Writing Friday: Der etwas andere Adventskalender

Ui, eine Writing Friday Weihnachtsgeschichte für den Adventskalender. Mal sehen was mir da einfällt. Einfach frei heraus.

1. Dezember

Der Dezember war für mich schon immer ein toller Monat. Er war so weihnachtlich geprägt und ich hatte immer einen tollen Adventskalender bis Weihnachten. Heute konnte ich gleich nach dem Aufstehen das erste Türchen öffnen. Ich hatte einen mit kleinen Büchern drin und dahinter stand immer ein Spruch. Heute war das Büchlein mit dem Titel Schneeflockenträume versehen. Das hörte sich schon mal gut an. Dann las ich den Spruch:

Wenn du eine Schneeflocke vor dem Fenster siehst betrachte sie mit anderen Augen.

Okay, auch nicht schlecht. Von Schnee war leider keine Spur. Also blätterte ich durch das Buch. Es zeigte eine Geschichte einer Schneeflocke, die die ganze Zeit fror und sich Wärme wünschte. Wie süß.

Doch plötzlich war ich diese Schneeflocke und flog durch den Raum. Huch, was war denn jetzt los? Wieso war ich eine Schneeflocke? Darauf konnte ich mich nicht konzentrieren. Ich flog orientierungslos durch den Raum. Ich knallte mehrmals gegen die Finster und fand schließlich einen Weg nach draußen. War ich da erst mal angelangt war ich nicht mehr die einzige Schneeflocke. Und schon wurde ich wieder ich selbst und mein Tag war zu Ende. Seltsam.

2. Dezember

Ach, wie schön. Wieder ein neuer Tag. Zeit den Advenstkalender zu öffnen. Was hatte ich eigentlich gestern gemacht? Egal. Jetzt war es Zeit für den Kalender. Also öffnete ich das nächste Türchen. Hier lag wieder ein Buch drin. Welches war es eigentlich gestern gewesen? Wo lag es denn? Ach, nicht wichtig. Dieses Buch trug den Titel Weihnachtsmusical. Okay, na dann. Der Spruch dahinter lautete:

Wer weihnachtliche Musik mag wird nur noch umso lauter singen.

Und schon sang ich den ganzen Tag vor mich hin bis ich müde wurde. Seltsam. Ich sang eigentlich gar nicht gerne. Aber vielleicht erfreute ich mich so an den Schnee da draußen. Müde ließ ich mich ins Bett fallen und schlief ein.

3. Dezember

Ich war etwas erschöpft und wusste gar nicht wieso. Aber ich freute mich auf das nächste Türchen meines Advenskalenders. Ein weiteres Buch empfing mich. Es trug den Titel Adventsflöten. Seltsam. Was waren denn Adventsflöten? Der Spruch dahinter lautete:

Wenn du die Adventsflöten hörst, wirst du in einem Märchen gefangen sein.

Und plötzlich änderte sich die Kulisse und ich befand mich in einem Märchenschloss im 18. Jahrhundert. Ich trug ein wunderschönes blaues Kleid. Weihnachtsmelodie erklang. Es erinnerte mich etwas an Aschenputtel oder Dornröschen und ich war mittendrin. Jemand zog mich auf die Tanzfläche im großen Ballsaal. Tanzte ich etwa mit dem Prinzen? Ich? Das war ja verrückt. Aber ich war voller Glückseeligkeit.

4. + 5. Dezember

Hier öffnete ich meinen Kalender nicht. Ich lag noch im Land der Träume meines Märchenschlosses. Im Land der Träume mit meinem Märchenprinz und Weihnachten.

6. Dezember – 11. Dezember

Nun wachte ich endlich wieder auf. Wo die letzten zwei Tage hin waren wusste ich nicht. Aber es war mir auch egal. Heute war ein neuer Tag. Ein neuer Tag hieß eine neue Adventskalendertür öffnen. Ich war gespannt, was es diesmal für ein Buch war. Ich öffnete also das Tor. Aber diesmal übelebte ich eine Überraschung. Es war kein Buch in dem Tor. Es war ein Spiel. Was sollte das denn? Ich hatte doch Bücher bestellt? Aber ich nahm das Spiel raus. Einen Spruch gab es aber immerhin.

