Das alte Herrenhaus (Teil 4)

Dann will ich mich mal wieder mit meiner Geschichte zum Herrenhaus beschäftigen. Ihr erinnert euch? Louise landete beim Laufen in der Vergangenheit und lernte dort Moritz kennen. Den Besitzer vom Herrenhaus. Jetzt wollen sie gemeinsam auf den Ball.

Das alte Herrenhaus Teil 4

Moritz führte mich wie es sich gehörte, indem er meinen Arm umschlungen hielt, zu dem luxirösen Haus. Obwohl man es kaum noch als Haus bezeichnen konnte. Villa war vermutlich das bessere Wort.
„Wer wohnt hier noch mal?“, fragte ich ihn ehrfürchtig. „Die Königin  persönlich?“
Er sah mich befremdlich an. „Äh,  nein. Da muss ich dich enttäuschen. Nur eine Fürstin. Isabelle von Goka mit ihrem Mann Arim.“
„Hm“, machte ich nur.
„Lass uns einfach reingehen“, lachte er. „Das wird toll.“
Das bezweifelte ich, aber ich folgte ihm trotzdem. Dass er an meiner Seite war gab mir etwas Sicherheit.
Das Haus/Die Villa war von außen noch viel glamouröser als von außen. Alles schick vekleidet mit Gold und verzierten selbst gemalten Bildern. Hier strahlte alles nach Macht und Geld aus. Es war schick, aber Moritz Herrenhaus gefiel mir trotzdem besser. Es war viel schlichter und gemütlicher.
Aber das allerschönste war der Ballsaal in den wir geführt wurden. Sowas kannte ich bisher nur auf Bildern. Sowas konnte man einfach nicht nachstellen. Egal, wie viel Mühe man sich gab. Es war einfach viel zu prachtvoll. Dabei wirkte er eigentlich recht schlicht.
Es war hell und der Raum wurde von vielen großen Fenstern belichtet, die oben rund abliefen. Lauter Kronleuchter hingen an der Decke und der Saal wirkte recht überfüllt.
Eine Frau, die ihr Speck an den richtigen Stellen abgelegt hatte kam auf uns zugeilt. Sie trug ein rotes Kleid, dass oben weit ausgeschnitten war und unten einen Reifenrock hatte. Ihr Gesicht zeigte leicht rose geschminkte Wangen und auch sonst war ihre Schminke eher dezent, was ihr Gesicht gut zu Geltung brachte. Ihr Busen allerdings quillte fast aus diesem Kleid.
„Moritz, wie schön dich zu sehen“, freute sie sich im besten Altaltaltdeutsch, was ich niemals so nachmachen könnte und küsste ihn auf beide Wangen. Dann fiel ihr Blick auf mich: „Wer ist denn deine Begleiterin?“
„Das ist eine Freundin von mir. Ich hab sie auf einen meinen Reisen kennen gelernt“, log Moritz ziemlich gekonnt. „Ihr Name ist Louisa.“
„Guten Tag, Madam Louisa. Ich bin Isabelle. Bitte, kommen Sie mit mir. Ich führe sie herum.“ Madam Isabelle bot mir ihren Arm da, den ich annahm. Allerdings nicht bevor ich nicht Moritz fragend ansah. Er ging viel auf Reisen. Er schüttelte nur unmerklich mit dem Kopf und deutete auf Isabelle. Ich seufzte. Das würde auf später verlegt werden müssen.
Isabelle führte mich wirklich rum. Durch die ganze große Anlage, einschließlich dem Garten.  Meine Füße taten danach so weh. Ich wollte eigentilch jetzt schon nur noch nach Hause. Die Leute aus dem Mittelalter waren wirklich trainierter als ich. Zumindest mit diesen Schuhen.
„Ist es bei Ihnen zu Hause auch so schön?“, hakte Isabelle nach als wir unseren Rundgang beendet hatten und endlich wieder zum Ballsaal zurück kamen.
