Strandwege Teil 9

Und nun kommt ein neuer Teil meiner Strandgeschichte.

Strandwege Teil 9

Den zweiten Leuchtturm besuchten wir auch noch und der war genauso schön wie der erste. Er stand verlassen am Rand einer Wiese. Janne erzählte mir, dass hier mal mehr Leute lebten, es jetzt aber ein verlassenes Gebiet war. Nur sein Licht leuchtete in der Nacht noch für die Boote.
„Und jetzt?“, fragte Janne als wir uns auf den Rückweg machten. „Möchtest du diese Bootstour machen?“
„Eigentlich möchte ich lieber in den Ort gehen. Ich würde mich gerne wärmen und dem Souvenierladen deiner Schwester einen Besuch abstatten. Da gibts jeden Tag ein Pixiebuch, wenn man etwas kauft.“
„Pixiebücher sind natürlich viel roamantischer als eine Bootstour“, neckte er mich.
„Ach, ich habe den ersten Teil schon gelesen und der hat mir gut gefallen. Ich habe das Gefühl, dass da auch ein Leuchtturm drin vorkommt.“
„Ich habe bereits alle Teile gelesen und kann bestätigen, dass ein Leuchtturm darin vorkommt“, teilte Janne mir mit.
„Du hast alle Teile gelesen?“, staunte ich.
„Da bist du beeindruckt, was? Aber was erwartest du? Meiner Schwester gehört der Laden.“
„Auch wieder wahr.“
Und so schlenderten wir in den Ort und dort wirkte gleich alles wieder viel weihnachtlicher. Ich war froh als wir Claras Laden betraten. Wärme schlug mir entgegen.
„Oh!“ Clara war überrascht. „Das mein Bruder diesen Laden betritt ist aber eine Seltenheit.“
„Ebenfalls Hallo“, meinte Janne unbeeindruckt. „Wir sind wegen der Pixiebücher gekommen.“
„Ach, wegen der Pixiebücher. Verstehe. Na dann. Geht doch einfach ins Hinterzimmer und zieht eure Jacken aus. Dann könnt ihr ein wenig bleiben“, schlug sie vor.
Also führte Janne mich ins Hinterzimmer. Es waren ein paar Kunden im Laden, sodass Clara noch beschäftigt war. Das Hinterzimmer war groß und gemütlich und voller Kartons. Außerdem gab es einen Schreibtischbereich. Wir entledigten uns Jacke, Schal, Mütze und Handschuhe und ich zog auch noch meine Weste aus. Mit meiner Tasche gingen wir wieder in den Laden und sahen uns um.
„Also, was möchtest du denn haben? Jeden Tag eine Kleinigkeit, was?“, fragte er mich.
„Sowas in der Art. Von Deko kann man nie genug kriegen“, fand ich.
Aber noch stach mir nichts besonderes ins Auge. Es gab einfach viel zu viel hier. Auch Janne stöberte etwas herum. Ich guckte mal bei den Schlüsselanhängern. Vielleicht konnte ich meine Sammlung erweitern und tatsächlich fand ich einen mit einer kleinen Kuschelmöwe dran.
„Volltreffer!“, grinste ich zufrieden.
Janne kam agwöhnisch näher und musterte meine Wahl. Dann murmelte er nur etwas, das verdächtig nach „Frauen!“ klang.
Wir gesellten uns wieder zu Clara an die Verkaufsteheke und sie packte mir meinen Anhänger, nachdem ich ihn bezahlte, in eine kleine Tüte. Dann packte sie das Pixiebuch dazu und außerdem Schokolade.
„Bekomme ich auch Schokolade?“, fragte Janne gewinnend.
„Du hast nichts bezahlt“, blieb Clara hartnäckig.
Wir plauderten noch etwas und dann zogen wir uns wieder an und gingen raus.
„Wir könnten ja erst mal Mittag essen“, bemerkte er und so gingen wir in sein Lokal. Dort legten wir ebenfalls unsere Jacken im Hinterzimmer ab, setzten uns an einen Tisch und bestellten unser Essen.
Zuerst kamen die Getränke und so unterhielten wir uns bis das Essen kam.
„Also, wir können immer noch mit dem Boot fahren“, bot er mir an.
„Sind da bei diesen Temeperaturen nicht Eisschollen oder so?“, fragte ich argwöhnisch.
„Wir sind hier an der Nordsee und nicht in der Antarktis“, klärte er mich auf . „Bei solchen Temperaturen macht das hier noch nichts aus. Wir müssen nur auf Ebbe und Flut achten, aber keine Angst. Ich kenne den Gezeitenplan.“
„Na, dann bin ich ja beruhigt.“ Ich rollte mit den Augen.
„Alternativ hätte ich noch eine Wattwanderung im Angebot.“ Er zwinkerte mir zu.
„Na schön“, gab ich schließlich nach. „Dann eben die Bootsfahrt.“
„Du tust so als wäre das eine Bestrafung für dich“, beschwerte er sich.
„Ich will nur nicht efrieren“, teilte ich ihm mit.
„Keine Angst. Wirst du nicht. Da werde ich aufpassen“, versprach er mir.
Einige Minuten führten wir ein Blickduell. Dann gab ich endgültig nach. „Ist ja schon gut. Du hast gewonnen.“
„Du wirst es nicht bereuen“, versprach er mir.
„Ich werde dich danach daran erinnern.“
Als uns zum zweiten mal Getränke gebracht wurden meinte Timothy mit strahlenden Lächeln. „Ihr zwei seid so süß. Ihr müsst unbedingt zusammen kommen.“
„Sie ist eine Urlauberin und steht nicht so auf meine Küsse. Ich glaube, das wird nichts“, bemerkte Janne nur.
„Er hat mich als wir auf dem Leuchtturm waren gefragt ob er mich jetzt küssen muss damit es romantischer wird“, teilte ich Timothy mit.
„Oh, men Gott, Janne. Das geht ja gar nicht. Noch unromantischer gehts wirklich nicht. Brauchst du einen Kurs bei mir in Sachen Romantik?“ Es war fast schon zu süß wie entsetzt Timothy war. Ich musste richtig schmunzeln nd war gespannt darauf, was mein Gegenüber von sich geben würde.
„Lass mal stecken, Tim“, winkte dieser ab. „Ich krieg das schon alleine hin.“
Zweifelnd sah ich ihn an. „Na, da bin ich aber gespannt.“
„Ich habe nicht gesagt, dass ich es bei dir ausprobieren will. Du willst mich ja nicht küssen“, meinte er nur.
„Vielleicht sollte ich dir dann den Kurs in Romantik geben“, überlegte ich.
„Am besten wir beide zusammen“, mischte sich Timothy ein. Ich mochte den Typen jetzt schon.
Janne stöhnte. Dann wandte er sich an seinen Mitarbeiter. „Hast du nichts besseres zu tun als anderen Leuten Kurse in Romantik anzubieten? Zum Beispiel die Theke putzen, oder so?“
„Ich bin schon unterwegs“, meinte Timothy in besten Manieren und schwirrte davon.
„Ich mag deinen Mitarbeiter“, stellte ich fest. „Du solltest ihn als Mitarbeiter des Monats kühren oder so.“
„Bei nur zwei Mitarbeitern lohnt sich das nicht. Tim kann einem tierisch nerven, aber er ist schon okay“, sagte er nur.

