Schreibklick: November: Nebel des Lichts

So, damit es pünktlich kommt dartiere ich es schon mal vor. Allerdings ist es nur eine etwas kürzere Geschichte als sonst. Aber gerne mache ich wieder bei der Aktion mit.

Nebel des Lichts

Geisterhafte Schatten zogen an einem dunklen Wald vorbei. Wie Nebel wirkten sie kunstvoll und mystisch. Normalerweise betrat ich diesen Wald nie, aber diesmal hatten mich die Stimmen gelockt. Verführerische, sanfte Stimmen, die riefen: „Komm her, komm zu uns!“
Im November haten wir echt solche Nebelstnden, die für unglaubliche Wetterinversionen verantwortlich waren. Die heutige Nacht ließ mich leicht an Polarlichter glauben.
Da waren sie wieder. Die lockenden Stimmen. Ich wusste wem sie gehörten. Keinen Geistern, aber ebenso gruselig. Aus Nebel gemacht liefen sie durch den Wald und solange sie da waren mieden wir den Wald. Leider war ich schon immer neugierig gewesen. So schlimm konnten die Nebelgestalten doch gar nicht sein. Also schlich ich tiefer in den Wald, trotz der Kälte, trotz dem mulmigen Gefühl. Jetzt kam mir allerdings der Gedanke, dass es vielleicht nicht so gut gewesen war hierher zu kommen. Doch jetzt gab es kein zurück mehr. Der Nebel wurde immer dichter. Ich war umringt von ihnen und zitterte. Dann lichtete sich der Nebel auf einmal und dahinter ragten die Nebelgestalten empor. Sie schwebten auf mich zu. Einer nach dem anderen. Eine Familie. Mutter, Vater, Kinder. Sie sahen mich erwartungsvoll an.
„Du bist gekommen“, flüsterten sie.
„Ihr habt mich gerufen?“, wunderte ich mich.
Ein einvernehmliches Nicken kam von Seiten der Nebelmenschen.
„Was wollt ihr von mir?“, wollte ich nun wissen.
„Hilfe!“, riefen sie. „Hilfe! Hilfe! Hilfe!“
„Was für Hilfe?“ Ich verstand gar nichts mehr.
„Hilfe! Hilfe! Hilfe!“, riefen sie aufgeregt, was mich nur noch mehr verwirrte.
„Ihr müsst mir mehr Anhaltspunkte geben“, forderte ich.
„Schatten!“, flüsterten sie jetzt.
„Schatten?“ Das sagte mir jetzt auch nicht unbedingt mehr. Was war mit den Schatten? Welche Schatten überhaupt?
„Sie verfolgen uns.“ Wieder eine wilde Flüsterei um mich herum.
Ich verstand es immer noch nicht, aber was ich verstand war, dass ich helfen sollte.
„Schatten verfolgen uns“, flüsterten sie weiterhin.
„Ja, das habe ich verstanden, aber wie soll ich euch helfen?“, wiederholte ich.
„Du bist das Licht“, war die noch verwirrendere Antwort. „Vertreibe sie.“
Ich verstand es immer noch nicht. Konnte es nicht verstehen. Hilflos sah ich sie an.
Liebevoll sah die Nebelmutter ihr Kind an und forderte: „Zeig es ihr!“
Das Kind kam auf mich zu. Es nahm meine Hand und zeigte mir eine Welt voller Licht. Ich wusste nicht wie, aber plötzlich verstand ich es. Ich musste lächeln. Licht brachte so viel Glück und Freude.
„So!“, sagte das Nebelkind.
Ich nickte ihm zu und es ging zurück zu seiner Familie.
Ich versuchte das Licht in mir auszubreiten und leuchtete so hell wie die Sonne. Alles Licht der Welt schien in mir zu leuchten. Die Nebelschwaden und die Dunkelheit verließen uns und das Licht gesellte sich in die Runde. Die Nebelfamilie blieb und um sie herum bildeten sich noch mehr Nebel, aber der wurde von der Sonne angestrahlt. Und das machte die Nebelgestalten gleich freundlicher.
„Danke!“ Die Nebelmenschen freuten sich und tanzten umher. Die Kinder zogen mich in ihre Mitte. Und so tanzte ich im Nebel voller Licht und Glück. Die Dunkelheit war vertrieben worden. Vorerst.

Ende

Diesmal wie gesagt ein kurzer Text. Irgendwie häuften sich die Geschichten gerade bei mir und ich versuchte sie abzubauen. Was meint ihr hierzu?

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Legoland Teil 3

Endlich komme ich jetzt zum nächsten Teil vom Legoland. Da ich mir Herrenhaus ja auch hätte sparen können, da ich das schon hatte, ist es doch ärgerlich, dass ich nicht schon eher angefangen habe diesen Text abzuschreiben. Er ist auch schon wieder ein paar Tage älter.

Was bisher geschah …

Pippa und Pane waren ins Legoland gekommen und hatten erzählt wie es ihnen in der Menschenwelt ergang. Pippa hatte bemerkt, dass Layne Kenny gut fand und jetzt wollten Pippa und Layne durchs Legoland spazieren.

