Abschlussfragerunde: Die Zauberfeen

Hier kommt die Abschlussfragerunde zu den Fragen, den ich anderen Testlesern auch schon gestellt habe. Ich hab da eine Übersicht wo ich das notiere. Wäre schön, wenn alle, die hier auf dem Blog das gelesen haben, das beantworten könnten.

  1. ) Habt ihr Lieblinge und wer sind sie? Wen mögt ihr am liebsten? Wer konnte euch besonders begeistern?
  2. ) Wen mochtet ihr nicht so? Wen fandet ihr unsympatisch? Wer ging eurer Meinung nach gar nicht?
  3. ) Welche Ideen fandet ihr am besten?
  4. ) Welche Namen mögt ihr am liebsten aus der Geschichte?
  5. ) Was mochtet ihr nicht so an meiner Geschichte? Was konnte euch nicht überzeugen?
  6. ) Was für eine Bewertung würdet ihr dem Buch geben? (wo 5 Punkte das beste sind und 1 das schwächste)?

Und hier kommen noch ein paar Fragen, die ich pro Abschnitt immer so stelle:

1.) Was sagt ihr eigentlich zu der Sache mit den Tagmeidern?
2.) Wie fandet ihr das letzte Kapitel bzw. das Ende?
3.) Hattet ihr Spass am Lesen?4.) Würdet ihr weiter lesen wollen?
5.) Was sagt ihr zu Tedren?
6.) Ging das mit Leinar und Mianna zu schnell?
7.) Gibt es doch noch irgendwelche Unklarheiten, etwas das nicht zusammen passt oder etwas, dass ihr nicht verstanden habt?
8.) Wie findet ihr Miron und wie stellt ihr euch ihn vor?

Ich denke das reicht. Vielen Dank fürs Lesen meiner Geschichte und Beantworten der Fragen.

Eure Corly

Kapitel 63 Der König der Zwerge

Die Zwerge von einst hatten mächtige Magie,
Während der Hammer wie Glockengeläut fiel
In Orten tief, wo dunkle Dinge schlafen ein,
In hohlen Hallen unter dem Gestein.

