Die kleine Spielzeugfigur Teil 9

Auch mit der Spielzeugfigur möchte ich mich mal wieder beschäftigen. Ich habe das alles viel zu lange schleifen lassen.

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Was bisher geschah:

Dennis hatte Sim in der Schule in seinem Schrank gelassen, was Sim furchtbare Angst gemacht hatte. Vorher erzählte Lex was über Spielzeugfigurenvideospiele. Jetzt stand der Musikunterricht kurz bevor.

Die kleine Spielzeugfigur Teil 9

Sim hockte wohlbehalten in meiner Tasche. Ich war froh, dass es ihm gut ging. Ich hatte immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich ihn im Schrank vergessen hatte. Das würde mir nie wieder passieren. Nicht nach seiner panischen Reaktion. Nie wieder.
Ich betrat den Musikraum mit einem mulmigen Gefühl. Ronja und ich sollten zusammen arbeiten. Sie saß schon an unserem Tisch und warf mir ein Lächeln zu als ich reinkam.
„Hey!“, begrüßte ich sie als ich mich zu ihr setzte.
„Hey, wo wollen wir anfangen?“, grüßte sie mich zurück.
„Gute Frage. Was meinst du?“ Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung.
Wir setzten uns an das Klavier und drückten auf ein paar Tasten. Wie auf Kommando summte Sim dazu. Ronja nickte und grinste. Mittlerweile war der ganze Klassenraum von Musik erfüllt, da auch andere Klassenkameraden mit dem Projekt begonnen hatten.
„Wir könnten die Musik noch etwas verändern, findest du nicht?“, schlug ROnja vor und spielte ein paar Tasten in einer anderen Reihenfolge.
Ich nickte begeistert. „Klingt super.“
„Summ mal dazu“, forderte sie mich auf.
Sim summte im perfekten Takt dazu und Ronjas Lächeln wurde breiter. Ich korrigierte Noten und war schon sehr zufrieden mit unseren Fortschritten. Wir arbeiteten eine Weile konzentriert weiter. Der Song, den wir spielten klang immer melodischer. Ich war begeistert. Auch Ronja wirkte zufrieden und das gefiel mir.

Nach der Stune hatten wir Schulschluss. Ronja und ich verließen zusammen den Klassenraum. Ich war nervös. Ich wollte Zeit mit ihr verbringen, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte. Ich hatte keine Erfahrung mit Mädchen. In meiner Tasche raschelte es als wollte Sim mich anstupsen. Ich zuckte zusammen. Hoffentlich hatte Ronja das nicht bemerkt.
„Also, das lief doch gut, oder?“, fragte Ronja schließlich.
„Ja, unsere Meldodie hört sich super an“, stimmte ich ihr zu.
„Wir sind zwar noch nicht fertig, aber es war schon mal  nicht schlecht.“ Sie grinste wieder.
Schließlich nahm ich all meinen Mut zusammen. „Hast du heute schon was vor?“
Sie blieb stehen und musterte mich interessiert. „Wieso?“
„Ich dachte wir könnten vielleicht einen Kaffe zusammen trinken gehen oder einen Kakao oder einen Tee.“ Ich biss mir auf die Lippen, weil ich mir so dämlich vorkam. Ich glaubte aus meiner Tasche ein leises Rascheln zu hören.
Zu meiner Überraschung antwortete sie: „Sehr gern. Eine heiße Schokolade wäre schön.“
Ich konnte mein Glück kaum fassen. Sie wollte wirklich? Gemeinsam gingen wir zum Strand. Dort gab es ein kleines gemütliches Cafe. Wir konnten draußen sitzen. Wir redeten unterwegs nicht viel, aber es war trotzdem nicht unangenehm.
Gleich nachdem wir uns gesetzt hatten kam eine Kellnerin und fragte uns nach unseren Getränkewünschen. Wir bestellten und die Kellnerin verschwand wieder. Dann waren wir mehr oder weniger allein.
Es war schönstes Sommerwetter. Es war warm, die Sonne schien und die Möwen kreischten. Der Himmel strahlte in einem kräftigen blau über uns. Es war perfekt.
Aber worüber sollten wir uns jetzt unterhalten? Ich war kein großer Fan von Small-Talk. Zum Glück übernahm den Part. „Also, erzähl mal von dieser Spielzeugfigur?“
Völlig überrumpelt sah ich sie an: „Was?“
„Dein ruckelnder Schrank. Das war doch bestimmt diese Spielzeugfigur, oder?“, fragte sie.
„Woher weißt du von meinem Schrank?“, fragte ich verdutzt.
„Du kannst es mir ruhig sagen“, ermutigte sie mich. „Ich weiß von der Spielzeugfigur.“
„Woher?“, fragte ich völlig versteinert. Oh Mist, jetzt hatte ich mich verraten.
„Ist das wichtig?“, wollte sie wissen. Sie klang nur neugierig.
„Ja klar“, antwortete ich irritiert.
„Ich habe ihn einmal gesehen als du dich unbeobachtet fühltest. Du hast mit ihm geredet“, erzählte sie.
Ich schluckte hart.
„Es ist okay“, versicherte sie mir. „Diese Spielzeugfigur ist etwas besonderes. Das habe ich gleich gemerkt.“
Ich starrte sie nur an und sie fragte mich: „Darf ich sie sehen?“
Es fiel mir schwer mich aus meiner Starre zu lösen. Aber jetzt hatte ich auch nicht mehr viel zu verlieren. Ich holte Sim vorsichtig aus der Tasche und zeigte ihn Ronja. Er blieb starr, weil wir in der Öffentlichkeit waren.
„Faszinierend“, fand sie und stupste Sim an, woraufhin er natürlich zusammen zucken musste. Ich schnappte ihn mir und steckte ihn zurück in meine Tasche. Ich wollte nicht, dass er wie ein Objekt behandelt wurde.
„Wo hast du ihn her?“, fragte Ronja weiterhin neugierig.
Also erzählte ich ihr wie Sim auf meiner Fensterbank landete und was wir bisher zusammen erlebt hatten. Ich redete sehr lange und Ronja lachte viel. Ich hatte das Gefühl, dass es ganz gut lief.

Fortsetzung folgt …

So und ein weiterer Teil meiner Spielzeugfigur ist auch geschrieben. Endlich komme ich mal ein Stück voran. Wie findet ihr es?

5 Gedanken zu „Die kleine Spielzeugfigur Teil 9

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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