Corlys Themenwoche 60.1.: Namen: Was sind eure Lieblingsnamen?

So, ich bin wieder zu Hause und natürlich gehts gleich weiter mit meiner Themenwoche. Diesmal gehts um Namen.

Und das ist meine erste Frage für euch:

Was sind eure Lieblingsnamen?
Ich persönlich habe mich früher sehr viel mit Namen beschäftigt. Vor allem schon für Ideen für meine Geschichten. Aktuell tu ich das etwas weniger, aber es gibt schon wirklich schöne Namen und das ist ein Thema, was mir auch am Herzen liegt. Namen.

Jungen:

Finn

Ist einer meiner absolusten Lieblingsnamen. Diesen kurzen recht häufigen Namen find ich einfach klasse und klanglich sehr schön und so einfach.

Luca

Den liebe ich auch schon total lange. Ich find den einfach klanglich sehr schön und schlicht und in der Schreibweise am besten.

Robin

Den hab ich in einem meiner Lieblingsjugendbücher mal gelesen und seitdem liebe ich den sehr. Also schon sehr lange. Mit Robin verbindet man irgendwie auch immer Robin Hood, aber ich mag den Namen einfach total gern.

Tristan

Den Namen mag ich immer mal wieder. Er ist nicht mein absoluter Lieblingsname, aber er hat was und ist ja auch eher selten. Ich mag ihn gerade wieder sehr.

Kilian

Auch den mag ich immer mal wieder. Gerade find ich ihn sehr schön. Ein klassischer, aber doch eher seltener Name.

Mädchen:

Emma

Emma liebe ich auch schon sehr lange. Der Name klingt einfach rund, kurz und schön. Ich find ihn toll.

Anna Lena

Auch ein schöner Name, den ich mag. Auch wenn er nicht mein Lieblingsname ist, aber er hat was und er ist mal was anderes.

Sophie

Den fand ich lange Zeit sehr langweilig, da er doch unter Babys recht häufig ist, aber mittlerweile mag ich Sophie wieder sehr gern und find ihn klanglich einfach schön.

Maja

Ich mag den Namen sehr gern. Ob er mein Liebling ist sei dahin gestellt, aber er klingt einfach schön.

Luisa

Den mag ich auch schon sehr lange und mal mehr und mal weniger, aber er ist klanglich einfach schön.

Wobei das nicht meine absoluten Lieblingsnamen sind. Nicht alle.

Und dann mag ich natürlich auch noch solche, die ich auch in meinen Geschichten verwende und mir teilweise selbst zusammen setze oder die eher seltener sind.

Männlich:

Tiljan

Ist ja irgendwie mein Lieblingsname aus der Geschichte. Ich weiß nicht ob er einzigartig ist, aber damals hab ich ihn mir aus Til und Jan zusammen gesetzt und ich find ihn nach wie vor klasse.

Corentin

Corentin hab ich mal irgendwo gelesen und fand ich klasse. Zu meiner Geschichte passt der Name perfekt und ich mag ihn.

Cameron

Erinnert mich irgendwie immer an die Schottischen Highlands. Mag an Outlander liegen, da es ja auch ein Nachname ist. Aber als ich Cameron erfand hab ich Outlander noch gar nicht geguckt. Das war lange davor und ich find der Name passt einfach prefekt zu ihm und mag ihn immer noch.

Leinar

Auch das ist eine Eigenkreation von mir. Keine Ahnung ob es den woanders so auch gibt, aber ich find den toll.

Weiblich:

Mianna

Auch den hab ich mir zusammen gesetzt. Ich find der klingt ein wenig asiatisch oder so. Ich mag den aber nach wie vor.

Sophann

den hab ich aus Sophie zusammen gesetzt und find ich nach wie vor auch gut. Der hat einfach was.

Corly

Mein Blogname mittlerweile. Ich find den Namen irgendwie lieblich. Er hat was. Ich mag ihn immer noch.

Carlina

Der ist nicht ganz so ungewöhnlich wie die anderen, aber auch den find ich klanglich sehr schön.

Und was sind eure Lieblingsnamen? Wie findet ihr meine Namen?

Die nächsten Fragen:

Dienstag: Macht ihr euch Gedanken zu Namen?
Mittwoch: Was bedeutet euer Vorname? Gefällt es euch? Habt ihr vielleicht sogar einen Namenstag?
Donnerstag: Wie gefällt euch euer Nachname? Oder seid ihr vielleicht gar nicht so zufrieden damit?
Freitag: Welche Namen mögt ihr nicht so?
Samstag: Welche Namen aus Bücher/Filme/Serien gefallen euch besonders?

Story-Samstag 5: Weihnachten in Loreoll

Bei Tex Story-Samstag gehts heute um die Weihnachtszeit und ich muss sagen, dass ich echt Bock hab zum heutigen Thema was zu  schreiben. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher was ich schreibe.

Ich tendiere zwischen einer Kindergeschichte und Weihnachten in einer meiner Welten.  Mal sehen, was es wird. Eine hatte ich ja schon mal beim-Story Samstag.

storysamstag

Weihnachten in Loreoll

(Achtung! Ist natürlich nach „Elfenstern die Rittergilde“, aber vor „Die Zauberfeen“)

Weihnachten war für mich die schönste Zeit im Jahr. Die schön geschmückten Tannenbäume, die Weihnachtsmärkte, die extra freie Zeit und einfach alles war so hübsch geschmückt. Die gemütlichen gemeinsamen Abende und die Musik gehörten natürlich auch dazu.

Hier in Loreoll war Weihnachten ja was ganz besonderes. Es war mein zweites Jahr zusammen mit Corentin im Schloss und wir wollten ein prachtvolles Fest geben im Kreise der Familie. Djana hatte einen Hang zum Schmücken, wie ich schon bei meiner Hochzeit festgestellte. Auch jetzt hatte sie es weder übertrieben noch zu wenig aufgehängt. Es war einfach perfekt. Tedren hätte das lieber seinen Dienstboten aufgegeben, aber Djana war stur. Sie liebte es einfach zu dekorieren.