Misty Mountains –
Soundtrack aus „Der Hobbit“

Am nächsten Morgen wachte ich erholt auf. Es fühlte sich nicht an, als wäre ich die ganze Nacht auf gewesen und das war ich ja auch nicht wirklich. Ich überlegte wem ich außer Leinar und meinen Eltern von meinem Traum erzählen wollte. Feena sollte es auch wissen, aber Fiann Nike und ihre Söhne und Lilien und Corentin nicht unbedingt. Also ging ich mit den Ausgewählten in eine ruhige Ecke, wo wir ungestört reden konnten. Dann erzählte ich ihnen von meinem Traum.
Feena sah mich nachdenklich an. „Ich bin nicht sicher, ob das funktionieren wird. Miron mag nur wegen Tedren da sein, aber er steht wohl kaum auf unserer Seite.“
„Ich glaube schon“, wiedersprach ich ihr mit voller Überzeugung. „Tiljan mag keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn gehabt haben, aber er ist immer noch Corlas Schwiegervater. Wenn er Cam angreift, greift er auch Tiljan an, und ich bin nicht sicher, ob das seine Absicht ist.“
„Ich bin Thies einmal begegnet“, mischte sich nun Linnie überraschend in unser Gespräch ein. „Es ist lange her, aber eigentlich schien er ganz nett zu sein. Ich verstehe gar nicht, wieso er sich von Tiljan abgewandt hat.“
„Dann muss es mit der Ehe zu Corla zu tun haben. Vielleicht gefiel das Tiljan nicht oder er hat sich nicht so gut mit ihr verstanden oder beides“, überlegte Lunar nun.
Ich sagte dazu nichts. Ich selbst glaubte eher, dass Tiljan sein Bestes getan hatte um das gute Verhältnis zu wahren, aber Thies es letztendlich nicht wollte oder Corla ihn unter Druck gesetzt hatte.
„Ich finde, wir müssen es wenigstens versuchen. Wenn wir Miron auf unserer Seite hätten, hätten Tedren und Felicitas kaum noch eine Chance“, argumentierte ich.
„Und wie wollen wir ihm eine Nachricht bringen?“, fragte ausgerechnet Leinar mich.
„Durch dich“, antwortete ich ihm und sah ihn fragend an. Was würde er wohl zu meinem Vorschlag sagen?
„Durch mich? Wie?“ Er wirkte verunsichert und irgendwie unruhig.
„Na, du hast gewisse Fähigkeiten, die sehr praktisch dafür sind.“
So langsam verstand er, worauf ich hinaus wollte. „Ach so, na gut.“ Er wirkte allerdings nicht sehr überzeugt. Trotzdem erklärte er sich bereit mitzumachen.
Ich schrieb den Zettel mit der Nachricht für Miron und reichte ihn Leinar. Wir wollten nicht lange warten. Miron meldete sich tat-sächlich bei uns und schlug vor, mich außer-halb der Grenze zu treffen. Ich willigte ein, aber Leinar würde mich in Form des Glühwürmchens, in dem er auch die Nachricht überbracht hatte, bei mir bleiben. Er würde zwar in einiger Entfernung bleiben, damit es nicht so auffiel, aber er konnte uns beobach-ten. Selbst als Glühwürmchen würde Leinar auffallen, denn um den See gab es keinerlei Tiere. Nicht mal fliegende Kleintiere, wie Fliegen oder so was, geschweige denn Glüh-würmchen. Den anderen hatte es gar nicht gefallen mich dort allein hingehen zu lassen. Auch Leinar gefiel das nicht, aber er konnte wenigstens bei mir bleiben. Nur dank Feena konnte ich überhaupt gehen. Sie hatte den anderen versichert, dass ich Miron mit meiner Magie zumindest ebenbürtig war, wobei ich mir da selbst überhaupt nicht so sicher war.
Ich war froh, dass Leinar mich als Glüh-würmchen begleiten konnte und dass Miron davon nichts wusste.
Miron und ich gingen gleichzeitig aufeinander zu. Als er mir gegenüber stand, wirkte er ziemlich groß für einen Zwerg. Er ging mir immerhin bis zur Hüfte. Ich hatte ihn mir ir-gendwie kleiner vorgestellt.
