Story-Samstag 5: Weihnachten in Loreoll

Bei Tex Story-Samstag gehts heute um die Weihnachtszeit und ich muss sagen, dass ich echt Bock hab zum heutigen Thema was zu  schreiben. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher was ich schreibe.

Ich tendiere zwischen einer Kindergeschichte und Weihnachten in einer meiner Welten.  Mal sehen, was es wird. Eine hatte ich ja schon mal beim-Story Samstag.

storysamstag

Weihnachten in Loreoll

(Achtung! Ist natürlich nach „Elfenstern die Rittergilde“, aber vor „Die Zauberfeen“)

Weihnachten war für mich die schönste Zeit im Jahr. Die schön geschmückten Tannenbäume, die Weihnachtsmärkte, die extra freie Zeit und einfach alles war so hübsch geschmückt. Die gemütlichen gemeinsamen Abende und die Musik gehörten natürlich auch dazu.

Hier in Loreoll war Weihnachten ja was ganz besonderes. Es war mein zweites Jahr zusammen mit Corentin im Schloss und wir wollten ein prachtvolles Fest geben im Kreise der Familie. Djana hatte einen Hang zum Schmücken, wie ich schon bei meiner Hochzeit festgestellte. Auch jetzt hatte sie es weder übertrieben noch zu wenig aufgehängt. Es war einfach perfekt. Tedren hätte das lieber seinen Dienstboten aufgegeben, aber Djana war stur. Sie liebte es einfach zu dekorieren.

Renn war bereits ein halbes Jahr alt und machte die Gegend unsicher. Mein Sohn ließ Djana ganz schön schwitzen, denn seine Lieblingsbeschäftigung in der Weihnachtszeit war all das Glitzerzeug von Djana wieder von den Bäumen zu reißen. Noch begeisteter war er dabei die Weihnachtsmänner, die als Dekoration dienten, umzuschmeißen und damit zu spielen. Aber Djana lachte dann nur und ließ ihm eine zeitlang seinen Spass. Sie vergötterte unseren Jungen. Er erinnerte sie daran, wie Corentin als Kind war.

In der Vorweihnachtszeit gingen Djana und ich mit Renn oft zum Weihnachtsmarkt in der Stadt. Tedren schickte uns immer mindestens drei Wachen mit, auch wenn wir ihm noch so oft sagten, dass wir die nicht brauchten. Er war immer noch frostig zu mir, aber auch er liebte Renn sehr. Der kleine Junge ließ ihn etwas weicher werden.

Heute trafen wir auf dem Weihnachtsmarkt zwei Ritterrinnen. Mathilda und Theodora. Die beiden Ritterinnen waren Freundinnen und hatten einst die Zwerge um Hilfe gerufen. Sie waren gute Freundinnen von Tedrens Bruder Tiljan.

„Hallo, ihr beiden“, begrüßte Mathilda sie. „Ist es nicht toll, endlich wieder die Weihnachtsmärkte besuchen zu können. Ich liebe diese Zeit.“
„Weihnachten ist wie jede andere Zeit. Daran ist rein gar nichts besonderes“, bemerkte Theodora grimmig.
Djana begrüßte die beiden freundlich: „Wie geht es euch?“
„Ach mal so, mal so. Du kennst das ja“, antwortete Mathilda nur unbestimmt. „Steffen ist viel unterwegs und ich bin oft allein.“
„Ich komme dich doch oft besuchen“, erinnerte Theodora ihre Freundin. Mathilda verdrehte nur die Augen. Djana und ich konnten uns denken, was sie dachte. Das war einfach nicht das selbe. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn Corentin ständig unterwegs wäre. Bisher war er immer bei mir gewesen.
„Dann ist dir der Weihnachtsmarkt doch bestimmt eine willkommene Ablenkung“, erwiederte Djana nun.
Renn quengelte in seinem Wagen. Er wollte raus, aber richtig gut laufen konnte er noch nicht. Deswegen nahm ich ihn aus den Kinderwagen und auf meinen Arm.
„Er ist so groß geworden“, lächelte Mathilda und nahm seine kleine Hand in ihre. „Kinder weren so schnell groß.“
„Ja, langsam fängt er an zu sprechen“, nickte ich stolz. Unser Sohn war einfach ein verdammt süßer kleiner Junge.
„Dada“, sagte Renn und zeigte auf einen Elch, der an einem Stand aufgebaut war.
„Ich geh am besten einfach weiter. Besucht uns doch an Weihnachten“, verabschiedete ich mich von den beiden Frauen. Fragend sahen sie Djana an.
„Das ist eine gute Idee. Uns würde es freuen. Tiljan kommt ebenfalls mit seiner Familie“, stimmte Djana mir zu.
Ich bekam nicht mehr mit, was die Frauen antworteten, denn ich ging zusammen mit meinem Sohn weiter über den Weihnachtsmarkt.

Die Adventszeit verging schnell. Renn beanspruchte meine ganze Zeit, und wenn er endlich schlief, kuschelten Corentin und ich uns gemütlich ans Feuer im Wohnzimmer. Der Weihnchtsmorgen brach schließlich an. Tiljan und seine Familie waren schon seit einer Woche bei uns und Mathilda und Theodora waren gestern zusammen mit Steffen und Alejandro angekommen. Corentin hatte viel Zeit mit seinem Onkel verbracht. Er hatte ihn sehr vermisst.

