Etüde 12/26: Das magische Korsett Teil 4

Und wieder gibts eine Etüde und ich bin mit dabei.

Picknickdecke
Verwegen
Recherchieren

abc.etüden 2021 23+24 | 365tageasatzaday

Das magische Korsett Teil 4

Ich war erstaunt als ich richtig in den Innenhof kam. Hier sah es gar nicht mehr so mittelalterlich aus. Hier gab es an jeder Ecke auf den Wiesen je eine Picknickdecke zu finden. Die Menschen saßen da drauf und lachten und unterhielten sich. Es war irgendwie ein bizarres Bild.

„Sie sehen überrascht aus? Sehen die Höfe Ihrer Burgen anders aus?“, fragte der fremde Mann neben mir und sah mich verwegen an.
„Doch, aber Picknicke sind bei uns nicht unbedingt gängig“, erklärte ich. Zumindest kannte ich das nicht von den Geschichtsbüchern her.
„Hier in der Gegend ist das normal, aber ich habe schon öfter von so seltsamen Bräuchen gehört. Kommen Sie. Gehen wir zu meinem Platz.“

Verwirrt ging ich ihm hinterher. Er hatte tatsächlich einen eigenen Picknickplatz. Wir setzten uns auf seine Decke und wir teilten uns sein Brot.

„Wie heißen Sie eigentlich?“, fragte ich ihn neugierig, denn ich war mir sicher, dass das hier ein verrückter Traum sein musste. Da konnte nichts schief gehen, oder?“
„Joseph William der II. aus Grenford“, stellte er sich vor. „Und ihr seid?“
„Lady Clementine aus Everworld“, stellte ich mich vor in der Hoffnung, dass es diesen Ort nicht wirklich gab.
„Freut mich Sie kennen zu lernen, Lady Clementine. Wirklich überaus erfreut.“
Offensichtlich nicht, denn er wirkte überhaupt nicht misstrauisch.
„Mich ebenfalls“, sagte ich und nahm mir vor zu Hause über ihn zu recherchieren. Vielleicht fand ich ja was über ihn im Internet. Wer wusste das schon so genau?

Fortsetzung folgt ….

Und, was meint ihr?

Etüde 11/25: Das magische Korsett Teil 3

Heute gibts wieder eine Etüde und ich bin mit dabei.


Korsett, rechtsdrehend, dampfen
Baracke, lau, widerfahren.

Extraetüden 22.21 | 365tageasatzaday


Das magische Korsett Teil 3


Aber bevor ich dazu kam sprach mich der Mann an. Er musterte mich und mein Korsett von oben bis unten. Ich musterte ihn meinerseits, aber nicht rechtsdrehend. Ich musste bei diesem Gedankenspiel innerlich grinsen. Dennoch konzentrierte ich mich auf den Mann. Ich konnte ihn nicht einschätzen.

„Guten Tag. Sind Sie neu hier?“, fragte er mich und ich hatte das Gefühl etwas über seinem Kopf würde dampfen. Aber vermutlich bildete ich mir das nur ein. Was war nur los mit mir?
„Ja, ich bin gerade angekommen und durch Zufall auf diesen Ort gestoßen“, antwortete ich.
Ich sah unsicher zu der Baracke hinter ihm. Ich wusste immer noch nicht was ich davon halten sollte.
„Wo kommen Sie denn her?“, fragte er mich neugierig.
Unsicher sah ich mich um. Was sollte ich darauf antworten?
Ich entschied mich für diese Version: „Ich komme von weit her. Ein unbekanntes Land.“
Das war wenigstens nicht gelogen.
Gut für mich, dass er diese Antwort akzeptierte.
„Dann kommen Sie mal mit. Ich führe sie ein wenig rum“, bot er mir an und so folgte ich ihm hinter die Mauern.
Was hatte ich für eine andere Wahl?

Der Wind kam zurück und wehte erneut lau um mich herum. Was würde mich hinter diesen Mauern erwarten? In was für eine Welt war ich da geraten? Ich konnte jetzt nur abwarten und gucken. Erneut fragte ich mich, was mir widerfahren war. Wie kam ich von hier weg?

Ich würde es gleich erfahren, denn der Mann vor mir ging schnellen Schrittes. Die Mauern waren jetzt auf der anderen Seite und ich entdeckte lauter Menschen im Inneren eines Hofes. Ich fühlte mich wie im Mittelalter und blieb dicht an der Seite meines Begleiters. Als Frau war ich hier bestimmt nicht sicher. Ich wusste auch nicht, ob ich ihm trauen konnte, aber ich hatte keine andere Wahl. Und ich war wirklich gespannt darauf, was mich nun erwartete.