Auch sonst sah er nicht so aus wie ein typi-scher Filmzwerg. (Der mir am bekanntesten war da Gimli aus Der Herr der Ringe). Er war muskulös und größer und hatte rotes modisch kurzes Haar. Er erinnerte mich in seiner ganzen Erscheinung irgendwie an Ron Weasley aus Harry Potter. Nur dass Miron nicht so schlaksig war und älter und bestimmt auch kleiner als Ron. Immerhin war Ron ein Zaube-rer und kein Zwerg.
Als ich mit meiner Musterung fertig war, sah ich ihm in seine leuchtend grüne Augen, und sagte zuerst mal: „Danke, dass du gekommen bist.“
„Sag mir lieber, was du willst statt falsche Höflichkeiten auszutauschen“, brummte er. Seine Stimme wirkte so verführerisch und tief. Ich zuckte leicht zusammen, als ich sie zum ersten Mal hörte. Ich hatte allein wegen seiner Erscheinung Respekt vor ihm.
„Wieso kämpfst du gegen Cam? Nur wegen Tedren? Das ist es nicht wert. Tedren kämpft aus den falschen Gründen. Cam hat ihm nie etwas getan.“ Ich kam lieber gleich zur Sache. Miron schien kein Zwerg zu sein, der viel Ge-duld hatte. Und ich wollte es schnell hinter mich bringen.
„Darum geht es also?“ Miron seufzte. „Willst du mich auf eure Seite ziehen?“ Ich war geschockt, dass er mich so schnell durch-schaut hatte. Er schien ziemlich klug zu sein.
„Ich möchte vor allem wissen, wieso du dich auf Tedrens Seite stellst.“
„Es geht dich zwar nichts an, aber egal. Dann spiel ich dein Spiel eben mit. Es ist nicht nur wegen Tedren. Cam und mein Vater sind verfeindet“, erklärte er mir vollkommen ernst.
Ungläubig starrte ich ihn an. „Da hab ich aber was anderes gehört. Dein Vater und Cam haben auf ein und derselben Seite gekämpft. Gegen Ronar und Majenna. Hat dir dein Vater das nicht erzählt?“ Das konnte ich kaum glauben.
„Als ich klein war, redete mein Vater mit mir nicht viel über solche Dinge“, erklärte Miron mir. „Aber es geht auch nicht um diesen Krieg. Hat dir noch keiner erzählt, dass kurz vor der Pest die Sterne und die Zwerge gegeneinander gekämpft haben? Und was meinst du wohl, auf welcher Seite Cam gekämpft hat?“
„Das ist mir wirklich neu. Davon hab ich noch nie etwas gehört.“ Ich war ziemlich verwirrt. Wieso hatte Cam mir das nicht erzählt oder wenigstens seiner Tochter?
„Kann ich mir denken. Cam hat die ganze Sache ziemlich geheim gehalten. Soweit das ging. Aber die Sterne verschwanden dann ja auch und die Zwerge zogen sich zurück. Und sonst ist kaum noch Jemand da, der das damals erlebt hat.“
„Aber du bist noch da“, stellte ich das Of-fensichtliche noch mal klar.
„Ja“, stimmte er mir zu. „Und meine Schwester auch. Man hat uns bei Mathilda und Steffen abgeladen.“
„Oh!“ Das war mir ebenso neu. „Aber du bist doch der Zwergenkönig. Hat dann das Zwergenreich momentan keinen König?“
„Na ja, momentan ist ein Stellvertreter da. Aber ja, das ist schon ziemlich bitter gewesen. Die Zwerge hatten jedenfalls in diesem Kampf schlechte Karten, weil Cam sich auf die Seite der Sterne gestellt hat und somit auch fast alle Elfen, außer Steffen und Mathilda.“
„Aber Cam hat erzählt, dass er Mathilda immer unterstützt hat“, fiel mir dann wieder ein.
„Hat er auch sonst, aber in dieser einen Angelegenheit eben nicht. Cam und Mathilda haben sich deswegen ja auch nicht verkracht, aber mein Vater hat danach nie wieder mit ihm geredet. Er ist sehr eigen“, stellte Miron richtig.
„Aber Cam ist deswegen kein schlechter Elf. Er hat eben auf der Seite seiner langjähri-gen Freunde gekämpft. Das hättest du doch auch getan, oder? Das ist noch lange kein Grund ihn zu töten.“ Ich verstand nicht wieso er sich deswegen gegen Cameron stellte. Das war doch ein blöder Grund.