Abends deckten die Dienstbonten den leckersten Weihnachtsbraten auf den Tisch, den ich je gegessen hatte. Renn schlief gerade in seinem Kinderbettchen. Das viele Geschenke auspacken unterm Weihnachtsbaum hatte ihn müde werden lassen. Mein Vater Cameron saß selbstverständlich neben mir und auf meiner anderen Seite war Corentin. Ich fühlte mich pudelwohl und genoss dieses Weihnachtsfest sehr. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich hatte ich meine Familie um mich. Die liebsten Menschen, die ich kannte. Es war das schönste aller Weihnachtsfeiern, die ich bisher mit Corentin verbracht hatte. Die vorherigen hatten wir uns nämlich im Wald verstecken müssen, da wir unsere Liebe zueinander geheim gehalten hatten. Ich lächelte bei dem Gedanken daran. Jetzt schien diese Zeit wie ein anderes Leben zu sein. Corentin war hier, mein Sohn war hier, meine Familie war hier. Wir waren ausgelassen und fröhlich, passend zur Weihnachstzeit.
So, das war eine Erzählung von Lilien. Sie war natürlich bereits mit Corentin verheiratet. Hat Spass gemacht. Mal sehen, was das nächste Thema dann sein wird.

Protagonisten-Sonntag 9: Fakten über Lilien aus Elfenstern Die Rittergilde (meine Geschichte)

Heute mal ein Protaganisten – Sonntag anderer Art. Letzte Woche ließ ich ihn ja aus, weil er erst so spät kam und ich da so viel anderes am PC gemacht hab, aber heute bin ich wieder mit dabei.

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Heute gehts wieder um Fakten und das wird recht interessant, denn heute nehme ich einen Charakter von meinen eigenen Geschichten.

Lilien – Elfenstern – Die Rittergilde

Also Fakten über Lilien:

  1. Sie ist bei Pflegeeltern aufgewachsen
  2. Ihr bester Freund ist Corentin
  3. In ihr steckt mehr als sie ahnt
  4. Sie ist eine gute Kriegerin in der Rittergilde
  5. Corentins Vater Tedren mag sie nicht
  6. Lilien erfährt innerhalb der Geschichte wer ihre Eltern sind
  7. Sie ist sehr klug, aber auch traurig
  8. Sie hat eine sehr wichtige Rolle in meiner Geschichte (Nicht nur, weil sie die Hauptperson ist)
  9. Lilien lebt in Loreoll.
  10. Auch in meinen Zauberfeen spielt sie noch mal eine Rolle

Das wars auch schon wieder von mir. Hat Spass gemacht mal was über einen meiner eigenen Charaktere zu schreiben und da ich gerade erst auf meinem Kindle „Die Rittergilde“ ausgelesen hatte, passte sie gut rein.

Kapitel 57 Vermutungen

Ein Licht weist den Weg,
der zur Hoffnung führt,
erfüllt den Tag, dass es jeder spürt.

