Writing Friday: Der etwas andere Adventskalender

Ui, eine Writing Friday Weihnachtsgeschichte für den Adventskalender. Mal sehen was mir da einfällt. Einfach frei heraus.

1. Dezember

Der Dezember war für mich schon immer ein toller Monat. Er war so weihnachtlich geprägt und ich hatte immer einen tollen Adventskalender bis Weihnachten. Heute konnte ich gleich nach dem Aufstehen das erste Türchen öffnen. Ich hatte einen mit kleinen Büchern drin und dahinter stand immer ein Spruch. Heute war das Büchlein mit dem Titel Schneeflockenträume versehen. Das hörte sich schon mal gut an. Dann las ich den Spruch:

Wenn du eine Schneeflocke vor dem Fenster siehst betrachte sie mit anderen Augen.

Okay, auch nicht schlecht. Von Schnee war leider keine Spur. Also blätterte ich durch das Buch. Es zeigte eine Geschichte einer Schneeflocke, die die ganze Zeit fror und sich Wärme wünschte. Wie süß.

Doch plötzlich war ich diese Schneeflocke und flog durch den Raum. Huch, was war denn jetzt los? Wieso war ich eine Schneeflocke? Darauf konnte ich mich nicht konzentrieren. Ich flog orientierungslos durch den Raum. Ich knallte mehrmals gegen die Finster und fand schließlich einen Weg nach draußen. War ich da erst mal angelangt war ich nicht mehr die einzige Schneeflocke. Und schon wurde ich wieder ich selbst und mein Tag war zu Ende. Seltsam.

2. Dezember

Ach, wie schön. Wieder ein neuer Tag. Zeit den Advenstkalender zu öffnen. Was hatte ich eigentlich gestern gemacht? Egal. Jetzt war es Zeit für den Kalender. Also öffnete ich das nächste Türchen. Hier lag wieder ein Buch drin. Welches war es eigentlich gestern gewesen? Wo lag es denn? Ach, nicht wichtig. Dieses Buch trug den Titel Weihnachtsmusical. Okay, na dann. Der Spruch dahinter lautete:

Wer weihnachtliche Musik mag wird nur noch umso lauter singen.

Und schon sang ich den ganzen Tag vor mich hin bis ich müde wurde. Seltsam. Ich sang eigentlich gar nicht gerne. Aber vielleicht erfreute ich mich so an den Schnee da draußen. Müde ließ ich mich ins Bett fallen und schlief ein.

3. Dezember

Ich war etwas erschöpft und wusste gar nicht wieso. Aber ich freute mich auf das nächste Türchen meines Advenskalenders. Ein weiteres Buch empfing mich. Es trug den Titel Adventsflöten. Seltsam. Was waren denn Adventsflöten? Der Spruch dahinter lautete:

Wenn du die Adventsflöten hörst, wirst du in einem Märchen gefangen sein.

Und plötzlich änderte sich die Kulisse und ich befand mich in einem Märchenschloss im 18. Jahrhundert. Ich trug ein wunderschönes blaues Kleid. Weihnachtsmelodie erklang. Es erinnerte mich etwas an Aschenputtel oder Dornröschen und ich war mittendrin. Jemand zog mich auf die Tanzfläche im großen Ballsaal. Tanzte ich etwa mit dem Prinzen? Ich? Das war ja verrückt. Aber ich war voller Glückseeligkeit.

4. + 5. Dezember

Hier öffnete ich meinen Kalender nicht. Ich lag noch im Land der Träume meines Märchenschlosses. Im Land der Träume mit meinem Märchenprinz und Weihnachten.

6. Dezember – 11. Dezember

Nun wachte ich endlich wieder auf. Wo die letzten zwei Tage hin waren wusste ich nicht. Aber es war mir auch egal. Heute war ein neuer Tag. Ein neuer Tag hieß eine neue Adventskalendertür öffnen. Ich war gespannt, was es diesmal für ein Buch war. Ich öffnete also das Tor. Aber diesmal übelebte ich eine Überraschung. Es war kein Buch in dem Tor. Es war ein Spiel. Was sollte das denn? Ich hatte doch Bücher bestellt? Aber ich nahm das Spiel raus. Einen Spruch gab es aber immerhin.

Spiele das Spiel und du gewinnst den Nikolaus.

Okay. Das war ja seltsam. Ich sah mir das Spiel an. Es war eine Art Kartenspiel auf dem Weihnachtsfiguren zu sehen waren. Ein Nikolaus, der Weihnachtsmann, ein Christkind, ein Stern usw. Aber ich wusste nicht, wass ich damit machen sollte. Also fing ich erst mal an zu mischen und dann spielte ich wie von selbst. Ich mischte wie verrückt. Und dann spielte ich wie von selbst. Ich kannte die Regeln nicht, aber am Ende behielt ich alle Nikolauskarten bei mir und dann stand er plötzlich vor mir. Der wahre Nikolaus.
Moment. Der wahre Nikolaus? Oh, man. Was dachte ich da bloß? Dafür war ich viel zu alt. Ich sah den Mann vor mir an.
„Äh, Hallo?“, fragte ich.
„Du hast mich gerufen?“, fragte er.
„Ich habe nur gespielt“, sagte ich.
„Und deswegen hast du mich gerufen“, meinte er.
„Und was jetzt?“, fragte ich.
„Jetzt kommst du mit mir“, forderte er.
„Und wohin?“, fragte ich.
„In die Welt des Adventskalenders.“

Und damit verschwamm meine Welt vor meinen Augen. Ich tauchte ein in den Kalender. Was war das denn jetzt? Aber hier tat sich eine ganz neue Welt auf. Eine richtige Weihnachtswelt. Leute fuhren auf dem Eis Schlittschuh. In jeder Ecke standen geschmückte Weihnachstbäume. Ein Weihnachtsmann hatte ein Kind auf dem Schoß und es gab Glühweinstände. Außerdem auch Stände mit Weihnachtsdekoration. Es sah stark nach einem Weihnachtsmarkt aus. Verwirrt sah ich mich um. Dann sprach ich eine junge Frau an.
„Entchuldigung? Können Sie mir sagen, wo ich hier bin?“
„Ach, das hier ist doch die Weihnachstwelt“, antwortete sie nur. „Genießen Sie es einfach.“
Und dann machte sie einfach weiter. Okay, das war schräg. Mehr als schräg. Und jetzt? Ich ging einfach ein bisschen rum. Schaute hier und schaute da. Ein wenig planlos. Und irgendwann kippte ich um.