Renn war bereits ein halbes Jahr alt und machte die Gegend unsicher. Mein Sohn ließ Djana ganz schön schwitzen, denn seine Lieblingsbeschäftigung in der Weihnachtszeit war all das Glitzerzeug von Djana wieder von den Bäumen zu reißen. Noch begeisteter war er dabei die Weihnachtsmänner, die als Dekoration dienten, umzuschmeißen und damit zu spielen. Aber Djana lachte dann nur und ließ ihm eine zeitlang seinen Spass. Sie vergötterte unseren Jungen. Er erinnerte sie daran, wie Corentin als Kind war.

In der Vorweihnachtszeit gingen Djana und ich mit Renn oft zum Weihnachtsmarkt in der Stadt. Tedren schickte uns immer mindestens drei Wachen mit, auch wenn wir ihm noch so oft sagten, dass wir die nicht brauchten. Er war immer noch frostig zu mir, aber auch er liebte Renn sehr. Der kleine Junge ließ ihn etwas weicher werden.

Heute trafen wir auf dem Weihnachtsmarkt zwei Ritterrinnen. Mathilda und Theodora. Die beiden Ritterinnen waren Freundinnen und hatten einst die Zwerge um Hilfe gerufen. Sie waren gute Freundinnen von Tedrens Bruder Tiljan.

„Hallo, ihr beiden“, begrüßte Mathilda sie. „Ist es nicht toll, endlich wieder die Weihnachtsmärkte besuchen zu können. Ich liebe diese Zeit.“
„Weihnachten ist wie jede andere Zeit. Daran ist rein gar nichts besonderes“, bemerkte Theodora grimmig.
Djana begrüßte die beiden freundlich: „Wie geht es euch?“
„Ach mal so, mal so. Du kennst das ja“, antwortete Mathilda nur unbestimmt. „Steffen ist viel unterwegs und ich bin oft allein.“
„Ich komme dich doch oft besuchen“, erinnerte Theodora ihre Freundin. Mathilda verdrehte nur die Augen. Djana und ich konnten uns denken, was sie dachte. Das war einfach nicht das selbe. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn Corentin ständig unterwegs wäre. Bisher war er immer bei mir gewesen.
„Dann ist dir der Weihnachtsmarkt doch bestimmt eine willkommene Ablenkung“, erwiederte Djana nun.
Renn quengelte in seinem Wagen. Er wollte raus, aber richtig gut laufen konnte er noch nicht. Deswegen nahm ich ihn aus den Kinderwagen und auf meinen Arm.
„Er ist so groß geworden“, lächelte Mathilda und nahm seine kleine Hand in ihre. „Kinder weren so schnell groß.“
„Ja, langsam fängt er an zu sprechen“, nickte ich stolz. Unser Sohn war einfach ein verdammt süßer kleiner Junge.
„Dada“, sagte Renn und zeigte auf einen Elch, der an einem Stand aufgebaut war.
„Ich geh am besten einfach weiter. Besucht uns doch an Weihnachten“, verabschiedete ich mich von den beiden Frauen. Fragend sahen sie Djana an.
„Das ist eine gute Idee. Uns würde es freuen. Tiljan kommt ebenfalls mit seiner Familie“, stimmte Djana mir zu.
Ich bekam nicht mehr mit, was die Frauen antworteten, denn ich ging zusammen mit meinem Sohn weiter über den Weihnachtsmarkt.

Die Adventszeit verging schnell. Renn beanspruchte meine ganze Zeit, und wenn er endlich schlief, kuschelten Corentin und ich uns gemütlich ans Feuer im Wohnzimmer. Der Weihnchtsmorgen brach schließlich an. Tiljan und seine Familie waren schon seit einer Woche bei uns und Mathilda und Theodora waren gestern zusammen mit Steffen und Alejandro angekommen. Corentin hatte viel Zeit mit seinem Onkel verbracht. Er hatte ihn sehr vermisst.

Abends deckten die Dienstbonten den leckersten Weihnachtsbraten auf den Tisch, den ich je gegessen hatte. Renn schlief gerade in seinem Kinderbettchen. Das viele Geschenke auspacken unterm Weihnachtsbaum hatte ihn müde werden lassen. Mein Vater Cameron saß selbstverständlich neben mir und auf meiner anderen Seite war Corentin. Ich fühlte mich pudelwohl und genoss dieses Weihnachtsfest sehr. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich hatte ich meine Familie um mich. Die liebsten Menschen, die ich kannte. Es war das schönste aller Weihnachtsfeiern, die ich bisher mit Corentin verbracht hatte. Die vorherigen hatten wir uns nämlich im Wald verstecken müssen, da wir unsere Liebe zueinander geheim gehalten hatten. Ich lächelte bei dem Gedanken daran. Jetzt schien diese Zeit wie ein anderes Leben zu sein. Corentin war hier, mein Sohn war hier, meine Familie war hier. Wir waren ausgelassen und fröhlich, passend zur Weihnachstzeit.
So, das war eine Erzählung von Lilien. Sie war natürlich bereits mit Corentin verheiratet. Hat Spass gemacht. Mal sehen, was das nächste Thema dann sein wird.

Kapitel 59 Der vierte Angreifer

Sie werden dich nicht mögen.
Du kannst nicht wegrennen,
sie werden dich finden.
Bete für Antworten was du tun sollst.
Mache Entscheidungen wo du hingehen sollst.
Nehm die Kreuzung und geh mit dem Strohm.

