Writing Friday: Das Haus im Moor

Und jetzt versuche ich mich mal wieder mehr am Writing Friday zu beteiligen. Hier ist meine Geschichte:

Beschreibe so genau wie möglich ein altes verlassenes Haus, dass sich in einer Moorlandschaft befindet. Versuche dabei folgende Wörter mit in deinen Text einzubauen: Kaffeebohnen, rubinrot, Familiengeheimnis und versunken.

Das alte Haus im Moor

Ich ging spazieren. Das tat ich öfter. Mittlerweile wagte ich mich auch auf weitere Strecken. Ich wollte Stellen besuchen, die ich sonst nicht so sah. Ich eirnnerte mich an das alte Haus bei der Moorlandschaft. Ich hatte Lust dorthin zu gehen. Der Weg war etwas weiter und wirte wie am Ende der Welt, aber das machte mir inzwischen nichts mehr. Das Wetter war schön und ich ließ mir viel Zeit. Ich genoss diesen Spaziergang sehr. Beim spazieren gehen war ich oft in meine eigenen Gedanken versunken.
Dann kam das alte verlassene Haus vor mein Auge. Es wirkte irgendwie geheimnisvoll. Vielleicht war das kein Wunder. Es war wirklich alt. Ein bisschen morsch sah es schon aus. Sonst war es recht schlicht. Es hatte ein bisschen die Farbe von Kaffeebohnen. Ich hatte keine Ahnung ob es sich irgendwer getraut hatte mal wieder einen Blick reinzuwerfen. Sicher sah es drinnen nicht so dolle aus. Ich traute mich eigentlich auch nicht rein, aber ich war leider von Natur aus neugierig. Konnte ich einen Blick riskieren? Ich kannte die Antwort doch längst.
Also traute ich mich und ging rein. Auf den ersten Blick war es düster. Nur wenig Licht drang durch die Fenster hinein. Von außen hatte es wie ein graues Backsteinhaus ausgsehen. Umgeben von Wiese und Moor. Von der einen Seite konnte man das Haus gar nicht erreichen. Die andere war sehr matschig, aber es ging. Man sank nicht ein. Das Haus war viereckig und dahinter ging gerade der Sonneuntergang runbinrot unter.
Im Haus traute ich mich nun weiter vor. Es wurde auch heller je weiter ich reinging. Von innen sah das Haus gar nicht so verfallen aus wie ich gedacht hatte. Im Gegenteil. Es wirkte so, als wäre nur jemand zum einkaufen gegangen oder so. Das war merkwürdig. Neugierig sah ich mich um. Es sah schick aus hier. Ich stand in einem großen Wohnraum. Er war gemtütlich eingerichtet. In einer Ecke stand ein Sofa mit Sesseln dabei und einem Sofatisch. Eine Decke lag zusammengefaltet auf dem Sofaende. Ansonsten gab es in diesem Raum einen Plattenspieler. Er sah sehr alt aus. Die Platte drehte sich, aber es kam keine Musik. Eigentlich dürfte sich die Platte überhaupt nicht drehen. Ich las, was für eine es war. Allerdings wurde ich enttäuscht. Auf der Platte stand nichts.
Ich beschloss das zu ignorieren und ging weiter durch das Haus. Die Küche war recht schlicht, aber auch alt. Hier gab es noch einen Gasherd. Auch hier brannte noch das Feuer und ein Top in dem eine rote Soße war brutschelte auf dem Herd. Langsam wurde ich unruhig. Es sah wirklich danach aus als würde hier noch jemand wohnen. Aber alle erzählten sich, dass dem nicht so war. Hier wurde schon lange niemand mehr gesehen. Die altmodische Blümchenthapete in diesem Raum wirkte immer gruseliger.
Ich verließ die Küche also wieder. Sollte ich mich nach oben wagen?
Natürlich entschied ich mich dafür. Ich war ja neugierig. Ich konnte gar nicht anders.