12. Dezember

Ich wachte mich Kopfschmerzen auf. Das war kein guter Start in den Tag. Doch dann erinnerte ich mich an meinen Adventskalender. Da wurde meine Laune gleich besser. Ich schnappte ihn und öffnete sofort das Türchen. Ein weiteres Büchlein war darin versteckt. Es trug den Titel: „Die verlorene Weihnachtsfigur.

Der Spruch dahinter lautete:  Zögere nicht eine Weihnachtsfigur zu kaufen. Sonst wird sie dich verfolgen.

Okay, das war auch schräg. Und plötzlich saß eine Weihnachtsfigur auf meinem Knie. Was machte die denn da? Und dann vermehrte sie sich auch noch. Wie jetzt? Was war denn hier los? Und dann hüpften die auch noch. Und dann vermehrten sie sich noch mal.  Was war hier los? Entsetzt stand ich auf. Ich rannte ins andere Zimmer, aber sie kamen hinterher. Sie jagten mich durchs Haus. War das anstrengend. Doch dann blieben sie plötzlich stehen. Sie lachten mich aus. Der blanke Horror.

13. Dezember

Oh, man. Ich wachte total müde auf. Was hatte ich gestern bloß getrieben? Ich war total erschöpft. Aber hey, heute war ein neuer Tag. Ein neuer Tag für meinen Adventskalender. Ich öffnete die nächste Tür. Ein neues Buch kam heraus. Es trug den Titel: Der Weihnachtspulli. Okay, auch nicht schlecht.  Der Spruch dahinter lautetete:

Trage immer einen Weihnachtspulli mit einem Rentier drauf.

Ähm, nein. Lieber nicht. Das war ja mal schräg. Als ich das Buch aufschlug kam mir ein Pulli Garn und Stricknageln entgegen. Sie begannen sich wie von selbst zu bewegen.  Fasziniert sah ich dem ganzen zu. Ich schüttelte mit dem Kopf. Das war doch verrückt. Ich wollte bloß noch schlafen. Also legte ich mich hin.

14. Dezember

War ich froh, das Mitte Dezember war. Irgendwie erschöpfte mich der Dezember dieses Jahr. Keine Ahnug wieso. Na ja. Erst mal sollte ich mich meinem Adventskalender widmen. Also öffnete ich wieder ein Törchen. Doch mir fielen fast die Augen dabei zu.  Ich nahm mich zusammen. Natürlich zeigte sich wieder ein Büchlein. Was auch sonst? Der Adventskranz war heute der Titel. Interessant. Der Spruch dazu lautete:

mit dem Adventskranz kommen die Kerzen: Erst eine, dann zweie, dann drei und dann vier.

Und dann kam eine Kerze durch das Buch. Owei, was war denn jetzt los? Das konnte nicht gut gehen. Und schon taperte sie los. Wirklich. Sie taperte. So richtig. Verrückt. Ich versuchte sie zu fangen. Natürlich funktionierte das nicht. Doch ich wurde nicht müde es weiter zu versuchen. Warum eigentlich? War doch nur eine LED Kerze. Also setzte ich mich aufs Sofa und sah ihr dabei zu wie sie durch die Wohnung huschte. Das war doch gleich viel angenehmer.

15. Dezember

Heute wachte ich auf dem Sofa auf. Moment mal. Wieso denn auf dem Sofa? Oh man. Ich sollte mich dringend daran erinnern, was ich im Dezember so machte. Ach, es war ja mal wieder Zeit für ein neues Türchen. Also schleppte ich mich zu meinem Adventskalender. Dann öffnete ich die nächste Tür. Ein weiteres Buch kam heraus. Ein Weihnachtsmann war darauf abgebildet, aber es war titellos. Ich schlug das Buch auf. Und ich begann zu lesen.  Ach, Moment. Der Spruch. Ich wollte zuerst den Spruch lesen.

Träume lernen fliegen, wenn sie wahr werden.

Na, das klang doch mal gut. Also fing ich nun an zu lesen.  Es war ein kleines Buch und ich las es gleich durch, aber ich war total gefesselt. Ich war mitten drin. Es war mein Traum. Mein Weihnachtstraum.  Ein Engel, der durch den Raum schwebte, die Schneebedeckte Landschaft eines Weihnachtsbaumes, ein gemütliches Weihnachtsfest mit der Familie. All das hatte ich nie gehabt. Aber in dem Buch erlebte ich es. Träume wurden tatsächlich wahr.

16. Dezember

War ich im Dezember überhaupt mal aus dem Haus gekommen? Vielleicht sollte ich probieren ob mir die frische Luft gut tat. Sicher tat sie mir gut. Aber nachdem ich einmal wach wurde zog es mich automatisch zu meinem Adventskalender. Es war wie ein Sog. Ich öffnete ein Törchen. Ein Büchlein kam mir entgegen. Natürlich. Was auch sonst? Ein Stern prankte mir entgegen. Er war wunderschön und leuchtend. Ich war wie gebannt von dem Stern. Der Spruch dahinter lautete:

Ein Licht leuchtet so hell wie der Stern von Betlehem.

Okay, das war interessant. Und dann fing der Stern auf dem Buch richtig an zu leuchten. Es blinkte und blinkte und formte sich zu einem echten Stern. Und der sprang aus dem Buch. Oh, wow. Das war ja abgefahren. Was war denn jetzt los? Der Stern sprang hin und her. Quer durchs Zimmer. Und dann blinkte er auch noch. Oh, man. Was sollte ich jetzt tun. Ich jagte ihm hinterher. War das anstrengend, aber dann sprang er wie von selbst wieder in das Buch und ich folgte ihm.

17. Dezember – 22. Dezember

Ich war in meinem eigenen Weihnachtstraum gelandet. Ich lief durch einen verschneiten Wald in kurzem Top und kurzer Hose und in Barfuß, aber ich fror nicht. Ich freute mich über den Schnee, der auf den Boden herab fiel. Ich hörte leise Engelsmusik und in der Ferne auch die Glocken eines Rentieres. Weihnachtssterne leuchteten durch den Wald. Ich fühlte mich pudelwohl hier und lief und lief. In der Ferne kam jemand auf mich zu. Ich sah ihn nur als Schatten, aber ich wusste wer er war. Mein Seelenpartner, mein Seelenfreund. Meine große Liebe. Mein Weihnachtstraum. Wir sahen uns einige Augenblicke lang in die Augen und dann war er wieder verschwunden und ich schlief in meinem Bett.

