Writing Friday 2: Das verlorene Cello

Und der 2. Writing Friday steht vor der Tür. Ich mache  mit und kümmere mich um das Cello. Die Regeln könnt ihr bei Elizzy nachlesen.

Das verlorene Cello

Ich stand schon lange in dieser dunklen Ecke rum. Nur umgeben von abgestaubten Möbeln. Mir war langeweilg, ich war alt und müde. Aber ich wollte wieder spielen, wollte nicht einfach nur in der Ecke rum stehen. Wollte nicht so einsam sein. Mal wieder liefen mir die Tränen über mein Gesicht.
„Ach, wein doch nicht schon wieder, liebes Cello. Es gibt doch nichts zu weinen“, versuchte mich der alte Schrank neben mir zu trösten.
„Aber ich will wieder ich sein. So wie ich früher war. Nicht so alt und gammelig. Ich steh hier nur in der Ecke rum“, jammerte ich.
„Aber du bist doch nicht ewig hier abgestellt. Das hat die Laureen doch gesagt. Es ist nur vorrübergehend“, bemerkte der Herr Schrank nun.
Nun fing ich noch mehr an zu weinen. „Aber sie findet doch sicher ein neues Cello, dass viel schöner ist als ich und dann bin ich vergessen.“
„Ach, liebes Cello. Das wird nicht passieren. Dafür mag dich die Laureen viel zu sehr. Sie hat doch schon so viel mit dir zusammen erlebt. Die erste große Liebe, den ersten Ballabend. Das wird sie nicht einfach wegwerfen. Ich dagegen bin austauschbar. Mich wird man irgendwann wegwerfen und zerkleinern, aber du wirst dann immer noch hier sein und Musik machen.“ Jetzt klang der Herr Schrank sehr traurig.
„Wir sind beide arme Seelen, Herr Schrank. Wir müssen beide hier einfach nur so rumstehen.“
Und dann schwiegen wir wieder eine Weile. Jeder hing seinen eigenen trüben Gedanken nach. Plötzlich tat sich was vor unserer Tür. Wir wurden alle ganz aufgeregt. Außer mir und dem Schrank waren noch ein abgestelltes Klavir, ein kaputter Toaster und ein Föhn hier. Das Licht ging an und herein kam Laureen mit ihrer Mutter. Sie sahen sich um und suchten nach irgendetwas. Und dann fiel ihr Blick auf mich. Als sie mich sah lächelte Laureen und kam auf mich zu. Ich war so glücklich als sie mich mit sich nahm. Glücklich und aufgeregt. Laureen nahm mich hoch und ich strahlte um die Wette mit ihr. Sie nahm mich hoch und trug mich raus. Ich bekam wieder einen Platz auf ihrem Zimmer und sie spielte mich auch gleich ein. Ich war so glücklich wie nie. Sie probierte mich auch gleich aus und ich strahlte wie eh und je. Ich war wieder glücklich und nicht mehr vernachlässigt. Ich hoffte, dass auch meine Freunde in der Abstellkammer eines Tages so viel Glück hatten wie ich.

Ende

Nur eine kurze Geschichte, aber immerhin hab ich es geschafft. Was sagt ihr dazu?