Das 2. Wort: Unendlichkeit: Eine besondere Reise

So endlich sollte auch mal das 2. Wort kommen. Ich bin einfach noch nicht dazu gekommen es abzuschreiben. Geschrieben habe ich das Ganze am 16.02.18

Eine besondere Reise

Ich saß im Unterricht. Wir schrieben das Jahr 2201. Es gab jetzt Unterrichtsfächer für Gehirnpflege, Genetik oder das biologische Abbausystem. Die Welt hatte sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Das würde sie immer tun bis zur Unendlichkeit. Egal ob es die Menschheit dann noch gab oder nicht. Wir Menschen waren nur Besucher dieser Welt. Ohne wirkliche Lebensdauer. Die Welt aber wird immer weiter existieren. Vielleicht gab es sogar irgendwann eine neue Menschheit.
Gehirnpflege. Ein durchaus interessantes Fach. Es lernte uns die Reise in unser eigenes Gehirn. Unser Bewusstsein speicherte so viele Dinge, dass es unmöglich war sich an alles zu erinnern. Die Gehirnreise ermöglichte es uns zu unseren Erinnerungen zu reisen.
Die erste Phase der Gehirnreise entsprach der Meditation oder auch Entspannung genannt. Unser Körper musste unglaublich entspannt sein um den sensibelsten Teil des Gehirns erreichen zu können. Diese Phase hatte ich nun erreicht.
Ich sah Bilder vor mir herlaufen. Ich mit Lik an der Strandbar, ich mit Lik spazieren gehend. Lik wie er mir seine Liebe gestand. Ich wusste noch genau welche Worte er dafür benutzte: „Maddie!“, hatte er gesagt. „Ich liebe dich und ich will dich.“ Ganz schlicht und einfach ohne große Worte. Ein einfaches Ich liebe dich und ich war überglücklich gewesen. So einfach war das.
Weitere solcher Bilder folgten diesen. Immer wieder Lik. Ich vermisste ihn. Es tat weh ihn so zu sehen. Ich suchte nach Hinweisen zu seinem Aufenthaltsort. Und plötzlich wusste ich es. Einfach so. Mein Unterbewusstsein hatte es mir gezeigt, doch war er so unglaublich weit entfernt von mir. Diese Sitzung hatte gar nicht so lange gedauert. Ich wurde wieder wach und hatte Tränen in den Augen.
Sofort kam Daisey zu mir. Meine beste Freundin. Sie fragte aufgeregt: „Hast du etwas herausgefunden?“
„Ja“, hauchte ich. „Er ist in der Vergangenheit im Jahr 2018.“
„Was?“, rief Daisey aus. „Wie ist er denn da hingekommen?“
„Ich habe keine Ahnung“, antwortete ich.
Auf Lik lag ein Fluch. Jedes Jahr reiste er am 5.11. in ein anderes Jahrhundert. Meine Aufgabe war es ihn wieder zu finden und zurück zu holen. Jetzt hatten wir schon den 20.12.
„Und wie kommen wir dort hin?“, fragte Daisey verwirrt.
Bisher waren wir immer in die Zukunft gerwechselt. Mit der Vergangenheit kannten wir uns nicht so aus.
„Wir hüpfen durch die Geschichten. Hauptsächlich durch die von dieser Corly“, klärte ich sie auf.
„Aber die lebte doch vor über 200 Jahren“, bemerkte Daisey. „Die erreichen wir nie.“
„2018 war sie Mitte 30“, stellte ich klar. „Wir machen eben einen sehr langen Zeitsprung.“
„Das klappt nie!“, prophezeite mir Daisey trotzdem. Die ewige Pessimistin. Insgeheim gab ich ihr Recht, aber was hatten wir denn für eine Wahl?
Also sprangen wir zunächst zurück ins Jahr 2064 und dann in einige von Corlys Geschichten. Wir sahen Landschaften, Schlösser, Ruinen, Fabelwesen und vieles mehr an uns vorbeiziehen bis wir im Jahr 2018 gelandet waren. Auch ich war jetzt Mitte 30. Noch war Februar. Corly hatte im April Geburtstag. Genau wie ich.
2018 sah seltsam aus. Keine fliegenden Autos am Himmel, keine Memos, die dich ständig anrempelten, keine Drohnen, die überall rumflogen. Außerdem war diese Welt dichter bebaut als unsere.
„Spürst du ihn?“, fragte Daisey mich.
Ich nickte. „Er ist in der Nähe.“ Tatsächlich brauchten wir ihn gar nicht zu suchen. Er hatte sich getarnt und war ein alter Freund von Corly.  Nennen wir ihn einfach mal Mr. R.
„Lik!“, sprach ich ihn an. „Endlich haben wir dich gefunden. Komm wieder mit heim.“ Er starrte in das Schaufenster eines Buchladens und sah sich die Ausgaben an. Kaum hatte er meine Stimme gehört, drehte er sich um und schenkte mir ein einnehmendes Lächeln.
„Maddie! Bist du mir wieder in die Unendlichkeit des Universums gefolgt um mich zu finden?“
„Das tue ich doch immer“, sagte ich nur. Er nickte.
„Diese Welt ist sonderbar“, teilte er mir dann mit. „Keine fliegenden Autos, keine Memos, keine Drohnen.“
„Ich weiß. Das habe ich auch schon festgestellt.“
„Sonderbar, aber faszinierend“, führte er seine Überlegungen weiter.
„Mag sein“, stimmte ich ihm zu. „Also kommst du mit nach Hause?“
„Ich würde mich gerne noch etwas umsehen“, meinte er.
„Du weißt, dass das nicht geht.“ Ich griff nach seiner Hand und kaum berührte er mich schienen wir uns durchs Universum zu drehen. Wir flogen zu dritt zurück. Ich landete im Klassenzimmer und jetzt lag Lik im einzigen Bett im Raum. Er lag an Schläuchen und Apparaten, die ihm halfen am Leben zu bleiben. Eigentlich waren wir auch in gar keinem Klassenzimmer sondern in einem Krankenhaus. Lik lag seit gut fünf Jahren im Koma, aber mein Unterbewusstsein fand die Vorstellung eines Klassenzimmers besser. Jedes Jahr am 05.11. bekamen wir von unserem Unterbewusstsein einen einzigen Tag zusammen. Manchmal auch nur ein paar Minuten und das war echt keine Dauerlösung. Mir war klar, dass Lik nicht wieder aufwachen würde. Ich musste ernsthaft darüber nachdenken ob die Geräte abgestellt werden sollten. Doch noch konnte ich den Gedanken nicht ertragen. Lik hatte einen Unfall gehabt und seitdem war er mir genommen worden. Das tat verdammt weh. Ich musste mich von ihm lösen.
Ein Jahr noch, sagte ich mir. Ein weiteres Jahr. Ich wollte ihn noch einmal wiedersehen. Einen richtigen Abschied. Dann würde ich ihn loslassen. In meinem Herzen würde er in Ewigkeit sein.

Ende

Diese Geschichte ist etwas anders als die anderen. Sie ist mit ein paar persönlichen Dingen verbunden. Ein Misch aus Realität und Fantasy. Ich bin selbst überrascht wie sich das verselbstständigt hat. Ich wollte vor allem was mit Bewusstsein und Unterbewusstsein haben.

Was sagt ihr dazu?

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7 Gedanken zu “Das 2. Wort: Unendlichkeit: Eine besondere Reise

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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