Etüde 16-20: Verlorene Leben Teil 6

Heute gibts wieder eine Etüde von mir. Gestern hab ich es nicht geschafft, weil ich unterwegs war.

abc.etüden 2020 39+40 | 365tageasatzaday

Hier gehts zu den Vorgängerteilen: Teil 5

Verlorene Leben Teil 6

Vor dem Schuppen blieb ich stehen und sammelte mich. Was Noura wohl gerade machte? Seufzend machte ich die Tür auf. Er saß auf dem Boden und sortierte irgendwas. Ich konnte nicht sehen was. Doch als ich rein kam sah er auf.
„Was machst du da?“, fragte ich ihn neugierig.
„Ich sortiere die Pilze„, erklärte er. „Ich habe heute Nacht welche gegessen, denn die esse ich ziemlich gerne.“

„Du warst heute Nacht draußen?“, fragte ich ihn erschrocken. Ich hatte erwartet er würde hier bleiben.
„Ja“, antwortete er und wirkte irgendwie traurig. Mehr sagte er dazu allerdings nicht sondern sortierte weiterhin seine Pilze. Er schien sie geradezu besessen zu sortieren.

„Brauchst du denn gar nicht zu schlafen?“, fragte ich nun.
„Nein, ich bin nicht wie ihr. Ich brauche keinen Schlaf“, antwortete er. „Und mir war langweilig. Also habe ich mich hier als Vogel umgesehen.“
„Noura, wir müssen ein paar Sachen klar stellen. Das hier ist nicht deine Welt. Hier könnte man dich sehen, wenn du dich einfach in einen Vogel verwandelst.“
„Ich war vorsichtig,“ sagte er nur.
Seufzend setzte ich mich zu ihm. Wir mussten schließlich reden. Offenbar dringender als ich dachte.

Fortsetzung folgt ….

 

Und, was meint ihr?

geschichte writing friday: Nachtkinder

Heute gibts wieder einen Writing Friday und ich bin mit dabei.

[#WritingFriday] März 2020 die Schreibaufgaben

Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “Mia wollte jetzt noch nicht gehen aber…” beginnt.

Nachtkinder

Mia wollte noch nicht gehen, aber es wurde Zeit. Der Himmel ging unter und die Sterne kamen. Ich musste heim, wenn sie nicht in der Nacht verschwinden würde. Die Nachtkinder waren in der Nacht nicht so gerne draußen. Sie sahen sich den Sternenhimmel lieber von Innen an.
Dennoch waren sie mit den Sternen verbunden. Gerade sie hielten uns davon ab. Nachts draußen zu sein.
Deswegen musste sie jetzt los. Sie war gerade bei ihren Freunden. Keiner von ihnen war ein Nachtkind. Es waren alle Tagkinder. Doch es gab diese Zeit zwischen Dämmerung und Abend, wo wir ungehindert alle in der Welt umherwandern konnten. Zu diesem Zeitpunkt trafen wir uns immer in der Mitte am Treffpunkt.
Und jetzt musste ich wieder fort. Jedes mal blutete mein Herz, wenn ich weitere Ewigkeiten auf diese halbe Stunde warten musste. Denn dann musste ich auf ihn warten. Joel war ein Tagkind.
Und dennoch hatten wir uns ineinander verliebt. Innerhalb dieser halben Stunden, die wir uns gesehen hatten. Und doch trennten uns unsere Leben voneinander.
„Du musst gehen“, sagte Joel. Doch er sah dabei so traurig aus, dass es mir das Herz brach.
„Ich weiß.“
Doch dann verließ ich ihn. Wie immer.
Wir Sternenkinder wohnten im Hellen, wo wir sicher waren. Wenn es dunkeln wurde waren wir in unseren Häusern. Oder besser gesagt Höhlen. Wir brauchten schon die Nachtluft um uns herum, aber die Nacht selbst durfte uns nicht erreichen. In unseren Höhlen hatten wir normales Licht und konnten normal leben.
Die Höhlen waren nah am Wasser und so hörten wir die Wellen rauschen.
Wir schliefen nachts meistens, aber immer mal wieder wünschte ich mir nachts draußen zu sein. Es dauerte etwas bis ich einschlief.