Fortsetzung folgt …

So, und noch ein Teil ist fertig. Es wird, es wird. Was meint ihr?“

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Strandwege Teil 7

Und wieder gibt es einen Teil für Strandwege. Ist ja klar.

Strandwege Teil 7

Am nächsten Morgen wachte ich gut gelaunt auf. Mein zweiter Morgen am Meer. Das allein reichte schon für gute Laune, aber dann war ich auch noch mit Janne verabredet. Die Sonne strahlte ins Zimmer und machte mich vollends glücklich.
Oh, Gott! Wie spät war es? Halb neun. Es war höchste Zeit aufzustehen. Ich schwang meine Füße aus dem Bett und hastete ins Bad. Ich stieg schnell unter die Dusche, schäumte meine Haare ein und duschte mich wieder ab. Dushdass ließ ich natürlich auch nicht aus. Vanille-Honig. Meine Lieblingssorte. Dann trocknete ich mich wieder ab, zog mich an und föhnte meine Haare. Leider brauchten meine Haare immer eine gewisse Zeit bis sie trockneten. Natürlich hatte ich mich für warme Sachen entschieden. Ein Langarmshirt als Unterhemd, einen dicken gefütterten Pullover und darüber eine Daunenweste und dann mein Wintermantel. Außerdem trug ich eine warme Thermoleggins und darüber eine Cordhose. In den Schuhen hatte ich erst dünne Socken gewählt und darüber Wollsocken. Mütze, ein langer warmer Scharl und Handschuhe lagen auch schon bereit. Sollte reichen, oder? Zunächst ging ich aber in den Frühstücksraum des Hauses und bediente mich am Buffet. Rosalie kam in den Saal um das Essen aufzufüllen und sah  mich erstaunt an.
„Was haben Sie denn vor? Sie haben sich aber warm eingepackt. Die Weste können Sie aber ruhig noch mal ausziehen. Sie müssen ja tierisch schwitzen“, bermerkte sie erstaunt.
„Ich will mit Janne Leuchttürme besichten und eventuell noch eine Wattwanderung machen“, erklärte ich ihr. „Ich finde ja immer je wämer ich angezogen bin desto besser, aber meine Füße sind wirklich ganz schön warm. Kennen Sie Janne?“
„Jeder kennt Janne. Ein Goldstück, aber passen sie bloß auf. Seine Wattwanderungen sind …“
„Ziemlich lang und ausschweifend …“, unterbrach ich sie. „Ich weiß. Sie sind nicht die Erste, die mich warnt.“
„Pass lieber auf. Das mit der Wattwanderung würde ich mir noch mal überlegen. Wenn Sie barfuß da reingehen holen Sie sich noch den Tot. Fragen Sie ihn lieber ob er sie mit seinem Boot rumfährt. Für die Wattwanderung kommen Sie besser im Sommer wieder“, riet Rosalie mir während ich mir mein Essen auf den Teller schaufelte.
„Janne fährt Boot?“ Ich wusste nicht wieso mich das so erstaunte. Vielleicht sollte ich die Wattwanderung wirklich auf den Sommer verschieben. „Ich denke darüber nach.“
In dem Moment klingelte es und Rosalie ging zur Tür. Ich brachte währenddessen meinen Teller zum Tisch und ging dann zum Buffet zurück um mir meinen Orangensaft zu holen. Zu meiner Überraschung kam Rosalie mit Janne wieder.
Er blieb wie angewurzelt stehen und starrte mich nur an. „Noch mehr konntest du nicht anziehen und da wartet bestimmt noch oben in deinem Zimmer was auf dich. Vielleicht ein Fellmantel und eine Frottemütze?“
„Du warst es, der sich gestern beschwert hat ich würde zittern wie Espenlaub“, konterte ich. „Ich wollte mich nur warm genug anziehen.“
„Ihre Füße schwitzen“, steuerte Rosalie wenig hilfreich bei.
„Kann ich mir denken“, brummte er und zeigte auf meinen Stiefel. „Die Treter solltest du am besten noch mal ausziehen. Sonst erkältest du dich sobald du da draußen bist. Und den dicken Pullover am besten auch. Ganz abgesehen von der Weste.“
„Willst du, dass ich Striptease mache?“, fragte ich augenrollend.
„Willst du dich erkälten?“, hielt er dagegen. „Vermutlich hast du eh ein Langarmshirt unter oder zumindest ein T-Shirt.“
„Verdammt. Volltreffer.“ Also brachte ich meinen Orangensaft an den Tisch und zog Weste, Pullover und Stiefel aus.
„Besser?“, fragte er wissend und weniger neckend.
„Viel besser“, gab ich erleichtert zu. Manchmal war es doch nicht schlecht auf andere zu hören. Besonders, wenn sie Janne hießen, Biologen waren und vermutlich jede Menge Erfahrung damit hatte draußen zu sein.
Janne selbst stand nun auf und holte sich aber nur einen Kaffee.
„Sag bloß, du hast schon gefrühstückt?“, staunte ich.
„Na klar. Ich war sogar schon am Strand. Ich hätte auch schon eine Stunde früher hier sein können“, erklärte er.
„Ach ja. Du wolltest ja früh aufstehen“, erinnerte ich mich.
„Ich stehe immer früh auf“, sagte er nur.
Er selbst war in einen unglaublich sexy kuschelig warmen Wollpulli gepackt und trug wieder seine Matschhose. Keine Ahnung, was er noch darunter trug oder eben nicht. Okay. Den Gedanken sollte ich lieber ganz schnell verdrängen.
„Also, Miss – Ich – zieh – mich – lieber – zu – warm – als – zu – kalt – an. Was machen wir ausser den Leuchttürmen? Bereit für eine Wattwanderung?“ Er zwinkerte mich an.
„Ich dachte eher wir könnten mit dem Boot fahren. Ich habe gehört du kannst sowas.“
Sofort funkelte Janne Rosalie böse an, die gerade mit einem neuen Krug Orangensaft ans Buffet wollte und in unsere Richtung lächelte.
„Hey, guck mich nicht so an. Ich wollte nur verhindern, dass sie vor deiner Nase erfriert“, verteidigte sie sich.
„Dann also die Bootstour“, stimmte er schließlich zu.

