Schreibklick Februar: Imaginärer Freund: Roman, der Feenjunge

Imaginäre Freunde. Was sind das eigentlich. Natürlich weiß ich das, aber ich habe doch etwas gegrübelt wegen der Idee, aber dann fiel es mir doch relativ leicht was zu finden. Also hört zu. Ist aber eher kurz geworden.

Roman, der Feenjunge

Ich war schon immer ein Freund der Fantasy. Schon als kleines Kind hatte ich in unserem Garten Feen gesucht. Meine Mutter hatte oft gelacht und es als Typisch Kind aufgetan, aber auch als ich älter wurde war ich nach wie vor fasziniert von der Fantasy. Magie machte alles möglich. Das fand ich so toll.
Und dann lernte ich den Feenjungen kennen. Es war an einem Sonntagmorgen auf einer Lichtung. Ich war öfter auf dieser Lichtung, weil ich sie für pure Magie hielt. Und so schlenderte ich auch an diesem Tag wieder da rüber und zunächst war ich auch noch alleine. Aber dann spürte ich einen Windhauch in meinen Haaren und ein Flüstern in meinem Ohr. Ich konnte es nicht wirklich verstehen, aber für mich hörte es sich wie wunderschöne Musik an. Ich war empfänglich dafür und das merkte er.
Und plötzlich flackerte es und ich sah ihn. Den Feenjungen. Er wirkte genauso verblüfft darüber wie ich. Er war klein und hatte Flügel und passte vielleicht in meine Hand. Aber er war wunderschön.
Irgendwann kam er aus seiner Starre heraus und fragte mich: „Du kannst mich sehen?“
„Ja, wieso? Können das andere nicht?“, fragte ich nur zurück.
„In der Regel nicht. Nur für die, die glauben. Das sind heutzutage aber die Wenigsten“, erklärte er.
„Dann gehöre ich wohl dazu“, bemerkte ich lächelnd.
„Sieht ganz so aus.“
„Wo kommst du her?“, fragte ich dann. „Wohnst du hier auf der Lichtung?“
„Nicht direkt. Ich komme aus einem Paralleluniversum“, erklärte er.
„Parallel… Was?“ Ich kam nicht ganz mit.
„Paralleluniversum“, wiederholte er. „Hier auf der Lichtung ist für dich die Welt aus der du kommst. Aber gleichzeitig ist es die magische Welt. Wir sind nur auf einer anderen Ebene. Menschen können sie nur sehr selten erreichen.“
„Wenn dich andere nicht sehen können muss es seltsam aussehen, wenn ich mit dir rede“, überlegte ich.
„In der Tat. Nenn es sowas wie ein imaginärer Freund“, bestätigte er.
„Oh. Ja, so könnte man es bestimmt sehen. Das gefällt mir. Ich mag imaginäre Freunde.“
„Aber du hast doch bestimmt auch richtige Freunde, oder?“, fragte er mich.
„Na klar. Aber das hier ist was anderes. Das hier gehört nur mir.“
„Ich gehöre dir?“, fragte er dann.
„Na, ja. Zumindest diese Lichtung. Ich teile sie mit keinem anderen. Nur mit dir. Verstehst du?“, versuchte ich zu erklären.
„Ich glaube schon. Das klingt gut. Eine Lichtung nur für uns alleine.“ Das ließ ihn lächeln. „Das könnte mir gefallen.“
„Mir auch.“ Ich lächelte ihn an.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte er dann.
„Grace, und du?“, antwortete ich.
„Roman.“
„Roman? Ernsthaft? So heißen Feen?“, wunderte ich mich.
„Zumindest heiße ich so.“
Und mit dem Tag wurden wir Freunde. Ich traf ihn fast jeden Tag. Den Feenjunge, der so anders war als ich. Aber es machte Spass sich mit ihm zu unterhalten und er gehörte nur mir. Er war witzig. Ich liebte seinen Humor. Ich konnte ihm all meine Sorgen erzählen. Er verstand sie nicht immer, aber er hörte aufmerksam zu und versuchte Lösungen zu finden. Das half mir enorm. Ich erzählte nie jemanden von Roman. Er sollte geheim bleiben. Ich führte mein Leben weiter, aber Roman gehörte von dem Tag an eindeutig dazu. Egal was war er konnte mich immer wieder aufbauen mit seiner ruhigen, lustigen Art. Das wollte ich nicht aufgeben. Ich hatte Angst, dass eines Tages jemand auf die Lichtung kam und Roman auch sehen konnte. Oder das überhaupt jemand auf die Lichtung kam, wenn ich mit ihm sprach. Aber wenn es so käme würden die meisten vermutlich wirklich denken ich spräche mit einem imaginären Freund oder mit mir selbst. Dabei war es Roman. Und würde es auch immer sein.

Ende

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7 Gedanken zu “Schreibklick Februar: Imaginärer Freund: Roman, der Feenjunge

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