Kapitel 71 Das Königsfest

Passend zum ersten Advent hab ich das Ende vom ersten Teil für euch. Wie gesagt werde ich den zweiten Teil aber erst mal nicht posten.

Könige regieren seit langem unsere Welt.
Es gibt gute und schlechte Könige.
Linnie und Lunar
lebten lange zurück gezogen.
Doch jetzt sind sie wieder da
und mischen sich unters Volk.
Das wollen wir feiern mit dem Königsfest.

Lasst das Fest beginnen!

Es war ein sonniger Samstagmorgen an dem das Königsfest begann. Alle warfen sich richtig in Schale. Ich wählte ein hellblaues, kurzes, feines Kleid mit einem etwas weiteren Rock daran. Meine Haut ließ ich im Sternenglanz schimmern. Leinar zu Liebe verzichtete ich auf Schuhe. Meine Haare hatte ich mir mit Leinars Hilfe stylen lassen. Es war glatt und fiel mir sanft über den Rücken. Das war besser als jeder Friseur es hinbekommen hätte. Tausend kleine hellblaue Perlen zierten es und mein Pony wurde mit einer kleinen schwarzen Spange zurückgesteckt. Meine Augen schminkte ich passend dazu in einem sanften blau, meine Lippen leicht rosa. Leinar fand, dass ich aussah, wie eine dieser griechischen Gottheiten. Ich war geschmeichelt, fand aber, dass er doch etwas übertrieb.
Er war ganz in weiß gekleidet, was ihm ausgezeichnet stand. Die Hose wirkte elegant und war eng geschnitten. Dazu trug er eine modische Tunika. Er meinte das würde besser zu meiner Göttinnen Ausstrahlung passen. Seine Haare waren stylisch kreuz und quer frisiert und seine dunklen Augen glänzten er-freut.
Das Königsfest sollte zwei Tage lang dau-ern. Am ersten Tag wurde verkündet, dass meine Eltern zurückgekommen waren und wir feierten das. Als hätten das noch nicht alle mitbekommen. Am zweiten Tag fand das Ritterturnier statt.

Als wir in das Hauptgebäude des Schlosses kamen, stand überraschender Weise Miron vor mir. Er trug einen blauen Anzug mit rotem Hemd und sah verdammt schick aus.
„Was tust du denn hier?“, erkundigte ich mich bei ihm. Ich konnte kaum glauben, dass er vor mir stand.
„Ich hab doch versprochen, ich würde dich finden. Außerdem werde ich hier ab nächster Woche als Lehrer anfangen. Ich werde unter anderem Cams Unterricht übernehmen. Da-runter fällt dann auch dein privater Teil“, er-zählte er stolz. „Carlina hat mir den Job angeboten.“
„Oh, wow! Das sind ja tolle Neuigkeiten. Dann bin ich sehr gespannt auf deinen Unterricht“, freute ich mich aufrichtig. Sophann würde begeistert sein. Am besten ich erzählte ihr erst mal noch nichts davon.
„Und ich erst. Also wir sehen uns.“ Miron verschwand wieder so schnell wie er gekom-men war.
„Leinar?“, erkundigte sich plötzlich eine Frauenstimme hinter uns. Wir drehten uns zusammen um und Leinars Augen weiteten sich. „Mum?“
„Oh Leinar!“, rief sie aus und die beiden warfen sich in die Arme. Das war also Leinars Mutter. Sie sah ihm nicht ähnlich. Sie war fast so klein wie Miron und hatte kurzes blondes Stoppelhaar, blaue Augen und wirkte sehr kräftig. Aber sie wirkte auch freundlich. Sie sah auch ihrer Schwester Sena und ihrer Mut-ter Carlina nicht wirklich ähnlich. Sie war einfach anders.
„Oh Mann, es ist so lange her und ich hab dich so vermisst. Und wieso hast du mir eigentlich nie erzählt, dass Oma noch lebt?“, plapperte Leinar ohne Punkt und Komma drauf los. So kannte ich ihn gar nicht. Vermutlich war er einfach nervös.
„Weil ich es selbst nicht wusste, bevor ich hierher kam“, erklärte Keena ihrem Sohn. „Ich denke nach dem Fest sollten wir uns unterhalten, und zwar dringend. Aber jetzt lasst uns erst mal das Fest genießen.“
„Ok“, nickte Leinar. Aber er wirkte als würde er am liebsten jetzt schon alles wissen wollen. Das konnte ich nachvollziehen.
Dann fiel ihr Blick auf mich und sie fragte Leinar: „Wer ist denn die reizende Dame an deiner Seite?“
„Oh, das ist Mia, meine Freundin“, stellte er mich vor und wirkte ziemlich verlegen. In so eine Situation kam er sicherlich selten, was seltsam genug war bei seiner Ausstrahlung.
„Es freut mich sehr dich kennen zu lernen.“ Keena reichte freundlich mir die Hand.
„Es freut mich auch Sie kennen zu lernen.“, versicherte ich ihr schnell. Ich war selbst etwas verlegen.
„Jetzt lasst uns aber wirklich erst mal zum Fest gehen“, schlug sie vor und wandte sich Richtung Ausgang. Wir folgten ihr.

