Writing Friday: Alecto bei den Menschen

Und schon wieder ist es Zeit für einen Writing Friday und ich bin wieder mit dabei.

Schreibe eine Geschichte und flechte folgende Wörter drin ein: Wind, Comicbuch, klein, Avocado, Eule

Ich stand auf einer Wiese und sah in den Himmel. Was sich da abspielte konnte ich nicht glauben. Der Wind drehte die Wolken im Kreis. Ich konnte kaum hingucken. So schnell drehten sie sich. Viele verschiedene Sachen flogen durch die Wolken. Da flog wirklich alles durch. Von Schnee und Sonne, zu Zwergen, Süßigkeiten, Häusern, Legosteinen, Tieren und so weiter. Zuletzt kam eine Figur aus dem Comicbuch geflogen und baute sich vor mir auf.
„Hallo, bist du Lena?“, fragte er.
„Ja, die bin ich und wer bist du?“, fragte ich.“
„Ich bin Alecto“, antwortete er. „Weißt du wieso was hier los ist und wieso ich so klein bin?“
„Nein, tut mir leid. Das weiß ich auch nicht. Aber ich glaube du bist aus deinem Buch geflogen.“
„Aber wie kann das sein? Ich habe doch gerade eine Avocado gegessen“, wunderte sich Alecto verzweifelt. „Es war doch gerade mein Geburtstag. Die Stelle liebe ich total.“
„Tur mir leid. Ich weiß auch nicht, was du tun kannst“, murmelte ich. „Vielleicht zur Wolke zurück?“
„Wie soll ich das denn machen?“ Der Kleine klang wirklich total verzweifelt. Er tat mir so leid.
„Was hälst du davon, wenn du hier bleibst?“, fragte ich ihn.
„Hier bleiben? Wo hier?“, fragte er und klang fast panisch. „Das ist unmöglich. Ich muss doch auch meine Eule aufpassen.“
„Ist schon gut. Wir finden sicher eine Lösung“, versuchte ich ihn zu beruhigen. „Aber vielleicht musst du ein paar Tage bei mir bleiben.“
„Okay“, meinte er kleinlaut. „Und wo wohnst du? Lass uns da lieber hingehen. Hier fliegen zu viele Sachen durch die Gegend.“
Ich grinste. Eigentlich flogen die Sachen ja nur durch die Wolken, aber das sagte ich lieber nicht. Also nahm ich ihn mit zu mir. Ob das so eine kluge Idee war wusste ich auch nicht. Was sollte ich nur mit ihm machen?