23. Dezember

Jeder oder fast Jeder kannte bestimmt die Weihnachtsgeschichte. Tja, ich nicht. Ich hatte mich nie damit beschäftigt. Wirklich. Ich liebte Adventskalender, aber Weihnachten an sich hatte mich nie gereizt. Das war verrückt, oder? Deswegen wunderte es mich nicht, dass mein heutiges Buch von der Weihnachtsgeschichte handelte. Und ich stürzte sofort mitten rein. Ich erlebte hautnah Jesus Geburt im Stall in Bethlehem. Moment Mal. Woher wusste ich denn, dass ich in Bethlehem war? Ich kannte mich doch gar nicht mit der Geschichte aus. Aber ich sah dem fasziniert zu, was im Stall passierte. Plötzlich sprach einer der heiligen drei Könige zu mir.

„Lese die Weihnachtsgeschichte und du wirst glauben.“

Dann war ich wieder zu Hause auf meinem Sofa.

24. Dezember

Ich wachte auf und freute mich. Heute war Weihnachten. Die letzte Tür vom Adventskalender stand bevor. Ich durfte sie endlich öffnen und so tat ich das auch. Plötzlich kamen mir alle 24 Bücher entgegen. Was war das denn. Sie überfielen mich ja praktisch. Und dann fing ich an mich zu erinnern. Ich erinnerte mich an alles, was mit dem Adventskalender passiert war. Von der ersten Schneeflocke an bis hinzu den verrückten Dingen wie die Kerzen, die mich verfolgt hatten bis zu meinem Weihnachtstraum. An einfach alles. Mein Weihnachtstraum. Der Schatten. Jetzt fiel es mir wieder ein. Was für ein verrückter Adventskalender. Und dann las ich den Spruch für heute:

Weihnachten ist eine gute Zeit um glücklich zu werden.

Das war wahr. Und dann klingelte es an der Tür. Verwirrt stand ich auf und öffnete sie. Ein Mann stand vor der Tür mit einem Blumenstrauß in der Hand. Blaue Rosen. Meine Lieblingsblumen. Er sah gut aus in dem blauen Pullover und den feinen Jeans.

„Hallo, ich habe gehört hier wird ein Blumenstrauß benötigt.“ Er schenkte mir ein strahlendes Lächeln. „Und da Heiligabend ist, dachte ich ich könnte ihnen noch einen Spaziergang anbieten.“
„Gerne“, strahlte ich. „Ich hole nur noch meine Jacke.“

Und dann ging ich mit dem Mann meiner Träume durch die Winterweihnachtswelt der Stadt. Ein schöneres Weihnachten hatte ich nie gehabt. Von da an feierte ich jedes Jahr Weihnachten zusammen mit ihm und wir gingen auch jedes Jahr in die Kirche, denn er war durchaus religiös. Mein Leben veränderte sich auf gute Weise, aber einen Adventskalender bekam ich nie wieder und das war mir auch recht so.

Ende

Okay, ich habe nun etwas hierfür gebraucht, da ich nicht immer zum Schreiben kam. Meine Dezembergeschichte für Writing Friday.  Die ist etwas länger geworden, aber dafür gibt es auch nur eine Geschichte. Ich wollte mal was völlig anderes und so viel mir dieser etwas andere Adventskalender ein. Was meint ihr?

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Writing Friday 13: Die Erdbeerfee

Ich habe noch eine Writing Friday Geschichte geschafft. Auch wenn sie etwas kürzer wird.

Die Erdbeerfee

Henriette war eine ganz einfache Fee. Was jedoch niemand wusste, war, dass sie total auf Erdbeereis stand. Eis bekamen aber nur die Schlossfeen. Nicht das gemeine Volk. Überhaupt waren Erdbeeren sehr schwer zu kriegen. Sie blühten nur im Schlossgarten.  Henriette wünschte sich nichts sehnlicher als Erdbeereis zu kriegen, aber das war unmöglich. Jedes Jahr schieb sie auf ihren Wunschzettel für den Weihnachtsmann nur Erdbeereis und jedes mal bekam sie es nicht. Nicht mal der Weihnachtsmann kam daran. Die Enttäuschung war immer groß. Sie setzte sich jeden Tag zwei Stunden in den Schlosspark, denn so war sie ihren heißgeliebten Erdbeeren wenigstens nahe. Hier gingen manchmal schlichte Feen spazieren, aber sie beachteten mich nicht bis sich eines Tages ein Feenjunge neben mich setzte.
„Wer bist du?“, fragte er neugierieg.
„Ich bin Henriette. Und du?“
„Dustin“, antwortete er.
„Du bist der Prinz“, staunte Henriette. Wie konnte es sein, dass ausgerechnet der Prinz sich neben sie setzte?
„Ganz genau“, nickte er. „Bist du denn keine adelige Fee?“
„Nein, ich wohne im Dorf.“
„Du wirkst traurig“, bemerkte er nur.
„Ist nicht so wichtig“, winkte Henriette ab.
„Doch ist es“, beharrte Dustin nur. „Was ist los?“
„Ach, das ist lächerlich. “ Henriette war ihr sehnlichster Wunsch plötzlich peinlich. So wichtig war Erdbeereis nun doch nicht.
„Doch, sag es mir bitte“, bat Dustin mich hartnäckig. „Vielleicht kann ich helfen.“
„Ach, das ist wirklich albern. Es hat was mit Erdbeeren zu tun.“
„Auch wenn es mit Erdbeeren zu tun hat interessiert es mich“, versicherte er mir.
Ich seufzte und gab nach. „Ich wünsche mir jedes Jahr zu Weihnachten Erdbeereis und bekomme nie welches.“
Dustin lachte. Lachte er mich aus? „Dann ist der Weihnachtsmann aber böse. Erdbeeren gibt es doch genug.“
„Die sind nur für die Schhlossbewohner“, erklärte ich ihm. „Dorfbewohner gelangen nicht ohne weiteres an Erdbeereis.“
„Oh!“, machte er nur. „Und woher weißt du dann wie es schmeckt? Vielleicht magst du es ja gar nicht.“
„Ich habe einmal welches probiert. Ganz wenig nur. Zu Ehren eines Geburtstags eines Schlossbewohners wurde in den Straßen ein Eiswagen aufgestellt. Erdbeereis schmeckt himmlisch.“
„Na, wenn das so ist habe ich eine Idee.“ Dustin grinste spitzbübisch. „Wir müssten in der Kcühe noch etwas da haben. Wir könnten einfach in die Küche gehen.“
„Nein, das geht doch nicht. Das steht mir nicht zu.“ Henriette sah ihn entsetzt an.
„Das geht schon in Orndung“, versicherte er ihr. „Ich bin hier ja schließlich zu Hause und du bist mein Gast.“
Henriette zögerte nur kurz. Dann folgte sie Dustin in das Schloss. Sie sollte es nicht bereuen. Denn von nun an besuchte sie Dustin regelmäßig und freundete sich mit ihm an. Aus Freundschaft wurde Liebe und eines Tages hielt er um ihre Hand an. Sie konnte gar nicht anders als Ja zu sagen. Ihr Herz gehörte ihm bereits und so konnte sie ihre Familie mit Erdbeeren versorgen. Natürlich gab es auch auf ihrer Hochzeit ganz viele Erdbeeren.
Als sie nachts zusammen im Bett lagen fragte Dustin sie: „Bist du sicher, dass du mich nicht nur wegen der Erdbeeren geheiratet hast?“
„Dustin, ich liebe dich. Ob mit oder ohne Erdbeeren. Ich habe mich von Anfang an in dich verliebt.“
Er wirkte erleichtert und lächelte und von da an begann die glücklichste Zeit in ihrem Leben. All ihre Kinder und Kindeskinder hatten ebenfalls eine Schwäche für Erdbeeren wie Henriette.

