Schreibklick Januar: Jahresuhr: Die ewige Wiese

Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich die Januargeschichte für Schreibklick noch gar nicht hatte. Also hab ich das am 30. mal noch geschrieben und am 31. abgeschrieben.

Die ewige Wiese:

Am Silvesterabend saß ich mit meiner Familie am Frühstück. Meine Eltern Louise und Tim, meine Schwester Lana und ich. Ich hieß übrigens Marie und gehörte zu unserer verrückten Truppe. Wir waren noch nie ganz normal gewesen.
„Hach, das Jahr ist schon wieder so schnell umgegangen“, stöhnte Lana.
„Und kein vernünftiger Sommer“, stimmte mein Vater mit ein. „Ich vermisse den Sommer.“
„Du warst für zwei Wochen auf Malle“, erinnerte meine Mutter ihn. „Das war doch Sommer pur.“
„Aber ich meinte den Sommer hier“, bemerkte mein Vater. „Ich will auf meinem Liegestuhl vor meinem Haus in meiner Sonne liegen.“ Er seufzte tief.
„Ach, du hast eine eigene Sonne?“, fragte meine Mutter ihn. Er quittierte das nur mit einem Augenrollen.
Wir schwiegen alle und schauten auf die Uhr an der Wohnzimmerwand über dem Sofa. Es war keine normale Uhr.  Sie zeigte nicht die Uhrzeit sondern die Tage im Jahr. Sozusagen eine Jahresuhr. Sie war eine besondere Uhr. Eine magische Uhr. Und natürlich stand sie heute auf den letzten Tag des Jahres.
„Morgen geht alles wieder von vorne los“, sagte mein Vater.
„Ach, Tim!“ Meine Mutter lächelte. „So schlimm ist das doch gar nicht. Das Jahr wird auch wieder schnell rumgehen.“
„So kann man es auch sehen.“ Jetzt verdrehte Lana die Augen. Dann wandte sie sich an mich. „Komm Marie, lassen wir die alten Herrschaften mal alleine.“ Sie stand auf und ich tat es ihr nach.
„Wo wollt ihr hin?“, fragte meine Mutter.
„Zu Dominik“, antwortete Lana. „Er hat bestimmt wieder jede Menge Böller gekauft. Mal sehen was er dieses Jahr ausgesucht hat.“
„Viel Spass!“, wünschten uns unsere Eltern.
Dominik war Lanas ziemlich blonder ziemlich gutaussehender Freund. Blonde Haare, Skaterboy. Aber er war nett. Vielleicht war ja auch sein Kumpel Louis da. Der war nämlich echt süß.
Aber wir sollten Dominik nie erreichen. Wäre ja auch zu langweilig gewesen für unsere Verhältnisse. Auf den Weg zu Dominik hörten wir einen Silvesterböller ganz in der Nähe. Er musste auf unsere Jahresuhr Einfluss genommen haben, denn plötzlich waren wir nicht mehr auf der Straße sondern auf einer grünen Wiese.
„Oh nein! Das darf doch nicht wahr sein. Jedes Jahr das selbe Dilemma! Immer verpassen wir Silvester. Irgendwann schmeiße ich diese blöde Jahresuhr aus dem Fenster. Wo sind wir diesmal?“, meckerte Lana drauf los.
„Keine Ahnung. Frag mich mal was leichteres. Ich sah mich um, aber ausser der Wiese war da nichts. Das war so eine Sache mit der Jahresuhr. Sie brachte uns dazu zwischen Zeit und Raum zu springen. Sie hatte offenbar was gegen Silvester. Jedes mal sprangen wir zu Silvester. Diese Wiese gehörte definitiv nicht in unsere Welt.
„Das letzte mal waren es Vampire. Weißt du noch? Vampire! Die waren so richtig gruselig“, wütete sie weiter.
Wir standen auf. „Na komm, wir sollten uns umsehen.“ Ich hatte gelernt gar nicht auf ihre Wutanfälle zu reagieren.
„Was ist das für eine Wiese?“, fragte Lana nun skeptisch.
„Keine Ahnung. Woher soll ich das wissen?“
Je weiter wir liefen desto mehr Wiese breitete sich vor uns auf. Es hörte einfach nicht auf. Doch zumindest kam jetzt ein Haus in Sicht. Na wenigstens etwas.
„Na komm!“, trieb ich sie an.
Lanas Schritte wurden immer schneller und das Haus kam immer näher. Die Hütte wirkte irgendwie fehl am Platz. Alsgehöre es nicht hierhin. Schließlich klopften wir an die Tür.  Es dauerte ein wenig, aber dann öffnete uns ein großer, dunkelhaariger Mann mit einem weißen Hemd und einer schwarzen Jeans.
Als er uns entdeckte strahlte er uns freundlich an. „Oh, die nächsen Gäste. Wie schön. Seid willkommen.“
„Äh, wo sind wir hier überhaupt?“, fragte Lana nur.
„Das hier ist mein zu Hause und ich wohne auf der ewigen Wiese. Ich hatte schon lange keine Gäste mehr.“
„Du wohnst alleine hier?“, fragte ich überrascht.
„Ja“, nickte er. Ich mag die Einsamkeit. Die Wiese ist viel interessanter als es den Anschein hat. Man muss nur das richtige Auge haben. Besonders die Tiere sind hier sehr freundlich.“
Wir folgten dem Mann ins Haus. Es wirkte überraschend einladend. Hell, freundlich und gemütlich.
„Nun, meine lieben Silvesterspringer. Jetzt seid ihr bei mir gelandet. Ich habe schon von euch gehört“, erzählte er uns. Wir setzten uns in die Sessel und er bot uns Gläser mit einer rosa Flüssigkeit an.
„Silvesterspringer?“, fragte Lana während ich fragte: „Was haben Sie gehört?“
„Ihr springt nur an Silvester, wenn es böllert und könnt es nicht kontrollieren“, antwortete er.
„Stimmt“, gab ich zu.
„Nun, ich könnte euch beibringen es zu kontrollieren, aber ihr müsstet eine Weile hierblbeiben um die magische Wiese besser zu verstehen“, bot er uns an.
Lana und ich sahen uns skeptisch an, aber er merkte unseren Blick.
„Oh, keine Sorge. Eure Eltern werden nichts davon bemerken“, versicherte er uns.
„Woher haben Sie das Wissen um uns das beizubringen?“, wollte ich wissen.
„Ich war selbst ein Springer, aber ich habe aufgehört. Es gefällt mir hier.“
„Also, es könnte ja nicht schaden“, überlegte Lana zögernd.
„Wir können es ja ausprobieren“, lenkte nun auch ich ein.
„Sehr schön. Dann werden wir viel Zeit miteinander verbringen. Ich bin Doon. Noch mal willkommen.“
Wir stellten uns ebenfalls vor und blieben eine Weile bei ihm um das Springen zu lernen. Wir lernten viel und das meiste half uns sehr, aber Silvester hatten wir trotzdem verpasst. Vielleicht im nächsten Jahr.

Ende

Juhu, gerade noch geschafft. Die Geschichte für Januar. Was sagt ihr dazu?

Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr!

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14 Gedanken zu “Schreibklick Januar: Jahresuhr: Die ewige Wiese

    • bitte gern. Schön, dass sie euch gefällt. Ach, das ist ja praktisch. Vielleicht schreibe ich dann wirklich noch eine Fortseztung, wenn ihr das alles so sehr wollt.

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Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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