Fortsetzung folgt …

Und was meint ihr?



Etüde 10/24: Das magische Korsett Teil 2

Heute gibts wieder eine Etüde und ich bin mit dabei.

Hier gehts zum ersten Teil: Klick

Das magische Korsett Teil 2

Baracke
lau
widerfahren.

abc.etüden 2021 20+21 | 365tageasatzaday

Es änderte sich lange nichts, doch schließlich gelangte ich zu einem Ort mit Steingebäuden. Sie wirkten verlassen und erinnerte mich an die ein oder andere Baracke. Verwundert fragte ich mich, was das hier für ein Ort war. Er passte nicht hierher. Genauso wenig wie ich in meinem Korsett. Doch je näher ich kam, desto lebhafter wurde es. Verwirrt sah ich mich erneut um. Die Baracken blieben, aber offenbar wohnten hier tatsächlich Menschen. Zögernd trat ich näher.

Der Wind war lau, aber spürbar da. Die Menschen waren ähnlich gekleidet wie ich, aber etwas einfacher. Und dann stand ich mitten in einem mittelalterlichen Hof. Zunächst bemerkte mich niemand und ich konnte mich ungeniert umsehen. Doch dann bemerkte mich ein Mann.

Wir sahen einander lange an. Er wirkte rau, aber attraktiv. Doch ich hatte keine Ahnung, wer er war? Oder was für eine Welt das war? Was würde mich hier erwarten? Was war mir bloß widerfahren und wie kam ich wieder nach Hause? Musste ich bloß das Korsett ausziehen oder brauchte ich dafür auch wieder Schaufenster? Vielleicht sollte ich einen Test vagen.

Fortsetzung folgt ….

Etüde 9/23: Das magische Korsett Teil 1

Heute ist die erste Geschichte ohne verlorene Leben. Daran bin ich gar nicht mehr gewöhnt.

Korsett
rechtsdrehend
dampfen.

Mal schauen, was man aus diesen Wörtern machen kann.

Das magische Korsett 1

An einem grauen Sommertag ging ich im Regen spazieren. Sie sah in einem Schaufenster in Korsett, wo es nicht hingehörte. Verwirrt starrte ich es an. Warum irritierte es mich so? Ich stellte mich rechtsdrehend, aber es veränderte sich nichts. Das Korsett war immer noch da. Ich schaute es mir genauer an. Das Korsett sah altmodisch aus und wirkte wie nicht wie aus dieser Zeit. Ich ging näher heran und wollte das Schaufenster berühren. Doch da löste es sich einfach so in Luft auf. Ich fiel in das Fenster und sobald ich das Kleid berührte, trug ich es am Körper. Verwundert sah ich an mir herunter.

Und dann fing es vor meinen Augen an zu dampfen und das Schaufenster verschwand vor meinen Augen. Ich kam auf eine Straße, die sehr vernachlässigt wirkte. Es wirkte so anders hier. Irgendwie ruhiger und natureller. Wo befand ich mich hier? Mir blieb nichts anderes übrig als in eine Richtung zu gehen um es heraus zu finden.

Doch je weiter ich ging, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht voran kam. Irgendwas stimmte hier nicht, aber ich kam nicht drauf was. Verwirrt versuchte ich heraus zu finden, was hier los war.

Fortsetzung folgt …

Tja, schon ziemlich am Anfang wusste ich, dass es wieder eine Fortsetzung wird. Mal sehen was die nächsten Wörter bringen.

Was meint ihr?

Etüde 8/22: Verlorene Leben Teil 18

Heute gibts wieder eine Etüde und ich bin mit dabei.

abc.etüden 2021 16+17 | 365tageasatzaday

Verlorene Leben Teil 18

Pfanne
glücklich
trennen.

Wir saßen bei Linnea und die Stunde war fast vorbei. Sie war schon längst wieder bei ihrem Trank. Allerdings kam sie jetzt mit einer Pfanne zurück, wo es fröhlich vor sich hin brutschelte. Noura und sie zogen sich zurück, damit sie ihm den Trank auf die Haut massieren konnte. Sam und ich warteten auf sie.

Als sie wieder kamen war Noura sehr ruhig. Erwartungsvoll sah ich die beiden an. Linnea lächelte. Ich lächelte zurück. Sie hatte es geschafft. Es hatte funktioniert. Ich war so glücklich und fiel Noura in die Arme.

