So, dann kommt jetzt erst mal mein Beitrag zum Lauschangriff. Da ich mir meist nicht merken kann, was ich lausche nehme ich ein Beispiel von Tante Tex für meine Geschichte.

„Ich wünschte, ich hätte Flügel.“

Wie wäre es wohl fliegen zu können? Einfach weit weg fliegen. Oder in Bücher reinfliegen. Das wäre sicherlich auch nicht das verkehrteste. Reinfliegen und wieder rausfliegen. Weit weg von meinem jetztigen Leben. Dabei war mein Leben ja gar nicht so schlecht, aber wer wünschte sich nicht Flügel zu haben? Oder in den Fernseher reinfliegen zu meinen Serienfreunden. Das wäre auch schön. Was würdet ihr mit Flügeln machen? Ich als Buchbloggerin stelle mir folgendes vor.

Ich sitze an einem Sommermorgen auf der Wiese hinter dem Haus und lese. Ich lese eine spannende, wunderschöne und tragische Liebesgeshichte. Es geht um einen Engel, der sich in jemanden verliebt, den er nicht lieben darf. Ich lese und lese und merke gar nicht wie ich von der Wiese abhebe. Ich bekomme wunderschöne weiße Flügel und schwebe plötzlich mitten in das Buch rein in dem er (Julian) seiner Traumfrau (Nori) einen Kuss gibt. Plötzlich bin ich an Noris Stelle und er küsst mich. Was? Was geht denn hier ab? Träume ich oder wieso bin ich jetzt im Buch und küsse einen Buchcharakter? Mal ehrlich, dass kann doch nicht sein.
Julian merkte, dass ich mich versteifte und rückte von mir ab. Musternd betrachtete er mich. Dass ich mich verändert hatte, hatte er wohl nicht bemerkt.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte er unsicher. „Hab ich was falsch gemacht?“
„Nein, ganz und gar nicht“, versicherte ich ihm schnell. Ich kannte ihn gut genug und wusste wie unsicher er sich wegen Nori war. Beim Lesen hatte ich es so süß gefunden, dass er über seinen Schatten gesprungen war und jetzt stand ich plötzlich vor ihm.
Jetzt legte sich ein Lächeln auf sein Gesicht und er seufzte erleichtert. „Okay, dann ist ja gut. Du guckst nur etwas seltsam.“
„Ich freu mich nur so. Ich mag dich schon sehr lange.“ Wie gut, dass ich wusste, dass das stimmte. Nori mochte Julian wirklich schon sehr lange.
Er lächelte erfreut und glücklich und streichelte sanft meine weißen Flügel, was mein Herz höher schlagen ließ. Ich grinste nur.
„Na, dann! Zeig mal, was du drauf hast“, grinste er plötzlich und das ließ ihn noch schöner wirken. Er war viel schöner als ich ihn mir vorgestellt hatte. „Lass uns zusammen fliegen. Es ist dein erstes Mal, oder?“
Moment, was? Das passte aber gar nicht zur Handlung. Benommen nickte ich nur.
„Keine Sorge. Dir passiert schon nichts. Ich passe auf dich auf“, versprach er mir und nahm meine Hand. „Lass es uns zusammen tun.“
Er nahm meine Hand und wir hoben fast autmomatisch ab. Wir flogen durch die Lüfte und es war toll. Meine Flügel bewgten sich sanft im Wind und ich trieb im Himmel voran. Es war einfach ein traumhaftes Gefühl. Fliegen war einfach toll. So hatte ich es mir immer vorgestellt. Ich grinste übers ganze Gesicht.
Wir flogen eine ganze Weile einfach so durch den Himmel bis Julian uns wieder nach unten auf den Boden führte.
„Du bist ja ein Naturtalent“, freute er sich und war stolz, dass ich überhaupt keine Probleme hatte fliegen zu lernen.
„Fliegen ist toll“ strahlte ich und Julian umarmte mich stürmisch.
„Habe ich dir doch gleich gesagt. Du hattest immer nur viel zu viel Angst davor.“
Ich nickte nur immer noch zu benommen.“
„Du hast keine Ahnung, was hier los ist, oder?“, fragte er mich und seine goldenen Flügel wippten in der Sonne auf und ab.
„Was meinst du damit?“, wunderte ich mich.
„Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich Julian bin, oder?“, wollte er fast amüsiert wissen.
