Strandwege Teil 10

Und schon ist der nächste Teil meiner Meergeschichte dran. Los geht.s

Strandwege Teil 10

Das Essen war lecker. Ich hatte auch nichts anderes erwartet. Immerhin war Janne der Inhaber und hatte mir versichert, dass es so sein würde. Außerdem konnte ich mich ja auch selbst davon überzeugen.
„Du hast nicht gelogen. Es schmeckt bei dir immer vorzüglich“, gab ich zu als wir wieder warm eingepackt waren und nach draußen traten.
Wir gingen in Richtung Strand und Janne lächelte. „Hab ich doch gesagt.“
„Ja, hast du.“ Nun grinste ich auch. Ein bisschen nervös fragte ich. „Also, wo finden wir jetzt dieses Boot?“
„Am Hafen natürlich“, sagte er und rollte mit den Augen. „Also ehrlich. Es kommt mir so vor als wärst du noch nie am Meer gewesen.“
„Doch, war ich“, versicherte ich ihm. „Aber bisher habe ich hier noch keinen Hafen gesehen.“
„Dann wird es aber Zeit, dass sich das ändert“, fand er.
Der Hafen war eher klein, gemütlich und abgelegen, aber ich verliebte mich sofort in ihn. Ohne zu fragen machte Janne Bilder vom Hafen und von mir. Das gefiel mir. Es wirkte so selbstverständlich. Dann hielt er eine junge Frau auf, die gerade mit einer Einkaufstüte um die Ecke kam und fragte sie: „Entschuldigen Sie? Könnten Sie ein Bild von mir und meiner hübschen Begleiterin machen?“
Ich grinste sofort über das Kompliment. Vielleicht konnte er ja doch romantisch sein.
„Natürlich.“ Die Frau klemmte ihre Tüte zwischen die Beine sobald sie richtig stand und auch Janne und ich stellten uns vorm Hafen in Position. Er hatte einen Arm um mich gelgt, die Frau knippste ein paar Fotos und gab Janne dann die Kamera zurück.
„Danke.“ Ich schenkte ihr ein Lächeln.
„Gerne.“
Als sie fort war fragte ich Janne: „Und, wo ist jetzt dein Boot?“
„Schau und staune“, sagte er und führte mich über einen Steg zum Anlegeplatz. Er blieb vor einem mittelgroßen Segelboot stehen, dass er auf den Namen Prinzessin getauft hatte.
„Ernsthaft? Du hast dein Boot Prinzessin genannt?“
„Nicht ich“, wiedersprach er mir. „Das Boot hat früher meiner Oma gehört. Wir konnten ihr den Namen nicht ausreden. Sie sah immerzu Prinzessinennenfilme und Märchenfilme.“
„Sie muss ja eine tolle Großmutter gewesen sein.“
„Nicht für einen Jungen“, wiedersprach er mir. „Ich musste diese Filme immer mit ansehen. Ein Kindheitstrauma. Clara dagegen liebte es.“
Ich lachte. „Du Armer!“
„Du kannst dir gar nicht vorstellen wie oft ich Sissi gesehen habe. Gegen diesen Film bin ich allärgisch. Ich schwöre.“
„Dir ist aber schon klar, dass Sissi eine Kaiserin war, oder?“, fragte ich ihn.
„Nein, gebürtig war sie eine Prinzessin. Durch Heirat ist sie zur Kaiserin geworden. Ich muss es wissen. Ich habe die Filme oft genug gesehen. Aber das wäre meiner Oma sowieso egal gewesen. Sobald jemand adelig war, war er ein Prinz oder eine Prinzessin. Was dazwischen gab es bei ihr nicht.“
„Du redest von ihr in der Vergangenheit“, bemerkte ich vorsichtig.
„Oh, Leonor ist vor zwei Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Auf ihrer Grabinschrift steht: Prinzessin Leonor. Das hätte ihr gefallen“, erzählte er und klang dabei traurig.
„Das tut mir leid, aber das mit Prinzessin Leonor ist nicht dein Ernst, oder?“ Das konnte ich mir so gar nicht vorstellen. War das überhaupt erlaubt?
„Ist schon okay. Sie war alt. Sehr alt. Manche Prinzessinnen sind nie so alt geworden. Lady Di zum Beispiel. Und das mit der Inschrift ist wahr. Ich kann es dir zeigen.“
Ich sah ihn einen Moment lang an. Dann ließ ich es dabei. Ich machte ihn lieber nicht darauf aufmerksam, dass Lady Di eine Herzogin gewesen war. Genau wie Kate heutzutage. Man hatte sie allerdings damals tatsächlich die Prinzessin der Herzen genannt.
Oh, Gott. Ich musste schnellstens von diesem Thema weg.
„Meine Oma liebte Klatsch ohne Ende. Aber eher in Form von Schauspielern und Schauspielerinnen. Sie kann dir genau sagen wer mit wem zusammen ist und wer getrennt ist und so. Da hat sie voll den Durchblick.“
„Aber sie hat ihren Namen nicht von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler, oder?“
„Nicht, dass ich wüsste und wenn dann nur durch Zufall. Sie heißt ganz schlicht und einfach Luise. Aber sie hat meine Mutter nach Romy Schneider genannt. Nur dass sie Romina heißt und nicht Rosemarie, aber auch sie wird Romy genannt.“
„Auch nicht besser“, fand er.
„Ach, es geht eigentlich. Meine Mutter findet den Namen schön.“
„Dann ist dein Name ja fast schon gewöhnlich.“
„Nicht, wenn man bedenkt, dass eine ganze Fernsehserie heißt wie ich.“
„Owei, ich hoffe du hast keinen Bruder, der Ron heißt oder so?“
„Nein, er heißt Mattis. Wie Ronjas Vater aus Ronja Räubertochter. Meine Mutter hatte ernsthaft überlegt mich Ronja zu nennen, aber mein Vater war dagegen. Meine Mutter ist ein riesiger Astrid Lindgren Fan.“
„Na ja. Tanja klingt ja zumindest ähnlich wie Ronja. Vielleicht sollten wir lieber ins Boot steigen bevor noch mehr solcher Geschichten ans Tageslicht kommen. Außerdem zitterst du ein wenig und drinnen können wir uns erstmal aufwärmen“, schlug er kopfschüttelnd vor und da sagte ich bestimmt nicht nein.

Fortsetzung folgt …

So, wieder einen Teil geschafft. Was meint ihr dazu?

Über Corly
Ich bin Bücherverliebt, Serienverrückt, eine Filmeliebhaberin, eine Geschichtenschreiberin, eine Patentante, eine Schwester, eine Cousine, eine Tochter, eine Tante, Blogschreiberin, Forengängerin, eine Kleindorfbewohnerin, eine Hobbyfotografierin, eine Buchsammlerin und eine Schwägerin in einer Person. :-)

8 Responses to Strandwege Teil 10

  1. Rina says:

    Meine Tante kennt auch die gesamte Promi-Geschichten.
    Zum Glück geben manche Eltern doch ihr Veto ab, was Namen angeht.

    LG

    Gefällt 1 Person

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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