GemeinsamLesen 152: Mit Nicola Yoon – Ein einziger Tag für die Liebe

Heute gibts wieder GemeinsamLesen und ich bin wieder mit dabei.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese aktuell dieses Buch und bin auf S. 196.

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2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Darauf liegen ein Mikrofon, eine kompliziert aussehende Fernbedienung und ein dickes Buch auf dem „Liederauswahl“ steht.
 
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ehrlich gesagt sagt der Klappentext nicht viel über die Geschichte aus. Er irritiert eher. So ging es mir zumindest. Ich hätte bei dem Klappentext was ziemlich anderes erwartet. Ich find die Geschichte persönlich ziemlich unsympatisch. Die vielen positiven Stimmen kann ich so gar nicht wirklich verstehen. Ich werde mit keinem Charakter warm und finde die eher unsymapatisch. Das Hauptpärchen erreicht mich auch so gar nicht. Ich finde das alles so belanglos und langweilig. Und diese ganzen Zwischenkapitel von alles und jeden hätte man sich auch sprachen können. Aber ich kriege es diesen Monat noch durch. Dabei fand ich Du neben ihr von ihr total super. Schade. Man kann sich eben nicht verlassen, dass wenn eine Autorin ein gutes Buch hat nicht auch noch andere gut sind. Ich bin echt enttäuscht. Der Klappentext lässt auch was ganz anderes erwarten. Mein nächster Flop. Momentan ist echt der Wurm drin.

4. Bookboyfriends, OTPs, shippen: Ist das was für dich, und wenn ja: für welchen Buchmann/für welches Paar schlägt dein Herz? Wenn nein: warum nicht?
(Hauntedcupcake)

Oh, das ist ja eine Frage für mich. Auf sowas steh ich ja. Ich shippe gerne. Und es gibt so viele tolle Charkatere.

Meine Top 5 sind aktuell:

Holder – Colleen Hoover – Hope forever (Stellvertretend für alle anderen Hoover-Männer)
Luca – Laura Kneidl – Berühre mich nicht
Issac – Mona Kasten – Feel Again
Lee – Sandra Regnier – Pan
Tucker – Cynthia Hand – Unerathly

Top 3 Paare:

Tucker und Clara – Unerathly
Isaac und Sawyer – Feel Again
Jared und Mel – Seelen

Und wie würdet ihr heute antworten?

Kapitel 9 Ein weiteres Spiel

– Grüble nicht über das nach, was du nicht ändern kannst.
Es wird deinen Schmerz nur verschlimmern. –

