30-jährigen Krieg.
“Ich weiß nichts über einen 30-jährigen Krieg, Madame.“ Ratlos sah er mich an. „Hier ist es sehr friedlich.
“Vielleicht sollte ich doch lieber mit reinkommen“, fand ich jetzt. Ich brauchte dringend was zu trinken.
“Weise Entscheidung“, stimmte er mir zu. „Etwas frisches zu Trinken. Danach wird es Ihnen besser gehen. Ich bin übrigens Moritz Friedrich. Angenehm.“
“Mein Name ist Louisa Niemann.“ Ich hoffe der Mann konnte mir helfen in meine Welt zurück zu kehren.

Fortsetzung folgt …

Das war der erste Teil. Mal sehen, wie viele ich brauche bis ich eine anständige Geschichte daraus gemacht hab. Ist gar nicht so leicht, wenn man sich geschichtlich nicht so auskennt, aber mal wieder was anderes.

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