Oben sah es etwas düsterer aus als unten. Hier wirkte es schon eher so wie ich es mir vorgestellt hatte. Düster und verlassen. Es gruselte mich etwas. Vielleicht sollte ich doch wieder runter gehen. Dennoch ging ich weiter. Plötzlich hörte ich irgendein Geräusch und zuckte heftig zusammen. Was war das? Was wollte ich hier oben eigentlich? Ich sollte ganz schnell wieder verschwinden. Dennoch ging ich weiter. Die Tür eines Zimmers vor mir ging immer wieder auf und zu. Sie sah einfach nur gruselig aus und hörte sich sehr laut an in dieser Stille. Der Gang war nicht sehr groß und so stach diese Tür ziemlich ins Auge.
Es war einfach nur gruselig. Trotzdem ging ich weiter. Was vermutlich die dümmste Idee war, die ich je hatte. Das Zimmer war verhüllt in Nebel. Langsam wagte ich mich voran. Es wirkte echt wie eine Szene aus dem Gruselfilm. Sollte ich wirklich noch weiter hinein gehen? Je mehr ich mich hineinwagte desto dichter wurde der Nebel. Und dann veränderte sich etwas. Es wurde langsam heller. Und als sich alles lichtete war auch dieses Zimmer wie früher. Schön und edel mit schöner Einrichtung. Ein Mann lag in einem Himmelbett. Auf den ersten Blick wirkte er wunderschön. Doch auf dem zweiten Blick hatte er Ecken und Kanten. Seine Haare waren dunkel, aber nicht wirklich schwarz. Aber auch nicht braun. Eher eine Mischung. Sein Gesicht hatte Narben, aber die machten ihn nur noch schöner. Seine Augen waren so blau wie das Meer und seine Lippen geschwunge sanfte Linien. Sein Körper war schlank und drahtig. Er steckte in einem blauen Anzug und einem weißen Hemd.
Er war in meinen Augen vollkommen, doch was machte er hier? Wieso schlief er? Wie zur Antwort flog etwas vor meiner Nase herum. Es war weiß und durchsichtig. Und gerade so groß wie ein Kind. Es hatte traurige Augen.
„Wer bist du?“, fragte ich ihn.
„Du musst ihm helfen“, antwortete er ohne auf meine Frage zu achten.
„Wie?“, fragte ich.
„Berühre ihn“, antwortete er.
„Und dann?“ Was sollte ich denn schon bewirken?
„Tu es einfach“, forderte er mich auf.
Und so nahm ich die Hand des Mannes. Erst passierte nichts, aber dann tat sich tatsächlich was. Wärme kam in ihn. Er reckte seine Glieder. Und dann schlug er die Augen auf. Also so richtig. Sie waren schon vorher auf gewesen, aber leblos. Jetzt bewegten sie sich. Dann setzte er sich auf und sah mich direkt an.
„Hallo Maria, freut mich dich kennen zu lernen. Ich bin Phin“, begrüßte er mich.
„Hallo Phin“, grüßte ich ihn und lächelte.
„Ich wusste es“, strahlte auch der Geist und dann wurde er wieder der Junge, der er war. Das ganze Haus wurde wieder schön und lebendig wie es früher war.
Und plötzlich erinnerte ich mich an alles. Ich gehörte hierher. Man hatte mich entführt und seitdem war das Haus in tiefen Schlaf gefallen. Jetzt war ich zu Hause und Phin war wieder aufgewacht. Wir lebten glücklich solange wir existierten und das Haus war wieder voller Leben. Jeden Abend ging die Sonne hier rubinrot unter während Phin und ich auf der Terasse hinterm Haus saßen und zusahen. Unser Leben war friedvoll und erfüllt und wunderschön. Ich hatte den richtigen Weg gewählt als ich in das Haus ging. Ich war dazu bestimmt gewesen. Es war mein Haus. Hier wollte ich leben. An Phins Seite. Für immer.

Ende

 

 

So, das war meine kleine Moorgeschichte. Was meint ihr dazu?

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8 Gedanken zu “Writing Friday: Das Haus im Moor

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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