Schreibkick 1: Kuriöses aus dem Freibad

Eine neue Schreibaktion habe ich durch Tarlucy entdeckt. Natürlich kriegt ihr zum angegebenen Thema eine Geschichte von mir zu lesen.

Kuriose Geschichten aus dem Freibad

Wasserelfen

Heute war ein schöner Tag im Juli. Hochsommer hieß mittlerweile ja auch nicht mehr unbedingt Hochsommer, aber heute war es wirklich schön. Und wir hatten Somerferien. Würden wir am Meer wohnen wären Sophie und ich ja lieber ans Meer gegangen, aber so musste das Freibad ausreichen.
Natürlich waren nicht nur Sophie und ich auf die Idee gekommen sondern auch viele aus einer Schule. Wir setzten uns in eine große Gruppe mit Handtücher zusammen auf die Wiese und hatten viel Spass. Die Jungs spielten Volleyball und manchmal spielten wir auch mit.
Sophie und ich gingen natürlich auch ins Wasser, aber heute war das Becken voll. Wir spielten trotzdem mit den Jungs Wasserball. Die anderen Mädchen hatten keine Lust.
Als wir so im Wasser spielten näherte sich mir Phil ziemlich oft. Er war einer der coolsten Jungs und ausserdem mein bester Freund. Wir hatten uns schon immer sehr nah gestanden. Ich genoss seine Nähe jedes Mal. Die anderen fanden es nicht seltsam, weil sie das von uns gewohnt waren, aber heute war es irgendwie anders. Phil war anders. Ich hatte keine Ahnung wieso, und das machte mir Angst.
„Alles in Ordnung mit dir?“, fragte ich ihn schließlich als wir uns am Beckenrand setzten um auszuruhen.
„Ja, klar. Wieso fragst du?“, wollte er wissen, doch seine Aufmerksamkeit schien wo ganz anders zu sein.
„Du bist so anders heute“, gestand ich ihm.
„Ich dachte, ich hätte eben was im Wasser gesehen, aber das war bestimmt nur eine Reflektion.“ Kopfschüttelnd winkte er seine Aussage ab.
„Was meinst du mit gesehen?“, hakte ich trotzdem nach. Wenn er sagte, er hätte etwas gesehen, dann hatte er das auch getan.
„Eine Refelktion eben.“ Er zuckte mit den Achseln. Ich seufzte. Aus ihm war nichts mehr rauszuholen. Um das zu wissen kannte ich ihn gut genug.
Wir hatten weiterhin einen schönen Tag, aber Phils Äußerung ließ mich nicht los. Abends schleppte ich Phil ins Freibad zurück. Es war ein kleines Freiband und Nachts offen. Der Mond und die Sterne schienen am Himmel und wir hatten eine Taschenlampe dabei. Phil hielt überhaupt nichts von meiner Idee.
„Das ist doch Schwachsinn. Was sollte denn passieren?“, beschwerte er sich, doch ich ließ mich nicht beirren. Also setzten wir uns neben das Becken und ließen die Taschenlampe aus. Da Phil bei mir war, fühlte ich mich sicher, obwohl das Freibad etwas ausserhalb der Stadt lag.
Wir warteten eine Stunde lang fast schweigend und Phil wurde immer unruhiger.
„Das bringt doch nichts“, fand er irgendwann wieder. „Ehrlich Marly, lass uns nach Hause gehen.“
Doch gerade jetzt tat sich tatsächlich was. Das Wasser fing an zu leuchten.
„Was ist das?“, flüsterte Phil, doch ich schüttelte nur fassungslos mit dem Kopf. Denn langsam kam das Leuchten an die Wasseroberfläche und wurde immer größer. Und dann erschienen auf dem Wasser zwei kleine Wesen, die nicht von dieser Welt zu seinen schienen. Wir beobachteten wie sie im Kreis nach oben flogen und dann doch wieder vom Wasser angezogen wurden. Sie breiteten sich aus und wurden erst zu Blumen, die sich bunt ausfächerten und dann zu menschenähnlichen Wesen, die doch nicht ganz menschlich wirkten. Was war das?
Plötzlich entdeckten sie uns und erschraken.
„Oh nein!“, entfuhr es einer weiblichen Stimme in unserer Sprache.
„Habt keine Angst. Wir wollen euch nichts tun. Wir sind nur neugierig“, versuchte ich das kleine Wesen zu beruhigen. „Wer seid ihr?“
„Nicht, Susie. Wir dürfen ihnen nicht trauen“, warnte eine männliche Stimme sie.
„Aber Cam, sie tun doch nichts“, wehrte sich Susie. „Sie sitzen doch nur da.“