Legoland Teil 3

Pippa und ich schlenderten durch die Straßen und Pippa sah aich überlal genauestens um.
„Ich wusste gar nicht mehr, dass Sally einen Laden hat. Den gibts schon ewig“, bemerkte sie als wir an Sallys Spielplatz vorbei kamen. „Warst du schon mal drin?“
„Ja, war ich. Sally hat da allen möglichen Krimskrams drin“, erzählte ich ihr.
„Ich weiß. Früher hatte sie immer die tollsten Sachen dort. Schade, dass er jetzt zu ist.“ Pippa zuckte mit den Achseln und ging weiter.
„Gibts eigentlich den tollen Spielplatz nocht?“, wollte sie jetzt wissen.
„Klar! Der ist doch legänder!“ Ich grinste. „Ich war als Kind immer dort.“
„Komm, lass uns hingehen. Da habe ich jetzt richtig Lust drauf.“ Sie war plötzlich richtig aufgeregt.
„Ist das dein Ernst?“, fragte ich und wollte schon lachen.
„Klar! Das wird klasse.“ Und schon zog Pippa mich mit sich. Ich war ewig nicht mehr dort.
Der Spielplatz lag recht verlassen auf einer Wiese. Er war wirklich ein Traum. Die Beleuchtung war sogar noch an. Pippa stürzte gleich auf die großen Trollschaukeln zu und ließ sich von ihnen in die Luft schwingen. Zögernd setzte ich mich auf die zweite Schaukel. Erst schaukelte ich langsam, aber dann wurde ich immer mutiger und bekam mehr Schwung. Ich fühlte mich als würde ich fliegen.
„Es ist toll, oder?“, fragte Pippa strahlend. „So toll habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.“
„Ein unbeschreibliches Gefühl“, stimmte ich ihr zu.
„Was würdest du Kenny gerne fragen?“, wollte sie plötzlich wissen.
„Was?“ Ich erstarrte, schaukelte aber weiter. Die ungewöhnliche Freiheit tat mir gut.
„Wenn er jetzt hier wäre und es keine Sorgen gäbe, nichts was euch stört, was würdest du ihm sagen?“
„Ich weiß nicht genau“, antwortete ich unsicher.
„Ich würde Pane gerne sagen, dass ich ihn toll finde. Dass er sich keine Sorgen zu machen braucht um irgendwelche Roboter oder anderen Personen. Es gibt nur ihn für mich.“
„Oh!“ Darauf wusste ich wirklich nichts zu sagen.
„Und was würdest du Kenny sagen?“ Sie ließ nicht locker.
Ich dachte ernsthaft darüber nach. „Dass ich ihn mag und mehr Zeit mit ihm verbringen möchte.“
Soweit ich das im Dunkeln beurteilen konnte nickte Pippa zufrieden. „Das ist ein Anfang. Wieso sagst du es ihm nicht unabhängig von diesem Spielplatz?“
„Was?“, fragte ich verwirrt.
Pippa seufzte. „Du bist noch nicht so weit. Das sehe ich, aber die Zeit wird kommen. Irgendwann …“
Verwirrt schwieg ich daraufhin. Ich hatte keine Ahnung was dieses Gespräch sollte. Also schaukelte ich einfach weiter. Ich wollte das Gefühl von Freiheit solange wie möglich auskosten. Ich sollte definitiv öfter herkommen. Es war toll.

Pippa und ich gingen noch eine Weile weiter durch das Legoland bis wir och wieder beim Hafen angelangten. Ich stand ihr nicht besonders nahe, aber es war schön Zeit mit ihr verbracht zu haben und ihre Geschichte aus der Menschenwelt gehört zu haben. Sie hatte so viel erlebt. Es fiel mir schwer mir wirklich alles vorzustellen.
Die Menschenwelt hatte andere Wunder als wir. Nicht magischer Natur, aber dennoch unerklärlich. Sie war groß mit all ihren unterschiedlichen Ländern und für mich kaum vorstellbar. Auch unser Legoland hatte so seine Wunder, aber sie waren mit den menschlichen kaum zu vergleichen.
Am Hafen fanden wir unsere Freunde, die sich immer noch dort befanden, wo wir sie zurück gelassen hatten. Kenny und Pane unterhielten sich angeregt. Als sie uns kommen sahen winkten sie und wir winkten zurück.
„Ihr wart lange weg“, bemerkte Pane und musterte uns.
„Legoland verändert sich, Pane. Auch wenn wir nicht mehr da sind“, setzte Pippa zu einer Erklärung an. „Ich wollte diese Veränderung mit eigenen Augen sehen.
„Beim nächsten mal vielleicht.“ Pane zuckte unbekümmert seine Achseln.
Pippa schüttelte nur mit dem Kopf und wir setzten uns zu den beiden. Es wirkte friedlich hier. Friedlich und ruhig.
„Es ist bald so weit“, bemerkte Pane dann. „Die ersten von uns machen sich schon wieder auf den Weg.“
Das stimmte. Legomenschen waren gerne pünktlich. Es dauerte zwar noch etwas bis zum Aufbruch, aber die meisten machten sich tatsächlich schon wieder auf den Weg.
Doch plötzlich wurden die Wellen größer und schwammen über die Brücke. Die Menschen erschraken und blieben stehen. Manche stürzten auch ins Wasser. Chaos brach aus.
„Was zum Teufel …?“, begann Kenny überrascht, ließ den Rest aber in der Luft hängen.
„Wir müssen ihnen helfen“, rief Pippa entsetzt.
Wie einige andere auch wollten wir zur Brücke, aber die Wellen wurden immer größer. Wir konnten ihnen nicht helfen.
„Was ist bloß mit dem Wasser los? Es ist doch sonst immer ruhig“, wunderte ich mich.
Kenny zog mich sofort vom Wasser weg. „Wir müssen hier weg. Wenn die Wellen noch größer werden sind wir verloren.“
Und so liefen wir weiter ins Legoland hinein udn ließen die Leute in ihrer Not allein. Wir hatten keine andere Wahl, wenn wir uns selbst retten wollten.

Fortsetzung folgt …

Endlich habe ich mal wieder einen Teil von meinem Legoland geschafft. Er ist etwas kürzer, aber ich hoffe er gefällt mir. Habe ja ewig gebraucht bis ich den abgeschrieben habe.

Was meint ihr dazu?

