Schreibklick April 2019: Im Spiegel

Hier kommt das neue Schreibklickthema und meine Geschichte dazu.

 

Im Spiegel

Ich hörte Musik in der Ferne. Wo kam sie her? Ich war in einem Wald und sonst war hier niemand. Ich hörte noch nicht mal Vögel zwitschern. Ich ging auf die Musik zu. Es war ganz friedlich hier. Der Wald wurde von der Sonne angestrahlt und es war ganz grün um mich herum.  Das Laub wirbelte um mich herum. Die Musik wirkte ebenfalls friedlich und so wunderschön. Sie zog mich geradezu magisch an. Also ging ich immer weiter. Der Weg wurde enger und die Bäume dichter. Irgendwann stand ich vor einem sehr alten Baum. Er sah sehr morsch aus. Ich begutachtete den Baum. Kam da die Musik heraus? Ich konnte es nicht raushören. Doch dieser Baum zog mich an.  SoSo
Als ich nah genug war passierte etwas. Ein Spiegel erschien vor meiner Nase. Er bewegte sich immer hin und her. Er drehte sich. Verwirrt starrte ich den Spiegel an.  Dann zog er mich plötzlich ein. Wirklich, er zog mich ein. Einfach so. Plötzlich war ich im  Baum drin. Aber der Baumbereich, wo ich gelandet war, war hohl und voller Leben. Hier war ein magischer Platz. Ich bestaunte die Lebewesen hier. Sie waren so bunt und zahlreich wie ich es mir kaum vorstellen konnte. Ich bewunderte sie geradezu. Es waren leuchtenden kleine Wesen. Sie erinnerten mich etwas an Feen. Sie waren wunderschön.
Es dauerte ein wenig bis sie mich entdeckten. Ich wirkte fehl am Platz hier. Und ich war so groß. Doch sie kamen neugierig näher. Sie begutachteten mich von allen Seiten. Ich merkte wie ich ruhiger wurde.
Sie gaben mir Kraft und ihr Leuchten übertrug sich auf mich.
„Hallo“, flüsterte ich ihnen zu.
Zu meiner Überraschung flüsterten sie auf ihre Weise „Hallo“ zurück.
Ich starrte sie überrascht an. Sie starrten zurück.
Und dann war ich plötzlich wieder in dem Wald. Ich lehnte an dem Baum und über mir schwebten lauter bunte Blumen und weiße Blüten. Und dann saß jemand neben mir. Er war größer als ich und wirkte wirklich interessant. Er war nicht wirklich da, aber irgendwie doch.  Er wirkte so unwirklich. Fast schimmernd.
„Hallo“, sagte er zu mir wie ich eben zu den Feen.
„Wer bist du?“, wollte ich nur wissen und konnte ihn die ganze Zeit nur anstarren.
„Ich bin Johann“, antwortete er.
Ich starrte ihn nur weiterhin fragend an und er lächelte.
„Ich bin eine Fee.“
„Eine Fee?“, fragte ich.
„Ja, eine Fee. Du bist jetzt im Feenland. Der Baum ist die Grenze dafür. Jeder, der die Musik hört ist empfänglich für unsere Welt“, antwortete er.
„Im Feenland? Aber das hier sieht doch gar nicht anders aus als vorher“, wunderte ich mich.
„Muss es denn anders aussehen?“, fragte er nur.
Ich dachte kurz darüber nach und schüttelte dann mit dem Kopf. „Nein, vermutlich nicht. Ich hab es mir wohl immer nur so vorgestellt falls ich mir überhaupt sowas vorgestellt habe.“
„Ja, das mag sein“, meinte er. „Aber unsere Welt ist nicht so anders wie eure. Nur irgendwie magischer.“
„Magie“, murmelte ich nur kopfschüttelnd. „Sowas gibt es einfach nicht.“
„Sehe ich denn nicht magisch aus?“, fragte er.
„Doch. Auf jeden Fall.“ Meine Worte unterstrich ich mit einem energischen Nicken.
„Na, siehst du. Dann muss es Magie doch geben“, meinte er.
Seine Logik war umwerfend. Das musste man ihm lassen. Aber Recht hatte er. Also lächelte ich. Dennoch hatte ich immer noch tausend Fragen. Er schien das zu wissen.
„Frag ruhig“, forderte er mich auf.
„Was war das in dem Baum?“, wollte ich als erstes wissen.
„So kamst du in unsere Welt. Das ist so eine Art Übergang. Die Feen darin sind unsere Bewacher. Sie spüren wer gute Absichten hat und wer böse hat.“
„Und was passiert mit denen, die böse haben?“, fragte ich.
Er schwieg darüber. Also schwieg ich auch.
„Ich verstehe es trotzdem immer noch nicht“, meinte ich nach einer Weile.
„Das ist logisch. Du bist ja auch noch ganz neu hier. Da ist das verständlich. Das kommt mit der Zeit“, meinte er.
„Was meinst du damit?“, fragte ich. „Ich kann doch zurück, oder?“
„Na klar. Aber du kannst immer wieder kommen und ich kann diese Welt sehen“, bot er mir an.
„Echt?“ Das wäre natürlich super.
„Ja“, sagte Johann nur.
„Das wäre toll“, freute ich mich.
„Gut, da das jetzt geklärt wäre hättetst du vielleicht Lust auf eine erste Einführung?“ Er stellte es wie eine Frage.
„Was soll das denn für eine Einführung sein?“, fragte ich nicht abgeneigt.
„Das kann ich dir zeigen.“ Jetzt lächelte und sah mich spitzbübisch an. Dann stand er auf, nahm meine Hand und zog mich hoch. „Komm, am besten fang ich gleich damit an.“
Und so führte er mich in die Feenwelt. Eine Welt voller Magie und Wunder. Eine Welt, in der ich mich völlig verlor. Eine Welt, die ich einfach nur liebte. Ich kam immer wieder hierher. Sie wurde mein zu Hause und als ich aus der Schule raus war blieb ich ganz dort. Der Eingang zur menschlichen Welt war für mich verschlossen. Ich hatte nie wirklich dorthin gehört. HIer fühlte ich mich viel wohler. Die Musik wusste das wohl damals schon.

Ende

Und das war meine kleine Geschichte zu dem Thema. Was meint ihr?

 

Musik: Klick

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10 Gedanken zu “Schreibklick April 2019: Im Spiegel

  1. Pingback: Schreibkicks – Im Spiegel lauert die Gefahr – Geschichtszauberei

  2. Pingback: Schreibkick #65: Im Spiegel | Sabi Lianne

  3. Ich glaube, in dieser magischen Welt würde ich mich auch wohl fühlen. Aber ich bin absolut nicht sicher, ob man mich dort reinlassen würde … oder aber, ob ich überhaupt imstande wäre, die Musik zu hören, die einem Zugang verschafft. Schade eigentlich!

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Der Geist im Spiegel – Die Waldträumerin

  5. Pingback: Schreibkick: Im Spiegel. | vro jongliert

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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