Strandwege Teil 8

Und hier kommt der nächste Teil von Strandwege.

Strandwege Teil 8

Ich holte nach dem Frühstück meine Jacke und so und die Kamera und dann gings los zum Strand. Es war genau so kalt wie gestern, aber mir war nicht mehr so kalt.
Es hing ein wenig Nebel über dem Meer, aber er machte sich nur ganz leicht über dem Boden bemerkbar. Die ersten Sonnenstrahlen kamen heraus. Vielleicht war der Nebel während des Frühstücks aufgezogen oder über dem Meer war das öfter so.
Ich nahm meine Kamera heraus und wollte Fotos machen. Dazu musste ich meine Handschuhe ausziehen, doch Janne hielt mich zurück.
„Lass mich das machen.“
Er nahm mir die Kamera ab und knipste ein paar Fotos vom Meer und von der Umgebung und auch von uns.
„Danke.“
„Deine Finger wären sonst erforen“, meinte er nur. „Ich trage nie Handschuhe. Ich bin Kälte gewöhnt.“
Und so schlenderten wir am Strand entlang. Auch das Strandcafe kam jetzt in Sicht. Es war aus Holz und wirkte klein und gemütlich. Der Nebel lichtete sich bereits. Ich schlug vor in das Cafe zu gehen, aber Janne lehnte sofort ab.
„Wir haben den Tag gerade erst begonnen und wenn wir in ein Lokal gehen dann in meins.“ Das ließ ich mal so stehen.
„Die Weihnachtsdeko in deinem Lokal ist etwas kitschig, oder?“, fragte ich ihn vorsichtig.
„Der Meinung war ich auch“, stimmte Janne mir zu. „aber leider ist Tim etwas schwul und bestand auf diese Deko. Stella unterstützte ihn. Dabei hatte ich nicht das Geringste zu sagen. Wie immer.“
„Du Armer!“, neckte ich ihn.
„Tja, so ist das. Aber ich will mich nicht beschweren. Es gibt schlimmeres.“
„Wie Flüchtlinge, die ihr ganzes Hab und gut zurücklassen müssen um in eine fremde Heimat zu ziehen mit einer fremden Sprache? Oder wie Menschen, die Naturkatastrophen überleben oder Hunger leiden?“, sinnierte ich.
„Oder wie Frauen, die vor Kälte sterben obwohl sie warm eingepackt sind“, ergänzte er.
„Hey!“ Ich schlug ihn auf den Arm, was er aber vermutlich gar nicht merkte. „Das wirst du mir jetzt ewig vorenthalten, oder?“
„Natürlich.“
Und dann kam der erste Leuchtturm in Sicht. Er war über einen langen Steg zu erreichen und stand in einer Halterung im Wasser. Er war rot –  weiß gestreift, aber viereckig. Aus der Ferne sah er wunderschön aus. Ich liebte Leuchttürme.
„Wow, der ist echt toll. Ich liebe Leuchttürme“, schwärmte ich.
„Na, dann sollten wir ihn uns mal näher ansehen“, fand Janne schmunzelnd.
Je näher wir kamen desto größer und beeindruckender wirkte der Leuchtturm auf mich.
„Wieso sind die Menschen eigentlich so fasziniert von Leuchttürmen?“, fragte Janne mich. „Es sind doch nur Leuchttürme.“
„Sie sind so romantisch“, klärte ich ihn auf.
„Ach, deswegen stehen die Frauen und Tim so drauf“, grinste Janne nun.
„Schwule Tim?“, fragte ich verwirrt.
„Ich schwöre er kreischt jedes mal ohrenbetäubend, wenn er einen Leuchtturm sieht. Also ziemlich oft.“
Ich lachte.
Und dann stand ich direkt neben dem Leuchtturm und sah daran hoch. Er war riesig.
„Kann man da auch drauf?“, fragte ich.
„Wenn du keine Angst hast da oben zu erfrieren schon“, neckte er mich.
Und so gingen wir Stufe für Stufe dem Himmel entgegen. Zwischendurch musste ich immer wieder Pausen machen, weil meine Kondition nicht die beste war. Doch dann waren wir oben angekommen und der Ausblick rundherum war einfach traumhaft schön. Der Nebel war jetzt vollkommen verschwunden und die Sonne glitzerte auf dem Wasser. Janne schoss weiter Fotos. Unter anderem auch von mir, aber auch von uns beiden.
„Muss ich dich jetzt küssen, damit es die Romantik verstärkt?“, fragte mein Begleiter mit einem Lächeln im Gesicht.
„Dein MUSS hat jegliche Romantik zunichte gemacht und hier oben gibts eh schon genug davon“, fand ich.
„Wie, du willst nicht von mir geküsst werden?“, fragte er gespielt schokiert.
„Auf einem Leuchtturm geküsst zu werden hat schon was“, gab ich zu. „Aber dazu muss es der Richtige sein. Dich kenne ich immer noch kaum. Ein One-Night-Kuss zählt nicht.“
„One-Knight-Stand-Kuss? Was soll das denn sein?“, fragte er nur stirnrunzelnd.
„Ich habe es gerade erfunden“, erklärte ich stolz.
„Na ja. Wenn du nicht geküsst werden willst können wir ja gehen. Wir haben noch viel mehr vor heute.“
„Man, jetzt hast du mir aber wirklich jegliche Romantik verdorben. Lass mich doch noch ein wenig die Aussicht genießen. Ich komme so schnell nicht wieder her.“
Und so blieben wir noch ein wenig. Leider kam dann der Wind auf und die Kälte holte mich wieder ein. Deswegen gingen wir die Treppen wieder runter.

Fortsetzung folgt …

Und schon wieder ist ein Teil fertig. Es macht richtig Spass diese Geschichte zu schreiben. Was meint ihr?

5 Gedanken zu „Strandwege Teil 8

  1. Oh – der war bisschen zickig, der Teil. Hihi. Beide aber.
    Auf einem Leuchtturm muss schon klasse sein. Ich war schon auf Kirchen oder Dome, aber noch kein Leuchtturm. Heute würde ich da auch ewig brauchen. Mir reicht schon der dritte Stock bei meinen Eltern. *schnauf*

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    • Ja, kabbeln muss auch mal sein. Ist aber nicht böse gemeint eigentlich. Ich war auch noch nicht auf einem Leuchtturm glaub ich, aber ich habe gehört man kann auf welche drauf gehen. Ja, stimmt. Geht mir auch so. Deswegen find ich bei Türmen praktisch, dass die meisten Fahrstühle haben heutzutage. Die, die höher sind. Wie in Lüneburg zum Beispiel oder in Hamburg oben auf dem Michel. Das ist schon gut. Sonst würd ich das auch nicht machen.

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    • Ich war in München oben, in England im St. Pauls…da gab es leider bei beiden kein Aufzug…ich war schon ganz schön platt….Heute hätte ich richtig Probleme.

      Ne – das war nicht böse, das gehört schon mal zu, dass man sich kabbelt.

      Gefällt 1 Person

    • ja kann ich mir vortellen. Wo es keinen Aufzug gibt bleibe ich lieber unten.

      Puh, ja, ich bin gerade auch platt. Wird Zeit, dass ich off gehe. Glaub abern icht, dass ich noch viel schaffe.

      Genau. Kabbeln muss sein. Solange es gut ausgeht.

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Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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