Spiele das Spiel und du gewinnst den Nikolaus.

Okay. Das war ja seltsam. Ich sah mir das Spiel an. Es war eine Art Kartenspiel auf dem Weihnachtsfiguren zu sehen waren. Ein Nikolaus, der Weihnachtsmann, ein Christkind, ein Stern usw. Aber ich wusste nicht, wass ich damit machen sollte. Also fing ich erst mal an zu mischen und dann spielte ich wie von selbst. Ich mischte wie verrückt. Und dann spielte ich wie von selbst. Ich kannte die Regeln nicht, aber am Ende behielt ich alle Nikolauskarten bei mir und dann stand er plötzlich vor mir. Der wahre Nikolaus.
Moment. Der wahre Nikolaus? Oh, man. Was dachte ich da bloß? Dafür war ich viel zu alt. Ich sah den Mann vor mir an.
„Äh, Hallo?“, fragte ich.
„Du hast mich gerufen?“, fragte er.
„Ich habe nur gespielt“, sagte ich.
„Und deswegen hast du mich gerufen“, meinte er.
„Und was jetzt?“, fragte ich.
„Jetzt kommst du mit mir“, forderte er.
„Und wohin?“, fragte ich.
„In die Welt des Adventskalenders.“

Und damit verschwamm meine Welt vor meinen Augen. Ich tauchte ein in den Kalender. Was war das denn jetzt? Aber hier tat sich eine ganz neue Welt auf. Eine richtige Weihnachtswelt. Leute fuhren auf dem Eis Schlittschuh. In jeder Ecke standen geschmückte Weihnachstbäume. Ein Weihnachtsmann hatte ein Kind auf dem Schoß und es gab Glühweinstände. Außerdem auch Stände mit Weihnachtsdekoration. Es sah stark nach einem Weihnachtsmarkt aus. Verwirrt sah ich mich um. Dann sprach ich eine junge Frau an.
„Entchuldigung? Können Sie mir sagen, wo ich hier bin?“
„Ach, das hier ist doch die Weihnachstwelt“, antwortete sie nur. „Genießen Sie es einfach.“
Und dann machte sie einfach weiter. Okay, das war schräg. Mehr als schräg. Und jetzt? Ich ging einfach ein bisschen rum. Schaute hier und schaute da. Ein wenig planlos. Und irgendwann kippte ich um.

12. Dezember

Ich wachte mich Kopfschmerzen auf. Das war kein guter Start in den Tag. Doch dann erinnerte ich mich an meinen Adventskalender. Da wurde meine Laune gleich besser. Ich schnappte ihn und öffnete sofort das Türchen. Ein weiteres Büchlein war darin versteckt. Es trug den Titel: „Die verlorene Weihnachtsfigur.

Der Spruch dahinter lautete:  Zögere nicht eine Weihnachtsfigur zu kaufen. Sonst wird sie dich verfolgen.

Okay, das war auch schräg. Und plötzlich saß eine Weihnachtsfigur auf meinem Knie. Was machte die denn da? Und dann vermehrte sie sich auch noch. Wie jetzt? Was war denn hier los? Und dann hüpften die auch noch. Und dann vermehrten sie sich noch mal.  Was war hier los? Entsetzt stand ich auf. Ich rannte ins andere Zimmer, aber sie kamen hinterher. Sie jagten mich durchs Haus. War das anstrengend. Doch dann blieben sie plötzlich stehen. Sie lachten mich aus. Der blanke Horror.

13. Dezember

Oh, man. Ich wachte total müde auf. Was hatte ich gestern bloß getrieben? Ich war total erschöpft. Aber hey, heute war ein neuer Tag. Ein neuer Tag für meinen Adventskalender. Ich öffnete die nächste Tür. Ein neues Buch kam heraus. Es trug den Titel: Der Weihnachtspulli. Okay, auch nicht schlecht.  Der Spruch dahinter lautetete:

Trage immer einen Weihnachtspulli mit einem Rentier drauf.

