Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt (Teil 21)

Und weiter gehts mit meiner Bloggeschichte. Irgendwie bin ich ja heute weder beim Bloggen wesentlich weiter gekommen noch beim Lesen und Schreiben. Momentan ist echt der Wurm drin …

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 21)

Ich setzte mich also zu Kyle und wir langten zu. Es war echt lecker. Er hatte Käse in Stückchen geschnitten, Wurst in Scheiben gelegt und Trauben und Algen dazwischen gelegt. Und dann die ganzen Kerzen … Einfach schön.
„Kyle?“ Er hatte bis jetzt gedankenverloren vor sich hingestarrt und gegessen. Nun fiel sein Blick auf mich.
„Ja?“, fragte er.
„Danke“, sagte ich nur und schenkte ihm ein Lächeln.
„Wofür?“, wollte er ehrlich überrascht wissen.
„Für diesen Ausflug und dafür, dass du mich abgelenkt hast“, sagte ich.
„Das hab ich doch gern gemacht. Ausserdem hatte ich es sowieso vor. Allerdings erst viel später. Und wenn es nur für den Unterricht gewesen wäre. Aber du hast noch lange nicht alles gesehen. Da ist noch mehr. Ein bisschen möchte ich dir heute noch zeigen“, lächelte er.
„Da bin ich ja mal gespannt.“ Allerdings konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen wie ich in jemals nur als Lehrer oder Bruder betrachten konnte.
„Das darfst du auch.“
Als wir aufgegessen hatten, fragte ich: „Und was jetzt?“
„Jetzt zeige ich dir den Rest der Höhle.“ Wir standen auf und er nahm meine Hand. Den Korb ließ er da. Wir aber gingen in einen der Gänge. Er sah erst mal ganz normal aus.
„Denk an irgendetwas was mit Farbe zu tun hat“, riet er mir.
Ich dachte an die Sonne. So strahlend gelb wie sie bei uns immer am Himmel schien. Ein bisschen vermischt mit einem orange vom Sonnenuntergang. Nach etwa zwei Sekunden passierte etwas. Lauter untergehende Sonnen erschienen an den Wänden.
„Wow“, hauchte ich.
„Denk an noch etwas anderes“, riet er mir.
Ich dachte an das orangerote Feuer und nach weiteren Sekunden vermischte sich es mit den Sonnenbildern auf der Wand. Staunend sah ich Kyle an. „Wie?“
„So ähnlich wie mit den Farben. Du musst bedenken, wir sind hier in der Welt der Träumer. Hier ist so gut wie alles möglich …“, sagte er nur.
„Und jeder Bereich der Höhle ist anders?“, fragte ich weiter, obwohl ich mit Träumern immer noch nicht fiel anzufangen wusste.
„Ein bisschen“, nickte er. „In jedem Bereich ist mehr oder weniger alles möglich, aber es gibt auch einen Bereich, wo man nichts verändern kann. Diese Träume sind fest. Sie sind extra als Andenken dagelassen worden. Komm mit.“
Er zog mich weiter. Bis sich jetzt wieder etwas veränderte dauerte es eine Weile. Ich genoss es einfach ihn in meiner Nähe zu haben. Auch wenn wir beide recht schweigsam waren.
Und dann kamen wir wieder in einen großen Raum. Hier befanden sich lauter Bilder an der Wand. Ich sah kleine geflügelte Wesen (Vielleicht Engel?), Drachen, Zwerge und einige mir unbekannten Wesen. Es waren bunte Bilder mit einer Geschichte dazu. Das spürte ich.
Ich brauchte gar nicht mehr nachzufragen. Kyle erzählte mir von sich aus, was er über diesen Bereich unserer Höhle wusste.
„Das hier ist die Geschichte aus der Zeit in der die Träumer lebten. Dass es damals vier Welten gab erzählte ich ja bereits. Die Welten hießen Himmelstür, Erdfall, Wasserrad und Feuerrad. Wir leben hier in den Bereichen, die noch von Wasserrad übrig sind. Es gibt eine Geschichte, die erzählt von einem jungen Paar. Dylan & Darleen. Es heißt, sie konnten nicht zusammen sein, weil keine Welt die andere besuchen konnte. Jeder musste für sich bleiben. Woran das liegt weiß ich nicht.“ Eine Weile schien es als würde er in Erinnerungen schwelgen. Was waren das für Erinnerungen? „Darleen war eine Himmelsbewohnerin und Dylan kam aus Erdfall. Eines Tages wurde Dylan durch einen falschen Fluch. Als Geist konnte er in Himmelstür verweilen und zusammen suchten Dylan, Darleen und ihre Freunde diesen Fluch wieder rückgängig zu machen. Die Geschichte geht noch weiter, aber das würde jetzt zu lang werden.“ Er schüttelte kurz mit dem Kopf wie um längst vergangene Erinnerungen abzuschütteln. „Jedenfalls war einer aus der Gruppe ein Träumer. Er kam im Laufe der Zeit hier her und gestaltete diesen Raum nach Erzählungen oder seinen eigenen Erlbenissen. Hier steckt ein Stück von Dylan und Darleens Geschichte drin.“
„Kyle …“ Ich spürte, dass er etwas mit dieser Geschichte zu tun hatte, aber ich wollte ihn noch nicht danach fragen. Er war noch nicht bereit mit mir darüber zu reden. Wir kannten uns zu wenig. Also nahm ich ihn nur tröstend in meine Arme und eine Weile standen wir so dar.
Dann löste er sich langsam wieder von mir.
„Wir sollten langsam gehen. Romy wird sich Sorgen machen. Daran hätte ich denken sollen. Wir hätten ihr Bescheid geben müssen“, fand er dann und fühlte sich offenbar etwas unwohl.
Oh, verdammt, Romy. An sie hatte ich gar nicht gedacht. Ich wollte hier nicht weg, aber er hatte recht. Romy machte sich bestimmt schon Sorgen.
„Ja, du hast vermutlich Recht.“ Also gingen wir zurück zu Kyles Rucksack und den Picknickresten. Auf dem Rückweg genoss ich nochmal die ganzen Farben. Ihre Vielfalt und Formen. Kyle sammelte unsere Sachen ein und wir verließen die Höhle.
Vielleicht würde ich ja irgendwann noch mal hierher zurück kommen. Wenn ich Kyles ganze Geschichte kannte. Wenn ich wusste, was die Geschichte von Dylan und Darleen ihm wirklich bedeutete. Wenn er mir so sehr vertraute, dass er zum ersten mal in seinem Leben darüber redete. Ich hatte nämlich das Gefühl, dass selbst seine Familie keine Ahnung hatten, dass in Kyle mehr steckte als er zeigte. Vielleicht kannten sie nicht mal diese Höhle. Hatte Kyle sie nur mir gezeigt? So viele Fragen, aber ich musste abwarten bis er zu Antworten bereit war. Ich würde schon noch hinter seinem Geheimnis kommen. Das nahm ich mir fest vor. Zunächst einmal stiegen wir aber wieder in das Boot, damit er uns zurück in die Stadt bringen konnte, wo uns unsere Freunde erwarteten.


Na, schon neugierig geworden auf Dylan & Darleen? Mir schwirrt jetzt noch so ein Gedanke im Kopf rum. Wie Kyle mit der Geschichte verankert sein könnte. Irgendwie gefällt mir die Idee total gut. Mal sehen, wie ich sie umsetzen kann.

Wie fandet ihr diesen Teil? Irgendwelche Anmerkungen?

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt (Teil 20)

dann kann ich mal wieder meine Geschichte für morgen vorschreiben, wenn jetzt noch Zeit ist.