Und wenn sie nicht gestorben sind regnete es immer noch Erdbeeren vom Himmel und solange konnten Henriette und Dustin glücklich sein, dennn wer weiß ob sie sich ohne die Erdbeeren überhaupt kennen gelernt hätten ….

 

So, die Geschichte ist mir spontan gestern Abend eingefallen als ich mir die Idee noch mal durchgelesen habe. Hat auch lange gedauert. Ich habe sie extra kurz gemacht um eine Fortsetzung zu vermeiden. Was meint ihr?

Writing Friday 12: Die traurige Schneeflocke Pippi

Und auch heute gibts wieder eine Writing Friday Geschichte von mir und zwar zu diesem Thema.

Du bist eine kleine Schneeflocke. Plötzlich wird beschlossen, dass es keinen Winter mehr geben wird. Erzähle wie du dich fühlst.

Die traurige Schneeflocke Pippi

Ich bin die kleine Schneeflocke Pippi. Aber könnt ihr das vorstellen. Während ich in den Wolken darauf warte, dass es in der Welt endlich wieder Winter wird und ich vom Himmel herabfallen darf, habe ich gehört, dass der Winter abgeschafft werden soll. Sowas unerhörtes. Das gibts doch gar nicht. Was soll denn dann aus uns Schneeflocken werden? Sollen wir zu Regen werden? Pah? Regen! Den braucht kein Mensch. Der ist hässlich und glitzert auch nicht so schön in der Sonne wie wir Schneeflocken und überhaupt verzücken die Schneeflocken die Welt ganz anders als Regen. Immer nur Regen? Dabei werden die Menschen doch nicht glücklich.
Und überhaupt bietet der Schnee so viel schönes. Spaziergänge, Glitzernde Landschaft, wunderschöne Schneeflocken, Schneebälle, Schneeiglos, Schneeschlachten. Schnee konnte so viel Spass machen. Man konnte uns doch nicht einfach abschreiben.
Außerdem was wird dann aus der Antarktis. Würde sich die sofort einfach auflösen oder mit anderen Wintergebieten? Wie stellten die sich das vor? Dann geht die ganze Welt unter.
Oder sollten wir Schneeflocken dann demnächst ins Weltall ziehen? Könnt ihr euch das vorstellen? Schneeflocken im Weltall. Geht gar nicht.
Neulich hatte ich mich mit meiner Freundin Eloise darüber unterhalten. Sie war auch ganz empört gewesen. Eine Welt ohne Schnee konnten wir uns einfach nicht vorstellen. Und was würde aus den ganzen Schneegeschichten – und Liedern werden? Würden die sich auch auflösen? Wären sie einfach weg? Das wäre schon ganz schön traurig. Oder blieben die Erinnerungen an den Winter und nur wir würden verschwinden? Das war irgendwie traurig und machte mir Angst.
Würde ich mich auflösen? Ganz verschwinden. Nur als Erinnerung bleiben, wenn überhaupt? Das wollte ich nicht. Ich wollte weiter auf die Erde rieseln. Ich liebte das. Ein Leben ohne Schnee und Schneeflocken war doch traurig. Eloise sagt, das wird nicht passieren. Sowas können sie nicht machen. Eloise hatte sich richtig darüber aufgeregt, aber ich war mir da nicht so sicher. Bei den Himmelsmachern war alles möglich.
Aber konnte eine Welt ohne Schnee und Winter überhaupt existieren? War das möglich? Hatte man sich daran mal Gedanken gemacht? Vermutlich nicht. Es war wie in der Politik. Dei Himmelsmacher machten einfach was sie wollten. Egal was ihr Handeln für Konsequenzen hatte. Aber was wusste eine kleine Schneeflocke wie ich schon von Politik? Hauptsache ich rieselte leise auf die Erde. Aber das sollte ja auch bald vorbei sein.
Eine Welt ohne Schnee und ohne Schneeflocken war eine traurige Welt. Das durfte nicht sein. Aber leider hatte ich das nicht zu bestimmen. Ich war ja nur eine einfache Schneeflocke. Es war einfach ungerecht. Ich würde mich vermutlich einfach auflösen und nie mehr auf die Erde rieseln können. Genau wie Eloise und meine anderen Freunde. Ich konnte nichts dagegen tun und fühlte mich hilflos. Hoffentlich überlegten sich die Himmelsmacher noch mal anders.

Ende

Writing Friday 11: Für immer Winter

Auch heute habe ich wieder eine Writing Friday Geschichte für euch, denn das Thema hat mich inspiriert.

 

Erzähle wie die Welt aussehen würde, wenn es überall nur  noch eine Jahreszeit geben würde.

