Etüde 7 – 2020: Extraetüde: Auf dem Dachboden

Heute gibts die Extraetüden und ich bin mit dabei. Unter anderen mit meinen Wörtern.

Extraetüden 14.20 | 365tageasatzaday

Sonnenuntergang, warm, fliegen
Forsythien, lächerlich, erfrieren.

Auf dem Dachboden

Es war warm und fast Abend. Ich wollte gleich raus und mir am Meer den Sonnenuntergang ansehen. Jetzt ging ich aber erst noch mal auf den Dachboden einige Sachen entrümpeln. Also stieg ich die Treppen hinauf und tauchte in den Traum eines jeden Dachbodenbesitzers ein, auch wenn es hier tierisch warm war.

Hier oben gab es allerlei Kram der irgendwann mal abgestellt wurde. Ich wühlte mich durch die Kisten und fand unter anderen einen alten Teddy, alte Bücher, anderes Spielzeug und vieles mehr. Hier oben hatte ich immer das Gefühl als könnte ich fliegen.

Ich liebte es hier hoch zu kommen und kramte immer wieder gerne in meinen Sachen. Doch was war das? Dort lag ein Gegenstand, den ich nicht kannte. Er hatte die Farbe von Forsythien und wirkte unförmig und klein. Ich hob es auf und merkte die Veränderung fast sofort. Ich fühlte mich plötzlich frei und als würde ich schweben. Plötzlich stand ein kleines Menschlein vor mir. Er sah ein bisschen lächerlich aus mit seinem übergroßen Hut und der blauen Haut.

„Nanu, wer bist denn du?“, fragte ich das kleine Männlein.
„Ich bin Hermi. Komm mit mir“, forderte er und reichte mir seine Hand.
„Wohin?“, fragte ich ihn verwirrt.
„Auf eine lange Reise ins Nirgendwo“, antwortete er. „Ins Reich der Magie und ins Reich des Eises und ins Reich des Zaubers.“
Ich stutze kurz, aber irgendwie war das verlockend. Dennoch hatte ich eine Bitte. „Können wir das Reich des Eises auslassen. Da werde ich ja erfrieren.“
Das kleine Männlein lachte auf. „Erfrieren? Im Reich das Eises kann man nicht erfrieren. Man verbindet sich mit dem Eis.“
„Was ist denn das für eine komische Welt?“, fragte ich irritiert.
„Meine Welt. Und jetzt komm.“ Er wedelte energisch mit seiner Hand.
„Warte mal“, hielt ich ihn zurück. „Warum sollte ich mit dir kommen und warum ich? Ich kenne dich doch gar nicht. Auf einmal wurde ich misstrauisch. Ich träumte bestimmt nur.

Der kleine Mann verdreht die Augen und griff einfach nach meiner Hand und dann spürte ich es. Ich spürte die Magie in mir und die Welt, die mich erwartete. Meine Welt. Ich war die Magie und die Magie war in mir. Also musste der Sonnenuntergang wohl warten. Ich wurde in eine viel interessante und umfangreichere Welt gerufen. In eine Welt voller Magie und Kreativität. Diese Welt wollte ich auf keinen Fall verpassen. Also folgte ich den kleinen Mann und erlebte viele Wunder und auch die große Liebe. Ich hatte mich eindeutig richtig entschieden. In diese Welt gehörte ich und die Welt gehörte zu mir. Wer brauchte schon Sonnenuntergänge, wenn er Magie haben konnte?

Ende

Und was meint ihr?

Etüden 3: Der alte Teddy

 

Und wieder gibts die Etüden mit einer Schreibeinladung von Christiane. Ich warwieder mit dabei. Auch wenn mir erst nichts dazu einfiel.

abc.etüden 2019 10+11 | 365tageasatzaday

Eigentlich ging ich jeden Tag eine Stunde spazieren. Doch heute war das Wetter gar nicht schön. Leichter Nieselregen patschte gegen die Fenser und es war eisig kalt. Also musste ich mich mit anderen Dingen beschäftigen. Ich beschloss mal wieder oben auf dem Dachboden nachzusehen. Hier war ich schon einige Zeit nicht mehr gewesen und sicher hatte sich einiges angesammelt. Puh, war das hier oben staubig und dunkel. Ich schaltete erst mal das Licht ein. Wow, hier sollte ich wirklich mal wieder aufräumen. Hier stand ja alles voll. Ich schaute in einige Kisten rein und lächelte, weil dabei Erinnerungen hoch kamen.

Ich hielt meinen alten Teddy in meiner Hand. Ich hatte ihn immer überall mit hingeschleppt.  Ich strich ihm über das Fell. Er war so schön weich. Ach, mein süßer alter Teddy. Jetzt sah er nur noch die Kiste des Dachbodens. Eigentlich sah er da gar nichts mehr, weil es so dunkel war. Dachte ich zumindest.

Aber dann wurde ich überrascht. Plötzlich war es als würde mein alter Teddy wieder zum Leben erwachen. Er bewegte die Arme und Beine und wand sich aus meinen Armen. Dann taperte er fröhlich durch den Dachboden und verbreitete das reinste Chaos. Ich traute meine Augen kaum. Ich musste mich irren. In was für einen Film war ich denn jett geraten? Ich versuchte ihn einzufangen, aber er lief imer wieder von mir davon. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich rief ihn zu mir. Besser ich nahm ihn mit nach unten. Wer wusste schon so genau, was er sonst so anstellte? Seitdem saß er auf dem Wohnzimmerschrank und ich fühlte mich besser dabei. Mein alter Teddy gehörte wieder zu mir.

 

So, da ist mir doch noch was eingefallen. Hätte ich nicht gedacht. Was meint ihr zu dem Text?