Aber er war immer noch so still. Ich erkundigte mich bei Linnea was los war. Sie seufzte tief.
„Er wird mit dir kommen, aber er wird nie mehr hierher zurück können“, antwortete sie. „Der Trank ist zu stark. Die Wirkung zu heftig für ihn.“
Was immer das heißen mochte. Doch es traf ihn. Das sah ich ihn an.
„Oh, nein, Noura“, rief ich entsetzt aus. Ich kann verstehen, wenn du hier bleiben willst.“
Hier war sein zu Hause und er musste sich davon trennen.
„Nein, ich komme mit. Ich will in deine Welt“, antwortete er.

Und so verabschiedeten wir uns von Linnea und gingen zurück nach Hause. Noura musste in meine Welt eingeführt werden, aber das würden wir schaffen. Er bekam eine Identität und ein Leben. Die Hauptsache war, dass der Fluch gebrochen war und er bei mir war. Für immer. Alles andere würde sich schon fügen. Doch die Magie würde uns verlassen. War das jetzt gut oder schlecht?

ENDE

So, spontan hab ich es jetzt abgeschlossen. Sonst hätte es sich noch zu lange hinaus gezögert. Dazu hatte ich keine richtige Lust mehr und es passte gerade.

Was meint ihr?

Writing Friday 5/ 21: Das etwas andere Verrückte Labyrinth

Heute bin ich mal wieder beim Writing Friday dabei und habe wieder eine Geschichte für euch.

  • Das etwas andere Spielbrett – Du landest als kleine Spielfigur auf dem Spielbrett deiner Wahl (Monopoly, Mensch ärgere dich nicht etc.) erzähle uns von diesem Abenteuer.

