Kapitel 21 Ankündigungen

– Es gibt viele Wege Karriere zu machen,
aber die sicherste ist immer noch,
in der richtigen Familie geboren zu werden.-

Donald Trump US-Amerikanischer Unternehmer

Als ich die Mädels gerade entdeckt hatte, erschienen plötzlich viele Stühle im Saal. Dort wo die Leute standen. Wir sollten uns wohl hinsetzen. Ich suchte den Raum nach Leinar ab, aber er schien in der Menge verschwun-den zu sein. Auf der Bühne versammelten sich alle Lehrer. Seufzend drehte ich meinen Stuhl zu der Bühne und setzte mich.
Lady Meisold trat aus der Menge der Lehrer hervor und erhob ihre Stimme, ohne ein Mikrophon zu gebrauchen.
„Liebe neuen und alten Schüler. Ein neues Schuljahr beginnt. Vorweg möchte ich ein paar Ankündigungen für unsere Neuen machen:
Der erste Schultag beginnt erst übermorgen. Morgen habt ihr ein wenig Zeit, um euch schon mal etwas in un-seren Alltag einzugewöhnen. Das erste halbe Jahr dürft ihr das Schulgelände aus Sicherheitsgründen nicht verlassen und danach ein weiteres halbes Jahr nur mit Aufsicht. Nach einem Jahr könnt ihr euch nahezu unbegrenzt bewegen. Ansonsten ist es euch nicht erlaubt sich in an-deren Türmen aufzuhalten. Ihr könnt euch zu Schulprojekten im großen Gemeinschaftsraum im Hauptgebäude des Schlosses treffen oder auch zu privaten Treffen.
Viele Schulen haben unzählige Regeln, die bei Ver-stoßen bestraft werden. Bei uns gibt es nur diese Regeln und dass ihr pünktlich zum Unterricht kommen müsst. Ansonsten dürft ihr euch ziemlich frei auf dem Schulge-lände bewegen. Jeder Turm hat übrigens seinen eigenen Speisesaal, wo die Hauptmahlzeiten eingenommen wer-den. Die Essenszeiten stehen an dem Brett an der Wand vor den Sälen.
Die Unterrichtseinheiten werden auf die verschiede-nen Städte aufgeteilt. So werden die Bewohner von Raubit im vierten Stock im Hauptgebäude unterrichtet. Eure Lehrer sind Cameron, Sena und Morley. Die Tin-demuer werden im fünften Stock von Dieke, Nele und Theodora unterrichtet. Die Feen aus Zaall und und von Landford sind im linken Seitenflügel des vierten Stockes. Eure Lehrer sind Tiljan, Assja und Celina, sowie Corly, Renn und Lim. Und die Schüler von Bibasty haben ihren Unterricht im Freien ihre Lehrer sind Austin, Hailey und Nouriell. Als letztes gibt es noch die Schüler von Simheg. Sie werden unten im tiefsten Keller unterrichtet von Larielle, Anastus und Delyan.“
Das überraschte mich in vielerlei Hinsicht. Soweit ich mich an die Geschichte erinnerte, waren Corly und ihre Geschwister im Laufe der Zeit verschwunden und jetzt unterrichteten sie hier? Außerdem war Renn doch dem-nach mein Großvater. Niemand hatte mir erzählt, dass die Kinder von Lilien und Corentin noch lebten oder gar hier waren. Andererseits war ich auch noch nicht lange hier und wusste nicht wer hier ein und ausging. Lim sagte mir aber auch irgendwas. Ich erinnerte mich nur nicht mehr dran. Ich wusste nur noch, dass er der Bruder meines Großvaters war.
Der zweite Punkt war Leinars Mutter. Sie musste da oben stehen. Ob Leinar das auch bewusst war? Natürlich blieben manche Namen von Lehrer unbenannt, so viele wie da standen. Aber eine davon musste sie sein. Was empfand Leinar wohl bei dem Gedanken an seine Mut-ter? Erneut sah ich mich nach Leinar um, entdeckte ihn aber immer noch nicht.
„Ich denke, das war es erst mal von meiner Seite. Alles andere wird sich mit der Zeit klären. Jetzt gebe ich das Wort an Corly weiter.“
Lady Meisold trat zurück und eine wunderschöne Frau mit blonden, langen Korkenzieherlocken, einem ab-solut lieblichen Gesicht mit sehr sanften Zügen, hellen blauen Augen und einer spitzen Nase, nahm ihren Platz ein. Durch ihre Haare zogen sich vereinzelt schwarze Strähnen. Sie war groß und schlank und trug ein himmel-blaues Kleid mit goldenen Sternen drauf.
„Ich freue mich, euch hier willkommen zu heißen“, begrüßte sie uns mit der sanftesten Stimme, die ich je gehört hatte. „Im Laufe des Jahres wird es einige Highlights geben, die zur gegebenen Zeit angekündigt werden. Eins möchte ich aber schon vorweg bekannt geben. Erst heute Abend hab ich eine Nachricht von König Lunar und Königin Linnie erhalten. Sie wollen ihr Versteck nun aufgeben und bis auf weiteres in der Schule leben. In drei Wochen sollen sie hier sein. Anlässlich ihres Kommens werden wir ein Fest veranstalten mit einem Ritterturnier am Ende. Ähnlich wie es früher Brauch war. Da war die Rittergilde legendär, aber mit der Zeit ist sie in Vergessenheit geraten. Dabei ist ihr Gründer durchaus noch unter uns. Bei besonderen Anlässen waren diese Ritterturniere jedenfalls damals gängig. Ältere Schüler und Lehrer dürfen sich dafür gerne melden.“
Ich fragte mich, wer der Gründer dieser Gilde war.
Ein Raunen ging durch die Menge. Nicht mal Lady Meisold schien davon gewusst zu haben. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Meine Eltern würden hier in die Schule kommen?
Fürst Cameron und Fürst Tiljan traten jetzt neben Corly. Sie nickte Cam liebevoll lächelnd zu. Ich musste mir in Erinnerung rufen, dass er ja Corlys Großvater war.
„Da ich der Gründer der Rittergilde bin, bin ich zu-sammen mit Tiljan einer der Organisatoren des Turniers. Wenn ihr also Fragen habt, wendet euch bitte an mich oder dem komischen Fürsten an meiner Seite.“ Tiljan warf ihm einen bösen Blick zu, aber er musste sich das Lachen verkneifen. Cameron fuhr fort: „Die älteren Schüler kennen mich zwar, aber am besten ich stelle mich für die Neuen auch noch mal vor. Ich bin Fürst Cameron, aber mittlerweile werde ich nur noch Cam genannt.“
Da hatte ich meine Antwort ja schon. Ich hätte es mir denken können.
Einige AHs und OHs waren in der Menge zu hören.
Dann Corly ergriff noch einmal das Wort: „Wie ihr wisst, gibt es verschiedene Freizeitveranstaltungen zu den Be-reichen Sport, Kunst, Musik und weiteren Themen. Wenn ihr Interesse daran habt, guckt am schwarzen Brett nach. Es hängt vor der Cafeteria im Hauptgebäude. Gebt mir oder meinem Bruder Renn Bescheid.
Damit zogen sich Cameron und Corly zurück und Lady Meisold übernahm erneut das Wort.
„Ich denke alles Weitere klären wir, wenn es so weit ist. Jetzt lasst das Fest beginnen und habt Spaß.“
Die Leute klatschten, die Musik setzte wieder ein und als wir aufstanden, verschwanden die Stühle wieder.