Alt Writing Friday: Die Welt bei Nacht Teil 2

Zehn Tage ist es her, dass ich den ersten Teil gepostet habe. Ich wollte schon längst diesen hier posten, aber ich war noch am 3. Teil abschreiben und bin ich auch immer noch. Aber hier ist jetzt Teil 2:

Hier findet ihr den ersten Teil: Teil 1

Die Grundidee für diesen 2. Teil stammt aus einer Januaraufgabe vom Writing Friday.

 

Luisa erwacht am Neujahrsmorgen und kann sich kaum an Silvester erinnern. Was ist passiert?

Luisa Heute

Teil 2

Ich wachte auf. Es war ein fremdes Bett, wo ich drin lag. Ich verstand nicht was passiert war. Wo war ich? Draußen wirkte es dunkel, aber es war Tag. Da war ich mir sicher. Heute war Neujahr, aber was ist an Silvester gewesen? Ich hatte gar nicht groß gefeiert. Ich hatte nur mit Freunden was gegessen. Verwirrt stand ich auf. Ich trug ein Nachthemd. Hatte ich es mir selbst angezogen? Das konnte ich mir kaum vorstellen. Jedenfalls konnte ich mich nicht mehr daran erinnern.
Ich sah mich im Zimmer um. Es sah schick aus. Einladend und alt. Nicht protzig, aber mit antiken Möbeln. Ich sah einen Schrank. Zu dem ging ich und ich sah mich dort um. Es hingen nur Kleider drin. Alle Farben waren dunkel. Ich wählte ein blaues aus. Es war hübsch mit Perlen und Fransen. Mein dunkles Haar ließ ich offen.
Kaum war ich fertig angezogen klopfte es an der Tür. Unsicher rief ich: „Ja?“
Die Tür wurde von dem schönsten Mädchen geöffnet, dass ich je gesehen hatte. Es hatte seidenblondes Haar und strahlend blaue Augen. Sie trug ein traumhaftes blaues Kleid mit Spitzen.
„Hi, es freut mich, dass du wach bist. Mein Name ist Norina. Niklas erwartet dich bereits.“
„Niklas?“, fragte ich verwirrt.
„Der Prinz der Nacht“, antwortete Norina als sei das das selbstverständlichste auf der Welt. „Wegen ihm bist du doch hier.“
„Ich weiß nicht wer das ist. Ich weiß nicht mal wie ich hierherkam“, gestand ich ihr.
„Nein. Natürlich nicht. Na komm. Am besten bringe ich dich zu Niklas. Er wird es dir erklären.“
Ich folgte ihr. Ich hatte kaum eine andere Wahl, aber ich fragte mich wie sie so ruhig sein konnte. Ich war innerlich total aufgewühlt.
Wir wanderten durch gefühlt tausend Gänge. Ich hätte den Weg zu meinem Zimmer wohl alleine nicht mehr gefunden. Alles an dem Schloss war edel und schön und in nachtblauen und leuchtenden Farben gehalten. Dann führte sie mich in einen riesigen Raum, der wohl als Wohnraum gelten sollte. Hier standen Sessel und Sofas querbeet herum. Der einzige Mensch im Raum stand allerdings am Fenster und war ein Mann. Ich konnte ihn nur von hinten sehen, aber er wirkte groß.
„Niklas, Luisa ist da“, kündigte Norina mich an.
Und dann drehte er sich um. Er war wunderschön mit kurzen schwarzen Haaren, blauen Augen und einem trainierten Körper. Er trug eine Jeans und ein weißes Hemd.
„Natürlich ist sie da.“ Er lächelte. „Hallo.“
„Hallo“, grüßte ich zurück. Ein Gefühl, dass ich ihn schon mal gesehen hatte kam über mich, aber ich wusste nicht woher es kam.
„Du erinnerst dich nicht, oder?“, fragte er nur.
Ich schüttelte mit dem Kopf.
„Nun, das war zu erwarten gewesen. Setz dich lieber. Ich bin dein Bruder. Norina, bleib ruhig. Bitte.“ Das alles sagte er in einem Atemzug. Auch dass Norina sich zurück ziehen wollte hatte er bemerkt. Seine Augen waren überall. Also setzten wir uns alle drei.
„Mein Bruder?“, wunderte ich mich. „Das kann nicht sein. „Mein Bruder ist gestorben als ich klein war.“
„Das hat man dir erzählt“, bestätigte er. „Aber ich bin nur in die Nacht gewechselt. Ich bin nie richtig gestorben.“
Das musste ich erst mal verarbeiten. Das konnte nicht sein.
„Aber wieso bin ich hier? Ich bin nicht tot. Ich bin nicht gestorben“, erinnerte ich mich dann plötzlich.
„Nein, aber du bist wie ich in die Nacht gewechselt. Du hattest einen Autounfall. Jetzt erinnerst du dich vielleicht nicht, aber das wird zurück kommen.“
Wenn er das sagte. Ich wusste nicht wieso ich ihm vertraute, aber ich tat es. Allerdings konnte ich das nicht wirklich verarbeiten. Deswegen lenkte ich vom Thema ab.
„Und was ist mit Norina“, fragte sie nur. „Ist sie auch in die Nacht gewechselt?“
„Nein.“ Er seufzte. Er merkte, dass ich das alles noch nicht glauben konnte. „Sie ist meine Gefährtin. Ich bin ihr zufällig begegnet. Mehr oder weniger.“
Was immer das heißen mochte.
„Und was bedeutet das für mich? Muss ich immer hier bleiben?“
„Das liegt an dir. Zunächst solltest du dich an dein Leben erinnern. Dann kannst du entscheiden ob du bleiben möchtest oder nicht.“
„Und wie soll das gehen?“, war meine nächste Frage.
„Ich helfe dir dabei“, bot er mir an.

Fortsetzung folgt …

4 Gedanken zu “Alt Writing Friday: Die Welt bei Nacht Teil 2

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