Das Labyrinth, dass mich empfing fand ich gruselig. Ich hatte keine Ahnung wie ich hier rein geraten war. Und erst recht wusste ich nicht, wie ich hier wieder rauskommen sollte. Zunächst mal blieb es ein ganz normales Labyrinth. Allerdings begannen sich irgendwann die Wege an zu verschieben. Ich rannte, aber ich verirrte mich nur noch mehr. Doch plötzlich veränderte sich wieder etwas. Ein Gegenstand blinkte plötzlich vor mir auf und verschwand wieder. Es sah aus wie ein Schlüssel. Dann sprach eine Stimme zu mir.
„Finde die Gegenstände nacheinander und dann zeigen wir dir den Weg raus. Schiebe mit den Karten um dir einen Weg frei zu machen.“
Ähm, was? Das klang ja wie beim verrückten Labyrinth. Moment mal, war ich etwa im verrückten Labyrinth? Das war doch verrückt.
Allerdings war ich tatsächlich nur von grünen Wänden umgeben und wusste nicht, wie ich sonst rauskommen sollte. Also blieb mir wohl nichts anderes übrig als einen Versuch zu starten. Aber wie sollte ich die Wege frei schieben?
Doch dann lief ich einfach los. Ich musste den Schlüssel finden. Doch irgendwann stoß ich wieder vor eine Mauer. Ich seufzte. Und was jetzt?
Plötzlich erschien eine Karte vor mir. Die sah tatsächlich aus wie die vom Verrückten Labyrinth. Ich nahm sie und versuchte sie in die Hecke zu schieben. Es funktionierte tatsächlich. Die Hecke bahnte mir einen Weg. Und dort auf einem Podest sah ich den ersten Gegenstand für mich. Den Schlüssel.
Doch dann kam ein Mann und nahm sich den Schlüssel. Warum hatte er ihn mir geklaut? Und dann ging mir auf, dass ich wohl doch im Verrückten Labyrinth stecken musste. Ich hatte einen Gegner und den musste ich besiegen. Dann los.
Ich lief weiter und verfolgte meinen Rivalen. Wer war er und warum war er mein Gegner? Wer hatte uns hier her geschickt? Vielleicht konnten wir zusammen arbeiten und so das Spiel überlisten.
Doch ich holte ihn nicht ein. Statt dessen erschien ein neuer Gegenstand in der Luft. Es war ein Schwert und das würde ich mir holen. Ganz sicher. Ich lief los. Die Wege waren frei. Ich brauchte gar nichts zu schieben. Offenbar musste man hier nur wirklich schieben, wenn es Hindernisse gab. Ich schnappte mir das Schwert auch der Junge hinderte mich nicht daran. Das Schwert war klein, aber es fühlte sich echt an. Wie ein richtiges Schwert. Ich steckte es ein. So suchte ich eine Weile weiter meine Gegenstände. Ich bekam noch den Ring und die Karte. Die Karte war lebendig und zeigte die versteckten Wege. Sehr praktisch. Dem Jungen begegnete ich erstmal nicht mehr.
Doch das nächste Symbol auf meiner Liste war das Gespenst. Ich schluckte. Das konnte ja heiter werden. Sicher war das ein lebendiges Gespenst. Ich sah auf meiner Karte auf und es war tatsächlich da. Aber es war am Rand des Spielfelds. Konnte es heraus geschoben werden? Was, wenn der Junge das andere Gespenst hatte, dass gleich daneben lag?
Ich rannte los und versuchte möglichst ohne Wände durchzukommen, aber ganz funktionierte das nicht. Und dann prallte ich mit dem Jungen zusammen. Den zeigte mir meine Karte dummerweise nicht an. Es haute uns beide um und so lagen wir erst mal im Gras. Uff.
Der Junge rappelte sich zuerst wieder auf und zog mich dann mit hoch. Er versuchte mir erst gar nicht meine Gegenstände zu klauen.
„Danke“, sagte ich.
„Du bist also auch hier gefangen?“, fragte der Junge mich.
„Sieht so aus“, seufzte ich.
„Vielleicht sollten wir uns gegenseitig unterstützten“, überlegte er.
„Wie meinst du das?“, fragte ich ihn.
Doch bevor er antworten konnte tat sich wieder was im Labyrinth. Die Mauern verschoben sich und rissen uns auseinander. Wir waren wohl doch Gegner. Immerhin war das im richtigen Spiel auch so.
Also lief ich weiter. Ich sammelte noch ein paar Gegenstände. Allerdings begegneten mir nicht nur Gegenstände. Ich hatte auch einen Kampf mit einer Spinne und eine Eule flatterte um mich herum. Doch irgendwann sah ich einfach keine Dinge mehr. Hatten wir alle Karten gesammelt?
Zumindest kamen wir irgendwie zu einem Platz mit Feldern wie beim Spielfeld. Dort waren alle Figuren aus dem Spiel abgebildet. Die, die ich gesammelt hatte waren auf meiner Seite und die des anderen Jungen auf seiner. Und dann wurden in der Mitte die Zahlen unserer Karten angezeigt. Offenbar hatten wir Gleichstand erzielt.
Dann hörten wir eine Stimme um uns herum.
„Ihr habt es geschafft und genau gleich viele Karten gesammelt. Ihr kommt beide frei.“
Und somit erwachte ich aus meinem Traum. Nur ein Traum? Uff. Was hatte ich denn für Träume? Aber ich war erleichtert. Das war doch schon sehr schräg gewesen.

Ende

Und was meint ihr?

Etüde 6 2021: Verlorene Seelen Teil 16

Heute gibts wieder eine Etüde und es geht weiter mit meinen verlorenen Leben

abc.etüden 2021 12+13 | 365tageasatzaday

Dackelfalten
fruchtig
scheppern.

Verlorene Leben: Teil 16

Sam war zurück und Noura und ich warteten gespannt darauf, was er herausgefunden hatte. Er sah aus als hätte er irgendwie Dackelfalten im Gesicht, aber ich erkannte auch ein Grinsen darin.
„Und was ist jetzt? Konntest du was rausfinden?“, fragte ich ihn.
Sam erzählte uns von seiner Begegnung mit seiner Bekannte und was sie erzählt hatten. Es gab einen Hoffnungsschimmer. Gott sei Dank. Das schien immerhin fruchtig zu sein.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Noura ihn.
„Wir werden zu ihr gehen. Dann kannst du den Trank nehmen und in deiner Welt leben. Oder auch hier, aber du bist nicht mehr so zerstörerisch“, fand Sam.
Er hatte Recht. Vielleicht würde es scheppern, aber dann taten wir das Richtige. Noura musste den Fluch los werden. Das wussten wir beide.
Und so machten wir uns auf den Weg in die magische Welt. Ich war ziemlich aufgeregt und hoffte natürlich, dass Noura danach mit mir in meine Welt zurück kam. Ich wollte ihn richtig kennen lernen unter normalen Umständen. Es musste einfach klappen. All meine Hoffnungen lagen auf Sams Lösung und Nouras anschließenden Rückkehr. Doch jetzt war der Zauber erst mal das Wichtigste.

Fortsetzung folgt ….