Jetzt gehts also los mit der Bootstour.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 20)

Wir stiegen in das Boot und Kyle paddelte drauflos. Er war sehr konzentriert und schien zu wissen was er tat. Dennoch ließ er mich nicht aus den Augen. Es war seltsam unter Wasser zu leben. Noch immer schrie alles in mir nach Luft zu holen, doch ich konnte unter Wasser genauso atmen wie an der Oberfläche. Es schien mir im Blut zu liegen. Während die Wellen rund um uns herum schwappten bewegte sich unser Boot immer weiter vorwärts. Ich verstand immer noch nicht genau wie dieses Unterwasserleben funktionierte, aber das würde ich schon noch lernen. Apropo lernen …
„Wirst du mich weiter unterrichten?“, fragte ich ihn.
„Wenn du das möchtest.“ Sein Blick war undurchschaubar. Ich wusste nicht, was er dachte.
„Willst du es denn?“, fragte er.
„Solange du bereit bist mehr über meine Welt zu lernen, bin ich auch bereit dir Unterricht zu geben“, erklärte er mir.
„Ist es jetzt nicht unsere Welt?“, wagte ich mich zaghaft vor.
Sein Lächeln wurde auf einmal ziemlich bald. Er strahlte geradezu und mein Atem stockte. So glücklich hatte ich ihn bisher noch nie erlebt. Er wirkte noch schöner als sonst. Eigentlich sah er gar nicht so perfekt aus. Nicht wie ein typischer Prinz eben. Aber für mich war er auf jeden Fall perfekt. Er hielt im Paddeln inne und legte sie ins Boot, sodass wir auf dem Wasser treiben konnten. Während er sich zu mir setzte wackelte das Boot ein bisschen. Ich hielt den Atem an. Was dachte er jetzt?
„Meinst du das ernst?“, fragte er nur.
„Ja“, nickte ich immer noch unsicher.
„Du willst nicht wieder zurück an die Wasseroberfläche?“, hakte er nach.
„Na ja, zu Besuch vielleicht. Ich würde gerne meine Freunde und Verwandten wieder sehen, wenn das möglich ist. Aber du bist hier und ich möchte bei dir sein.“ Hatte ich zu viel gesagt. Was, wenn ihm das alles zu schnell ging. Ich kannte ihn ja kaum.
„Es wird dir möglich sein deine Leute da oben zu besuchen, aber vermutlich werden sie unangenehme Fragen stellen, sollte ich mitkommen“, sagte er zunächst und beobachtete mich genau.
„Okay …“, sagte ich nur gedehnt.
„Und was das andere betrifft …“ Er ließ seine Worte im Wasser hängen und küsste mich stattdessen sehr sanft und sehr zärtlich. Ich zog ihn in meine Arme und eine Gänsehaut breitete sich über meine Arme aus. Kyle war wirklich toll. Ich konnte mir gut vorstellen, dass er ziemlich romantisch war. Kyle kostete den Kuss völlig aus. Dann löste er sich langsam von mir und sah mir tief in die Augen. „Reicht das als Antwort.“
Jetzt verstand ich auch mal den Spruch: „Küssen sagt mehr als tausend Worte. Das stimmte also wirklich.
„Ja“, nickte ich.
„Gut.“ Dann riss er sich wieder von mir los und widmete sich wieder seinem Paddeln. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden.
Wir paddelten eine Weile durch das Wasser. Mein niegelnagelneuer Freund schwieg beharrlich. Ich fragte mich, wo er mich hinbringen wollte. Als ich schon fast dachte, dass er vielleicht gar kein richtiges Ziel hatte bog er um eine Ecke und vor uns lag ein Höhleneingang. Okay. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber er paddelte genau darauf zu. Das Boot hielt am Höhleneingang. Er packte die Decke in einen Rucksack, den ich bisher nicht gesehen hatte, und schnallte ihn sich auf den Rücken. Er stieg aus, reichte mir die Hand und half mir aus dem Boot.
„Echt jetzt? Eine Höhle?“, fragte ich ihn verwirrt.
„Lästere lieber nicht zu früh über diese Höhle. Sie ist eine besondere Höhle, aber das solltest du dir besser selbst ansehen“, riet er mir. „Na komm.“
Also verkniff ich mir jeden Kommentar zu der Höhle und fragte ihn stattdessen: „Was hast du in deinem Rucksack?“
„Später“, sagte er nur und zog mich in die Höhle. Zunächst erkannte ich nichts besonderes ausser gelbes Licht, dass aus dem Boden zu kommen schien. Ausserdem war hier keine Spur von Wasser. Alles war trocken. Konnte Kyle hier denn überleben? Vielleicht ja, weil wir eigentlich immer noch unter Wasser waren.
Wir drangen tiefer in die Höhle ein. Erst nach etwa einer viertel Stunde als ich Kyle schon fast fragen wollte, ob wir nicht wieder umkehren wollten, bemerkte ich Veränderungen. Plötzlich war das Licht dunkelblau und kam von den Wänden, nicht vom Boden. An dem blau funkelten tausende von Sternen.
Ich warf Kyle einen Blick zu und er lächelte, ging aber schweigend weiter. Also folgte ich ihm. Jetzt war ich gespannt was mich noch erwartete.
Nach weiteren fünf Minuten war da grünes Licht, das von der Decke schimmerte. Es wirkte etwas schuppig. Sprachlos blieb ich stehen.
„Wo sind wir hier?“, fragte ich nur.
Kyle lächelte noch breiter. „Nur noch ein Abschnitt. Dann sind wir am Ziel. Dann werde ich dir auch alles erklären.“
Also musste ich mich noch etwas gedulden. Ich ging neben Kyle her und er nahm meine Hand in seine. Sie fühlte sich warm und vertraut an. Der nächste Raum kam nach einem langen Gang und hatte mehrere Säulen zu bieten. Das Farbenspiel hier war total verrückt. Alle Farben der Welt wechselten sich langsam wie bei einer Diashow ab, bildete Formen, Tiere, Wesen und alles mögliche. Ich betrachtete das Farbenspiel fasziniert. Ich konnte meinen Blick gar nicht davon abwenden. Deswegen bemerkte ich auch nicht wie Kyle zufrieden seinen Rucksack leerte und ein Picknick für uns vorbereitete.
„Hast du genug gesehen? Du kannst deinen Blick jederzeit wieder den Farben zuwidmen. Wir werden hier eine Weile bleiben“, amüsierte sich Kyle.
Wiederwillig wandte ich meinem Blick den Farben zu. Dann erst bemerkte ich das Picknick. Er hatte wirklich an alles gedacht. Das leckerste Essen, Wein, und sogar Kerzen, die er angezündet hatte. Ich ging zu ihm und drückte ihn an mich. Er umarmte mich nur.
„Wo sind wir hier?“, flüsterte ich an sein Ohr.
„In der Farbenhöhle. Manche nennen sie auch die Lebenshöhle. Hast du schon mal von Träumern gehört?“, erzählte Kyle mir.
„Ja, Träumer. Sie waren vor langer Zeit sehr mächtig. Allerdings wusste kaum jemand was von ihnen. Es gibt immer noch alle Welten, aber die anderen sind jetzt verborgen. Nur noch die Wasserwelt ist zu erreichen. Früher nannte man sie Wasserrad. Oh, Mann. Ich sollte dir unbedingt was über unsere Geschichte beibringen.“
„Ja, das solltest du wohl. Ich versteh nämlich kein Wort von dem was du sagst“, stimmte ich ihm zu.
„Na, jedenfalls gab es füher mal Träumer. Und die haben diese Höhle erschaffen. Dieses Fabenspiel und teilweise auch das Abbild der damaligen Welten“, überging er meinen Kommentar mehr oder weniger.
„Es ist wunderschön“, hauchte ich.
Kyle lächelte nur. „Ja, das ist es. Ich habe Hunger, du auch?“

Und da die Zeit schon wieder rennt und ich gleich noch Fernsehen gucken wollte folgt die Fortsetzungen dann ein andermal.

Jetzt hab ich es doch getan. Ich spielte schon eine Weile mit dem Gedanken meine Bloggeschichte mit meiner DIN A 5 Block-Geschichte zu verbinden. Jetzt hab ich es getan. Durch die Träumer. Mal sehen, was noch draus wird.

