Das Splitterkabinett Teil 2

Und hier kommt der zweite Teil meiner Spiegelsplittergesellschaft. Dann mal los.

Das Splitterkabinett Teil 2

In der nächsten Woche sahen wir uns das Splitterkabinett nun wirklich mal an. Das war auch gut so, weil Leo praktisch von nichts anderen mehr redete. Es war in einem großen Gebäude mit Klinkersteinen. Es wirkte hübsch, aber nicht besonders. Als wir eintrafen betraten wir eine Eingangshalle mit vielen Spiegeln drin. Am Empfang saß eine ältere Dame, die uns interessiert musterte.
„Wir möchten uns gerne das Splitterkabinett ansehen. Samt Splitterwesen“, sagte Leo freundlich.
„Einen Moment, bitte.“ Die Empfangsdame drückte auf einen Knopf und wenig später kam eine Gestalt zu uns. Er war halb Mann, halb Spiegelsplitterwesen.
„Sie wollen sich also unser Kabinett ansehen?“, fragte er und musterte uns ebenso neugierig wie die Empfangsdame eben.
„Allerdings“, bestätigte Leo ihm.
„Dann folgt mir, bitte.“ Wir werden durch einen langen Gang geführt, an dessen Ende sich Fahrstühle befanden. Wir stiegen ein und begeneten weiteren Spiegeln. Sofort veränderte sich der Mann und passte sich den Spiegeln vollkommen an. Das einzige, was ihn von den Spiegeln unterschied waren die Splitter und der Schimmer, der ihn umgab.
„Wie funktioniert das so?“, fragte Leo unseren Gegenüber. „Wie werdet ihr zu den Splitterwesen?“
„Ihr müsst eins werden mit der Magie“, erklärte er uns als wären wir seine Kinder.
„Der Magie?“, fragte Leo verblüfft.
„Die Magie der Spiegel. Verinnerlicht sie und werdet wie sie.“ Er deutete auf die Spiegel an der Wand. „Ihr müsst die Spiegel spüren.“
Okay. Das war krass. Magie? Das konnte doch nicht sein.
Die restliche Fahrt velief schweigend bis wir schließlich oben ankamen und die Türen aufgingen. Da staunten wir nicht schlecht. Wir gelangten in eine vollkommene Spiegelwelt.
„Willkommen in unserem Spiegelkabinett“, verkündete der Mann. „Mein Name ist Kab und dass sind meine Freunde.“ Eine Reihe von Spiegelwesen starrte uns entgegen.
„Wow“, hauchte ich nur.
Es sah wirklich beeindruckend aus. Diese vielen Spiegelsplitter auf einem Haufen.
„Versucht es selbst“, forderte der Mann uns auf und plötzlich merkte ich den Spiegelsplitter, den ich aufbewahrt hatte, aufgeregt in seinem Kästchen zappeln, ohne mich zu verletzten.
„Oh, du bist Splitter.“
„Was? Woher kennst du meinen Spitznamen?“
Kab deutete auf Leo und ich sah ihn fragend an.
„Als der Spiegelsplitter dich erreichte hast du dich mit dem Spiegelkabinett verbunden. Du bist der Anfang!“
„Woher weißt du das?“, fragte ich ihn staunend.
„Kab hat mich aufgespürt nachdem er dich gesucht hat. Er wollte, dass ich dich hierher bringe“, gestand er mir.
Bevor ich weiter nachfragen konnte forderte mich Kab auf: „Denk an das, zu dem du werden willst. Du gehörst zu uns.“
Also dachte ich an die Spiegel und Splitterwesen, die ich gesehen hatte und wurde einer von ihnen. Ich verband mich mit ihnen und war plötzlich wie Kab.
„Willkommen zu Hause“, grinste Kab und von da an geriet ich in eine vollkommen neue und wunderbare Welt, aber Leonard blieb immer an meiner Seite. Auch er bekam einen Spiegelsplitter geschenkt.

Ende

Und was sagt ihr zu den Spiegelsplitterwesen und dem Ende. Etwas kürzer diese beiden Teile, aber immerhin.

Das 6. Wort 2017: Splitter: Das Spiegelkabinett

Das sechste Wort ist an der Reihe und ich bin gerne mit dabei, denn ich habe eine Geschichte zum Wort Splitter erfunden.

Das Splitterkabinett Teil 1

„Splitter!“, rief Leonard mir zu. Er stand ein paar Meter von mir entfernt und grinst mich an. „Komm, trau dich!“
„Du weißt, dass ich diesen Kirmes hasse. Muss das sein?“, fragte ich ihn nur.
„Du kannst dich nicht ewig davor drücken. Na komm schon, Splitter. Das wird lustig.“
Ich hasste es, wenn er mich so nannte. Den Beinamen hatte ich bekommen als ich den Splitter eines Spiegels fand. Winzig klein. Seitdem steckte er immer in einem Kasten, den ich mit mir in meiner Hosenstasche rumtrug. Manchmal holte ich den Splitter raus und dann fing er oft in allen Farben an zu schimmern. Eigentlich hieß ich Clementine, aber so nannte mich in meinem Freundeskreis kaum noch Jemand.
„Na los, Splitter“, lockte mich Leonard weiter. „Tu es für mich.“
Mist! Aus der Sache kam ich nicht mehr raus. Wenn er mir so kam gewann er immer. Das wusste er auch ganz genau.
„Na schön“, gab ich also auch nach. „Aber nenn mich nicht Splitter.“
„Wie denn dann?“, neckte er mich. „“Clemmi, Split oder doch lieber Clem?“
Ich seufzte und antwortete nur: „Clem ist schon in Orndung.“
„Okay Clem. Dann lass uns loslegen.“ Er griff nach meiner Hand und zog mich Richtung Kirmes. Ich ließ mich jedes Jahr aufs neue dazu überreden. Sowas Dummes aber auch.
Ich hielt mich dicht an Leos Seite. „Aber wehe der blöde Clown ist wieder da“, warnte ich ihn. „Der ist wirklich gruselig. Demnächst verfolgt er uns noch mit einer Drohne.“
„Ach komm schon!“ Leo lachte nur. „Der ist doch harmlos. Ich wette der hat nicht mal eine Drohne.“
Und so war mein Schicksal besiedelt. Wir giengen auf den Kirmes. Wie jedes Jahr.

