Writing Friday Februar: Erschütterungen

Heute gibts auch wieder eine Geschichte von mir zu dieser Aktion.

  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er blieb stehen und schaute nochmal zurück, doch…“ beginnt.

Erschütterungen

Er blieb stehen und schaute nochmal zurück, doch er sah nichts mehr. Hatte er nicht gerade noch was komisches gesehen? Verwirrt ging ich einfach weiter. Doch dann hörte ich noch mal dieses Geräusch. Wieder sah ich mich um und dann sah ich es. Die Häuser hinter mir stürzten zusammen. Ich sah nach vorne. Da war alles okay. Strahlender Sonnenschein und die Häuser waren intakt. Also fing ich an zu laufen, doch es änderte nichts. Hinten brachen die Häuser zusammen, vorne blieb alles in Ordnung. Was war hier los?
Ich blieb stehen. Plötzlich bauten sich die Häuser hinter mir wieder wie von selbst auf. Ich konnte doch unmöglich hier für immer stehen bleiben. Was sollte ich jetzt machen und wo waren all die Leute, die sonst hier rum schwirrten? Ging es ihnen auch so wie mir? Doch wie fand ich das heraus? Oder war das hier eine Simulation und man wollte mich verarschen? Doch wie sollte ich das herausfinden? Denn wenn es Wirklichkeit war, konnte ich dann riskieren weiter zu gehen?
Und dann kam eine Durchsage durch Lautsprecher. Wo kamen die denn plötzlich her?
„Bitte bewahren Sie Ruhe. Bleiben Sie genau dort, wo sie sind. Wir holen Sie ab und bringen Sie an einen sicheren Ort.“
Ich stutzte. Ähm, Okay. Und wie lange sollte das jetzt dauern?
Unruhig versuchte ich mich nicht zu bewegen. Doch das war schwerer als gedacht. Ich zappelte schnell, doch das musste ich sein lassen. Ich musste mich beherrschen. Es dauerte gefühlte Ewigkeiten bis ich schließlich etwas hörte. Ich sah nach oben und entdeckte einen uralten Hubschrauber. Verwirrt sah ich nach oben bis er fast vor mir landete. Nur, dass er in der Luft hängen blieb.
„Steigen Sie ein“, sagte der Typ, der sich aus dem Hubschrauber rauslehnte.
Ich überlegte nicht lange sondern stieg tatsächlich ein. Kaum war ich drin hob der Hubschrauber ab. Als ich nach unten sah, sah alles wieder normal aus.
„Was ist hier los?“, fragte ich fast atemlos. „Was ist mit den Gebäuden los?“ Ich überlegte kurz und fügte hinzu: „Unserer Welt?“
„Es liegt nicht an uns Ihnen das zu sagen. Wir sammeln noch ein paar Leute ein und dann bringen wir sie in Sicherheit“, antwortete der Pilot. Was, hier sollten noch mehr Leute reinpassen? Ich staunte nicht schlecht.
Doch so viele wurden es dann gar nicht. Nur zwei weitere junge Männer und eine junge Frau. Die Frau wirkte sehr verängstigt und irgendwie regte sich da mein Beschützerinstinkt. Dabei kannte ich sie gar nicht. Ich warf ihr ein paar mal Blicke zu, aber wir schwiegen alle betrübt. Wir flogen über die Wolken und ich fragte mich, wohin es ging.
Was es auch war, ich würde es schon bald erfahren. Ich war auf jeden Fall gespannt. Und ich sollte recht behalten. Wir landeten ein bisschen weiter auf einer freien Fläche, wo nichts war außer Wiese. Hier waren schon einige Menschen versammelt. Sie hatten sich teilweise zu Gruppen zusammen getan und teilweise standen sie auch alleine herum. Auch das Mädchen, das mit mir im Hubschrauber war, blieb alleine am Rand zurück.
Ich gesellte mich so unauffällig wie möglich zu ihr. Sie nahm mich erst gar nicht wahr. Doch als ich „Hallo“ sagte, sah sie mich an.
Es verschlug mir sofort den Atem. Sie war so schön. Ihre blonden, langen Haare fielen ihr in Wellen über die Schultern und ihre blaue Augen strahlten geradezu. Sie trug ein blaues Kleid und Turnschuhe und wirkte sehr elegant.
