Das alte Herrenhaus Teil 10

Diesen Teil vom Herrenhaus habe ich schon irgendwann letzte Woche vorgeschrieben, bin aber immer noch nicht dazu gekommen es abzuschreiben. Jetzt möchte ich damit endlich mal anfangen.

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Was bisher geschah:

Moritz und Louisa treffen einen alten Bekannten von Moritz, der sie zu sich nach Hause einlädt. Moritz lehnt dankend ab. Louisa fühlt sich unwohl in seiner Gegenwart. Zu Hause sprechen sie über die kommenden Unternehmungspläne.

Das alte Herrenhaus Teil 10

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Moritz zeigte mir mehr von der Umgebung. Es wirkte alles so ländlich und alt. Moritz selbst war ja eigentlich auch alt. Zumindest gemessen mit mir. Abends saßen wir draußen neben seinem Haus und unterhielten uns. Wir unterhielten uns und lernten uns immer besser kennen, was die Trennung eines Tages nicht gerade einfacher machen würde. Viel zu schnell bekamen wir eine Nachricht von Moritz Freund Richard, die berichtete, dass er Fortschritte gemacht ahbe. Noch am selben Tag brachen wir zu ihm auf.
Moritz und ich waren am Nachmittag bei ihm und er empfing uns mit leuchtenden Augen. „Ich habe es geschafft. Ich habe es wirklich geschafft. Es hat funktioniert.“
„Hast du es getestet?“, fragte Moritz ihn skeptisch.
„Natürlich, du Idiot! Es funktioniert. Das kannst du mir glauben.“ Richard strahlte geradezu.
„Moritz!“, sagte ich nur und hoffte, dass er wusste, was ich sagen wollte.
Moritz sah mich liebevoll an. „Du kannst nach Hause zurück. Das wolltest du doch immer.“
„Jetzt schon?“ Ich brach in Panik aus. Ich konnte jetzt noch nicht nach Hause. Ich hatte meinen Stift nicht dabei. Mein einziges Andenken an ihn. Ich war noch nicht bereit ihn gehen zu lassen.
Das sah er aber offenbar anders. „Du bist soweit. Das wolltest du doch immer.“
Wollte ich das? Wirklich? Ich wusste es nicht mehr. Jetzt wo ich Moritz sah, lebendig und wahrhaftig vor mir, wollte ich einfach nur bei ihm bleiben.
„Kann ich alleine mit dir sprechen?“, bat ich ihn um Zeit zu schinden und weil ich das Bedürfnis dazu hatte.
„Na klar. Du entschuldigst uns kurz, Richard?“
„Selbstverständlich“, nickte Richard und zog sich taktvoll zurück.
„Was ist denn los?“, fragte Moritz sanft und besorgt.
„Vertraust du Richard?“, fragte ich ihn. „Glaubst du, er kann mich wirklich zurück schicken?“
„Wenn er es sagt wird es auch so sein. Aber ich kann verstehen, wenn du ihm nicht traust. DU kennst ihn nicht. Wir können uns ja erst mal ansehen, was er fabriziert hat“, schlug Moritz mir vor.
Ich versuchte ruhig zu bleiben. „In Ordnung.“ Allerdins konnte ich meinen Blick nicht von Moritz Augen lösen. Er sah mich mit seinen ruhigen, schönen Augen ebenfalls eindringlich an.
„Es wird alles gut. Du wirst nach Hause kommen.“
Das war es gar nicht, was mir solche Sorgen bereitete. Er war es. Der Gedanke Moritz nie wieder zu sehen machte mir plötzlich Angst. In meiner Zeit war er längst tot.