Das zehnte Wort: Tangieren: Frei sein

Das zehnte Wort ist nicht leicht. Mal sehen, was mir dazu einfällt …

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Heute war es echt seltsam bei mir. Als ich diesen Jungen sah schien plötzlich alles anders zu sein. Meine geraden Linien waren weg. Plötzlich war da nur noch Chaos. Alles krumm und schief. Was war da geschehen. So besonders war er eigentlich gar nicht. Es war folgendermaßen abgelaufen:

Frei sein

Wir waren uns auf dem Schulflur begegnet. Er hatte mich angesehen, gelächelt und den Kopf geschüttelt. Ich fragte ihn: „Was ist los?“
Daraufhin erklärte er: „Du bist irgendwie anders. Du bist besonders. Komm, ich zeige dir eine Welt, an die du so nicht glauben würdest.“
Skeptisch betrachtete ich den Jungen. Dann fiel mir ein: „Wir haben Unterricht.“
„Sei doch nicht immer so geradlinig. Das ist ja schlimmer als bei Matheaufgaben. Riskier mal was. Du lebst nur ein mal.“ Der Junge sah mich herausfordernd an und wartete auf meine Antwort.
„Aber der Unterricht ist wichtig“, beharrte ich. Geradelinig hin oder her.
„Tz, tz. Wie du willst. Du weißt ja nicht, was du verpasst.“
Der Junge wollte sich gerade abwenden als ich fragte: „Wären wir lange weg?“
Lächenld drehte er sich wieder um. „Hier würde man es überhaupt nicht merken.“
Es war total verrückt. Ich kannte ihn überhaupt nicht. Wie sollte ich ihm da vertrauen? Aber wieso eigentlich nicht? Was hatte ich zu verlieren. Im besten Fall würde ich neue Dinge kennen lernen. Dinge, von denen ich nicht mal zu träumen gewagt hatte.
„Also schön. Bring mich hier weg“, forderte ich ihn dann also auf.
Der Junge nahm meine Hand, drückte sie und schloss seine Augen. Mit einem Nicken gab er mir zu verstehen, dass ich es ihm nachmachen sollte. Ich tat es und ließ mich fallen wie ich mich noch nie hatte fallen lassen. Es fühlte sich so vertraut und fremd zugleich an. Da lauerte Gefahr, aber ich hatte keine Angst. Da lauerte die Ungewissheit auf Möglichkeiten, aber ich probierte es trotz allem aus.
Und plötzlich verschwamm der Schulflur vor meinen Augen und ich landete in einer völlig neuen Welt. Eine Welt, wie ich sie nie gekannt hatte. Eine Welt in der alles möglich zu sein schien.
„Was wolltest du schon immer machen, hast dich aber nie getraut?“, fragte der fremde Junge mich.
„Fallschirm springen“, antwortete ich lächelnd.
Sofort hatten wir die Ausrüstung vor uns auf der herrlich grünen Wiese liegen und legten sie an. Ich konnte es einfach ohne es gelernt zu haben.
„Wir haben keine Flugzeuge“, bemerkte ich dann enttäuscht.
„Das macht nichts“, versicherte er mir. „Spring einfach.“
Und dann hüpfte ich und der Fallschirm sprang wie von selbst nach oben. Ich war in der Luft bevor ich wusste wie mir geschah und plötzlich hatte ich eine Ahnung wie frei die Vögel sich fühlen mussten. So fühlte man sich, wenn man ohne Sorgen war. Eine Weile flogen wir wie Vögel durch die Lüfte, immer höher und höher. Ich entspannte mich und genoss die Aussicht. Als wir hoch genug waren rief der Junge mir zu: „Und jetzt runter!“
Und das ging so richtig ab und machte richtig Spass. Ich schrie, weil ich es hier konnte und fühlte mich unendlich frei. Es war einfach traumhaft. Als es vorbei war und wir wieder auf dem Boden angekommen waren, war ich fast traurig.
„Ein unbeschreibliches Gefühl, oder?“, fragte der Junge und grinste übers ganze Gesicht. Ich nickte nur benommen.
„Auf jeden Fall.“ Auch ich grinste jetzt. Ich konnte gar nicht anders.
„Lust auf mehr?“, fragte er herausfordnernd.
„Was ist denn noch so möglich?“, fragte ich neugierig.
„Alles!“, antwortete er nur.
Ich dachte darüber nach. Dann erschien ein Lächeln auf meinem Gesicht. „Können wir eine Hüpfburg haben?“
Er lachte hell. „Eine Hüpfburg. Ist das dein Ernst?“
„Au ja. Bitte, bitte, bitte“, bettelte ich und setzte meinen Hundeblick auf.
„Na schön. Dann stellt dir doch einfach eine vor“, forderte er mich auf.
„So einfach geht das?“, staunte ich.
„Versuch es.“ Er deutete auf die leere Wiese und ich nickte vor mich hin.
Und plötzlich erschien eine Hüpfburg direkt vor mir. Riesig und einladend. Ich grinste noch mehr. Sofort sprang ich darauf zu und stürzte mich ins Vergnügen. Ich tobte mich aus, lachte und freute mich meines Lebens. Doch irgendwann merkte ich, dass der Junge immer noch auf der Wiese stand und nicht mitmachte.
„Komm her. Los trau dich. Wer hat mir gerade was von geradlinig erzählt? Wir sind hier frei, richtig?“, lockte ich ihn.
„Ich weiß nicht. Ich glaube das ist nichts für mich“, druckste er drum herum.
„Du weißt ja nicht, was du verpasst“, lachte ich dann und zuckte mit den Schultern. Schneller als ich gucken konnte war er bei mir, griff nach meinen Händen und hüpfte mit mir zusammen durch die Burg.
„Und?“, fragte ich als wir beide auf den Boden lagen und uns erholten.
„Unglaublich!“, bestätigte er nur lächelnd.
„Sag ich doch“, nickte ich zufrieden.
„Ich weiß, was wir als nächstes machen“, freute er sich.
„Was denn?“, fragte ich, aber bevor er antwortete saßen wir schon in einem riesigen Riesenrad. Es war dunkel und das Riesenrad beleuchtet und es drehe gemächlich vor sich hin.
„Ein Riesenrad? Ehrlich?“, fragte ich glücklich, denn auch ich liebte Riesenräder.
„Ja, die fand ich schon immer sehr romantisch. Und man kann so viel von so weit oben sehen.“
„Es ist dunkel“, lachte ich.
„Trotzdem“, meinte er hartnäckig. „Das wird übrigens unsere letzte Unternehmung für heute sein. Dann müssen wir zurück.“
„Was, schon?“, fragte ich furchtbar enttäuscht.
„Ich dachte du hast Unterricht“, neckte er mich.
„Ja schon, aber das hier ist so viel lustiger.“ Hier konnte ich mich frei fühlen von allem, was mein Leben betraf.
„Ach, und wer wollte erst nicht herkommen?“ Lachend sah er mich an.
„Ja, ja. Schon gut. Ich werde mich nie wieder beschweren.“
„Dann ist ja gut.“
Wir drehten noch ein paar Runden mit dem Riesenrad bis es verschwand und wir zurück mussten. Plötzlich war ich wieder in dem Schulhof, der Junge verabschiedete und ich musste zum Unterricht. Sich in den Alltag wieder einzufinden war gar nicht so leicht. In Gedanken war ich ständig bei dem Jungen und unseren Erlebnissen. Ich hatte nicht mal seinen Namen. Hoffentlich würde ich ihn wieder sehen. Ich wollte zurück in diese seltsame andere Welt. Zurück zum Vergnügen und frei sein. Abzweigungen zu nehmen war manchmal gar nicht so verkehrt.