Immer nur Winter

In den alten Geschichten hieß es, es hätte vier Jahreszeiten gegeben. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Ich kannte nur den Winter. Auf der ganzen Welt gab es nichts anderes mehr. Nur noch Schnee und Eis. Überall. Es war eine trostlose Welt. Früher galt der Schnee wohl als märchenhaft, aber heute war er nichts besonderes mehr. Er war einfach immer da. Er war kalt und weiß und eintönig.
Manchmal versuchte ich mir den Sommer vorzustellen. Wie warm es da gewesen sein musste. Ich kannte Wärme nur von Räumen und unserem Kamin. Draußen war es noch nie warm gewesen. Manchmal stellte ich mir auch den Frühling vor. Wie grün die Bäume sein mussten. Wie herrlich es überall aussehen musste. Bei uns waren die Bäume immer kahl. Und dann erst der Herbst. All die schönen bunten Blätter. Ich hatte schon Bilder davon gesehen. Aber in Natura natürlich noch nie.  Wie herrlich es doch wäre auch mal kurze Sachen ohne Strumpfhosen und dicken Jacken zu tragen. Sommerkleidung gab es nur im Winterstil.
Nun war es wieder zeit nach draußen in die Kälte zu gehen. Ich war schon warm eingepackt. Wie immer. Winterstiefel, Winterjacke und alles was dazu gehörte. Heute war es auch noch ziemlich zügig. Ich hasste die Kälte. Ein eisiger Wind packte mich als ich nach draußen ging. Hier war kaum was los. Wer nicht erfrieren wollte blieb lieber drinnen. Überhaupt spielte die meiste Zeit unseres Lebens drinnen ab. Wir waren noch nie gereist. Keiner Von uns. Flugzeuge gab es bei uns nicht. Sie würden in der Luft erfrieren. Sie waren nur eine ferne Erinnerung. Es war zu gefährlich. Ich hatte Berichte vom Weltall gesehen. Das konnte ich mir nicht mal vorstellen.
Ich ging zur Schule. Früher einmal hatten Schulen feste Zeiten gehabt. Jetzt fing sie meist erst Nachmittags an. Morgens war es viel zu kalt um überhaupt raus zu gehen. Die Zeiten hatten sich geändert.
In der Schule war einiges los. Die Schüler verzogen sich in die Räume. Die Klassenräume waren am wärmsten. Auch ich zog mich dorthin zurück. Ich setzte mich auf meinen Platz neben meiner besten Freundin Jana. Aber sie war noch nicht da. Wie immer kam sie später als ich. Ein paar andere Schüler waren aber schon da. Mia kam zum Beispiel zu mir und setzte sich auf Janas Schreibtisch. Das tat sie immer. Sie war auch am leichtesten bekleidet. Trotz der Kälte. Sie legte viel Wert auf ihr äußeres.
„Hey Lona, wie gehts wie stehts?“, fragte sie und strich ihr langes schwarzes Haar in einer perfekten Geste zurück.
„Ganz gut und bei dir?“, erwiederte ich.
„Ich kann mich klagen. Ich wünschte mir nur ich würden diesen Sommer erleben von dem wir neulich gehört haben“, meinte sie.
„Ich wünschte die Kälte würde vergehen“, bemerkte ich.
Und dann kam unser Lehrer in das Zimmer. Jana war immer noch nicht da. Unser Lehrer war schon alt. Seine Haare waren grau und er trug immer Schlabberjacken und einen uralten Schal sowie dicke Stiefel. Manchmal sogar Handschuhe. Er fror einfach immer. Selbst in den wärmsten Räumen. Es hieß er habe mal einen ganzen Monat draußen verbracht und seitdem war er nicht mehr der Alte. Jetzt stand er vor uns und sah uns mit wachen Augen der Reihe nach aufmerksam an.
„Kinder, wisst ihr was ich neulich gehört habe?“, fragte er. „Es wurde ein weiterer Planet entdeckt. Ja tatsächlich. Ist das zu fassen? Und man kann tatsächlich auf ihm leben, heißt es. Und jetzt kommt es. Er soll warm sein. Ein warmer Planet. Das ist eine Sensation zur heutigen Zeit.“
Sofort redeten alle aufgeregt durcheinander. Er ließ uns eine Weile gewähren bis er uns stoppte.
„Ja, ja. Die Sache hat allerdings einen Haken“, meinte er dann. „Er ist ziemlich weit weg. Ihr werdet nie wieder hier zurück kommen können. Außerdem nehmen sie nur ein paar hundert ausgesuchte Personen mit. Die Auswahl ist begrenzt, aber es gibt Hoffnung.“
War ja klar. Also für mich keine Option. Es würde wohl beim Winter bleiben. Ewiger Winter, ewige Kälte. Ich fror jetzt schon, wenn ich nur daran dachte. Doch was blieb mir anderes übrig? So schlimm war der Schnee auch wieder nicht. Die Kälte und der eisige Wind war das Problem. Schnee war eigentlich ganz schön. Besonders die Kinder freuten sich über ihn, aber sie durften nur selten raus, weil es viel zu kalt war.
Wenn man immer nur eine Jahreszeit hatte verlor sich das besondere daran. Wenn ich immer nur den Sommer um mich hätte, wäre er irgendwann auch nicht mehr besonders. Oder den Herbst oder den Frühling. So war es bei mir mit dem Winter. Er war nichts besonders mehr. Ich wollte die anderen Jahreszeiten kennen lernen. Ich wollte den Frühling, den Sommer und den Herbst. Doch meine Familie und Freunde waren wichtiger als Jahreszeiten. Und es gab ja auch schöne Sachen am Winter. Das gemütliche zusammensein, die klare Kälte, die Einsamkeit. Wäre all das nur nicht für immer. Doch man wollte ja immer das haben, was man nicht haben konnte. Ich wollte mich ja nicht beschweren. Ich war ja ganz zufrieden. Und vielleicht wurde irgendwann ein Planet entdeckt, der nah genug war. Vielleicht würde meine Familie dann sogar mitkommen. Sollten sie erst mal ein bisschen rumforschen. Ich blieb solange bei der Kälte. Jetzt aber folgte ich erst mal weiter dem Unterricht, denn das konnte ja nicht schaden.

Ende

Das war meine kleine Schneegesichte zum Writing Friday und dem Gedanken, was wäre, wenn immer nur Winter wäre. Und was sagt ihr?