Der Kirmes war voller Leute. Menschenmengen mochte ich nicht. Ich drängte mich eng an  Leo und er nahm wie so oft, wenn ich mich unwohl fühlte, meine Hand in seine. Er war wie immer mein Anker. Wir waren zwar nur Freunde, aber es fühlte sich viel zu oft nach mehr an.
Clowns sahen wir Gott sei Dank erst mal nicht, wobei bestimmt welche unterwegs waren. Dafür gab es viele Süßigkeitenbuden, Karusells, ein Riesenrat (mit dem Leo nachher bestimmt fahren würde) und ein Autoscooter, ich sah eine Geisterbahn und noch viel mehr.
Plötzlich wurde es dunkel am Himmel und gewitterartige Wolken zogen an uns vorbei. Eine männliche Stimme dröhnte über die Besucher. Sie war tief und klangvoll.
„Meine lieben Besucher. Heute wollen wir euch und Ihnen ganz neu unser Spiegelkabintt präsentieren. Viel Spass dabei.“
Leo grinste mich an. Vermutlich wegen dem Begriff „Splitter“ darin. Meinem Spitznamen.
Es wurde langsam heller und durch die Menschenmassen kamen die seltsamsten Figuren, die ich je gesehen hatte. Sie schienen aus Glas zu sein, waren aber voller Spiegelsplitter, als wären sie kürzlich zerbrochen worden. Sie bewegten sich komisch. Als wären sie unförmig. Und sie machten seltsame Verrenkungen, weswegen sie ständig reflektiert wurden und sich spiegelten. Sie schlichen durch die Straßen, während die Menge ihnen Platz machte. Dann fing alles an zu summen und zu klirren, was irgendwie faszinierend klang, aber auch gruselig.
Als nächstes flogen leuchtende Wesen, die Glühwürmchen nicht unähnlich waren, aber doch anders. Sie setzten sich auf die Köpfe der Splitterwesen oder schwirrten um uns herum. Das ganze Spektakel dauerte etwa zehn Minuten. Dann zog das Splitterkabinett an uns vorüber.
Nun erklang erneut die Stimme des erzählenden Mannes: „Liebe Gäste. Bitte besuchen Sie unser Splitterkabinett am Norddeiweg, auch außerhalb dieses Kirmes. Sie werden es bestimmt nicht bereuen.“ Und dann war alles vorbei.
„Oh wow!“, hauchte Leo neben mir. „Wir müssen unbedingt in dieses Kabinett. Ich will wissen wie die Wesen funktionieren.“
War ja klar. Typisch Leo eben. Aber auch ich war neugierig auf dieses Spiegelkabinett. Das ist bestimt einen Blick wert.
Erst mal schleppte Leo mich allerdings weiter über den Kirmes und natürlich fuhren wir Riesenrat.

Fortsetzung folgt ….

Das war mein erster Teil des Spiegelkabinetts. Und was sagt ihr dazu?

Das 5. Wort 2017: Entdecken: Besuch aus Anderswo Teil 2

So, hier gehts weiter mit der Geschichte von gestern. Ich hoffe ja, dass ich das in diesem Teil beenden kann. Ich verbinde es mit dem 5. Wort, denn ENTDECKEN kommt ja öfter drin vor.

Hier kommt ihr zu Teil 1 meiner Geschichte: Klick

Besuch von Anderswo Teil 2

Natürlich kam Matt bei mir unter und Nathan machte sich auf den Weg. Was sollte ich bloß mit ihm machen. Er wirkte irgendwie verloren.
„Und was  machen wir jetzt?“, fragte ich ihn.
„Kann ich deinen Computer benutzen?“, fragte er zurück.
„Klar.“ Ich holte den Lap Top heraus, schaltete ihn an, öffnete das Internet und überließ ihn den Computer.
„Wonach suchst du?“, wollte ich wissen.
„Ich weiß auch nicht. Wir haben ein eigenes Internetportal. Wir haben eine Ahnung wer hinter uns her ist. Vielleicht entdeckte ich ja Hinweise darüber, wo sich die Personen gerade aufhalten“, teilte Matt mir mit.
„Ach, ja. Na klar, eine eigene Internetseite. Was sonst?“, fragte ich nur sarkastisch. Er grinste.
Ich setzte mich neben ihn und sah über seine Schulter. Die Internetportal hieß Fantasy.com. Ha, ha, ha. Wie einfallsreich. Aber ich musste zugeben, dass sie interessant aussah. Es gab Einteilungen der verschiedenen Fantasywesen und Matt klickte auf Vampire. Es gab einen eigenen Chatraum, Informationen, Private Nachrichten und alles, was eine professionellte Internetseite so brauchte.
Er klickte sich durch ein paar neue Beiträge und Nachrichten, dann verschloss er die Seite frustriert wieder und murmelte: „Nichts!“
„Wer ist denn hinter dich her?“, wollte ich nun doch wissen.
„Vampire. Üble Vampire. Ich glaube nicht, dass Nathan was finden wird. Vielleicht sind sie auch schon wieder in unserer Welt“ erklärte Matt mir.
„Und wieso sind sie hinter dir her?“ Ich wurde aus all dem immer noch nicht schlau.
„Es ist besser, wenn du das nicht weißt“, wimmlte er mich ab.
„Matt“, seufzte ich. „Ich nehme mich in deiner Wohnung auf. Da ist es nicht zu viel verlangt mir zu erzählen, worauf ich mich einlasse.“
„Na, schön“, gab er nach. „Aber sag mir später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“
„Bestimmt nicht“, versicherte ich ihm.
„Vampire und Zauberer sind in unserer Welt schon immer verfeindet“, begann er zu erzählen. „Das begann als die Vampirprinzessin Nica mit dem Zauberer Louandas schlief und dann sein Kind mit in ihre Welt nahm. Louandas war richtig wütend und suchte Nica sein Leben lang. Schließlich fand er sie und ermoderte sie. Schließlich waren es die Vampire, die gegen die Zauberer kämpften und so ging es immer weiter. Irgendeinen Grund gab es immer. So auch bei uns. Zackary ist der Anführer der Vampire. Und er hat als er an die Macht kam nicht lange gefackelt und unserem Anführer Nott den Krieg erklärt. Was auch sonst? Jedenfalls sind die Vampire seitdem hinter uns her und jagen uns. Egal wohin wir gehen. Wir werden sie nicht los.“
Uff. Das musste ich erst mal einstecken. Ich war mir sicher, dass da noch mehr hinter steckte, aber momentan reichten mir diese Informationen schon aus.
„Ich habe dich gewarnt“, sagte er nur.
„Und was willst du jetzt tun?“, fragte ich.
„Die einzige Möglichkeit euch zu schützen ist, wieder in unsere Welt zurück zu kehren. Euch in Ruhe zu lassen“, sagte er und beobachtete er mich dabei.
„Ihr wollt weg?“, fragte ich geschockt. Irgendwie wollte ich ihn nicht gehen lassen. Er faszinierte mich. Ich wollte ihn besser kennen lernen.
„Ja“, sagte er schlicht.

