Schreibklick August: Hitzefrei: Die Reise ins ich

Zu Hitzefrei fiel mir doch recht schnell was ein.

Die Reise ins Ich

Vierzig Grad. Puh, war das warm. Es war unerhört, dass nicht alles eingestellt wurde, was nicht zu anstrengend war. Warum tat ich mir das überhaupt an? Wieso machte man bei diesen Temeperaturen Sport und dann auch noch draußen? Gab es kein Hitzefrei?
Ich wollte einfach nur in einem klimatisierten Raum sein und Eis essen. Tonnenweise Eis. Dummerweise merkte ich, dass mein Kreislauf schlapp machte. Mir wurde schwindelig.
„Lana!“, konnte ich so gerade noch meine Freundin auf mich aufmerksam machen bevor ich zusammenbrach. Aber den Aufprall spürte ich nicht. Brach ich gar nicht zusammen? Hatte mir die Hitze den Kopf vernebelt? Gut möglich. Doch wo in Gottes Namen war ich? Jedenfalls nicht mehr auf dem Sportplatz.
Ich lauschte. Von irgendwoher kam Musik. Schottische oder irische vielleicht. Ich folgte der Straße, die komplett leer war. Das fand ich schon merkwürdig. Es war auch nicht voller als ich in den Ort kam.  Nur die Musik wurde lauter und der folgte ich.
Sie kam aus einem Pub, den ich betrat. Hier war es richtig voll. Offenbar waren alle aus dem seltsamen Ort hier.
Ich ging zu dem Barkeeper. Er musterte mich anerkennend. Er wirkte noch recht jung. Im Gegensatz zu fast allen anderen hier.
„Hey, Süße. Wie kann ich dir helfen?“, fragte er mich. „Möchtest du was trinken?“
„Kannst du mir sagen wo ich bin?“, fragte ich stattdessen.
„Ach, du bist neu hier. So ist das. Dachte ich mir schon. Ich kenne sonst alle hier.“
Zweifelnd sah ich mich um. Er deutete meinen Blick richtig und erklärte: „Ich war der erste hier. Alle fragen zuerst mich, was los ist. Ich bin James und wie heißt du?“
„Laila“, antwortete ich. „Also, wo bin ich?“
„Ach, ja richtig. Ich verquatsche mich oft mit den neuen. Sie kommen nicht mehr oft hierher. Du bist in deiner Seele.“
„Wie bitte?“, fragte ich verständnislos. Das hier sah wohl kaum wie meine Seele aus.
„In deinem ersten Leben warst du Schottin und lebtest im Mittelalter. Die schottische Bar steht dafür. Aktuell bist du in deinem 5. Leben.“
„Ja klar.“ Der Typ war doch verrückt.
Doch dann kam ein anderer junger Typ an die Theke. Ihn würde ich immer wieder erkennen. Ihn gab es auch in diesem Leben.
„William?“, fragte ich überrascht.
„Ja, der bin ich. Kennen wir uns?“ Er sah mich musternd an. Daraufhin warf ich James einen fragenden Blick zu.
„Diese Leute wissen nicht, dass sie alle aus deinem Leben stammen. Im Mittelalter lernst du William erst recht spät kennen.“
„Hier, alter Freund.“ James reichte ihm unaufgefordert ein Bier und William verschwand als hätte er gar nicht gehört, was James gesagt hatte.
„Dieser Club ist neutrales Gebiet. Es gibt fünf Türen. Jede führt in eine deiner Leben. Du kannst durch eine der Türen gehen. Dann kannst du mehr über alles erfahren. Entweder das oder du gehst in dein aktuelles Leben zurück.“
„Ich möchte nach Hause zurück“, bat ich.
Ein Schatten fiel über sein Gesicht, aber er wirkte nicht überrascht.
„Das willst du doch immer. Dein Wunsch sei mir Befehl. Finde dort deinen William.“
Und damit wachte ich in Sportklamotten in dem Krankenwagen auf. Bestimmt war das alles nur ein böser Traum. Der Schock von der Hitze. Ich würde einfach wieder zum Alltag übergehen.

Ende

Das ist das, was mir so einfiel? Was meint ihr dazu?

4 Gedanken zu „Schreibklick August: Hitzefrei: Die Reise ins ich

  1. Pingback: Schreibkicks – Hitzefrei. – Geschichtszauberei

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s