„Mag sein“, gab er mir Recht. „Aber da ist ja auch noch Tedren.“
„Miron, Tedren kämpft aus den falschen Gründen. Corentin und Lilien lieben sich. Cam ist nicht schuld daran, dass sie sich ineinander verliebten. Höchstens, dass es möglich war, dass sie zusammen sein konnten.“ Frustriert sah ich ihn an. Wie konnte er das unterstützen? Er wirkte doch wirklich ziemlich clever.
„Mir hat er erzählt, er hasse Cam, weil der sein Schwägerin Laja getötet hätte“, wandte Miron nun ein.
„Was? Aber Tiljan hat mir erzählt, dass Laja lebt. Tiljan meinte, dass er und Cam zu der Zeit gar nicht da waren.“ Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte. Das konnte nicht sein.
„Wie kannst du dir so sicher sein bei dem was er tut und nicht tut?“, wollte Miron be-rechtigter Weise wissen.
Ich schwieg und kaute bedrückt auf meiner Unterlippe.
„Hör zu, ich hege keinen Groll gegen dich oder die Anderen. Nicht mal wirklich wegen Cam. Eigentlich bin ich nur hier, weil mein Schwager Thies mich darum gebeten hat Ted-ren zu unterstützen. Ich weiß auch nicht mehr, ob das alles stimmt, was Tedren mir da aufti-schen wollte. Aber eigentlich hab ich ihm nie wirklich getraut. Mein Schwager Thies dagegen vergöttert seinen Onkel und meine Schwester Corla liebt Thies über alles. Nur deswegen bin ich hier. Und vielleicht auch, weil ich Cam einen kleinen Dämpfer versetz-ten wollte. Aber jetzt sehe ich keinen Grund mehr dazu, völlig unnötig mein Volk zu ge-fährden. Ich mache dir also folgendes Angebot: Ich ziehe mich zurück und kämpfe gegen keinen von euch und für keinen von euch.“ Er sah mich aus ernsten grauen Augen an. Den-noch sah ich auch etwas Schalk darin. Miron war eine Person, die ernst sein konnte und dennoch merkte ich, dass er das Leben doch recht leicht nahm. Vermutlich musste er das auch um all seine Lasten tragen zu können.
„Das ist sehr großzügig von dir, Miron“, bedankte ich mich. „Ich kann gar nicht genug danken.“
„Brauchst du nicht. Ich mag dich irgend-wie. Dich und deinen flatternden Freund da hinten.“
„Oh!“ Ich drehte mich zu Leinar um, sah ihn aber nicht, und fragte mich, wie Miron das heraus bekommen hatte. „Tut mir leid, ich hab mich nicht an unsere Abmachung gehalten.“ Zerknirscht sah ich ihn an.
„Ach was“, winkte Miron lässig ab. „Du wärst leichtsinnig gewesen, allein zu kommen.“
„Danke für dein Verständnis.“ Ich war sehr erleichtert.
„Gern.“ Er lächelte und wirkte richtig sym-pathisch auf mich. „Dann zieh ich mal Leine.“
„Warte! Eigentlich hab ich noch ein paar Fragen an dich“, hielt ich ihn auf.
„Nicht hier und nicht jetzt. Wenn Tedren meine Abwesenheit bemerkt, sollten du und dein flatternder Freund außer Reichweite sein. Wenn du das hier überlebst, komm mich doch besuchen. Dann werde ich dir jede Frage be-antworten, die du hast“, bot er mir großzügig an.
„Gerne. Ich weiß nur nicht, wie ich dich finden kann“, gab ich zu Bedenken.
„Keine Sorge. Ich werde dich finden und dir eine Nachricht schicken“, versprach er mir mit einem Augenzwinkern.
„Vielen Dank, Miron.“ Oh Gott, wie oft hatte ich jetzt schon danke gesagt?
„Klar doch, aber jetzt sollte ich lieber ver-schwinden und ihr auch“, verabschiedete er sich nun. „Einen Tipp noch: Unterschätzt Tedren nicht. Felicitas ist keine große Gefahr für euch, aber Tedren ist viel mächtiger als ihr glaubt. Also viel Glück!“ Er winkte zum Ab-schied.
„Danke, dir auch.“ Ich winkte zurück.
Und dann verschwand Miron einfach so ins Nichts und Leinar und ich brachten uns schnell in Sicherheit. Ich glaube, ich hatte gerade einen neuen Freund gefunden. Ich mochte Miron. Sehr sogar.