Writing Friday 10: Toter Baum

Eine Geschichte vom Writing Friday möchte ich jetzt doch noch erzählen. Also fange ich mal an.

Ach, ich weiß nicht, ob ich es gut oder schlecht finden soll, dass meine Blätter fallen. Es ist einerseits gut und einerseits schlecht. Gut, weil ich so leichter bin und nicht so viel tragen muss. Schlecht, weil mir etwas fehlt. Meine Blätter gehören zu mir wie die Luft zum Atmen. Und im Winter ohne Blätter fühle ich mich tot.
Der Frühling ist toll. Da ist alles so schön grün um mich herum. Meine Blätter fangen auch an zu blühen und ich wache nach einem langen Winter auf. Ich kann mir meine Umgebung immer wieder ansehen. Die Leute kommen wieder zu uns in den Wald. Ich höre endlich wieder Stimmen. Es wird wieder laut. Freude und Lachen ist um uns herum. Ja, der Frühling ist toll.
Der Sommer ist manchmal unerträglich. So heiß und ich habe das Gefühl zu ertrinken. Ich bin froh, wenn es dann wieder regnet. Regen tut mir gut. Das weckt meinen steifen Glieder auf.
Und dann kommt bekanntlich der Herbst. Da freuen sich die Menschen über all unsere bunten Blätter. Aber es waren meine Blätter und die waren wie Kinder von mir. Sie fehlen mir, wenn sie nicht da sind. Es ist so leblos ohne sie. Niemand erzählt mir im Winter Geschichten um mich zu unterhalten. Es ist leise. Kein Flüstern ist zu hören.
Blätterlos gehe ich in den Winter. Mal ehrlich! Wer hat sich das denn einfallen lassen? Im Winter frieren, weil keine Blätter da sind? Oh, ne. Im Winter fühle ich mich so kahl. So leer. Gerade im Winter brauchte ich doch was, was mich schützte. Und da ist nichts da. Der Winter war so kalt und leblos für uns Bäume. Keine Blätter und eisige Kälte. Den Winter mochte ich nicht.
Die meiste Zeit des Jahres hatten wir unsere Blätter ja. Gott sei Dank. Da waren wir vollständig. Nur am Ende des Herbstes und im Winter nicht. Das war die härteste Zeit für uns Bäume. Den Schnee mussten wir auch noch tragen. Er war kalt und eisig. Der Winter war die härteste Zeit. Ich mochte es, wenn alle Blätter an mir waren.
Manche Bäume flüsterten vom Meer. Ich würde gerne mal das Meer sehen, aber ich stand immer nur in diesem Wald. Ewig das Gleiche. Keiner schien mich zu beachten. Ich war zu klein. Zu unbedeutend. Kleiner als die anderen Bäume. Aber wenn meine Blätter voll blühen habe ich mehr Blätter als alle anderen. Darauf war ich stolz.  Dann war ich größer als alle anderen Bäume. Das war toll. Das Leben eines Baumes war nicht immer leicht. Aber es war ein gutes Leben. Und es war ein langes Leben. Als Baum wurde man alt. Ich will mich nicht beklagen. Aber ich liebe meine Blätter und ich freue mich, wennn sie im Frühjahr wieder blühen.

Und was sagt ihr? Wieder nur eine kurze Geschichte.

Writing Friday 9: Trauriger Kürbis

Und nach dem  Vampir letzte Woche habe ich mich jetzt für den Kürbis entschieden. Ich bin wieder mit dabei beim Writing Friday. Ob ich die anderen beiden Geschichten auch noch schreibe weiß ich aber nicht.

Der traurige Kürbis

Es war einmal ein Kürbis. Ja, ja. Ich weiß, alle Märchen beginnen mit es war einmal, aber dieses hier ist wirklich wahr. Also hört gut zu.
Es war einmal ein Kürbis. Ach ja, das kennen wir ja nun schon. Jedenfalls lebte der auf einen Bauernhof, der Arme Kerl.
Es war einmal ein Kürbis. Oh, man, das hatten wir nun aber wirklich schon. Wie man sieht war der arme Kürbis auch ziemlich vergesslich.
Es war einmal ein Kürbis. Der musste immer alles wiederholen, damit er sich erinnerte. Deswegen war der Anfang immer gleich.
Es war einmal ein Kürbis. Jetzt aber wirklich. Also der fühlte sich auf diesem Bauernhof nicht sehr wohl, weil er da ganz allein war.