Blazin Squad – Crossroads

Der Angriff fand etwa an der Mitte des Sees statt. Diese Stelle bewachten eine Fee und ein Stern. Wir mussten durch den Schutzwall, wenn wir die Angreifer erreichen wollten. Der Schutzwall war zwar in gewisser Weise durchsichtig, aber auch umgeben von blassblauem Licht. Es wirkte fast so als hätte der Himmel all seine Farbe verloren.
Die Angreifer sahen wir aber trotzdem nicht. Jedenfalls nicht sofort. Der Moment, in dem wir durch den Schutzwall kamen, wirkte auf mich ziemlich unheimlich. Als wir sie dann endlich entdeckten, merkte ich an Camerons Gesichtsausdruck, dass er sie wiedererkannt hatte. Noch hatten sie uns nicht bemerkt, aber das konnte sicher nicht mehr lange dauern.
Am besten wäre es, wenn wir jetzt angreifen würden. Allerdings schien Cameron nun auch den vierten Angreifer erkannt zu haben, denn er fragte nicht gerade leise und ungläubig: „Tedren?“
Der Angesprochene drehte sich sofort zu uns um und grinste schief, was sehr böse wirkte. „Cameron! Sieh an, du bist also doch noch gekommen. Majenna hatte es schon fast aufgegeben.“
„Aber was machst du hier?“ Cam konnte nicht glauben was er da sah. „Du bist umgekommen, als die Pest über uns kam.“
„Ach ja? Gab es dafür einen Beweis?“, höhnte Tedren. „Ich bin einfach nur untergetaucht und nach einiger Zeit hab ich mich Fe-licitas und Majenna angeschlossen.“
„Aber wieso greifst du uns an?“, wollte Cam wissen. Er begriff es nicht und ich auch nicht. Das war Tedren? Tiljans Bruder und Corentins Vater? Ich konnte es kaum glauben. Doch dann sah ich die Ähnlichkeit zu Corentin und dessen Söhnen. Das gleiche Haar (in schwarz bei ihm) und die gleichen Augen. Dennoch wirkte er härter und verbitterter und das ließ ihn unheimlich wirken.
„Oh, wir wollten doch gar nicht euch an-greifen, also nicht wirklich den See. Wir woll-ten nur dich vernichten, Cameron. Hätten wir dem See schaden wollen, hätten wir es längst getan.“
„Und wieso mich?“, fragte Cam verwirrt. „Was habe ich dir getan? Wir waren mal Freunde.“ Freunde? Hatte ich das richtig gehört?
Tedren lachte bitter. „Eben, wir waren mal Freunde trifft es richtig. Du hast mir meinen Sohn weggenommen. Ich war niemals mit Lilien einverstanden. Auch nicht, als sie plötz-lich adelig wurde.“ Er warf Lilien einen gifti-gen Blick zu.
Diese zuckte heftig zusammen und Coren-tin sah seinen Vater fassungslos an. „Aber Vater, Cam hat mich dir doch gar nicht weg genommen. Ich habe Lilien schon geliebt, bevor heraus kam, dass sie adelig wurde.“
„Ach, sei still, Corentin. Sie hat dich geblendet. Natürlich hast du gedacht, du liebst sie“, höhnte Tedren.
„Das war vor etwa fünfhundert Jahren, Va-ter, und wie du siehst, bin ich immer noch an ihrer Seite. Das war nicht nur irgendeine blöde Liebelei, wie du es so schön nennst“, wehrte sich Corentin heftig.
Tedren erwiderte etwas, aber ich bekam es gar nicht mehr richtig mit. Ich fasste Leinar an der Hand und er verwandelte uns in das kleine Glühwürmchen, dass ich von ihm schon kannte. Niemand schien auf uns zu achten und plötzlich erschien noch in Leinars Hand ein kleines Schwert. Was er damit ausrichten wollte blieb mir ein Rätsel. Es war einfach viel zu winzig um wirklichen Schaden anrichten zu können.
Majenna und Felicitas hatten bisher nur ziemlich unbeweglich dagestanden und schie-nen sich auf Tedren zu konzentrieren. Wir sollten etwas tun, bevor sich dieser Zustand änderte.
Also flogen wir auf sie zu und ich flüsterte: „Feuer!“, und ein Feuerball, der etwa so groß wie meine Hand war, erschien plötzlich da-rauf. Ich schleuderte den brennenden Ball auf eine der Elfen. Ich wusste nicht, ob sie Majen-na oder Felicitas war. Jedenfalls fing ihr Haar an zu brennen und sie schrie panisch auf. Leinar und ich flogen schnell außer Reichweite und Tedren drehte sich alarmiert zu den Elfenfrauen um. Als er das Feuer am Haar der Elfe entdeckte, schrie er entsetzt: „Nein!“
„Hilfe!“, schrie dagegen die brennende Elfe. „So helft mir doch.“ Aber Niemand kam ihr zu Hilfe. Bevor sie am lebendigen Leib verbrennen konnte, sprach Jemand einen Zau-ber aus und sie fiel einfach so leblos um. Die Angreifer konnten nicht so richtig begreifen, was da passiert war, und waren abgelenkt. Leinar verwandelte uns wieder in unsere normale Größe zurück, aber er hielt weiterhin meine Hand. Das war etwas umständlich, da er nun mit dem Schwert die andere Elfe fixierte.
„Los! Wir müssen sie vernichten“, rief Tedren seinen Leuten über das plötzliche Chaos hinweg zu.
Mir kam eine Idee und so schickte ich Leinar magische Wärme in sein Schwert. Das Schwert ging sofort in Flammen auf und wirk-te magischer und gefährlicher denn je.
Unsere Gegner begriffen wohl, dass wir ei-ne ernste Gefahr für sie darstellten und zogen sich zurück. Wir versuchten wieder an sie ran-zukommen, aber sie bauten einen magischen Schutzwall um sich herum auf.
Feena rief durch die Menge: „Lasst sie, wir kommen jetzt nicht an sie ran!“ Und in unseren Köpfen sagte sie: „Gönnen wir uns ein wenig Ruhe, aber es ist noch nicht vorbei.“
Also zogen wir uns hinter den Schutzwall zurück und gelangten dann wieder durch den Sternentunnel in die Höhle.
„Das war gut Mianna, ich bin sehr stolz auf dich“, lobte Feena mich. „Ich wusste doch, dass du das kannst. Nur leider wird es beim nächsten Angriff nicht mehr so leicht sein, denn sie werden dann vorbereitet sein. Ande-rerseits sind sie jetzt nur noch zu dritt und das ging schneller als ich dachte.“
„Ich hab Jemanden getötet“, stellte ich mit zitternder Stimme fest. „Ich bin doch nicht so. Ich bin Niemand, der einfach so tötet.“ Und dann auch noch auf so grausame Weise.
Leinar zog mich vor all den anderen sanft in seine Arme. „Es war notwendig und das weißt du auch. Du darfst dir da nicht solche Gedanken drüber machen.“
„Der Junge hat Recht“, sprach nun auch Feenas Stimme in meinem Kopf beruhigend auf mich ein. „Du hast alles richtig gemacht und wir leben noch, auch Cameron.“
Ja, Cameron lebte noch, aber Feena hatte selbst gesagt, dass es noch nicht vorbei war. Er konnte also immer noch sterben.
„Aber ich habe getötet und sie hat nicht mal was gemacht“, wiedersprach ich immer noch geschockt.
„Das stimmt nicht“, redete Leinar mir gut zu. „Sie war böse. Sie hätte versucht uns zu töten, hättest du sie nicht gestoppt.“
Ich war trotzdem noch geschockt, doch wir hatten wichtigere Dinge zu bereden. Das sah ich ein. Also schwieg ich. Sie hatten ja Recht. Ich war wirklich kindisch, aber ich hatte vor-her noch nie getötet. Ich wusste einfach nicht, wie ich damit umgehen sollte.
„Ich denke wir sollten uns gleich eine Weile ausruhen. Cam, du wirst an den anderen Angriffen nicht mehr teilnehmen. Das ist viel zu gefährlich für dich, und das ist auch keine Bitte, es ist ein Befehl“, ordnete Feena an.
„Ernsthaft, Feena?“, fragte Cameron un-gläubig. „Du willst dich ausruhen? Können wir uns das überhaupt leisten?“ Cam war alles andere als begeistert von der Anordnung. Das hatte er vorher schon mehr als deutlich ge-macht.
„Es ist vor allem nötig, damit wir fit für den nächsten Angriff sind, und der wird deutlich schwieriger als der Erste. Jetzt werden sie vorbereitet sein“, erklärte Feena geduldig. „Wir müssen einen Plan haben und äußerst konzentriert sein.“
„Die eigentliche Frage ist, wieso sie ausge-rechnet dich wollen, Dad! Ich meine bei Feli-citas ist der Grund klar. Sie will garantiert Rache dafür, dass du sie hast fallen lassen.

