Writing Friday: das etwas andere Labyrinth

Ich bin etwas spät dran mit meinen Writing Friday, aber nicht zu spät. Hier kommt er.

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Dieser Sommertag, war nicht wie jeder andere, denn…” beginnt.

Das etwas andere Labyrinth

Dieser Sommertag war nicht wie jeder andere, denn sonst saß ich meistens zu Hause, las im Garten ein Buch oder spielte mit meiner besten Freundin das verrückte Labyrinth. Auch heute taten wir das durchaus wieder, aber diesmal war es anders. Die Figuren bewegten sich und wurden immer schneller und plötzlich wurde es zu einem 3D Labyrinth. Wir waren mittendrin.
„Was machen wir jetzt?“, fragte mich meine beste Freundin Maja.
„Wir haben immer noch die Karten in der Hand. Vielleicht sollen wir uns immer noch durchs Spiel spielen“, überlegte ich.
„Wie denn?“, fragte Maja mich und klang etwas verzweifelt. „Wir sind in einem verdammten Labyrinth und es sieht verdammt echt aus.“
„Wir spielen zusammen“, schlug ich vor. „Wir haben nicht mehr viele Karten. Was hast du jetzt?“
„Diese komische blaue Raupe oder was das ist. Diese dickere.“
„Okay. Dann suchen wir die“, beschloss ich.
„Aber wie denn? Wir sehen sie doch gar nicht.“
„Hast du die Schiebekarte noch?“, fragte ich.
Sie nickte.
„Dann schieb sie in den Weg. Vielleicht hilft das.“
Also schob sie in den Weg hinein. Plözlich zeigte sich ein Pfeil.  Er zeigte in eine Richtung und die schlugen wir ein. So kamen wir voran. Wir mussten dreimal schieben bis wir das Teil erreicht hatten. Die Raupe schwebte in der Luft und wirkte beänstigend echt. Könnte aber auch ein Kuscheltier sein.
„Und jetzt?“, wollte sie wissen, aber da schwebte die Raupe praktisch schon auf sie zu in ihre Arme und Maja drückte sie an sich.
Ich hatte nur noch zwei Karten. Zunächst den Drachen. Hoffentlich war der so wie die Raupe, doch ich bezweifelte es. Ich wollte uns weiterführen, doch der Weg verschloss sich. Also war es der falsche Weg. Die  Schiebekarte war in meine Hand gefluscht und ich schob unseren Weg frei. Diesmal führte er uns über Steine. Ich hörte auch Wasser rauschen. Am Ende des Steinwegs war ein See und darüber schwebte der Drache. Es gab einen lauten Knall und wir erschraken. Er spukte einmal Feuer, aber uns tat es nichts. Dann verkleinerte er sich und flog in meine Arme. Er war also doch niedlich. Irgendwie.
Maja hatte als nächstes den Geldbeutel. Das konnte ja nicht schaden. An den zu kommen war allerdings etwas schwieriger. Wir mussten durch die Tiefen eines Waldes und kamen an einem Haus vorbei, das dem Lebkuchenhaus von Hänsel und Gretl verdammt ähnlich sah. Doch schließlich hatten wir es.
Meine letzte Karte war der  Zauberer. Owei. Ich hoffte das war nicht die böse Omi, die Hänsel und Gretl in den Ofen gesteckt hatte. Ich hatte ein Eckteil und kam nicht weiter. Dennoch fanden wir den Weg durch düstere Täler mit Brücken. Auf einer der Brücken stand der Zauberer, aber er bewegte sich nicht. Was jetzt? Maja hatte die rettende Idee. Wir brauchten einen Zauberspruch und wir fanden auch einen.
Zauberer und Krähenbrast. Mein solltst du sein.
Und so kam der Zauberer zu mir.
Maja hatte noch die Maus und die Krone. Zu der Maus kamen wir relativ schnell. Auch wenn wir sie erst suchen mussten. Dabei wühlten wir im Laub. Maja bekam sie schließlich zu fassen, doch unsere Hände waren schmutzig.
Schließlich blieb noch die Krone übrig. An die zu kommen stellte sich wieder als schwieriger heraus. Wir mussten Königshäuser erraten um den Weg frei zu bekommen. Das war nicht so mein Ding, aber Maja kannte sich recht gut aus.
Wir fanden den Weg, Maja ergriff die Krone und wir wurden aus dem Spiel geschoben. Schließlich landeten wir wieder auf unserer Wiese.
„Puh, das war schräg“, fand Maja. „Ich glaube ich werde nie wieder das verrückte Labyrinth spielen. Jetzt brauche ich erst mal eine Abkühlung. Lass uns in den Pool springen.“
„Zu gerne“, stimmte ich ihr zu und wir verbrachten den Rest des Tages im Pool. Doch das Labyrinth ließ mich nie mehr los.