„Moritz, ich …“, begann ich, doch er unterbrach mich sofort. „Psst. Komm mit.“ Er griff nach meiner Hand und brachte mich zurück nach Richard.
„Zeig es uns“, forderte er seinen Freund auf sobald wir bei ihm waren.
Richard führte uns in eine Art Werkstatt, wo allerlei rumstand. Ich hatte keine Ahnung wofür das ganze Zeug gut war, aber er führte uns zu einer Art Kasten.
„Schau, du setzt dich hier rein und hälst dein Handy in der Hand. Dann drehst du an der Uhr und stellst die Zeit ein in die du reisen möchtest. Es ist total simpel.“ Er strahlte uns voller Stolz an.
„Ich fühle mich wie in Zurück in die Zukunft“, murmelte ich.
Die Männer starrten mich ratlos an und fragten: „Was?“
„Nichts, schon gut“, seufzte ich.
„Willst du es versuchen?“, fragte Moritz mich. Er sah traurig aus und ich war es auch. Deswegen wandte ich mich an Richard. „Für wie viele Reisen taugt dieses Ding?“
„Für mindestens zwei Personen würde ich sagen. Den Rest kann ich nur raten“, antwortete er.
„Warum willst du das wissen?“, fragte Moritz mich verwirrt.
„Wenn ich jetzt da rein gehe gibt es kein zurück mehr“, machte ich Moritz klar.
„Ich weiß, aber dann bist du wenigstens zurück in deiner Welt“, war sein Kommenatar dazu.
Er sagte es einfach so dahin, aber es schien ihm schwer zu fallen mich gehen zu lassen. Ich hätte nicht zulassen dürfen, dass wir uns näher kommen. Jetzt ist es zu spät.
„Na gut, versuchen wir es“, stimmte ich schließlich zu. Moritz nickte betrübt, aber er hielt mich nicht auf. Er schien auch keine Anstalten zu machen sich von mir zu verabschieden.
„Moritz, ich …“, begann ich, doch er winkte ab.
„Lass gut sein. Mir ist es lieber wir machen es so kurz wie möglich. Na los!“, forderte er ich auf einzusteigen.
Schweren Herzens stieg ich mit einem letzten Blick auf Moritz in den Kasten ein.
„Einfach die Zeit einstellen, ja?“, hakte sie bei Richard nach.
„Genau. Totsichere Sache“, bestätigte er. „Tag, Monat, Jahr.“
Ich nickte und schloss die Tür. Dann stellte ich die Zeit ein. Es schien zu funktionieren. Plötzlich wirbelte ich im Kreis herum und nach einigen Minuten landete ich auf einer belebten Straße. Benommen sah ich mich um. Ich war wieder zu Hause.
Gefangen von der Normalität sah ich auf mein Handy. Es funktionierte wieder. Ich war zurück in meinem Jahrhundert. Ich wollte schon die ersten Schritte gehen, überwältigt von dem Lärm, der mich umgab. Da tippte mir jemand auf die Schulter. Ich drehte mich um und konnte kaum glauben wen ich da sah.
„Moritz?“, fragte ich entsetzt und erfreut zugleich. Fassungslos sah ich ihn an.
„Na, was glaubst du denn?“, gab er zurück. „Glaubst du, ich lasse dich einfach gehen, ohne einen vernünftigen Abschied?“ Doch dann sah er sich entsetzt um. Das Straßenchaos um uns herum war er nicht gewöhnt.
Diskutieren konnten wir später noch. Erstmal griff ich nach seiner Hand und zog ihn mit mir. Das konnte ja heiter werden.