Was sagt ihr zu diesem Teil? Was sagt ihr zu der Höhle?

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt (Teil 19)

Und weiter gehts mit meiner Bloggeschichte. Heute mal wieder recht früh.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 19)

Es war mir ganz recht, dass Kyle nicht weit vom Schloss entfernt wohnte. So musste ich nicht erst groß durch die halbe Unterwasserstadt laufen. Ich klopfte also an Kyles Tür. Hoffentlich war er da.
Ich hatte Glück. Fast im nächsten Augenblick ging die Tür auf und er zog mich herein. Er warf mir einen Blick zu und stuzte. „Was ist los?“ Besorgt musterte er mich.
„Ich hab Henry alles erzählt“, platzte es aus mir heraus. Er umarmte mich einfach nur. Das tat gut.
Er zog mich wieder zu seinem Sofa und bemerkte: „Ist offenbar nicht so gut gelaufen.“
„Nein. Er hat es nicht gesagt, aber ich hab das Gefühl, dass er es nicht so gut aufgenommen hat.“
Kyle spendete mir Trost. „Das wird schon wieder. Henry braucht einfach nur Zeit. Wenn er erst mal seinen Film kriegt ist er wieder ganz der Alte. Du wirst sehen.“
„Aber wie wird er jetzt zu dir sein? Ich will nicht, dass ihr euch auseinanderlebt oder so.“ Das machte mir wirklich Sorgen.
„Mach dir keine Sorgen darum. Henry ist nicht besonders nachtragend“, versicherte er mir. Ich war trotzdem nicht überzeugt.
Wir schwiegen eine Weile. Schließlich schlug er vor: „Weißt du was? Wir sollten etwas unternehmen. Einfach nur den Tag genießen bevor es wieder richtig turbolent losgeht.“
„Und was schlägst du vor?“, fragte ich sofort begeistert. Heute würde ich mit ihm unterwegs sein, ohne das er den Lehrer miemte.
„Wir könnten mit dem Boot rausfahren. Bisher bist du doch nicht weiter gekommen als bis zum Grund gekommen. Ich hab dir doch erzählt, dass der Grund nur für ein paar Stunden Grund ist und sich dann wieder füllt. Heute ist alles voller Wasser. Den ganzen Tag über.“
„Das klingt gut“, fand ich aufgeregt.
„Gut, ich muss nur kurz noch ein paar Sachen vorbereiten. Dann kanns los gehen. Wartest du solange hier?“, erklärte er.
„Natürlich.“ Er gab mir einen Kuss auf die Stirn und verschwand dann nach draußen. Was er wohl vorhatte? Ich war schon ganz hibbelig und freute mich auf die Bootstour mit ihm.
Ich wartete also ungeduldig. Was er so kurz nannte. Mein Wasserfreund ließ sich Zeit. Ich hatte mich sogar schon hingelegt und war fast eingeschlafen als er endlich wieder kam. Gekleidet mit einer kurzen Hose und einem schlichten blauen Hemd. Seine silbernen Haare standen ihm vom Kopf ab, was recht merkwürdig aussah.
„Was hast du getrieben?“, fragte ich lachend.
„Wirst du gleich sehen“, grinste er ebenfalls, reichte mir seine Hand und zog mich vom Sofa hoch. Doch wir gingen nicht gleich raus. Erst nahm er sich noch die Zeit mich ordentlich in seine Arme zu ziehen.
„Ich bin froh, dass du auf mich zukamst. Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn du dich für Henry entschieden hättest“, gestand er mir nun.
„Du hast dir einfach das Leben selbst schwer gemacht“, sagte ich und strich ihm das verirrte Haar aus der Stirn. „Ich hab so das Gefühl, dass diese Eigenschaft nicht so leicht ablegen wirst.“
„Vermutlich nicht“, stimmte er mir zu. „Aber ich geb mir Mühe. Deinetwegen.“
„Das weiß ich zu schätzen.“ Und ohne Vorwarnung küsste er mich. Diesmal nicht ganz so sanft wie sonst. Eher verlangend und heftig. Ich erwiederte seinen Kuss ebenso drängend.
Als wir uns wieder voneinander lösten meinte Kyle: „Allein deswegen könnte ich dich schon gar nicht mehr gehen lassen.“
Ich lachte und stupste ihn an. „Na, wenn das so ist …“, und dann küsste ich ihn gleich noch mal.
Als wir uns das nächste Mal voneinander lösten lachte er. So befreit hatte ich ihn noch nie lachen gehört. „Wenn wir so weiter machen, können wir die Bootstour vergessen.“
„Du hast recht“, nickte ich. „Also zeig mir das Boot mit dem du heute unseren Tag bereichern willst.“
Er nahm also meine Hand und führte mich hinters Haus. Dort war ein grünes Boot befestigt, dass recht klein wirkte, aber stabil. In ihm hatte Kyle eine Decke und einen Korb verstaut. Es gab sogar Sitzbänke.
„Du bist recht sparsam für einen Prinzen“, fand ich.
„Ich war noch nie so für das Luxiöröse. Meine Familie hält  mich deswegen für verrückt, aber ich fühl mich so wohler“, erklärte er.
„Das find ich gut. Du bleibst so wie du bist und veränderst dich nicht nur wegen deinem Stand.“ Dafür liebte ich ihn fast noch mehr.
Er lächelte mich dankbar an. „Fahren wir jetzt endlich los? Sonst wird das wohl nichts mehr …“

Was sagt ihr zu diesem Teil? Irgendwelche Anmerkungen?

Und wie die Bootstour so wird erfahrt ihr dann, wenn ich das nächste Mal Zeit habe zu schreiben.

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stat: Teil 18

Nun schaffe ich es auch mal wieder mit meiner Gechichte weiter zu kommen. Gestern bin ich wirklich nicht dazu gekommen.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 18)