Am nächsten Morgen hatte sich etwas verändert. Es war plötzlich überall hell und dunkel. Verwirrt sahen wir uns um. Sowas hatte es noch nie gegeben. Aber es sah unglaublich aus. Auf der einen Seite war Dunkelheit und auf der anderen Helligkeit. Und dann mischte sich das Ganze auch noch. Unglaublich.
Und dann wurde es lauter und alle riefen durcheinander. Sie waren aufgeregt, was ich durchaus verstehen konnte.
Und dann sah ich sie auf uns zukommen. Die Tagkinder waren am Tag wach. Und dann sah ich ihn. Joel lief auf mich zu. Ich lief ihm entgegen. Wir fielen uns in die Arme.
„Was ist passiert?“, fragte ich mit leuchtenden Augen.
„Keine Ahnung. Ich glaube die Welt hat sich gespalten“, antwortete er. „Aber ich freue mich darüber. Vielleicht können wir nun endlich alle zusammen leben.“
„Das wäre wirklich toll.“ Ich strahlte ihn an.

Und so vereinten sich unsere Welten. Ich lebte nun mit Joel zusammen. Wir zogen unsere Kinder groß und unsere Welt war für immer vereint. Wir fanden nie heraus, was den Himmel gespalten hatte, aber es änderte sich nie mehr. Wir konnten zusammen leben und glücklich sein, und das war das Wichtigste.

Ende

So, ein kurzer Blick in eine mögliche Welt. Was meint ihr?

Die Welt bei Nacht Teil 9

Und hier kommt ein neuer Teil von der Nacht.

