Cynthia Hand – Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

Die unwahrscheinlichkeit des Glücks

Das Parfüm ist ziemlich markant.
Ty hat es sich vor zwei Jahren bei Walmart zu Weihnachten gekauft,
eine riesige Flasche von Brut in Atommüll-Grün –
„Die Essenz des Mannes“, wie es auf der Schachtel hieß.
Immer, wenn mein Bruder das Zeug trug, was ziemlich oft vorkam,
füllte der Duft den ganzen Raum. Wie eine Wolke,
die in den Schulgängen zwei Meter vor ihm her schwebte.
Es roch nicht wirklich schlecht, einfach nur überwältigend.
RIECH MICH, forderte es.
Rieche ich nicht männlich? HIER KOMME ICH!

Meine Meinung

Leider konnte mich dieses Buch nicht hundertprozentig überzeugen. Es war zu sehr auf Lex Trauer versteift. Die Nebencharaktere hätten durchaus mehr herausstechen können, denn obwohl einige ziemlich cool wirkten, blieben sie durch die Art wie Lex sie erwähnte, doch sehr blass und das fand ich schade.

Hätte sich die Autorin etwas mehr auf Steven und Lex andere Freunde konzentriert hätte es vermutlich ein ziemlich gutes Buch werden können. So wirkte es oft einfach nur depressiv. Dadurch, dass nicht viel nebenbei erzählt wurde, verstärkte es dieses Gefühl eher noch.

Lex mochte ich theoretisch, aber ihre praktische Denkweise war nicht meins und auch dass sie sich so vor ihren besten Freunden verschloss, hab ich nicht verstanden. Sie hätte sie doch gerade jetzt gebraucht. Sie hat sich vor allem auf ihre Trauer versteift und alles andere war unwichtig. Erst gegen Ende (etwa die letzten 100 – 50 Seiten) waren Entwicklungen zu spüren. Das fand ich etwas spät. Wenn immer mal wieder kleinere Entwicklungen eingebunden werden find ich es viel besser. Alles nur auf das Ende zu verschieben find ich blöd. Und mit Liebe stellte sich Lex ja ziemlich ungeschickt an.

Tyler mochte ich ziemlich gern. Er schien ein echt lieber zu sein. Allerdings ist die Sache mit ihm natürlich sehr traurig. Und ich las ja auch immer nur in der Rückblende oder in Träumen von ihm. Das fand ich etwas schade. Ich hätte gern mehr über seine Art usw. gelesen.

Steven mochte ich auch sehr gern und es war schade, dass Lex sich so von ihm zurück gezogen hat. Seine Liebe hätte sie da doch ganz besonders gebraucht. Aber wenigstens das wurde ja am Ende noch erkärt. Ich hatte mir sowas aber auch schon gedacht.

Damien gefiel mir auch so gut, deswegen fand ich es auch schade, wie ungeschickt sich Lex oft bei ihm benahm. Genauso gegen Ende hin. Er schien echt toll zu sein.

Auch Seth mochte ich irgendwie. Ich hätte gern mehr gelesen.

Beaker und Eleanor mochte ich auch sehr gern, wobei über Eleanor kaum was erzählt wurde. Aber Beaker war echt toll. Deswegen kann ich Lex Verhalten da auch so gar nicht verstehen.

Sadie dagegen war nicht ganz meins. Mit der konnte ich nur wenig anfangen.

Lex Mutter war ganz okay, stach aber nicht heraus. Ihren Vater fand ich überwiegend furchtbar. Wie kann man nur so sein. Selbst wenn man eine neue Frau findet kann man doch trotzdem noch Kontakt zu den Kindern halten und sich nicht so merkwürdig benehmen. Das hab ich nicht verstanden.

Wieso das mit Patrick jetzt auch noch passieren musste, hab ich jetzt überhaupt nicht verstanden. Das hätte nicht sein müssen. Dafür hätte sie sich mehr um Lex Freunde kümmern können.

Ashley mochte ich auch sehr gern. Deswegen hab ich Tyler im Bezug auf sie nicht verstanden.

Ich hab nicht alle immer verstanden. Und da die Autorin die anderen Charaktere doch sehr wenig beschrieb konnte ich sie eigentlich auch nicht richtig ins Herz schließen. Beaker und Steven noch am ehesten.

Aber es gab auch schöne Szenen wie die mit Lex und Tyler im Bad oder die mit Steven und ihr bevor das alles passiert war. Nur leider überwogen die nicht. Überwiegend ging es um Trauerbewältigung. Ich dachte eigentlich es ginge auch überwiegend mit um eine Liebesbeziehung, aber die hatte ja kaum Platz hier.

Etwas schade war das schon. Vermutlich hatte ich wirklich nach Unerathly zu hohe Erwartungen an das Buch.

Bewertung: 4/5 Punkten