Henry zu finden war gar nicht so leicht. Wie sich herausstellte war er im Schloss im Unterricht. Also wartete ich einfach auf dem Flur auf ihn und setzte mich auf einen der Stühle dort. Ich war nevös. Wie sollte ich Henry nur erklären, dass ich mich in Kyle verliebt hatte.
Ich hatte noch etwas Verschnaufspause bis Henry aus dem Unterricht kam. Überrascht sah er mich an als er mich entdeckte, aber dann strahlte er schon wieder. Ich schluckte hart.
„Hi! Wie gehts dir? Irgendwie haben wir uns in letzter Zeit nicht oft gesehen. Ist alles in Orndung mit dir?“, fragte er mich fröhlich.
„Ja, aber kann ich mit dir reden? Allein?“, bat ich ihn.
„Na klar! Komm mit.“ Überschwenglich führte er  mich durch das Schloss. Ich befürchtete schon wo er mich hinbringen würde.
Ich sollte recht behalten. Ich gelangte direkt in sein Zimmer. Es war luxiriös und schick eingerichtet, aber Kyles kleine Wohnung fand ich gemütlicher. Hier wirkte alles so alt und so groß. Dennoch hatte Henry Stil. Er hatte seinem Zimmer eine eigene Note gegeben. Denn in dem Alten kam auch immer wieder modernes zum Vorschein. Zum Beispiel ein riesieger Fernseher, was mich natürlich nicht weiter wunderte.
„Wow!“, stieß ich hervor.
„Gefällts dir?“, fragte er glücklich und ließ seine Schultasche achtlos auf seinem Bett fallen.
„Ja“, gab ich zu. Wieso sollte ich ihn belügen.
„Das hatte ich gehofft. Setz dich doch“, bat er mich und deutete auf seinen Schreibtischstuhl. Ich setzte mich, währen er sich auf sein Bett im Schneidersitz setzte.
„Du hast dich verändert“, stellte er fest.
„Wie meinst du das?“, fragte ich ihn unsicher.
„Keine Ahnung. Du wirkst ernster und zurückhaltender“, überlegte er.
„Henry, ich muss dir was sagen …“, begann ich, aber zu meiner Überraschung unterbrach er mich sofort.
„Es ist wegen Kyle, oder? Er wirkt auch verändert. Irgendwie gelassener und doch wachsam. Er hat versucht es vor mir zu verbergen, aber das klappte nicht besonders gut.“
Ich seufzte tief: „Ja, es ist wegen Kyle.“
„Ist schon gut“, sagte Henry. „Ich hab es schon geahnt. Kyle ist eben eher jemand, in den man sich verlieben kann.“ Henry wirkte so traurig.
„Nein, Henry. Das stimmt nicht. In dich kann man sich auch verlieben und ich hätte es auch fast getan, aber es wäre falsch gewesen. Denn meine Gefühle für Kyle hätte ich einfach nicht ignorieren können. Aber ich wollte es wirklich. Ich wollte mich in dich verlieben. Aber …“ Gott, stellte ich mich ungeschickt an.
„Lass gut sein. Kyle hat es verdient. Ich freu mich für euch. Wirklich. Ich glaub das mit uns beiden hätte sowieso nicht geklappt. Vielleicht wollte auch ich es einfach zu sehr.“ Herny lächelte mich zaghaft an und ich erwiederte sein Lächeln halbherzig.
„Aber mir tut es trotzdem leid. Ich weiß, dass ich dir Hoffnungen gemacht hab.“ So leicht konnte er mich nicht davon überzeugen, dass es für ihn okay war.
„Vielleicht. Und unser Date war wirklich schön, aber ich weiß auch nicht … Manchmal bin ich einfach zu eifrig.“
„Nein, es war auf keinen Fall deine Schuld“, versicherte ich ihm.
„Lass uns das Thema hiermit einfach beenden. Vielleicht versuchen wir besser einfach nur Freunde zu sein“, schlug er mir vor. Offenbar wollte er nicht weiter drüber reden. Trotzdem fühlte ich mich dabei unwohl.
„Ich sollte dann jetzt auch Hausfaufgaben machen“, sagte er. Damit schmiss er mich praktisch aus seinem Zimmer. Okay, das hatte ich wohl verdient. Ich fragte mich, ob wir jemals wieder normal miteinander umgehen konnten.
„Na klar“, sagte ich nur und stand auf. Als ich schon an der Tür war sagte er noch: „Grüß Kyle von mir.“
Schweigend verließ ich sein Zimmer mit einem wirklich unguten Gefühl. Das hätte besser laufen können, aber auch wesentlich schwächer. Jetzt wollte ich nur noch zu Kyle.

Nun hat sie ihr Gespräch mit Henry auch hinter sich. Wie´s dann weiter geht erfahrt ihr beim nächsten Mal.

Wie fandet ihr das Gespräch mit Henry? Hattet ihr es so erwartet oder eher anders?

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt (Teil 17)

So, endlich komme ich auch mal dazu meine Bloggeschichte weiter zu führen. Endlich!

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 17)

Ich schob mein Gespräch mit Henry vor mich hin. Kyle war nicht glücklich darüber. Er sagte zwar nichts, aber ich konnte es ihm ansehen. Allerdings fiel es auf, dass ich Henry nicht mehr traf, aber jeden Tag unterwegs war. Natürlich besuchte ich Kyle, aber das hatte ich nicht mal Romy gesagt. Auch gerade war ich bei ihm.
„Du musst es ihm sagen. Er hat mich schon gefragt, ob du ihm ausweichst. Ich konnte ihn abwimmeln, aber bald geht das nicht mehr gut“, redete er mir zu.
„Ich weiß. Morgen geh ich zu ihm. Versprochen. Hast du noch was erreicht wegen seinem Film? Kann ich ihm da was Positives geben? Er soll nicht völlig hoffnungslos sein“, versprach ich Kyle. Ich wusste, dass er sich nur Sorgen um seinen Bruder machte und es war auch unfair von mir ihm Henry zu überlassen. Kyle hatte sich in mich verliebt, aber ich hatte mich für Kyle entschieden.
Ich kuschelte mich enger an Kyle. Wir saßen wieder auf seinem gemütlichen Sofa. Ich war ihm gerne nah. Bei ihm fühlte ich mich sicher. Wieso hatte ich das nicht schon vorher gemerkt?
„Ja. Ich wollte es dir sowieso erzählen. Mein Vater hat zugestimmt. Er bereitet alles vor. Ich weiß nicht, wie lange es dauert“, nickte mein Wasserfreund.
„Das sind gute Neuigkeiten“, fand ich. „Was erzähle ich Henry?“
Er strich mir nachdenklich über den Rücken. Seine Hände fühlten sich wahnsinnig angenehm an. Ich genoss seine Berührungen sehr.
„Am besten noch gar nichts bis wir mehr wissen.“ Er beobachtete meinen Reaktion.
Ein bisschen enttäuscht war ich schon. „Okay, dann muss ich wohl so klar kommen.“
„Du schaffst das. Henry mag dich. Er wird dir nicht böse sein. Und wenn er seinen Film kriegt, wird er total aus dem Häuschen sein“, heiterte er mich auf. „Aber jetzt lass uns bitte über was anderes reden, ja?“
„In Ordnung. Worüber willst du reden?“, stimmte ich ihm schließlich zu. Auch ich hatte keine Lust über ihn zu reden. Über Henry konnte ich mir morgen genug Gedanken machen.
„Eigentlich kenne ich dich kaum. Wie war dein Leben oben über Wasser? Hattest du Freunde? Was für Hobbys hattest du? Hast du eine Lieblingsfarbe?“
Ich lächelte. Das war mein Kyle. Ich kannte ihn ebenfalls noch nicht mal annährend so gut wie ich gerne würde. Aber ich wusste schon, dass er mit sowas kam, wenn ich am wenisten damit rechnete.
Ich erzählte ihm, dass ich an einer Gesamtschule war und dort immer mit zwei Mädchen in meinem Alter zusammen war. Den Zwillingen Nica und Ricarda. Wir waren immer zusammen nach der Schule in den Park gegangen und hatten uns auf die Wiese gelegt. Wir hatten geplaudert und über Jungs getrascht und über andere gelästert. Alles, was  man eben als Freundinnen so macht. Ich vermisste die beiden. Irgendwann musste ich zurück nach Hause und mein plötzliches Verschwinden erklären. Außerdem erzählte ich ihm, dass ich gerne ins Kino gegangen war und gelesen hatte. Kyle hörte mir die ganze Zeit aufmerksam zu und wenn ich traurig klang, drückte er mich fester an sich.
„Und meine Lieblingsfarbe ist übrigens gelb wie die Sonne“, erzählte ich ihm abschließend. „Ich liebe die Sonne.“
Er lächelte mich an. „Irgendwann werden wir zusammen an Land gehen und dann werden wir deine Freundinnen besuchen.“
„Die werden Augen machen“, strahlte ich. Aber vermutlich sollte ich mich nicht zu sehr freuen. Es würde noch ein bisschen länger dauern bis Kyle wirklich in meine Welt konnte.
„Ich weiß, es ist nur ein schwacher Trost …“, begann er, doch ich unterbrach ihn sofort.
„Kyle, ist schon okay. Erzähl mir lieber was von dir.“
Also erzählte er mir von seiner Freizeit. Wie er mit seinen Brürdern Filmabende gemacht hatte, weil Henry so verrückt danach gewesen war, wie er gerne ins Meer hinausschwamm um einfach mal aus der Stadt rauszukommen. Wie er gerne allein war, weil er das Leben mit anderen als anstrengend empfand.
„Aber mit dir ist es nicht anstrengend“, versichterte er mir und ich boxte ihn lachend in die Seite.
Von seinen Aufträgen erzählte er mir nicht, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Dafür war es noch zu früh. Wir mussten uns erst besser kennen lernen.
Irgendwann wurde Kyle unruhig und ich wusste, dass es Zeit für mich war zu gehen. Ich wollte ihn nicht verlassen. Am liebsten hätte ich geschlafen, aber Romy machte sich vermutlich jetzt schon so ihre Gedanken wo ich die ganze Zeit war. Ich musste gehen. Seufzend stand ich auf und Kyle tat es mir nach.
„Wir werden uns morgen wieder sehen“, versprach er mir. „aber erst nachdem du mit Henry gesprochen hast.“
Ich schluckte, weil ich lieber nicht an mein Gespräch mit Henry denken wollte, aber ich nickte trotzdem. Kyle wusste schon jetzt, was ich fühlte und nahm mich in Seine starken Arme. Dann küsste er mich zärtlich zum Abschied.
„Du wirst es überleben. Bis Morgen.“
„Bis Morgen“, verabschiedete ich mich von ihm und hielt so lange seine Hand fest, bis wir und fast die Arme verrenkt hatten. Ich drehte mich ein letztes Mal zu ihm um und machte mich dann auf den Weg nach Hause. Ich vermisste ihn jetzt schon.