Ende

Ha, das war ja doch gar nicht so schwer. Hatte ich erst mal einen Anfang gings. Was sagt ihr dazu?

Schreib mit mir 39/4: Der Film

Ich habe endlich mal wieder einen Teil Schreib mit mir geschafft. Geschrieben habe ich es schon vor längerer Zeit, aber ich bin noch nicht wieder dazu gekommen es abzuschreiben.

Setting:

Dein/e Protagonist/in hatte einen harten Tag und geht zur Entspannung ins Kino. Er/sie ist begeistert vom Film. Am nächsten Morgen wacht dein/e Protagonist/in in genau diesem Film auf. Wie ist er/sie dort hingekommen? Was ist es für ein Film? Hat er/sie eine Chance die Sache zu überleben?

Gegenstände:

Leinwand, Filmrolle, Popcorn

Wortgrenze:

10.000 Worte

Der Film

Oh, man. War ch erledigt, doch nach Hause gehen wollte ich noch nicht. Ich erinnerte mich an einen Film, den ich unbedingt im Kino gucken wollte und ich hatte Lust dazu mal wieder ins Kino zu gehen. Normalerweise ging ich nicht alleine ins Kino, aber manchmal brauchte ich das. Also ging ich ins Kino, kaufte mir die Kinokarte und Popcorn und setzte mich in den Saal. Es dauerte ewig bis der Film mit dem Titel „Fairy Life“ endlich begann, aber dann war ich voll drin. Der Film war richtig gut gemacht und einen Augenblick lang dachte ich, dass es mir dort sehr gefallen könnte. Unter Feen in einer magischen Welt zu leben. Das wäre was.
Nach dem Film ging ich nach Hause. Die Filmrolle des Thies fand ich ja richtig cool und beneidete Lisa richtig um ihren Freund. Noch im Bett hing ich gedanklich in dem Film fest und was sich auf der Leinwand abgespielt hatte war richtig klasse gewesen. Irgendwann schlummerte ich friedlich in meinem Bett ein und wachte erst am nächsen Morgen wieder auf.
Allerdings … Irgendwas stimmte nicht. Ich lag nicht in meinem Bett sondern auf einer Wiese und trug ein sonnengelbes Kleid. Was war denn hier los?
Plötzlich beugte sich ein Junge über mich. So schön und rein und ganz anders als alle Jungen, die ich kannte. Als ich etwas wacher wurde bemerkte ich allerdings, dass mir dieser Junge gar nicht so unbekannt war wie ich dachte. Ich hatte ihn schon mal gesehen? Nur wo?
„Wer bist du?“, fragte ich ihn verwundert.
Amüsiert sah er mich an. „Ach komm schon, Lisa. Da kennst mich seit Ewigkeiten. Tu doch nicht so.“
Lisa? Aber ich hieß nicht Lisa.
„Ich heiße Naya“, berichtigte ich ihn.
Jetzt lachte er so glockenhell, dass es mir durch Mark und Bein ging. „Ja klar. Bei allen Feen. Du bist magisch und brauchst keinen neuen Namen.“
Feen? Hatte ich das richtig verstanden? Feen gab es doch überhaupt nicht. Wer war dieser Junge? Und dann fiel es ihr wie Schuppen vor den Augen. Ich hatte gestern im Kino einen Film gesehen und der hatte von Feen gehandelt. Die Protagonisten hießen Thies und Lisa. Aber das konnte doch nicht sein, oder? Ein ganz übler Verdacht kam in mir hoch. So schnell, dass nicht mal ich mir folgen konnte, stand ich auf und verlor beinahe mein Gleichgewicht.
„Oh, hey. Vorsicht!“, warnte Thies mich überflüssiger Weise und fing mich gerade noch rechtzeitig auf. Alles in mir kribbelte durch seine Berührung.
„Sachte, sachte. Lass uns lieber von hier verschwinden bevo der alte Tony uns sieht.“
„Der Blinde?“, hakte ich vorsichtig nach. Langsam erinnerte ich mich wieder an die Handlung des Filmes.
„Du weißt doch, dass er blind ist“, wunderte sich Thies und beobachtete mich kritisch. „Er ist blind, aber magisch blind. Er sieht trotzdem. Lass uns von hier verschwinden.“
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Den magischen Blinden hatte ich noch gut in Erinnerung. Ich war also tatsächlich in einen Film gelandet, aber wie sowas funktionierte konnte ich mir nicht vorstellen. Wir liefen über die Wiese. Ich konnte mühelos mit Thies mithalten. Ich liebte diese Welt schon jetzt, aber sie war auch nicht ganz ungefährlich.
„Sind wir weit von der Fernstadt entfernt?“, wollte ich wissen.
Fernstadt war die Stadt in der die Protagonisten lebten. Um der Stadt herum lauerte überall Gefahr.
Wieder lachte Thies. „Ach komm schon, Lisa. Sonst bist du doch nicht so ein Angsthase. Was ist denn bloß mit dir los? Wir sind nicht zum ersten mal hier.“
Er nahm meine Hand, zog mich mit sich und nach einiger Zeit gelangten wir in die Stadt. Sie war noch atemberaubender als im Film.
Überall schlängelten sich kleine Häuser durch die Gassen und überall drängten sich Menschen auf den Straßen. Thies führte mich sicher durch die Gassen.
„Wo wollen wir hin?“, erkundigte ich mich bei ihm.
Fassunglos drehte er sich zu mir um. „Ach komm, das kannst du doch nicht vergessen haben. Heute ist doch dein Lieblingstag.“
Mein Lieblingstag? Was meinte er nur wieder damit? Verständnislos sah ich ihn an.
„Was ist denn bloß los mit dir?“, lachte er erneut und kriegte sich kaum wieder ein. „Du bist ja wie ausgewechselt.“
„Ich glaub ich habe Amnesie“, gab ich zur Antwort.
Thies lachte darauf nur noch mehr. „Du bist witzig. Du weißt doch, dass heute der „Fairy Day“ ist. Die Feen kommen auf den Marktplatz und versammeln sich alljährlich und stellen sich schimmernd zur Show. Klingelt da was bei dir?“
„Ist das gefährlich?“, fragte ich nur.
Jetzt lachte Thies nur noch lauter. „So gefährlich Glitzer und Glanz sein kann. Nun komm schon. Lass uns gehen.“ Und damit zog er mich in Richtung Innenstadt. Zumindest vermutete ich, dass er in die Innenstadt wollte. Ich konnte nichts anderes tun als ihm zu folgen. Thies zog mich einfach mit sich und ich ließ es geschehen.
Er hatte nicht übertrieben. Diese Szene gab es im Film nicht, aber es glitzerte und glänzte überall auf dem Marktplatz. Feen waren überall und flogen wild durch die Gegend. Ich starrte sie fasziniert an.
Doch irgendwann flog eine auf mich zu, zog ihren Zauberstab heraus, murmelte irgendwas, plötzlich drehte sich alles und ich wachte in meinem Bett wieder auf.
Nur ein Traum? War das alles nur ein Traum gewesen? Wenn dann war es ein ziemlich verrückter Traum. Mal im Ernst? Ich in einem Fantasyfilm? Ich sollte besser nicht gestresst ins Kino gehen. Dabei kam offensichtlich nichts gutes heraus. Verwirrt versuchte ich wieder einzuschlafen, diesmal aber bitte traumlos.