Am nächsten Morgen kam Nathan wieder. Er sah erschöpft aus, aber zufrieden.
„Was ist los? Was hast du rausgefunden?“, wollte Matt beunruhigt wissen.
„Es waren wirklich Vampire“, erzählte er als er sich gesetzt hatte. „Ich hab sie oben auf den Bergen entdeckt. „Sie hatten die goldene Kette in der Hand.“
„Die goldene Kette?“, fragte Matt entsetzt. „Oh Gott, es ist schlimmer als ich dachte. Wo haben sie die denn her?“
„Was ist die goldene Kette?“, fragte ich, aber sie ignorierten mich beide.
„Keine Ahnung, aber das kann nichts gutes bedeuten“, vermutete Nathan angespannt.
„Haben sie ich damit besiegen können?“, wollte Matt wissen.
„Vermutlich“, nickte Nathan überzeugt.
„Hallo, ich bin auch noch da. Erzählt mir mal Jemand, was hier los ist? Das wäre klasse“, machte ich die beiden Männer auf mich aufmerksam.
Nathan seufzte nur, während Matt erklärte: „Für jeden Zauberer gibt es eine goldene Kette. Im Zweifelsfall beschützt sie, aber wenn Vampire böse Magie darauf legen, kann sie auch schaden. Jeder sollte auf seine goldene Kette gut aufpassen. Offenbar habe ich meine verloren.“
„Das klingt übel“, ganz genau.
„Das ist es auch. Deswegen müssen wir hinter diesen Vampiren her. Wir müssen seinen goldene Kette zurück holen“, sagte Nathan jetzt. Dann starrte er Matt wütend an. „Wie konntest du nur so dumm sein?“
„Hey, was kann ich dafür?“ wehrte der sich.
„Normalerweise ist die Kette mit dir verschmolzen. Wie konnten sie sie lösen?“, fragte Nathan weiterhin wütend.
„Keine Ahnung.“ Matt zuckte nur hilflos mit den Achseln.
„Komm, wir müssen sie wiederfinden. Was, wenn die Vampire herausgefunden haben wie wir sie benutzen?“, forderte Nathan Matt auf. „Es könnte deine ganze Zauberkraft daran hängen.“
Matt nickte nur mechanisch und wollte ihm folgen als ich fragte: „Und was ist mit mir?“
„Du solltest uns besser vergessen. Wir werden nicht zurück kommen. Wenn wir wiederkommen ist es zu gefährlich für euch. Glaub, mir. Es ist besser so.“ Matt sah mich eindringlich an. Dann kam er zu mir und drückte mir seinen Mund auf meinen. Drängen und heftig.
Benommen erklärte ich: „Das ist nicht gerade hilfreich um dich zu vergessen.“
„Tut mir leid. Das ist irgendwie über mich gekommen. Du musst uns vergessen.“ Matt sah mich noch einmal an, dann verließen er und Nathan meine Wohnung und ich blieb allein zurück.

Ich suchte jahrelang nach der Website, die Matt benutzt hatte, aber sie schien wie vom Erdboden verschluckt. Auch die Männer ließen sich nicht mehr blicken, doch ich dachte oft an sie. Hatten sie Matts Kette wieder gekriegt? Hatten sie die Vampire bekämpft? Wie lebten sie jetzt? Ich wusste es nicht, aber ich hatte angefangen über sie zu schreiben. Ein neues Buch mit viel Fantasy. Besonders Matt wollte ich für immer in Erinnerung behalten. Er hatte etwas in mir berührt, was ich nicht benennen konnte. Das hatte ich seitdem nie wieder gefühlt und ich vermisste es.

Ende

Leider musste ich das abkürzen um nicht einen weiteren Teil zu schreiben. Ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen.

Das vierte Wort: Alkohol: Ein Spieleabend unter Freunden

Beim vierten Wort gehts diesmal um Alkohol. Mal sehen, was mir da so einfällt.

Ein Spieleabend unter Freunden

„Lasst uns doch mal wieder einen schönen gemütlichen Spieleabend machen“, schlug Sina ihren Freunden vor. „Mit Grillen oder so. Am Wochenende.“
„So wie früher als wir noch gezeltet haben?“, fragte Bennet nur.
„Wir sind doch keine Kinder mehr“, protestierte Zoe und rollte  mit den Augen.
„Und was ist mit Alkohol?“, wollte Torben wissen.
„Aber nicht zu viel“, wandte Alisa ein. „Wir wollen uns nicht besaufen. Nur einen gemütlichen Abend machen.“
„Das klingt nach ganz viel Spass“, freute sich Tyler.
Also plante Sina mit ihren Freunden den Abend. Die ganze Woche redeten sie darüber, gingen einkaufen und freuten sich darauf. Früher hatten sie sowas öfter gemacht, aber seid sie in jeder Himmelsrichtung verstreut waren nur noch selten. Jetzt waren Semesterferien und sie waren ausnahmsweise einmal alle zu Hause.

Der Freitagabend kam dann schnell. Die Freunde wollten das ganze Wochenende zusammen verbringen. Heute Abend war der Spieleabend geplant. Sina war allein zu Hause. Ihre Eltern waren nicht da. Bei ihr sollte der Abend stattfinden. Alisa und Zoe halfen ihr beim Vorbereiten in der Küche während die Jungs noch nicht da waren.
„Wie gehts eigentlich Sören?“, fragte Alisa Zoe, während wir Gemüse für den Salat schnippelten.
Sören war Zoes Freund in der Stadt, in der sie studierte.
„Dem gehts gut“, antwortete Zoe nur. „Er macht heute was mit seinen Kumpels. Wir wollen bald zusammen ziehen.“
„Das hört sich doch gut an“, fand Alisa.
„Ja, ich weiß“, grinste sie.
„Was ist eigentlich mit dir und Tyler?“, fragte Zoe dann Sina.
„Was soll mit mir und Tyler sein?“, fragte Sina unschuldig zurück.
„Ihr wohnt doch in in der selben Unistadt? Seht ihr euch manchmal?“, fragte sie.
„Manchmal“, antwortete Sina gedehnt.
„Ach komm schon, erzähl mal“, forderte Zoe sie auf.
„Da gibts nichts zu erzählen“, antwortete Sina. „Wir treffen uns manchmal. Das ist alles.“