„Hallo“, antwortete sie gerade zu fragend. Es wirkte etwas schüchtern.
„Weißt du, was hier los ist?“, fragte ich sie, auch wenn ich nicht wirklich daran glaubte.
„Nein“, bestätigte sie mir auch sogleich meine Vermutung. „Ich habe keine Ahnung. Irgendwie ist das alles seltsam, oder?“
„Ja, schon. Ich meine, sowas passiert doch nicht in echt.“ Ich wunderte mich immer noch über die Ereignisse der jüngsten Zeit.  „Was soll das?“
Und dann erklang eine Stimme über das ganze Feld.
„Bitte bewahren Sie Ruhe und hören Sie mir zu. Es ist ein seltsames Ereignis eingetreten. Das haben Sie sicher schon selbst bemerkt. Wir wissen auch nicht ganz genau, was los ist. Aber wir versuchen es heraus zu finden. Bis dahin bitten wir Sie hier zu bleiben. Wir werden ein provisorisches Lager hier für Sie aufbauen. Wir könnten allerdings auch gut freiwillige Helfer gebrauchen.“
Das klang doch mal interessant. Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte. Sollten wir die Welt noch kaputter machen?
Aber ich schloss mich der Gruppe freiwilliger erst mal an. Und dann ging es erst richtig los.
Wir stiegen wieder in den Hubschrauber. Auch die Frau neben mir war dabei. Ich schenkte ihr ein Lächeln, doch sie sah mich etwas verkrampft an. Und dann hoben wir wieder ab. Ich sah das ganze Ausmaß der Zerstörung. Viele Gebäude waren eingestürzt. Es sah erschreckend aus.
Und schließlich landeten wir auf eines der heilen Häuser. Der Pilot drehte sich zu uns um.
„Die Häuser sind nicht mehr stabil. Es ist gefährlich, wenn wir uns in unserer Welt bewegen. Am besten ihr bewegt euch ganz, ganz langsam. Dann passiert so gut wie gar nichts. Wir suchen nach noch mehr Menschen, die hier sind. In einer halben Stunde treffen wir uns wieder hier. Also, los.“
Verwirrt stieg ich aus dem Hubschrauber. Was war hier los? Warum sollten wir die Menschen holen? Ganz vorsichtig stieg ich aus dem Hubschrauber. Ganz langsam tat ich einen Fuß vor den anderen. Es funktionierte wirklich. Es stürzte nichts ein. Allerdings kamen wir so auch nur quälend langsam voran. Wie lange sollten wir dafür brauchen?
Lange, stellte sich heraus.
Es dauerte ewig bis wir auch nur eine Etage die Treppen runter gelaufen waren. Oder eher geschlichen. Es gab mehrere Etagen und das war ziemlich mühselig. Wir kämpften uns durch und sahen jedes Zimmer durch. Wir sahen alles durch, nach allen Verstecken. Doch ich entdeckte niemanden. Nach einigen Stunden befanden wir uns schließlich auf dem Dach wieder zusammen. Schließlich flogen wir zurück zum Treffpunkt. Dort wurde uns dann auch endlich erklärt, was los war.

Und dort wurde uns endlich erklärt was los war. Es gab eine Erschütterung in der Erde. Die hatte ausgelöst, dass die Gebäude zusammen brechen sobald wir uns bewegten. Wir sollten auf einen anderen Kontinent reisen, wo wir besser leben konnten. Aber zunächst sollten wir nach Überlebenden suchen. Diese Welt war vor dem Aussterben bedroht, da immer mehr solcher Erschütterungen auf uns zukommen würden. Deswegen würden wir die Erde verlassen. Doch das sollte nicht sofort passieren. Zunächst wurden wir woanders unter gebrachtUnd so landeten wir auf einem anderen Kontinent. Dort war es nicht ganz so schlimm wie bei uns. Wir lebten uns dort ein und arrangierten uns mit der neuen Situation

Es dauerte lange bis sich unsere Welt von diesen Erschütterungen erholte. Wir lebten eingeschränkt, aber wir lebten. Das war auch gut so. Auf einen anderen Planeten mussten wir dann Gott sei Dank doch nicht. Aber es war haarscharf gewesen. Dennoch würden wir weiter leben. Und das war alles, was zählte.

ENDE

Und, was meint ihr?