Writing Friday 9: Trauriger Kürbis

Und nach dem  Vampir letzte Woche habe ich mich jetzt für den Kürbis entschieden. Ich bin wieder mit dabei beim Writing Friday. Ob ich die anderen beiden Geschichten auch noch schreibe weiß ich aber nicht.

Der traurige Kürbis

Es war einmal ein Kürbis. Ja, ja. Ich weiß, alle Märchen beginnen mit es war einmal, aber dieses hier ist wirklich wahr. Also hört gut zu.
Es war einmal ein Kürbis. Ach ja, das kennen wir ja nun schon. Jedenfalls lebte der auf einen Bauernhof, der Arme Kerl.
Es war einmal ein Kürbis. Oh, man, das hatten wir nun aber wirklich schon. Wie man sieht war der arme Kürbis auch ziemlich vergesslich.
Es war einmal ein Kürbis. Der musste immer alles wiederholen, damit er sich erinnerte. Deswegen war der Anfang immer gleich.
Es war einmal ein Kürbis. Jetzt aber wirklich. Also der fühlte sich auf diesem Bauernhof nicht sehr wohl, weil er da ganz allein war.

Kein anderer Kürbis leistete ihm auf dem Feld Gesellschaft und seine Besitzer waren ziemlich griesgrämig. Der Kürbis war allein und beschloss deswegen abzuhauen. Er kullerte über das Feld und es war schön sich endlich zu bewegen. Er war so steif gewesen. Das Kullern machte Spass und er fühlte sich glücklich. Als er das Feld hinter sich gelassen hatte, kullerte er seines Weges und sah auf seinem Weg grüne Wiesen, Felder und Bäume. Er fühlte sich frei und wurde immer schneller. Allerdings wurde es irgendwann belebter und der Kürbis musste langsamer werden oder Pausen machen, um nicht aufzufallen. Aber er schaffte es in die Stadt. Und er freute mich riesig, denn es musste Halloween sein. Der Kürbis liebte Halloween. Das war seine Zeit. Halloween war für Kürbisse gemacht. Davon war er überzeugt. Lieber stand er als Dekoration in einem gemütlichen Haus als geschlachtet zu werden. Und hier waren auch seine anderen Kürbisfreunde abgeblieben. Welch eine Freude. Erlächelte und winkte als einzig rollender Kürbis durch die Stadt. Die anderen Kürbisse sahen ihm neidisch nach. Der Kürbis aber überlegte wie er in eine Haus zur Dekoration kommen konnte. Oder konnte er gar die anderen Kürbisse befreien? Das war ja mal Idee, aber wie sollte der Kürbis das machen? Da hörte der Kürbis eine Stimme.
„Mama, der Kürbis da hat ja Augen“, sagte ein kleines Mädchen und zeigte auf ihn. Vor Schreck blieb der Kürbis ganz ruhig stehen und musterte das Mädchen. Es war eine typische 6-jährige mit Engelslöckchen.
„Stimmt, das sieht ulkig aus, oder?“, fragte die Mutter sie grinsend.
Ulkig? Also wirklich? Was waren das für Menschen? Der Kürbis sah doch nicht ulkig aus.
„Können wir ihn mitnehmen und zur Dekoration verwenden?“, fragte das kleine Mädchen.
„Natürlich mein Schatz“, erlaubte es ihr ihre Mutter.
Ja, ja. ja, Unbedingt!, jubelte der Kürbis hocherfreut.
Allerdings tat die Mutter dann etwas, was dem Kürbis überhaupt nicht gefiel. Sie steckte ihn in ihren Beutel. Ihhhh! Hier stank es nach Paprika. Außerdem war es hier so dunkel. Er wollte doch was sehen. Verzweifelt versuchte er nach oben zu kommen, wo noch etwas Licht war. Er liebte Licht.
„Das kannst du vergessen. Das habe ich auch schon versucht“, belehrte die Paprika ihn. „Reinste Zeitverschwendung.“
Pah! Paprikas waren so dumm. Das würde er sicher schaffen, aber was dann? Er wollte doch mit und in dem Haus Dekoration sein. Hinterherkullern konnte er  nicht. Also blieb er wo er war. Es hatte ja doch keinen Zweck. Ermusste bleiben, wo er war.