„Wir sind nur neugierig“, versicherte ich ihnen erneut. „Ich bin Marly. Das ist die Abkürzung von Marleen. Und das ist mein bester Freund Phil. Er heißt wirklich so.“
„Ihr seht seltsam aus. Aus dem Wasser wirkt ihr verschwommener“, stellte die weibliche Susie fest und musterte uns aus großen Augen.
Ich lachte nur. „Wir sind Menschen. Wir sind eben so groß. Wer seid ihr?“
Susie sah Cam abwartend an, der seufzte und sich seinem Schicksal ergab.
„Wir sind Elfen aus dem Feenreich ganz weit weg von hier. Ab und zu, wenn wir in der Nähe sind, kommen wir her und beobachten euch Menschen, aber wir haben noch nie mit welchen gesprochen. Wir werden von eurem Wasser angezogen“, erklärte er uns.
„Wow, das klingt faszinierend“, fand ich. „Ihr seid faszinierend.“
„Ihr seid fiel faszinierender“, hielt Susie dagegen.
Phil und Cam verdrehten nur die Augen und grinsten sich an.
„Was tut ihr so in eurem Feenreich?“, fragte ich nun neugierig.
„Wir gehen natürlich in die Feenschule“, erklärte Susie als wäre das das selbstverständlichste der Welt.
„Aber ihr seid doch Elfen. Leben Elfen und Feen denn nicht getrennt?“, wunderte ich mich.
„Wir leben natürlich zusammen und gehen zusammen zur Schule. Aber die Feen stehen höher als wir Elfen. Sie haben mehr Kräfte“, erklärte mir Cam, als hätte ich etwas sehr dummes gefragt.
„Das klingt anders als es die Legenden sagen“, fand ich.
„Was sagen denn die Legenden?“, wollte Cam misstrauisch wissen.
„Das Elfen sehr stark sind“, erzählte ich.
„Ach, die haben doch keine Ahnung“, winkte Cam ab. „Wir Elfen sind schön, aber das war auch schon alles.“
„Du klingst nicht gerade begeistert von dir selbst“, stellte Phil nun fest.
„Ach, wir sind schon in Ordnung. Nur ein bisschen dumm vielleicht“, räumte er schließlich ein. „Zumindest laut den Feen.“
„Cam!“, rief Susie empört aus. „Das kannst du doch so nicht sagen.“
„Wieso? Es stimmt doch“, beharrte Cam unnachgibig.
„Ihr geht also zur Schule“, versuchte ich die beiden abzulenken. „Und sonst so? Sieht es in eurer Welt genauso aus wie hier?“
„Bestimmt nicht. Es ist dort viel magischer“, erklärte uns Cam stolz.
„Es ist einfach himmlisch“, stimmte Susie ihm zu.
„Ungefähr so“, sagte Cam und machte schnelle Bewegungen, die den ganzen Himmel strahlen ließen. „Viel bunter eben.“
„Das hört sich toll an. Ich würde es so gerne mal sehen“, schwärmte ich.
„Vielleicht irgendwann mal“, winkte Cam meine Bitte ab.
„Hoffentlich“, nickte ich eifrig.
„Wir müssen jetzt auch gehen“, verabschiedete sich Cam plötzlich „Zu Hause warten sie bestimmt schon auf uns.“
„Jetzt schon?“, fragte Susie enttäuscht.
„Wir kommen wieder“, versprach Cam nicht sehr überzeugend. „Gute Nacht und auf Wiedersehen.“
Wir verabschiedeten uns von den beiden und dann waren sie auch schon wieder im leuchtenden Wasser verschwunden. Phil und ich gingen Hand in Hand nach Hause und hatten keine Ahnung, dass wir gerade wirklich gute Freunde gefunden hatten und viele Abenteuer mit ihnen erleben sollten. Alles fing in diesem Freibad an, aber enden sollte es noch lange nicht.

Ende

So, das war die erste Geschichte zu dieser Aktion. Sind Elfen

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18 Gedanken zu “Schreibkick 1: Kuriöses aus dem Freibad

  1. Huhu Corly,

    danke für die schöne Geschichte 🙂 Magie passt halt einfach überall hin, warum also nicht auch in einen Pool. Gut zu wissen, dass Elfen auf diese Weise zu uns geraten.

    Lg,
    Sabi

    Gefällt 1 Person

    • Huhu,

      ja, ich liebe schreiben und ich liebe Magie. Schön, dass es dir gefällt.

      Eigentlich ist keine Fortseztung geplant, aber vielleicht kann ich alte Kurzgeschichten mal wieder aufnehmen, wenn laufende Schreibprojekte abgeschlossen sind.

      LG Corly

      Gefällt 1 Person

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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