Weihnachtslied – Ein Licht geht uns auf

Wir gingen durch einen Tunnel, der im Sternenlicht hell erleuchtet war. Er wirkte schmal und lang und Corentin musste sogar den Kopf einziehen. Die Wände waren grau und trist, ähnlich wie Lehm. Aber sie schimmerten auch weiß durch das Sternen-licht. Es sah wirklich schön aus.
„Ich dachte ihr bewacht ständig den See und seid erstarrt. Wieso läufst du mit Lilien nun so herum? Ich hab bisher außer euch keinen einzigen Wächter gesehen“, fragte ich Corentin neugierig. Das beschäftigte mich schon seit ich hier angekommen war und Co-rentin saß direkt an der Quelle. Er konnte mir bestimmt mehr verraten.
„Die Wächter sind die meiste Zeit unsichtbar. Es sei denn sie wollen gesehen werden wie wir. Dann treten sie aus dem Licht, so wie wir es taten. Aber das kommt nur sehr selten vor, weil die Wächter sehr selten ihren Posten verlassen“, erklärte Corentin mir.
„Und wo gehen wir jetzt hin?“, fragte ich ihn dann.
„Wir haben so eine Art Versammlungsraum, wo sich einige Wächter manchmal treffen. Warts einfach ab“, erwiderte er sehr geheimnisvoll.
Den Rest des Weges schwiegen wir und es dauerte auch gar nicht mehr lange, bis wir zu dem Raum kamen und der Tunnel endete. Der Raum war einfach gigantisch. Eine riesige Höhle. So stellte ich mir die Zwergenhöhlen von damals vor, nur kleiner. Tische und Stühle standen überall quer im Raum bereit. Corentin ging zu Lilien und ich zu Leinar.
„Alles klar?“, fragte er mich besorgt. Ich nickte nur und suchte Cameron. Er sah gesund und munter aus, aber eigentlich hatte ich auch noch nichts anderes erwartet. Die Höhle war wie der Tunnel hell mit Sternenlicht erleuchtet.
Unter den Anwesenden waren auch einige Fremde, die wohl die Wächter des Sees sein mussten. Sie trugen alle himmelblaue Kleidung, wirkten aber sonst eher unscheinbar. Irgendwie blass. Fast leichenblass. Neben Lilien und Corentin standen jeweils zwei der fremden Wächter.
„Ich bin wirklich froh, dass ihr gekommen seid. Wir können eure Unterstützung gut ge-brauchen. Neben mir stehen Feena und Bryn. Zwei unserer Wächterinnen des Sees. Von Feena habt ihr bestimmt schon gehört“, stellte Lilien die beiden Frauen vor.
Das war Feena? Ich hatte mir sie wunder-schön vorgestellt und sie sah auch ganz hübsch aus, aber irgendwie auch etwas unförmig, als wäre sie noch nicht ganz fertig gestellt. Da fehlte auf einer Seite ein komplettes Ohr, ohne dass eine Narbe zu sehen wäre. Ein Auge war blau und ohne Umrandungen, wie es sonst üblich war. Die Farbe auf der einen Unterlippe war Hautfarben und nicht rot. Ihre Haare waren eine Mischung aus rot, schwarz, blond und einigen anderen Farben. Sie waren lang, glatt, wellig und seltsamerweise auch irgendwie kurz zugleich. Das sah ziemlich verrückt aus. Dies sollte also die erste Fee überhaupt sein? Aber andererseits machte es schon irgendwie Sinn. Wieso sollte die aller-erste Fee perfekt sein? Sie war eben die erste aller Feen.
Die andere Fee neben Feena, Bryn, war ziemlich klein, hatte kastanienbraunes, langes Haar und sanfte grüne Augen.
„Auch ich danke euch“, ergriff Feena das Wort. Ihre Stimme war weich und irgendwie lieblich, wirkte aber auch heiser. „Langsam wird es ernst. Die Angreifer kommen immer besser voran und wir müssen sie unbedingt stoppen.
„Dafür sind wir hier“, bemerkte Cameron trocken.
„Richtig“, nickte Feena. „Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass sowieso nur eine in diesem Raum den Angriff wirklich beenden kann.“ Feenas Blick wanderte vielsagend zu mir und ich zuckte leicht zusammen. Wie viel wusste sie? Was für Fähigkeiten hatte sie eigentlich? War sie allmächtig?
„Keine Angst, Mianna“, hörte ich plötzlich Feenas Stimme in meinem Kopf. „Ich kann jede Fähigkeiten von allen Anwesenden im Raum nutzen. Ich denke, du weißt wessen Fä-higkeit ich gerade gebrauche. Ich kann dir also helfen. Du musst das nicht allein machen. Allerdings bin ich alt und längst nicht mehr so mächtig wie früher. Meine Magie wird schwä-cher und das kann genauso gefährlich werden für unsere Welt, wie das Vernichten des Lebenssees. Deswegen darf ich meine Magie nur in äußerster Not anwenden, es sei denn ich beschütze den Lebenssee. Aber mit meiner und mit Leinars Hilfe wird es dir auf jeden Fall gelingen die Angreifer zu stoppen.“
Ich war unendlich erleichtert und dankbar. Feena war da und stand mir bei. Während ich Feenas Stimme gelauscht hatte, hatte Lilien offenbar das Reden übernommen. Die anderen hörten ihr aufmerksam zu.
„Und ich bin hier, weil ich die Geschichte des Lebenssees besser kenne als irgendwer sonst. Selbst besser als Feena“, erklärte Bryn uns dann.
„Das stimmt“, nickte Feena. „Bryn bewacht den See schon ziemlich lange. Ich zwar auch, aber ich war zwischendurch auch mal weg.“ Sie schien das etwas zu wurmen, aber sie lächelte Bryn herzlich zu.
Ich fragte mich, ob Bryn ein Stern war. Feen konnten theoretisch nicht länger den See bewachen als Feena. Würde mich einfach mal interessieren.
„Dies ist nicht der erste Angriff auf den See“, erklärte Bryn. „Auch wenn der letzte schon seit Jahrhunderten zurück liegt gab es noch einen und der war damals wesentlich schwächer als der heutige. Damals war er von Sternen angeführt worden, die einen Groll gegen Feen hegten.“
„Gibt es eigentlich noch andere Seen außer diesen?“, fragte Leinar nun. Das war durchaus eine interessante Frage. Doch wo sollten sie existieren?
„Nein, unser ist der Einzige“, beantwortete Feena seine Frage. „Die anderen Völker brauchen solche Seen nicht.“
Was immer das heißen mochte…
„Diesmal hab ich auch das Gefühl, dass die Angreifer keine Sterne sind“, bemerkte Coren-tin auf einmal.
„Nein, das sind sie wohl nicht“, stimmte Feena ihm zu. „Das zumindest können wir wirklich ausschließen.“
„Wie sollen wir jetzt weiter vorgehen?“, wollte Cameron nun wissen.
„Cam, ich find du solltest hierbleiben und alles überwachen“, schlug Feena ihm diplomatisch vor. Sie musste wissen, was Tiljan mir erzählt hatte. Wieso sonst sollte sie gerade diesen Vorschlag machen? Sie schien wohl Gedanken lesen zu können oder sie spüren zu können wie Corentin.
„Machst du Witze?“, fragte Cam Feena überrascht und auch gekränkt. „Du hast mir selbst gesagt, dass so viele wie möglich kom-men müssen um die Mission zu beenden.“
„Ja schon, aber Tiljan hatte eine beunruhigende Vision, was dich und die Mission be-trifft.“
„Gehts etwas genauer?“ Cameron wirkte wütend. Ich konnte es ihm nicht verübeln. Es musste ein schwerer Schlag für ihn sein zurückbleiben zu müssen.
„Es könnte dir etwas zustoßen“, wagte sich Feena vorsichtig weiter. Corentin und ich warfen uns einen Blick zu und Corentin zuckte leicht mit den Achseln, als wollte er mir sagen, dass er auch nicht wusste, was Feena vorhatte.
„Das kann mich nicht mehr schocken. Ich bin alt. Ich werde nicht als Einziger hier war-ten und Däumchen drehen“ Cameron ließ nicht so leicht locker.
„Und was ist mit deiner Familie?“, konterte Feena. „Sie werden sich nicht konzentrieren können, weil sie sich ständig um dich sorgen müssten.“
„Dann hättest du uns nicht von dieser Vision erzählen dürfen“, erwiderte Cameron ge-reizt. Ich bewunderte ihn, weil er sich Feena so entgegensetzte. Ich hätte das nicht gekonnt.
Feena seufzte tief. Ich dagegen musste Cameron da durchaus Recht geben.
„Dad!“ Lilien ging jetzt zu ihm und nahm seine Hand in ihre. „Tust du es wenigstens für mich? Ich weiß, es gefällt dir nicht, aber ich möchte dich in Sicherheit wissen.“
„Lil, ich weiß, dir fällt es schwer mich gehen zu lassen, aber ich bin alt. Für mich be-deutet der Tod was anderes als für dich. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich mich dort in den Tod stürzen möchte, keine Sorge. Aber ich möchte hier dabei sein und wenn ich verletzt werde ist das eben so.“
„Ich kann es dir nicht ausreden, oder?“, fragte Lilien unendlich traurig.
„Nein, Liebes. Ich befürchte nicht“, stellte Cameron klar.
„Na gut, aber versprich mir, dass du gut auf dich aufpasst.“, bat Lilien ihn trotzdem.
„Versprochen!“ Cameron umarmte seine Tochter fest. Die Verantwortung für mich war zu groß. Ich sollte diesen Angriff beenden und ich musste dafür sorgen, dass Cameron auf keinen Fall verletzt wurde. Das durfte nie pas-sieren. Wieso musste er auch so stur sein?