Endlich durch. Morgen gehts dann weiter mit dem Gespräch über Henry. Würdet ihr gern in Jileens Haut stecken? Ich hoffe zumindest, dass es morgen weiter geht. Kommt drauf an wie ich Zeit dazu hab.

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt (Teil 14)

So, dann will ich mich mal wieder um meine Bloggeschichte kümmern. Ich hatte sogar schon was vorbereitet, aber bin noch nicht dazu gekommen es abzuschreiben.

Die geheimnisvolle Stadt 14:

Mein nächster Unterricht mit Kyle fand im Schloss statt. Wir saßen uns gegenüber und Kyle legte Bilder auf einen Tageslichtprojektor. Er zeigte mir Meerestiere aller Art und wollte wissen, welche ich kannte. Ich war gar nicht so schlecht gewesen. Kyle war recht zufrieden mit mir gewesen.
„Gut, das tanzen heben wir uns fürs nächste mal auf“, warnte er mich schon mal vor.
„Tanzen?“, fragte ich entsetzt.
„Kannst du denn nicht tanzen?“, wollte er erstaunt wissen.
„Nein.“
„Dann ist dieser Unterricht für uns noch dringlicher als ich dachte. Bei uns wird es immer mal wieder feinere Bälle geben. Auf die sollte ich dich dann wohl vorbereiten“, erklärte er mir.
Ich verzog nur mein Gesicht und er lachte. „Das wird schon werden.“
Eine Weile musterte er mich eindringlich, dann fragte er mich: „Was hast du eigentlich mit Henry gemacht? Seit eurem letzten Date strahlt er noch mehr als sonst.“
„Nichts weiter“, schwor ich ihm. „Wir hatten nur einen sehr schönen Abend.“
„Darauf will ich wetten“, nickte er.
„Hat Henry dir schon mal mehr von Filmen erzählt, ausser dass er sie gerne guckte?“, fragte ich Kyle dann.
„Wie meinst du das?“, fragte er leicht verwirrt.
„Er würde gerne mal einen Film drehen“, sagte ich.
„Drehen? Du meinst ihn selber machen?“, hakte Kyle nach.
„Ja.“
„Hat er sich die Idee immer noch nicht aus dem Kopf geschlagen?“, stöhnte Henrys Bruder.
„Das ist doch bestimmt irgendwie machbar, oder?“, fragte ich ihn.
„Du denkst ernsthaft darüber nach? Das ist doch nur Spinnerei“, tat er Henrys Leidenschaft einfach ab.
„Nein, ich glaub nicht. Henry meint es ernst“, versicherte ich ihm.
„Ich bin nicht sicher, ob das geht.“ Gerade schien er sich etwas unwohl in seiner Rolle zu fühlen.
„Aber du kannst dich doch bestimmt erkundigen?“ So leicht ließ ich nicht locker.
„Na gut, was solls? Aber verprechen kann ich nichts“, gab er schließlich nach.
„Klar!“ Ich war ihm ja schon dankbar, dass er es überhaupt versuchte.
„Ich find es jedenfalls toll wie du dich für meinen Bruder einsetzt“, sagte Kyle mir trotzdem.
„Er hat es verdient“, war meine einfache Antwort. Hoffentlich konnte ich das für Henry tun. Das war das mindeste nach dem schönen Abend, den er mir geschenkt hatte.

Und wie es mit der geheimnisvollen Stadt weiter geht erfahrt ihr dann morgen oder auch die Tage. Je nachdem wann ich dazu kommen werde sie fortzuführen.

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt 13

Ich hab gestern die Bloggeschichte schon vorgeschrieben. Von daher muss ich sie heute  nur noch abtippen.

Die geheimnisvolle Stadt (13)

Nachdem Sternenausflug gingen wir noch ein wenig durch die Stadt. Henry war still und wirkte nachdenklich. Ich vermutete, dass ihm unser Gespräch nicht ganz aus dem Kopf ging. Ich überlegte, wie ich ihn ablenkenk konnte, und dann fiel mir etwas ein, was Kyle erwähnt hatte.

„Ich hab gehört, du siehst gerne Filme aus meiner Welt.“
„Ja.“ Sofort strahte er wieder und sah mich begeistert an. „Die sind toll. Hier unten würde nie jemand auf die Idee kommen, einen Film zu drehen, aber ich würde es so gern mal versuchen.“
„Einen Film drehen?“, fragte ich verwundert. Nicht, weil ich nicht glaubte, dass das unmöglich sei. Ich stellte mir vor, dass hier mit Magie ziemlich viel möglich war. Ich konnte mir nur nicht Henry in der Rolle als Regisseur vorstellen.
„Ja.“ Seine Begeisterung kannte keine Grenzen. „Genug Möglichkeiten gäbe es ja, aber hier im Wasser spiegelt sich alles immer so.“
Da hatte er Recht. Absolut. Es würde schwierig werden, aber … „Vielleicht könnten wir es versuchen. Welcher Titel soll es denn werden?“
„Schiffsbruch“, erklärte er vollkommen sicher und lächelte strahlend.
„Ernsthaft?“, lachte ich. „Wie passend!“
Jetzt grinste er spitzbübisch. „Ja, ein Schiff sinkt und alle überleben und kommen hier in die Stadt.“
„Wäre es dann hier nicht ziemlich überfüllt?“, fragte ich ihn zaghaft.
„Möglich, aber wir helfen eben gern.“ Er zuckte nur lässig mit den Schultern.
„Okay, klingt interessant. Und wie sieht es mit den Hauptrollen aus?“
„Meine Brüder, du und ich, und natürlich Romy. Wir wären vornehm gekleidet und würden eine Dinnerparty auf dem Schiff geben.“
„Klingt cool“, fand ich. Allerdings bezweifelte ich, dass seine Brüder da mitmachten.
„Das ist sowas wie ein Traum von mir“, gestand er mir sehnsüchtig.
Ich nahm mir vor mit Adam darüber zu reden. Henry hatte mir ein Stück meiner Sternenwelt geschenkt. Jetzt konnte ich auch was für ihn tun. Vielleicht konnte Adam ja etwas auf die Beine stellen. Allerdings lenkte ich ihn erst mal wieder in eine andere Richtung ab.
„Und was sind deine Lieblingsfilme aus meiner Welt?“
Er überlegte sich seine Antwort gewissenhaft: „James Bond, Fluch der Karibik und Der Herr der Ringe. Dafür, dass ihr von Magie keine Ahnung habt, habt ihr erstaunlich viel davon im Kopf. Ich wollte schon immer wissen ob es Mittelerde vielelicht wirklich gibt.“ Er sah mich geradezu hoffnungsvoll an.
Ich lachte erneut. „Mittelerde? Nein, ich fürchte nicht. Vielleicht landschaftlich ein bisschen. Ich glaube, es wurde in Neuseeland gedreht.“
„Neuseeland?“, strahlte er. „Wie komm ich da durch das Meer hin?“
„Ähm … Ich glaub, da fragst du die Falsche. Aber ich glaube nicht, dass es dort unter Wasser anders ist als hier.“
„Ich will einmal in meinem Leben nach Mittelerde-Neuseeland“, setzte er sich als Ziel.
„Na dann viel Glück.“ Dabei hätte er es verdient, dass seine Wünsche in Erfüllung gingen.
„Irgendwann were ich dort sein. Du wirst schon sehen.“ Seine Augen leuchteten bei dem Gedanken einen Tuck heller. Doch dann wurde er wieder ernst. „Aber vorerst sollte ich dich nach Hause bringen. Es ist spät geworden.
„Henry, der Abend war wunderschön“, dankte ich ihm. „Das können wir gerne mal wiederholen …“
„Da sag ich nicht nein“, grinste er und führte mich zurück zu Romy. An der Haustür verabschiedete ich mich von ihm, sah ihm aber hinterher bis er fort war. Erst dann ging ich ins Haus.