 

Writing Friday 4/21: Das Computer – Date

Heute gibts tatsächlich noch mal eine Geschichte von mir. Ich habe wirklich noch mal was fertig bekommen.

  • Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: Flirten, Lächeln, durchschaut, grossartig, hibbelig

Das Computer-Date

Mir war langweilig. Ich saß am PC und wusste nichts mit mir anzufangen. Und so suchte ich Dating-Portale durch. Sowas machte ich eigentlich nie. Ich musste schon sehr verzweifelt sein. ich sah mir die Typen  auf der Seite an. Einige davon sahen gar nicht so schlecht aus. Ich sah mir die, die mir gefielen, genauer an. Einer stach mir besonders ins Auge. Er hatte blauschwarzes Haar und strahlend blaue Augen.
Ich schrieb ihn an. Er antwortete recht schnell. Wir schrieben hin und her und das Flirten fiel uns leicht. Es passte einfach von Anfang an. Allerdings sahen wir uns zunächst Monate lang nicht. Wir schrieben nur. Aber es war intensiv und ausführlich.
Aber irgendwas war an ihm auch seltsam. Er wirkte als wäre er nicht von dieser Welt. Ich konnte es nicht genau benennen. Es war als fühle ich ihn durch den Computer. Als würde ich sein Lächeln sehen und spüren wie er mich berührte. Dabei sah ich ihn nicht mal.
Aber es hatte was besonderes an sich. Irgendwie war es intimer. Aber auch ein wenig gruselig. Doch ich schrieb weiterhin mit ihm. Es machte einfach zu viel Spass.
Irgendwann schlug er ein Treffen vor. Das verunsicherte mich nun doch. Ich fühlte mich durchschaut. Ich wusste selbst nicht, warum. Eigentlich wollte ich das ja. Aber ich war auch nervös. Ich würde ihn wirklich treffen. Das drang jetzt erst zu mir durch. Aber mich verwirrte etwas, dass wir keinen Treffpunkt vereinbart hatten. Wie sollten wir uns dann treffen?

Als es so weit war, war ich immer noch nicht schlauer. Ich blieb einfach zu Hause und war frustriert. Was für eine Pleite. Doch dann hörte ich auf einmal etwas in meinem Büro. Merkwürdig. Da war doch keiner. Also ging ich nachsehen. Und da stand er direkt vor mir. Mein Online-Date. Mit offenen Mund starrte ich ihn an. Ich wusste nicht, ob es großartig war, dass er hier war, oder gruselig.
„Was machst du hier?“, fragte ich ihn.
„Wir hatten doch ein Date“, erwiderte er nur verwirrt. „Ich bin Julian.“
„Ich weiß, wer du bist“, erwiderte ich. „Aber eigentlich dachte ich, du kommst durch die Tür. Es war abgeschlossen. Du kanntest nicht mal meine Adresse.“
„Oh, ach so.“ Er wirkte wirklich überrascht. „Ich bin durch den Computer gekommen.“
Ich starrte ihn an, als sei er ein Auto. Er seufzte.
„Wirklich. Ich zeig es dir.“
Und somit schlüpfte er durch den Computer und kam wieder heraus. Ich konnte das gar nicht glauben.
„Wie hast du das gemacht?“, fragte ich ihn und wurde ganz hibbelig. Das war doch nicht normal. Deswegen fügte ich noch ein: „Was bist du?“ hinterher.
„Ich habe es irgendwie mit Technik“, antwortete er. „Die hat mich schon immer magisch angezogen. Irgendwann habe ich damit rum experimentiert. Irgendwie bin ich dabei darauf gestoßen in den Computer rein zu krabbeln. Das ist schon ziemlich cool. Aber ich mache es nicht so oft.“
Ich starrte ihn nur an. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, hätte ich es nicht geglaubt. Aber so war es wahr. Er konnte durch Computer wandeln.
„Und jetzt? Wie stellst du dir das vor?“, fragte ich nur, weil ich nicht wusste, was ich sonst sagen sollte.
„Keine Ahnung. Das musst du entscheiden. Möchtest du noch ein Date mit mir oder nicht?“, fragte er nur.
Ich seufzte tief. Eigentlich kannte ich die Antwort bereits. Deswegen stimmte ich einem Date zu. Ich lernte ihn besser kennen. Ihn und seine komische Fähigkeit. Wir zogen zusammen und bastelten zusammen daran weiter. Es war schon ziemlich cool. Er hatte einfach was. Aber was noch wichtiger war: Wir waren zusammen glücklich und es passte zwischen uns. Ein Computer Date, dass mein Leben verändert hatte. Wie passend.

