Petra Hülsmann – Hummeln im Herzen

Eines Samstagsmorgens Anfang Juli saß ich mit Ben, Juli und Michel am Frühstückstisch und studierte in der Zeitung den Stellenmarkt. „Die suchen Leute auf einer Bohrinsel in der Nordsee. Meint ihr, das wäre was für mich? Ich glaube, da verdient man ganz gut.“
„Klar, unsere kleine Lena unter hundert tätowierten, besoffenen Exknackis, da würdest du dich bestimmt wohl fühlen“, erwiderte Michel.
„Du solltest ein bisschen vorsichtiger sein mit deinen Vorurteilen“, sagte ich strafend. „Du weißt doch gar nicht, was für Leute auf Bohrinseln arbeiten. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mit denen gut klar käme.“
„Ja, du mit ihnen schon“, sagte Ben, während er sein Brötchen zentimeterdickt mit Nutella bestrich. „Aber sie mit dir nicht. Du würdest sie nämlich so lange vollquatschen und versuchen, ihnen Manieren beizubringen, bis sich einer nach dem anderen aus lauter Verzweiflung in die Nordsee stürzt.“

Story: 3 –

Lena und Ben kennen sich seit ihrer Kindheit, aber läuft da auch was zwischen ihnen. Immerhin ist Lena doch mit Simon verlobt und Ben hat eine Freundin nach der nächsten.

Charaktere: 3

Lena:  3

Am Anfang wurde ich nur nicht warm mit ihr. Dann wurde sie auch noch furchtbar nervig und anstrengend. Ich konnte sie irgendwann gar nicht mehr ernst nehmen. Die machte so unverständliche Sachen, dass ich oft nur lauter Fragezeichen sah. Vor allem verdrängte sie alles was schief ging und hatte überhaupt kein Rückrat. Sie tat alles um anderen zu gefallen und sagte ständig Dinge, die sie gar nicht so meinte, nur weil andere die Meinung hatten. Damit konnte ich überhaupt nichts anfangen. Und selbst wenn sie merkte was sie machte, änderte sie nichts. Die war nichts für mich.

Ben: 1

Den mochte ich eigentlich noch ganz gern und teilweise war er auch ziemlich lustig, dann aber auch ziemlich dreist. Und leider änderte sich auch bei ihm nicht wirklich was. Auch wenn ich ihm seine Gefühle schon eher abkaufte als Lena. Nur dadurch, dass Lena einfach nicht wahrhaben wollte, dass er gar nicht so ein schlechter Kerl war, hatte man eigentlich auch kaum was von seinem wirklichen Charakter sondern sah immer nur die Fassade. Das fand ich schade. Und das hörte bis zum Ende nicht auf.

Jan: 2

Jan war mir auch nicht wirklich sympatisch. Am Anfang mochte ich ihn recht gern, aber je mehr man hinter seiner Fassade blickte desto merkwürdiger wirkte er. Ich konnte ihm auch gar nicht so ganz seine Gefühle für Lena abkaufen. Meistens ging es ihm nur darum ihre Schwester, die Lektorin kennen zu lernen. Deswegen verstand ich auch nicht wieso sie sich danach immer noch trafen. Der war in seiner ganzen Art einfach seltsam und mir nicht geheuer.

Franziska: 3 –

Die hätte ich nun wirklich nicht gebraucht. Was für eine dreiste Ziege. Dass Ben sich das alles von ihr gefallen ließ hab ich im Leben nicht verstanden. Was wollte er überhaupt jemals von ihr. Schreckliche Frau. Eigentlich war sie auch nur Mittel zum Zweck.

Juli: 1 –

Am Anfang mochte ich sie noch recht gern, aber ich hab einfach nicht verstanden was ihr Problem war. Auch nicht als es erklärt wurde. Das fand ich einfach nur lächerlich. Andere würden alles dafür tun festzuhalten was sie hatte und sie schmeißt es einfach weg. Ihre Gefühle für Michel konnte ich später auch nicht wirklich ernst nehmen. Ich fand sie einfach nur noch egoistisch.

Michel: 1 –

Ich mochte ihn teilweise recht gern, fand ihn aber auch einfach zu blass. Außerdem sagte er manchmal Sachen zu Lena, die ich einfach nur daneben fand. Schade, er hätte viel Potential gehabt.

Otto: 1 +

Den mochte ich noch ganz gern. Ihm konnte ich seine Sturheit zumindest mehr abkaufen als Lena. Das fand ich schon verständlicher. Und er hatte seinen ganz eigenen Charme.

Katja: 1

mochte ich ganz gern, kam aber wenig vor. Aber wenigstens setzte sie sich für Lena ein.

Simon: 3 –

Den fand ich megamies. Wie kann man nur so fies sein und seine Zukünftige eine Woche vor der Hochzeit sitzen lassen, wo er doch vorher schon genau wusste, dass nichts daraus wird? Das ging einfach überhaupt nicht. Gott sei Dank kam er später kaum noch vor.

Bens Vater und Stiefmutter: 1

Die mochte ich eigentlich ganz gern. Besonders seinen Vater. Ich konnte Ben verstehen, aber fand seine Ansicht über sie auch sehr traurig.

Lenas Eltern: 2 –

Die waren mir nicht wirklich sympatisch. Besonders ihr Vater nicht. Furchtbar wie er seine anderen Kinder hoch in den Himmel lobte und Lena total runter machte.

Knut: 1 +

Den mochte ich ja von Anfang an wieder sehr gern. Ich bin mir nicht sicher ob ich mit dem Taxi fahren würde, aber im Buch ist er witzig und kommt gut rüber.