Und wie es mit Jileen, Henry und Kyle weiter geht erfahrt ihr morgen.

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt 11

Die letzten Tage bin ich gar nicht zu meiner Bloggeschichte gekommen. Das möchte ich jetzt nachholen. Denn jetzt hab ich auch wieder Lust dazu und ich hoffe, die Ideen kommen dann auch. Die zwei Zahlen im Titel zeigen, dass ich nicht genau weiß bei welchem Teil ich bin. Bin einmal durcheinander gekommen.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 10/11)

In den nächsten Tagen sah ich weder Henry noch Kyle. Offenbar waren beide ziemlich beschäftigt. Romy dagegen hielt mich auf Trab. Sie wanderte weiterhin mit mir durch die Straßen und ich lernte die faszinierende Wasserstadt besser kennen. Hohe Türme begegneten mir, dunkle Wasserstraßen, über die wir gingen, und sie zeigte mir die verschiedensten Läden. Die Wasserstadt war anders als alles was ich bisher gesehen hatte, und viel größer, als ich je geahnt hatte.

Ich war jetzt gerade mal eine Woche lang hier, aber es fühlte sich schon an wie eine Ewigkeit. Nachdem Romy und ich Vormittags Wasserbrötchen gebacken hatten, klopfte es nachmittags an der Tür. Kyle stand davor und wirkte etwas verlegen.

„Hallo, ich hoffe ich störe nicht“, begrüßte er uns.
„Nein, gar nicht“, sagte Romy und musterte ihn gründlich. „Was gibts?“
Jetzt wandte er sich an mich. „Du wolltest doch am Unterricht teilnehmen, oder?“
Ich hob nur eine Augenbraue und er lachte. „Okay, du wolltest von mir unterrichtet werden?“
„Ja klar. Ich bin hier immer noch so fremd“, nickte ich begeistert und wusste, dass ich fast kindlich wirkte.
„Jetzt hätte ich Zeit dafür“, bot er mir schlicht an.
„Geht nur“, nickte Romy lächenld. Also zog ich mir eine Jacke über und folgte Kyle hinaus in die frische Meerluft.
„Wo gehen wir hin?“, fragte ich neugierig als Kyle mich gleich durch die nächste Seitengasse führte. Heute wirkte er besonders eindrucksvoll und dunkel.
„Ziemlich ans Ende der Stadt. Dort kann ich dir einiges über unsere Welt sagen“, erklärte er geheimnisvoll.
Also führte er mich quer durch die Stadt bis zum Stadtrand. Bis hierhin war ich bisher noch nicht gekommen. Es wirkte düsterer als innerhalb der Stadt und irgenwie auch gefährlicher.
„Geh nie allein hier her. Hier ist es gefährlicher als es ausiseht“, schärfte er mir auch sofort ein.
„Nein, natürlich nicht“, versprach ich ihm sofort.
„Gut, dann los.“
Es fühlte sich an als gingen wir durchs Wattenmehr. Es war glitschig und wir sackten hin und wieder ein. Dann half Kyle mir meist hinaus. Nach einiger Zeit blieb er stehen und sah mich erwartungsvoll an.
„Was ist?“, fragte ich nur.
„Was glaubst du, was das hier ist?“, fragte er mich nur.
„Keine Ahnung. Ich bin hier um zu lernen. Schon vergessen? Aber bei uns nennt man das Wattenmeer“, sagte ich nur. Verstand er das als lernen?
„Wattenmeer.“ Es war als würde er hören wollen wie das Wort klingt. „Interessant. Bei uns heißt es einfach Grund. Die Stadt ist voller Wasser, aber es gibt auch Flächen rund um unsere magische Stadt, die teilweise wasserlos sind. Aber Achtung! Nur für ein paar Stunden. Dann füllt es sich wieder und das rasend schnell. Wäre also besser, wenn du dann in der Stadt wärst.
„Also so ähnlich wie bei uns Ebbe und Flut?“, fragte ich aufgeregt.
„Ich hab schon von den Begriffen gehört. Ja, so ähnlich könnte man es wohl ausdrücken“, nickte Kyle nachdenklich.
„Und wieso bringst du mich hier zum Grund?“, wollte ich wissen.
„Weil es hier viel zu entdecken gibt“, sagte er. „Guck zum Beispiel hier!“ Er deutete neben seine nackten Füße. „Ein Wurm, winzig klein, aber nützlich und vorhanden.“
„Wattwurm“, nickte ich wissend. „Sowas gibts bei uns auch.“
„Ich weiß nicht, ob wir die gleiche Sorte meinen“, gab Kyle zu bedenken. „Bei uns heißen sie Spleerer.“
„Und wofür sind die gut?“, fragte ich immer noch neugierig.
„Interessant, dass du das fragst. Sie sind es, die das Wasser aufsaugen. Es gibt sie nur an speziellen Ecken“, erklärte Kyle mir als hätte er auf diese Frage meinerseits schon gewartet.
„Die saugen das auf?“, staunte ich. „Aber bei uns ist vor allem der Mond für Ebbe und Flut verantwortlich. Erdanziehungskraft und so.“ Das war mir alles immer noch so fremd.
Kyle schmunzelte bei meinem fast entsetzten Gesichtsausdruck. „Das hier ist auch nicht direkt Ebbe und Flut. Wir sind hier so tief unten, dass der Mond hier gar nichts erreichen würde. Es sollte nur als Vergleich dienen“, erklärte Kyle mir geduldig.
„Okay, also keine Ebbe und Flut sondern Wattwürmer“, nickte ich fast mechanisch.
„Spleerer“, berichtigte er mich automatisch. „Ich vermute das hier hat nicht dazu beigetragen, dass du dich hier weniger fremd fühlst?“
Ich schüttelte mit dem Kopf. „Nein, nicht wirklich.“
„Okay, dann gib mir einen zweiten Versuch“, bat er mich. Ich nickte und wir gingen weiter.
Er führte mich weiter in das Watt hinein und bald kamen wir wirklich auf eine geteerte Straße. Die Luft war hier frischer und ich konnte mir fast einbilden die Vögel zwitschern zu hören. Eine Bank stand an der Straße und wirkte wie eine verlassene Bushaltestelle. Aber um die Bank herum hatten sich grasähnliche Flecken gebildet und sogar ein paar Wilde Wasserblumen, sodass ich mir fast einbilden konnte in einem Park zu sein.
„Wo sind wir hier?“, fragte ich ihn ehrfürchtig.
„An meinem Lieblingsplatz“, erklärte ich. „Hier komme ich oft her. Besonders wenn ich mal wieder einen Film über die Erdoberfläche gehört hab und Sehnsucht danach bekommen hab. Einmal am Strand langspazieren zu gehen, das Gras unter den Füßen zu spüren oder auch nur in ein normales Einkaufszentrum zu sein. Dafür würde ich alles geben.“
Wir schwiegen eine Weile und dann meinte er. „Deswegen tut mir auch Henry leid. Er liebt diese Filme von der Erdoberfläche und zieht sich alles rein was es nur gibt, aber ihm wird es nie möglich sein sie wirklich zu sehen.“
„Das ist irgendwie traurig“, fand ich.
„Ja, allerdings“, nickte Kyle. Dann sah er mich ganz genau von der Seite an. „aber du magst Henry lieber, oder?“
„Kyle …“, seufzte ich.
„Nein, ist schon gut. Ich bin mir nicht mal sicher, was ich für dich empfinde. Ich kenne dich ja kaum.“ Er lachte nervös. Vielleicht war er einfach nicht der Typ, der viel über sowas redete. „Henry dagegen schwärmt die ganze Zeit von dir. Er ist einfach so ein sonnig sympatischer Typ. Mit ihm wird man leicht warm. Aber dir muss klar werden, dass dein Herz deinem Verstand folgt. Henry wird dich nie an die Wasserfläche begleiten können. Er wird nie das Sonnenlicht in echt sehen. Er wird immer nur diese Wasserwelt kennen.“
„Du gagegen könntest das alles tun“, sprach ich das Ungesagte aus.
„Das wollte ich nicht sagen. Du solltest dich unbedingt für Henry entscheiden. Aber dir muss klar sein, dass ich es bin, der dich zur Wasseroberfläche begleitet, nicht Henry. Mit ihm wirst du das nie haben können. Wenn du bereit bist, diesen Preis zu zahlen, solltest du unbedingt ihn wählen.“
„Ich weiß noch überhaupt nicht, was ich will“, gestand ich Kyle. „Das  hier ist alles so neu und ich vermisse meine Welt. Henry muss man einfach mögen, oder? Aber ich weiß nicht, ob ich bereit bin wirklich für immer unter Wasser zu bleiben.“
„Unterschätz die Wasserwelt nicht. Du hast nur einen Bruchteil davon gesehen, was wir kennen. Und du kannst ja der Erdoberfläche immer noch einen Besuch abstatten. Ich werde dir weiterhin ein bis zwei mal pro Woche Exklusivunterricht geben, aber deine freie Zeit solltest du mit Henry verbringen“, riet Kyle mir.
„Ist er es denn wert?“, fragte ich ihn unsicher.
„Unbedingt. Er ist das liebenswerteste atemde Wesen, dass ich kenne“, versicherte er mir.
„Na ja, aber du kennst ja auch keine Erdbewohner“, gab ich zu bedenken.
„Nein, aber ich hoffe, dass sich das bald ändern wird. Jetzt sollten wir dich zurück bringen. Ich hab Henry versprochen, dass der Abend ihm gehört.“
„Ach, hast du? Und ich hab da gar keine Mitrede?“ Ich wusste nicht, ob mir das so gefiel.
„Doch. Natürlich hab ich das unter der Bedinung getan, dass du damit einverstanden bist“, erklärte Kyle ernst.
„Natürlich!“ Ich rollte mit den Augen, grinste aber dabei. Diese zwei Jungs hatten beide irgenwie was. Auch wenn Kyle nicht ganz unrecht hatte. Ich mochte Henry bisher lieber. Das seltsame war, dass ich in allen Büchern, die ich bisher gelesen hatte, Dreiecksgeschichten hasste. Steckte ich jetzt selbst in einer? Henry war mir lieber, aber noch hatte ich Kyle nicht ganz ausgeschlossen. Wir würden sehen.
Er führte mich zurück in die Stadt und zu Romy. Die ganze Zeit über schwieg er und mir war das ganz recht so. Wir hatten schließlich schon genug geredet für heute.