Fortsetzung folgt …

So, den Teil habe ich auch noch geschafft. Dachte ich müsste es in Etappen schreiben, da ich so oft unterbrochen wurde, aber habe es dann doch durch gezogen am 19.12. Was meint ihr?

Strrandwege Teil 4

Und schon kommt der nächte Teil meiner Geschichte.

Strandwege Teil 4

Die Leuchttürme hatte ich nicht geschafft, aber ich hatte ja noch Zeit. Das Strandcafe hatte ich ebenfalls nicht entdeckt, aber die Empfhelung für Jannes Imbiss war klasse gewesen.
Schon als ich reinkam tönte mir Weihnachtsmusik entgegen. White Christmas und andere klassische Weihnachtslieder im ruhigen Ton. Die Wände waren kitschig weihnachtlich geschmückt und mit blauen Lichterketten dekoriert. In einer Ecke stand ein Holzweihnachtsmann, der eine rote Pudelmütze aufhatte. Ich trat an die Theke und der Mann davor fragte mich: „Was möchten Sie bestellen?“
Ich sah mir die Speisekarte an und bestellte: „Pommes mit Gnocchi und Frischkäse.“
„Eine gute Wahl“, bemerkte Tim anerkennend. „Und zu trinken?“
„Eine Fanta.“
„Gerne. Ich bringe es dann zu Ihrem Tisch.“ Und so suchte ich mir einen Tisch aus.
Allerdings hatte ich dann nichts anderes zu tun als hin und her zu gucken. Timothy brachte mir aber bald mein Getränk. Dann sah ich aus dem Fenster, aber da passierte nicht viel. Es fing aber zu schneien an und hörte auch sobald nicht auf. Bald darauf kam ein großer Mann mit seltsamen Outfit ins Lokal. Er sah sehr nass aus. Timothy bemerkte das auch.
„Oh, man Janne. Du musst dir wirklich mal angewöhnen hier nicht in dem Outfit reinzukommen. Du tropfst alles nass.“
„Das hier ist mein Lokal. Da kann ich machen was ich will“, gab der Mann zur Antwort.
Janne? Moment. Das war Janne? Stimmt. Die Klamotten hatte ich schon mal gesehen.
„Aber du musst es nicht säubern“, protestierte sein Mitarbeiter.
„Klappe Timothy“, brummte Janne und dann fiel sein Blick auf mich. „Ach, sie an. Die Urlauberin.“
„Ach, sieh an“, gab ich zurück. „Der Mann in der Regenjacke.“
„Sie haben mein Lokal gefunden?“, fragte er erstaunt.
„Ihre Schwester hat es mir empfohlen.“
„Kluge Frau.“ Dann wandte er sich wieder an Timothy. „Tim, kannst du mir einen Kaffee machen?“
„Nur, wenn du dich duscht und umziehst. Ich weiß genau, dass du in deinem Büro frische Kleidung hast. Auf die Stühle wollen sich nach dir noch Gäste setzen.“
„Na schön. Du gibts ja doch keine Ruhe“, gab Janne dann nach und mich bat er. „Nicht weglaufen.“
„Ich warte sowieso noch auf mein Essen.“
Er nickte und dann war er verschwunden.“
„Woher kennen Sie Janne?“, fragte Timothy mich. „Sie sind neu hier, oder?“
„Ich bin im Urlaub hier“, erklärte ich. „Ich bin gestern Abend erst angekommen und habe ihn heute Morgen am Strand getroffen.“
„Na, da haben Sie ja den richtigen getroffen“, grinste Timothy. „Wenn Sie nicht aufpassen überredet er sie schneller zu einer Wattwanderung als sie Janne sagen können. Die geht ewig lang und Janne wird Ihnen viel über Schlick, Algen und so ein Zeug erzählen.“
„Ich mag Wattwanderungen“, stellte ich klar. „Eine Private Führung wäre doch sicher interessant.“
„Sagen Sie nicht ich hätte Sie nicht gewarnt“, verlangte er und grinste.
Janne war noch nicht wieder da als mein Essen kam. Es war richtig lecker. Doch schließlich kam er doch und ich konnte kaum glauben, dass er es war. Seine Haare waren gestylt und er steckte in einem roten Pullover und einer Jeans. Dann setzte er sich neben mich.
Er bemerkte meinen Blick und grinste. „Ja, unglaublich, was? Das bin wirklich ich.“
„Wow, das ist mal eine Veränderung“, grinste ich.
„Ja, das sagen sie alle.“
Tim kam mit einem Kaffee und er musterte mich wieder. „Und wie schmeckt es Ihnen?“
„Außgezeichnet“, erwiederte ich.
„Ich hatte auch nichts anderes erwartet“, erklärte er zufrieden.
„Ein bisschen selbstgefällig sind sie aber schon, oder?“, fragte ich ihn mit hochgezogenen Augenbrauen.
„Ich weiß nur, was ich verkaufe.“ Ich zuckte mit den Achseln.
„Sammeln Sie die Sachen eigentlich selbst?“, fragte ich nun interessiert.
„Manches davon“, gab er zu. „Besonders Pilze, aber auch Kräuter und so.“
„Hatte ich mir schon gedacht.“ Es passte einfach zu gut zu ihm.
„Und Sie? Wohnen Sie weit von hier entfernt?“, fragte er nun.
„Etwa zweieinhalb Stunden“, erzählte ich.
„Und konnten Sie sich mit Ihrer neuen Liebe vertraut machen?“
„Abselut“, erwiederte ich. „aber die Leuchttürme habe ich ausgelassen. Es war einfach zu kalt.“
„Wenn Sie mögen kann ich Sie dahin begleiten“, bot er mir an.
„Ehrlich?“, Ich war wirklich überrascht. „Das wäre toll.“
„Morgen Nachmittag?“, fragte er.
„Ich habe Zeit.“
„Super. Dann lassen Sie es uns so machen. Ich muss noch arbeiten. „Bis Morgen. Seinen Kaffee hatte er ausgetrunken und er nahm die Tasse mit nach hinten.
„Bis Morgen.“ Das war ja mal ein Abgang und wo trafen wir uns überhaupt? Na ja. Aber heute Abend war ja erst mal noch der Musikabend. Ich wollte noch ein wenig die Insel erkunden und mich dann frisch machen.
„Bis dann“, murmelte ich.