Du weißt das selbst am besten. Bei Majenna kann ich es mir nur teilweise denken. Vermutlich will sie Rache für Ronars Niedergang. Nur dass Mathilda ihn beseitigt hat und nicht du. Also wieso will sie an dir Rache nehmen? Und dann ist da noch Miron. Hast du den Zwergen je etwas getan?“, überlegte Lilien laut.
„Majenna und ich waren nie beste Freunde. Einen Hass auf Mathilda hatte sie schon immer und ich habe Mathilda schon immer un-terstützt. Andererseits hat Tiljan das unter anderem auch. Vielleicht ist das aber der Auslö-ser. Vielleicht ist Felicitas nach ihrem Ver-schwinden auch einfach zu Majenna gegangen und hat mit ihr gemeinsame Sache gemacht. Ich weiß es nicht genau und ich wüsste auch nicht, was Miron gegen mich hat. Ich hab den Zwergen nie etwas getan und Mathilda war eine Freundin der Zwerge. Ich sehe den Zu-sammenhang einfach nicht“ Cameron zuckte mit den Achseln und es wirkte fast so, als wä-re es ihm eigentlich auch ziemlich egal.
„Vielleicht ist auch einfach Felicitas die lei-tende Hand. Aber wieso unterstützt Miron sie dann?“ Auch Lilien wusste keine Lösung auf die unbeantworteten Fragen.
„Tedren dagegen hat ja deutlich gemacht, dass er Cam verabscheut“, rief Fiann Nike uns in Erinnerung.
„Wir sollten eine Nacht darüber schlafen und morgen
dann mit der Planung anfangen. Vielleicht fällt dir ja noch etwas ein“, schlug Feena vor.
„Ich möchte trotzdem nicht, dass ihr für mich sterben müsst“, fand Cameron stur.
„Wir sollten morgen darüber reden“, be-stimmte Feena und wie aus dem Nichts ver-wandelten sich die Stühle, auf denen wir sa-ßen, in Betten und unsere Kleider in Schlafanzüge, sodass wir alle sofort schlafen konnten, nachdem wir uns eine Gute Nacht gewünscht hatten. Da ich neben Leinar und Linnie geses-sen hatte schlief ich jetzt auch neben den bei-den. Obwohl Leinar genau neben mir lag, fühlte es sich anders an als in unserer Suite. Er wirkte plötzlich so weit weg und ich konnte mich nicht an ihn kuscheln.

Kapitel 55 Alte Freunde

Heucheln und Lügen ist sinnlos.
Weil wir uns gegenseitig fast
wie Glas durchschauen.
Wir machen uns schon lange nichts mehr
gegenseitig vor.
Und das ist gut so!

Pur – Freunde

 