Kein anderer Kürbis leistete ihm auf dem Feld Gesellschaft und seine Besitzer waren ziemlich griesgrämig. Der Kürbis war allein und beschloss deswegen abzuhauen. Er kullerte über das Feld und es war schön sich endlich zu bewegen. Er war so steif gewesen. Das Kullern machte Spass und er fühlte sich glücklich. Als er das Feld hinter sich gelassen hatte, kullerte er seines Weges und sah auf seinem Weg grüne Wiesen, Felder und Bäume. Er fühlte sich frei und wurde immer schneller. Allerdings wurde es irgendwann belebter und der Kürbis musste langsamer werden oder Pausen machen, um nicht aufzufallen. Aber er schaffte es in die Stadt. Und er freute mich riesig, denn es musste Halloween sein. Der Kürbis liebte Halloween. Das war seine Zeit. Halloween war für Kürbisse gemacht. Davon war er überzeugt. Lieber stand er als Dekoration in einem gemütlichen Haus als geschlachtet zu werden. Und hier waren auch seine anderen Kürbisfreunde abgeblieben. Welch eine Freude. Erlächelte und winkte als einzig rollender Kürbis durch die Stadt. Die anderen Kürbisse sahen ihm neidisch nach. Der Kürbis aber überlegte wie er in eine Haus zur Dekoration kommen konnte. Oder konnte er gar die anderen Kürbisse befreien? Das war ja mal Idee, aber wie sollte der Kürbis das machen? Da hörte der Kürbis eine Stimme.
„Mama, der Kürbis da hat ja Augen“, sagte ein kleines Mädchen und zeigte auf ihn. Vor Schreck blieb der Kürbis ganz ruhig stehen und musterte das Mädchen. Es war eine typische 6-jährige mit Engelslöckchen.
„Stimmt, das sieht ulkig aus, oder?“, fragte die Mutter sie grinsend.
Ulkig? Also wirklich? Was waren das für Menschen? Der Kürbis sah doch nicht ulkig aus.
„Können wir ihn mitnehmen und zur Dekoration verwenden?“, fragte das kleine Mädchen.
„Natürlich mein Schatz“, erlaubte es ihr ihre Mutter.
Ja, ja. ja, Unbedingt!, jubelte der Kürbis hocherfreut.
Allerdings tat die Mutter dann etwas, was dem Kürbis überhaupt nicht gefiel. Sie steckte ihn in ihren Beutel. Ihhhh! Hier stank es nach Paprika. Außerdem war es hier so dunkel. Er wollte doch was sehen. Verzweifelt versuchte er nach oben zu kommen, wo noch etwas Licht war. Er liebte Licht.
„Das kannst du vergessen. Das habe ich auch schon versucht“, belehrte die Paprika ihn. „Reinste Zeitverschwendung.“
Pah! Paprikas waren so dumm. Das würde er sicher schaffen, aber was dann? Er wollte doch mit und in dem Haus Dekoration sein. Hinterherkullern konnte er  nicht. Also blieb er wo er war. Es hatte ja doch keinen Zweck. Ermusste bleiben, wo er war.
Also ruckelte er und schuckelte herum und es war mehr als unbequem. Doch irgendwann hörte er die Geräusche eines Schlüssels und eine Haustür wurde geöffnet. Noch mal Geruckel und Geschuckel und dann wurde er abgestellt. Und dann wurde er endlich aus der Dunkelheit befreit. Leider mit der Paprika zusammen. Wir wurden auf die Arbeitsfläche gelegt. Die Mutter summte vor sich hin und ließ sie dann allein. Jetzt hieß es warten. Doch das war ganz schön anstrengend, wenn man mit einer Paprika zusammen wartete. Die redete nämlich pausenlos. Die wusste genau was ihr blühte.
„Wenn ich im Tochkopf oder in der Pfanne brate, wird es da ganz schön heiß, oder? Das tut doch bestimmt weh. Das will ich aber nicht, Wie kann ich dem entkommen? Hast du Tipps?“
Der Kürbis blendete das Gelabere einfach aus. Es war ihm zu anstrengend. Er war ja selbst nicht besser dran. Selbst wenn er irgendwo als Deko landete, leiden musste er trotzdem erst. Was würde man wohl mit ihm anstellen? Das wollte er sich lieber gar nicht so genau vorstellen.
Dann kam die Mutter wieder. Und sie kam zur Arbeitsplatte. Plötzlich wurde ich ganz aufgeregt. Was würde sie mit mir machen?
„Was mach ich nur mit dir?“, fragte sie dann auch gleich und betrachtete mich genauer.
„Benutz mich als Deko, benutz mich als Deko, benutz mich als Deko,!!!“, rief der Kürbis innerlich.
Die Mutter betrachtete ihn weiter und er wurde ganz hibbelig. „Augen hast du ja schon, aber es wäre schön, wenn man eine Kerze in dich stellen könnte.“
Au, ja. Dann wäre dem Kürbis immer ganz warm.
„Aber andererseits ist er so schön füllig. Ihn auszeinander zu nehmen wäre zu schade.“
Auch wieder wahr. Vielleicht würde der Kürbis doch nicht leiden müssen.
„Vielleicht stelle ich ihn auf die Fensterbank. Dann kann er immer schön rausgucken.“
Au ja. Das würde dem Kürbis auch gefallen. Dann hätte er immer einen schönen Ausblick, aber dann müsste er vermutlich auch ständig das Gerede von jammernden Gemüse zuhören. Hm … Keine verlockende Vorstellung.
„Vielleicht auch ins Wohnzimmer oder vor die Verandertür“, sinnierte die Mutter weiter.
Aber auf der Verandatür würde es irgendwann kalt werden. Allerdings machte dem Kürbis Kälte ja eigentlich nichts aus.
Doch die Verandertür gewann letzendlich und aus dem traurigen Kürbis wurde ein glücklicher Kürbis. Er erlebte viel, weil die Familie ständig draußen saß oder die Kinder draußen spielten. Es war ein schöner Herbst. Und wenn der Winter nahte würde der Kürbis eben weiter wandern und sich einen warmen Platz suchen. Er würde frei sein und tun, was er wollte. Und er brauchte kein ansntrengendes Gemüse tagein, tagaus beim Jammern zuhören. Gemüse war doch echt lästig. Aber war war wieder in der Natur. Konnte den Bäumen lauschen und sonst die Ruhe genießen. Das hatte er auf dem Feld gemocht. Was konnte das Leben doch schön sein.

Ein anständiges Märchen endete natürlich mit: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch immer.
Aber das im Leben eines Kürbisses echt schwierig, deswegen will ich euch das mal ersparen.
Nur so viel: Der Kürbis bin ich natürlich ich und ja, ich lebe noch. Aber nur, weil der Herbst noch nicht vorüber war. Ich genoss das Leben noch. Das Leben war schön und das hier ist ein gutes Märchen. Deswegen will ich es dabei jetzt mal belassen.

Und zu allem anderen: Denkt es euch selbt.

Schöne Grüße vom Reich der Kürbisträume. Euer treuer Kürbis.

Ende

Und was meint ihr dazu?

Writing Friday 8: Der Vampir und sein Brauch an Halloween

Die Schreibaufgaben von Elizzy haben es diesmal echt in sich und ich würde am liebsten alle mitmachen. Na ja, mal sehen, was sich da so machen lässt.

