Strandwege Teil 2

Und nun kommt der nächste Teil meiner Strandgeschichte.

 

Strandwege Teil 2

Am nächsten Morgen wachte ich auf und die Sonne strahlte durchs Fenster. Ich blinzelte ein paar mal und war noch nicht richtig wach. Außerdem musste ich erst noch überlegen wo ich war, aber dann fiel es mir ein. Ich war am Meer und das wollte ich unbedingt sehen. Deswegen ging ich ins Bad, nahm eine Dusche und zog mich in Windeseile an. Ich wählte einen schwarzen Pullover und eine Jeans. Selbstverständlich mit Unterhose darunter. Außerdem Jacke und dicken Schal. Eine Mütze trug ich nie. Und zu guter letzt durften natürlich die dicken Stiefel nicht fehlen.
Ich war schon fast zur Tür als Rosie mich entdeckte.
„Ah, Tanja. Wo wollen Sie denn so früh drauf los. Ich bin mir sicher, dass Sie nicht mal gefrühstückt haben.“
„Ich frühstückte unterwegs“, erklärte ich ihr. „Ich wollte unbeindingt zuerst das Meer sehen.“
Sie lachte. „Na dann. Der Deich ist leicht zu finden.“ Dann erklärte sie mir den Weg. „Das Strandcafe kann ich sehr empfehlen. Die machen lecker Frühstück. Allerdings ist es etwas weiter weg.“
„Oh, ich werde es mir merken. Bis später“, versprach ich.
„Bis später.“
Und dann folgte ich Rosalies Anweisung. Ich fand den Deich wirklich sehr schnell. Er war nicht zu übersehen. Teilweise waren sogar Schafe auf dem Deich. Und dann war ich selbst oben drauf. Es war ein herrlicher Ausblick. Es zeigte sich ein wunderschöner Strand und dahinter war das Meer. Traumhaft schön. Eine Weile starrte ich einfach nur darauf.
„Sie stehen ja lange da“, bemerkte eine fremde männliche Stimme hinter mir. „Gibt es da irgendwas zu sehen?“
Ich warf ihm nur einen kurzen Blick zu und schon fand ich das Meer wieder faszinierender.
„Das Meer“, teilte ich ihm mit.
„Das ist richtig. Da ist das Meer“, lachte er. „Aber das ist immer hier. Es läuft Ihnen nicht weg.“
Da hatte er  nicht ganz Unrecht. Also warf ich doch einen genaueren Blick auf ihn. Er war groß und muskulös und seine grünen Augen stachen heraus. Er hatte blonde, kurze Stoppelhaare, trug einen weiten Anorak und fast würde ich für seine Hose den Begriff Matschhose verwenden wie es die Kinder immer trugen. Ich musterte ihn von Kopf bis Fuß und er tat es bei mir ebenso.
„Ah, Sie sind wieder bei mir.“ Er lächelte und kleine Grübchen zeigten sich in seinem Gesicht. „So interessiert können nur Urlauber gucken. Sie sind doch eine Urlauberin, oder?“
Ich nickte. „Ich bin Tanja und ich habe mich gerade unsterblich in das Meer verliebt.“
„Ach so. Na dann. Das Meer ist aber auch viel hübscher als ich.“ Da war wieder dieses Lachen. Ich bin bekam eine Gänsehaut. „Ich bin Janne. Sehr erfreut.“
„Ebenfalls. Sorry, aber gegen das Meer haben Sie keine Chance.“
„Damit kann ich leben. Normalerweise sehe ich präsentabler aus, aber das ist mein Abrbeitsoutfit“, erklärte er.
„Was arbeiten Sie denn?“, fragte ich interessiert.
„Ich bin Biologe und untersuche vor allem die Natur“, erklärte er.
„Ah, ich hätte eher auf Bauer oder so getippt“, gab ich zu.
„Das hätte mein Vater auch am liebsten gehabt, aber das war nicht so mein Ding. Zu gebunden. Als Biologe kann ich freier arbeiten.“
„Da haben Sie sicher die richtige Entscheidung getroffen“, bemerkte ich.
„Ja, auf jeden Fall. Aber ich will Sie nicht aufhalten. Sie wollen bestimmt zu Ihrer neuen Liebe hin. Das ist wichtiger.“ Er grinste.
„Ach was. Wie sie schon sagten. Es läuft nicht weg“, winkte ich ab. Das heißt Sie leben hier?“
„Mein ganzes Leben lang“, bestätigte er. „Fast genauso lange wie der Leuchtturm, der hier steht.“
„Der neue Leuchtturm?“, fragte ich. „Gibts auch einen alten?“
„Ja, und er ist gar nicht schwer zu finden.“ Er erklärte mir den Weg zu beiden Leuchttürmen.
„Die werdei ich mir auf jeden Fall angucken“, erklärte ich ihm.
„Sind auch sehr sehenswert. Und falls Sie Lust haben ehute in der Dorfkneipe ist ein Musikabend. Schauen sie doch mal vorbei“, bot er mir an.
„Sind Sie auch da?“, fragte ich nur.
„Auf jeden Fall. Ich bin immer dabei.“
„Dann werde ich es mir überlegen. Vielen Dank für den Tipp.“
„Gerne und jetzt los. Ab zu ihrem Meer. Wir sehen uns vielleicht heute Abend“, scheute er mich davon.
Er verschwand lachend und ich setzte meinen Weg zu Meer fort, diesmal ohne Zwischenstopp. Je näher ich dem Meer kam desto freier fühlte ich mich und desto mehr ging mir das Herz auf. Die Reise zum Meer war genau das Richtige gewesen. Manchmal musste man auch einfach mal an sich denken. Ich nahm schon genug auf andere Rücksicht. Jetzt würde ich einfach mal meine Beine baumeln lassen oder auch meine Seele. Es war so toll hier.