Hier gehts zu den vorherigen Teilen: Klick

Die Welt bei Nacht Teil 9

Luisa

Nach dem Frühstück ließ Norina uns alleine und Niklas führte mich in die Bibliothek. Sie war riesig und als Bücherwurm liebte ich sie sofort. Für mich war das der einzig helle Ort in dieser dunklen Nacht.
„Liest du gerne?“, fragte er neugierig während er mich in eine gemütliche Ecke führte. Wir setzten uns in die Sessel. Es schien fast als könnte ich die Bücher flüstern hören.
„Ich lese für mein Leben gerne“, antwortete ich.
„Dann haben wir was gemeinsam“, stellte er fest. „Ich habe schon immer gerne gelesen.“
„Du wolltest mir alles erzählen“, erinnerte ich ihn.
„Richtig. Das wollte ich. Alles, was ich weiß“ Er seufzte kurz und sammelte sich dann. Ihm schien eine Erinnerung eingefallen zu sein. „Als ich hierherkam war ich auch erst verwirrt. Mich hat keiner angeleitet. Ich habe jeden Tag in der Bibliothek verbracht und den ganzen Tag gelesen. Schlauer wurde ich trotzdem nicht. Schließlich erkundete ich ein wenig die Gegend. So entdeckte ich den Ort. Dort traf ich auf einen alten Mann. Er wirkte älter als die Zeit selbst. Er sah mich und bat mich in sein Haus. Dort erklärte er mir alles. Er erklärte mir, dass ich nun der Prinz der Dunkelheit sei. Ich hatte keine Ahnung, was das bedeuten sollte. So wirklich weiß ich das immer noch nicht. Er sagte mir ich sei hier, weil ich in meiner Welt gestorben sei. Doch so richtig tot war ich eigentlich nicht. Das sagte ich ihm auch. Er bestätigte es, aber erklärte es würde noch dauern bis ich in meine Welt zurückkonnte. Und selbst dann konnte ich nicht für immer bleiben. Ich brauchte ziemlich lange um das zu verstehen. Nun ging ich jeden Tag zu dem Mann und wir unterhielten uns stundenlang. Irgendwann konnte ich halbwegs akzeptieren wie mein Leben jetzt aussah. Ich gewöhnte mich daran.“ Er machte wieder eine Pause und sah mich direkt an. „Wir sind Nachtkinder. Wir kommen nicht direkt nach unseren Tod hierher, aber die Menschen sehen es so. Es gibt nur wenige bei denen es anders ist.“
„Norina“, murmelte ich.
„Ja“, betätigte er.
„Aber du hast gesagt ich kann zurück. Wenn ich mich erinnere, was passiert ist“, sagte ich dann.
„Weil du in der Zeit geboren bist. Du bist jünger als ich. „Ich kann dir ein Leben erst dann wieder ermöglichen, wenn du dich erinnerst. Ich dagegen kann nie mehr zurück.“
Ich konnte nicht erkennen ob er das bereute oder nicht.
„Und wie kann ich mich erinenrn?“, fragte ich.
„Da gibt es mehere Fatkoren. Mit Hilfe von Magie der manchmal reicht auch nur ein Traum aus. Vielleicht sollten wir erstmal schauen woran du dich erinnerst.“
„Okay. Das klingt gut. Jetzt waren wir auf dem richtigen Weg. Keine Ahnung. Als ich hier auftauchte war Neujahr. So viel weiß ich. Ich weiß nicht mal wirklich, was ich an Silvester gemacht habe. Ich glaube ich war alleine, aber wieso war ich dann in einem Auto? Am Tag davor war ich mit meiner besten Freundin unterwegs.
Wir wollten eigentlich Silvester zuammen verbringen, aber ihr ist etwas dazwischen gekommen. Ich weiß nicht mehr was.
Und das frustierte mich noch mehr. Das konnte doch nicht sein. Ich musste mich doch erinnern.
„Okay. Das ist doch schon was. Vielleicht ist deine Freundin von Bedeutung, weil du dich an sie erinnerst. Das ist mehr als zu ewarten war. Daran können wir arbeiten, denke ich.“ Niklas wirkte im Gegensatz zu mir zufrieden.
„Es ist viel zu wenig“, beschwerte ich mich.
„Nein, es ist gut“, wiedersprach er. „Das Gehirn ist eine komplexe Sache. Ich hatte nicht erwartet, dass du dich sofort an alles erinnerst.“
„Was meinst du denn wie lange das dauern wird?“, wollte ich von ihm wissen. Ich wollte nach Hause.