Fangen wir an mit dem Vampir

Der Vampir und sein Brauch an Halloween

Mal ehrlich. Was die Leute heutzutage so aus Halloween machen. Früher war überhaupt alles ganz anders. Heutzutage ist alles nur noch Geldmacherei. Der Brauch von Halloween ist den Leuten doch völlig gleich. Ich kann mich noch gut an das Halloween 1857 erinnern. Da kam ich nämlich in diese Welt spaziert. In der Nacht, in der die Schleier der Menschenwelt und der magischen Welt am dünnsten sind, war es für mich am günstigsten und so ist es auch heute noch. Auch heute stehe ich jede Nacht auf dem Friedhof und bewache den Übergang von magischen Wesen in diese Welt. Jedes Jahr ist es nur eines. Immer um Punkt Mitternacht. Während die Menschen also ihre lächerlichen Halloweenpartys gaben, passierte auf dem Stadtfriedhof das wirklich gruselige Ereignis. War ja klar, dass die Menschen hiervon nichts ahnten und immer das Coolste verpassten. Vielleicht sollten wir einfach ihre Partys sprengen.
Jetzt standen wir aber erst mal im Kreis am Friedhof versammelt. Der Nebel umgab uns und hüllte uns in die sichere Verborgenheit ein.
Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich daran dachte, dass die Leute an Halloween schon wenn sie aufwachten so aus dem Häuschen waren. Sie schmückten ihre Häuser mit Kürbisse, Gespenster, Zombies und anderen Dingen. Wie dumm sie doch waren, die Menschen. Wenn sie wüssten, wie Gespenster tatsächlich waren. Und uns Vampire hielten sie tatsächlich für romantisch. Was glaubten sie, wie unser Leben aussah? Voller Liebe mit einer 17-jährigen Schülerin? Ich hatte einmal den Fehler begangen mir Twilight im Kino anzusehen. Einmal und nie wieder. Mir war regelrecht schlecht davon geworden. Einmal und nie wieder. Nie, nie wieder. So waren Vampire nicht. Glitzerten wir? Nein. Waren wir sanftmütig? Vielleicht! Manchmal … Lechtzte es uns nach Blut? Auf jeden Fall.
Vampire, die neu in diese Welt kamen mussten angelehrt werden. Sie waren verwirrt von den ganzen Menschen um sie herum. Sie rochen ihr Blut und wollten es. Mehr interessierte sie nicht. Blut, Blut und noch mal Blut. Die Bräuche dieser Welt? Was wussten sie schon davon? Das Leben hier? Auch darüber wussten sie nichts. Nein, sie mussten angelehrt werden.
Mein Kreis bestand aus zwei weiteren Vampiren, einem Werwolf, drei Hexen und vier Geistern. Alle waren schon seit Ewigkeiten hier. Alle kannten sich hier bestens aus. Die anderen waren mit den jüngsten Neuzugängen im sicheren Versteck geblieben. Alle warteten gespannt auf das Eintreffen des Neulings. War es ein Vampir, ein Werwolf, ein Geist, ein Zauberer oder gar ein Pfau? Wir wussten nur, dass er männlich war.
Die Spannung zwar zum  Greifen nahe. Niemand wusste, was auf uns zukam. Und es war schon fast Mitternacht. Gleich musste es soweit sein. Jetzt gleich. Ganz bestimmt.
Und dann passierte es wirklich. Der Schleider lichtete sich und es blitzte und donnerte. Der Nebel umwirbelte uns und ganz langsam wurde eine Gestalt daraus. Sie wurde immer fester je länger sie wirbelte und blieb plötzlich in der Luft stehen. Dann kam sie auf dem Boden an und der Nebel lichtete sich wieder. Sie festigte sich und sah sich erstaunt um. Alles war wieder normal. Der Himmel funkelte voller Sterne und das Wesen vor uns strahlte in all ihrer Herrlichkeit vor uns hin.
Was war sie? Normalerweise wusste ich es sofort. Jetzt konnte ich es immer noch nicht erkennen. Ein Vampir, eine Hexe, ein Wolf? Sie konnte alles sein.
„Ich bin Ilja. Wer bist du?“, stellte ich mich ihr vor.
„Ich heiße Elaine. Ich bin die letzte“, verkündete sie unheilvoll.
„Die letzte?“, fragte ich sie verständnislos.
„Ja, die letzte. Alle anderen sind tot oder hier“, erzählte sie ungerührt.
„Das kann nicht sein“, meinte ich entsetzt. „Roman hat mir erzählt, dass ihr noch so viele seit. Das ist erst ein Jahr her.“
„Es war Krieg. Das war, nachdem Roman hieher kam. Seitdem sieht es anders aus. Ich bin die Letzte.“
Das machte mich sprachlos. Sie musterte mich nur. Dann fing ich mich endlich wieder.
„Wie konntest du überleben?“, fragte ich. Unsere Welt war anders als diese. Nicht schön, wie man sie sich vielleicht vorstelle. Sondern rau und gefährlich. Wenn sie die letzte in einem Krieg war, musste sie stark sein.
„Pures Glück“, antwortete sie.
„Okay.“ Das nahm ich für den Moment so hin. „Dann komm. Lass dir von mir eine Welt zeigen, in der du leben kannst, wenn du dich an die Regel hälst.“
„Was ist das für eine Welt? Ich habe mich schon gefragt, wo all meine Leute hingegangen sind, die ich kannte“, gab sie zu.
„Was für ein Zauberwesen bist du?“, fragte ich nur.
„Eine Hexe“, antwortete sie.
„Oh, gut. Dann wirst du diese Welt lieben, solange du sie nicht in Brand setzt“, versicherte ich ihr.
„Wenn du das sagst.“ Sie schenkte mir ein Lächeln.
Vielleicht könnte ich mich mit dem menschlichen Halloween doch noch anfreunden. Die Friedhoftour war jetzt dabei. Wir könnten jedes Mal den Leuten Angst einjagen und die Partys sprengen. Mit Elaine an meiner Seite konnte ich es mir vorstellen. Ich spürte jetzt schon die Spannungen zwischen uns. Es würde keine Bella und Edward – Liebe werden. Gott bewahre. Es würde heftiger werden und ehrlicher. Bella und Edward waren von gestern. Jetzt wurde es richtig ernst. Wir würden den Menschen zeigen, was Halloween wirklich war. Wir würden sie das Fürchten lehrern und sie würden sich wünschen, Halloween hätte es nie gegeben. Zumindest in meinen Träumen. In der Realität mussten wir uns leider bedeckt halten. Wir waren hier nicht zu Hause und wir würden diese Welt nicht in Schutt und Asche legen. Vermutlich würde ich jetzt eher die Welt bereisen und mir die verschiedenen Länder an Halloween ansehen und das vermutlich allein. Aber zunächst musste ich Elaine in diese Welt einführen, damit sie zurecht kam. Das war meine Pflicht und die nahm ich sehr ernst. Also führte ich Elaine in unser Versteck und begann mit der Arbeit. Halloween und ihre Bräuche waren vorerst wieder vergessen.

Ende

So, das war meine kleine Vampirgeschichte. Sie kam einfach so über mich. Was meint ihr? Was habt ihr euch so ausgedacht?