Der Schlossgarten war so wunderschön für das Fest dekoriert worden. Die Blumen und Bäume wirkten teilweise fast wie fliegende Blütenblätter. So einige Lichterketten hingen um die zahlreichen Bäume verteilt und eine Ecke sah aus wie ein riesiger Märchenwald mit teilweise richtigen Statuen aus der Mär-chenwelt. Sie standen etwas versteckt unter den Bäumen.
In der Mitte um den See standen viele Bänke und ein großer langer Tisch. Um den See lagen außerdem viele, vereinzelte blaue Ro-senblätter. Es wirkte einfach traumhaft schön.
„Du passt genau in diese Märchenland-schaft“, flüsterte Leinar mir zu. Er hatte seine Hände mit meinen verschränkt. Ich schenkte ihm mein schönstes Lächeln und war glücklich
Der Himmel war so verzaubert, dass über dem Garten die Sonne unterging. Dabei war es gerade erst Morgen. So wirkte der Park irgendwie noch magischer. In einem Teil des Märchenwaldes war allerdings schon tiefe Nacht und der Mond schien darüber. Das war sicherlich für Leute wie Antonia, die nur nachts auf sein konnten. In einer Ecke leuchte-ten viele, bunte Regenbögen. In fast jedem Winkel spielten Feen leise Harfenmusik. Ich sah mich neugierig nach allen Seiten um. Ich fühlte mich tatsächlich als sei ich in einem Märchen gefangen. Aber in einem schönen Märchen. Vielleicht Cinderella oder Dornröschen.
Natürlich befanden sich viele Feen in dem Garten und die unterhielten sich miteinander. Viele hatten sich lange nicht mehr gesehen. Trotzdem war es relativ leise. Man hörte die flüsternden Stimmchen kaum.
Ich sah mich um und entdeckte Zac, Sophann, Emma, Kenian, Leonie und Nelson in einer Ecke. Sophann und Emma hatten sich beide selbst übertroffen. Sophann trug ein vio-lettes wunderschönes Etuikleid und ihre Haare waren so kunstvoll hochgesteckt, dass es wirk-te, als wären ihre Haare einfach immer so. Kleine violette Perlen steckten darin und ihre Augen waren sehr kräftig violett geschminkt. Aber es sah schön aus und nicht aufdringlich. Emma trug ein silbernes Glitzerkleid zu ihrer gebräunten Haut. Ihre Augenbrauen waren blau geschminkt und ihre Haare fielen ihr in sanften Wellen über den Rücken. Leonie wirk-te zwar auch wirklich hübsch in ihrem weißen schlichten Kleid, aber sie wirkte fast ein wenig unscheinbar gegenüber Sophann und Emma. Sie hatte ihre rotblonden Haare kunstvoll ge-flochten und trug silberne, lange Ohrringe. Ihre Frisur sah wirklich bezaubernd aus. Nel-son schien sie öfter anzustarren.
„Noch mehr schöne Gottheiten“, flüsterte Leinar mir leise zu als wir auf sie zugingen.
„Hey“, warnte ich ihn lachen. „Komm ja nicht auf falsche Gedanken.
„Ich doch nicht.“ Er sah mich mit seinem unschuldigsten Hundeblick an und ich musste wieder lachen.
Auch die Jungs waren nett anzusehen. So-gar mehr als nett. Kenian trug ein dunkelgrü-nes Hemd und eine dunkle Hose. Seine blon-den kurzen Haare hatte er nach hinten ge-kämmt und sein Pony fiel ihm sexy in die Au-gen. Er wirkte gar nicht wirklich wie ein Prinz oder so was.
Zac wirkte in seinem Shia LaBeauf – Look ziemlich lässig und cool. Er trug ein kurzes oranges Hemd und eine blaue Hose. Er sah wirklich gut aus.
Nelson sah süß aus mit seiner schwarzen Cordhose und dem blauen Hemd. Seine Augen wirkten irgendwie riesig. Manchmal schien er ein zu groß gewordener Zwerg zu sein mit seinem überaus kantigen Gesicht. Aber er war ein sehr gut aussehender Zwerg.
Leinar und ich stellten also zu unseren Freunden.