Also ruckelte er und schuckelte herum und es war mehr als unbequem. Doch irgendwann hörte er die Geräusche eines Schlüssels und eine Haustür wurde geöffnet. Noch mal Geruckel und Geschuckel und dann wurde er abgestellt. Und dann wurde er endlich aus der Dunkelheit befreit. Leider mit der Paprika zusammen. Wir wurden auf die Arbeitsfläche gelegt. Die Mutter summte vor sich hin und ließ sie dann allein. Jetzt hieß es warten. Doch das war ganz schön anstrengend, wenn man mit einer Paprika zusammen wartete. Die redete nämlich pausenlos. Die wusste genau was ihr blühte.
„Wenn ich im Tochkopf oder in der Pfanne brate, wird es da ganz schön heiß, oder? Das tut doch bestimmt weh. Das will ich aber nicht, Wie kann ich dem entkommen? Hast du Tipps?“
Der Kürbis blendete das Gelabere einfach aus. Es war ihm zu anstrengend. Er war ja selbst nicht besser dran. Selbst wenn er irgendwo als Deko landete, leiden musste er trotzdem erst. Was würde man wohl mit ihm anstellen? Das wollte er sich lieber gar nicht so genau vorstellen.
Dann kam die Mutter wieder. Und sie kam zur Arbeitsplatte. Plötzlich wurde ich ganz aufgeregt. Was würde sie mit mir machen?
„Was mach ich nur mit dir?“, fragte sie dann auch gleich und betrachtete mich genauer.
„Benutz mich als Deko, benutz mich als Deko, benutz mich als Deko,!!!“, rief der Kürbis innerlich.
Die Mutter betrachtete ihn weiter und er wurde ganz hibbelig. „Augen hast du ja schon, aber es wäre schön, wenn man eine Kerze in dich stellen könnte.“
Au, ja. Dann wäre dem Kürbis immer ganz warm.
„Aber andererseits ist er so schön füllig. Ihn auszeinander zu nehmen wäre zu schade.“
Auch wieder wahr. Vielleicht würde der Kürbis doch nicht leiden müssen.
„Vielleicht stelle ich ihn auf die Fensterbank. Dann kann er immer schön rausgucken.“
Au ja. Das würde dem Kürbis auch gefallen. Dann hätte er immer einen schönen Ausblick, aber dann müsste er vermutlich auch ständig das Gerede von jammernden Gemüse zuhören. Hm … Keine verlockende Vorstellung.
„Vielleicht auch ins Wohnzimmer oder vor die Verandertür“, sinnierte die Mutter weiter.
Aber auf der Verandatür würde es irgendwann kalt werden. Allerdings machte dem Kürbis Kälte ja eigentlich nichts aus.
Doch die Verandertür gewann letzendlich und aus dem traurigen Kürbis wurde ein glücklicher Kürbis. Er erlebte viel, weil die Familie ständig draußen saß oder die Kinder draußen spielten. Es war ein schöner Herbst. Und wenn der Winter nahte würde der Kürbis eben weiter wandern und sich einen warmen Platz suchen. Er würde frei sein und tun, was er wollte. Und er brauchte kein ansntrengendes Gemüse tagein, tagaus beim Jammern zuhören. Gemüse war doch echt lästig. Aber war war wieder in der Natur. Konnte den Bäumen lauschen und sonst die Ruhe genießen. Das hatte er auf dem Feld gemocht. Was konnte das Leben doch schön sein.

Ein anständiges Märchen endete natürlich mit: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch immer.
Aber das im Leben eines Kürbisses echt schwierig, deswegen will ich euch das mal ersparen.
Nur so viel: Der Kürbis bin ich natürlich ich und ja, ich lebe noch. Aber nur, weil der Herbst noch nicht vorüber war. Ich genoss das Leben noch. Das Leben war schön und das hier ist ein gutes Märchen. Deswegen will ich es dabei jetzt mal belassen.

Und zu allem anderen: Denkt es euch selbt.

Schöne Grüße vom Reich der Kürbisträume. Euer treuer Kürbis.

Ende

Und was meint ihr dazu?

10 Gedanken zu „Writing Friday 9: Trauriger Kürbis

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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