Schreibklick Mai: Der Clown

Das heutige Thema zum Schreibklick fiel mir nicht leicht. Dann habe ich aber doch noch was gefunden. Ich habe einfach mal angefangen.

Der Clown

Zirkusse fand ich schon als Kind toll. Und auch heute gehe ich noch gerne hin. Hier bei uns gab es einen ganz großen, den meine Freunde und ich jedes Jahr besuchten. Heute war es wieder so weit. Ich freute mich schon total. Meinen Freunden ging es nicht anders. Wir waren alle total aufgeregt. In der Stadt war jetzt schon viel mehr los als sonst. Eigentlich war hier sonst ziemlich wenig Verkehr.
Es war ein schöner warmer Sommertag. Ein optimaler Zirkustag. Lana und ich lagen noch auf unserer Liege im Garten. In einer Stunde sollte es los gehen. Nuca und Luuk wollten uns dann abholen.
„Was machst du zuerst, wenn du beim Zirkus ankommst?“, fragte Lana mich.
„Wie immer. Da findet doch die Auffühung des Clowns statt, oder?“, meinte ich nur.
„Oh, nein. Hö mi auf mit den Clowns. Die sind so gruselig“, stöhnte Lana.
Ich lachte nur. „Die tun doch gar nichts. Das sind nur Clowns.“
Lanas Clownangst bestand daher, dass ein Clown sie mal auf einem der Zirkusse unheimlich erschreckt hatte. Das war für sie ein traumatisches Erlebnis gewesen. Arme Lana.
Ich vesuchte noch ein wenig die Augen zuzumachne und mich zu entspannen. Ich begann zu dösen und dann zu träumen. Es waren wilde Träume, hatten aber nichts mit Zirkus zu tun. Auf einmal rüttelte mich Lana wach.
„Was ist denn?“, murmelte ich verschlafen. Mussten wir schon los?
„Ich glaube ich habe eben den Clown gesehen“, murmelte sie. Ich musste mich schon wirklich anstrengen um sie zu vestehen.
Ich glaubte mich verhört zu haben. Hatte sie auch geschlafen und das geträumt oder sich einfach nur vertan?
„Ach, komm schon, Lana. Lass gut sein. Das kann nicht sein.“
„Nein, das ist wirklich wahr“, meinte Lana entsetzt.
Der Clown war wirklich da. Als ich mich undrehte starrte er mich an. Das konnte doch nicht sein! Ein Clown in meinem Garten? Verrückt.
Wir starrten uns eine Weile einfach nur an. Der Clown war bunt bemalt und wirkte tatsächlich etwas erschreckend. Was wollte er hier? Vielleicht sollte ich genau das fragen. Doch dann verschwand er wieder. Genauso schnell wie er gekommen war. Seltsamer Clown.
„Was war das denn?“, fragte Lana entgeistert.
„Keine Ahnung.“

Schließlich waren wir wirlich beim Zirkus. Der Gedaneke an dem Clown war noch da. Würde ich ihn hier wieder sehen? Warum ließ er mich nicht los? Einmal seilte ich mich von meinen Freunden ab, weil ich auf Toilette musste. Plötzlich rempelte mich jemand von hinten an. Ich stürtze und schlug mir den Kopf an, aber er fing mich ab. Dann wurde ich ohnmächtig.
Als ich wieder aufwacht war ich in einem bunten Raum. Ich war verwirrt. Ein bunter Raum? Ernsthaft? Na, ja. Vielleicht hatte mich ein Clown entführt. Da war das sicher nicht verwunderlich. Clowns waren eben komisch.
Aber wie kam ich hier weg? Wurde ich wirklich entführt? Hatte man mich betäubt? Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte öffnete sich die Tür. Ein großer Mann kam herein. Er war definitiv kein Clown. Zumindest nicht mehr. Er war gutaussehend und kam mir irgendwie bekannt vor.
„Hallo Süße, lange nicht gesehen“, begrüßte er mich.
Erschrocken sah ich ihn an. Ich kannte ihn. Das war nicht gut, oder doch?
„Hallo, Elias“, antwortete ich. „Nette Clownsmaske.“
„Jetzt habe ich ja keine mehr. Sorry, aber ich wusste du würdest sonst nicht mit mir reden.“ Er sah nicht wirklich aus als würde es ihm leid tun.
„Und wieso willst du mit mir reden?“, wollte ich wissen. „Denn ich wollte es aus guten Grund nicht.“
„Weil ich mich entschuldigen wollte, sagte er.
Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Elias hatte mir sehr weh getan. Er hatte mich verlassen als ich ihn am dringensten brauchte und das auf übelste Weise.
Trotzdem meinte ich: „Sprich!“
„Ich war ein Idiot.“ Wenigstens das hatte er erkannt.  „Und ich war feige und jung. Ich war nur auf mich selbst fixiert. Aber ich habe mich geändert. Ich erwarte nicht, dass du mir verzeist oder dass es wieder wie früher wird, aber ich wollte, dass du das weißt.“
Und was sollte ich damit jetzt anfangen? Was erwartete er von mir? Hatte er mich deswegen hierher verschleppt?
Er schien zu spüren, dass mir das nicht reichte.
„Ich dachte es wäre eine gute Idee mal alleine über alles zu reden“, meinte er kleinlaut.
„Okay, das hast du ja jetzt getan“, bemerkte ich nur.
Er nickte und ließ mich gehen.
Manchmal wurde man so verletzt, dass man nicht mehr zurück konnte. Bei mir war es so. Ich sah Elias nie wieder, aber ich musste oft an diese Clownsbegegnung denken. Immerhin hatte er sich entschuldigt. Mein Groll gegen ihn hatte sich gelegt. Nicht jeder war bereit sich einzugestehen, dass er Fehler gemacht hatte. Das war eine große Geste, was ich ihm anerkannte. Doch Zirkusbesuche fand ich danach nicht mehr so gut wie vorher, denn sie hatten einen bitteren Beigeschmack.

Ende

So, das ist meine kleine Clownsgeschichte. Was meint ihr dazu?

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6 Gedanken zu “Schreibklick Mai: Der Clown

  1. Also in Clownsmaske außerhalb des Zirkusses rumrennen, ist schon etwas unheimlich. Da erwartet man doch Horrorszenarien. Dass es dann ein Exfreund? ist. habe ich nicht kommen sehen.
    Grüße, Katharina.

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  2. Das ist wirklich schon bisschen beängstigend – kann ich verstehen, dass da nie wieder ein Zirkus so entspannt sein könnte – wer weiss schon wer hinter der Maske steckt….
    Aber sehr passend – wäre schön wenn das wenigstens kommen würde – aber das bezweifel ich.

    LG

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Schreibkick: Der Clown. – Der Zirkus/1 | vro jongliert

  4. Pingback: Schreibkicks – Mai – Lachen heilt alle Wunden – Geschichtszauberei

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