Fortsetzung folgt …

Juhu, ich hab es geschafft. Ein weiterer Teil des Herrenhauses ist fertig. Wie gefällt ihr euch? Sorry, dass ich jetzt so schnell aus der Vergangenheit raus bin, aber ich wollte die Geschichte etwas voran treiben ….

Bloggeschichte: Das alte Herrenhaus Teil 9

Endlich, endlich, endlich ist es so weit. Der nächste Teil vom Herrenhaus gibts nun von mir. Der letzte ist ja schon ewig lange her, aber ich bin nie dazu gekommen was neues zu schreiben, aber jetzt gehts weiter mit Moritz und Louisa, denn diese Geschichte liegt mir irgendwie am Herzen.

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Was bisher geschah:

Louisa und Moritz suchten gemeinsam nach einer Möglichkeit Louisa in ihre Zeit zurück zu bringen. Dazu besuchten sie Moritz Freund Richard, der möglicher Weise eine Idee haben könnte sie zurück zu schicken. Danach besuchen sie den Markt von dem Louisa fasziniert ist. Dort wird Moritz von Jemanden angesprochen, der ihn überrascht hat …

Und so gehts weiter:

„Moritz, was machst du denn hier? Du gehst doch sonst nich raus“, wunderte sich der Mann. Er war ziemlich fein gekleidet und trug eine Perrücke.
„Ich habe eine Freundin zu Besuch und wollte ihr die Stadt zeigen“, erklärte Moritz ihm, doch ich spürte auch, dass sich alles in ihm versteifte.
Der Mann musterte mich interessiert und lange, was mir unangenehm war.
„Entschuldigen Sie, Miss. „Wie unhöflich von mir. Ich sollte mich vorstellen. Mein Name ist Thomas Ernst. Mit wem habe ich das Vergnügen?“ Er reichte mir galant seine Hand.
„Ich bin Louisa“, antwortete sie schlicht.
„Wenn du uns entschuldigen würdest“, beeilte sich Moritz zu sagen. „Wir wollten gerade eigentlich weiter.“
„Aber, aber Moritz. Ich bitte dich. Wir können uns doch nicht treffen und dann nicht auf alte Zeiten trinken“, beschwerte sich Thomas lächelnd und viel zu zuckersüß.
„Alte Zeiten sind vergänglich“, beahuptete Moritz nun weise. „Außerdem ist die Schenke ja wohl kaum der richtige Ort für Louisa.
„Wer sagt denn was von der Schenke?“, lachte Thomas. „Dann gehen wir doch lieber zu mir nach Hause. Dort ist es viel gemütlicher.“ Wieder warf er mir einen anzüglichen Blick zu. Ich drückte mich näher an Moritz, was dieser natürlich bemerkte.
„Tut mir wirklich Leid, aber wir müssen nun los“, wehrte Moritz ab.
„Na gut“, gab dieser schließlich doch nach. „Da kann man nichts machen.“ An mich gewandt sagte er: „Es hat mich gefreut, Sie kennen zu lernen.“
„Mich auch“, gab ich zurück, obwohl das gelogen war. Er war mir einfach unangenehm.
„Dann auf Wiedersehen.“ Er zog sich endlich zurück und ich war wieder mit Moritz allein. Er führte mich schnell zur Kutsche zurück.
„Der Typ war unheimlich“, merkte ich an.
„Ist er auch. Er ist ein Schleimer. Thomas hat viel Geld und gibt gern damit an“, erklärte Moritz mir, während die Kutsche uns nach Hause brachte.
„Woher kennst du ihn?“, wollte ich wissen.
„Er kommt aus der Stadt. Er ist so gut wie auf jeder feinen Veranstaltung der Gesellschaft. Moritz schien sich langsam wieder zu entspannen, jetzt da wir in der Sicherheit der Kutsche waren. „Vertrau ihm nicht. Er ist ein übler Kerl.“
„Ich werde es mir merken“, versprach ich ihm. Und das meinte ich auch so. Ich wollte nichts näheres mit dem Typen zu tun haben.

Als wir wieder zu Hause waren verstaute ich meine Sachen und machte mich frisch so gut es in diesem Jahrhundert ging. Dann ging ich runter zu Moritz und wir bereiteten das Abendessen zu. Als es fertig war setzten wir uns in die Küche und aßen schweigend. Moritz beobachtete mich immerzu.
„Was ist?“, fragte ich ihn schließlich lächelnd und nervös.
„Nichts. Ich hatte mich nur gerade gefragt, was wir die nächsten Tage machen. Was möchtest du machen?“ Abwartend sah er mich an.
„Ich weiß nicht. Ich kenne mich in diesem Jahrhundert zu wenig aus“, gab ich zu. „Was können wir denn machen?“
„Ach, da gibt es viele Möglichkeiten“, überlegte er. „Aber ich glaube am liebsten würde ich mit dir hier bleiben.“
„Und ich soll mir die Welt hier entgehen lassen?“, grinste ich. „Dabei ist sie doch so interessant.“
„Dafür kannst du mich haben“, bot er sich großzügig lächelnd an.
„Klingt verlockend. Ich werde darüber nachdenken“, versprach ich.
„Was gibts denn da drüber nachzudenken? Das ist ein verdammt verlockendes Angebot“, scherzte Moritz.
„Na gut, du hast gewonnen“, gab ich viel zu schnell nach.

Am Abend legten wir uns auf die mittelalterliche Couch und genossen unsere Zweisamkeit. Ich dachte schon, Moritz wäre eingeschlafen, aber dann fragte er mich: „Was machst du, wenn du wieder in deiner Welt bist?“ Er klang dabei sehr traurig.
„Ich werde zunächst mal gucken wie viel Zeit vergangen ist. Dann werde ich meine Wohnung aufsuchen und meine Freunde und …“ Ich zögerte weiter zu sprechen. „… mein Leben weiter leben.“
„Das klingt gut“, fand er nur.
„Moritz, ich kann nicht bleiben.“versuchte ich es noch einmal.
„Ich weiß“, sagte er nur.  „aber wünschen darf ich es mir doch.“ Und dann drehten wir uns zueinander und kuschelten uns aneinander und küssten uns. So schliefen wir dann auf der Couch ein.

Fortzsetzung folgt …

Und was sagt ihr zu diesem Teil des Herrenhauses?

Das alte Herrenhaus (Teil 5)

Und weiter gehts mit dem alten Herrenhaus. Wird mal wieder Zeit, was?

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Ihr erinnert euch noch?

Moritz und Louise sind immer noch auf dem Ball. Louisa hat die Lady des Hauses kennen gelernt und getanzt. Moritz hat sie für eine Weile allein gelassen. Jetzt sitzen sie aber an einem Tisch und essen zusammen. Wie lange sie wohl noch auf dem Ball bleiben?