„Ähm, so ähnlich“, druckste ich drum herum. Na ja, eigentlich nicht mal annährend. Aber viel gemütlicher.
Die Musik war klassisch und die Tanzschritte merkwürdig. Eigentlich hatte ich keine Lust zu tanzen. Ich wollte zu Moritz. Das hier war mir viel zu fremd. Aber offenbar war Moritz einfach verschwunden. Na toll.
„Wissen Sie, Sie müssen etwas Besonderes sein“, bemerkte Isabelle nun und musterte mich nachdenklich. „Gott, sind Sie dünn.“
Den letzten Kommentar übersah ich einfach mal. Stattdessen versuchte ich sie von meiner Figur abzulenken. „Wie meinen Sie das, dass ich wer Besonders sein muss?“
„Schätzchen, er nimmt sonst nie jemanden auf solche Veranstaltungen mit. Eigentlich meidet er sie eher. Er sagt ab, wenn es nur geht. Dass er heute da ist, grenzt an ein Wunder.“
Das war ja interessant. Gut zu wissen.
„Kommen Sie. Ich stelle Ihnen ein paar Gäste vor“, schlug Isabelle mir vor. Das hatte ich befürchtet. Aber ich hatte wohl kaum eine Wahl.
Ich schüttelte Hände, vergaß viele Namen und wurde sogar zum Tanzen gezwungen, was gründlich misslang. Meine Partner waren höflich und beschwerten sich nicht, dass ich ständig aus dem Takt kam oder ihnen auf die Füße trat. Endlich hatte sich Moritz offenbar daran erinnert, dass es mich noch gab und mich auf der Tanzfläche entdeckt.
„Darf ich?“, fragte er meinen aktuellen Tanzpartner, der ihm mich nur zu gern überreichte.
„Nett, dass du dich noch an mich erinnerst“, brummte ich.
„Ach, komm! Du warst doch beschäftigt“, lachte er.
„Und hätte dich gebraucht“, ergänzte ich.
„Ich find, du hast dich ganz gut gehalten. Glaub ja nicht, ich hätte nicht ein Auge auf dich gehabt“, lobte er mich.
„Können wir bitte einfach, gehen?“, fragte ich ihn. „Ich kann die Schritte nicht und dieser Ball ist nichts für mich.“
„Das heißt, du bist gar nicht neugierig auf das Buffet?“, neckte er mich.
„Ich kanns kaum erwarten“, meinte ich ironisch.
„Du weißt ja nicht, was du verpassen wirst“, warnte er mich.
Ich rollte nur mit den Augen. Dann fiel mir wieder seine Bemerkung mit den Reisen ein.
„Was war das eigentlich mit dem vielen reisen? Machst du das wirklich?“, fragte ich ihn.
„Manchmal.“ Er wich mir eindeutig aus. Ich beschloss ihn gewähren zu lassen.
Schließlich hatte er Erbarmen mit mir und führte mich von der Tanzfläche zum Buffett.
Das Essen war viel besser und reicher als ich gedacht hatte. Es stimmte, schon es gab viel Fleisch, aber auch Obst und Gemüse und sogar Fisch und Bohnen. Ich konnte sogar Tomaten erkennen. Daraus ließ sich was machen. Ich füllte mir einen Teller auf und wählte wirklich überwiegend Obst und Gemüse. Aber ich war zufrieden.
Wir setzten uns an eine Tisch, an dem schon ein jüngeres Pärchen saß und schlugen ordentlich zu.
Weder Moritz noch ich hatten große Lust uns in die Unterhaltung einzubringen. Wir genossen einfach das herrliche Essen. Moritz hatte recht gehabt. Wegen dem Essen hier zu bleiben, hatte sich gelohnt.

Fortsetzung folgt ….

Und wie gefällt euch dieser Teil?

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4 Gedanken zu “Das alte Herrenhaus (Teil 4)

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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