Kapitel 55 Alte Freunde

Heucheln und Lügen ist sinnlos.
Weil wir uns gegenseitig fast
wie Glas durchschauen.
Wir machen uns schon lange nichts mehr
gegenseitig vor.
Und das ist gut so!

Pur – Freunde

 

Wir versammelten uns alle in dem Ballsaal, der so prachtvoll wirkte. Heute war er ganz golden getaucht. Das ließ ihn elegant wirken. Hier war auch die Eröffnungsfeier. Das schien mir Ewigkeiten her zu sein.
Cam erklärte uns noch mal wie wir ge-danklich zum See gelangen würden. Wir fassten uns alle an den Händen und bildeten eine lange Reihe. Ich war nervös, denn das war eine wirklich große Sache. Es könnte so viel schief gehen.
„Lass meine Hand nicht los, egal was passiert“, bat Leinar mich eindringlich. Er hörte sich so besorgt an.
„Mach ich nicht“, versprach ich ihm und drückte seine Hand fester. Ich wollte ihm zeigen, dass ich es ernst meinte. Meine andere Hand hielt die meines Vaters. Sie war warm und er hatte einen angenehmen Händedruck. Nicht zu lasch und nicht zu fest.
Cam hielt die Hände von seinen Enkeln Corly und Renn wie die eines Rettungsankers. Ich erinnerte mich an Tiljans Warnung. Ich durfte ihn nicht aus den Augen lassen, aber ob mir das gelang, konnte ich nicht wissen. Jetzt musste ich mich erst mal voll konzentrieren, um zum Lebenssee zu gelangen. Um Cam konnte ich mich später kümmern. Ich schloss fest die Augen und konzentrierte mich auf den See.
„Jetzt!“, gab mein Vater das Kommando. Ich dachte weiter ganz fest an den Lebenssee und hielt Leinar und Lunars Hände noch fester. Ich spürte plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen und dann fühlte es sich an, als würde ich ziemlich lange schweben. Ich sah keine Farben. Nur das weite Nichts. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis mein Vater seine Stimme erneut erhob. Seine Anweisung lautete folgendermaßen: „Ihr könnt die Augen wieder aufmachen.“
Ich hatte erst gar nicht mitbekommen, dass es ein Befehl war, dass wir die Augen schließen sollten. Ich hatte es einfach getan. Automatisch. Ich wollte das Nichts nicht sehen müssen.
Jetzt öffnete ich die Augen jedenfalls wie-der und konnte erst gar nicht wirklich registrieren, was ich da sah. Es wirkte, als seien wir in einer völlig anderen Welt angekommen und vermutlich waren wir das auch. Der Himmel war hell und dunkel zugleich. Etwa wie bei Wolkenwetter, wenn die Wolken düster wa-ren, aber sich trotzdem noch blaue Stellen am Himmel zeigten oder die Sonne sich sogar einen Weg ins Licht bahnte.
Die Sterne und die Sonne teilten sich den Himmel und die Sterne reichten bis zum Boden. Das wirkte seltsam, da Sterne so nicht sein sollten. Aber irgendwie sah es auch schön aus, weil es so anders war. Die Luft war gleichzeitig warm und kalt. Als könnten die Temperaturen sich nicht entscheiden, wie das Wetter am Lebenssee sein sollte. Die Farben wirkten kräftiger wie ein ganzes Meer aus Farben mit einem leuchtenden Tönen und vor uns erstreckte sich ein riesiger See, der in der Ferne verlief. Er schien unendlich zu sein und auf ihm waren unzählige Kerzen verteilt. Das Wasser war wellig wie bei einem kräftigen Sturm, doch die Kerzen bewegten sich dabei kein Stück. Der See war umrundet von einer schlichten grünen Wiese, die aussah wie eine glatte Schneedecke, nur ohne Schnee.
Ich hatte geglaubt unzählige Wächter müss-ten den See schützen, aber gerade entdeckte ich keinen Einzigen. Es war mucksmäuschenstill. Man hörte wirklich gar nichts. Kein einziges Geräusch. Nicht mal ein Vogelzwit-schern. Das fand ich irgendwie unheimlich. Unnatürlich.
Hier spürte ich die Magie stärker als überall sonst, wo ich je gewesen war. Meine Haut leuchtete hier stärker denn je, obwohl ich das mittlerweile eigentlich recht gut unter Kontrolle hatte. Doch hier schien mein Abschaltmechanismus nicht mehr zu funktionieren. Diese Welt um den Lebenssee wirkte einfach voller Magie und sehr sternenhaft.
Leinar hielt noch immer meine Hand fest, während mein Vater meine andere Hand losgelassen hatte. Doch ich war froh, dass Leinar so nah neben mir war. Ich kam mir in dieser fremden Welt so seltsam verloren vor. Nur Leinar konnte dieses Gefühl bremsen. Er war für mich der Inbegriff von zu Hause gewor-den. Wo er war konnte ich ohne weiteres leben.
„Sind wir außerhalb oder innerhalb des Schutzwalls?“, unterbrach Lunar die gespenstige Stille mit seiner klangvollen angenehmen Stimme. Ich zuckte zusammen, weil sie so laut war in der Stille. Leinar drückte meine Hand fester.
„Innerhalb“, erklärte Cam. „Die Wächter wussten, dass wir kommen. Also konnten sie einen Zauber aussprechen, damit wir hierher gelangen konnten.“