„Hey, ihr seht super aus“, lobte ich sie lä-chelnd.
„Ihr aber auch“, gab Sophann uns das Kompliment zurück. „Wenn Leinar seine Hände im Spiel hat, sehen deine Haare immer traumhaft aus.
„Ach, und sonst nicht?“ Ich sah sie gespielt beleidigt an. Sie lachte nur, ließ meine Frage aber unkommentiert.
„Seid ihr schon lange hier?“, fragte ich sie schließlich.
„Ne, nicht wirklich. Ein bisschen“, antwor-tete Emma. „Aber zumindest lange genug um die ganzen Schönheiten hier zu bewundern.“
„Ich hoffe du meinst mit Schönheiten deine Freunde?“, fragte Kenian und musterte sie streng.
„Als könnte an dich einer von denen ran-kommen“, lachte Emma nur worauf Sophann die Augen verdrehte.
„Gleich ist Lunars große Ansprache. Darauf sind wir schon ganz gespannt“, bemerkte Zac lächelnd um das Thema zu wechseln bevor Sophann erläutern konnte wen sie denn besonders attraktiv von den ganzen Herren fand. Das tat sie nämlich ausgesprochen gern. Egal, ob Zac in der Nähe war oder nicht.
In dem Moment wurden wir sowieso alle abgelenkt, denn es ertönte auch schon die Stimme meines Vaters über den Schlossgarten hinweg. Sie klang tief und fest und wie aus einem Mikrophon, doch selbst aus dieser Ent-fernung konnte ich erkennen, dass er keines in seiner Hand hatte. Das musste Magie sein. Dieser Ort bebte ja auch geradezu vor Magie.
„Meine lieben Gäste! Linnie und ich freuen uns so, euch hier begrüßen zu dürfen. Wir lebten lange einsam und versteckt, aber jetzt sind wir wieder da. Wir wollen unser König-reich gerecht regieren und natürlich möchten wir unsere wunderbare Tochter Mia in ihrem Leben begleiten. Nach dem Fest kehren wir zurück nach Raubit und werden dort sicherlich alte Verwandte und Bekannte treffen. Wir freuen uns darauf, aber nun lasst uns erst mal ordentlich feiern.“
Mir war ja klar gewesen, dass meine Eltern nicht hier an der Schule bleiben würden, aber ich war trotzdem traurig, dass sie gehen muss-ten. Wir hatten doch so viel nachzuholen.
Leinar spürte meine plötzliche Stimmungs-schwankung und drückte tröstend meine Hand. Ich war so froh, dass ich hier Freunde hatte, und ganz besonders, dass Leinar an meiner Seite war.
Das Fest war mit viel Musik, Tanz und gu-ter Laune verbunden und ich liebte es. Wir feierten den ganzen Abend und die ganze Nacht über. Leinar und ich hatten viel Spaß mit unseren Freunden und so ausgelassen wa-ren wir wohl beide noch nie gewesen.
Irgendwann wurde es ganz dunkel, der Mond schien hell am Himmel und einige Bäume und Blumen leuchteten auch ohne Lichterketten. Dazu spendeten aber auch die Lichterketten an den Bäumen sanftes Licht.
Das Fest war ein voller Erfolg und nach Jahren noch in aller Munde. Meine Eltern und die Schule hatte es denkwürdig gestaltet und die vielen fremden Elfen und Sterne hier lieb-ten es. Später erzählte man sich, dass die Mu-sik bis zu dem Lebenssee zu hören gewesen war und der Märchenwald wirklich ein Mär-chenwald gewesen wäre und manche sogar Rapunzel oder andere Märchengestalten gese-hen hätten. Wir glaubten nicht alles was über das Fest erzählt wurde, aber wir liebten es trotzdem. Wir feierten aber nicht nur die Wie-derkehr des Königspaars sondern auch den verhinderten Angriff auf den Lebenssee. Gleichzeitig trauerten wir um die Gefallenen. Außer Alexis mussten noch einige Wächter von uns gehen. Ein paar Tage nach dem Fest fertigte der erste Bildhauer bereits eine Ge-denktafel für sie an.