Am Abend trafen auch die Jungs bei Sina ein. Tyler und Torben waren Brüder. Sie sahen sich sehr ähnlich. Sina merkte erst jetzt wie sehr sie gelogen hatte. Natürlich war da was zwischen ihr und Tyler. Immer schon gewesen.
Torben stellte sich sofort an den Grill und grillte Fleisch, Würstchen und gebratenes Gemüse. Zoe schmiss die Frteuse mit den Pommes an. Alisa und ich deckten den Tisch und Bennet übernahm die Getränke.
Als alles fertig war setzten wir uns an den gedeckten Tisch auf die Terasse und aßen unser gegrilltes Essen, die Pommes und den Salat. Bennet schüttelte jedem ein Glas Wein ein. Ab und zu trank ich eines, aber ich war nicht so der Alkoholfan. Ich nippte meist nur dran.
Wir Mädels saßen nebeneinander und die Jungs auf der anderen Seite des Tisches. Ich saß natürlich gegenüber von Tyler. Er schenkte mir ein zauberhaftes Lächeln. Ich lächelte zaghaft zurück.
„Also erzählt mal. Wie ist es euch in der Zwischenzeit so ergangen?“, erkundigte sich Torben nun bei uns, der neben seinem Bruder saß und gegenüber von Zoe.
„Das wissen wir doch schon“, seufzte Alisa und verdrehte die Augen. „Wir chatten jeden Donnerstag zusammen. Schon vergessen?“
„Das ist nicht das Selbe“, beharrte Torben. „Jetzt sind wir hier.“
Alisa seufzte nur.
„Also schön“, begann Zoe einzlenken. „Ich werde bald mit meinem Freund zusammen ziehen.“
„Mit diesem Sören. Ach komm schon. Der ist doch nichts für dich.“ Bennet musterte sie abschätzend. „Du solltest mit mir zusammen kommen. Das hab ich ja schon immer gesagt.“
„Und ich hab dir schon immer gesagt, dass daraus nichts wirkt“, lachte Zoe. Es war nur Spass. Das ging mit Zoe und Bennet immer so. „Tut mir leid, Schätzchen.“
„Ja, ja. Schon gut. Aber einen Versuch war es wert.“ Bennet tat gespielt beleidigt.
Zoe lachte wieder.
„So viel dazu“, kommentierte Torben nur trocken.
„Hey, was spielen wir denn heute so?“, grinste Alisa und lenkte vom Them ab.
„Ligretto“, schlug Zoe sofort vor während Torben „Skippbo“ sagte.
„Wie wäre es mit einer richtig guten Partie Mensch ärgere dich nicht“, schlug Sina vor.
„Sind wir im Kindergarten?“, lachte Bennet während Sina ihm einen bösen Blick zuwarf.
„Ich find Mensch Ärgere dich gut“, kam Tyler Sina zur Hilfe.
„Du findest alles gut, was Sina gut findet“, beschwerte sich Bennet.
„Wir können mit Mensch Ärgere dich anfangen und dann gehts mit Ligretto weiter“, schlug Zoe vor. Damit waren alle einverstanden.
Als sie fertig mit dem Essen waren räumten sie ab. Spülen taten sie nicht. Das meiste konnten sie in die Spülmaschine räumen. Die Gläser ließen wir stehen und dann setzten wir uns alle wieder an den Tisch. Die Spiele hatten sie schon vorher an die Seite gestellt.
„Also dann. Mensch Ärgere dich nicht“, verkündete Bennet seufzend und baute das Spielfeld auf.
Den ganzen Abend spielten die Freunde und genossen die Zeit zusammen. Es gab viel Gelächter und machte Spass. Doch jeder gute Abend ging einmal vorbei. Sie räumten zusamen auf und verabschiedeten sich langsam nach und nach. Einige vom Alkohol benebelt, andere bei klarem Verstand.
Zum Schluss waren nur noch Tyler, Torben und Zoe übrig.
„Kommst du wirklich alleine klar?“, fragte Tyler mich besorgt. Er war immer besorgt um mich.
„Ja, klar. Meine Eltern kommen ja schon morgen wieder“, winkte ich ab. Er sah mich trotzdem skeptich an.
„Bleib doch einfach bei ihr. Dann brauchst du dir keine Sorgen zu machen“, schlug Zoe ihm hinterhältig vor.
„Ich will mich nicht aufdrängen.“ Er sah mich wieder besorgt an.
Da ich wusste, dass Zoe nicht locker lassen würde, sagte ich: „Nein, ist okay. Vielleicht wäre es sogar besser so.“
„Wenn du es wirklich möchtest“, stimmte er also zu, klang aber weiterhin unsicher.
Also blieb er bei mir, während Torben und Zoe nach Hause gingen.
Wir setzten uns noch ins Wohnzimmer, tranken den Wein aus und unterhielten uns. Dann schlummerten wir friedlich in einem Madratzenlager, was wir im Wohnzimmer eingerichtet hatten in einer Art Umarmung ein. Am nächsten Morgen würde es mir etwas ausmachen, aber jetzt genoss ich es einfach ihn in meiner Nähe zu haben.

Ende

Und, was sagt ihr dazu?

Das dritte Wort 2017: Fernweh: Der magische Strand

So, nach dem Ideenbild gestern kümmer ich mich heute aujch gleich um das 3. Wort. Dann hab ich das auch schon durch. Damit kann man was anfangen, find ich.

Damit kann man was anfangen, denk ich. Das hat was.

Der magische Strand

Ich war schon immer ein Reisefreak. Ich fuhr gerne weg und machte gerne woanders Urlaub. Es musste nicht immer im Ausland sein. Auch das eigene Land war durchaus schön. Ich liebte aber vor allem das Meer. Aber was mir seit meinem letzten Urlaub war glaubt ihr mir nie. Das fand selbst ich ziemlich abgefahren.
Wie jedes Jahr fuhr ich mit meiner Familie nach Holland ans Meer. Wir hatten da eine Ferienwohnung, die uns gehörte. Das war praktisch, denn so mussten wir nichts mieten. Wie immer räumten wir zunächst unsere Sachen ein und gingen dann sofort an den Strand. Er war nicht weit von dem Ferienhauspark entfernt. Ich war so kurz nach unserer Ankunft immer ganz verrückt nach dem Strand und dann lief ich immer fast durch die Dünen. Manchmal wünschte ich mir, wir hätten sowas zu Hause. Doch da erwarteten mich nur Dörfer, Kleinstädte, Straßen und vielleicht noch ein paar kleinere Berge.
Deswegen konnte ich den ersten Blick auf das Meer immer richtig doll genießen. Manchmal träumte ich auch davon auf einer Insel zu leben. Doch diesmal war der Strand anders. Das war definitiv nicht der Strand, den ich kannte. Oder träumte ich etwa noch?
Als ich dieses mal aus den Dünen trat war der Strand voller Zauberwesen. Ja, ihr habt richtig gehört: Zauberwesen. Elfen, Zwerge, Trolle, Nixen, Meerjungfrauen, Feen, Geister. Eigentlich fast alle Zauberwesen, die es gab. Das volle Programm. Ich traute meinen Augen nicht.
Was war denn jetzt los? Ich wollte mich zu meinen Eltern umdrehen und fragen: „Was geht denn hier ab?“, aber sie waren nicht mehr hinter mir. Plötzlich entdeckte ich ein bekanntes Gesicht. Cees war seit Jahren ein Freund von mir.
„Ja, aber es erstaunt mich, dass du hier bist?“, antwortete er in ziemlich guten deutsch. Es war sein Lieblingsfach in der Schule.
„Wieso? Es ist doch Sommer. Du wusstest doch, dass ich komme“, wunderte ich mich verwirrt.
„Ja, aber ich meine hier. In dieser anderen Welt“, sagte er nur.
„Was meinst du damit?“ Wollte er mich veräppeln? So eine Art Ankommspass. Einmal hatten mich meine Freunde in Holland zum Spass ins eiskalte Meer geschmissen als wir uns hier getroffen hatten. Das war keine Freude gewesen. Aber Cees war eigentlich nicht so. Er hatte mich sogar aus dem Meer gezogen und die anderen wütend angefunkelt. Die hatten ihn dafür einen Spielverderber genannt, aber das war ihm egal gewesen. Cees war eigentlich immer auf meiner Seite. Immer.
„Na ja, es gibt eine geheime Welt und nur bestimme Leute dürfen sie sehen. Ich komme schon eine Weile hier her, aber ich frage mich, wie du hier her gekommen bist“, erklärte er mir vollkommen ernst. Kein Spass also. Er sah auch aus wie immer. Jeans, T-Shirt, braungebrannt, blaue Augen, kurzes blondes Haar und ein warmes einnehmendes Lächeln. Mein Cees. Na ja, nicht ganz.
„Ich bin durch die Dünen gegangen und auf einmal war ich hier.“ Irritiert schüttelte ich mit dem Kopf.
„Dann musst du was Besonderes sein. Komm mit.“ Und schon zog er mich in Mitten der Zauberwesen. Er ging direkt auf eine kleine Feenfrau zu. „He, Isa! Wir müssen mal was klären.“
Die Fee kam angeflattert und fragte fast genervt: „Was ist denn, Cees?“
„Ich möchte dir eine Freundin von mir vorstellen. Das hier ist Romy. Kanns du mal sehen, ob sie auf der Liste steht?“, bat er sie.
„Welche Liste?“, fragte ich sofort.
Schon zog sich die Fee eine riesenlange Liste auseinander. Sie schien genau zu wissen wo sie suchen wollte. Währenddessen betrachtete ich die Fee. Alles an ihr schien lila zu sein. Ihr Kleidchen, Ihre Haarfarbe, sogar ihre Haut. Aber sie war auch irgendwie süß. Sie hatte so lustige Zöpfe.
„Sie steht nicht auf der Liste. Ich seh nichts von einer Romy. Wie ist sie hierher gekommen?“, fragte Isa Cees.
„Ich bin …“, begann ich, aber Cees untergrub das sofort, indem er für mich antwortete: „Sie sagt, dass sie durch die Dünen kam. Normalerweise hätte sie den Strand in meiner Welt sehen müssen.“
Ich seufzte nur, weil ich total ignoriert wurde.
„Du weißt, was das heißt, oder?“, fragte die Fee ihn viel sagend.
„Das kann nicht sein“, meinte er fassunglos.
„Hallo, kann mich mal Jemand aufklären? Ich bin hier. Schon vergessen?“, machte ich die beiden auf mich aufmerksam. „Was ist hier los? Wieso bin ich hier?“
„Das soll Cees dir erklären“, fand die Fee und gesellte sich wieder zu den anderen.
„Cees?“ Ich sah ihn fragend an.
Er seufzte nur: „Lass uns ein Stück gehen.“
Wir gingen nebeineinander her und ließen all die seltsamen Wesen hinter uns. Er wirkte plötzlich nervös.
„Also?“, fragte ich ihn fordernd.
„Hast du manchmal Fernweh? Fernweh nach Holland oder den Menschen dort?“, fragte er mich nur.
„Natürlich. Ich habe so viel Zeit hier verbracht. Da ist das doch selbstverständlich, oder?“ Ich wunderte  mich über seine Frage.
„Ich bin hier gelangt, weil ich Fernweh hatte nach etwas nicht greifbaren. Etwas, dass nichts mit unserer Welt zu tun hatte. So bin ich auf diese Liste da gelandet. Die Liste verzeichnet alle zugelassenen Mensche, die diese Welt sehen dürfen“, erklärte er.
„Und was hat das mit meinem Fernweh zu tun?“, fragte ich. Ich verstand nicht, was er mir sagen wollte.
„Du hast nicht an etwas gedacht, dass nicht greifbar war, oder und fernweh nach Holland hattest du auch nicht. Du warst ja schon da …“ Er ließ seine Worte in der Luft hängen. Und da verstand ich plötzlich, was er meinte.
„Moment, du meinst, ich hatte Fernweh nach dir und bin deswegen hier?“, fragte ich.
„Ist es so?“, fragte er zurück.
„Vielleicht“, gab ich schüchtern zu. Ich horchte tief in mich hinein. Ja, unbewusst hatte ich an ihn gedacht als ich auf den Strant zulief. Das musste es sein.
Da fing er an zu lächeln. „Ich hatte gehofft, dass du das sagst.“
„Wie meinst du das?“, wollte ich wissen.
„Isa meinte zu mir, dass du nur hier bist, weil du zu mir gehörst“, erklärte er.
„Ich versehe nicht … Was bedeutet das?“
Um es mir zu zeigen küsste er mich. Einfach so. Und es war genau das, was ich wollte. Immer gewollt hatte. Dieser Kuss war einzigartig, gefühlvoll, bebend, himmlisch. Ich wollte solche Küsse dauerhaft. Ich wollte nie mehr damit aufhören. Ich war total durcheinander.
„Wow“, hauchte ich nur überglücklich.
„Ja, wow“, stimmte er mir lächelnd zu.
„Heißt das, ich kann jetzt immer hierher kommen?“, fragte ich irritiert.
„Nur mit mir zusammen“, erklärte er. „Aber meine Freunde hier stell ich dir später vor. Lass und erst mal unsere Freunde besuchen und deine Eltern beruhigen.“
„Oh, Gott. Meine Eltern“, stöhnte ich besorgt.
„Keine Sorge. Wir werden sie beruhigen.“ Und dann legte Cees seinen Arm um mich und wir waren plötzlich wieder an den mir vertrauten Strand in Holland. Ganz ohne Zauberwesen. Cees führte mich zu meinen Eltern, die sich besorgt nach mir umsahen. Er beruhigte und begrüßte sie und dann gingen wir gemeinsam zum Ferienpark zurück. Vorerst hatte ich genug von meinem geliebten Strand. Vorerst!