ENDE

Und was meint ihr?

Etüde 5 2021: März: Verlorene Seelen Teil 15

Heute gibts wieder eine Etüde und ich bin mit dabei.

Die Verlinkung zu den anderen Teilen findet ihr hier: klick

abc.etüden 2021 10+11 | 365tageasatzaday

Verlorene Leben Teil 15

Klassenkeile
schwammig
trödeln.

„Na, ja. Weißt du. Noura hat diese Vorstellung von einer Spaltung der Welt gehabt. Wie bei Klassenkeilen etwa. Er war nicht böse, aber er hatte auch nichts Gutes vor. Das musste ich verhindern“, erzählte sie mir.
„Und dafür musstest du ihn gleich so verfluchen?“, fragte ich verwirrt. War das nicht etwas hart?
„Nein, vermutlich nicht“, gab sie zu. „Das war etwas schwammig, aber es ist nun mal passiert.“
„Und wie kann man es wieder rückgängig machen?“, wollte ich nun wissen. Das war ja nun die Frage, weswegen ich hergekommen war.
„Ich habe einen Gegenzauber. Ich habe Noura damals verflucht, weil er lernen sollte, was Liebe ist. Wenn er deine Freundin nicht dazu bringen kann, dass sie ihn liebt, gibt es noch ein Mittel, aber nur eines. Es ist ein Trank. Er kann ihn nehmen, aber vorher will ich mit ihm reden“, forderte sie.
„Das kriege ich hin. Aber dann kann er wieder normal hier hin, ohne bei uns was zu zerstören?“, hakte ich sicherheitshalber noch mal nach.
„Ja“, antwortete sie. „Auch, wenn es natürlich schöne wäre, wenn er sich vorher verlieben würde.“
„Ich glaube, er ist auf einem guten Weg. Aber es ist schwer sich in jemanden zu verlieben, der so zerstörerisch ist. Wenn ich ihn hier her bringe wird sich das hoffentlich ändern.“
Ich war zufrieden mit dem, was ich erreicht hatte. Jetzt konnte ich zurück zu meinen Freunden. Ich würde wieder kommen. Und dann würden wir wieder in Frieden leben können …

Fortsetzung folgt …

Und, was meint ihr?

Etüden 4 2021: Februar: Verlorene Seelen Teil 14

Heute gibts wieder die Etüden und es geht weiter mit meinen verlorenen Seelen.

abc.etüden 2021 08+09 | 365tageasatzaday

Verlorene Seelen Teil 14

Strickjacke
trügerisch
entdecken.

Sie trug eine weiße Strickjacke zu einem Kleid und wirkte wie ein Engel. Ich konnte sie nur anstarren. Dann gab ich mir einen Ruck und seufzte. Es war viel zu lange her.
„Ich bin wegen Freunden hier“, erklärte ich ihr dann.
„Was für Freunde sind das?“, fragte sie und ließ nicht durchblicken, was sie fühlte. Meine Reaktion auf sie konnte durchaus trügerisch sein.
„Sagt dir der Name Noura was?“, fragte ich zurück.
Sie seufzte tief, was vermutlich ja bedeutete. Ich sah sie fragend an.
„Was hat er nun wieder angestellt?“, fragte sie nur.
Ich berichtete ihr kurz, was geschehen war und was das für Auswirkungen auf meine Welt hatte.
„Jetzt müssen wir eine Möglichkeit finden um ihn zurück zu holen. Bei uns kann er nicht bleiben“, schloss ich meinen Bericht ab.
„Und da dachtest du, du findest die Lösung bei mir?“, fragte sie skeptisch. „Wieso sollte ich die Lösung des Rätsels entdecken?“
„Das dachte ich gar nicht“, erklärte ich ihr. „Ich kam allgemein in diese Welt um mehr heraus zu finden. Aber du bist mein einziger Anhaltspunkt, wo ich anfangen könnte zu suchen.“
„Tja, du hast Glück. Ich muss gestehen, dass ich ihn mit diesem Fluch belegt habe.“
„Was?“, fragte ich sie und sah sie fassungslos an. Wie konnte das sein? Aber was wusste ich schon von diesem Fluch oder Noura. Vielleicht hatte er es ja verdient gehabt. Ich war jedenfalls gespannt auf ihre Geschichte.

Fortsetzung folgt …

Und was meint ihr?