Fortsetzung folgt …

So, das war ein weiterer Teil. Ich fürchte das wird eher eine neue Bloggeschichte. Mal sehen. Was meint ihr?

Writing Friday: Der etwas andere Adventskalender

Ui, eine Writing Friday Weihnachtsgeschichte für den Adventskalender. Mal sehen was mir da einfällt. Einfach frei heraus.

1. Dezember

Der Dezember war für mich schon immer ein toller Monat. Er war so weihnachtlich geprägt und ich hatte immer einen tollen Adventskalender bis Weihnachten. Heute konnte ich gleich nach dem Aufstehen das erste Türchen öffnen. Ich hatte einen mit kleinen Büchern drin und dahinter stand immer ein Spruch. Heute war das Büchlein mit dem Titel Schneeflockenträume versehen. Das hörte sich schon mal gut an. Dann las ich den Spruch:

Wenn du eine Schneeflocke vor dem Fenster siehst betrachte sie mit anderen Augen.

Okay, auch nicht schlecht. Von Schnee war leider keine Spur. Also blätterte ich durch das Buch. Es zeigte eine Geschichte einer Schneeflocke, die die ganze Zeit fror und sich Wärme wünschte. Wie süß.

Doch plötzlich war ich diese Schneeflocke und flog durch den Raum. Huch, was war denn jetzt los? Wieso war ich eine Schneeflocke? Darauf konnte ich mich nicht konzentrieren. Ich flog orientierungslos durch den Raum. Ich knallte mehrmals gegen die Finster und fand schließlich einen Weg nach draußen. War ich da erst mal angelangt war ich nicht mehr die einzige Schneeflocke. Und schon wurde ich wieder ich selbst und mein Tag war zu Ende. Seltsam.

2. Dezember

Ach, wie schön. Wieder ein neuer Tag. Zeit den Advenstkalender zu öffnen. Was hatte ich eigentlich gestern gemacht? Egal. Jetzt war es Zeit für den Kalender. Also öffnete ich das nächste Türchen. Hier lag wieder ein Buch drin. Welches war es eigentlich gestern gewesen? Wo lag es denn? Ach, nicht wichtig. Dieses Buch trug den Titel Weihnachtsmusical. Okay, na dann. Der Spruch dahinter lautete:

Wer weihnachtliche Musik mag wird nur noch umso lauter singen.

Und schon sang ich den ganzen Tag vor mich hin bis ich müde wurde. Seltsam. Ich sang eigentlich gar nicht gerne. Aber vielleicht erfreute ich mich so an den Schnee da draußen. Müde ließ ich mich ins Bett fallen und schlief ein.

3. Dezember

Ich war etwas erschöpft und wusste gar nicht wieso. Aber ich freute mich auf das nächste Türchen meines Advenskalenders. Ein weiteres Buch empfing mich. Es trug den Titel Adventsflöten. Seltsam. Was waren denn Adventsflöten? Der Spruch dahinter lautete:

Wenn du die Adventsflöten hörst, wirst du in einem Märchen gefangen sein.

Und plötzlich änderte sich die Kulisse und ich befand mich in einem Märchenschloss im 18. Jahrhundert. Ich trug ein wunderschönes blaues Kleid. Weihnachtsmelodie erklang. Es erinnerte mich etwas an Aschenputtel oder Dornröschen und ich war mittendrin. Jemand zog mich auf die Tanzfläche im großen Ballsaal. Tanzte ich etwa mit dem Prinzen? Ich? Das war ja verrückt. Aber ich war voller Glückseeligkeit.

4. + 5. Dezember

Hier öffnete ich meinen Kalender nicht. Ich lag noch im Land der Träume meines Märchenschlosses. Im Land der Träume mit meinem Märchenprinz und Weihnachten.

6. Dezember – 11. Dezember

Nun wachte ich endlich wieder auf. Wo die letzten zwei Tage hin waren wusste ich nicht. Aber es war mir auch egal. Heute war ein neuer Tag. Ein neuer Tag hieß eine neue Adventskalendertür öffnen. Ich war gespannt, was es diesmal für ein Buch war. Ich öffnete also das Tor. Aber diesmal übelebte ich eine Überraschung. Es war kein Buch in dem Tor. Es war ein Spiel. Was sollte das denn? Ich hatte doch Bücher bestellt? Aber ich nahm das Spiel raus. Einen Spruch gab es aber immerhin.

Spiele das Spiel und du gewinnst den Nikolaus.

Okay. Das war ja seltsam. Ich sah mir das Spiel an. Es war eine Art Kartenspiel auf dem Weihnachtsfiguren zu sehen waren. Ein Nikolaus, der Weihnachtsmann, ein Christkind, ein Stern usw. Aber ich wusste nicht, wass ich damit machen sollte. Also fing ich erst mal an zu mischen und dann spielte ich wie von selbst. Ich mischte wie verrückt. Und dann spielte ich wie von selbst. Ich kannte die Regeln nicht, aber am Ende behielt ich alle Nikolauskarten bei mir und dann stand er plötzlich vor mir. Der wahre Nikolaus.
Moment. Der wahre Nikolaus? Oh, man. Was dachte ich da bloß? Dafür war ich viel zu alt. Ich sah den Mann vor mir an.
„Äh, Hallo?“, fragte ich.
„Du hast mich gerufen?“, fragte er.
„Ich habe nur gespielt“, sagte ich.
„Und deswegen hast du mich gerufen“, meinte er.
„Und was jetzt?“, fragte ich.
„Jetzt kommst du mit mir“, forderte er.
„Und wohin?“, fragte ich.
„In die Welt des Adventskalenders.“

Und damit verschwamm meine Welt vor meinen Augen. Ich tauchte ein in den Kalender. Was war das denn jetzt? Aber hier tat sich eine ganz neue Welt auf. Eine richtige Weihnachtswelt. Leute fuhren auf dem Eis Schlittschuh. In jeder Ecke standen geschmückte Weihnachstbäume. Ein Weihnachtsmann hatte ein Kind auf dem Schoß und es gab Glühweinstände. Außerdem auch Stände mit Weihnachtsdekoration. Es sah stark nach einem Weihnachtsmarkt aus. Verwirrt sah ich mich um. Dann sprach ich eine junge Frau an.
„Entchuldigung? Können Sie mir sagen, wo ich hier bin?“
„Ach, das hier ist doch die Weihnachstwelt“, antwortete sie nur. „Genießen Sie es einfach.“
Und dann machte sie einfach weiter. Okay, das war schräg. Mehr als schräg. Und jetzt? Ich ging einfach ein bisschen rum. Schaute hier und schaute da. Ein wenig planlos. Und irgendwann kippte ich um.

