Story-Samstag 16: Muttertags-Geschenk

An dem Thema zum Story-Samstag diesmal hatte ich auch wieder zu knacken, da es nicht so mein Thema war, aber dann fiel mir doch noch was ein.

Muttertags-Geschenk

Ich bin Cait, sieben Jahre alt. In der Schule haben wir gerade das Projekt Muttertag. Jeder soll seiner Mutter eine Karte basteln und sich ein Geschenk ausdenken. Die Jungs murren alle, auch manche Mädchen. Ich bin eifrig dabei.
Ich bastele ein Herz. Nicht in rot sondern in weiß. Ich will schließlich noch darauf malen. Aber erst mal schneide ich das Herz aus Pappe aus. Ich gebe mir richtig viel Mühe. Schließlich soll es ja ein Geschenk sein. Als ich fertig bin nehme ich meine Buntschift. Rot für die Rose, weiß für Margeritten, lila für Veilchen und weiß für Sonnenblumen. In jede Ecke kommt eine Blume. Sorgfältig gemalt. Versteht sich. Immerhin bin ich schon sieben. In die Mitte male ich meine Mama und ich schreibe darauf: Liebe Mama. Alles gute zum Muttertag.
Ich bin mit der Karte fertig. Aber was soll ich meiner Mutter schenken? Ich überlege und überlege, aber mir fällt einfach nichts ein. Gut, dass Mama noch arbeiten muss. Ich gehe zu meinem Papa und frage ihn: „Hast du eine Idee, was ich Mama zum Muttertag schenken kann?“
Er reißt erschrocken die Augen auf: „Wie, ist denn schon wieder Muttertag?“
Ich rollte genervt mit den Augen: „Papa! Du hast doch nicht etwa den Muttertag vergessen, oder?“
„Das ist doch nicht schlimm. Es ist doch erst Sonntag Muttertag“, winkte Papa ab. „Wir gehen einfach morgen los und besorgen was.“
„Aber Mama soll doch was besonderes bekommen“, fand ich.
„Wir finden schon was“, versprach er mir.

Am nächsten Mittag gingen wir zusammen los durch die Geschäfte. Auf einmal kam mir eine Idee und ich hüpfte aufgeregt auf und ab.
„Was ist denn los, mein Schatz?“, fragte Papa mich.
„Ich hab eine Idee. Eine spitzen Idee“, rufe ich frei heraus.
„Okay, schieß los!“, forderte er mich auf.
„Du schenkst ihr ein Buch. Und zwar ein Buch, dass du ihr eigentlich nicht kaufen würdest. Vielleicht Fantasy. Sie liebt da doch diese Liebesgeschichten“, schlug ich vor.
Er sah mich nur entgeistert an.
„Ach, komm schon. Es ist doch Muttertag“, lockte ich ihn.
„Und was schenkst du ihr?“, fragte er mich.
„Ich schreibe ihr eine Geschichte“, erklärte ich. Das war mir gerade eingefallen.
„Das ist aber eine tolle Idee“ freute sich mein Papa und wir gingen in die Buchhandlung in unseren Ort.
Mein Papa war wirklich toll. Er ist zielstrebig in die Fantasyabteilung gegangen und hat sich beraten lassen. Schließlich hat er sich für eine Dystopie entschieden (was auch immer das ist) von einer Autorin namens Kiera Cass und erklärt das sei für ihn. Die Verkäuferin hat ihn angesehen, als würde er sie veräppeln. Aber er blieb völlig ernst udn ließ sie in den Glauben. Dann hat er mir auch noch ein Buch mitgenommen. Arielle. Ich liebe Arielle.

Muttertag beginnen wir mit einem ganz normalen Frühstück. Wir tun so als hätten wir den Muttertag total vergessen. Meine Mama guckt komisch, sagt aber nichts. Ich helfe ihr beim Abräumen und dann machen wir einen Ausflug in den Zoo. Ich liebe den Zoo. Ich liebe die Tiere dort. Der Zoo wir ein voller Erfolg. Mama liebt besonders die Erdmännchen, Papa die Elefanten und ich die Pinguine. Ich find die so ulkig.
Abends picknicken wir an einem See und als es dunkel wird zündet Papa Fackeln an. Es ist so richtig schön mit den Fackeln. Mama sagt immer noch nichts wegen dem Muttertag. Papa und ich werfen uns einen Blick zu. Es ist einfach schön.
Als ich schon fast müde werde packen wir alles zusammen und fahren nach Hause. Mama zieht sich zurück ins Wohnzimmer. Ich glaube sie ist enttäuscht, weil wir nicht an Muttertag geglaubt haben. Wir grinsen uns an und holen die Sachen für den Muttertag hevor. Papa geht vor ohne Geschenke und setzt sich neben Mama aufs Sofa. Ich bleibe in der Tür stehen und grinse vor mich hin.
„Oh, mein Gott. Wir haben den Muttertag vergessen“, rief Papa plötzlich auf als wäre es das größte Drama der Welt.
„Ach, das ist nicht so schlimm. Das passiert schon mal“, winkte Mama ab als würde es ihr nichts ausmachen.
„Cait, kommst du mal“, rief Papa nach mir. „Wir haben den Muttertag vergessen. Wir müssen deiner Mutter wenigstens noch gratulieren.“
„Ach komm, Nick. Jetzt mach nicht so ein Drama raus“, fuhr Mama ihn an.
„Cait, wo bleibst du denn?“, rief Papa unbeirrt.
Ich musste mir fast das Lachen verkneifen, schlenderte aber in aller Ruhe ins Wohnzimmer mit unseren Geschenken. Ich reichte Papa seins und sah Mama strahlend an.
„Wir haben es natürlich nicht vergessen“, erklärte ich grinsend. „Er hätte es fast vergessen.“ Ich deutete auf Papa. „Aber das habe ich nicht zugelassen.“
„Alles liebe zum Muttertag!“, riefen wir beide gleichzeitig und überhäuften sie mit unseren Umarmungen und Geschenken. Als wir uns von unserer Sammelumarmung befreiten überreichte ich ihr zuerst meine Karte.
Mama hatte Tränen in den Augen und lächelte die ganze Zeit. „Die ist wunderschön, mein Schatz. Vielen Dank.“
Dann kam Papas Geschenk und ich erzählte ihr die Geschichte wie Papa das Buch kaufte. Sie lachte nur. „Ach, seid ihr süß.“
Und dann reichte ich ihr die Geschichte und sagte ihr: „Da wirst du nachlesen können wie wir zu unseren Geschenkideen gekommen sind.“
„Danke. Tausend Dank euch. Das war der schönste Muttertag, den ich je hatte“, strahlte sie.
„Und jetzt bleibst du schön hier sitzen wären ich Cait ins Bett bringe“, wies Papa sie an und sie nickte nur.
Das war ja mal ein voller Erfolg. Papa und ich waren sehr zufrieden und ich ließ mich von ihm ohne Meckern ins Bett bringen. Er las mir noch aus dem neuen Arielle-Buch vor und dann machte er das Licht aus und ich schlief ein. Was für ein schöner Tag!

Ende

Eigentlich mache ich mir ja nichts aus Tagen wie Muttertag (mal abgesehen davon, dass ich selbst keine Mutter bin, aber die Idee passte gerade so gut.)

Wie fandet ihr die Geschichte?

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7 Gedanken zu “Story-Samstag 16: Muttertags-Geschenk

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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