Das alte Herrenhaus (Teil 5)

Das Essen war wirklich gut gewesen. Dieser Ball war atemberaubend. Auch wenn mir die Kultur und die Menschen fremd waren. Aber es hatte seine ganz eigene Atmosphäre, die ich von zu Hause so nicht kannte.
„Gefällt es dir?“, fragte Moritz mich, der schon lange aufgegessen hatte, und mich aufmerksam musterte.
„Ja, es ist irgendwie als würde ich in die Zeit springen“, meinte ich gedankenverloren, ohne dass ich bewusst darüber nachdachte, was ich sagte.
„Ähm, das tust du ja auch“, erinnerte mich Moritz.
„Ach ja.“ Verlegen spielte ich an meinen Haaren rum. Das war so eine Macke von mir. Hatte ich wirklich fast vergessen, dass ich nicht in diese Zeit gehörte? Solange war ich doch noch gar nicht hier.
Moritz schmunzelte nur und nippte an seinem Wein. „Das ist schön.“
„Was meinst du?“, fragte ich interessiert.
„Du lebst dich hier ein“, erklärte er.
„Ich glaube nicht. Ich bin ja noch nicht so lange hier“, wiedersprach ich ihm.
„Wie du meinst.“ Und dann schwiegen wir.
Irgendwann fragte er: „Willst du gehen?“
„Ist das denn nicht unhöflich?“, wollte ich wissen.
„Jetzt nicht mehr“, erklärte er. „Wir haben getanzt, wir haben uns den Leuten gezeigt und uns vollgefressen. Länger brauchen wir nicht bleiben.“
„Okay, wie du meinst. Ich würde gerne gehen.“ Mit ihm allein fühlte ich mich doch wohler.“
Wir standen also auf und suchten die Gastgeberin. Dann verabschiedeten wir uns von ihr. Sie wirkte etwas enttäuscht, musste aber wohl akzeptieren, dass ich plötzlich müde geworden bin. Zumindest laut Moritz.
Wir traten also nach draußen und Moritz fragte mich: „Wollen wir zu Fuß nach Hause?“
„Gern“, lächelte ich, zog aber meine Schuhe aus. Es machte mir nichts aus Barfuß zu laufen. Immer noch besser als mit diesen Schuhen.
Wir gingen nebeneinanderher und ich genoss die Stille der Nacht. Man hörte fast nichts. Ausser unsere Schritte vielleicht. So eine Stille war in meiner Heimat unmöglich. Dennoch war es auch ein bisschen unheimlich, aber mit Moritz an meiner Seite fühlte ich mich halbwegs sicher.
Irgendwann brach Moritz das Schweigen. „Ich glaube, ich bin traurig, wenn du gehst.“
„Wieso?“, wollte ich wissen.
„Ich hab mich allein gefühlt, bevor du kamst. Jetzt ist wieder etwas Leben in mir“, sagte er und sah dabei sehr traurig aus. Ich blieb stehen.
„Moritz, ich …“ Eigentlich hatte ich keine Ahnung, was ich sagen sollte. Unerklärlicher Weise wollte ich ihn berühren, in den Arm nehmen.
„Schon gut. Lass uns einfach nach Hause gehen“, meinte er, nahm aber meine Hand und verschränkte unsere Finger miteinander. Ich lächelte darüber. Vermutlich hatte er das nicht mal bewusst getan.
Der Spaziergang war schön. Friedlich. So viel Ruhe in meiner Welt wäre schön. Jetzt erst merkte ich, wie hektisch es war. Seltsamerweise konnte ich mir jetzt ein Leben ohne Stress und Internet gut vorstellen. Diese Zeit war auch nicht nur heile Welt, aber irgendwie anders.
Vor seinem Haus blieben wir noch ein wenig und setzten uns auf die Bank davor. Keiner von uns beiden wollte rein. Wir genossen die Ruhe hier draußen viel zu sehr. Außerdem würde morgen alles anders werden.
„Könntest du dir vorstellen hier zu bleiben?“, fragte Moritz plötzlich.
„Moritz …“, sagte ich nur und seufzte. Ich wünschte, ich könnte. Ich würde so gern bei ihm bleiben, aber ich hatte Leute, die zu Hause auf mich warteten.
„Könntest du?“, hakte er trotzdem unbeirrt noch mal nach.
„Ich gehöre nicht in diese Welt“, antwortete ich nur vorsichtig.
Erst wurde er traurig, aber dann hellte sich sein Gesicht wieder auf. „Was ist, wenn ich dich in deine Welt begleiten würde?“
„Ich weiß nicht. Ich glaube, du kannst dir nicht mal ansatzweise vorstellen, wie meine Welt ist“, sagte ich. Es war nicht so, dass ich ihn nicht mitnehmen wollte. Ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass er sich dort wohl fühlen würde.
„Wie ist es denn dort so? Beschreib doch mal“, forderte er mich nun auf.
„Es ist unfassbar laut, die Städte sind voller Menschen. Manchmal trampeln sie dich über. Es gibt viele Gesetze, an die man sich halten muss. Es ist alles viel moderner und voller Technik. Ähnlich wie mein Handy. Die meisten Menschen sind rund um die Uhr erreichbar. Man muss sich alles hart erkämpfen und nichts gibts umsonst und du wärest in meiner Welt ziemlich sonderbar. Im besten Fall würdest du für verrückt erklärt, im schlimmsten Fall kommst du ins Irrenhaus“, erzählte ich und beschrieb ihm meine Welt absichtlich so schreckhaft.
„Hört sich nicht viel anders an als hier“, fand er aber stur.
„Du würdest dich nicht zurecht finden“, versicherte ich ihm. Ich meinte es doch nur gut mit ihm.
„Denkst du das wirklich oder willst du mich einfach nicht dabei haben?“, fragte er nur und wirkte ziemlich gekränkt. Ich seufzte. Wieso musste das so kompliziert sein?
„Moritz, ich mag dich. Wirklich. Das musst du mir glauben. Es liegt nicht an dir. Es liegt nur an unseren verschiedenen Welten“, versuchte ich es erneut ihm zu erklären.
„Aber es könnte funktionieren“, gab er nicht auf.
„Vielleicht“, gab ich schließlich nach, aber das können wir nicht wissen.“ Es hatte keinen Zweck weiter auf ihn einzureden. Es würde nichts bringen. Er war offenbar sehr stur.
„Nein, können wir nicht“, gab er mir recht. Dann beugte er sich ganz nah zu mir rüber.
„Aber vielleicht …“ Er ließ das Wort im Raum hängen, aber dann küsste er mich. Einfach so. Und was das für ein Kuss war. Ziemlich intensiv und einfühlsam. Einfach unglaublich. Ich war überweltigt und zog ihn näher an mich.
„Moritz“, murmelte ich an seinem Gesicht und lächelte.
„Wusste ich es doch“, triumphierte er glücklich.
„Ach, Moritz. Was soll ich nur mit dir machen?“, seufzte mich und lehnte mich an ihn. Er zog mich sanft in seine Arme.