Am zweiten Tag des Festes fand das Ritter-turnier statt. Mir gefiel es zwar nicht, dass Leinar mitkämpfte, aber er kämpfte wirklich gut. Das musste ich zugeben. Zuerst gegen Zac. Zac war ebenfalls gut. Die Regeln besag-ten, dass sie ohne magische Fähigkeiten kämp-fen sollten und so attackierten sie sich gegen-seitig. Leinar lag das Schwert leicht in der Hand. Er drehte und wendete es mit einer Schnelligkeit, die ich an ihm gar nicht erwartet hätte. Voll konzentriert griff er Zac immer wieder an, landete einen Treffer nach dem anderen und drängte ihn zurück. Er selbst wurde kaum verletzt und so hatte er schnell gewonnen.
Nach Leinar und Zacs Kampf kämpften noch einige weitere ältere Schüler und so musste Leinar als zweites gegen Kenian antre-ten. Er war zwar später in die Schule gekom-men, durfte aber noch mitmachen. Eigentlich wäre er schon in einer höheren Klasse, wenn Carlina ihn gelassen hätte. Kenian kämpfte auch gut. Seine Kampftechnik war wirklich beeindruckend und selbst er musste einiges einstecken durch Leinars energischen Kampf. Dieser Kampf war schneller und genauer als der von ihm und Zac. Kenian wusste besser als Zac wie er Leinar austricksen konnte und war geübter. Mich würde es nicht wundern, wenn er auch mit Emma zusammen trainierte. Emma war da bestimmt hartnäckig. Leinar konnte Kenian aber immerhin knapp besiegen was mich wirklich beeindruckte.
Der dritte Kampf war noch härter und stär-ker mit einem Schüler aus der Abschlussklasse. Mir wurde angst und bange wie Leinar gegen ihn kämpfte. Ich spürte, dass er zunehmend erschöpfter wurde, aber er gab nicht auf.
Seinen letzten Kampf kämpfte er gegen ei-nen braunhaarigen großen Jungen, der or-dentlich Muskeln hatte. Sein Name war Andy. Die Schwerter prallten aufeinander und sie umkreisten sich fast raubtierhaft. Die Span-nung unter den Zuschauern stieg, während die beiden Jungs erbittert versuchten die Ober-hand über den Anderen zu gewinnen. Leinar war immer noch so außergewöhnlich schnell, dass mir fast beim Zusehen schon schlecht davon wurde. Ich war mit meinen Eltern in der Königsloge und hatte den besten Überblick über die Kämpfe. Ich zuckte jedes Mal zu-sammen, wenn Leinar fast getroffen wurde oder zurücktaumelte. Und dann traf Andy ihn am Arm und fügte ihm einen Schnitt zu. Lein-ar fiel erschöpft zu Boden. Er wurde letztend-lich Fünfter.
Richtig spannend wurde aber der End-kampf zwischen zwei Schülern aus der Ab-schlussklasse. Luke und John hießen sie. Sie waren so unglaublich schnell und kämpften so lange, dass schon die Sonne unterging bis eine Entscheidung fiel. Die ganze Zeit waren sie sich ebenbürtig, aber dann wurde Luke abge-lenkt und John traf ihn mit seinem Schwert leicht am Bein. Also ging John als Sieger des Turniers hervor. Lady Meisold überreichte ihm einen goldenen Pokal, der einen Ritter darstellte. John hob ihn hoch und zeigte ihn stolz der Menge.
Den ganzen Tag über hatte ich die Loge nicht verlassen. Wir bekamen immer wieder Wasser zum Trinken, aber gegessen hatte ich nichts. Leinar war zu mir in die Loge gekom-men nachdem er den Kampf verloren hatte. Er war ein bisschen traurig, weil er nicht Erster geworden war, aber er war trotzdem stolz auf sich. Er wusste selbst, dass er weder gegen John noch gegen Luke je eine Chance gehabt hätte.
Leinar und ich verließen das Fest am zwei-ten Tag früher. Wir waren beide erschöpft, verbrachten den restlichen Tag im Bett und genossen den Mondschein, der durchs Fenster fiel. Erst am nächsten Tag feierten wir Leinars Turnierplatz. In ein paar Tagen würde der All-tag wieder einkehren, aber jetzt genossen wir erst mal wieder unsere Zweisamkeit. Dass ich Leinar kennen lernte, war das Beste, was mir je passiert war. So glücklich war ich noch nie. Mit ihm würde es mir sicher nie langweilig werden. Lächelnd erinnerte ich mich an den stillen Jungen, den ich im Zug kennen gelernt hatte. Leinar ist auf jeden Fall schon etwas geselliger geworden. Ich nahm mir vor, ihn mehr unter die Leute zu bringen. Jeder Tag war so schön mit ihm.
Ich vermisste natürlich auch meine Adopti-veltern. Sobald ich durfte, würde ich sie besu-chen. Vielleicht war Leinar ja bereit mich zu begleiten. Ich fände es schön, wenn er sie kennen lernen würde. Doch das würde ihn sicherlich auch nervös machen.
Dieses Abenteuer vom Lebenssee ist jetzt zu Ende, aber es werden sicherlich noch einige andere kommen. Tedren war noch nicht be-siegt. Was würde uns wohl noch erwarten?