Plötzlich erschien auf der Wiese ein unglaublich helles Licht und daraus traten zwei wunderschöne Gestalten. Ich war verwirrt, weil das ebenfalls so unnatürlich wirkte. Als wenn ein Engel direkt aus dem Himmel auf die Erde kämen.
Camerons Augen weiteten sich und er rief erfreut:“ Lilien? Corentin?“ Er schien mehr als überrascht zu sein, obwohl er doch wissen musste, dass sie hier waren.
Das also waren Corentin und Lilien. Lilien trug ein wunderschönes weißes Kleid. Es ließ sie so rein und makellos wirken wie ein echter Engel. Sie hatte die blasseste haut und die hellblondesten Haare, die ich je gesehen hatte.
Corentin trug ein weißes Leinenhemd und eine weiße Jeans. Auch er wirkte rein und unberührt. Irgendwie magisch, doch er hatte schwarzes Haar. Gab es Engel mit schwarzen Haaren? Ich stellte sie mir immer blond vor.
Beide waren Barfuß. Ihre Schönheit blen-dete uns fast. Sie schienen von innen heraus zu leuchten. Lilien hielt Corentins Hand als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt. Selbst auf dem ersten Blick konnte ich leicht die tiefe Verbindung spüren, die beide miteinander verband.
„Dad!“, rief Lilien ebenfalls erfreut und warf sich ihrem Vater in die Arme. Die beiden waren offensichtlich überglücklich sich zu sehen.
„Oh Lil, meine Lil! Ich hab dich so ver-misst.“ Cameron seufzte und Lilian legte ihren Kopf an die Schulter ihres Vaters.
„Ich dich auch. Ich merke erst jetzt wie sehr.“ Die Wiedersehensszene war einfach nur herzzerreißend.
„Hallo Cameron“, begrüßte Corentin nun seinen Schwiegervater und strahlte ihn an. „Es ist lange her.“ Er wirkte ruhiger und eleganter als Lilian, aber nicht unsympathischer.
„Viel zu lange“, nickte Cameron und um-armte auch ihn herzlich.“ Offenbar mochte Cameron ihn wirklich.
„Mom, Dad?“, fragte Corly nun mit Tränen in den Augen und lief auf ihre Eltern zu. Das ließ sie wie ein junges Mädchen wirken. Renn und Lim folgten ihrer Schwester. Erst jetzt konnte ich sehen wie ähnlich sich die beiden Männer eigentlich sahen und auch ihrem Va-ter. Das war mir vorher gar nicht aufgefallen. Ohne den Vergleich mit Corentin war es mir wohl nicht möglich gewesen.
„Oh, meine Süßen!“, strahlte Lilien über-glücklich und nahm alle drei Kinder gleichzeitig in ihre Arme. Danach umarmten sie auch ihren Vater. Es war etwas verwirrend, dass Corentin und Lilien fast jünger aussahen als die drei. Es wirkte eher als seien sie gute Freunde.
Nachdem sie sich wieder voneinander ge-löst hatten, winkte Renn uns heran. An seine Eltern gewandt zeigte er auf uns: „Darf ich euch meine Tochter Linnie vorstellen, ihren Mann Lunar und ihre Tochter Mianna? Lunar ist der Sohn von Theodora. Sie müsstet ihr ja kennen.“
„Lunar, du hast kein Sternenblut in dir, oder?“, fragte Lilien meinen Vater zunächst.
„Nein, das hab ich nicht.“
„Wie kannst du dann hier sein?“, wollte sie wissen.
„Ich bin der aktuelle König des Feenlandes und Linnie und ich haben eine gemeinsame Tochter, wie Renn eben schon sagte.“ Er zeigte auf mich. Ich fragte mich, was es mit mir zu tun hatte, dass er hier sein konnte.
Lilien schien es dagegen zu wissen. Sie mus-terte mich neugierig. Dann sah sie wieder Lunar an. „Ah, ich verstehe. Die Blutsmagie von Königspaaren ist besonders stark heißt es.“
„Genau und mit einer Tochter mit Sternen-blut sogar noch stärker“, bestätigte Lunar lächelnd.
„Und Mum, Dad! Darf ich euch auch mei-nen Enkel Leinar vorstellen?“, mischte sich jetzt Lim ein.
„Oh, hallo Leinar. Es ist schön euch alle kennen zu lernen“, lächelte Lilien glücklich. Leinar wirkte etwas nervös. Das lag wohl an den vielen Leuten. Er hatte sich verändert, aber gewisse Eigenschaften blieben nun mal.
Mein Vater antwortete für uns alle: „Es freut uns auch euch kennen zu lernen.“ Und da hatte er vollkommen Recht. Ich freute mich wirklich Lilien und Corentin kennen zu lernen und konnte kaum glauben, dass sie vor uns standen.
„Ich freu mich natürlich auch euch alle kennen zu lernen“, beeilte sich Corentin zu sagen und musterte mich dabei besonders ein-gehend. Bisher war er ziemlich still gewesen. Ich fragte mich, warum er mich so ansah. Als würde er irgendetwas wissen.
„Und wer ist da noch bei euch?“, fragte Li-lien neugierig. Ihre Stimme klang nicht nur nach Gesang, sie war wie richtige Musik.
Fiann Nike trat nun vor und strahlte Lilien an. „Hallo Cousine.“
„Fiann Nike!“, rief Lilien erfreut und um-armte ihre Cousine herzlich. Diese erwiderte ihre Umarmung.
„Ja! Und das sind meine Söhne. Kenian, Nelson und Alexis.“ Sie zeigte nacheinander auf die drei Männer. Kenian war tatsächlich der große Blonde, Nelson der Rothaarige und Alexis der Schwarzhaarige. Hatte ich also doch Recht gehabt.
