Writing Friday: Das Eisdate

Und wieder gibts einen Writing Friday von mir mit einer neuen Geschichte. Und  das ist sie.

Das Eisdate

Ich ging seit Jahren im Sommer in dieser Eisdiele. Ich war hier praktisch bekannt. Es war jedes mal der selbe Kellner, der mich bediente. Sofern er da war. Wir redeten nie. Wir sahen uns nur an und dann ging er wieder. Zumindest war das bis jetzt so. Heute kam er ins Restaurante, obwohl er nicht arbeiten musste. Ich hatte mich schon gewundert, dass er mich heute nicht bedient hatte. Er steuerte direkt meinen Tisch an.
“Hey, darf ich mich setzten?“, fragte er mich.
Ich starrte ihn minutenlang nur an. Dann nickte ich benommen. „Ja klar.“
Er lachte. „Du guckst so als wäre ich ein Geist.“
“Ein bisschen wirkte es auch“, gab ich nervös zu.
“Stimmt. Da gebe ich dir recht. Aber ich dachte es wird an der Zeit, dass ich mich mal vorstelle. Ich bin Jamie. Und wie heißt du?“
“Ich bin Lydia“, stelle ich mich vor.
“Ein schöner Name. Hallo Lydia.“ Er schenkte mir eines seiner schönen Lächeln.
”Jamie aber auch.”
Jamie hieß er also. Das passte zu ihm. Er sah wirklich aus wie ein Jamie. Er war groß und wirkte sportlich. Seine dunklen kurze immer leicht struppig wirkenden Haare ließen ihn geheimnisvoll aussehen. Er trug ein verwaschenes weißes T-Shirt und Jeans. Seine grünen Augen strahlten. Irgendwie erinnerte er mich ein wenig an einen Mann aus einem Manga.
“Schön, dasss wir uns endlich mal kennen lernen“, fand er.
“Finde ich auch.“
“Und was machst du, wenn du nicht gerade hier in der Eisdiele sitzt?“, erkundigte er sich dann.
“Oh.“ Damit hätte ich rechen müssen, aber ich fühlte mich doch etwas überrumpelt. „Nichts besonderes. Das übliche halt. Mit Freunden treffen, ins Kino gehen und so.“
“Ach, das sind doch nur die normalen Dinge, die alle machen“, winkte Jamie ab. „Ich meine die Hobbys, die man macht, wenn man alleine ist.“
“Ach so.“ Das war ja noch schwieriger. Aber ich dachte ernsthaft darüber nach. „Ich lese gerne und ich male gerne.“
“Das klingt gut. Malen ist ja irgendwie kreativ“, fand er. „Das gefällt mir.“
“Und was ist mit dir?“, fragte ich nur.
“Ich werkel gerne überall rum“, erzählte er. „Autos, Geräte, Holz. Egal was.“
“Klingt interessant“, fand ich.
“Bei dir aber auch. Und jetzt bist du nicht mehr die geheimnisvolle Prinzessin, die du für mich immer warst“, meinte er.
“Ich war doch nie eine geheimnisvolle Prinzessin“, wunderte ich mich. „Du hast mich nur einfach nicht gekannt. Das tust du übrigens immer noch kaum.“
“Da hast du recht, aber was nicht ist kann ja noch werden“, gab er zu.
Ich grinste nur. Er war süß. Das musste ich ihn lassen.
“Solange du kein Prinz bist, der sich plötzlich in einen Frosch verwandelt ist alles okay“, meinte ich nur.
“Und wenn es so wäre? Wäre es so schlimm?“, fragte er nur grinsend.
Ich rollte mit den Augen und antwortete nicht. Er lachte.

Er war kein Prinz, aber das war auch gut so. Wir unternahmen in nächster Zeit sehr viel zusammen und lernten uns kennen. Wir gingen ins Kino, essen und spazieren und genossen unsere gemeinsame Zeit. Ich ging immer noch regelmäßig in die Eisdiele. Wir kamen zusammen. Das war noch so süß, dass ich es vielleicht erzählen sollte.