Fortsetzung folgt:

Wieder ein Teil fertig. Und was sagt ihr zu diesem Teil? Irgendwelche Anmerkungen?

Das alte Herrenhaus (Teil 4)

Dann will ich mich mal wieder mit meiner Geschichte zum Herrenhaus beschäftigen. Ihr erinnert euch? Louise landete beim Laufen in der Vergangenheit und lernte dort Moritz kennen. Den Besitzer vom Herrenhaus. Jetzt wollen sie gemeinsam auf den Ball.

Das alte Herrenhaus Teil 4

Moritz führte mich wie es sich gehörte, indem er meinen Arm umschlungen hielt, zu dem luxirösen Haus. Obwohl man es kaum noch als Haus bezeichnen konnte. Villa war vermutlich das bessere Wort.
„Wer wohnt hier noch mal?“, fragte ich ihn ehrfürchtig. „Die Königin  persönlich?“
Er sah mich befremdlich an. „Äh,  nein. Da muss ich dich enttäuschen. Nur eine Fürstin. Isabelle von Goka mit ihrem Mann Arim.“
„Hm“, machte ich nur.
„Lass uns einfach reingehen“, lachte er. „Das wird toll.“
Das bezweifelte ich, aber ich folgte ihm trotzdem. Dass er an meiner Seite war gab mir etwas Sicherheit.
Das Haus/Die Villa war von außen noch viel glamouröser als von außen. Alles schick vekleidet mit Gold und verzierten selbst gemalten Bildern. Hier strahlte alles nach Macht und Geld aus. Es war schick, aber Moritz Herrenhaus gefiel mir trotzdem besser. Es war viel schlichter und gemütlicher.
Aber das allerschönste war der Ballsaal in den wir geführt wurden. Sowas kannte ich bisher nur auf Bildern. Sowas konnte man einfach nicht nachstellen. Egal, wie viel Mühe man sich gab. Es war einfach viel zu prachtvoll. Dabei wirkte er eigentlich recht schlicht.
Es war hell und der Raum wurde von vielen großen Fenstern belichtet, die oben rund abliefen. Lauter Kronleuchter hingen an der Decke und der Saal wirkte recht überfüllt.
Eine Frau, die ihr Speck an den richtigen Stellen abgelegt hatte kam auf uns zugeilt. Sie trug ein rotes Kleid, dass oben weit ausgeschnitten war und unten einen Reifenrock hatte. Ihr Gesicht zeigte leicht rose geschminkte Wangen und auch sonst war ihre Schminke eher dezent, was ihr Gesicht gut zu Geltung brachte. Ihr Busen allerdings quillte fast aus diesem Kleid.
„Moritz, wie schön dich zu sehen“, freute sie sich im besten Altaltaltdeutsch, was ich niemals so nachmachen könnte und küsste ihn auf beide Wangen. Dann fiel ihr Blick auf mich: „Wer ist denn deine Begleiterin?“
„Das ist eine Freundin von mir. Ich hab sie auf einen meinen Reisen kennen gelernt“, log Moritz ziemlich gekonnt. „Ihr Name ist Louisa.“
„Guten Tag, Madam Louisa. Ich bin Isabelle. Bitte, kommen Sie mit mir. Ich führe sie herum.“ Madam Isabelle bot mir ihren Arm da, den ich annahm. Allerdings nicht bevor ich nicht Moritz fragend ansah. Er ging viel auf Reisen. Er schüttelte nur unmerklich mit dem Kopf und deutete auf Isabelle. Ich seufzte. Das würde auf später verlegt werden müssen.
Isabelle führte mich wirklich rum. Durch die ganze große Anlage, einschließlich dem Garten.  Meine Füße taten danach so weh. Ich wollte eigentilch jetzt schon nur noch nach Hause. Die Leute aus dem Mittelalter waren wirklich trainierter als ich. Zumindest mit diesen Schuhen.