„Schön euch kennen zu lernen.“ Lilien nickte ihnen zu und auch Corentin begrüßte auch sie.
„Wir freuen uns auch“, versicherte Kenian ihr.
„Ich fasse nicht, dass ihr alle hier seid. Mein Vater, meine Kinder, meine Enkel und Urenkel und meine Cousine und ihre Söhne. Es ist einfach unglaublich.“ Lilien sah die genannten Personen nacheinander an.
„Ja, es ist wirklich unglaublich und ich möchte unsere Zusammenkunft bestimmt nicht beenden, aber wir dürfen auch nicht vergessen wieso wir hier sind“, erinnerte Cameron seine Tochter. Die Müdigkeit, die ich bei ihm kennen gelernt hatte, war wie weggeblasen, seit er Lilien wieder gesehen hatte.
„Natürlich, du hast Recht. Dann kommt mit, lasst uns reden.“ Lilien führte uns vom See fort, doch Corentin hielt mich zurück.
„Kann ich kurz mit dir reden, Mianna?“
Ich sah den anderen besorgt hinterher, aber er versicherte mir schnell: „Keine Angst, ich kenne den Weg genau so gut wie Lilien.“
„Na gut.“ Wir blieben also wo wir waren. Ich war unsicher. Was wollte er von mir?
„Was hat Tiljan dir erzählt?“, fragte er mich ohne Vorwarnung. Ich war etwas überrumpelt.
„Woher weißt du davon?“, wunderte ich mich.
„Ich spüre so was“, erklärte er mir. „Seit ich fast gestorben wäre spüre ich sowas.“
„Ich darf nicht darüber reden. Ich hab es ihm versprochen“, erklärte ich. Tiljan hatte es mir eingetrichtert.
„Bei mir ist das schon in Ordnung“, versicherte er mir. „Er ist mein Onkel, vertrau mir.“
„Aber ich kenne dich gar nicht.“ Ich hatte schon das Gefühl, dass ich ihm trauen konnte, aber ich hatte Tiljan versprochen mit Niemanden darüber zu reden. Das Versprechen musste ich doch halten, oder?
„Ich weiß, aber du kannst mir vertrauen, wirklich.“ Er strahlte seine Energien nach mir aus und ich spürte, dass Tiljan nichts dagegen hatte, dass ich es ihm erzählte. Es war so ähn-lich wie bei der Fähigkeit meines Vaters, dass ich einfach wusste, dass er mich liebte durch eine einzige Berührung. Ich erzählte ihm also, was Tiljan mir gesagt hatte.
„Feuermagie?“, fragte Corentin überrascht, als ich geendet hatte. „Sie ist uralt und sehr mächtig. Ich dachte sie wäre längst ausgestor-ben.“
Ich zuckte mit den Achseln. „Es ist halt meine besondere Fähigkeit.“
Corentin nickte. „Stimmt. Und er hat wirk-lich gesagt, dass Cam verletzt werden könnte und dass Cam die Angreifer kennt?“
„Ja hat er“, nickte ich bestätigend.
Corentin schien nicht sehr überrascht davon zu sein. „Ich hab das schon vermutet. Ich hab nämlich so eine Vermutung, wer die Angreifer sind.“
„Teilst du deine Vermutungen mit mir?“, bat ich ihn. Immerhin hatte ich ihm auch von Tiljans Visionen erzählt. Das war nur fair, oder?
„Natürlich. Ich hab Majenna und Felicitas in Verdacht, aber ich weiß nicht, wie sie so mächtig werden konnten und das beunruhigt mich“, gestand er mir.
„Du liegst richtig mit deiner Vermutung, denke ich“, bestätigte ich ihm. „Wie gesagt, Tiljan sagte Cam kennt sie. Majenna war Ro-nars Frau und Felicitas war mal mit Cam zu-sammen, oder? Sie hätten also beide ein Motiv für den Angriff. Tiljan erzählte mir noch, dass der Königssohn der Zwerge unter den Angrei-fern wäre, Mion oder so.“
„Ah, das erklärt einiges“, nickte Corentin. „Zwergenmagie ist stark und die von Zwergenherrschern noch stärker. Er könnte der Grund sein wieso die beiden hier sein können.“
„Aber es hieß, dass es vier Angreifer sind. Wer ist der Vierte?“, fragte ich.
„Ich habe keine Ahnung“, gestand Corentin mir. „Und den Grund kenne ich auch immer noch nicht.“
„Hm“, machte ich nur ratlos.
„Hör zu, du darfst Niemanden von unserer Unterhaltung erzählen. Das muss unter uns bleiben. Ich weiß nicht mal, ob ich es Lilien erzählen werde. Vermutlich nicht die ganze Wahrheit. Cam ist ihr Vater. Sie würde sich nur Sorgen machen.“ Corentin sah mich ziemlich eindringlich an. Ihm schien das auch nicht zu gefallen, aber er hielt es wohl für notwendig.
„Ok, klar. Von mir erfährt Niemand etwas.“, versprach ich ihm.
„Übrigens find ich das mit Leinar und dir ganz toll“, bemerkte Corentin dann plötzlich.
„Ähm, danke?“ Ich wusste wirklich nicht, was ich dazu sagen sollte. War das so offensichtlich, dass wir zusammen waren?
Als hätte er meine Gedanken gelesen, erklärte er mir: „So was spüre ich auch.“
„Ach so.“ Nicht gerade einfallsreich, aber immerhin.
„Komm, lass uns zu den anderen gehen. Nicht, dass sie uns noch suchen müssen“, entließ er mich dann und führte mich zu meinen Mitreisenden. Irgendwie schüchterte Corentin mich ein, aber ich mochte ihn auch. Er hatte was Geheimnisvolles, Mächtiges an sich. Ich konnte verstehen, was Lilien an ihm fand.