12. Dezember

Ich wachte mich Kopfschmerzen auf. Das war kein guter Start in den Tag. Doch dann erinnerte ich mich an meinen Adventskalender. Da wurde meine Laune gleich besser. Ich schnappte ihn und öffnete sofort das Türchen. Ein weiteres Büchlein war darin versteckt. Es trug den Titel: „Die verlorene Weihnachtsfigur.

Der Spruch dahinter lautete:  Zögere nicht eine Weihnachtsfigur zu kaufen. Sonst wird sie dich verfolgen.

Okay, das war auch schräg. Und plötzlich saß eine Weihnachtsfigur auf meinem Knie. Was machte die denn da? Und dann vermehrte sie sich auch noch. Wie jetzt? Was war denn hier los? Und dann hüpften die auch noch. Und dann vermehrten sie sich noch mal.  Was war hier los? Entsetzt stand ich auf. Ich rannte ins andere Zimmer, aber sie kamen hinterher. Sie jagten mich durchs Haus. War das anstrengend. Doch dann blieben sie plötzlich stehen. Sie lachten mich aus. Der blanke Horror.

13. Dezember

Oh, man. Ich wachte total müde auf. Was hatte ich gestern bloß getrieben? Ich war total erschöpft. Aber hey, heute war ein neuer Tag. Ein neuer Tag für meinen Adventskalender. Ich öffnete die nächste Tür. Ein neues Buch kam heraus. Es trug den Titel: Der Weihnachtspulli. Okay, auch nicht schlecht.  Der Spruch dahinter lautetete:

Trage immer einen Weihnachtspulli mit einem Rentier drauf.

Ähm, nein. Lieber nicht. Das war ja mal schräg. Als ich das Buch aufschlug kam mir ein Pulli Garn und Stricknageln entgegen. Sie begannen sich wie von selbst zu bewegen.  Fasziniert sah ich dem ganzen zu. Ich schüttelte mit dem Kopf. Das war doch verrückt. Ich wollte bloß noch schlafen. Also legte ich mich hin.

14. Dezember

War ich froh, das Mitte Dezember war. Irgendwie erschöpfte mich der Dezember dieses Jahr. Keine Ahnug wieso. Na ja. Erst mal sollte ich mich meinem Adventskalender widmen. Also öffnete ich wieder ein Törchen. Doch mir fielen fast die Augen dabei zu.  Ich nahm mich zusammen. Natürlich zeigte sich wieder ein Büchlein. Was auch sonst? Der Adventskranz war heute der Titel. Interessant. Der Spruch dazu lautete:

mit dem Adventskranz kommen die Kerzen: Erst eine, dann zweie, dann drei und dann vier.

Und dann kam eine Kerze durch das Buch. Owei, was war denn jetzt los? Das konnte nicht gut gehen. Und schon taperte sie los. Wirklich. Sie taperte. So richtig. Verrückt. Ich versuchte sie zu fangen. Natürlich funktionierte das nicht. Doch ich wurde nicht müde es weiter zu versuchen. Warum eigentlich? War doch nur eine LED Kerze. Also setzte ich mich aufs Sofa und sah ihr dabei zu wie sie durch die Wohnung huschte. Das war doch gleich viel angenehmer.

15. Dezember

Heute wachte ich auf dem Sofa auf. Moment mal. Wieso denn auf dem Sofa? Oh man. Ich sollte mich dringend daran erinnern, was ich im Dezember so machte. Ach, es war ja mal wieder Zeit für ein neues Türchen. Also schleppte ich mich zu meinem Adventskalender. Dann öffnete ich die nächste Tür. Ein weiteres Buch kam heraus. Ein Weihnachtsmann war darauf abgebildet, aber es war titellos. Ich schlug das Buch auf. Und ich begann zu lesen.  Ach, Moment. Der Spruch. Ich wollte zuerst den Spruch lesen.

Träume lernen fliegen, wenn sie wahr werden.

Na, das klang doch mal gut. Also fing ich nun an zu lesen.  Es war ein kleines Buch und ich las es gleich durch, aber ich war total gefesselt. Ich war mitten drin. Es war mein Traum. Mein Weihnachtstraum.  Ein Engel, der durch den Raum schwebte, die Schneebedeckte Landschaft eines Weihnachtsbaumes, ein gemütliches Weihnachtsfest mit der Familie. All das hatte ich nie gehabt. Aber in dem Buch erlebte ich es. Träume wurden tatsächlich wahr.

16. Dezember

War ich im Dezember überhaupt mal aus dem Haus gekommen? Vielleicht sollte ich probieren ob mir die frische Luft gut tat. Sicher tat sie mir gut. Aber nachdem ich einmal wach wurde zog es mich automatisch zu meinem Adventskalender. Es war wie ein Sog. Ich öffnete ein Törchen. Ein Büchlein kam mir entgegen. Natürlich. Was auch sonst? Ein Stern prankte mir entgegen. Er war wunderschön und leuchtend. Ich war wie gebannt von dem Stern. Der Spruch dahinter lautete:

Ein Licht leuchtet so hell wie der Stern von Betlehem.

Okay, das war interessant. Und dann fing der Stern auf dem Buch richtig an zu leuchten. Es blinkte und blinkte und formte sich zu einem echten Stern. Und der sprang aus dem Buch. Oh, wow. Das war ja abgefahren. Was war denn jetzt los? Der Stern sprang hin und her. Quer durchs Zimmer. Und dann blinkte er auch noch. Oh, man. Was sollte ich jetzt tun. Ich jagte ihm hinterher. War das anstrengend, aber dann sprang er wie von selbst wieder in das Buch und ich folgte ihm.