Ende

So, das war meine kleine Geschichte hierzu. Ein kleiner Einblick in die Welt der Möglichkeiten. Was meint ihr?

 

Das 9. Wort 2017: Abgehen: Das Waldlabyrinth

Eine weitere Geschichte wird es von mir geben. Allerdings ist es zur Abwechslung mal nur ein Teil. Inspiriert wurde ich von Frau Vroh mit ihrer Herbstidee sowie von einem Maislabyrinth in unserer Nähe, von dem ich gehört habe.

Das Waldlabyrinth

Der Wald lag so dunkel vor mir wie es mir beschrieben wurde. Ein dunkles Waldlabyrinth in das man sich verliren konnte. Aber es hieß, dass es auch ein magisches Labyrinth war, dass Dinge zeigte, die einem bekannt waren. Ich war gespannt, zögerte aber doch, hineinzugehen.
Doch dann rief es plötzlich. Es rief mir zu. „Julian, Julian. Trete ein!“
Ich wollte auf jeden Fall eintreten und trat dann fast automatisch die nächsten Schritte. Ich betrat also das Labyrinth bevor ich wusste was ich tat. Ich konnte nicht  mehr zurück. Der Wald hielt mich gefangen.
Die Blätter rauschten um die Wette als würden sie sich eine Geschichte erzählen. Ich konnte mich dazu durchdringen weiter zu gehen. Die Blätter flogen jetzt grünleuchtend um mich herum und das wirkte irgendwie unwirklich. Das Rauschen wurde immer lauter und der Wind wehte mir um die Ohren. Ich hatte drei Gänge vor mir, die ich betreten konnte. Einer schimmerte bläulich, einer rot und einer gelb. Ich hatte keine Ahnung, was sich in diesen Gängen verbarg. Auf gut Glück wählte ich den gelben Gang und ging ihn ab.
Ich war im puren Sommer gelandet. Hier strahlte die Sonne warm am Himmel, die Vögel zwitscherten ihre Lieder und um mich herum befand sich der Strand und das Meer. Es kam mir vor wie im Paradies.
„Geh weiter“, forderte mich eine glockenhelle Stimme auf, die von nirgendwoher zu kommen schien.
Ich hielt es für besser die Anweisungen zu befolgen. Also ging ich an den Palmen entlang, hörte Meeresrauschen und genoss die Wellen, die die Muscheln umspülten. Dieser Gang war hell, freundlich und friedlich. Hier konnte ich es aushalten.
Aber am Ende des Ganges musste ich schließlich die nächste Richtung wählen und mich für einen anderen Gang entscheiden. Ich gelang in einen bunten Wald, wo der Sturm wütete. Ich erschauderte, weil es so sehr stürmte und regnete. Dennoch wurde ich nicht nass. Egal welche Böen mich trafen. Außerdem kam auch die Sonne strahlend durch die Bäume hindurch und bahnte sich ihren Weg. Sie zog lange Schatten hinter sich und der Geruch von Schnee lag in der Luft. Dieser Gng des Labyrinths wirkte so magisch und mystisch. Ich sammelte ein paar Kastanien, sah ein paar Eichhörnchen an mir vorbei huschen und entdeckte eine Eule in einem Baum sitzen. Dann kam der Nebel durch. Doch auch dieser Gang erreichte irgendwann sein Ende und las ich erneut die Richtugn wechselte bog ich in einen weißen Weg ab.
Hier wütete der Schnee. Er lag meterhoch und es fielen immer noch sanfte Schneeflocken auf den Boden. Frau Holle schien hier besonders fleißig zu sein. Ich formte Schneebälle und bewarf damit die Luft, baute einen Schneemann, fuhr Schlitten und freute mich über den Winter, der hier wütete. Den Winter hatte ich schon immer geliebt. Die Sonne glitzerte auf den Schnee und der Himmel war strahlend blau. Der winterliche Eispalast und die Tannenbäume drum herum bildeten für mich den krönenden Abschluss.