Christopher Paolini Eragon3 Die Weisheit des Feuers

Als ich erwachte, waren die meisten Betten wieder in Sofa umgewandelt worden. Das Bett von Leinar allerdings noch nicht. Er schlief noch immer. Er sah dabei so süß und friedlich aus, ohne sein sonst so nachdenkliches Gesicht. Als hätte er gespürt, dass er beobachtet wurde, wachte er auf und setzte sich kerzengerade auf. Seine schwarzen Haare standen in alle Richtungen ab, aber das stand ihm ausgezeichnet. Er sah zu mir und schenkte mir ein leichtes Lächeln, wohl zur Erinnerung daran, dass er letzte Nacht nicht vergessen hatte. Irgendetwas hatte sich gestern am Panoramafenster zwischen uns verändert, was mich freute. Also lächelte ich zurück.
Dann entdeckte Sophann neben mir, dass ich auf war. Sie saß schon auf ihrem Sofa. Damit war der vertraute Augenblick zwischen mir und Leinar vorbei. Er stand ohne ein weiteres Wort auf und ging ins Bad, wo wir alle unser Gepäck deponiert hatten. Sein Bett verwandelte sich vor meinen Augen in die Couch zurück. Ich konnte mich immer noch nicht ganz an den Anblick gewöhnen.
„Hey, du Schlafmütze“, begrüßte Sophann mich und ich wandte mich ihr zu. Sie wirkte etwas hibbelig. „Das war ein Tag, oder? Ich hab mich ja gestern mit Lily un-terhalten. Kannst du dir vorstellen, dass sie Wolken beliebt zur Seite schieben lassen kann? Ist das nicht unglaublich?“
„Sophann!“, schalt ich sie. „Sollte das Gespräch nicht unter euch bleiben? Deswegen sind sie doch schließlich verzaubert.“ Dennoch versuchte ich mir vorzustellen wie Lilys Gabe funktionieren sollte.
Sophann seufzte übertrieben. „Du solltest dich wirk-lich langsam an Sophie gewöhnen. Je eher desto besser. Okay, ich erzähl ja schon gar nichts mehr.“ Sophann zog eine Schnute, aber wirklich beleidigt wirkte sie nicht.
Grinsend ging ich ins Bad. Es gab keine Absperrung für Jungen und Mädchen. Leinar war da, aber er hatte sich schon umgezogen. Statt einem blauen Schlafanzug trug er jetzt eine enge schwarze Jeans und ein enges wei-ßes Langarmshirt, was ihm ausgesprochen gut stand. Auf Schuhe verzichtete er allerdings immer noch. Das ließ mich lächeln.
Da er noch im Bad war, beschloss ich erst mal Zähne zu putzen. Ich kramte in meinem Koffer nach meinem Zahnputzzeug, während er mir mit seiner sexy Stimme „Guten Morgen“ wünschte.
Auch ich begrüßte ihn mit „Guten Morgen“, kramte aber weiterhin in meinen Sachen. Als ich endlich alles hatte und mich zu ihm gesellte, merkte ich wie er mich anstarrte.
„Ist was?“, fragte ich ihn verwirrt.
„Deine Haare sehen ziemlich interessant aus.“ Er grinste schelmisch.
Ich wagte einen Blick in den Spiegel und bereute es sofort. Mein rotes Haar lag ziemlich wild um meinen Kopf. Es war lang, dick und meistens nicht zu bändigen. So schlimm hatte es allerdings noch nie ausgesehen.
„Oh verdammt! Ein Kamm wäre wohl besser gewe-sen“, fluchte ich. Ich stellte mein Zahnputzzeug beim Waschbecken ab und wollte noch mal zu meinem Koffer, doch Leinar hielt mich davon ab, indem er sanft meine Hand nahm.
„Nein, ich mag deine Haare so.“
„Ja klar.“ Ich rollte mit den Augen und wollte trotzdem zu meinem Gepäck, doch er berührte schnell meine Haare und ich bemerkte, dass irgendetwas mit ihnen passierte. Als ich anschließend in den Spiegel sah, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Irgendwie hatte er durch seine Berührung mein Haar gestylt und glänzender gemacht. Es lag jetzt sanft um meine Schultern und pass-te zum ersten Mal perfekt zu meinem Gesicht. Verwirrt guckte ich ihn an. „Wie hast du das gemacht?“
„Es ist eine Gabe von mir. Ich kann Haare perfekt stylen. Ich muss sie nur berühren und mir vorstellen, wie ich sie haben möchte. Aber bisher hab ich das nur bei mir gemacht.“
Deswegen sah er immer so perfekt aus. Dann erinnerte ich mich an meine Manieren und bedankte mich bei ihm.
„Gern geschehen.“ Er lächelte sein unglaubliches Lächeln. Dann stellte er sein Zahnputzzeug zur Seite und sagte: „Ich denke, ich sollte dich jetzt besser allein lassen, damit du dich anziehen kannst.“
„Okay“, war das einzige, was ich sagen konnte. Dann verließ er das Bad. Ich starrte ihm hinterher. Er war gar nicht so still wie alle sagten. Kopfschüttelnd putzte ich meine Zähne und zog mir ein rötliches Sommerkleid mit leichtem Ausschnitt an.
Jeder hatte hier sein eigenes Waschbecken und meines war neben Leinars und Sophanns. Sie waren mit Namen versehen. Die Wände des Bades waren blau und die Waschbecken selbst weiß. Sogar Duschen gab es.
Ich verließ das Bad und setzte mich wieder auf mein Sofa. Das Frühstück wartete…
Es gab jede Menge Auswahl, aber ich entschied mich für ein ganz normalen Toast mit Erdbeermarmelade und ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Während des Frühstücks erklang wieder die Stimme aus dem Laut-sprecher.
„Guten Morgen, liebe Fahrgäste und Herzlich willkommen, liebe dazu gestiegene Fahrgäste aus Zaall. Die Fahrt verlief bisher plangemäß. In zwei Stunden erreichen wir die nächste Stadt Tindemu und heute Abend gegen achtzehn Uhr dann Landford. Auf den Bildschirmen erhalten Sie Anweisungen für das heutige Kennen-Lern-Spiel für den Nachmittag. Danach zeigen wir den ersten Bericht über die Menschenwelt. Das Team vom magischen Zug wünscht Ihnen weiterhin eine angenehme Reise.“
Die Proportionen von unserer Welt waren anders als von der menschlichen Welt. Bei uns gab es keine Länder und fast alle Städte lagen weit entfernt. Um Raubit rum gab es höchstens kleinere Orte, denn Raubit an sich war schon ziemlich groß und weitläufig. Raubit war etwa so groß wie die menschliche Stadt Tokio. Die anderen größeren Städte ungefähr so wie London, mal größer und mal kleiner.
Jedenfalls verstummte die Stimme wieder und auf dem Bildschirm erschien die Anweisung. Wir sollten diesmal in Zweierteams Bewohner aus anderen Städten kennenlernen. Wir sollten selbst Fragen vorbereiten und sie uns dann auf Kärtchen notieren. Darunter standen die Teams.