Fortsetzung folgt …

So wieder einen Teil geschafft. Was meint ihr?

Über Corly
Ich bin Bücherverliebt, Serienverrückt, eine Filmeliebhaberin, eine Geschichtenschreiberin, eine Patentante, eine Schwester, eine Cousine, eine Tochter, eine Tante, Blogschreiberin, Forengängerin, eine Kleindorfbewohnerin, eine Hobbyfotografierin, eine Buchsammlerin und eine Schwägerin in einer Person. :-)

16 Responses to Strandwege Teil 2

  1. Rina says:

    Da ist er ja schon der Traummann….und ein romantischer alter Leuchtturm…Ach und das Meer.

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    • Corly says:

      ja, stimmt. Da ist er schon. Ja, wie gesagt. In dem Buch kamen auch Leuchttürmer vor. So ähnlich halt. Das hat mich interessiert. Und natürlich muss es romantisch sein 🙂

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    • Rina says:

      Natürlich – An so einen Ort muss man Romantik haben. 🙂

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    • Corly says:

      Auf jeden Fall. Das Meer schreit ja gerade dazu. Aber ich finde mit Janne hab ich auch vielleicht einen nicht ganz so gewöhnlichen Charakter geschrieben.

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    • Rina says:

      Das werde ich noch sehen. Ich bin ja erst bei Teil 2 – bin gespannt wie er sich entwickelt.

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    • Corly says:

      okay. Da bin ich gespannt. Leider komme ich gerade gar nicht dazu irgendwelche andere Beiträge zu lesen. Werde von dir noch von den Weihnachtsgeschichten von Writing Friday. Vielleicht ist es morgen besser. Ist da wirklich schon wieder Mittwoch? Wird Zeit, dass ich 9-1-1 nachhole.

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    • Rina says:

      Ich hänge mit dem Lesen der Beiträge auch hinterher….Manchmal schaffe ich es tatsächlich bis Mittwoch auf Stand zu bleiben – aber dann geht es schon wieder bergab…NErvig

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    • Corly says:

      bei mir geht das momentan gar nicht. Manchmal klappt es recht gut, aber jetzt bin ich auch noch erkältet. Also eher in den letzten Tagne nicht so. Ich habe aber die Hoffnung, dass die nächsten paar Tage vielleicht noch ein bisschen was werden, aber es steht ja auch Weihnachten vor der Tür. Mal sehen. Irgendwas ist ja immer.

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    • Rina says:

      Stimmt – irgendwas ist immer. Bis jetzt halte ich mich noch tapfer mit Erkältungen – aber die erste Kollegin war heute schon verschnupft auf der Arbeit – also kann ich mich langsam drauf einstellen. :-(.
      Ich wollte noch soviel schreiben. Schreibkick, Mach was mit…Meine Bloggeschichte beenden….ach…ich komme kaum dazu.

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    • Corly says:

      Ja, das kenn ich. ich wollte auch so viel. Aber wenigstens hab ich am PC was geschafft. Uns hats schon erwischt. Waren heute einkaufen und das war schon recht anstrengend. Die Nase lief ständig. Momentan und wenn ich sitze gehts. Mal sehen …

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    • Rina says:

      Dann auf jeden Fall mal gute Besserung. Ich hasse es wenn sie läuft – aber auch wenn sie verstopft ist….also generell Erkältung halt.

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    • Corly says:

      Ja, ich auch. Bei mir wird vom Schnupfen immer die Nase wund und seit mir ein Gefäß in der Nase verletzt wurde bei einem Herzkatheder habe ich Probleme mit Nasenbluten. Die letzten Tage war es besonders schlimm. Habe jetzt schon einen Behälter mit Wasser auf der Heizung damit die Luftfeuchtigkeit besser wird und es nicht so trocken ist. Echt ätzend. Dann lieber verstopft. Nur kann ich kaum noch was an der Nase machen, damit es sich bessert wegen dem Bluten. War noch nie so extrem wie jetzt. Hoffe es bessert sich mit dem Wasser auf der Heizung. Ab und zu befeuchte ich auch die Nase mit einem Taschentuch oder so. Aber ist meist nur in meinem Zimmer. Sonst nicht.

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    • Rina says:

      Meine Nase ist auch empfindlich. Da ich dann immer Nasentropfen nehme. Die trocknen meine Schleimhäute immer übel aus. Aber ohne werde ich verrückt.

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    • Corly says:

      Meine Nase war früher überhaupt nicht empfindlich. Erst nach der Verletzung. Nasenspray und so vermeide ich nur noch. Dabei habe ich nur Meerwasserspray genommen. Aber das mit dem Vertrocknen kenne ich auch. Deswegen versuche ich ja dann feuchte Taschentücher und so zu verwenden. Oder halt das Wasser. Meine Nase ist sonst immer ziemlich trocken. Ich finde das alles gerade auch ätzend. Ich kann nicht mal mehr vernünftig schnupfen. Ich tupfe die Nase nur noch mit den Taschentüchern ab.

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    • Rina says:

      Oh weh….das ist echt bitter. Meerwasser hilft mir leider nicht – meine Nase ist noch von der Arbeit belastet….durch den Paketstaub. Das belastet ganz schön.

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    • Corly says:

      Ja stimmt. Mir hat es schon geholfen, aber ich kann es nicht mehr machen. Jedenfalls nicht im Winter. Im Sommer hatte ich keine großen Probleme. Da hatte ich es vielleicht immer mal wieder. Ja, das kann ich verstehen. Das ist auch übel mit dem Paketstaub.

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Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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