Wir versammelten uns alle in dem Ballsaal, der so prachtvoll wirkte. Heute war er ganz golden getaucht. Das ließ ihn elegant wirken. Hier war auch die Eröffnungsfeier. Das schien mir Ewigkeiten her zu sein.
Cam erklärte uns noch mal wie wir ge-danklich zum See gelangen würden. Wir fassten uns alle an den Händen und bildeten eine lange Reihe. Ich war nervös, denn das war eine wirklich große Sache. Es könnte so viel schief gehen.
„Lass meine Hand nicht los, egal was passiert“, bat Leinar mich eindringlich. Er hörte sich so besorgt an.
„Mach ich nicht“, versprach ich ihm und drückte seine Hand fester. Ich wollte ihm zeigen, dass ich es ernst meinte. Meine andere Hand hielt die meines Vaters. Sie war warm und er hatte einen angenehmen Händedruck. Nicht zu lasch und nicht zu fest.
Cam hielt die Hände von seinen Enkeln Corly und Renn wie die eines Rettungsankers. Ich erinnerte mich an Tiljans Warnung. Ich durfte ihn nicht aus den Augen lassen, aber ob mir das gelang, konnte ich nicht wissen. Jetzt musste ich mich erst mal voll konzentrieren, um zum Lebenssee zu gelangen. Um Cam konnte ich mich später kümmern. Ich schloss fest die Augen und konzentrierte mich auf den See.
„Jetzt!“, gab mein Vater das Kommando. Ich dachte weiter ganz fest an den Lebenssee und hielt Leinar und Lunars Hände noch fester. Ich spürte plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen und dann fühlte es sich an, als würde ich ziemlich lange schweben. Ich sah keine Farben. Nur das weite Nichts. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis mein Vater seine Stimme erneut erhob. Seine Anweisung lautete folgendermaßen: „Ihr könnt die Augen wieder aufmachen.“
Ich hatte erst gar nicht mitbekommen, dass es ein Befehl war, dass wir die Augen schließen sollten. Ich hatte es einfach getan. Automatisch. Ich wollte das Nichts nicht sehen müssen.
Jetzt öffnete ich die Augen jedenfalls wie-der und konnte erst gar nicht wirklich registrieren, was ich da sah. Es wirkte, als seien wir in einer völlig anderen Welt angekommen und vermutlich waren wir das auch. Der Himmel war hell und dunkel zugleich. Etwa wie bei Wolkenwetter, wenn die Wolken düster wa-ren, aber sich trotzdem noch blaue Stellen am Himmel zeigten oder die Sonne sich sogar einen Weg ins Licht bahnte.
Die Sterne und die Sonne teilten sich den Himmel und die Sterne reichten bis zum Boden. Das wirkte seltsam, da Sterne so nicht sein sollten. Aber irgendwie sah es auch schön aus, weil es so anders war. Die Luft war gleichzeitig warm und kalt. Als könnten die Temperaturen sich nicht entscheiden, wie das Wetter am Lebenssee sein sollte. Die Farben wirkten kräftiger wie ein ganzes Meer aus Farben mit einem leuchtenden Tönen und vor uns erstreckte sich ein riesiger See, der in der Ferne verlief. Er schien unendlich zu sein und auf ihm waren unzählige Kerzen verteilt. Das Wasser war wellig wie bei einem kräftigen Sturm, doch die Kerzen bewegten sich dabei kein Stück. Der See war umrundet von einer schlichten grünen Wiese, die aussah wie eine glatte Schneedecke, nur ohne Schnee.
Ich hatte geglaubt unzählige Wächter müss-ten den See schützen, aber gerade entdeckte ich keinen Einzigen. Es war mucksmäuschenstill. Man hörte wirklich gar nichts. Kein einziges Geräusch. Nicht mal ein Vogelzwit-schern. Das fand ich irgendwie unheimlich. Unnatürlich.
Hier spürte ich die Magie stärker als überall sonst, wo ich je gewesen war. Meine Haut leuchtete hier stärker denn je, obwohl ich das mittlerweile eigentlich recht gut unter Kontrolle hatte. Doch hier schien mein Abschaltmechanismus nicht mehr zu funktionieren. Diese Welt um den Lebenssee wirkte einfach voller Magie und sehr sternenhaft.
Leinar hielt noch immer meine Hand fest, während mein Vater meine andere Hand losgelassen hatte. Doch ich war froh, dass Leinar so nah neben mir war. Ich kam mir in dieser fremden Welt so seltsam verloren vor. Nur Leinar konnte dieses Gefühl bremsen. Er war für mich der Inbegriff von zu Hause gewor-den. Wo er war konnte ich ohne weiteres leben.
„Sind wir außerhalb oder innerhalb des Schutzwalls?“, unterbrach Lunar die gespenstige Stille mit seiner klangvollen angenehmen Stimme. Ich zuckte zusammen, weil sie so laut war in der Stille. Leinar drückte meine Hand fester.
„Innerhalb“, erklärte Cam. „Die Wächter wussten, dass wir kommen. Also konnten sie einen Zauber aussprechen, damit wir hierher gelangen konnten.“
Plötzlich erschien auf der Wiese ein unglaublich helles Licht und daraus traten zwei wunderschöne Gestalten. Ich war verwirrt, weil das ebenfalls so unnatürlich wirkte. Als wenn ein Engel direkt aus dem Himmel auf die Erde kämen.