17. Dezember – 22. Dezember

Ich war in meinem eigenen Weihnachtstraum gelandet. Ich lief durch einen verschneiten Wald in kurzem Top und kurzer Hose und in Barfuß, aber ich fror nicht. Ich freute mich über den Schnee, der auf den Boden herab fiel. Ich hörte leise Engelsmusik und in der Ferne auch die Glocken eines Rentieres. Weihnachtssterne leuchteten durch den Wald. Ich fühlte mich pudelwohl hier und lief und lief. In der Ferne kam jemand auf mich zu. Ich sah ihn nur als Schatten, aber ich wusste wer er war. Mein Seelenpartner, mein Seelenfreund. Meine große Liebe. Mein Weihnachtstraum. Wir sahen uns einige Augenblicke lang in die Augen und dann war er wieder verschwunden und ich schlief in meinem Bett.

23. Dezember

Jeder oder fast Jeder kannte bestimmt die Weihnachtsgeschichte. Tja, ich nicht. Ich hatte mich nie damit beschäftigt. Wirklich. Ich liebte Adventskalender, aber Weihnachten an sich hatte mich nie gereizt. Das war verrückt, oder? Deswegen wunderte es mich nicht, dass mein heutiges Buch von der Weihnachtsgeschichte handelte. Und ich stürzte sofort mitten rein. Ich erlebte hautnah Jesus Geburt im Stall in Bethlehem. Moment Mal. Woher wusste ich denn, dass ich in Bethlehem war? Ich kannte mich doch gar nicht mit der Geschichte aus. Aber ich sah dem fasziniert zu, was im Stall passierte. Plötzlich sprach einer der heiligen drei Könige zu mir.

„Lese die Weihnachtsgeschichte und du wirst glauben.“

Dann war ich wieder zu Hause auf meinem Sofa.

24. Dezember

Ich wachte auf und freute mich. Heute war Weihnachten. Die letzte Tür vom Adventskalender stand bevor. Ich durfte sie endlich öffnen und so tat ich das auch. Plötzlich kamen mir alle 24 Bücher entgegen. Was war das denn. Sie überfielen mich ja praktisch. Und dann fing ich an mich zu erinnern. Ich erinnerte mich an alles, was mit dem Adventskalender passiert war. Von der ersten Schneeflocke an bis hinzu den verrückten Dingen wie die Kerzen, die mich verfolgt hatten bis zu meinem Weihnachtstraum. An einfach alles. Mein Weihnachtstraum. Der Schatten. Jetzt fiel es mir wieder ein. Was für ein verrückter Adventskalender. Und dann las ich den Spruch für heute:

Weihnachten ist eine gute Zeit um glücklich zu werden.

Das war wahr. Und dann klingelte es an der Tür. Verwirrt stand ich auf und öffnete sie. Ein Mann stand vor der Tür mit einem Blumenstrauß in der Hand. Blaue Rosen. Meine Lieblingsblumen. Er sah gut aus in dem blauen Pullover und den feinen Jeans.

„Hallo, ich habe gehört hier wird ein Blumenstrauß benötigt.“ Er schenkte mir ein strahlendes Lächeln. „Und da Heiligabend ist, dachte ich ich könnte ihnen noch einen Spaziergang anbieten.“
„Gerne“, strahlte ich. „Ich hole nur noch meine Jacke.“

Und dann ging ich mit dem Mann meiner Träume durch die Winterweihnachtswelt der Stadt. Ein schöneres Weihnachten hatte ich nie gehabt. Von da an feierte ich jedes Jahr Weihnachten zusammen mit ihm und wir gingen auch jedes Jahr in die Kirche, denn er war durchaus religiös. Mein Leben veränderte sich auf gute Weise, aber einen Adventskalender bekam ich nie wieder und das war mir auch recht so.

Ende

Okay, ich habe nun etwas hierfür gebraucht, da ich nicht immer zum Schreiben kam. Meine Dezembergeschichte für Writing Friday.  Die ist etwas länger geworden, aber dafür gibt es auch nur eine Geschichte. Ich wollte mal was völlig anderes und so viel mir dieser etwas andere Adventskalender ein. Was meint ihr?

Writing Friday 13: Die Erdbeerfee

Ich habe noch eine Writing Friday Geschichte geschafft. Auch wenn sie etwas kürzer wird.

Die Erdbeerfee

Henriette war eine ganz einfache Fee. Was jedoch niemand wusste, war, dass sie total auf Erdbeereis stand. Eis bekamen aber nur die Schlossfeen. Nicht das gemeine Volk. Überhaupt waren Erdbeeren sehr schwer zu kriegen. Sie blühten nur im Schlossgarten.  Henriette wünschte sich nichts sehnlicher als Erdbeereis zu kriegen, aber das war unmöglich. Jedes Jahr schieb sie auf ihren Wunschzettel für den Weihnachtsmann nur Erdbeereis und jedes mal bekam sie es nicht. Nicht mal der Weihnachtsmann kam daran. Die Enttäuschung war immer groß. Sie setzte sich jeden Tag zwei Stunden in den Schlosspark, denn so war sie ihren heißgeliebten Erdbeeren wenigstens nahe. Hier gingen manchmal schlichte Feen spazieren, aber sie beachteten mich nicht bis sich eines Tages ein Feenjunge neben mich setzte.
„Wer bist du?“, fragte er neugierieg.
„Ich bin Henriette. Und du?“
„Dustin“, antwortete er.
„Du bist der Prinz“, staunte Henriette. Wie konnte es sein, dass ausgerechnet der Prinz sich neben sie setzte?
„Ganz genau“, nickte er. „Bist du denn keine adelige Fee?“
„Nein, ich wohne im Dorf.“
„Du wirkst traurig“, bemerkte er nur.
„Ist nicht so wichtig“, winkte Henriette ab.
„Doch ist es“, beharrte Dustin nur. „Was ist los?“
„Ach, das ist lächerlich. “ Henriette war ihr sehnlichster Wunsch plötzlich peinlich. So wichtig war Erdbeereis nun doch nicht.
„Doch, sag es mir bitte“, bat Dustin mich hartnäckig. „Vielleicht kann ich helfen.“
„Ach, das ist wirklich albern. Es hat was mit Erdbeeren zu tun.“
„Auch wenn es mit Erdbeeren zu tun hat interessiert es mich“, versicherte er mir.
Ich seufzte und gab nach. „Ich wünsche mir jedes Jahr zu Weihnachten Erdbeereis und bekomme nie welches.“
Dustin lachte. Lachte er mich aus? „Dann ist der Weihnachtsmann aber böse. Erdbeeren gibt es doch genug.“
„Die sind nur für die Schhlossbewohner“, erklärte ich ihm. „Dorfbewohner gelangen nicht ohne weiteres an Erdbeereis.“
„Oh!“, machte er nur. „Und woher weißt du dann wie es schmeckt? Vielleicht magst du es ja gar nicht.“
„Ich habe einmal welches probiert. Ganz wenig nur. Zu Ehren eines Geburtstags eines Schlossbewohners wurde in den Straßen ein Eiswagen aufgestellt. Erdbeereis schmeckt himmlisch.“
„Na, wenn das so ist habe ich eine Idee.“ Dustin grinste spitzbübisch. „Wir müssten in der Kcühe noch etwas da haben. Wir könnten einfach in die Küche gehen.“
„Nein, das geht doch nicht. Das steht mir nicht zu.“ Henriette sah ihn entsetzt an.
„Das geht schon in Orndung“, versicherte er ihr. „Ich bin hier ja schließlich zu Hause und du bist mein Gast.“
Henriette zögerte nur kurz. Dann folgte sie Dustin in das Schloss. Sie sollte es nicht bereuen. Denn von nun an besuchte sie Dustin regelmäßig und freundete sich mit ihm an. Aus Freundschaft wurde Liebe und eines Tages hielt er um ihre Hand an. Sie konnte gar nicht anders als Ja zu sagen. Ihr Herz gehörte ihm bereits und so konnte sie ihre Familie mit Erdbeeren versorgen. Natürlich gab es auch auf ihrer Hochzeit ganz viele Erdbeeren.
Als sie nachts zusammen im Bett lagen fragte Dustin sie: „Bist du sicher, dass du mich nicht nur wegen der Erdbeeren geheiratet hast?“
„Dustin, ich liebe dich. Ob mit oder ohne Erdbeeren. Ich habe mich von Anfang an in dich verliebt.“
Er wirkte erleichtert und lächelte und von da an begann die glücklichste Zeit in ihrem Leben. All ihre Kinder und Kindeskinder hatten ebenfalls eine Schwäche für Erdbeeren wie Henriette.