Ähm, nein. Lieber nicht. Das war ja mal schräg. Als ich das Buch aufschlug kam mir ein Pulli Garn und Stricknageln entgegen. Sie begannen sich wie von selbst zu bewegen.  Fasziniert sah ich dem ganzen zu. Ich schüttelte mit dem Kopf. Das war doch verrückt. Ich wollte bloß noch schlafen. Also legte ich mich hin.

14. Dezember

War ich froh, das Mitte Dezember war. Irgendwie erschöpfte mich der Dezember dieses Jahr. Keine Ahnug wieso. Na ja. Erst mal sollte ich mich meinem Adventskalender widmen. Also öffnete ich wieder ein Törchen. Doch mir fielen fast die Augen dabei zu.  Ich nahm mich zusammen. Natürlich zeigte sich wieder ein Büchlein. Was auch sonst? Der Adventskranz war heute der Titel. Interessant. Der Spruch dazu lautete:

mit dem Adventskranz kommen die Kerzen: Erst eine, dann zweie, dann drei und dann vier.

Und dann kam eine Kerze durch das Buch. Owei, was war denn jetzt los? Das konnte nicht gut gehen. Und schon taperte sie los. Wirklich. Sie taperte. So richtig. Verrückt. Ich versuchte sie zu fangen. Natürlich funktionierte das nicht. Doch ich wurde nicht müde es weiter zu versuchen. Warum eigentlich? War doch nur eine LED Kerze. Also setzte ich mich aufs Sofa und sah ihr dabei zu wie sie durch die Wohnung huschte. Das war doch gleich viel angenehmer.

15. Dezember

Heute wachte ich auf dem Sofa auf. Moment mal. Wieso denn auf dem Sofa? Oh man. Ich sollte mich dringend daran erinnern, was ich im Dezember so machte. Ach, es war ja mal wieder Zeit für ein neues Türchen. Also schleppte ich mich zu meinem Adventskalender. Dann öffnete ich die nächste Tür. Ein weiteres Buch kam heraus. Ein Weihnachtsmann war darauf abgebildet, aber es war titellos. Ich schlug das Buch auf. Und ich begann zu lesen.  Ach, Moment. Der Spruch. Ich wollte zuerst den Spruch lesen.

Träume lernen fliegen, wenn sie wahr werden.

Na, das klang doch mal gut. Also fing ich nun an zu lesen.  Es war ein kleines Buch und ich las es gleich durch, aber ich war total gefesselt. Ich war mitten drin. Es war mein Traum. Mein Weihnachtstraum.  Ein Engel, der durch den Raum schwebte, die Schneebedeckte Landschaft eines Weihnachtsbaumes, ein gemütliches Weihnachtsfest mit der Familie. All das hatte ich nie gehabt. Aber in dem Buch erlebte ich es. Träume wurden tatsächlich wahr.

16. Dezember

War ich im Dezember überhaupt mal aus dem Haus gekommen? Vielleicht sollte ich probieren ob mir die frische Luft gut tat. Sicher tat sie mir gut. Aber nachdem ich einmal wach wurde zog es mich automatisch zu meinem Adventskalender. Es war wie ein Sog. Ich öffnete ein Törchen. Ein Büchlein kam mir entgegen. Natürlich. Was auch sonst? Ein Stern prankte mir entgegen. Er war wunderschön und leuchtend. Ich war wie gebannt von dem Stern. Der Spruch dahinter lautete:

Ein Licht leuchtet so hell wie der Stern von Betlehem.

Okay, das war interessant. Und dann fing der Stern auf dem Buch richtig an zu leuchten. Es blinkte und blinkte und formte sich zu einem echten Stern. Und der sprang aus dem Buch. Oh, wow. Das war ja abgefahren. Was war denn jetzt los? Der Stern sprang hin und her. Quer durchs Zimmer. Und dann blinkte er auch noch. Oh, man. Was sollte ich jetzt tun. Ich jagte ihm hinterher. War das anstrengend, aber dann sprang er wie von selbst wieder in das Buch und ich folgte ihm.