Ende

Hach, endlich mal wieder was richtig magisches. Und was sagt ihr zu der Idee?

Das zweite Wort 2017: Nachtmenschen

So, dann kümmere ich mich heute mal um das 2. Wort 2017.

Nachtmenschen

Liz

Ich war ein Nachtmensch. Jede Nacht wanderte ich durch die Stadt. Zumindest für ein paar Stunden, aber das machte nichts. Wir waren eine Kleinstadt. Da kam eh nie Jemand Fremdes her. Wir blieben meist unter uns. Das gefiel mir so an unserer Stadt.
Ich liebte die Nacht. Die Einsamkeit. Die dunklen Häuser und der sternenklarer Himmel. Wenn es regnete schaute ich meist bei Juri vorbei. Er hatte ein Restaurante in der Sesamstraße (die heißt wirklich so, keine Ahnung, wer sich das ausgedacht hat). Jedenfalls war es immer wieder nett bei Juri. Er hatte lange offen. Als Einziger. Eigentlich hatte er auch nur Nachts geöffnet.
„Für die Vampire“, sagte er immer. Juri war ein bisschen merkwürdig, aber ich mochte ihn.
Heute war jedenfalls eine sehr schöne Nacht. Es war warm und klar. Und wie ich da so durch die Straßen wanderte rempelte mich plötzlich Jemand an. Er entschuldigte sich nicht mal sondern wollte weiter gehen.
„He!“, rief ich ihm hinterher. „Ein Tut mir leid wäre schön. Das macht man so bei uns in der Stadt.“
Der Mann drehte sich um und starrte mich an. Er starrte und starrte, aber ich konnte sein Gesichtsausdruck dabei nicht sehen. Er war schon zu weit weg. Doch dann kam er wieder zu mir und musterte mich eingehen.
„Liz?“, fragte er. „Bist du das?“
Und da erkannte ich seine Stimme. Das konnte ich nicht glauben. Das konnte er doch nicht sein.
„Jannik?“, fragte ich fassungslos. „Wo warst du?“
„Du bist es wirklich, oder?“, fragte er.
„Wer sollte ich denn sonst sein?“, fragte ich zurück.
„Wir müssen reden“, bemerkte er.
„Was du nicht sagst.“ Ich rollte mit den Augen. Der hatte Nerven. Nächtelang hatte ich mir die Augen wegen ihm ausgeweint und jetzt kreuzte er hier einfach so wieder auf, als wäre nichts gewesen. Jannik war verschwunden. Sowas merkte man hier in der Stadt natürlich sofort. Aber ich besonders, denn Jannik und ich waren beste Freunde gewesen. Wir hatten immer alles zusammen gemacht. Wir waren zusammen aufgewachsen, zusammen zur selben Schule gegangen, zusammen auf den Spielplatz und später durch die Nacht gestreift. Wir hatten zusammen gehört. Schon immer. Dachte ich zumindest. Aber dann war er plötzlich verschwunden. Mein Jannik. Für immer fort.
„Können wir irgendwo hingehen, wo wir in Ruhe reden können?“, fragte er. Was dachte er? Hatte er mich vermisst? Wieso war er fort gewesen? Ich wollte Antworten. Ich brauchte sie. Er hatte mir so gefehlt.
„Klar, komm mit.“ Natürlich führte ich ihn zu Juri. Wohin sonst? Juri sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an als ich mit Jannik hineinkam. Ein Mann in der Stadt, den er nicht kannte. Das war ungewöhnlich. Er war erst nach Janniks Verschwinden zu uns gezogen. Auch wieder so ne Geschichte. In unsere Stadt kam sonst nie ein Fremder. Außer Juri.
„Hey, Juri!“, begrüßte ich ihn. „Ähm, das ist Jannik. Ein früherer Freund von mir.“
„Hallo Jannik“, sagte Juri höflich.
„Hallo“, sagte Jannik nur.
„Was darf ich euch bringen?“, erkundigte er sich.
„Für mich wie immer.“ Also eine große Apfelschorle mit viel Zitrone drin.
„Für mich eine Cola“, bestellte Jannik und dann setzten wir uns in eine der Nische.
„Also, wo bist du gewesen?“, fragte ich ihn und dann erzählte er es mir.