„Ist es bei Ihnen zu Hause auch so schön?“, hakte Isabelle nach als wir unseren Rundgang beendet hatten und endlich wieder zum Ballsaal zurück kamen.
„Ähm, so ähnlich“, druckste ich drum herum. Na ja, eigentlich nicht mal annährend. Aber viel gemütlicher.
Die Musik war klassisch und die Tanzschritte merkwürdig. Eigentlich hatte ich keine Lust zu tanzen. Ich wollte zu Moritz. Das hier war mir viel zu fremd. Aber offenbar war Moritz einfach verschwunden. Na toll.
„Wissen Sie, Sie müssen etwas Besonderes sein“, bemerkte Isabelle nun und musterte mich nachdenklich. „Gott, sind Sie dünn.“
Den letzten Kommentar übersah ich einfach mal. Stattdessen versuchte ich sie von meiner Figur abzulenken. „Wie meinen Sie das, dass ich wer Besonders sein muss?“
„Schätzchen, er nimmt sonst nie jemanden auf solche Veranstaltungen mit. Eigentlich meidet er sie eher. Er sagt ab, wenn es nur geht. Dass er heute da ist, grenzt an ein Wunder.“
Das war ja interessant. Gut zu wissen.
„Kommen Sie. Ich stelle Ihnen ein paar Gäste vor“, schlug Isabelle mir vor. Das hatte ich befürchtet. Aber ich hatte wohl kaum eine Wahl.
Ich schüttelte Hände, vergaß viele Namen und wurde sogar zum Tanzen gezwungen, was gründlich misslang. Meine Partner waren höflich und beschwerten sich nicht, dass ich ständig aus dem Takt kam oder ihnen auf die Füße trat. Endlich hatte sich Moritz offenbar daran erinnert, dass es mich noch gab und mich auf der Tanzfläche entdeckt.
„Darf ich?“, fragte er meinen aktuellen Tanzpartner, der ihm mich nur zu gern überreichte.
„Nett, dass du dich noch an mich erinnerst“, brummte ich.
„Ach, komm! Du warst doch beschäftigt“, lachte er.
„Und hätte dich gebraucht“, ergänzte ich.
„Ich find, du hast dich ganz gut gehalten. Glaub ja nicht, ich hätte nicht ein Auge auf dich gehabt“, lobte er mich.
„Können wir bitte einfach, gehen?“, fragte ich ihn. „Ich kann die Schritte nicht und dieser Ball ist nichts für mich.“
„Das heißt, du bist gar nicht neugierig auf das Buffet?“, neckte er mich.
„Ich kanns kaum erwarten“, meinte ich ironisch.
„Du weißt ja nicht, was du verpassen wirst“, warnte er mich.
Ich rollte nur mit den Augen. Dann fiel mir wieder seine Bemerkung mit den Reisen ein.
„Was war das eigentlich mit dem vielen reisen? Machst du das wirklich?“, fragte ich ihn.
„Manchmal.“ Er wich mir eindeutig aus. Ich beschloss ihn gewähren zu lassen.
Schließlich hatte er Erbarmen mit mir und führte mich von der Tanzfläche zum Buffett.
Das Essen war viel besser und reicher als ich gedacht hatte. Es stimmte, schon es gab viel Fleisch, aber auch Obst und Gemüse und sogar Fisch und Bohnen. Ich konnte sogar Tomaten erkennen. Daraus ließ sich was machen. Ich füllte mir einen Teller auf und wählte wirklich überwiegend Obst und Gemüse. Aber ich war zufrieden.
Wir setzten uns an eine Tisch, an dem schon ein jüngeres Pärchen saß und schlugen ordentlich zu.
Weder Moritz noch ich hatten große Lust uns in die Unterhaltung einzubringen. Wir genossen einfach das herrliche Essen. Moritz hatte recht gehabt. Wegen dem Essen hier zu bleiben, hatte sich gelohnt.