Und wie es abends mit Henry weiter geht, erfahrt ihr morgen oder die Tage ….

Endlich hab ich mal wieder ein Stück von der geheimnisvollen Stadt geschafft.

Bloggeschichte: Die geheimnisvolle Stadt (Teil 10)

So, weiter gehts mit meiner Blogeschichte. Mal sehen, was Kyle und Jileen so auf dem Balkon treiben.

Auf dem Balkon hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die Wasserstadt. Romy und Callum wohnten weiter oben in einem höreren Gebäude und abends waren überall Lichter an. Es war einfach wunderschön. Ausserdem war es heute auch recht warm hier unten im Meer.

„Und, fühlst du dich wohl bei uns?“, fragte Kyle mich.
„Eigentlich immer noch ein bisschen fremd“, gab ich zu. Wir setzten uns auf die Stühle und zu Trinken stand auch schon bereit. Kyle goss uns ein.
„Das verstehe ich. Ich stelle es mir auch schwer vor. Man ist fremd, man kennt die Sitten nicht, und wird irgendwo hineingeschmissen“, nickte ich. „Da würde ich mich auch unwohl fühlen.“
„Ja, so in der Art. Wobei hier ja schon alle sehr nett zu mir sind.“ Darüber war ich sehr froh. Das Wasserland scheint ein friedliches Fleck Erde zu sein. Doch meine Seifenblase, die ich mir gerade von meinen Vorstellungen erschaffen hatte, zerplatzte mit Kyles nächsten Worten.
„Sei dir nicht so sicher, dass es bleibt. Wir haben genug Feinde und es könnte sein, dass sie dich zu ihren Mitteln benutzen.“
„Na toll. Das war ja klar“, seufzte ich und er lachte herzlich.
„Keine Sorge, wir passen gut auf dich auf“, versprach er mir.
„Aber sicher ist das trotzdem nicht“, befürchtete ich besorgt.
„Nein, aber besser als nichts“, bestätigte er.
„Das stimmt.“
Wir schwiegen eine Weile. Dann fragte Kyle mich: „Du magst Henry sehr, oder?“
„Ja, aber ich mag dich auch. Ein Bild kann ich mir aber noch von keinem von euch machen. Ich kenne euch ja kaum.“
„Das stimmt. Also, was willst du wissen?“ Er bot mir jetzt die einmalige Chance ihm Fragen zu stellen. Die musste ich unbedingt nutzen.
„Keine Ahnung. Was machst du, wenn du nicht gerade Aufträge erledigst?“, fragte ich und leckte mir über die Lippen, wo mein Kirschwasser hängen geblieben war.
Kyle lachte aus Gründen, die mir nicht so klar waren. „Meistens lerne ich. Ab und zu spiele ich auch mit Henry und unseren Jungs Karten.“
„Wofür lernst du denn und welche Jungs sind das?“, fragte ich weiter.
„Es gibt spezielle Programme, die es uns erlaubt zu lernen, wie wir an der Oberfläche überleben können, aber es dauert Jahre bis wir damit zurecht kommen, und nicht jeder ist dafür geeignet. Henry zum Beispiel nicht. Das macht ihn traurig. Ich will es aber wenigstens versuchen. Die Welt da oben interessiert mich“, erklärte er.
Verdammt, das machte Kyle natürlich wesentlich interesanter, als Henry. Aber so zu denken war auch unfair gegenüber Henry.
„Und was lernst du da so?“, wollte ich neugierig wissen.
„Vor allem wie ich an der Oberfläche atmen kann. Unserer Atemrhytmus hier ist anders. Wir müssen versuchen ihn an die Verhältnisse der Welt da oben anpassen können.“
„Klingt schwierig“, fand ich.
„Ist es auch. Ausserdem lernen wir mehr über deine Welt als normal, damit wir uns nicht so fremd vorkommen wie du dich jetzt bei uns“, sagte er dann.
Meine Augen fingen aufgeregt an zu leuchten. „Kannst du mir auch mehr über eure Welt beibringen?“
„Möglich, aber vielleicht bist du da bei unseren Lehrern besser dran“, riet er mir.
„Ja, vielleicht.“
„Aber es wird auf jeden Fall eine Möglichkeit geben“, versprach er mir zuversichtlich.
„Das wäre schön. Und was ist mit deinen Abenden mit den Jungs?“ Ich hatte seine zweite Antwort nicht vergessen.
„Na ja. Eine Gruppe von etwa 4 – 6 Jungs. Wir pokern oder sowas. Manchmal zocken wir auch Skipbo. Einfach damit wir eine Beschäftigung haben.“ Er schien sich bei dieser Aussage etwas unwohl zu fühlen.
„Hört sich doch toll an“, fand ich betont munter. Ich fand das ganz normal. Für ihn war es vermutlich eher seltsam.
„Mein Vater sieht es nicht gern“, sagte er nur unbestimmt.
„Kann ich mir denken“, nickte ich und jetzt war ich es, die lachte.
„Okay, vielleicht sollten wir die Fragerunde hier jetzt abbrechen und wieder reingehen“, schlug Kyle vor. „Henry wird schon ziemlich beunruhigt sein. Seit er dich zum ersten mal gesehen hat, schwärmt er in einer Tour von dir.“
„Oh, wirklich? Hm …“ Unsicher sah ich zu Tür.
„Keine Sorge, er erwartet nichts von dir. Egal wie du dich letztendlich entscheidest, selbst wenn du keinen von uns wählst … Er wird es verstehen und akzeptieren“, versicherte mir Kyle.
„Okay“, erwiederte ich erleichtert. Enttäuschen würde ich ihn aber vermutlich dennoch.