Ende

Juhu, endlich fertig. Was sagt ihr dazu?

Das Herbstschloss Teil 1

Dieses Schreibklick Thema mag ich sehr gern. Deswegen habe ich auch schon meine Geschichte dazu vorbereitet. Leider wird es wieder eine Fortsetzung.

Herbstfarben: Das Herbstschloss Teil 1

Ich ging gerne im Herbst im Wald spazieren. Die Blätter waren so schön bunt und wenn die Sonne durch die Bäume schien wirkte das fast magisch. Ich liebte Magie. Deswegen las ich auch so viele Fantasybücher. Vor allem Geschichten über Hexen liebte ich. Es durfte auch schon mal gruselig werden. Aber nichts ging über Harry Potter, dem Zauberjungen, der als Halbmuggel in die magische Welt gelangte. Mein absolutes Hexenvorbild war die kluge Hermine. Ich fand sie schon immer klasse. Mein Traumberuf war es deswegen schon immer gewesen eine Hexe zu sein. Auch mit sechzehn Jahren hatte sich daran nichts geändert. Magie war mein Leben.
Allerdings verlangten meine Eltern seltsamerweise, dass ich einen richtigen Beruf studierte. Deswegen hatte ich den Bereich Historik gewählt. Da kommen Hexen wenigstens drin vor. Allerdings hatte ich bis zum Abi noch Zeit. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich viele Freunde hätte, aber ich war schon immer eher ein Einzelgänger. Meine Mitschüler fanden mich sonderbar.
Nur Leni Sophie hing gerne mit mir rum. Sie war selbst etwas sonderbar, zog sich immer schwarz an und schminkte ihre Lippen dunkellila. Sie war hübsch und die Jungs starrten ihr hinterher, aber sie interessierte sich für niemanden ausser Dustin, den anderen sonderbaren Jungen, er sich ähnlich kleidete wie sie und auch noch einen Pircing hatte. Ich musste zugeben, dass die beiden gut zusamen passten.
Ich ging also wie immer durch den herbstlichen Wald und wollte mich wie immer auf den hohen Baumstamm setzen, mein lilanes Notizbuch mit dem Einhorn drauf rausholen und weiter magische Geschichten schreiben. Hier im Wald konnte ich das immer am besten.
Doch heute sollte ich nicht bis zu dem hohlen Baumstamm kommen, denn als ich etwas tiefer in den Wald gelangte, wirbelten plötzlich die bunten Blätter in allen Herbstfarben auf und glitzerten sich im Kreis wirbelnd in der Sonne. Sie wurden immer schneller und plötzlich drehte ich mich mit ihnen, ohne es zu wollen. Ich wirbelte und wirbelte mit den Blättern im Kreis und wurde immer schneller. Plötzlich sah ich Dinge an mir vorbei ziehen. Mir begegneten im Herbstlaub ein strahlend weißes Pferd, ein einzelner heller Stern, eine dunkle Rose, ein paar Wesen, die wie Engel aussahen und viele anderer solcher Dinge. Dann verschwanden die Bilder und ich hörte stattdessen Musik. So schön hatte Musik noch nie geklungen. Als die Musik verklang wurde ich kurz traurig, aber ich wirbelte weiter bis die Blätter sich letzendlich beruhigten, immer langsamer wurden, mich wieder auf der Erde absetzten und dann langsam wieder auf den Boden fielen.
Mir war nicht schwindelig. Ich fühlte mich frei. Der Wald hatte sich nicht verändert, aber ich fühlte, dass etwas anders war. Er sah aus wie vorher, aber die Farben wirkten intensiver und vereinzelte Blätter wirbelten noch imer in der glitzernden Sonne herum. Dann hörte ich wieder die Musik und ich wusste, dass ich ihn ihre Richtung gehen musste.
Ich trat ein paar Schritte vorwärts und wurde dann immer sicherer. Das hier war immer noch mein Wald. Und dennoch wirkte er völlig fremd auf mich.
Die Musik wurde lauter und ich glaubte ein paar Wörter verstehen zu knönnen.