„Das weiß ich nicht“, gab er zu. „Das kommt drauf an wie komplex deine Erinnerungen noch in deinem Gehirn sind.
„Wir versuchen es erstmal so. Wenn das nichts bringt nehmen wir uns die anderen Methoden vor.“
„Und wenn das auch nichts bringt? Wie willst du denn mein Gedächtnis anregen?“
Es war nicht seine Schuld, dass ich hier war. Das sagte ich mir immer wieder. Ihn hatte es viel schlechter getroffen. Er konnte gar nicht mehr von hier weg. Nicht wirklich.
„Vielleicht sollten wir spazieren gehen und uns unterhalten. Manchmal hilft das schon“, schlug er vor.
Ich blieb skeptisch. „Aber hier ist es dunkel. Da finde ich wohl kaum Inspiration.“
„Die dunkle Welt hat mehr zu bieten als du glaubst“, erwiederte er ruhig.
„Na gut. Versuchen wir es“, gab ich schließlich nach. Was blieb mir auch anderes übrig?
Als wir draußen waren musste ich feststellen, dass er recht hatte. Die Luft tat mir gut und ich atmete tief ein. Wir gingen ein wenig durch den Schlossgarten. Viele der Blumen leuchteten. Der Mond schien ebenfalls am Himmel.
Niklas konnte meinen Blick vermutlich nicht richtig sehen, aber er hatte meine Reaktion gemerkt und grinste deswegen.
„Die Monde hier sind so eine Sache. Sie sind nicht wie in eurer Welt“, erklärte er.
„Habe ich bemerkt“, staunte ich. Den Blick hatte ich immer noch auf den Mond gerichtet, der da doppelt am Himmel schien.
„Also, wie war dein Leben?“, fragte er geradeheraus.
„Ach, nichts ungewöhnliches“, winkte ich ab. Endlich wand ich meinen Blick von dem seltsamen Mond ab und sah Niklas an. Sein Gesicht leuchtete im Schein der Blumen und des Mondes. „Ich habe eben gelebt. Ich bin in die Schule gegangen, ins Kino und so. Was man eben so macht.“
„Und du hattest eine Familie“, ergänzte er und klang dabei irgendwie traurig.
„Ja“, bestätigte ich. „Nachdem mein Bruder gestor …“ So konnte ich das nicht machen. Wenn ich meinem Bruder glauben konnte saß er gerade neben mir. „Nachdem wir dachten du seist tot hat Mama ihr bestes gegeben um mir ein gutes Leben zu bieten. Und das hatte ich. Das hatte ich wirklich.“
Er schwieg daraufhin eine ganze Weile. Mir wurde langsam unbehaglich zu Mute.
„Tut mir leid“, sagte ich schließlich.
„Welche Filme magst du am liebsten?“, ohne auf meine Entshuldigung zu reagieren.
„Harry Potter, Liebe braucht keine Ferien, Ziemlich beste Freunde“ zählte ich auf. „Kennst du sie?“
Er schüttelte mit dem Kopf. „Ich war nur ganz selten im Kino. Nur manchmal, wenn ich ganz viel Sehnsucht nach dem richtigen Leben hatte.“
Natürlich. Ich blöde Kuh. Was hatte ich denn bitte erwartet? Ich unterdrückte ein erneutes „Tut mir leid.“
Er schien mein Unwohlsein zu bemerken, denn er kapierte sofort. „Ich bin nicht der Meckertyp. Ich nehme es wie es kommt. Und diese Welt ist einfach unglaublich. Sie hat so viel zu bieten. Ich war noch jung als ich hierherkam. Ich war länger hier als in der anderen Welt. Hier ist mein zu Hause, aber …“
„Aber irgendwie vermisst du das andere Leben trotzdem“, führte ich seinen Satz fort. „Das ist okay. Ich kann dich verstehen. Mir würde es nicht anders gehen.“
„Ja, vielleicht hast du Recht“, meinte sie zustimmend.
„Du scheinst ein gutes Leben gehabt zu haben“, stellte er fest.
„Ja, und ich will es zurückhaben“, sagte ich.
„Das kann ich verstehen.“
Und dann wirkte er irgendwie traurig. Verständlicher Weise. Ich genoss unser Gespräch sogar. Ich fing an Niklas zu mögen. Leider brachte unser Ausflug nicht die gewünschte Erinnerung zurück. Vielleicht strengte ich mich nicht genug an oder ich ging es falsch an. Jedenfalls hatte ich keinen Erfolg. Was war mit mir passiert? Ich gehörte nicht hierher. So viel wusste ich.

