Writing Friday: Der Berg der Magie

Im September gibts wieder neue Schreibaufgaben und die gefallen mir wirklich gut. Hier ist gleich meine erste Geschichte

Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Zaubertrank, entdeckt, Bergkette, verborgen, Sternenhimmel

Der Berg der Magie

Ich war bei dem Regenwetter ja lieber zu Hause, aber Lance schleppte mich lieber nach draußen. Sobald wir ein paar Schritte aus der Tür waren, waren wir klatschnass. Toll, Lance. Ganz toll.
Seufzend folgte ich ihm. Am liebsten wäre ich wieder reingegangen, aber Lance hatte schon immer seinen eigenen Kopf gehabt.
“Wo willst du denn hin bei diesen Wetter? Es regnet in Strömen. Lass uns lieber den Bus nehmen!“, rief ich Lance zu. Natürlich hörte er nicht auf mich, doch immerhin verlangsamte er seine Schritte.
“Ich habe in der Zeitung von der Bergkette gelesen. Du weißt schon. Die, die auf den Gipfel geht. Da soll irgendwas magisches sein.“
“Da willst du hin? Bei diesem Wetter?“, fragte ich wenig begeistert. Vielleicht sollte ich doch wieder umkehren.
“Ach, komm schon, Shailene. Magie und so. Das ist doch total dein Ding. Außerdem soll es heute nicht den ganzen Tag regnen“, versuchte Lance mich zu locken.
“Du magst doch Magie nicht mal“, brummte ich. „Geschweige, denn dass du daran glaubst.“
“Ich bin immer bereit mich belehren zu lassen“, versicherte er mir.
“Und was ist mit Verpflegung, ein Rucksack oder so. Wie lange werden wir unterwegs sein?“, fragte ich.
Er seufzte und rollte mit den Augen. „Ach, Shai, jetzt sei nicht so. Was meinst du, was in dem Rucksack auf meinem Rücken ist? Glaub, mir. Ich habe für alles gesorgt.“
Na toll. Dann war es schon beschlossene Sache.
Zur Bergkette war es nicht so weit und als wir am Anfang ankamen hörte es auch auf zu regnen. Aber Lance hatte tatsächlich vorgesorgt und Wechselsachen eingepackt. Wir zogen unsere Jacken aus und im Gebüsch zogen wir uns um.
Einigermaßen frisch machten wir uns an den Anstieg. Die Bergkette bestand aus jedweils vier größeren Hügeln an jeder Seite und in der Mitte war der höchste Punkt. Schon nach dem ersten Hügel fanden wir nachdem wir wieder runter gingen die ersten seltsam gekleideten Personen. Sie hatten große Umhänge in bunten Farben um und Hüte mit Spitzen oben auf dem Kopf.
“Die sehen fast aus wie Zauberer?“, flüsterte ich Lance zu. „Brauen die auch Zaubertränke oder so?“
Lance lachte. „Du liest eindeutig zu viele Bücher. In welchen kam zuletzt ein Zaubertrank vor?“
Ich ignorierte seine Neckerei und sah mir neugierieg diese Gestalten an. Was hatte Lance da nur wieder in der Zeitung entdeckt? Er kam immer mit solch verrückten Dingen an.
Die Gestalten beachteten uns allerdings gar nicht. Sie tanzten einfach weiter. Als wären wir gar nicht da.
“Komm, weiter. Das richtige Fest findet oben auf dem Berg statt“, drängte Lance. Also ließen wir die Gestalten hinter uns folgten weiter den Weg. Die Gestalten wurden immer mehr und die Bewegungen immer verträumter. Ich kam mir vor als wäre ich in einer Welt gelandet, die verborgen lebte.
Als wir endlich auf der Höhe ankamen war es tatsächlich schon dunkel. Hier brannten noch mehr Feuer und noch mehr Menschen tanzten darum herum. Die Ausicht war wie eine Meer aus Lichtern im Tal und es wirkte irgendwie romantisch. Ich liebte diese Atmosphäre. Selbst die Musik passte dazu. Melancholisch und fremdartig.
Über uns funkelte der Sternenhimmel und ich glaubte wirklich Magie zu spüren. Natürlich hatte Lance wie immer den richtigen Riecher gehabt. Es dauerte nicht lange und ich schloss mich den tanztenden Menschen an. Ich ließ mich fallen und lebte die Musik. Jemand setzte mir sogar einen der Zauberhüte auf, aber einen Kessel mit Zaubertränke gab es nicht. Lance gesellte sich sogar dazu und wir blieben die ganze Nacht hier oben auf dem Berg. Wir tanzten, spielten Zauberer und waren einfach frei. Am nächsten Tag würde das Leben wieder ihren Bahn nehmen, aber heute Nacht hatten wir für uns. Wir konnten tun und lassen, was wir wollten.
Und das war der wahre Zauber der Magie.

Ende

Und was meint ihr? Das ist mir so spontan eingefallen.

10 Gedanken zu „Writing Friday: Der Berg der Magie

  1. Liebe Corly,
    auch ich habe diese Aufgabe heute bearbeittet.
    Es gefällt mir gut, wie du beschreibst, dass aus etwas, das ich nur widerwillig mache, eine wunderbare Erfahrung wird.
    Das kenne ich aus meinem Leben – und ich bin mir sicher, unzählige andere Menschen auch.
    Danke dir und Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

  2. Oh ja – einfach mal richtig gehen lassen. Mit oder ohne Magie, das ist egal. Die Gegend und die Musik wirken lassen.

    Die trotzige Shailene hast du gut hinbekommen – so höre ich mich auch an, wenn ich auf etwas keine Lust habe.

    LG

    Gefällt 1 Person

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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