Kapitel 61 Mias Traum

Ein wunderbarer Traum
von Freude und Spaß für alle
Zur Feier eines Lebens, in der alle frei sind

Melanie Thorton – Wonderful Dream

In der Nacht hatte ich so eine Art Vision, ähnlich wie Leinar damals vom Lebenssee, schätzte ich. Nur kam in meiner Vision Tiljan vor. Er stand direkt vor mir und fragte mich: „Und, wie lief es bisher?“
„Ganz gut, schätze ich. Eine Angreiferin ist tot, aber der nächste Angriff wird viel schwieriger. Sie wollen auch nicht den Lebenssee zerstören, sondern Cameron töten.“ Ich wuss-te, dass ich besorgt klang, aber das war nicht weiter verwunderlich. Der Tag war für mich ziemlich heftig gewesen. Tiljan hatte dafür bestimmt Verständnis und war mit Sicherheit auch selbst besorgt.
Er wirkte aber nicht sehr überrascht von meiner Neuigkeit. „Das hab ich mir ja schon gedacht.“
„Und du hast nichts gesagt?“, warf ich ihm vor.
„Ich hab dir sowieso schon viel zu viel ver-raten“, verteidigte er sich. „Und immerhin erzählte ich euch, dass er verletzt werden könnte, oder?“
„Ja schon, aber das ist nicht das Gleiche. Wir müssen Cam beschützen. Ich habe nur keine Ahnung wie.“ Ich war verzweifelt. Was sollte ich tun?
„Willst du meinen Rat hören?“, erkundigte sich Tiljan. „Er sollte von den Kämpfen fern gehalten werden.“
„Was du nicht sagst.“ Ich rollte mit den Augen. Das wussten wir auch schon. Also ging ich nicht weiter drauf ein, sondern wech-selte das Thema. „Ist das hier wieder so eine Version wie bei Leinar?“
„So was in der Art“, nickte Tiljan. „Zumindest ähnlich.“
„Fühlt sich irgendwie nicht an wie eine Vi-sion. Eher wie ein Traum“, bemerkte ich. Ich wusste nicht, wie ich darauf kam, aber ich wusste, dass ich es so empfand.
„Ja, das ist ganz normal“, versicherte er mir. „So sind Visionen oft.“
„Tiljan, darf ich dich was fragen?“, wagte ich mich an ein Thema, was mich schon lange sehr interessierte. Ich hatte mit Tiljan eine gewisse vertraute Ebene gefunden und hoffte, er würde mir nun vielleicht eine Antwort ge-ben.
„Ja klar, nur zu“, forderte er mich auf und lächelte mir aufmunternd zu. Wir befanden sich draußen unter freiem Sternenhimmel und Tiljan lag gemütlich auf der Wiese.
„Was ist aus deiner Frau und deinen Kin-dern geworden?“
Tiljans Gesicht verdüsterte sich und so-gleich tat mir die Frage Leid. Ich wollte sie schon zurückziehen, aber dann antwortete er mir: „Laja ist bei ihren Eltern geblieben. Thies und Taejlen leben auch noch. Thies ist mit der Zwergin Corla verheiratet und Taejlen mit Pekka, einem Elf. Die Tochter von Thies und Corla heißt Djonna und ist etwas älter als du.“
„Und dein Bruder Tedren?“, fragte ich weiter. Wenn er schon mal gesprächig war, musste ich das schließlich ausnutzen. Was wusste Tiljan eigentlich über Tedren?
„Wie gesagt, er ist bei der Pest gestorben“, erzählte Tiljan mir etwas verwundert.
„Bist du sicher, dass er verstorben ist? Hast du seine Leiche gesehen?“, hakte ich nach.
„Nein, ich war zu der Zeit wo die Pest war nicht bei den Elfen. Ich besuchte mit Cam die Sterne. Cam wollte noch ein letztes Mal seine Tochter sehen, bevor die Sterne verschwan-den. Mein Bruder war schon lange verbrannt, als wir kamen.“
„Lilien und die Sterne verschwanden im Jahr der Pest?“ Das hatte ich wiederum nicht gewusst. Das waren interessante Neuigkeiten.
„Ja! Wieso fragst du mich all das?“, wun-derte er sich. Er wirkte verwirrt und das zu Recht.
„Weil dein Bruder nicht tot ist. Er ist der vierte Angreifer. Die Anderen sind Majenna, Felicitas und Miron“, berichtete ich ihm. Ich konnte ein trauriges Seufzen nicht unterdrücken.