Sabine und Rüdiger: 1

Ich mochte sie ganz gern, auch wenn ich das mit Sabine und Ben nicht ganz verstanden hab. Das war etwas unnötig.

Pärchen/Liebesgeschichte: 2 –

Ich konnte Lena ihre Gefühle leider nicht wirklich abkaufen. Sie verhielt sich überhaupt nicht so als wäre sie in Ben verliebt. Im Gegenteil. Es wurde immer mal angedeutet, dass sie total unsicher war, aber Ben gegenüber verhielt sie sich meist daneben und wunderte sich darüber, dass er ihr dann nicht seine Gefühle gestand, wenn sie von vornherein so tat als wäre da gar nichts. Nein, sowas mag ich nicht. Wenn dann will ich richtige Gefühle sehen.

Am schlimmsten war dann die Zusammenführung am Ende. Das fand ich dann doch ziemlich daneben.

Auch Juli habe ich einfach nicht verstanden. Statt abzuhauen hätte sie erst mal mit Michel reden können. Ich fand sie da einfach nur egoistisch und mies.

Mit Lena und Simon als Paar konnte ich gar nichts anfangen. Simon fand ich einfach nur mies.

Mit Lena und Jan konnte ich noch viel weniger anfangen. Er passte überhaupt nicht zu ihr, aber sie wollte das mit aller Gewalt.

Und mit Franziska und Ben konnte ich auch überhaupt nichts anfangen. Franziska benahm sich einfach nur daneben.

Besondere Ideen: 1

Das war für mich der altmodische Buchladen, den Lena aufpäppelte. Der war wirklich toll. Den Rest fand ich alles nicht so besonders an dieser Geschichte. Und dass sie dieses mit Schmetterlinge verband durch Hamburg und den Taxifahrer Knut.

Rührungsfaktor: 2

Der war am Anfang kurzzeitig da, ebbte aber nach spätestens 200 Seiten ganz ab und ab da fand ich vieles einfach nur noch nervig, weil vieles auch einfach zu übertrieben lustig wirkte und ich nicht wirklich ernst nehmen konnte.

Parralelen: 2

Kann ich natürlich zu „Wenn Schmetterlinge Loopins fliegen“, stellen und das fand ich um Längen besser und echter. Die Charaktere waren auch keine Dauerverdränger. Aber es gab schon auch Gemeinsamkeiten zu Schmetterlinge. Das Thema Fußball wurde auch hier angeschnitten und die ganz eigene Art der Autorin zeigte sich hier auch wieder zumindest zum Anfang hin. Und Alkohol und Karriere machen war auch wieder ein Thema.

Störfaktor: 2 –

Leider zu viel für meinen Geschmack.

Einmal war es zu vorhersehbar. Ich habe oft wirklich schon voraussehen können was passiert und wurde leider auch nicht wirklich überrascht. Deswegen verstand ich auch nicht, dass die Charaktere es so gar nicht verstanden haben.

Für mich war es zu übertrieben witzig. Schmetterlinge fand ich wirklich witzig und gut. Hier wirkte alles so falsch und übertrieben. Das war mir einfach zu viel des Guten.

Lena fand ich irgendwann nur noch furchtbar. Anders kann ich das nicht sagen. Mit ihrem Charakter kam ich leider überhaupt nicht klar. Das war für mich der größte Störfaktor. Vor allem weil ich die meisten anderen Charaktere auch nicht so besonders mochte. Und weil sich die Charaktere einfach überhaupt nicht veränderten.

Ab etwa 200 Seiten hab ich mich mehr gequält als alles andere. Ich hatte irgendwann eigenltich mal eine Veränderung erwartet, aber die kam leider nicht. Und als ich manchmal dachte: Jetzt hat sie es. kam wieder der nächste Rückschlag oder die nächste unmögliche Situation von Lena. Das Ende war dann noch mal richtig schlimm und für mich noch mal ein Grund noch mal einen Punkt abzuziehen.

Vieles war mir auch einfach zu unendlich naiv und dumm und einfach zu vorhersehbar.

Auflösung: 3 –

Die war noch mal richtig übel. Nur Rumgezickerei. Das konnte ich leider nicht so wirklich ernst nehmen und hat mich auch nicht mehr wirklich interessiert. Ich war nur noch genervt.

Fazit: 2 –

Im Gegensatz zu Schmetterlinge fehlte mir hier das Niveau im Buch. Es wirkte mir zu übertrieben witzig, sodass ich es überhaupt nicht zum Lachen fand sondern eher abwertend. Das war schade. Mir fehlte einfach die Echtheit von Schmetterlinge.  Die Charkatere wirkten zwanghaft witzig und gerade Lena fand ich furchtbar naiv und ihr ganzes Verhalten war ein einziges Chaos. Außerdem ging mir hier entschieden zu viel schief. Vieles davon konnte ich einfach nicht ernst nehmen. Das fand ich sehr schade. Aber da merke ich für mich wie sehr sich das Niveau von diesem zu Schmetterlinge gesteigert hat und hoffe, dass ich dennoch Gefallen an anderen Büchern von ihr finden kann.

Bewertung: 3/5 Punkte

Mein Rat an euch:

Wenn ihr andere Bücher der Autorin kennt erwartet nicht zu viel von diesem Roman. Ihr werdet vielleicht enttäuscht. Aber es könnte natürlich auch sein, dass ihr den Humor hier besser versteht als ich. Aber erwartet lieber nervigen Humor als witzigen.

Leseempfehlung: 2/5 Punkte

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4 Gedanken zu “Petra Hülsmann – Hummeln im Herzen

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