An dem Abend waren wir verabredet gewesen. Wie so oft in letzter Zeit. Er war mir immer mehr ans Herz gewachsen. Er war lustig und entspannt und lieb. Ich verbrachte gerne Zeit mit ihm zusammen.
An diesem Abend wollte er mit mir etwas aufregendes machen. Das war nicht unbedingt mein Ding. Ich hatte keine Ahnung, was das sein sollte. Ich wusste nicht ob ich gespannt oder eher vorsichtig sein sollte.
Er holte mich vorbildlich bei mir zu Hause ab. Meine Eltern lernten ihn somit auch kennen. Sie mochten ihn auf Anhieb. Kein Wunder. Er war einfach jemand, den man mögen musste. Anschließend fuhren wir zusammen in seinem Auto durch die Straßen.
“Wo fahren wir hin?“, wollte ich wissen.
“Das wirst du schon sehen“, grinste er.
Ich seufzte nur. Das sagte mir jetzt auch nicht mehr. Aber ich konnte mich sicher darauf freuen. Jamie würde doch nichts machen, was so gar nicht meins war, oder? Allerdings kannte er mich auch noch nicht besonders gut.
Doch er überraschte mich nicht zum ersten mal. Wir fuhren aus der Stadt hinaus. Wo es wohl hinging? Ausserhalb der Stadt befand sich ein Rummel. Ein Rummel. Das war ja cool. Davon hatte ich noch gar nichts mitbekommen.
“Magst du Rummel?“, fragte mich Jamie nun.
“Ich liebe Rummel“, antwortete ich strahlend.
“Dann hatte ich ja den richtigen Riecher“, meinte Jamie zufrieden.
“Sieht so aus.“
Jamie wirkte sehr zufrieden und so gingen wir über den Rummel. Es war so schön bunt und vielseitig. Es gab so viel zu sehen. Stände mit allen möglichen Kram, eine Hütte mit einer Wahrsagerin drin, Süßigkeiten, Essen, Eis, Menschen.
“Hier gibt’s auch Eis“, bemerkte Jamie als könne er ein wenig meine Gedanken lesen.
“Ja, tut es“, grinste ich.
“Dann lass uns mal eins holen oder was meinst du?“, fragte er.
“Gerne“, strahlte ich. „Du weißt ja. Ich stehe auf Eis.“
“Ich hoffe auch noch auf andere Dinge“, muremelte er zweideutig und ich grinste.
Dann gingen wir zum Eisstand. Es gab nicht so viele Sorten zur Auswahl. Das enttäuschte uns schon ein wenig. Dennoch schmeckte es uns. Wir schlenderten weiter über den Rummel und unterhielten uns. Es wurde richtig schön.
“Wollen wir ins Riesenrad?“, fragte er mich schließlich.
“Au ja. Das wird toll!“ Ich freute mich wie ein kleines Kind und er lachte über mich. Und dann saßen wir im Riesenrad.
Es war so toll. Ich liebte es so sehr. Der Ausblick war fantastisch. Wir fuhren ein paar Runden. Wir saßen dicht nebeneinander und ich fühlte seine Nähe. Er hielt sogar meine Hand. Und dann kamen sich unsere Münder automatisch immer näher. Und dann berührten sich unsere Münder und alles um uns explodierte. Wir bekamen es gar nicht richtig mit. Wir waren zu sehr mit uns beschäftigt. Erst als das Feuerwerk fast zu Ende war lösten wir uns wieder voneinander.
“Wir haben das Feuerwerk verpasst“, bemerkte Jamie und klang beinahe enttäuscht.
“Dafür hatten wir was besseres“, tröstete ich ihn.
Er grinste mich an. „Das stimmt.“
Und dann küsste er mich wieder. Der Kuss war so intensiv und schön. Wir bekamen gar nichts mehr um uns herum mit bis das Riesenrad anhielt. Dann stiegen wir aus und ab da waren wir zusammen.

Das war die Geschichte wie wir zuammen kamen. Und seitdem waren wir zusammen. Wir verbrachten so viel Zeit miteinander wie möglich. Wir waren glücklich zusammen und aßen immer noch viel Eis. Wir erinnerten uns gerne an unsere Anfangszeit in der Eisdiele zurück und freuten uns darüber dort alten Freunden zu begegnen, wenn wir dort waren.

Ende

 

Und was sagt ihr?

10 Gedanken zu „Writing Friday: Das Eisdate

  1. Pingback: #WritingFriday Week 30 – Don't bury your thoughts ♥

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