Und wenn sie nicht gestorben sind regnete es immer noch Erdbeeren vom Himmel und solange konnten Henriette und Dustin glücklich sein, dennn wer weiß ob sie sich ohne die Erdbeeren überhaupt kennen gelernt hätten ….

 

So, die Geschichte ist mir spontan gestern Abend eingefallen als ich mir die Idee noch mal durchgelesen habe. Hat auch lange gedauert. Ich habe sie extra kurz gemacht um eine Fortsetzung zu vermeiden. Was meint ihr?

Writing Friday 12: Die traurige Schneeflocke Pippi

Und auch heute gibts wieder eine Writing Friday Geschichte von mir und zwar zu diesem Thema.

Du bist eine kleine Schneeflocke. Plötzlich wird beschlossen, dass es keinen Winter mehr geben wird. Erzähle wie du dich fühlst.

Die traurige Schneeflocke Pippi

Ich bin die kleine Schneeflocke Pippi. Aber könnt ihr das vorstellen. Während ich in den Wolken darauf warte, dass es in der Welt endlich wieder Winter wird und ich vom Himmel herabfallen darf, habe ich gehört, dass der Winter abgeschafft werden soll. Sowas unerhörtes. Das gibts doch gar nicht. Was soll denn dann aus uns Schneeflocken werden? Sollen wir zu Regen werden? Pah? Regen! Den braucht kein Mensch. Der ist hässlich und glitzert auch nicht so schön in der Sonne wie wir Schneeflocken und überhaupt verzücken die Schneeflocken die Welt ganz anders als Regen. Immer nur Regen? Dabei werden die Menschen doch nicht glücklich.
Und überhaupt bietet der Schnee so viel schönes. Spaziergänge, Glitzernde Landschaft, wunderschöne Schneeflocken, Schneebälle, Schneeiglos, Schneeschlachten. Schnee konnte so viel Spass machen. Man konnte uns doch nicht einfach abschreiben.
Außerdem was wird dann aus der Antarktis. Würde sich die sofort einfach auflösen oder mit anderen Wintergebieten? Wie stellten die sich das vor? Dann geht die ganze Welt unter.
Oder sollten wir Schneeflocken dann demnächst ins Weltall ziehen? Könnt ihr euch das vorstellen? Schneeflocken im Weltall. Geht gar nicht.
Neulich hatte ich mich mit meiner Freundin Eloise darüber unterhalten. Sie war auch ganz empört gewesen. Eine Welt ohne Schnee konnten wir uns einfach nicht vorstellen. Und was würde aus den ganzen Schneegeschichten – und Liedern werden? Würden die sich auch auflösen? Wären sie einfach weg? Das wäre schon ganz schön traurig. Oder blieben die Erinnerungen an den Winter und nur wir würden verschwinden? Das war irgendwie traurig und machte mir Angst.
Würde ich mich auflösen? Ganz verschwinden. Nur als Erinnerung bleiben, wenn überhaupt? Das wollte ich nicht. Ich wollte weiter auf die Erde rieseln. Ich liebte das. Ein Leben ohne Schnee und Schneeflocken war doch traurig. Eloise sagt, das wird nicht passieren. Sowas können sie nicht machen. Eloise hatte sich richtig darüber aufgeregt, aber ich war mir da nicht so sicher. Bei den Himmelsmachern war alles möglich.
Aber konnte eine Welt ohne Schnee und Winter überhaupt existieren? War das möglich? Hatte man sich daran mal Gedanken gemacht? Vermutlich nicht. Es war wie in der Politik. Dei Himmelsmacher machten einfach was sie wollten. Egal was ihr Handeln für Konsequenzen hatte. Aber was wusste eine kleine Schneeflocke wie ich schon von Politik? Hauptsache ich rieselte leise auf die Erde. Aber das sollte ja auch bald vorbei sein.
Eine Welt ohne Schnee und ohne Schneeflocken war eine traurige Welt. Das durfte nicht sein. Aber leider hatte ich das nicht zu bestimmen. Ich war ja nur eine einfache Schneeflocke. Es war einfach ungerecht. Ich würde mich vermutlich einfach auflösen und nie mehr auf die Erde rieseln können. Genau wie Eloise und meine anderen Freunde. Ich konnte nichts dagegen tun und fühlte mich hilflos. Hoffentlich überlegten sich die Himmelsmacher noch mal anders.

Ende

Writing Friday 11: Für immer Winter

Auch heute habe ich wieder eine Writing Friday Geschichte für euch, denn das Thema hat mich inspiriert.