Jannik

An jenem Abend, als ich verschwand, geschah etwas merkwürdiges. Ich war auf dem Weg zu meinem Treffen mit Liz. Wie immer trafen wir uns mitten in der Nacht. Wir waren längst erwachsen und verliebt. Was sollten wir da anderes machen. Doch dann hielt ein Auto an und zerrte mich in den Wagen. Ich währte mich, aber der Typ war stärker. Das Auto hatte getönte Scheiben, sodass ich nicht sehen konnte, wo wir hinfuhren. Ich war noch nie aus unserer Stadt rausgekommen.
„Wer sind Sie?“, fragte ich den Typen panisch. Ich war 20 Jahre alt, aber das änderte nichts daran, dass das hier ganz und gar nicht normal ist. Liz würde auf mich warten und sich Sorgen machen. Ich musste zu ihr. Ich ging doch immer zu ihr.
„Du bist es nicht, der hier die Fragen stellt. Ich bin es. Du bist doch Jannik Schulz, oder?“, fragte der Mann.
„Ja“, sagte ich vorsichtig.
„Gut, du bist genau der Mann, den wir brauchen“, meinte er zufrieden.
„Wozu brauchten?“, fragte ich.
„Das hat dich jetzt noch nicht zu interessieren“, wich der Mann mir aus.
Sie brachten mich in ein bunkerartiges Gebäude und sperrten mich dort mit einem Computer im Raum ein. Sie gaben mir jeden Tag eine neue Aufgabe. Mal sollte ich spionieren. Mal sollte ich Daten von der Polizei crashen und ähnliches. Sie hatten sich über mich informiert und herausgefunden, dass der Computer und ich uns ziemlich gut verstanden. Seitdem versuchte ich jeden Tag zu fliehen. Ich wollte das nicht nicht tun. Ich wurde dazu gezwungen.
Vor ein paar Tagen gelang mir die Flucht. Es stellte sich heraus, dass ich gar nicht so weit von zu Hause entfernt war. Genau dort wollte ich hin. Zu Liz. Ich wollte einfach nur weg.
Jetzt erzählte ich Liz meine Geschichte und ihre Augen wurden immer größer und größer und Tränen sammelten sich darin.

Liz

„Oh, Jannik!“, schluchzte ich. Ich konnte es nicht fassen. Er war wieder da. Mein Jannik! Er war der Grund gewesen wieso ich nachts nicht schlafen konnte und ständig geweint hatte. Er war der Grund gewesen wieso ich jede Nacht auf war. Vielleicht wurde das jetzt besser. „Ich dachte, du lässt uns im Stich. Diese Stadt. Mich.“
„Niemals. Ich bin nicht freiwillig gegangen“, sagte er.
„Das weiß ich jetzt. Ich bin so froh, dass du wieder da bist. Ich habe dich so vermisst.“
„Ich habe dich auch vermisst.“
Und dann standen wir auf, umarmten uns und schließlich küssten wir uns. Ich küsste Jannik wieder. Das Kribblen war immer noch da. Er lächelte sogar. Von nun an wollte ich es zu meiner Aufgabe machen ihn wieder aufzuheiten. Ihn von seinen Taten abzuheitern. Es war nicht seine Schuld. Und ich würde aufpassen, dass man ihn mir nicht noch mal wegnahm. Ich wollte ihn nie wieder verlieren. Nie wieder!
Wir unterhielten uns die ganze Nacht und lachten und erinnerten uns an unsere Vergangenheit. Dann nahm ich Jannik mit in unser zu Hause. Seine Familie konnte er morgen sehen. Heute Nacht wollte ich ihn ganz für mich allein. Ich wollte endlich wieder richtig schlafen. Ich wollte wieder glücklich sein.

Ende!

Das wars von meinem 2. Wort. Ich hoffe es hat euch gefallen mich bei Liz und Janniks Wiedersehen zu begleiten.

Das erste Wort 2017: Der Ruf des Hoffnungsschimmers

Da es das zweite Wort schon gibt sollte ich mich doch langsam an das erste Wort machen. Mal sehen, was mir so einfällt. Kommt dann eher spontan. Bisher hab ich noch gar keine Ideen.