– Ende –

Kapitel 23 Das Fest

Du bist das Beste was mir je passiert ist.
Es tut so gut wie du mich liebst.
Ich sag’s dir viel zu selten,
es ist schön, dass es dich gibt.
Dein Lachen macht süchtig,
fast so als wäre es nicht von dieser Erde.

Silbermond – Das Beste

Einige tanzten mitten in der Menge. Sophann und Emma hatte ich wieder aus den Augen verloren. Dafür entdeckte ich jetzt Leinar. Er stand bei Ariella und Antonia. Ich hatte keine große Lust auf Ariella, aber mit Antonia hatte ich mich im Zug gut verstanden. Außerdem wollte ich unbedingt mit Leinar reden. Also ging ich zu den Dreien. Die Schwestern trugen beide rote Samtkleider. Die Zwillinge sahen total identisch aus. Beide hatten graugrüne Augen, blonde halblange Haare, eine schlanke Figur und sehr lange Beine. Es war schwer sie auseinander zu halten. Leinar passte farblich irgendwie gar nicht zu den beiden, aber dafür umso besser zu mir.
Er entdeckte mich als Erster, strahlte mich an und fragte mich: „Und, hast du Emma und Sophie schon gesprochen?“
„Nein noch nicht“, antworte ich ihm. „Aber ich würde gerne mit dir reden.“
Leinar nickte, entschuldigte sich bei den Mädchen, und zog mich quer durch die Menge. Wir standen schließlich in einer der hinteren Ecken des Saals.
„Was gibt’s denn?“, fragte er mich neugierig.
„Ich hab mich eben mit Fürst Cameron unterhalten“, erzählte ich ihm aufgeregt.
„Und?“, fragte er weiter.
„Er ist wirklich cool und möchte mir Privatunterricht geben.“
„Das ist doch nett von ihm. Ist sonst noch was?“
Wieso war Leinar plötzlich so schroff? Das passte so gar nicht zu ihm. Nervte ich ihn etwa?
„Hast du mit deiner Oma reden können?“, fragte ich Leinar.
„Müssen wir da wirklich jetzt drüber sprechen?“ Er wirkte immer genervter.
„Nein und ich will dich auch nicht weiter stören.“ Ei-gentlich hatte ich ihn noch nach seiner Mutter fragen wollen, aber das sparte ich mir nun. Stattdessen wandte ich mich zum Gehen. Doch Leinar griff nach meiner Hand, um mich aufzuhalten.
„Warte! So war das doch gar nicht gemeint!“
„Wie denn dann?“, fragte ich ihn und konnte nicht vermeiden, dass ich verletzt klang.
„Ich möchte doch mit dir über all das reden. Nur eben heute nicht. Nicht auf dieser Feier. Lass uns morgen darüber reden, okay?“ Leinar sah mich fast flehend an.
„Oh, verstehe. Geh du nur zu deiner Ariella.“ Ich hass-te mich dafür, dass ich so verbittert klang. Ich wollte Leinar vertrauen, aber ich konnte einfach nicht anders.
Leinar hielt hartnäckig meine Hand fest. „So ist es doch gar nicht. Ich habe nicht solche Gefühle für sie.“
Mein Herz machte einen Satz, aber ich versuchte so lässig wie möglich zu klingen, als ich sagte: „Wie du meinst. Das geht mich ja auch nichts an.“
„Doch tut es“, beharrte Leinar und dann tat er etwas, womit ich niemals gerechnet hätte. Er zog mich in seine Arme. Meinem Kleid gefiel das offenbar, denn es ver-formte sich so, dass es sich sanft an Leinars Körper schmiegte und uns nicht behinderte. Und dann küsste er mich. Und wie! Erst zärtlich und unglaublich vorsichtig und sanft und dann immer fordernder.
Und das vor all diesen Leuten. Gut. Hier in dieser Ecke waren wir ziemlich versteckt, aber trotzdem. Mir blieb buchstäblich die Luft weg. Als wir uns sanft vonei-nander lösten, ließ er mich nicht los, sah mir aber ein-dringlich in die Augen.
„Es geht dich was an, denn ich hab mich in dich verliebt.“
Das sagte er so, als sei es das selbstverständlichste auf der Welt. Als könnte es gar nicht anders sein und diese schlichten Worte gaben mir das Gefühl, was Besonderes zu sein.
„Oh Leinar“, seufzte ich überglücklich. Eigentlich konnte ich gar nicht fassen, dass er mich so an sich ran-ließ. Ich erwiderte seinen Blick und erklärte dann: „Ich hab mich auch in dich verliebt.“
Und dann umarmten wir uns wieder. Jetzt waren wir wohl wirklich Seelenliebende oder zumindest angehende Seelenliebende.
„Wow“, lächelte er und ich grinste. Er fragte: „Damit hättest du wohl nicht gerechnet, was?“
„Nein, wirklich nicht“, grinste ich zurück. „Aber ich bin froh, dass es so gekommen ist.“
„Ich auch.“ Er klang, als könnte er noch nicht ganz begreifen, was da eben passiert war. Dennoch wirkte er richtig ausgelassen und fragte mich: „Möchtest du tan-zen?“
„Aber gerne“, antwortete ich.

