Writing Friday: Wasserwelt

Und wieder gibts einen Writing Friday von mir. Endlich schaffe ich es wieder regelmäßig mitzumachen.

Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Es war eine Nacht, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man…” beginnt.

Es war eine Nacht, die es noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man den Sonnenaufgang in all seinen Farben wieder. Seit ich in die Windmühle am Meer gezogen war hatte es nur noch Nebel gegeben, der sich gestern Nacht noch verdichtet hatte. Die Windmühle stand am Hang eines Wasserfalls auf einer Brücke. Das hörte sich vielleicht verrückt an, aber in meiner Welt war das normal. Hier gab es lauter solche Häuschen wie meins. Manche schwebten auch nur auf dem Wasser. Ich hatte mir etwas Sicherheit mit meiner Brücke geschafft.
Eigentlich blieben wir Nachts drin um zu schlafen oder uns anderweitig zu beschäftigen. Doch irgendetwas hatte uns alle nach draußen gelockt. Es war dunkel um uns herum und das hatten wir bisher nur aus unseren Fenstern gesehen. Die Nacht unter freien Himmel war so wunderschön. Zunächst war es noch klar gewesen. Dann war der Nebel aufgezogen. Dennoch waren wir draußen geblieben, denn er war zwar dicht gewesen, war aber nicht lange geblieben. Dann waren die Sterne heraus gekommen. Der Nachthimmel war ein Traum gewesen. Ich hatte mich so frei und glücklich gefühlt.
Der Sonneaufgang war dann das Highlight gewesen. In allen Farben erstreckte er sich über den Himmel. Ich konnte meine Augen garn nicht davon lösen. Aber auch das Treiben um mich herum war faszinierend. Die Bewohner der Windmühlen waren klein. Genau wie ich. Noch kleiner als Zwerge. Kaum vorstellbar, aber wahr. So waren wir als Wasservolk nun mal. Wir hatten ein gutes Leben. Auch wenn die meiste Zeit jeder für sich allein lebte. Aber diese Nacht war schon außergewöhlich gewesen.
Und dann hatte ich ihn gesehen. So flink wie ein Turnschuh. Ich war vom ersten Augenblick an fasziniert von ihm. Er raste durch die Gegend und schwamm durch das Wasser als würde er den lieben langen Tag nichts anderes machen. Am liebsten hätte ich mich ihm angeschlossen, aber ich war zurückhaltender.
Doch dann sah er mich direkt an und lächelte. Ich lächelte zurück. Es war Liebe auf den ersten Blick. Dabei verliebten wir uns eigentlich gar nicht unbedingt. Doch wir fanden zueinander. Und blieben auch zusammen. Deswegen war diese Nacht auch so anders gewesen. Seitdem sahen wir uns jeden Morgen zusammen den Sonnenaufgang an. Das war eines der schönsten Momente in unserem Leben. Aber auch so waren wir viel mehr draußen als früher. Wir unternahmen mehr und erkundeten die Gegend. Das war ziemlich aufregend. Mein Leben wurde anders durch ihn und das fand ich gut. Dennoch liebten wir unser Windmühlenheim. Wir würden es um nichts auf der Welt eintauschen.
Und so veränderte sich unsere Welt. Die Nacht und den Tag nutzten wir nun beides. Doch wir lebten weiterhin am Wasser. Und wir waren glücklich.

Ende

Und was sagt ihr zu meiner kleinen Nachtgeschichte?

9 Gedanken zu „Writing Friday: Wasserwelt

  1. Hallo,

    sehr schön beschrieben. Und auch eine angenehme Überraschung, als man mittendrin von dem Wasservolk erfährt! Als wie groß die Erzählerin wohl die Mühle empfinden mag …

    Liebe Grüße, Norbert

    Gefällt 1 Person

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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