Einsames Herbstkind, sei Willkommen bei uns,
Fühle dich wohl und lerne deine Heimat kennen.
Einsames Herbstkind, sei Willkommen,
Erfreue dich an unserem Wald und erspüre unsere Wunder.
Sehe sie, verstehe sie, fühle sie.
Einsames Herbstkind, du bist jetzt zu Hause,
Finde uns.

Die Strophen wiederholten sich immer und immer wieder wie in Dauerschleife. Ich ging zielstrebig voran, blieb aber immer wieder stehen. Ich glaubte Schatten im Wald zu erkennen. Was hatte ich gesehen? Ein Tier, einen Menschen? War ich in Gefahr?
Doch ich begegnete niemanden. Ich ging tiefer in den Wald hinein und folgte immer noch der Musik als ich plötzlich Glockengeläut hörte. Schnell und voller als würde es direkt vom Himmel kommen. Ich versuchte den Ursprung der Glocken auszumachen, konnte aber nichts erkennen.
Schließlich trat ich auf eine Lichtung und traute meinen Augen kaum. Hier stand ein riesengroßes Schloss in allen Herbstfarben mitten im Wald. Es hatte Türme und Erkern und wirkte total romantisch. Aus dem Schloss klang die Musik und das Glockengeläut und die Herbstblätter wirbelten um das Schloss herum.
Zuerst dachte ich, ich sei allein, aber dann erschienen plötzlich Wesen auf der Wiese. Darunter war das weiße Pferd, dass ich schon im wirbelnden Kreis gesehen hatte. Aber auch viele andere Wesen, die wahrhaft magisch wirkten. Manche glichen Engeln, andere Wesen sahen Feen oder Elfen ähnlich und alle waren sie rein und vollkommen.
Die Menge teilte sich plötzlich und den Gang entlang, den sie bildeten, kam ein Junge auf mich zu. Schon vom weiten wirkte er wunderschön und sonderbar. Als er näher kam, erkannte ich, dass eine Hälfte seines dichten Haares feuerrot war und die andere sonnengelb. Seine Augen waren mintgrün und sein Gesicht ebenmäßig.  Er war kräftig gebaut, aber weder dick noch drahtig und er trug eine grüne, enge Hose und ein gelbes T-Shirt. Als er vor mir stand veränderte sich das Lied um uns herum:

Einsames Herbstkind, bist du endlich angekommen.
Einsames Herbstkind, bleib für immer.
Einsames Herbstkind, rette unsere Welt.
Einsames Herbstkind, bleib bei uns.

Dann verstummte das Lied ganz und der Junge schenkte mir ein Lächeln. Hallo Elena. Willkommen bei uns. Wir freuen uns, dass du da bist.“ Seine Stimme klang sanft und hell und einfach wunderschön.
„Woher kennst du meinen Namen?“, wunderte ich mich.
„Wir kennen die Namen unserer Besucher einfach“, erklärte er nur rätselthaft.
„Und wie heißt du?“, wollte ich nun von ihm wissen.
„Autumn“, antwortete er.
Na, das passte ja. Der Herbst.
„Na komm, lass uns reingehen. Du wirst erwaret.“ Autm nahm wie selbstverständlich meine Hand. Dieser Herbstjunge verwirrte mich, aber ich ließ mich von ihm in das Schloss führen. Seine Hand lag warm in meiner. Was mich da drinnen wohl erwartete? Was machte ich hier? Ich würde es wohl herausfinden müssen …

Fortsetzung folgt …

Auch diese Geschichte ist nun angefangen. Mal sehen wie sie weiter geht. Wie gefällt sie euch?

Das alte Herrenhaus Teil 11

Den nächsten Herrenhausteil habe ich schon vor einer Weile geschrieben. Ich bin nur noch nicht dazu gekommen ihn abzuschreiben.

Hier kommt ihr zu den Vorgängerteilen: Klick

Was zuletzt geschah:

Moritz Freund Richard hatte eine Zeitmaschine gebaut, die Luisa in ihre Zeit zurück bringen konnte.Luisa ist in ihre Zeit gereist, aber Moritz folgte ihr.