Als nächstes bog ich in einen grün leuchtenden Gang ab. Hier war der Wald nicht so dicht. Frühling breitete sich aus. Grüne Wiesen waren überall, Blumen blühten in den schönsten Farben und die Bäume waren wieder voller Blätter. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten. Alles wirkte friedlich und voller Leben. Hier gab es Bewegung. Das blühende Leben. Die Sonnenstrahlen wärmten auf der Haut und es fühlte sich einfach angenehm an.
Der nächste Gang, den ich nach erneuten Richtungswechsel betrat, erinnerte ebenfalls an den Frühling. Genauer gesagt an Ostern. Hasen liefen geschäftig hin und her. Osterfeuer brannten überall, bemalte Ostereier warteten in ihren Nestern darauf gefunden zu werden. Küken waren hier besonders beliebt, genau wie Süßigkeiten. Die Wiesen zeigten sich in einem kräftigen saftgrün und die Sonne strahlte wie immer am Himmel. Ich umarmte den Osterhasen, ging mit ihm Hand in Hand gemütlich durch den Gang und winkte ihm zum Abschied zu.
Nachdem das Osterglockengeläut verklungen war wechselte ich den Gang und begrüßte Weihnachten. mit offenen Armen. Diesen Feiertag liebte ich ja besonders. Die Christbäume waren reich geschmückt, Engel flogen durch die Luft und golden strahlend glänzten sie am Himmel. Die Kirche öffnete ihre Toren und die Gemeinde sang Stille Nacht, heilige Nacht, der Schnee war auch hier wie früher ziemlich hoch und ließ Kinderaugen strahlen. Geschenke lagen unter den Bäumen und der Weihnachtsmann fuhr mit seinen Rentieren den Gang entlang. In diesem Gang des sonderbaren Waldlabyrinths schien das Glück besonders greifbar zu sein. In der Mittte stand eine lange Tafel und der Braten und andere leckeren Gerichte waren gedeckt. Doch irgendwann musste ich weiter. Besonders hier wollte ich eigentlich nicht weg, aber das Labyrinth trieb mich vorwärtst. Auf zum nächsten Gang.
Hier wurde es gruselig. Herbst lag wieder in der Luft. Geister schwebten durch die Bäume und gruselig gekleidete Leute bewiesen, dass Halloween war. Vampire liefen durch die Straßen, in einer Ecke stand eine Geisterbahn und Kinder rannten herum und riefen: „Süßes oder Saures!“ Herbstblätter rieselten von den Bäumen und Hexen begegneten mir. Ich machte, dass ich schnell weg kam. Ich mochte Halloween nicht.
Allerdings war der nächste Gang auch nicht gerade besser. Hier herrschten die Toten. Sollte das Allerheiligen darstellen? Gruselig. Besser ich verschwand von hier.
Und dann gelang ich in den letzten Gang. Der hier war voller Hoffnung, ich spürte das pure Glück und reinen Frieden. Hier herrschte die Harmonie. Ich war vollkommen entspannt. Vor allem aber spürte ich die tiefe Liebe, die mich glatt überwältigte. Und plötzlich kam ein Mädchen auf mich zu. Es erinnerte mich an einen Engel mit den goldenen Haaren und dem weißen Kleid. Ihre Füße waren nackt. Sie wirkte so rein und gut, dass ich mein Glück kaum fassen konnte. Ein Lächeln erschien auf meinem Gesicht und auch auf ihren Lippen spiegelte es sich wieder. Ihre Stimme war glockenhell als sie sprach. „Julian, ich habe lange auf dich gewartet.“
„Wie heißt du?“, wollte ich neugierig wissen.
„Such dir einen Namen für mich aus“, forderte sie mich auf.
Ich dachte eine Weile darüber nach und antwortete dann: „Alissa.“
Sie packte nach meiner Hand und zog mich mit sich. Raus aus dem Labyrinth und rein in den Märchenwald. Und dann war ich plötzlich wieder in meinem Bereich des Waldes mit Alissa an meiner Seite. Das war eine unvergessliche Reise durch ein einzigartiges Labyrinth gewesen. Ich war glücklich und überwältigt und noch viel wichtiger: Ich war nicht mehr allein.

Ende

Juhu, ich habs ja heute doch noch geschafft es abzuschreiben. Und was haltet ihr jetzt von meinem Waldlabyrinth?