17. Dezember – 22. Dezember

Ich war in meinem eigenen Weihnachtstraum gelandet. Ich lief durch einen verschneiten Wald in kurzem Top und kurzer Hose und in Barfuß, aber ich fror nicht. Ich freute mich über den Schnee, der auf den Boden herab fiel. Ich hörte leise Engelsmusik und in der Ferne auch die Glocken eines Rentieres. Weihnachtssterne leuchteten durch den Wald. Ich fühlte mich pudelwohl hier und lief und lief. In der Ferne kam jemand auf mich zu. Ich sah ihn nur als Schatten, aber ich wusste wer er war. Mein Seelenpartner, mein Seelenfreund. Meine große Liebe. Mein Weihnachtstraum. Wir sahen uns einige Augenblicke lang in die Augen und dann war er wieder verschwunden und ich schlief in meinem Bett.

23. Dezember

Jeder oder fast Jeder kannte bestimmt die Weihnachtsgeschichte. Tja, ich nicht. Ich hatte mich nie damit beschäftigt. Wirklich. Ich liebte Adventskalender, aber Weihnachten an sich hatte mich nie gereizt. Das war verrückt, oder? Deswegen wunderte es mich nicht, dass mein heutiges Buch von der Weihnachtsgeschichte handelte. Und ich stürzte sofort mitten rein. Ich erlebte hautnah Jesus Geburt im Stall in Bethlehem. Moment Mal. Woher wusste ich denn, dass ich in Bethlehem war? Ich kannte mich doch gar nicht mit der Geschichte aus. Aber ich sah dem fasziniert zu, was im Stall passierte. Plötzlich sprach einer der heiligen drei Könige zu mir.

„Lese die Weihnachtsgeschichte und du wirst glauben.“

Dann war ich wieder zu Hause auf meinem Sofa.

24. Dezember

Ich wachte auf und freute mich. Heute war Weihnachten. Die letzte Tür vom Adventskalender stand bevor. Ich durfte sie endlich öffnen und so tat ich das auch. Plötzlich kamen mir alle 24 Bücher entgegen. Was war das denn. Sie überfielen mich ja praktisch. Und dann fing ich an mich zu erinnern. Ich erinnerte mich an alles, was mit dem Adventskalender passiert war. Von der ersten Schneeflocke an bis hinzu den verrückten Dingen wie die Kerzen, die mich verfolgt hatten bis zu meinem Weihnachtstraum. An einfach alles. Mein Weihnachtstraum. Der Schatten. Jetzt fiel es mir wieder ein. Was für ein verrückter Adventskalender. Und dann las ich den Spruch für heute:

Weihnachten ist eine gute Zeit um glücklich zu werden.

Das war wahr. Und dann klingelte es an der Tür. Verwirrt stand ich auf und öffnete sie. Ein Mann stand vor der Tür mit einem Blumenstrauß in der Hand. Blaue Rosen. Meine Lieblingsblumen. Er sah gut aus in dem blauen Pullover und den feinen Jeans.

„Hallo, ich habe gehört hier wird ein Blumenstrauß benötigt.“ Er schenkte mir ein strahlendes Lächeln. „Und da Heiligabend ist, dachte ich ich könnte ihnen noch einen Spaziergang anbieten.“
„Gerne“, strahlte ich. „Ich hole nur noch meine Jacke.“

Und dann ging ich mit dem Mann meiner Träume durch die Winterweihnachtswelt der Stadt. Ein schöneres Weihnachten hatte ich nie gehabt. Von da an feierte ich jedes Jahr Weihnachten zusammen mit ihm und wir gingen auch jedes Jahr in die Kirche, denn er war durchaus religiös. Mein Leben veränderte sich auf gute Weise, aber einen Adventskalender bekam ich nie wieder und das war mir auch recht so.

Ende

Okay, ich habe nun etwas hierfür gebraucht, da ich nicht immer zum Schreiben kam. Meine Dezembergeschichte für Writing Friday.  Die ist etwas länger geworden, aber dafür gibt es auch nur eine Geschichte. Ich wollte mal was völlig anderes und so viel mir dieser etwas andere Adventskalender ein. Was meint ihr?

Advertisements

9 Gedanken zu “Writing Friday: Der etwas andere Adventskalender

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s