Also reichte er mir seine Hand und führte mich auf die Tanzfläche. Es kam gerade ein Liebeslied von einer Feenband. Leinar zog mich an sich und ich legte meinen Kopf an seine Schulter. Mein Herz klopfte wie wild und ich war ganz aufgeregt. Ich hatte noch nie so mit einem Jungen getanzt. Es wirkte irgendwie sehr intim. Viel zu schnell war das Lied vorbei. Leinar sah mir in die Augen und es lag so viel Gefühl darin. Leicht nervös, aber fröhlich grinste er mich an und löste sich dann ganz von mir. Wir verließen lächelnd die Tanzfläche.
Eigentlich wollte ich jetzt nur mit Leinar zusammen sein, aber ich wollte auch unbedingt noch mit Sophann und Emma reden und die Mädchen fragen, wie es ihnen ging. Ich hatte sie den ganzen Abend noch nicht gesehen.
Leinar zeigte sich verständnisvoll und ließ mich gehen. Zum Abschied flüsterte er nur: „Wir sehen uns ja in unse-rer Suite.“
Ich nickte und schenkte ihm ein Lächeln. Dann trenn-ten wir uns erneut voneinander.

Schließlich fand ich Sophann und Emma mit Lily in einer der ruhigeren Ecke sitzen.
„Hier steckt ihr also“, stellte ich zur Begrüßung fest.
Sie sahen mich an, als wäre ich eine Außerirdische, doch dann strahlte Sophann mich an: „Wow, du siehst ja toll aus.“
„Danke, ihr aber auch.“ Es stimmte. Selbst die un-scheinbare Sophann wirkte heute Abend wunderschön mit ihren Locken und dem geblümten grünen Kleid und den Blumenohrringen. Sie wirkte zum ersten Mal wie eine richtige Fee.
Emma hatte ihre Haare einfach ganz normal runter hängen lassen. Das reichte bei ihr schon aus um schön zu wirken. Ihr goldenes Engelkleid passte perfekt zu ihr und Lily sah richtig süß aus in dem schicken schwarzen Kleid, dass sie trug. Ihre schwarzen modisch geschnittenen Haa-re und die leichte Schminke in ihrem Gesicht rundeten ihr Aussehen ab.
„Ich hab euch die ganze Zeit über gesucht“, verkündete ich den Mädels nun.
„Ja klar“, Sophann lachte ausgiebig. „Deswegen hast du also so mit Leinar getanzt.“
„Das habt ihr gesehen?“, fragte ich sie.
„Na ja, es war kaum zu übersehen“, gab Sophann zu-rück.
„Ihr seid sogar farblich aufeinander abgestimmt.“
„Purer Zufall“, behauptete ich und wusste, dass ich nicht sehr überzeugend klang.
„Wie du meinst.“ Emma zuckte nachgiebig mit den Achseln und fragte mich dann: „Wieso seid ihr eigentlich nicht zusammen mit uns untergebracht?“
Da war sie! Die heikle Frage, vor der ich mich ge-fürchtet hatte. Doch mir war inzwischen eine relativ glaubwürdige Erklärung eingefallen. „Leinar und ich sind mit Cameron und Sena verwandt. Die beiden wollten, dass wir im selben Turm leben wie sie. Der Turm ist der damaligen Sternenkönigin Cassandra gewidmet.“
Sie sahen mich zwar etwas skeptisch an, ließen meine Aussage aber so stehen.
„Unser Turm ist Corly gewidmet. Sie lebt dort zu-sammen mit Austin, dem Lehrer. Austin ist zwar Lehrer für eine andere Stadt, aber Corly und Austin sind ein Paar. Eigentlich war Corly lange Zeit zusammen mit ihren Brüdern untergetaucht, aber vor etwa drei Monaten ka-men sie hierher und unterrichten jetzt hier. Ist das nicht toll?“, erzählte Sophann aufgeregt.
„Ja klar. Unglaublich, dass sie hier ist. Corly scheint echt nett zu sein“, bestätigte ich.
„Wir haben sie noch nicht wirklich kennen gelernt“, erklärte Emma nun. „Sie hat uns nur im Gemeinschafts-raum willkommen geheißen und uns erzählt, dass unser Turm Corella heißt.“
„Dann seid ihr also gut zurechtgekommen, seit wir ge-trennt wurden?“, wollte ich wissen.
„Ja“, nickten sie einstimmig und Lily fügte noch hinzu: „Es ist echt toll hier und so magisch.“
Da konnte ich ihr nur zustimmen.
Die Eröffnungsfeier ging bis zum frühen Morgengrau-en. Dann gingen wir in unsere Türme und Suiten. Wir legten uns in unser Bett. Leinar schlief fast sofort ein.
Es war schon komisch nicht mehr allein in einem Bett zu liegen. Anderseits hatten wir auch schon im magischen Zug eine Nacht nebeneinander geschlafen. Vielleicht war ich deswegen jetzt überhaupt nicht verlegen. Ich fand es schön. Leinar war mir noch recht fremd, doch er wirkte mir auch andererseits auch so vertraut. Als würden wir uns schon ewig kennen. Ich betrachtete ihn noch eine Weile. Er trug ein weites graues T-Shirt und eine schwarze Boxershorts.
Dann schlief ich auch ein in meinem langen kuscheligen roten Schlafanzug. Wir konnten morgen immer noch miteinander reden.
Jetzt war mir auch klar, wieso wir am zweiten Tag noch keinen Unterricht hatten.