Das alte Herrenhaus Teil 11

Geschockt sah ich mich zu Moritz um: „Was tust du hier?“
„Ich hatte erwartet, dass du dich freust mich zu sehen“, beklagte er sich. „Glaubst du, ich lasse dich einfach so gehen, ohne mich zu verabschieden?“
Ich stöhnte. „Was soll ich denn jetzt mit dir machen?“
„Keine Ahnung.“ Er sah sich verwirrt um. „Ziemlich laut hier.“
„Daran wirst du dich gewöhnen müssen“, riet ich ihm. „Komm, wir müssen auf dem schnellsten Weg zu meiner Wohnung. Wir laufen rum wie auf einem Kostümball.“
Ich zog Moritz mit mir und wir überquerten die Straßen, wobei er jedes mal verschreckt zusammen zuckte, wenn Autos vorbeifuhren.
„Was sind denn das für Dinger?“, fragte er entsetzt.
„Das sind Fahrzeuge wie eure Kutschen, nur weiter entwickelt“, erklärte ich.
Wir wurden in unseren Kostümen mehr als einmal seltsam angeschaut. Moritz sah sich um, wie ein fünfjähriger, der eine neue Welt entdeckte. Ich musste aufpassen, dass er nicht stehen blieb und versehentlich überfahren wurde.
„Was tragen die Leute hier denn für komische Kleidung?“, wollte er nun wissen.
„Im Moment sind wir es, die komische Kleidung tragen“, klärte ich ihn auf und zog ihn weiter. Ich war froh als wir in meiner Wohnung angekommen waren und dass ich meine Schlüssel dabei hatte und nicht in der Vergangenheit gelassen hatte. Ich schloss auf und schob Moritz hinein. Auch hier sah er sich wie ein kleines Kind um. Ich hoffte er ließ meine Wohnung heil.
Ich war froh, dass ich hier mein Handy wieder benutzen konnte. Ich schaltete es an und gab mein Passwort ein. Als ich gerade eine Handynummer eingeben wollte kam Moritz zu mir und stupste das Displey an. „Das Ding blinkt ja.“
„Es funktioniert ja auch wieder“, entgegnete ich nur augenrollend. Bevor ich jetzt die Nummer eintippen konnte schlang er seine Arme um mich und drehte mich zu sich um. „Wenigstens du bist normal.“ Dann küsste er mich heftig. Als ich mich wieder atemlos von ihm trennte lehnte er seinen Kopf an meinen.
„Moritz, ich muss dringend telefonieren, bitte.“ Wiederwillig löste ich mich von ihm.
Ich rief Colin an. Einen Freund von mir. Ich bestellte ihn zu mir. Er musste mir helfen. Außerdem konnte er Moritz was zum Anziehen leihen. Ich bat ihn etwas mitzubringen. Er fragte nicht nach.
„Moritz, ich geh mal kurz in mein Zimmer und ziehe mich um. Fass am besten nichts an und setzt dich aufs Sofa. Wenne es klingelt geh an die Tür“, wies ich ihn an.
„Klingelt?“, fragte er verständnislos und ich seufzte.
„Wirst du schon merken.“
Dann verließ ich ihn kurz um mich umzuziehen. Es war schön wieder in meiner eigenen Wohnung und meinen eigenen Welt zu sein. Nachdem ich das Kleid in eine Jeans und einen Pullover getauscht hatte ging ich zurück ins Wohnzimmer. Moritz hatte mein Bücherregal benutz und begutachtete gerade meine Bücher. Ich lächelte, ging zu ihm und legte ihm eine Hand auf seinen Arm.
„Ich hatte nicht erwartet hier eine Bibliothek vorzufinden“, bemerkte er staunend.
„Tja, ich stecke voller Überraschungen“, meinte ich lächelnd.
Als wir uns gerade wieder näherkamen klingelte es. Moirtz schrak zusammen.
„Das ist klingeln“, erklärte ich und ging zur Tür. Ich öffnete sie und Colin sah mich erwartungsvoll an. „Du hast was von Notfall gesagt.“
„Komm rein.“ Und schon zog ich ihn ins Wohnzimmer. Colin entdeckte Moritz sofort. Die beiden musterten sich kritisch.
„Wen hast du denn da abgeschleppt? Einen englischen Soldat?“, fragte Colin und musste sein Grinsen verbergen.
„Ich bin nicht aus England und ich habe sie auch nicht abgeschleppt“, protestierte Moritz sofort. „Wer ist das?“
„Schon gut, Moritz. Colin ist ein Freund von mir. Er wird dir helfen. Er hat ein paar Sachen für dich mitgebracht“, beruhigte ich ihn.
„Sachen?“, fragte dieser nur skeptisch.
„Eine Hose, Boxershorts, einen Pullover“, erklärte Colin ihm und zog de Sachen nacheinander aus seinem Rucksack. Dann reichte er ihm die Kleidung. Moritz sah ihn nur verdutzt an.
„Könntest du die Sachen anziehen?“, fragte ich und führte ihn in mein Zimmer.
„Wie?“, fragte er nur.
„Du schaffst das schon. Hosen trägst du nicht zum ersten mal, oder?“
Er nickte verwirrt vor sich hin und ich ließ ihn allein. Dann ging ich zu Colin zurück.
„Mal im Ernst, Luisa. Wo hast du den denn aufgegabelt?“ Skeptisch sah er mich an.
„Du würdest mir eh nicht glauben“, befürchtete ich.
Er hatte mich längst auf meiner Couch niedergelassen und forderte mich auf: „Versuch es!“
Und dann erzählte ich ihm alles. Von meiner Reise in die Vergangenheit, von Moritz. Einfach alles. Colin warf mir wie erwartet einen skeptischen Blick zu. „Du weißt wie verrückt das klingt, oder?“
„Ja, ich weiß“, seufzte ich nur. War ja klar.
Colin nickte und stellte dann nur fest: „Wenn es stimmt, was du sagst, hast du ein ernsthaftes Problem. “
„Ich weiß“, wiederholte ich nur.
„Okay, mal angenommen ich glaube dir. Dann könnte ich dir helfen.“
Ich seufzte erleichtert. Das hatte ich gehofft. Doch bevor wir das weiter besprechen konnten kam Moritz ins Wohnzimmer und mir stockte der Atem. Die Jeans hing ihm tief in die Hüften, er trug keine Schuhe und er hatte das T-Shirt verkehrt herum angezogen, aber in Colins Outfit sah er einfach zum Anbeißen aus. Wir sahen uns einige Augenblicke einfach nur an und hielten einander mit Blicken fest. Ich war sprachlos und er lächelte schief. Mein Atem ging gleich ein paar Takte höher.
Colin musterte ihn erstmal. „Das reicht fürs Erste, aber wir müssen dringend was mit deinen Haaren anstellen. So kannst du nicht rumlaufen.“
Wie gut, dass Colin seine erste Ausbildung als Friseur gemacht hatte. Gerade war er mitten in der zweiten Ausbildung. Moritz konnte sich auf was gefasst machen.

Fortsetzung folgt …

Juhu, endlich bin ich fertig mit dem Teil. Was sagt ihr so dazu? Mal sehen wie es weiter geht.

Legoland Teil 2

Und nun kommt der zweite Legolandteil. Irgendwie bin ich aktuell am Schreiben, schreiben, schreiben. Das macht aber auch Spass und ich komme mal voran.

Und hier kommt ihr zu Teil 1: Klick

Was bisher geschah:

Im Legoland war Aufruhr. Die Legoleute aus der Menschenwelt sollten wie so oft zurück kommen. Mit Kenny zusammen ging ich zum Marktplatz und wartete auf ihre Ankunft. Währenddessen unterhielten wir uns mit Yvaine, die Besuch hatte.