Zuerst einmal nahm ich ihn mit zu mir nach Hause.  Mein gemütliches kleines zu Hause wirte auf ihn sicher fremd. Er sah sich staunend um. Ich lächelte darüber.
„Es ist so anders als bei mir“, sagte er und wirkte noch trauriger.
„Wie sieht es denn bei dir aus?“, fragte ich ihn deswegen.
„Anders“, sagte er und dachte darüber nach. „Ich wohne in keinem Haus. Eher in einer Höhle zusammen mit meiner Eule.“
„Du erwähnst die Eule ziemlich oft“, stellte ich fest.
„Ja, sie ist sowas wie mein Tiervertrauter“, antwortete er. „Das haben alle in meiner Welt.“
Seine Welt klang durchaus interessant. Allerdings veränderte sich jetzt wieder etwas am Himmel. Er wurde ganz dunkel.
Zu meiner Überraschung zuckte Alecto zusammen. „Oh, nein!“
„Was ist denn?“, fragte ich allamiert.
„Die dunkle Fee.“ Er begann zu zittern. „Sie ist mit aus dem Buch gepurzelt.“
„Okay, und was heißt das?“, wollte ich wissen.
„Sie ist böse und sie verfolgt mich schon in meiner Welt immer“, erzählte er. „Jetzt ist sie auch noch hier.“
„Okay, ganz ruhig“, versuchte ich ihn zu beruhigen. „Hier kann sie uns nicht finden, oder?“
„Ich weiß nicht.“ Er sah mich unsicher an. „Bei ihr ist  alles möglich.“
„Das klingt ja nicht so gut“, fand ich. „Erzählst du mir mehr über deine Geschichte?“
Er dachte über meine Frage nach. „Da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Meine Geschichte ist kompliziert.  Sie ist voller Magie. Guter wie böser. Leider überwiegt die böse manchmal, was nicht leicht ist. Immer muss ich fliehen. Wäre meine Eule nicht wäre ich vermutlich schon lägst umgezogen.“
„Wieso kannst du denn wegen deiner Eule nicht umziehen?“, wollte ich wissen. Jetzt wurde ich wirklich neugierig.
„Weil sie an einen Ort gebunden ist“, erklärte Alecto. „Das ist schwierig zu erklären. Partnertiere sind keine normalen Tiere. Sie können sprechen.  Sie leben nur an einem einzigen Platz.“
Ich schüttelte mit dem Kopf. Das war alles so verrückt. Hier stand ein Junge aus einem Comicbuch in meinem Wohnzimmer und erzählte mir seine Geschichte, die ich vermutlich auch irgendwo nachlesen könnte.
Dann klopfte es ziemlich energisch an meiner Tür. Alecto zuckte sofort zusammen. „Das ist die Fee“, rief er panisch. „Öffne bloß nicht die Tür!“
„Immer mit der Ruhe“, versuchte ich ihn zu beruhigen. „Aber du solltest wirklich nicht hier so frei rumstehen. Geh besser nach oben.“
Also ging er unwillig die Treppen hoch und ich öffnete die Tür. Vor mir stand keine dunkle Fee sondern die Polizei.
„Ja, bitte. Wie kann ich Ihnen helfen?“, fragte ich freundlich.
„Ähm.“ Der Mann räusperte sich. „Sie haben bestimmt das seltsame Wetter bemerkt?“
„Ja klar“, antwortete ich etwas verwirrt. „Gibt es ein Problem?“
„Ähm, ja.“ Der Polizist wirkte verlegen. „Also es ist so. Aus der Wolke ist eine Comicfigur gefallen und die wird jetzt gesucht.“
Okay, Alecto wurde gesucht. Weso das? Er war doch nicht gefährlich und woher wusste der Polizist überhaupt von ihm?
„Oh, und was habe ich damit zu tun?“, wollte ich wissen.
„Wir hatten gedacht, dass er vielleicht bei ihnen ist“, erwiederte der Polizist.
„Wieso sollte er hier sein?“, wollte ich wissen. „Wie kommen Sie darauf?“
„Es gab anonyme Hinweise, dass Sie mit ihm gesehen wurden mit ihm am Tatort“, erklärte der Polizist und wirkte noch verlegener.
„Es gibt einen Tatort?“, fragte ich verdutzt. „Was für einen Tatort denn?“
„Na, ja. Es heißt dieser Comicjunge soll diese Wolke erschaffen haben“, erklärte er.
„Hören Sie mal. Das ist doch Blödsinn. Ja, ich habe die Wolke gesehen, die allen möglichen Krams ausgepsuckt hat. Aber eine ausgebrochene Comicfigur soll eine Gefahr sein?“
„Ja, also. Wir wollen sie einfangen und in ihr Buch zurückbringen. Sie hat hier nichts zu suchen und bringt nur Chaos mit sich“, erklärte er.
„Tut, mir leid, aber ich kann Ihnen nicht weiterhelfen“, erwiederte ich entschlossen. „Ich habe niemanden gesehen. Ich war nur zufällig da.“
„Okay, tut mir leid, dass wir Sie behelligt haben.“  Meiner Meinung nach trat der Polizist viel zu schnell den Rückzug an. Doch mir sollte es recht sein. Ich machte die Tür hinter ihm zu.
Als ich wieder reinging sah ich Alceto auf der Treppe sitzen. Er ließ die Schultern hängen.
„Der meinte es nicht gut mit mir, oder?“, fragte er bedrückt.
„Nein, ich fürchte nicht“, antwortete ich. „Deine Fee scheint geplaudert zu haben.“
„Und was jetzt?“, fragte Allecto entsetzt.
„Du bleibst erst mal bei mir“, entschied ich. „Ich weiß, du willst wieder zurück in dein Buch, aber wir finden schon einen anderen Weg.“
Und so bliebt Alecto erst mal bei mir und zog in mein Gästezimmer. Ich hatte keine Ahnung, wie er zurück in sein Buch kommen sollte, aber ich wollte ihm helfen. Wir würden einen Weg finden. Auch, wenn wir vermutlich auf Hindernisse stoßen wurden. Aber ich war auf Alectos Seite. Auch wenn ich immer noch keine Ahnung hatte, was los war. Ich war zuversichtlich und das war momentan alles, was zählte.

Fortsetzung folgt …

Owei, eine Fortsetzungsgeschichte wollte ich am allerwenigsten schreiben, aber sie war zu schade um sie jetzt schon abzuschließen. Mal sehen, was mir dazu noch so einfällt.

Was meint ihr?

Über Corly
Ich bin Bücherverliebt, Serienverrückt, eine Filmeliebhaberin, eine Geschichtenschreiberin, eine Patentante, eine Schwester, eine Cousine, eine Tochter, eine Tante, Blogschreiberin, Forengängerin, eine Kleindorfbewohnerin, eine Hobbyfotografierin, eine Buchsammlerin und eine Schwägerin in einer Person. :-)

9 Responses to Writing Friday: Alecto bei den Menschen

  1. Katharina says:

    Eine geflohene Conicfigur ist eine sehr lustige Vorstellung. Dann bin ich mal gespannt, wie er wieder in sein Buch zurückkommt.
    Grüße, Katharina

    Gefällt 1 Person

  2. Rina says:

    Das klingt wirklich spannend. Wieso hat er angeblich die Wolke erschaffen? Kommt er wieder zurück? Und wird die Fee ihn finden….sehr spannend.

    LG

    Gefällt 1 Person

Ich freu mich über jeden Zauberkommentar von euch.

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