 

Erzähle wie die Welt aussehen würde, wenn es überall nur  noch eine Jahreszeit geben würde.

Immer nur Winter

In den alten Geschichten hieß es, es hätte vier Jahreszeiten gegeben. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Ich kannte nur den Winter. Auf der ganzen Welt gab es nichts anderes mehr. Nur noch Schnee und Eis. Überall. Es war eine trostlose Welt. Früher galt der Schnee wohl als märchenhaft, aber heute war er nichts besonderes mehr. Er war einfach immer da. Er war kalt und weiß und eintönig.
Manchmal versuchte ich mir den Sommer vorzustellen. Wie warm es da gewesen sein musste. Ich kannte Wärme nur von Räumen und unserem Kamin. Draußen war es noch nie warm gewesen. Manchmal stellte ich mir auch den Frühling vor. Wie grün die Bäume sein mussten. Wie herrlich es überall aussehen musste. Bei uns waren die Bäume immer kahl. Und dann erst der Herbst. All die schönen bunten Blätter. Ich hatte schon Bilder davon gesehen. Aber in Natura natürlich noch nie.  Wie herrlich es doch wäre auch mal kurze Sachen ohne Strumpfhosen und dicken Jacken zu tragen. Sommerkleidung gab es nur im Winterstil.
Nun war es wieder zeit nach draußen in die Kälte zu gehen. Ich war schon warm eingepackt. Wie immer. Winterstiefel, Winterjacke und alles was dazu gehörte. Heute war es auch noch ziemlich zügig. Ich hasste die Kälte. Ein eisiger Wind packte mich als ich nach draußen ging. Hier war kaum was los. Wer nicht erfrieren wollte blieb lieber drinnen. Überhaupt spielte die meiste Zeit unseres Lebens drinnen ab. Wir waren noch nie gereist. Keiner Von uns. Flugzeuge gab es bei uns nicht. Sie würden in der Luft erfrieren. Sie waren nur eine ferne Erinnerung. Es war zu gefährlich. Ich hatte Berichte vom Weltall gesehen. Das konnte ich mir nicht mal vorstellen.
Ich ging zur Schule. Früher einmal hatten Schulen feste Zeiten gehabt. Jetzt fing sie meist erst Nachmittags an. Morgens war es viel zu kalt um überhaupt raus zu gehen. Die Zeiten hatten sich geändert.
In der Schule war einiges los. Die Schüler verzogen sich in die Räume. Die Klassenräume waren am wärmsten. Auch ich zog mich dorthin zurück. Ich setzte mich auf meinen Platz neben meiner besten Freundin Jana. Aber sie war noch nicht da. Wie immer kam sie später als ich. Ein paar andere Schüler waren aber schon da. Mia kam zum Beispiel zu mir und setzte sich auf Janas Schreibtisch. Das tat sie immer. Sie war auch am leichtesten bekleidet. Trotz der Kälte. Sie legte viel Wert auf ihr äußeres.
„Hey Lona, wie gehts wie stehts?“, fragte sie und strich ihr langes schwarzes Haar in einer perfekten Geste zurück.
„Ganz gut und bei dir?“, erwiederte ich.
„Ich kann mich klagen. Ich wünschte mir nur ich würden diesen Sommer erleben von dem wir neulich gehört haben“, meinte sie.
„Ich wünschte die Kälte würde vergehen“, bemerkte ich.
Und dann kam unser Lehrer in das Zimmer. Jana war immer noch nicht da. Unser Lehrer war schon alt. Seine Haare waren grau und er trug immer Schlabberjacken und einen uralten Schal sowie dicke Stiefel. Manchmal sogar Handschuhe. Er fror einfach immer. Selbst in den wärmsten Räumen. Es hieß er habe mal einen ganzen Monat draußen verbracht und seitdem war er nicht mehr der Alte. Jetzt stand er vor uns und sah uns mit wachen Augen der Reihe nach aufmerksam an.
„Kinder, wisst ihr was ich neulich gehört habe?“, fragte er. „Es wurde ein weiterer Planet entdeckt. Ja tatsächlich. Ist das zu fassen? Und man kann tatsächlich auf ihm leben, heißt es. Und jetzt kommt es. Er soll warm sein. Ein warmer Planet. Das ist eine Sensation zur heutigen Zeit.“
Sofort redeten alle aufgeregt durcheinander. Er ließ uns eine Weile gewähren bis er uns stoppte.
„Ja, ja. Die Sache hat allerdings einen Haken“, meinte er dann. „Er ist ziemlich weit weg. Ihr werdet nie wieder hier zurück kommen können. Außerdem nehmen sie nur ein paar hundert ausgesuchte Personen mit. Die Auswahl ist begrenzt, aber es gibt Hoffnung.“
War ja klar. Also für mich keine Option. Es würde wohl beim Winter bleiben. Ewiger Winter, ewige Kälte. Ich fror jetzt schon, wenn ich nur daran dachte. Doch was blieb mir anderes übrig? So schlimm war der Schnee auch wieder nicht. Die Kälte und der eisige Wind war das Problem. Schnee war eigentlich ganz schön. Besonders die Kinder freuten sich über ihn, aber sie durften nur selten raus, weil es viel zu kalt war.
Wenn man immer nur eine Jahreszeit hatte verlor sich das besondere daran. Wenn ich immer nur den Sommer um mich hätte, wäre er irgendwann auch nicht mehr besonders. Oder den Herbst oder den Frühling. So war es bei mir mit dem Winter. Er war nichts besonders mehr. Ich wollte die anderen Jahreszeiten kennen lernen. Ich wollte den Frühling, den Sommer und den Herbst. Doch meine Familie und Freunde waren wichtiger als Jahreszeiten. Und es gab ja auch schöne Sachen am Winter. Das gemütliche zusammensein, die klare Kälte, die Einsamkeit. Wäre all das nur nicht für immer. Doch man wollte ja immer das haben, was man nicht haben konnte. Ich wollte mich ja nicht beschweren. Ich war ja ganz zufrieden. Und vielleicht wurde irgendwann ein Planet entdeckt, der nah genug war. Vielleicht würde meine Familie dann sogar mitkommen. Sollten sie erst mal ein bisschen rumforschen. Ich blieb solange bei der Kälte. Jetzt aber folgte ich erst mal weiter dem Unterricht, denn das konnte ja nicht schaden.

Ende

Das war meine kleine Schneegesichte zum Writing Friday und dem Gedanken, was wäre, wenn immer nur Winter wäre. Und was sagt ihr?