Fortsetzung folgt ….

Und wie gefällt euch dieser Teil?

Story Samstag 11: Das alte Herrenhaus Teil 2

So, es wird mal Zeit mit der Fortsetzung zum Story-Samstag. Irgendwie bin ich dazu noch überhaupt nicht gekommen.

Hier gehts übrigens zu Teil 1: Klick.

Das alte Herrenhaus (Teil 2)

Im Haus führte er mich in die Küche. Es überraschte mich, dass es offensichtlich keine Hausangestellte gab. Er machte alles allein. So gab er mir ein Glas Wasser und forderte mich auf es zu trinken.
„Was trinkt man denn sonst so hier?“, fragte ich ihn.
„Es gibt viele Obstsäfte, die hergestellt werden und natürlich auch viel alkholische Getränke hier, aber ich habe leider nur Wasser.“ Entschuldigend sah er mich an. An seine altmodische Sprache hatte ich mich mittlerweile gewöhnt. Man sprach eben im 17. Jahrhundert anders als 2016.
„Wir müssen herausfinden wie ich in meine Zeit zurück kann“, wechselte ich dann das Thema. Er setzte mich zu mir an den altmodischen Küchentisch.
„Allerdings. Ich kenne da vielleicht jemanden, der uns helfen kann, aber vor morgen erreichen wir da nichts.“ Nachdenklich betrachtete er mich. Er war jung und schien einsam zu sein.
„Und wer ist das?“, fragte ich ihn.
„Ein Freund. Er wirkt auf den ersten Blick etwas verrückt, ist aber ein Genie. Allerdings kommt er erst morgen wieder zurück. Er ist gerade in der Nachbarstadt und stellt dort sein neuestes Projekt vor“, erzählte Moritz und schien ganz begeistert von der Arbeit seines Freundes zu sein.
„Was macht er denn so?“, fragte ich sekptisch.
„Er ist Erfinder. Glaub mir, wenn er dich nicht zurück schicken kann, kann es keiner.“ Das klang ziemlich geheimnisvoll, fand ich.
„Okay“, sagte ich gedehnt und er lachte sich halb schlapp.
„Was ist?“, wollte ich wissen.
„Du redest so komisch“, lachte er.
„Ich rede komisch?“ Der hatte nerven. „Im 21. Jahrhundert reden wir eben so.“
„21. Jahrhundert. Ha, ha, ha.“ Jetzt wurde er ziemlich albern, aber er konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen.
„Du redest auch komisch.“ Ich stimmte in mein Lachen mit ein. „Und so förmlich.“
„Na hör, mal. Ich bin adelig.“ Er versuchte jetzt aber ernster zu sein. „So reden wir nun mal.“
„Du benimmst dich aber sonst nicht wie ein Adeliger“, erklärte ich ihm überzeugt. Ich merkte erst jetzt, dass wir nach unserem Lachanfall ins DU gefallen waren.
„Wie benimmt sich denn ein Adeliger?“, fragte er mit herausfordernden Blick.
„Du hast keine Hausangestellen, du wohnst hier ganz allein“, zählte ich auf. „Soll ich weitermachen?“
„Adeligen müssen Hausangestellte haben?“, fragte er irritiert.
„Na ja, in meiner Vorstellung schon.“ Jetzt wurde ich unsicher, fügte aber noch hinzu. „Buttler und so.“
„Buttler, ha, ha, ha. Du redest nicht nur komisch. Auch deine Ansichten sind komisch.“ Jetzt fing sein Lachanfall wieder an.
„Na, vielen Dank auch.“ Aber ich grinste ja selber. Er sah süß aus, wenn er lachte. Oh, wo kam dieser Gedanke denn jetzt her?“
Als er sich wieder eingekriegt hatte, meinte er: „Hör mal, ich bin heute Abend auf einem Ball eingeladen. Würdest du mich begleiten?“
„Ähm, auf einem Ball?“, fragte ich verblüfft. „Aber du hast doch bestimmt eine Begleitung?“
„Nein, leider nicht. Normalerweise nicht. Die Frauen laufen eher weg vor mir“, gestand er mir, aber ich war mir nicht sicher, ob das eher als Scherz gemeint war.
„Kann ich mir gar nicht vorstellen“, meinte ich. Oh, hatte ich das gerade laut gesagt? Verdammt!
Er schmunzelte mich geradezu an. „Das nehme ich jetzt mal als Kompliment. Vielleicht habe ich etwas übertrieben, aber ich habe wirklich keine Begleitung.“