Kapitel 11 Die alte Freundin

– Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.-

Erich Kästner deutscher Schriftsteller

Als Leinar und ich den Wagon von Zaall betraten, staunte ich nicht schlecht. Die Wände von unserem Wohnraum waren schlicht weiß und etwas sternen-schimmernd. Hier wirkte die Wand, als sei es ein richtiger Sternenhimmel. Ich spürte praktisch, wie die Wolken am Himmel weiterzogen. Der Raum war auch ziemlich dunkel. Die einzigen Lichter kamen von einem Kamin in der Ecke und einem kleinen Nachtlicht. Als Ariella Leinar entdeckte, sprang sie sofort auf und umarmte ihn stürmisch. Er zuckte leicht zusammen, er-widerte aber ihre Umarmung kurz. Dann schob er sie sanft von sich. Er sah sie einfach nur mit hochgezogener Braue an. Das schien schon zu reichen, damit sie sich leicht verlegen entschuldigte. „Oh Leinar! Ich hab mich so gefreut, dich wieder zu sehen. Da hab ich ganz vergessen, dass du nicht gern berührt wirst.“ Ich sah Leinar stirnrunzelnd an. Er erwiderte meinen Blick, zuckte aber mit den Achseln, als wollte er sagen: Keine große Sache! „Schon gut“, sagte er an Ariella gewandt und lächelte sie dann an. Sie führte ihn zu ihrem schwarzen Sofa. Von mir hatte sie nicht mal Notiz genommen. Antonia schien zu bemerken, dass ich mich unwohl fühlte und klopfte einladend auf den Platz neben ihr. Also setzte ich mich dorthin. „Tut mir Leid. Meine Schwester kann manchmal etwas unsensibel sein“, entschuldigte sie sich. „Ja, das hab ich gemerkt“, stimmte ich Antonia zu. „Aber dafür kannst du ja nichts.“ „Na ja. Sie war eben total aus dem Häuschen, seit sie erfahren hat, dass sie Leinar wieder sehen würde. Die Beiden haben sich schon immer gut verstanden.“ Die Bemerkung war nicht gerade hilfreich. Sie machte mich eher nervös, aber das konnte Antonia ja nicht wis-sen. Ich fragte mich, woher Ariella gewusst hatte, dass Neal Leinar war. Andererseits hatte Leinar ja auch gleich gesagt, dass er Ariella kennt. Es waren noch vier weitere Zaaller im Raum, sowie Justin und Sören, die sich mit Sanna und Marleen unter-hielten. Sanna war ähnlich wie Sophann ein unscheinbares Mädchen, aber Sophann war dennoch ziemlich hübsch. Sanna dagegen wirkte irgendwie wie ein kleines Mädchen in einem jugendlichen Körper. Sie war zu dünn und ihre blonden Kringel löcken wirkten ebenfalls ziemlich kindlich. Marleen hatte schwarze lange Rasta Zöpfe und recht dunkle Haut. Sie trug ein weißes Kleid mit tiefem V-Ausschnitt und wirkte schon sehr erwachsen. Im Gegensatz zu uns hatten sie sich zu viert auf ein Sofa gesetzt. Leinar unterhielt sich jedenfalls sehr angeregt mit Ariella, was meine Stimmung nicht gerade hebte. „Du kommst also wie Leinar aus unserer Hauptstadt?“, fragte mich Antonia nun. „Ich war im Gegensatz zu meiner Schwester noch nie dort. Ich stelle es mir un-glaublich riesig vor.“ „Na ja, klein ist sie nicht gerade“, stimmte ich zu und dachte an die vielen kleinen Häuschen mit rotem Back-stein in den Bergen und Wäldern, die zu Raubit gehörten. Ich vermisste meine Heimat mehr denn je. „Ich stelle es mir so unglaublich schön vor.“ Antonias Augen leuchteten geradezu vor Begeisterung. „Vor allem die vielen kleinen Lichter im Tal. Ich würde so gern we-nigstens nur einmal Raubit besichtigen.“ Ich lächelte, weil ich gerade an eben diese Lichter ge-dacht hatte. „Wieso warst du eigentlich nie dort?“, fragte ich sie dann. „Ich habe ein Handicap“, gestand Antonia mir. „Im Tageslicht werde ich krank. Wenn ich tagsüber in einem dunklen Zimmer bin, passiert nichts, aber sehe ich Tageslicht, wird mir schlecht und ich muss mich übergeben. Doch das sind nur die harmlosen Symptome meiner Krankheit. Wenn ich zu lange im Tageslicht bin, werde ich ausserdem verwirrt und weiß nicht mehr, wer ich bin.“ Das fand ich traurig. Ein Leben ohne Sonnenlicht musste grausam sein. „Von so einer Krankheit hab ich noch nie gehört.“ „Sie ist auch extrem selten. Die Krankheit nennt sich Kresinus und heißt so viel wie Tagmeider. Das letzte Mal hatte die Kresinus jemand vor etwa hundert Jahren.