Neal und Mia = Ariella und Antonia aus Zaall
Sophie und Lily = Rena und Julian aus Tindemu
Emma und Robin = Jonas und Finn aus Landford
Justin und Sören = Sanna und Marleen aus Zaall

Oha! Ich würde mit Leinar zusammen arbeiten und wir sollten die Mädels Ariella und Antonia kennenlernen. Dazu werden wir in den Wagen der Mädchen gehen. Leinar mit drei Mädels? Nun denn …
Als Emma las, dass ich mit Leinar zusammen arbeiten würde, zwinkerte sie mir verschwörerisch zu. Sie konnte ja nicht ahnen, dass ich bereits Kontakt zu ihm geknüpft hatte.
Von Justin und Sören hatte ich bisher ziemlich wenig mitbekommen. Sie waren Brüder und blieben die meiste Zeit für sich.
Es war schon irgendwie seltsam. Bei den Meisten benutzte ich wirklich die Menschennamen, nur bei Leinar und Sophann nicht. Ihre anderen Namen kannte ich ein-fach zu gut. Die anderen Namen hatte ich nur einmal gelesen. Sie blieben nicht so hängen wie ihre Menschennamen.
Die Sendung im Fernsehen handelte vom 2. Weltkrieg. Ich hatte die grausame Geschichte schon einmal gehört.
Sophann setzte sich zu Lily aufs Sofa und Leinar kam zu mir.
„Bist du nervös wegen dem bevorstehenden Treffen mit den Mädels aus Zaall?“, fragte ich ihn.
„Eigentlich nicht“, antwortete er. „Ich kenne sie schon.“
„Was?“, fragte ich vollkommen überrascht. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet.
„Na ja, zumindest eine von ihnen. Ariella. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das ist. In unserer Welt hieß sie Arie. Aber sie muss es einfach sein“, erklärte er.
Ich schluckte fest. Ob er ihr sehr nahe stand?
„Wo hast du sie kennen gelernt?“, fragte ich ihn.
„Meine Mutter war damals noch da. Ihre war Mutter war mit meiner befreundet. Arie kam immer mit ihr zu Besuch, auch später noch. Doch zuletzt hab ich Ariella vor etwa drei Jahren gesehen. Sie hat noch eine Schwester, aber sie war nie mit dabei. Ich nehme an, dass sie diese Antonia ist.“
Er beobachtete mich aufmerksam. Vielleicht wollte er sehen, wie ich auf diese Nachricht reagierte.
„Stand sie dir nah?“, fragte ihn nun und hoffte, dass er nicht merkte, wie wichtig mir seine Antwort darauf war.
„Nein, nicht wirklich. Sie kam nur alle zwei Jahre. Soweit ich mich erinnern kann, hatte sie einen Freund in Zaall.“
„Aber du freust dich sie wieder zu sehen, oder?“, fragte ich weiter. Ich konnte einfach nicht damit aufhören.
„Ja schon ….“, gab er zu. „Aber mehr auch nicht. Ich glaube, ich kenne dich jetzt schon besser als sie.“
Das beruhigte mich etwas. Er schien zu merken, dass er mir wichtig geworden war und vielleicht war ich ihm ja auch ein wenig wichtig geworden.
„Wollen wir jetzt mit den Fragen anfangen?“, schlug er vor.
„Ist das denn überhaupt nötig?“, erkundigte ich mich.
„Ja.“ Er klang sehr bestimmt.
„Okay, dann überlegen wir uns welche“, stimmte ich zu.