„Was? Mein Bruder lebt?“ Tiljan konnte es nicht glauben. Er wirkte ziemlich geschockt und wurde ganz blass.“ Aber wieso will er Cam töten?“
„Einmal wegen Corentin und Lilien oder eigentlich nur wegen Lilien. Er hat ihre Beziehung nie akzeptiert. Aber jetzt ist mir auch klar, was Miron da zu suchen hat“, bemerkte ich.
„Miron, Miron… Der Name sagt mir ir-gendwas.“, überlegte Tiljan.
„Miron ist der Bruder deiner Schwieger-tochter Corla“, erinnerte ich ihn. Wir hatten ja schon über ihn gesprochen. „Er ist der heutige Zwergenkönig. Ich denke Tedren hat ihn da angeheuert mitzumachen.“ Das Corla und Miron Geschwister waren, war mir erst gerade aufgegangen. Aber es konnte nicht anders sein.
„Das könnte sogar sein“, stimmte Tiljan mir zu. „Tedren und Thies standen sich schon immer sehr nahe. Sie haben viel Zeit zusammen verbracht.“
„Hältst du es für möglich, dass dein Sohn und seine Frau Tedren unterstützen?“, wollte ich nun wissen.
„Ja schon. Früher hätte ich Thies so etwas nie zugetraut. Aber wir haben uns voneinander entfernt, sobald er Corla heiratete. Ich kenne Corla eigentlich nicht wirklich.“ Er klang traurig deswegen und er tat mir Leid. Offenbar lag ihm viel an seinen Kindern und dass Thies nichts mit ihm zu tun haben wollte, schien ihn zu schaffen machen.
„Das ist sehr schade.“ Er nickte nur.
„Wenn Miron nur wegen Tedren da ist, können wir vielleicht versuchen, mit ihm zu reden. Vielleicht haben wir Glück und er schließt sich uns an“, schlug ich dann vor.
„Vielleicht.“ Tiljan klang aber nicht sehr überzeugt. „Wie willst du ihm denn eine Nachricht hinterlassen?“
„Es könnte eine Möglichkeit geben“, über-legte ich. „Mit Leinars Hilfe wäre es machbar. Auch wenn ich Leinar nur ungern einer sol-chen Gefahr aussetze.“
„Hm, du kennst Leinar besser als ich. Wenn du denkst, es wäre möglich, dann denke ich, ist es das auch.“
„Es gibt vermutlich keine andere Möglich-keit. Leinar ist der Einzige, der es unbemerkt schaffen könnte. Außer Feena vielleicht, aber sie zu fragen wäre sehr selbstsüchtig von mir. Außerdem müsste Leinar sie sowieso beglei-ten.“ Es gefiel mir nicht, aber was blieb mir anderes übrig?
„Was meinst du damit? Wieso Feena?“, wunderte sich Tiljan.
„Sie kann die Fähigkeiten aller Anwesen-den nutzen, aber dafür müssen die Personen, deren Fähigkeiten sie nutzen möchte, halt an-wesend sein.“
„Oh!“, war Tiljans einziger Kommentar dazu.
„Ich werde mit Leinar darüber reden. Wenn er sich bereit erklärt, es zu machen, könnten wir es versuchen“, beschloss ich schweren Herzens.
„Ich werde versuchen dich in ein paar Tagen noch mal zu kontaktieren, falls ihr dann noch nicht zurück seid“, versprach Tiljan mir.
„Gut, ich hoffe ja, dass es nicht mehr so lange dauern wird. Wie läuft es so bei euch auf der Erde?“ Ich wollte schließlich nicht nur über mich reden.
„Hier ist alles in Ordnung. Carlina macht mich wahnsinnig, aber sonst kann ich nicht klagen.“ Er grinste verschlagen, was ihn sehr gut aussehen ließ. Selbst im Dunkeln konnte ich das sehen.
„Das hört sich doch ganz gut an“, fand ich.
„Ok, du solltest jetzt noch etwas schlafen. Ich hoffe du kannst dich erholen. Bereite dich aber auf jeden Fall auf deine Aufgabe vor, falls das mit Miron nicht klappt.“ Mir entging nicht, dass er meine Aussage nicht beantwor-tete.
„Mach ich“, versprach ich ihm trotzdem. „Schlaf gut.“
Und dann träumte ich die restliche Nacht nichts mehr, sondern schlief nur tief und fest und wachte erholt am nächsten Morgen auf.