“ „Aber wird es in der Menschenwelt für dich dann nicht gefährlich?“, fragte ich sie. „Nein, ich hab gehört, dass das Schloss zur Hälfte in Tageslicht getaucht ist und zur Hälfte in Finsternis ist. Das wechselt wohl auch öfter. Unsere Schule ist im Schloss.“ Davon hatte ich noch nie gehört, aber ich hatte mich bisher auch noch nicht viel mit der Schule beschäftigt. Was erwartete mich eigentlich in der Menschenwelt? „Ich kann mir nicht vorstellen nur in der Nacht zu leben“, gestand ich. „Man gewöhnt sich dran. Unsere Augen gewöhnen sich in der Nacht auch viel mehr an das, was wir sehen, als deine ungeschulten Augen. Es ist für uns fast als wäre es Tag.“ Ich fand das schon faszinierend und Antonia war mir auf jeden Fall sympathisch. Plötzlich fragte sie mich: „Du magst ihn, oder?“ „Wen?“, fragte ich, obwohl ich mir durchaus denken konnte, wen sie meinte. „Na, Leinar natürlich.“ Sie schrie es fast, aber das machte nichts, da es wegen dem Gesprächszauber Nie-mand außer uns hören konnte. „Ja“, gab ich schließlich zu, obwohl ich nicht wusste, wieso. Ich kannte sie ja gar nicht. „Keine Sorge“, beruhigte Antonia mich. „Von meiner Schwester will er bestimmt nichts. Er mag sie, aber sie ist ihm auch unheimlich. Zu besitzergreifend. Dich hingegen hat er sehr schnell in sein Herz geschlossen. Eure Ver-bindung geht tiefer. Ich kann es nicht besser erklären, aber er will dich besser kennen lernen. Du berührst ihn und er kann sich das nicht erklären. Das ist ihm bisher noch nie passiert.“ Staunend sah ich Antonia an. „Woher weißt du das al-les?“ „Ich kann nicht direkt Gedanken lesen, aber ich kann Gefühle spüren und seine Gefühle für dich sind sehr stark“, erklärte Antonia. Mein Herz machte einen Satz und ich sah kurz zu Leinar hinüber. Ich wollte sie gerade fragen, ob sie das denn auch durch den Zauber hindurch spüren konnte. Da ging ein Ruck durch den Zug. Wir mussten jetzt kurz vor Landfort sein. Die Bewohner von Tindemu mussten in-zwischen dazu gestiegen sein. Ich hatte gar nicht ge-merkt, dass wir gehalten hatten. Aus dem Lautsprecher verkündete die übliche Frau-enstimme: “ Liebe Fahrgäste! Bitte bewahren Sie Ruhe, aber kehren Sie in Ihre Wagons zurück.“ Sören und Justin waren schon aufgestanden. Ich sagte noch zu Antonia: “ Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder“ Dann rief Leinar: „Komm endlich!“ Er zog mich aus dem Wagon, den Flur entlang und in unseren rein. Es kam mir hier jetzt total hell vor. Was war da draußen wohl los? Angespannt saßen wir auf unseren Sofas und warteten. Aus dem Lautsprecher erklang Musik. Vermutlich sollte uns das beruhigen. Ich sah zu Leinar rüber, doch er regte sich nicht. Er sah noch stur geradeaus. Es wirkte fast so, als hätte er schon mal so was mitgemacht. Sophann neben mir wippte ständig hin und her. Emma warf mir einen ängstlichen Blick zu. Irgendetwas musste passiert sein. Wir spürten es alle.

Zaall

Zaall war eine besondere Stadt. Denn sie war die einzige Stadt, die den Tag zur Nacht machten. Deswegen konnten hier auch gut sogenannte Tagmeider leben, die vom Tageslicht krank werden. Die sind aber sowieso sehr selten.

Die Zaaller konnten im Dunkeln genauso gut sehen wie im Hellen. Sie hatten so eine Art inneres Tageslicht in sich. Eine Art Lampe im Auge. Sie sahen fast als sei es Tag.

Zaall wurde immer „Die dunkle Stadt“ genannt, aber sie war eher so dunkel wie New York. Also mit vielen Lichtern beleuchtet. Die Lichter waren auch einfach ziemlich bunt und fast jeden Tag bedeckte ein dunkelroter Schleier den Himmel. Als wäre es ein Sonnenuntergang, der niemals verging.

Auch Zaall hatte acht Erwählte für die Menschenwelt.

Die Stadt war oder sollte von Wüste umgegeben sein und war etwa so groß wie London.

Sie aßen eigentlich fast nur Obst und Gemüse und tranken kaum etwas. Nur hin und wieder Nudeln zum Beispiel.

Aus Zaall kamen zum Beispiel Ariella und Antonia. Antonia war auch eine der seltenden Tagmeider.