Der Ruf des Hoffnungsschimmers

Niedergeschmettert lag ich auf meinem Bett in meinem Zimmer. Wie hatte es nur so weit kommen können? Es war doch alles ganz normal gewesen. Und jetzt? Was war bloß aus meinem Leben geworden? Ich brauchte dringend eine Pause davon. Wie wäre es mit Urlaub am Meer oder am besten gleich im All? Ja, das All wäre vermutlich wirklich das Beste.
Plötzlich erschien ein kleines seltsames Wesen in meinem Zimmer. „Ihr habt mich gerufen?“
Ich lachte mich erst mal schlapp bevor ich antworten konnte. Ha, ha, ha. Was war das denn für ein Wesen? Das sah echt komisch aus. So grün. Ihh … Jetzt war mein Leben eindeutig zu verrückt geworden oder ich war einfach verrückt geworden.
„Ich habe dich nicht gerufen“ erklärte ich ihm immer noch lachend. Einfach nur verrückt. Verrückt, verrückt, verrückt.
„Doch natürlich. Sonst wäre ich ja wohl nicht hier. Was ist das hier überhaupt für ein seltsamer Raum?“ Das Wesen war bitter ernst und sah sich um.
„Mein Zimmer“, erklärte ich ihm. „Ich wohne hier.“
„Hier soll man wohnen könnnen? Pah! Was für ein Loch.“ Abfällig rümpfte es die Nase. „Und was ist das da?“ Er zeigte auf meinen Schreibtisch samt Computer. Ich hatte den Bildschirm nicht aufgemacht. Da lief gerade Super Mario, was ich kurz zuvor gespielt hatte.
„Das ist ein Computer, auf dem ein Spiel läuft. Nur zu. Sieh dich ruhig um“, bot ich dem Wesen an. Es ging neugierig näher und betrachtete weiter misstrauisch den Bildschirm und dann die Tastatur. Und dann klimperte er wild auf die Tastatur rum und zwar so gekonnt, dass er alle Level gewann. Ich staunte nicht schlecht.
„Das ist ja megacool“, fand er strahlend.
„Oh, ja“, seufzte ich. Weniger cool war, dass ein grünes Etwas meine Levels durchspielte.
Dann fragte ich ihn: „Also, was willst du hier?“
„Du hast mich gerufen“, beharrte es und wandte sich mit sehnsüchtigen Blick von Super Mario ab. „Deswegen nehme ich an du willst was erleben.“
„Was genau meinst du mit erleben?“, hakte ich nach. „Sowas in der Art wie der Bastian aus Die unendliche Geschichte? Nur weil ich Bastian heiße, heißt das nicht, dass ich nach Fantasien möchte, weißt du?“
„Ich habe keine Ahnung was Die unendliche Geschichte sein soll oder dieses Fantasien.“ Er spie die Worte regelrecht aus als wären sie Gift für ihn. „aber im Weltall gibts sowas sicher nicht.“
„Weltall? Wieso sollte ich ins Weltall wollen?“, fragte ich nur. Hatte ich nicht gerade davon geträumt ins All zu reisen? Richtig, da war was. Offenbar hatte das irgendwer furchtbar falsch verstanden. Das war ironisch gemeint. Nicht mehr und nicht weniger.
„Weil du es tief in dir möchtest und ich kann dir die Möglichkeit dazu bieten?“, erklärte das Wesen.
„Wer bist du überhaupt?“, fragte ich halb genervt, halb belustigt und fügte noch hinzu: „und was bist du?“
„Ich bin Sain, der Regenleiter“, erklärte er stolz.
Aha, das sagte mir jetzt alles. Entgeistert sah ich ihn an.
Sain seufzte: „Ich komme vom Regenplaneten.“
Klang nicht gerade einladend, wenn man mich fragte. „Regnet es da die ganze Zeit?“
„Natürlich nicht“, antwortete Sain als sei ich total bescheuert. „Vor allem gibts bei uns Regenbögen. Unser Planet heißt Regenplanet, weil die Wasserperlen da so schön auf dem Boden glänzen.“
Aha, das klang schon besser.
„Und wie kommen wir zu diesem Planeten, sollte ich mich dazu entscheiden, mitzukommen?“, forschte ich nach. Wissen konnte ja nicht schaden.
„Wir beamen uns natürlich dorthin“, erklärte Sain mir als sei das das Selbstverständlichste auf der Welt. Natürlich! Was sonst?
„Und sehen da alle so aus wie du?“, fragte ich weiter. Ich würde nicht zu irgendeiner verrückten Welt gehen, über die ich überhaupt nichts wusste.“
„Na ja, es gibt noch mehr von deiner Sorte. Wir nennen sie die Neugierigen. Sie haben ein eigenes Haus gebaut. Dort wirst du vermutlich wohnen können.“
„Auch Frauen?“, hakte ich nach und konnte nicht verhindern, dass sich ein kleiner Hoffnungsschimmer in mir ausbreitete.
„Ich weiß nicht, was das sein soll.“ Sain zuckte nur mit den Achseln.
„Ich zum Beispiel bin ein Mann. Frauen sind eben weiblicher.“ Mir war klar, dass das eine blöde Erklärung war. Also zog ich meine zerlesene Lieblingsausgabe von Superman heraus und schlug die erste Seite auf, wo ich eine Frau fand und zeigte auf sie. Zwar die Comicfigur einer Frau, aber was solls.
„Ja, ich schätze schon“, nickte er schließlich und musterte die Comicfrau abschätzend. Schnell steckte ich das Heft wieder weg. Mein Hoffnungsschimmer ist gerade größer geworden. Vielleicht war ich ja doch bereit für ein kleines Abenteuer.
„Das hört sich doch schon besser an. Jetzt können wir verhandeln. Ich will nicht ewig dort bleiben, weißt du. Ich will mich nur etwas umsehen und wenn sich hier alles etwas beruhigt hat, komme ich mit meiner Traumfrau zurück hierher“, klärte ich Sain auf, doch er wirkte gar nicht begeistert.
„Das ist kein Wunschkonzert, weißt du.“ Er drohte mir sogar mit dem Finger. „Ich kann dir nicht versprechen, dass sich eine von denen für dich entscheiden und die meisten bleiben sowieso dort.“
„Wie viele sind es denn?“, fragte ich schelmisch.
„Du nervst, weißt du das“, teilte Sain mir wenig sachlich mit. „Kommst du jetzt mit oder nicht? Offenbar hatte er endgültig genug von mir und meinen Diskussionen.
„Oh, ja. Und ob ich mitkomme“, strahlte ich und schon schnappte mich Sain und alles wirbelte herum und dann sah ich einen anderen Planet geworden. Mein ganz persönlicher Hoffnungsschimmer.

Ein bisschen kürzer als gewöhnlich, aber ein Einteiler. Das ist ja auch schon mal was. War letztendlich gar nicht so schwer mir was einfallen zu lassen und ich wollte mal was, was etwas männlicher ist als das, was ich sonst so schreibe. Ich bin gespannt wie es euch gefallen hat.

Das zehnte Wort: Schatz: Renn und Corlys Schatzsuche

Eine Aktion, die ich durch das viele Schreiben aus den Augen verloren hab, gibt es hier: Klick.

Für diese Aktion bleiben mir für dieses Jahr noch drei Wörter über. Zwei sind schon veröffentlicht. Die hole ich erst mal nach.

Das zehnte Wort lautet:

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Anmerkung: Diese Geschichte ist nach meiner Weihnachten in Loreoll. Zumindest irgendwann danach. Die Charkatere sind aus „Die Zauberfeen“ entsprungen.

Na, dann mal los:

Renn und Corly auf Schatzsuche:

Lilien:

„Mama, hast du schon mal einen Schatz gesehen?“, fragte meine Tochter Corly mich aufgeregt.
„Ja, klar. Dein Vater ist mein Schatz“, antwortete ich ihr lachend.
„Nein, doch nicht so ein Schatz. Einen richtigen Schatz. So mit Sternen und Juwelen und sowas. Renn hat mir eine Geschichte über einen Schatz erzählt.“ Sie sah mich entrüstet an und ich musste mir einfach das Lachen verkneifen.
„Na ja. In unserer Welt gibt es schon gewisse Schätze. Magische Schätze. Zum Beispiel in der Heimat deiner Oma. Da gibts ganz viele Sterne“, erzählte ich ihr nun ernster.
„Meinst du Nike?“, fragte sie neugieirig.
„Ja“, antwortete ich lächelnd. Ich redete selten über meine verstorbene Mutter. Corentin wusste bereits alles über sie und meine Kinder waren noch zu klein um die ganze Tragik zu verstehen. Aber heute musste ich wieder an sie denken. Ich hatte sie nie kennen gelernt, aber mein Vater Cameron hatte mir viel von ihr erzählt. Er hatte sie von ganzen Herzen geliebt. Das tat er immer noch.
„Können wir dort mal hingehen? Können wir Sterne sammeln?“, fragte Corly mich mit leuchtenden Augen.
„Um Sterne zu sammeln müssen wir nicht zu den Sternen gehen. Sie sind überall um uns herum. Ausserdem hab ich dir doch erzählt, dass die Sternenwelt nicht mehr zu erreichen ist.“ Es war so schwierig Kindern etwas ernsthaft erzählen zu wollen, wenn sie einfach nicht zuhören wollten.“
„Ich möchte so gerne Sterne sammeln“, erklärte meine vierjährige Tochter mir völlig ernst.
Ich seufzte. „Na schön. Vielleicht können wir das mal irgendwann machen.“
„Wenn du einen Schatz finden willst, solltest du mich begleiten. Ich kann dir helfen einen zu finden“, bot mein Sohn Renn ihr an, der jetzt wieder zu uns getreten waren. Wir hatten einen Spaziergang im Schlossgarten unternommen. Renn war nur wenig älter als Corly.
Fragend sah ich meinen Sohn an. Was hatte er nun wieder vor. Doch er zwinkerte mir nur lässig zu. Hatte er hier irgendwas versteckt? Es wäre nicht das erste mal. Renn vergötterte seine kleine Schwester und bespasste sie ziemlich oft. Allerdings heckten sie auch genau so oft was gemeinsam aus.
Ich folgte meinen Kindern und Renn spielte mit Corly Schatzsuche.
„Schau mal hier. Vielleicht ist hier irgendwas“, lockte Renn Corly und deutete auf ein recht verwelktes Blumenbeet.
Corly schaute nach und stellte enttäuscht fest: „Nein, da ist nichts.“
Gespielt verwundert und sehr überzeugend tat Renn als überlege er. „Hm, ich dachte, ich hätte was gesehen. Vielleicht dann lieber hier?“
Er führte sie zu einem Früchtebaum und guckte in eines der unteren Löcher rein. „Nein, auch nichts“, stellte er fest. Corly war jetzt aufgeregter denn je und hüpfte wild auf und ab.
„Aber hier muss was sein, Renn. Denk noch mal nach. Wo hast du den Schatz gesehen?“
Renn tat so, als würde er ganz angestrengt überlegen und rief dann aus: „Oh, ich weiß!“ Er zog Corly aufgeregt hinter sich her.
„Oh, guck mal da!“, rief Renn aus und zeigte auf eine Stelle, die ich von meinem Platz aus nicht sehen konnte.
„Corly strahlte übers ganze Gesicht: „Ein Stern! Wo kommt der her?“
„Vielleicht ist er vom Himmel gefallen“, überlegte mein Sohn.
Corly hob den Stern auf und wirkte ein bisschen enttäuscht. „Aber er ist gar nicht heiß.“
„Vielleicht liegt er schon eine Weile dort.“
Das schien Corly davon zu überzeugen, dass ihr Stern doch echt war. Sie kam mit Renn zu mir zurück und hielt ihren Schatz fest umklammert.
„Mama, sieh mal! Da ist ein Stern vom Himmel gefallen“, freute sie sich wie sich nur Kinder über solche Sachen freuen können.
„Dann hast du deine Schatzsuche ja jetzt hinter dir“, lächelte ich und nickte Renn lobend zu. Er grinste freudig.

Das erste Wort ist schon mal geschafft.

Das Neunte Wort: Muchsmäuschenstill: Der stille lebende Winterwald

Ich hab noch eine weitere Aktion über Tarlucy entdeckt, die auch mit dem Schreiben zu tun hat und die findet bei Dominik statt. Natürlich bin ich da mit dabei. Die Regeln lest ihr besser bei Dominik nach.

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Darüber soll ich schreiben. Also los.

Irgendwie fiel mir da sofort der einsame Winterwald ein. Hach, da könnte man was zu schreiben.

Ich stand im tiefsten Winterwald. Alles um mich herum war muchsmäuschen Still. Der See auf der Lichtung war zugefroren, die Tiere in den Süden geflogen oder machten Winterschlaf. Kein Wind weht, kein Flugzeug fliegt, einfach nichts, gar nichts. Alles ist ruhig und wirkt verlassen. Meine Schritte sind das einzige, was den weißen Schnee trübt und die Einsamkeit unterbricht. Doch jetzt bleibe ich stehen auf dieser einsamen unheimlich ruhigen Lichtlung. Es ist einfach nur muchsmäuschenstill.

Doch je näher ich dem See komme, desto lauter wird es. Ich höre Stimmen. Doch wo kommen sie her, denn ich sehe nichts? Um mich herum ist nichts als Wald, Schnee und der See. Aber die Stille ist verflogen.

Ich stehe nun direkt vor dem See und sehe immer noch nichts.
„Wer ist da?“, frage ich, bekomme aber keine Antwort. Plötzlich ist es wieder muchsmäuschenstill. Einfach nur still.

Verwirrt schaue ich auf dem See. Dann sehe ich es. Tiere sind darin gefangen, aber sie sind noch nicht tot. Sie flüstern immer noch. Wie können sie in dem See überleben. Jetzt höre ich ganz deutlich die Stimme des Eichhörnchens reden, die ruft: „Hilf uns!“

Doch was soll ich tun. Hier ist nichts womit ich das Eis brechen kann. Die Tiere scheinen mein Dilemma zu bemerken. Sie rufen mir zu: „Wir helfen dir!“

Wie auch immer sie das machen wollen. Doch ich hole mir einen abgebrochenen Ast, der etwas spitzer wirkt und vielleicht helfen könnte. Auch wenn ich das eigentlich nicht glaube.

Doch kaum hat mein Ast das Eis zum ersten Mal berührt, fängt das Eis an zu brechen. Ich kann es kaum glauben was ich da sehe. Was passiert hier? Einmal angefangen hört es nicht mehr auf und immer mehr Eis bricht. Nacheinander können die Tiere aus dem See raus und es wird laut im winterlichen Wald. Von der Ruhe ist nichts mehr übrig.

Ein paar Tiere bleiben vor mir stehen und bedanken sich bei mir.

„Was ist passiert?“, frage ich sie verwirrt.

„Eine Hexe kam in den Wald und hat allen Tieren für kurze Zeit verboten zu sprechen. Dann sperrte sie uns in den See. Wir sollten muchsmäuschenstill sein bis jemand käme um uns zu retten. Zwei Tage lang haben wir praktisch nichts gespürt und dann kamst du. Du hast uns gerettet. Wir sind dir zu großem Dank verpflichtet.“, erklärte mir ein Reh. Wunderschön sah es aus. Braun und majestetisch.

„Das hab ich gern gemacht“, wiedersprach ich. „Wisst ihr, wer diese Hexe war?“

„Nein, es gibt viele Hexen im Wald. Jetzt müssen wir weiter. Der See hat uns lange genug aufgehalten. Falls du je irgendwas brauchst ruf nach Fen“, verabschiede sich das Reh von mir. Schon verschwanden die Tiere in alle Himmelsrichtungen und ich sah ihnen immer noch verwundert nach.

Ich blieb allein zurück und wieder wurde es muchsmäuschenstill um mich, doch diesmal hatte das Wort eine andere Bedeutung als zuvor für mich. Es kann angenehme Stille hevorrufen, gefährliche Stille, geheimnisvolle Stille oder mit Magie verändert und benutzt werden. Aber das trifft auf alle unsere Wörter zu. Man sollte sie bewusst gebrauchen und klug. So wie eben muchsmäuschenstill.

Ich wiederum verließ den winterlichen Wald. Den Weg kannte ich genau, denn ich kam öfter hierher. Ich ging zurück in mein Heimatdorf wo das Abendessen bestimmt schon auf mich wartete.

Zur Entstehung der Geschichte:

Als ich an das Wort „Muchsmäuschenstill“ dachte hatte ich sofort einen winterlichen Wald vor Augen und die Einsamkeit darin. Ein Mädchen, dass durch diesen Wald ging. Später kamen die Tiere hinzu, aber worauf die Geschichte hinaus laufen sollte war mir erst gegen Ende klar. Ich find sie gut so wie sie ist und lass sie so. Sowas macht mir einfach Spass und es war toll meinen Gedanken freien Lauf lassen zu können.