Die kleine Spielzeugfigur (Teil 2)

Dann will ich mich mal wieder um meine Spielzeugfigur kümmern.

Ihr erinnert euch noch?

Beim letzten Mal bekam Dennis Besuch von einer kleinen Spielzeugfigur mit einem Gewähr in der Hand. Die Figur Sim kam vom Haus nebenan, aber dort wurde es ihm zu lästig. Bei Dennis allerdings wollte er bleiben und richtete sich dort häuslich ein.

Hier gehts übrigens zum ersten Teil: Klick

Jetzt kommt die Fortsetzung dazu.

Die kleine Spielzeugfigur (Teil 2)

Am nächsten Morgen wachte ich früh auf. Schule war angesagt. Sim schlummerte noch friedlich in seiner Schublade vor sich hin. Er hatte sich total auf das Bett gefreut und mir immer wieder versichert wie himmlisch er es fand so ein weiches Bett zu haben.
Ich ließ ihn schlafen und ging ins Bad. Dort machte ich mich fertig und zog mich um.
Als ich wieder in mein Zimmer kam war Sim putzmunter und sah mich erwartungsvoll an. „Was liegt an, Kumpel?“
Ich seufzte tief und erklärte schließlich: „Ich muss in die Schule.“
„Oh, das wird bestimmt total lustig. Darf ich mitkommen?“ Sim hüpfte fröhlich auf und ab und wirkte sogleich richtig lebendig.
„Ich bin nicht sicher, ob es dir gefallen wird. Es wird total langweilig und du müsstest sowieso die meiste Zeit in meinem Rucksack bleiben“, versuchte ich ihn abzuwimmeln.
„Och, bitte, bitte, bitte. Alles ist besser als hier nur abzuhängen und darauf zu warten, dass du wiederkommst. Bitte nimm mich mit“, bettelte Sim so ergiebig, dass ich schließlich nachgab.
„Dann ab jetzt in den Rucksak und sei leise“, forderte ich Sim auf. Meine Schulsachen für heute waren bereits dort drin und Sim gehorchte mir sofort und sprang rein. Ich schloss den Rucksack. Dann ging ich nach unten.
Als ich in die Küche kam, fragte Mama mich wie immer: „Bist du fertig, Dennis? Hast du alles?“
„Natürlich“, sagte ich nur und küsste sie auf die Wange. Sie gab mir die Butterbrotsdose und die Trinkflasche und eine Banane, die ich in den Rucksack steckte. Es war aber nicht das Fach, wo Sim drinseckte. Ich legte sie trotzdem vorsichtig rein. Dann zog ich Schuhe und Jacke in der Gardrobe an, rief ein „Tschüss, Mama!“ und verließ das Haus.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle zappelte mein Rucksack wild rum. Ich öffnete ihn und fragte Sim leise: „Was ist da drin los? Bleib still. Zappelnde Rucksäcke sind nicht gerade gewöhnlich.“
„Es ist so eng hier. Ich fühle mich eingequetscht“, jammerte Sim.
„Du hast es so gewollt. Ich habe dich gewarnt, dass du nicht rauskannst“, erinnerte ich ihn unnachgibig.
„Bitte, kann ich mich nicht in deiner Jacke verstecken?“, bat er flehend mit niedlichen Hundeblick.
„Bist du dann ruhig?“, fragte ich ihn streng.
„Ja, ganz bestimmt.“ Sim nickte lebhaft. Ich schnappte ihn mir und packte ihn in meine große Jackentasche. Ich ließ den Reißverschluss etwas auf, damit er Luft bekam. Dann ging ich wirklich zur Bushaltestelle.
Tom und Lex waren schon da. Sie waren zwei meiner besten Freunde aus der Wohnsiedlung. Wir begrüßten uns mit Handschlag und unterhielten uns dann. Sim blieb ganz ruhig in meiner Tasche. Ob er wohl lauschte?
Tom erzählte, dass er gestern mit seinem Vater angeln war. Das tat er fast jeden Sonntag mit ihm. Er liebte das Angeln. Lex war mit seiner Freundin unterwegs gewesen. Evelyn. Sie war eine ganz hübsche und noch dazu sympatisch. Er hatte einen Volltreffer gelandet. Sie waren erst Eis essen und dann im Kino. Lex war schon immer ein Gentelman gewesen und hatte ihr natürlich alles bezahlt. Und ich? Tja, ich hatte eine Spielzeugfigur kennen gelernt, aber das konnte ich ihnen wohl schlecht sagen. Also erzählte ich, dass ich mit meinen Eltern im Garten gesessen hatten und wir gegrillt hatten. Das stimmte ja auch.
Wir fuhren mit dem Bus. Ich merkte, dass Sim ein Stück den Kopf raushielt um was sehen zu können. Ich saß am Fenster neben Tom und hoffte, dass es niemand bemerkte. Sim sah sich neugierig um und ich merkte, dass er froh war, der Dunkelheit meiner Jackentasche ein wenig entkommen zu können.
Als der Bus aber vor einem großen Gebäude, dass sich meine Schule nannte hielt steckte ich ihn sanft wieder in meine Tasche. Ohne zu nörgeln ließ er es geschehen. Ich stieg mit meinen Freunden zusammen aus. An der Bushaltestelle stoßenEvelyn mit ihren Freundinnen Ronja und Feline zu uns. Evelyn schmiss sich Lex sofort an den Hals. Er erwiderte ihre Umarmung genauso stürmisch.
Tom und ich seilten uns von den anderen ab. Doch Ronja und Feline folgten uns natürlich. Das taten sie immer. Insgeheim freute mich das. Ich mochte Ronja sehr.
„Was glaubst du, lässt die Rösler uns heute einen Test schreiben?“, erkundigte sich Tom bei mir.
„Keine Ahnung. Bei der ist alles möglich.“ Ich zuckte mit den Achseln.
„Ich glaube nicht. Wir haben schon letzte Woche einen Test geschrieben. Die kann uns doch nicht mit Testen überhäufen“, mischte sich die dunkelhaarige Feline ein. Sie pustete ihren Ponny aus der Stirn. Manchmal war sie einfach nur naiv.
Tom war offenbar der selben Ansicht. „Das ist der doch egal. Die liebt ihre Teste.“
Plötzlich hustete es aus meiner Tasche.
„Was war denn das?“, fragte Tom mich verwirrt.
Ich hustete demonstrativ noch mal. „Ich glaube, ich habe mich verschluckt.“
„Möchtest du Wasser haben?“, bot Ronja mir fürsorglich an.
„Nein danke, geht schon“, winkte ich ab und hoffte, dass Sim nicht noch mal husten würde.
Na super, die Schule hatte noch nicht mal angefangen und Sim hatte mich schon in Verlegenheit gebracht. Das konnte ja heiter werden.
„Lasst uns reingehen. Es klingelt gleich“, bemerkte Tom und damit hatte er Recht. Es war kurz vor neun. Also gingen wir auf das Gebäude zu und ich stellte mich auf einen anstrengenden Schualltag vor. Diesmal meine ich nicht nur den normalen sondern auch auf einen mit Sim. Ich hatte ja keine Ahnung, wie anstrengend es wirklich wurde. Sonst hätte ich das Gebäude vermutlich nie betreten.

Fortsetzung folgt …

Dieser Teil ist jetzt vorbei, aber weitere Abenteuer mit Sim folgen natürlich. Was sagt ihr zu diesem Teil der Geschichte?

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2 Gedanken zu “Die kleine Spielzeugfigur (Teil 2)

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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