Legoland Teil 2

Die Ankunft der Legomenschen wirbelte Aufruhr durch unsere Welt. Sie kamen zwar regelmäßig, aber es waren nicht immer alle mit dabei. Pippa und Pane waren schon lange nicht mehr hier.
Schließlich stiegen unsere Besucher aus dem Fluggefährt aus und kamen von der Landebahn her auf uns zu. Es waren einige bekannte wie unbekannte Gesichter mit dabei.
Ich entdeckte Pippa sofort. Sie strahlte geradezu und lief auf uns zu. Sie umarmte uns alle, Pane im Schlepptau, der uns lächelnd zuwinkte. Kenny schien etwas enttäuscht zu sein, weil Jani nicht dabei war, aber als wir uns mit Yvaine, Demi, Pippa und Pane etwas abseits von der Menge setzten, schien er Jani schnell vergessen zu haben.
„Wie läuft es bei den Menschen?“, fragte Yvaine die beiden und sie fingen sofort an zu erzählen.
„Es ist so cool da.“ Bei Pippa war immer alles cool. „Ich lebe bei einer Familie, die selbst für Menschen eigenartig sind. Die Frauen haben pinke Haare und die Männer laufen ganz in schwarz herum und schminken sich. Sie tragen seltsame Kleidung, sind aber herzensgut. Die Kinder sind wirklich süß und sie haben einen Spielroboter mit dem ich mich immer unterhalte.“ Sie klang ganz aufgeregt.
Pane dagegen verzog sein Gesicht. „Dieser Roboter ist ätzend. Die Kinder nennen ihn Lork und immer wenn ich Pippa besuche ist er sofort an ihrer Seite.“
„Lork beschützt mich nur“, verteidigte Pippa besagten Roboter. „Er mag kein Spielzeug, dass er nicht kennt.“
„Ich bin kein normales Spielzeug“, bemerkte Pane nur.
„Ist schon gut.“ Pippa verdrehte die Augen.
„Und wie ist es bei dir, Pane?“, wollte Yvaine nun wissen.
„Ich habe eine Spielzeugfigur namens Sim getroffen. Siim lebt bei einem Teenagerjungen namens Dennis und fühlt sich dort pudelwohl. Er ist nicht direkt eine Legofigur. Er gehört eher zur Duplofamilie. Sim ist klasse.“
„Stimmt, du hast mir von Sim erzählt, oder?“, fiel nun Pippa ein. „Er wohnt im Nachbarhaus von dir, nicht wahr?“
„Ja, genau. Tut er. Jedenfalls ist bei mir zu Hause alles im Lot. Die Kinder sind cool und ich bin ihr Held. Für mich lassen sie alles links liegen. Sie bauen wahre Landschaften und Straßen und ich kann mich dort total austoben. Es gefällt mir dort.“
„Du lässt dich zu sehr gehen“, kritisierte Pippa Pane. „Sport würde dir gut tun.“
„Pah!“, machte Pane abfällig. „Sport ist was für Anfänger. Sowas brauche ich nicht. Nur weil du dich ständig mit den Legobarbies anlegst. Lass mich bloß in Ruhe damit.“
„Die sind alle so schlank. Seht euch die Barbies hier doch mal an. Wie können die nur so schlank sein?“, stöhnte Pippa.
„Du brauchst ihre Schlankheit gar nicht. Du bist gut so wie du bist“; versicherte Pane ihr und wurde rot.
„Oh, dankeschön.“
Kenny und ich lachten. „Mensch, Pane. Du bist ja total der Aufreißer.“
„Ach was“, winkte Pane ab. „Ich doch nicht.“
„Er umgarnt Legobarbie ständig. Wenn er jemanden aufreizt, dann sie“, vertraute Pippa uns an.
„Stimmt doch gar nicht“, währte Pane sofort ab. „Ich steh nicht auf Legobarbie. Sani ist viel zu anstrengend.“
„Das hört sich interessant an bei euch“, fand Yvaine. „Dann werdet ihr gut behandelt?“
„Auf jeden Fall!“, bestätigten beide.
Pippa und Pane waren also zufrieden bei den Menschen.  Kenny und ich wechselten einen Blick und lächelten uns an. Pippa erzählte wieder jede Menge Geschichten. Die Nacht in der Menschenwelt schritt voran und hier ging am Horizont langsam die Sonne unter. Blutrote Streifen bildeten sich am Himmel.
„Warst du schon mal in Amsterdam?“, fragte Pippa mich plötzlich. Wir saßen immer noch am Wasser und ließen die Beine baumeln.
„Amsterdam?“, fragte ich verwirrt. „Nein, was soll das sein?“
„Es ist ein Ort in der Menschenwelt. Soll wunderschön sein dort. Die Menschen, wo ich wohne, wollen dort bald in den Urlaub hin. Ich hoffe sie nehmen mich mit, aber das ist sehr wahrscheinlich. Das Mädchen Janna liebt mich“, erzählte sie.
„Ich war noch nie in der Menschenwelt“, erinnerte ich Pippa nun.
„Solltest du dringend ändern“, riet sie mir fachmännisch. „Es gibt so viele tolle Orte dort. Einige konnte ich mir ansehen, wenn Janna mich mitnahm.“
„Hier ist es auch schön“, hielt ich dagegen, heimatverbunden wie ich war.
„Nicht so wie in der Menschenwelt. Ich muss es wissen. Es ist einfach nicht zu vergleichen.“ Wir schwiegen eine Weile, dann fragte Pippa mich: „Es ist wegen ihm, oder?“ Sie deutete auf Kenny.
„Was?“, fragte ich entsetzt darüber, dass ich so leicht zu durchschauen war.
„Keine Sorge. Er hat es bestimmt nicht bemerkt. Aber ich finde es süß. Du hast die richtige Wahl getroffen.“ Sie grinste schief.
„Er interessiert sich doch gar nicht für  mich“, wehrte ich ihre Aussage ab.
„Und ob er das tut“, versicherte Pippa mir und klang sehr sicher. „Er ist der Richtige für dich.“
Ich verdrehte die Augen und beobachtete Kenny. Er unterhielt sich angeregt mit Pane.
„Komm!“, forderte Pippa mich auf, stand auf und zog mich hoch. Ich habe Lust ein wenig spazieren zu gehen. Begleitest du mich?“
„Klar“, nickte ich zustimmend und so standen wir dort und hüpften begeistert durch meine Welt.
In Gedanken fragte ich mich die ganze Zeit ob Pippa Recht hatte wegen Kenny. War er wirklich an mir interessiert?

Fortsetzung folgt …

Juhu, noch ein Teil vom Legoland ist fertig. Irgendwie hat diese Welt ja was. Was meint ihr?