„Natürlich, wer denn sonst?“ Jetzt verstand ich gar nichts mehr.
„Du weißt es wirklich nicht, oder?“, fragte er nun ernster. Er sah mich noch genauer an. „Hat dir deine Mutter nie was gesagt?“
„Was gesagt?“ Irgendwie wurde ich immer verwirrter.
„Wir sind Buchwandler. Ich bin genauso ein Mensch wie du. Mein Name ist Janson. Ich gehöre genauso wenig in dieses Buch wie du und doch bin ich hier.“
„Ich verstehe gar nichts mehr“, gab ich zu.
„Es ist so. Die Gabe der Buchwandler wird von Generation zu Generation weiter vererbt. Deine Mutter muss eine sein sowie mein Vater einer ist. Mein Vater hat mir schon als Kind davon erzählt. Es ist nur dieser einer Roman in den wir springen können. Manche Buchwandler bekommen das Buch nie in die Hände, aber dich hat es gefunden. Die Geschichte verändert sich beim jeden Lesen. Wenn sie dich also interessiert solltest du es noch heute auslesen. Wenn du das nächste mal reinblätterst ist es eine ganz andere Geschichte. Jedenfalls bist du auserwählt ein Buchwandler zu sein. So wie ich. Hast du einen Namen?“
„Mein Name ist Amelie“, stellte ich mich vor. „Du meinst das wirklich ernst, was du hier sagst, oder? Aber ich glaube, du irrst dich. Meine Mutter ist keine Buchwandlerin. Sie hat nicht mehr gelesen seit sie ein junges Mädchen war.“
„Manche Buchwandler erleben so traumatische Ereignisse, dass sie nie mehr in ein reisen wollen. Oder sie bleiben für immer da, weil sie das Leben einfach besser finden“, erklärte Janson mir. „Vielleicht gehört deine Mutter zu den Personen. Möglicherweise hat sie dir dann gar nicht erst von deiner Gabe erzählt. Wo hast du das Buch denn her?“
„Ich hab es bei meiner Mutter gefunden“, bestätigte ich, was er sowieso schon vermutet hatte.
„Siehst du. Sag ich doch. Du bist eine Buchwandlerin, Amelie.“
Langsam aber sicher bemerkte ich, dass ich anfing ihm zu glauben. Vielleicht wollte ich ihm auch einfach glauben.
„Kommst du auch aus Deutschland?“, fragte ich ihn nun.
„Nein, das wäre ein bisschen zu einfach, oder?“ Er wirkte fast ein wenig traurig. „Hier können wir uns einfach immer verstehen. Egal, welche Sprache wir sprechen. „Ich komme aus Norwegen.“
„Hm …“, machte ich nur.
„Darf ich dich auch was fragen?“, erkundigte er sich bei mir.
„Klar“, nickte ich.
„Woran hast du gedacht, bevor du hierher gekommen bist?“, wollte er wissen.
„Ich hab mir gewünscht, Flügel zu haben“, sagte ich.
„Das hab ich mir auch gewünscht. Vielleicht können wir uns ja auf einen Tag und eine Uhrzeit sowie auf einen Wunsch einigen, damit wir uns beim nächsten mal wieder sehen können“, schlug er vor.
Ich stimmte ihm zu. Die Idee fand ich gut. Also einigten wir uns auf einen Wunsch und dann küsste er mich. Heiß und innig. Vielleicht ging das alles etwas schnell, aber hey, wir waren immerhin in einem Buch, oder? Hier war alles möglich. Und ich genoss diesen Kuss vermutlich viel zu sehr.
Doch dann merkte ich wie ich wegruschte und durch die Seiten purzelte und plötzlich landete ich wieder auf der Wiese mit meinem Buch in der Hand. Janson war weg, aber ich würde ihn wieder sehen. Hoffentlich. Jetzt las ich aber erst mal die Geschichte von Julian und Nori weiter denn ich wollte schließlich wissen wie es ausing.
Das Ende war sehr rührend und Julian kam natürlich mit seiner Nori zusammen. Ich schlug das Buch zu. Es wurde schon abend. Zeit ins Haus zu gehen. Ich freute mich schon sehr darauf Janson wieder zu sehen. Beim nächsten Mal …

Ende

Hach, das war ja mal ein richtiges Zitat für mich. Was sagt ihr dazu?

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