Wir gingen also wieder in das Wohnzimmer und setzten uns wieder an den Tisch. Eine Weile unterhielten wir uns noch bis sich unser gemütliches Zusammensein sich bald auflöste und Kyle und Henry sich verabschiedeten. Ein bisschen verwirrt blieb ich zurück. Aber ich erinnerte mich daran, dass ich mich ja nicht sofort entscheiden muste. Ich hatte noch genug Zeit die beiden kennen zu lernen. Meinen Favorit hatte ich allerdings schon jetzt und bei dem lächelnden Gedanken an ihn schlief ich ruhig ein.

Das wars von heute. Kp ob es morgen weitergeht oder wann. Je nachdem wie ich Zeit hab und was ich so vorbereiten werde für die kommenden Tage.

Bloggeschichte Teil 9: Die geheimnisvolle Stadt

Und weiter gehts mit meiner Bloggeschichte. Wieder mal vordartiert, damit es weiter geht.

Die geheimnisvolle Stadt (Teil 9)

Das Essen schmeckte besser als erwartet. Ich genoss es wirklich. Während des Essens unterhielten sich vor allem die drei Brüder miteinander über Angelegenheiten aus der Wasserwelt. Romy beobachtete sie dabei missbilligend, sagte aber nichts. Nachdem Romy abgeräumt hatte (sie bat mich inständig am Tisch sitzen zu bleiben), wurde es geselliger und die Männer unterbrachen ihr Gespräch.
Romy schaltete leise Musik im Hintergrund an, die für mich sehr merkwürdig klang, und Callum lehnte sich genüsslich zurück. Selbst Kyle wirkte entspannter als sonst.

„Habt ihr schon gehört, dass Lane, die Verkäuferin von Wasser & Life, angeblich mit diesem Spinner Norwen zusammen gekommen sein soll?“, fragte Henry beiläufig, aber ich spürte, dass es irgendwie wichtig zu sein schien.
„Lane? Ernsthaft? Ist das nicht die Blonde, die immer mit ein paar Mädels durch die Stadt läuft und irgendwelche Traumgeschichten von sich gibt?“, fragte Callum seinen Bruder verdutzt.
„Also wirklich. Lena ist eine sehr liebenswerte Person“, mischte sich nun Romy in das Gespräch ein. „Und Norwen … nun ja, ein bisschen eigenartig ist er schon, aber eigentlich passen sie doch zusammen, oder?“
„Seid ihr unhöflich. Jilieen hat nicht die geringste Ahnung von wem wir reden“, wies Kyle seine Familie zurecht. „Ihr könntet sie wenigstens aufklären, und selbst dann könnte sie vermutlich nicht viel damit anfangen.“ Ich lächelte Kyle dankbar zu. Dieses Gespräch hatte mich wirklich etwas verwirrt.
„Danke“, formte ich mit meinen Lippen in seine Richtung. Er nickte nur.
„Oh, entschuldige. Natürlich.“ Romy schien sich unbehaglich zu fühlen, weil sie nicht selbst an mich gedacht hatte, sondern Kyle. Henry wirkte sogar etwas enttäuscht.
„Kein Problem“, versicherte ich ihnen und wollte doch auf das Thema zurückkommen. Henry sah so traurig aus. „Was wird in Wasser & Life denn verkauft?“
Jetzt strahlte mich Heny glücklich an.
„Wassergras. Das ist ein bisschen so wie eure Drogen an Land. Ein bisschen zwielichtig, aber bei uns nicht illegal. Ausserdem noch einige eher merkwürdige Gegenstände“, erklärte Henry. „Lane ist ein bisschen älter als Kyle und sehr hübsch, doch sie wirkt auch immer etwas sonderbar.
„Kein Wunder“, erwiederte Kyle fast etwas verächtlich. „Vermutlich nimmt sie das Zeug selbst zu sich.“
„Kyle“, rügte Romy ihn. „Bitte keine waghalsigen Vermutungen in meinem Haus.“
Daraufhin schwieg er.
„Kyle mag sie nicht besonders“, erklärte Henry mir. „Er hatte mal eine unangenehem Begegnung mit ihr.“
„Sehr unangenehm“, bestätigte dieser. „Als sie mir mal auf der Straße begegnete, wollte sie mir irgendein Traumpulver verkaufen. Dummerweise hatte sich das Päckchen selbst geöffnet und ist mir alles ins Gesicht geweht. Der ganze Inhalt.“
„Traumpulver bewirkt, dass man sofort in Schlaf verfällt und träumt“, erzählte Henry grinsend weiter. „Eigentlich sollte man es nur zu Hause im Bett ausprobieren.“
„Ich stand da also, die Augen zu, schwankte hin und her und fiel irgendwann einfach um. Der Laden war recht voll. Ich wachte in Lanes Büro auf. Frag mich nicht wie ich da hingekommen bin. Ich hatte einen sehr lebhaften eigenartigen Traum, den ich lieber vergessen würde, und war ziemlich benommen“, schloss Kyle seinen Bericht naserümpfend ab.
„Ich musste Kyle abholen und er schien immer noch benebelt zu sein. Wochenlang wurde er von allen unterschiedlichen Leuten gefragt, was passiert war“, ergänzte Henry noch.
„Diesen Laden werde ich sicher nie wieder betreten“, murrte Kyle.
„Es war ein Unfall, Kyle“, verteidigte Callum Lane. „Sie hat es nicht absichtlich gemacht.“
Kyle verzog nur sein Gesicht.
„Also ein Laden, den ich lieber vermeiden sollte?“, riet ich und Kyle nickte heftig. Ich konnte ein Grinsen allerdings nicht vermeiden. Die Vorstellung, dass dieser geheimnisvolle Mann so hilflos einem Traumpulver ausgeliefert gewesen sein soll war mir unvorstellbar. Jetzt war mir allerdings klar wieso Henry das Thema erst angesprochen hatte. Offenbar hatte er unbedingt davon erzählen wollen.
„Sowas kann in unserer Welt immer mal wieder passieren“, erklärte Romy mir vage. „Solange nichts schlimmeres passiert, sind wir eigentlich noch ganz gut bedient.“

Wir unterhielten uns noch weiter über diese Welt und ihr Leben. Ich fand es faszinierend wie unterschiedlich sie von meiner Welt her war. Aber wie sollte ich ihnen davon erzählen, wo die Männer nicht mal an die Wasseroberfläche konnten? Würden sie es verstehen?
„Begleitest du mich auf den Balkon, Jileen?“, fragte Kyle mich. Ich wollte Henry zwar nicht vernachlässigen, aber ich stimmte ihm zu, stand auf und folgte ihm.

Und was auf dem Balkon passiert, erfahrt ihr dann beim nächsten mal. Für heute reicht es erst mal. Oft fällt es mir schwer weitere gute Ideen zu finden. Mir liegt es eher auf dem Sofa auf meinem Blog zu schreiben. Deswegen bin ich gespannt ob nicht irgendwann die leuchtende Idee kommt wie ich diese Geschichte voran bringen kann.