Camerons Augen weiteten sich und er rief erfreut:“ Lilien? Corentin?“ Er schien mehr als überrascht zu sein, obwohl er doch wissen musste, dass sie hier waren.
Das also waren Corentin und Lilien. Lilien trug ein wunderschönes weißes Kleid. Es ließ sie so rein und makellos wirken wie ein echter Engel. Sie hatte die blasseste haut und die hellblondesten Haare, die ich je gesehen hatte.
Corentin trug ein weißes Leinenhemd und eine weiße Jeans. Auch er wirkte rein und unberührt. Irgendwie magisch, doch er hatte schwarzes Haar. Gab es Engel mit schwarzen Haaren? Ich stellte sie mir immer blond vor.
Beide waren Barfuß. Ihre Schönheit blen-dete uns fast. Sie schienen von innen heraus zu leuchten. Lilien hielt Corentins Hand als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt. Selbst auf dem ersten Blick konnte ich leicht die tiefe Verbindung spüren, die beide miteinander verband.
„Dad!“, rief Lilien ebenfalls erfreut und warf sich ihrem Vater in die Arme. Die beiden waren offensichtlich überglücklich sich zu sehen.
„Oh Lil, meine Lil! Ich hab dich so ver-misst.“ Cameron seufzte und Lilian legte ihren Kopf an die Schulter ihres Vaters.
„Ich dich auch. Ich merke erst jetzt wie sehr.“ Die Wiedersehensszene war einfach nur herzzerreißend.
„Hallo Cameron“, begrüßte Corentin nun seinen Schwiegervater und strahlte ihn an. „Es ist lange her.“ Er wirkte ruhiger und eleganter als Lilian, aber nicht unsympathischer.
„Viel zu lange“, nickte Cameron und um-armte auch ihn herzlich.“ Offenbar mochte Cameron ihn wirklich.
„Mom, Dad?“, fragte Corly nun mit Tränen in den Augen und lief auf ihre Eltern zu. Das ließ sie wie ein junges Mädchen wirken. Renn und Lim folgten ihrer Schwester. Erst jetzt konnte ich sehen wie ähnlich sich die beiden Männer eigentlich sahen und auch ihrem Va-ter. Das war mir vorher gar nicht aufgefallen. Ohne den Vergleich mit Corentin war es mir wohl nicht möglich gewesen.
„Oh, meine Süßen!“, strahlte Lilien über-glücklich und nahm alle drei Kinder gleichzeitig in ihre Arme. Danach umarmten sie auch ihren Vater. Es war etwas verwirrend, dass Corentin und Lilien fast jünger aussahen als die drei. Es wirkte eher als seien sie gute Freunde.
Nachdem sie sich wieder voneinander ge-löst hatten, winkte Renn uns heran. An seine Eltern gewandt zeigte er auf uns: „Darf ich euch meine Tochter Linnie vorstellen, ihren Mann Lunar und ihre Tochter Mianna? Lunar ist der Sohn von Theodora. Sie müsstet ihr ja kennen.“
„Lunar, du hast kein Sternenblut in dir, oder?“, fragte Lilien meinen Vater zunächst.
„Nein, das hab ich nicht.“
„Wie kannst du dann hier sein?“, wollte sie wissen.
„Ich bin der aktuelle König des Feenlandes und Linnie und ich haben eine gemeinsame Tochter, wie Renn eben schon sagte.“ Er zeigte auf mich. Ich fragte mich, was es mit mir zu tun hatte, dass er hier sein konnte.
Lilien schien es dagegen zu wissen. Sie mus-terte mich neugierig. Dann sah sie wieder Lunar an. „Ah, ich verstehe. Die Blutsmagie von Königspaaren ist besonders stark heißt es.“
„Genau und mit einer Tochter mit Sternen-blut sogar noch stärker“, bestätigte Lunar lächelnd.
„Und Mum, Dad! Darf ich euch auch mei-nen Enkel Leinar vorstellen?“, mischte sich jetzt Lim ein.
„Oh, hallo Leinar. Es ist schön euch alle kennen zu lernen“, lächelte Lilien glücklich. Leinar wirkte etwas nervös. Das lag wohl an den vielen Leuten. Er hatte sich verändert, aber gewisse Eigenschaften blieben nun mal.
Mein Vater antwortete für uns alle: „Es freut uns auch euch kennen zu lernen.“ Und da hatte er vollkommen Recht. Ich freute mich wirklich Lilien und Corentin kennen zu lernen und konnte kaum glauben, dass sie vor uns standen.
„Ich freu mich natürlich auch euch alle kennen zu lernen“, beeilte sich Corentin zu sagen und musterte mich dabei besonders ein-gehend. Bisher war er ziemlich still gewesen. Ich fragte mich, warum er mich so ansah. Als würde er irgendetwas wissen.
„Und wer ist da noch bei euch?“, fragte Li-lien neugierig. Ihre Stimme klang nicht nur nach Gesang, sie war wie richtige Musik.
Fiann Nike trat nun vor und strahlte Lilien an. „Hallo Cousine.“
„Fiann Nike!“, rief Lilien erfreut und um-armte ihre Cousine herzlich. Diese erwiderte ihre Umarmung.
„Ja! Und das sind meine Söhne. Kenian, Nelson und Alexis.“ Sie zeigte nacheinander auf die drei Männer. Kenian war tatsächlich der große Blonde, Nelson der Rothaarige und Alexis der Schwarzhaarige. Hatte ich also doch Recht gehabt.