Kapitel 17 Erholungsphase

– Wer zu den Sternen unterwegs ist,
hat die ganze Welt hinter sich.-

Ernst Ferstl österreichischer Dichter

Unsere Suite befand sich in einem der Südtürme. Sena erzählte uns, dass etwa zwanzig Türme zu dem Schloss gehörten. Jeder Turm war einer Person aus früheren Zeiten gewidmet. Unser wurde Cassalda genannt und stand für die Sternenkönigin Cassandra, die ja laut Lady Meisold eine meiner Vorfahren gewesen sein sollte.
Plötzlich erinnerte ich mich an die Geschichte von Lilien. Sie hatte auch bei Adoptiveltern gelebt. Hinterher fand sie heraus, dass ihr Vater Fürst Cameron und ihre Mutter die Sternenprinzessin Nike waren. Lilien war glücklich gewesen, weil sie nun endlich wusste, wer ihre Eltern waren. Für sie hatte es auch eine besondere Bedeutung. Plötzlich war sie adelig und konnte mit Corentin zusammen sein, den sie über alles liebte. Ich entdeckte also gewisse Parallelen zwischen mir und Lilien.
Ich war mir aber nicht so sicher, ob mir gefiel, dass ich angeblich ein Kind von Königen sein sollte. Ich kannte diese Feen ja nicht mal.
Cassalda hatte sieben Stockwerke. Das hieß, wir mussten Treppen ohne Ende nach oben laufen. Ich war zwar eine Fee, aber als ich oben ankam, trotzdem ziem-lich fertig.
„Und die sollen wir jeden Tag gehen? Vielleicht sogar mehrmals?“, stöhnte auch Leinar. Er war wohl auch nicht ganz begeistert davon bis in den siebten Stock zu Fuss zu müssen.
„Ach kommt schon, ihr seid Feen! Dazu noch ziemlich mächtige. Ein paar Treppen werden euch doch wohl nicht schocken.“ Sena schüttelte schmunzelnd den Kopf. Ihre langen Haare wippten dabei hin und her.
„Von dieser mächtigen Magie spüre ich gerade irgendwie nichts“, bemerkte Leinar trocken.
Sena führte uns durch einige Gänge, die an diesem Abend ziemlich gespenstig wirkten. Wir blieben vor einer Tür stehen. Allerdings konnte sie nicht wirklich so bezeichnet werden. Es war vielmehr eine Art Vorhang, der aus goldleuchtendem Feenstaub zu bestehen schien.
Leinar und ich blieben einfach wortlos davor stehen, ohne zu wissen was wir machen sollten.
„Geht einfach weiter“, verkündete Sena, die zwischen uns stand. „Ihr werdet schon sehen.“
Also gingen wir durch den Vorhang. Dabei prickelte es angenehm. Dann standen wir in unserer Suite. Doch so richtig konnte ich mich darauf noch gar nicht konzentrie-ren. Vorerst betrachtete ich die schimmernden Sterne, die sich plötzlich auf meiner Haut bildeten.
„Wow, was ist denn das?“, fragte Leinar neugierig.
Sena wusste die Antwort darauf. „Du stammst von den Sternen ab, Mia. Lilien ist halb Stern, halb Elf. Damit hat diese Erscheinung wohl zu tun. Vielleicht habt ihr das Prickeln auf der Haut bemerkt, als ihr durch den Vorhang gegangen seid. Der Vorhang besteht aus Feen- und Sternenstaub. Er zeigt euch eure wahre Gestalt. Da hast du den Beweis, dass meine Mutter die Wahrheit sagt.“
„Bei mir zeigt sich aber nichts“, bemerkte Leinar schließlich etwas enttäuscht.
„Dann wusstest du schon, bevor du durch den Vor-hang gegangen bist, wer du bist.“ Für Sena schien das ziemlich logisch zu sein.
„Das glaub ich aber nicht. Ist dir nicht klar, dass du ein Prinz sein musst?“, wiedersprach ich.
Jetzt wirkte Leinar ziemlich verwirrt. „Ein Prinz? Wohl kaum.“
„Nein, nicht direkt“, meldete sich nun auch Sena zu Wort. „Es stimmt, dass meine Großeltern Könige waren, aber nachdem sie sich aus ihren Ämtern zurückzogen, lehnte meine Mutter ihr Erbe ab. Sie ist mit deinen Eltern befreundet, Mia. Ihr war klar, dass es besser war, wenn es nur ein Königspaar zur selben Zeit gab. Also nein. Neal ist kein Prinz, weil meine Mutter nie wirklich Königin war und somit auch seine Eltern nicht.“
Okay, dann halt nicht, dachte ich nur.
„Wie lange wird es dauern, bis dieser Sternenschimmer auf meiner Haut wieder weg ist?“, lenkte ich dann vom Thema ab. Diese Frage interessierte mich wirklich. Ich wollte nicht immer rumlaufen wie ein wandelnder Stern.
„Keine Ahnung“, gestand Sena mir. „Es könnte Tage, Wochen, Monate, Jahre dauern oder sogar für immer bleiben. Sternenschimmer ist mächtige Magie und zeigt sich nur bei wenigen Auserwählten und nur bei Nachfah-ren von Cassandra, der Sternenkönigin. Du musst wirklich was Besonderes sein.“
„Na toll“, seufzte ich wenig begeistert. „Für immer? Ist das dein Ernst?“
„Also von mir aus kann es für immer so bleiben. Ich find es schön. Es wirkt so magisch“, bemerkte Leinar wenig hilfreich. Geschmeichelt fühlte ich mich aber trotzdem.
„Du solltest das Sternenkleid anziehen. Es hängt in deinem Schrank“, schlug Sena vor. „Es würde beeindruckend zu deiner Haut aussehen.“
Woher wusste Sena was in meinem Schrank hing? Obwohl, vielleicht wollte ich das gar nicht so genau wis-sen.
„Ich werde euch dann jetzt mal allein lassen. Ihr habt drei Stunden bis zur Eröffnungsfeier“, verabschiedete sich Sena von uns und verließ die Suite durch den Schleier.
Als sie weg war, hatte ich zum ersten Mal Zeit mich in dem Raum, indem ich mich befand, umzusehen. Vor Staunen brachte ich kein Wort heraus. Hier sollten wir wohnen?
Der Wohnraum wirkte riesig. Wir hatten nicht nur einen sondern gleich zwei Flachbildschirme an den Wän-den. Wozu brauchten wir bitte zwei Flachbildschirme in einem Raum?
Die Wände wirkten fast golden und waren überzogen mit einer feinen Schicht Sternenstaub in Form von winzigen Sternen.
An der Wand neben der Balkontür an der größeren Fläche stand ein dunkelblaues großes Ecksofa. Es sah ziemlich gemütlich aus. Daneben, in Richtung von dem Gang, der vermutlich zu den Schlafzimmern führte, stand ein Kamin. Darin knisterte ein sanftes Feuer vor sich hin. Vom Sofa aus sah man den ersten Flachbildschirm, der an der Wand gegenüber hing. Neben dem Kamin befand sich noch eine gemütliche Eckbank vor der ein Tisch aus Eiche stand. Ich ging gleich in den Gang und stellte über-rascht fest, dass es nur ein Schlafzimmer gab mit einem Ehebett!
„Ähm …“, war alles, was mir dazu einfiel. Das Zim-mer an sich wirkte sehr gemütlich. Die Wände waren traumblau gestrichen mit vereinzelten Sternen darauf. Gegenüber vom Bett machte eine riesige Fensterfront das Zimmer unglaublich hell. An der Wand zwischen Fenster und Bett standen zwei riesige Kleiderschränke. Nie im Leben brauchte ich so viel Kleidung, dass der Schrank jemals voll werden würde. Neugierig machte ich den Schrank auf und stellte fest, dass er eigentlich schon ziemlich voll war.
Ich fand das Sternenkleid trotzdem fast sofort. Es war dunkellila und hatte einen weiten Rock, der wie ein Stern fiel. Das Kleid war hinten ziemlich tief ausgeschnitten.
Leinar war mir offenbar gefolgt und kommentierte das Kleid nur mit einem schlichten „Wow.“
„Das heißt dann wohl, ich ziehe das Kleid heute wirk-lich an.“, stellte ich fest, formulierte die Feststellung aber fast wie eine Frage.
„Auf jeden Fall“, bestätigte Leinar