„Du nimmst mich die ganze Zeit schon auf den Arm, oder? War das die ganze Zeit deine Absicht seit du mich entdeckt hast?“
„Na klar, was glaubst du denn. Das war meine einzige Absicht.“ Er schmunzelte wieder. „Ich hatte überhaupt keine Lust auf dieses seltsame kleine Mädchen, dass da pltözlich vor meinen Toren stand und ziemlich verloren aussah. Die war mir total egal. Für mich zählte nur, dass ich für den Ball eine Begleitung habe.“ Er konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
„Na schön, ich habe verstanden.“ Sein Lachen steckte an. Trotzdem hatte ich Bedenken. „Aber ich habe doch gar nichts anzuziehen und ich weiß auch gar nicht wie man sich auf so einem Ball verhält. Ich meine, ich habe ein paar Filme gesehen, aber das hat mir ja offensichtlich auch nicht weiter geholfen.“
„Filme?“, fragte er verwirrt.
„Äh, sowas wie ein Theaterstück“, erklärte ich.
„Okay. Na, wenn du sowas für echt hälst kann das ja nicht werden“, fand er. „aber keine Sorge. Das kriegen wir schon hin. Ich glaube, mit dem Anziehproblem kann ich dir auch aushelfen. Komm mit.“
„Ich soll was von dir anziehen?“, fragte ich ihn.
Er lachte wieder. „Das wäre bestimmt amüsant, aber besser nicht. Du wirst es nicht glauben, aber ein bisschen Köpfchen habe ich auch.“
„Was du nicht sagst.“
Er führte mich in die obere Etage. Die sah fast noch eleganter aus als die Untere. Auch hier oben hingen Bilder. Eines zeigte ihn mit eine eleganten Frau an seiner Seite. Ich zeigte darauf und fragte ihn: „Wer ist das?“
„Von ihr wirst du dir deine Kleider ausleihen“, erklärte er mir.
„War sie eine Freundin?“, fragte ich ihn.
„Freundin?“, fragte er verständnislose zurück. „Was ist das denn nun wieder für ein Wort?“
„Du bist wirklich altmodisch“, versuchte ich es erneut. „Ähm, Geliebte, Gemahlin. Was weiß ich.“
„Ach so. Nein. Sie war meine Schwester“, erklärte er und klang traurig dabei.
„Und wo ist sie jetzt?“, fragte ich sanft.
„Sie ist gestorben. Vor drei Jahren.“ Das erklärte die Traurigkeit.
„Das tut mir sehr leid.“
„Schon gut. Ist lange her. Komm einfach weg.“ Offenbar wollte er nicht darüber reden und das konnte ich gut verstehen.
Ich folgte ihm in ein Traumzimmer, dass wirklich wie aus sehr alten Zeiten aussah. Moritz öffnete einen Schrank und erklärte: „Such dir eins aus.“
„Moritz, ich …“, begann ich, aber er unterbrach mich sofort.
„Such dir bitte eins aus. Bitte. Ich möchte es so.“ In seinem Blick lag plötzlich so viel Schmerz, dass es weh tat. Am liebsten hätte ich ihn umarmt und getröstet, aber das stand mir wohl nicht zu.
„Wann soll ich fertig sein?“, fragte ich nur noch.
„Wenn die Sonne untergeganen ist“, antwortete er.
Ich nickte und er ließ mich allein. Diese Welt war mir so fremd. Dieses Haus war so fremd. Nie hatte ich etwas vergleichbares gesehen. Und dennoch berührte mich Moritz auf eine Weise, wie es noch kein Mann vor ihm geschafft hatte. Aber das war nicht gut. Das war überhaupt  nicht gut. Ich wollte wieder zurück in meine Welt. Ich wusste nicht mal, ob er etwas ähnliches für mich empfand. Es war viel zu früh. Und er würde mir in meine Welt sowieso nicht folgen können. Oh, Gott! Was dachte ich denn da? Ich kannte ihn doch kaum. Was war bloß los mit mir. Diese Welt war vollkommen zurück. Am besten ich versuchte so schnell wie möglich zurückzukommen bevor ich meinen Kopf verlor und vielleicht auch noch mein Herz.

Fortsetzung: Klick

Tja, das wird wohl mal wiedereine längere Geschichte werden. Das hat so viel Potential. Die will ich nicht verkommen lassen.

Und was sagt ihr zu diesem Teil?