„Schön euch kennen zu lernen.“ Lilien nickte ihnen zu und auch Corentin begrüßte auch sie.
„Wir freuen uns auch“, versicherte Kenian ihr.
„Ich fasse nicht, dass ihr alle hier seid. Mein Vater, meine Kinder, meine Enkel und Urenkel und meine Cousine und ihre Söhne. Es ist einfach unglaublich.“ Lilien sah die genannten Personen nacheinander an.
„Ja, es ist wirklich unglaublich und ich möchte unsere Zusammenkunft bestimmt nicht beenden, aber wir dürfen auch nicht vergessen wieso wir hier sind“, erinnerte Cameron seine Tochter. Die Müdigkeit, die ich bei ihm kennen gelernt hatte, war wie weggeblasen, seit er Lilien wieder gesehen hatte.
„Natürlich, du hast Recht. Dann kommt mit, lasst uns reden.“ Lilien führte uns vom See fort, doch Corentin hielt mich zurück.
„Kann ich kurz mit dir reden, Mianna?“
Ich sah den anderen besorgt hinterher, aber er versicherte mir schnell: „Keine Angst, ich kenne den Weg genau so gut wie Lilien.“
„Na gut.“ Wir blieben also wo wir waren. Ich war unsicher. Was wollte er von mir?
„Was hat Tiljan dir erzählt?“, fragte er mich ohne Vorwarnung. Ich war etwas überrumpelt.
„Woher weißt du davon?“, wunderte ich mich.
„Ich spüre so was“, erklärte er mir. „Seit ich fast gestorben wäre spüre ich sowas.“
„Ich darf nicht darüber reden. Ich hab es ihm versprochen“, erklärte ich. Tiljan hatte es mir eingetrichtert.
„Bei mir ist das schon in Ordnung“, versicherte er mir. „Er ist mein Onkel, vertrau mir.“
„Aber ich kenne dich gar nicht.“ Ich hatte schon das Gefühl, dass ich ihm trauen konnte, aber ich hatte Tiljan versprochen mit Niemanden darüber zu reden. Das Versprechen musste ich doch halten, oder?
„Ich weiß, aber du kannst mir vertrauen, wirklich.“ Er strahlte seine Energien nach mir aus und ich spürte, dass Tiljan nichts dagegen hatte, dass ich es ihm erzählte. Es war so ähn-lich wie bei der Fähigkeit meines Vaters, dass ich einfach wusste, dass er mich liebte durch eine einzige Berührung. Ich erzählte ihm also, was Tiljan mir gesagt hatte.
„Feuermagie?“, fragte Corentin überrascht, als ich geendet hatte. „Sie ist uralt und sehr mächtig. Ich dachte sie wäre längst ausgestor-ben.“
Ich zuckte mit den Achseln. „Es ist halt meine besondere Fähigkeit.“
Corentin nickte. „Stimmt. Und er hat wirk-lich gesagt, dass Cam verletzt werden könnte und dass Cam die Angreifer kennt?“
„Ja hat er“, nickte ich bestätigend.
Corentin schien nicht sehr überrascht davon zu sein. „Ich hab das schon vermutet. Ich hab nämlich so eine Vermutung, wer die Angreifer sind.“
„Teilst du deine Vermutungen mit mir?“, bat ich ihn. Immerhin hatte ich ihm auch von Tiljans Visionen erzählt. Das war nur fair, oder?
„Natürlich. Ich hab Majenna und Felicitas in Verdacht, aber ich weiß nicht, wie sie so mächtig werden konnten und das beunruhigt mich“, gestand er mir.
„Du liegst richtig mit deiner Vermutung, denke ich“, bestätigte ich ihm. „Wie gesagt, Tiljan sagte Cam kennt sie. Majenna war Ro-nars Frau und Felicitas war mal mit Cam zu-sammen, oder? Sie hätten also beide ein Motiv für den Angriff. Tiljan erzählte mir noch, dass der Königssohn der Zwerge unter den Angrei-fern wäre, Mion oder so.“
„Ah, das erklärt einiges“, nickte Corentin. „Zwergenmagie ist stark und die von Zwergenherrschern noch stärker. Er könnte der Grund sein wieso die beiden hier sein können.“
„Aber es hieß, dass es vier Angreifer sind. Wer ist der Vierte?“, fragte ich.
„Ich habe keine Ahnung“, gestand Corentin mir. „Und den Grund kenne ich auch immer noch nicht.“
„Hm“, machte ich nur ratlos.
„Hör zu, du darfst Niemanden von unserer Unterhaltung erzählen. Das muss unter uns bleiben. Ich weiß nicht mal, ob ich es Lilien erzählen werde. Vermutlich nicht die ganze Wahrheit. Cam ist ihr Vater. Sie würde sich nur Sorgen machen.“ Corentin sah mich ziemlich eindringlich an. Ihm schien das auch nicht zu gefallen, aber er hielt es wohl für notwendig.
„Ok, klar. Von mir erfährt Niemand etwas.“, versprach ich ihm.
„Übrigens find ich das mit Leinar und dir ganz toll“, bemerkte Corentin dann plötzlich.
„Ähm, danke?“ Ich wusste wirklich nicht, was ich dazu sagen sollte. War das so offensichtlich, dass wir zusammen waren?
Als hätte er meine Gedanken gelesen, erklärte er mir: „So was spüre ich auch.“
„Ach so.“ Nicht gerade einfallsreich, aber immerhin.
„Komm, lass uns zu den anderen gehen. Nicht, dass sie uns noch suchen müssen“, entließ er mich dann und führte mich zu meinen Mitreisenden. Irgendwie schüchterte Corentin mich ein, aber ich mochte ihn auch. Er hatte was Geheimnisvolles, Mächtiges an sich. Ich konnte verstehen, was Lilien an ihm fand.