Fortsetzung folgt …

Die Welt bei Nacht Teil 8

Heute gibts endlich einen weiteren Teil von meiner Nachtgeschichte. Hat diesmal etwas länger gedauert.

Hier ist eine übersicht zu den anderen Teilen: Klick

Die Welt bei Nacht Teil 8

Teil 8 Norina Damals

“Ich bin schon ganz schön lange hier. Deswegen habe ich einen geregelten Tagesablauf. Ich stehe morgens auf, frühstücke und versorge die Tiere. Danach gehe ich für eine Stunde in die Bibliothek um mich weiterzubilden. Auch was diese Welt angeht. Dann gehe ich runter ins Dorf um meine Kontakte zu pflegen.
Irgendwann bin ich wieder hier und schaue was es in der Dunkelheit so neues gibt. Das weicht natürlich von Tag von Tag ab. Aber so ähnlich sieht es aus. Mir wird also nie langweilig. Aber natürlich vermisste ich meine alte Welt trotzdem. Ich hatte dort durchaus einen Kreis von Menschen, der mir wichtig war. Doch ich versuche nicht daran zu denken. Ich bin durchaus gerne hier. Diese Welt hat viel zu bieten und ich habe mireinen Freundeskreis aufgebaut.
“Das klingt gut. Es gibt also ein Dorf hier?“, fragte ich.
“Es gibt nicht nur ein Dorf, aber das ist das Größte. Es liegt gleich hinter der Magieschule. Wenn man auf die blauen Berge geht leuchtet es in der Dunkelheit.“
“Führst du mich heute ein wenig rum?“, fragte ich ihn. „Im Dorf war ich noch nicht.“
“Gerne“, stimmte er mir zu. „Aber es ist anders als jedes Dorf, dass du dir vielleicht vorstellst.“
“Darauf bin ich vorbereitet.“
“Na, dann. Wir könnten nach dem Frühstück los“, bot er an.
“Oh, ja! Unbedingt!“
Wir frühstückten weiter, aber jetzt war Niklas sehr ruhig. Er wirkte eher nachdenklich. Ich beobachtete ihn. Ich würde gerne so viel mehr von ihm erfahren. Er wirkte immer noch so geheimnisvoll. Er schien sich anderen nicht leicht zu öffnen, was traurig war. Er hatte so viel mehr zu bieten. Das spürte ich.
Irgendwann hatten wir aufgegessen und er sah wieder auf. „Wir können dann gleich aufbrechen. Falls du dich noch frisch machen möchtest wäre jetzt eine gute Möglichkeit dazu.“
“Ja klar. Ich brauche sicher nicht lange.“
Er nickte nur und stand auf. Ich machte es ihm nach.
“Alles okay mit dir?“, fragte ich ihn dann. „Du wirkst so ruhig.“
“Alles okay. Keine Sorge. Mir gingen gerade nur ein paar Gedanken durch den Kopf.“
Ich fragte mich, was das für Gedanken waren, schwieg aber und ging auf mein Zimmer. Ich machte mich kurz frisch und dann ging ich in die Eingangshalle. Es war an der Zeit diese Welt besser kennen zu lernen. Vielleicht konnte ich Niklas wieder etwas aus seiner Stille zurück holen.

Wir gingen zusammen in das Dorf. Hier waren die Straßen erleuchtet und die Sterne am Himmel wirkten noch näher. Trotz der Straßenlaternen stachen sie heraus. Niklas ging neben mir her und wirkte immer noch sehr still. Die Häuser ragten friedlich vor mir und die Häuser waren hell erleuchtet.
“Die Schule liegt hinter dem Dorf“, begann Niklas zu erzählen. „Sie ist die größte Schule in unserer Welt. Viele Schüler kommen von weit her. Manche sind aus der Nähe oder vom Dorf. Alle üben sich in der Magie der Dunkelheit. Ein paar Kurse habe ich auch besucht. Ich bin öfter im Dorf als man vielleicht annimt. Zwei meiner Freunde leben hier. Im Laufe der Zeit kamen immer wieder Fremde ins Dorf. Ich bin auch ein bisschen gereist. Hier findet das meiste draußen statt.“
Und dann kamen wir in die Ortsmitte. Es wirkte so als schiene die Sonne darüber. So hell war es. Ich fragte mich wo die Helligkeit herkam.
“Falls du dich fragst wo die Helligkeit herkommt. Das ist Magie“, knüpfte Niklas an meinem Gedanken an als hätte er sie gelesen.
Hier versammelten sich die Leute dieser Welt. Es war voll und laut hier. Leute drängten sich zwischen die Stände, die hier standen. Niklas führte uns ziemlich sicher dadurch und so überquerten wir den Platz. Dann ging es in eine Gasse. Am Anfang der Gasse klopfte er an einer schlichten Tür eines Hauses.
Nach kurzer Zeit öffnete eine Frau diese Tür. Sie trug ein schickes blaues Kleid und wirkte sehr schlank. Ihre blonden Haare hatte sie zu einem lockeren Knoten gebunden und das wirkte sehr elegant.
“Niklas!“, freute sie sich als sie ihn erkannte. „Schön, dass du mal wieder vorbei kommst.“
“Hallo Helen“, begrüßte er sie. „Wie geht es dir? Ist Eik da? Ich möchte euch jemanden vorstellen.“
“Eik ist immer da, oder nicht?“, antwortete die Frau lächelnd und musterte mich. Allerdings sagte sie dann nur. „Kommt rein. Eik wird sich freuen. Heute ist es sowieso besonders voll im Dorf. Ihr solltet nicht zu lange auf der Straße sein.“
Und dann folgten wir ihr ins Haus zu Ayk ins Wohnzimmer.