Die Legenden

Es waren einmal zwei Fürsten. Sie waren miteinander befreundet und lebten beide schon sehr lange.

Der erste Fürst hatte seine Königin verloren. Er liebte sie so sehr und sie fehlte ihm so sehr. Lange musste er vor seiner Tochter geheim halten, wer er wirklich war. Als sie es erfuhr, war sie glücklich, denn endlich war sie adelig und durfte mit dem Jungen zusammen sein, den sie liebte. Der Fürst unterrichtete nun zu Zeiten von dem Mädchen und dem Jungen an der Zauberschule in der Menschenwelt. Er war der Urgroßvater des Mädchens und gab ihm Privatunterricht.

Der zweite Fürst war witzig und hatte immer was zu scherzen. Auch er war jetzt Lehrer an der Zauberschule. Er war der Bruder des einstigen Königs der Zauberwelt und unterstützte das Mädchen, wo er nur konnte.

Eigentlich waren beide Fürsten Vorfahren von dem Mädchen und dem Jungen, denn der Großvater des Mädchens und der Großvater des Junges sind Brüder.

Es gibt natürlich auch noch andere Legenden, aber diese beiden hier hab ich auch als Legenden in meiner Geschichte bezeichnet.

Lieblingscharaktere Zauberfeen

Da ich immer überall meine Lieblingscharaker angebe, da mir persönlich Charaktere sehr wichtig sind, tu ich das auch bei meiner eigenen Geschichte.

Leinar, John, Tiljan, Renn, Cameron, Corentin, Evaniel, Zac

Leinar ist einfach sehr geheimnisvoll und ruhig und ist immer für seine Freunde da, besonders für Mianna.

John hab ich mir etwas von dem John aus The Tomorrow People abgeguckt. Er ist sehr ruhig und ehrlich und ein toller Charakter.

Tiljan ist witzig und immer zu Späßen aufgelegt, aber er ist auch ernst, wenn die Situation es verlangt.

Renn ist energiegeladen und sieht so jung aus, obwohl er eigentlich schon recht alt ist.

Cameron ist ehrlich und ruhig und vermittelt gern zwischen anderen. Er hat einen tiefen Verlust gelitten, aber er macht trotzdem immer weiter und hilft wo er kann.

Corentin ist ein bisschen wie Cameron und er kämpft für seine große Liebe.

Zu Evaniel sag ich jetzt mal lieber noch nichts, sonst spoiler ich zu viel.

Zac ist neben Robin Leinars bester Freund. Er hat Angst vor Beziehungen und ist sonst eher ruhig, aber manchmal auch witzig.

Mianna, Corly, Sophann, Lilien, Leonie
Mianna ist immer für ihre Freunde da, ehrlich und gefühlvoll.

Corly ist sanft und zierlich und Renns Schwester. Sie unterstütz Renn wo sie nur kann.

Sophann ist manchmal aufgedreht und fröhlich und manchmal auch sehr ernst. Sie wirkt vom äußerlichen her unscheinbar, aber sie ist ne ganz Liebe. Ein wenig hab ich sie mir von Brooke von One Tree Hill abgeguckt.

Lilien ist schon in der Vorgeschichte da und in die Zauberfeen die Frau von Corentin. Sie kämpft genauso um ihre Liebe wie er und sie ist sehr einfühlsam.

Leonie ist die Schwester von Zac und gehört zu Clique. Sie ist eher ein Nebencharakter, aber ich mag sie.

Das sind mal die Gründe, wieso mir diese Personen gefallen. Bestimmt hab ich noch ein paar vergessen, aber die kann ich ja mit der Zeit nachholen.