Kapitel 21 Ankündigungen

– Es gibt viele Wege Karriere zu machen,
aber die sicherste ist immer noch,
in der richtigen Familie geboren zu werden.-

Donald Trump US-Amerikanischer Unternehmer

Als ich die Mädels gerade entdeckt hatte, erschienen plötzlich viele Stühle im Saal. Dort wo die Leute standen. Wir sollten uns wohl hinsetzen. Ich suchte den Raum nach Leinar ab, aber er schien in der Menge verschwun-den zu sein. Auf der Bühne versammelten sich alle Lehrer. Seufzend drehte ich meinen Stuhl zu der Bühne und setzte mich.
Lady Meisold trat aus der Menge der Lehrer hervor und erhob ihre Stimme, ohne ein Mikrophon zu gebrauchen.
„Liebe neuen und alten Schüler. Ein neues Schuljahr beginnt. Vorweg möchte ich ein paar Ankündigungen für unsere Neuen machen:
Der erste Schultag beginnt erst übermorgen. Morgen habt ihr ein wenig Zeit, um euch schon mal etwas in un-seren Alltag einzugewöhnen. Das erste halbe Jahr dürft ihr das Schulgelände aus Sicherheitsgründen nicht verlassen und danach ein weiteres halbes Jahr nur mit Aufsicht. Nach einem Jahr könnt ihr euch nahezu unbegrenzt bewegen. Ansonsten ist es euch nicht erlaubt sich in an-deren Türmen aufzuhalten. Ihr könnt euch zu Schulprojekten im großen Gemeinschaftsraum im Hauptgebäude des Schlosses treffen oder auch zu privaten Treffen.
Viele Schulen haben unzählige Regeln, die bei Ver-stoßen bestraft werden. Bei uns gibt es nur diese Regeln und dass ihr pünktlich zum Unterricht kommen müsst. Ansonsten dürft ihr euch ziemlich frei auf dem Schulge-lände bewegen. Jeder Turm hat übrigens seinen eigenen Speisesaal, wo die Hauptmahlzeiten eingenommen wer-den. Die Essenszeiten stehen an dem Brett an der Wand vor den Sälen.
Die Unterrichtseinheiten werden auf die verschiede-nen Städte aufgeteilt. So werden die Bewohner von Raubit im vierten Stock im Hauptgebäude unterrichtet. Eure Lehrer sind Cameron, Sena und Morley. Die Tin-demuer werden im fünften Stock von Dieke, Nele und Theodora unterrichtet. Die Feen aus Zaall und und von Landford sind im linken Seitenflügel des vierten Stockes. Eure Lehrer sind Tiljan, Assja und Celina, sowie Corly, Renn und Lim. Und die Schüler von Bibasty haben ihren Unterricht im Freien ihre Lehrer sind Austin, Hailey und Nouriell. Als letztes gibt es noch die Schüler von Simheg. Sie werden unten im tiefsten Keller unterrichtet von Larielle, Anastus und Delyan.“
Das überraschte mich in vielerlei Hinsicht. Soweit ich mich an die Geschichte erinnerte, waren Corly und ihre Geschwister im Laufe der Zeit verschwunden und jetzt unterrichteten sie hier? Außerdem war Renn doch dem-nach mein Großvater. Niemand hatte mir erzählt, dass die Kinder von Lilien und Corentin noch lebten oder gar hier waren. Andererseits war ich auch noch nicht lange hier und wusste nicht wer hier ein und ausging. Lim sagte mir aber auch irgendwas. Ich erinnerte mich nur nicht mehr dran. Ich wusste nur noch, dass er der Bruder meines Großvaters war.
Der zweite Punkt war Leinars Mutter. Sie musste da oben stehen. Ob Leinar das auch bewusst war? Natürlich blieben manche Namen von Lehrer unbenannt, so viele wie da standen. Aber eine davon musste sie sein. Was empfand Leinar wohl bei dem Gedanken an seine Mut-ter? Erneut sah ich mich nach Leinar um, entdeckte ihn aber immer noch nicht.
„Ich denke, das war es erst mal von meiner Seite. Alles andere wird sich mit der Zeit klären. Jetzt gebe ich das Wort an Corly weiter.“
Lady Meisold trat zurück und eine wunderschöne Frau mit blonden, langen Korkenzieherlocken, einem ab-solut lieblichen Gesicht mit sehr sanften Zügen, hellen blauen Augen und einer spitzen Nase, nahm ihren Platz ein. Durch ihre Haare zogen sich vereinzelt schwarze Strähnen. Sie war groß und schlank und trug ein himmel-blaues Kleid mit goldenen Sternen drauf.
„Ich freue mich, euch hier willkommen zu heißen“, begrüßte sie uns mit der sanftesten Stimme, die ich je gehört hatte. „Im Laufe des Jahres wird es einige Highlights geben, die zur gegebenen Zeit angekündigt werden. Eins möchte ich aber schon vorweg bekannt geben. Erst heute Abend hab ich eine Nachricht von König Lunar und Königin Linnie erhalten. Sie wollen ihr Versteck nun aufgeben und bis auf weiteres in der Schule leben. In drei Wochen sollen sie hier sein. Anlässlich ihres Kommens werden wir ein Fest veranstalten mit einem Ritterturnier am Ende. Ähnlich wie es früher Brauch war. Da war die Rittergilde legendär, aber mit der Zeit ist sie in Vergessenheit geraten. Dabei ist ihr Gründer durchaus noch unter uns. Bei besonderen Anlässen waren diese Ritterturniere jedenfalls damals gängig. Ältere Schüler und Lehrer dürfen sich dafür gerne melden.“
Ich fragte mich, wer der Gründer dieser Gilde war.
Ein Raunen ging durch die Menge. Nicht mal Lady Meisold schien davon gewusst zu haben. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Meine Eltern würden hier in die Schule kommen?
Fürst Cameron und Fürst Tiljan traten jetzt neben Corly. Sie nickte Cam liebevoll lächelnd zu. Ich musste mir in Erinnerung rufen, dass er ja Corlys Großvater war.
„Da ich der Gründer der Rittergilde bin, bin ich zu-sammen mit Tiljan einer der Organisatoren des Turniers. Wenn ihr also Fragen habt, wendet euch bitte an mich oder dem komischen Fürsten an meiner Seite.“ Tiljan warf ihm einen bösen Blick zu, aber er musste sich das Lachen verkneifen. Cameron fuhr fort: „Die älteren Schüler kennen mich zwar, aber am besten ich stelle mich für die Neuen auch noch mal vor. Ich bin Fürst Cameron, aber mittlerweile werde ich nur noch Cam genannt.“
Da hatte ich meine Antwort ja schon. Ich hätte es mir denken können.
Einige AHs und OHs waren in der Menge zu hören.
Dann Corly ergriff noch einmal das Wort: „Wie ihr wisst, gibt es verschiedene Freizeitveranstaltungen zu den Be-reichen Sport, Kunst, Musik und weiteren Themen. Wenn ihr Interesse daran habt, guckt am schwarzen Brett nach. Es hängt vor der Cafeteria im Hauptgebäude. Gebt mir oder meinem Bruder Renn Bescheid.
Damit zogen sich Cameron und Corly zurück und Lady Meisold übernahm erneut das Wort.
„Ich denke alles Weitere klären wir, wenn es so weit ist. Jetzt lasst das Fest beginnen und habt Spaß.“
Die Leute klatschten, die Musik setzte wieder ein und als wir aufstanden, verschwanden die Stühle wieder.

Die Legenden

Es waren einmal zwei Fürsten. Sie waren miteinander befreundet und lebten beide schon sehr lange.

Der erste Fürst hatte seine Königin verloren. Er liebte sie so sehr und sie fehlte ihm so sehr. Lange musste er vor seiner Tochter geheim halten, wer er wirklich war. Als sie es erfuhr, war sie glücklich, denn endlich war sie adelig und durfte mit dem Jungen zusammen sein, den sie liebte. Der Fürst unterrichtete nun zu Zeiten von dem Mädchen und dem Jungen an der Zauberschule in der Menschenwelt. Er war der Urgroßvater des Mädchens und gab ihm Privatunterricht.

Der zweite Fürst war witzig und hatte immer was zu scherzen. Auch er war jetzt Lehrer an der Zauberschule. Er war der Bruder des einstigen Königs der Zauberwelt und unterstützte das Mädchen, wo er nur konnte.

Eigentlich waren beide Fürsten Vorfahren von dem Mädchen und dem Jungen, denn der Großvater des Mädchens und der Großvater des Junges sind Brüder.

Es gibt natürlich auch noch andere Legenden, aber diese beiden hier hab ich auch als Legenden in meiner Geschichte bezeichnet.