Fortsetzung folgt …

Und was meint ihr diesmal?

Die Welt bei Nacht Teil 7.2.

Und schon kommt der nächste Nachtteil. Ein etwas kürzerer Teil vielleicht.

Hier gehts zu den anderen Teilen:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7

Huch, da bin ich wohl einmal durcheinander gekommen. Also so damit die Teilreihenfolge wieder stimmt.

Die Welt bei Nacht Teil 7.2

Am nächsten Morgen wachte ich aus einem unruhigen Schlaf aus. Eventuell waren da Feen und Leuchtwürmer drin vorgekommen. Es wirkte hell in meinem Zimmer, aber das trügte. Draußen war es genauso dunkel wie gestern. Mein Gespräch mit Annika fiel mir wieder ein und ich seufzte. Heute musste ich mich Niklas wohl stellen.
Also zog ich mich an. Diesmal ein lila schlichtes Kleid. Dann ging ich nach unten. Die große Treppe über die ich ging wirkte alt und majestetisch. Ich musste verrückt gewesen sein hier alleine zurecht kommen zu wollen. Ich hatte überhaupt keine Ahnung wo ich hingehen sollte. Glücklicherweise lief ihr Norina über den Weg und fing sie ab.
“Guten Morgen.“ Sie strahlte mich an und fragte dann. „Wolltest du zum Frühstück?“
“Morgen.“ Ich konnte ihre Begeisterung nicht so gut teilen.
“Ja, leider ist mir entfallen, wo ich hinmuss.“ Nicht, dass es mir jemand erklärt hätte.
“Kein Problem. Ich wollte auch gerade hin. Niklas wird schon da sein. Er steht immer früh auf.“
Was man hier so früh nannte.
“Bist du mit Niklas zusammen?“, wollte ich wissen.
“Keine Ahnung ob man es so nennen kann. Ich bin noch nicht so lange hier wie du vielleicht annimmst.“
Was immer das heißen sollte. Ich beließ es dabei und folgte ihr dann.
Niklas saß alleine in dem großen Speisesaal. Er wirkte irgendwie verloren. Er stand wieder am Fenster und sah hinaus. Als würde er dort irgendwas sehen.
Gab es hier im Schloss eigentlich keine anderen Bewohner? Bedienstete oder sowas?
“Niklas?“, begrüßte Norina ihn mehr fragend als alles andere.
Nun drehte er sich zu uns um. Er wirkte gedankenverloren und kam wieder ins Jetzt an. Zum ersten mal nahm ich ihn wirklich wahr. Er war gutaussehend und wirkte mysteriös. Woran er wohl gedacht hatte?
“Oh, hey. Da seid ihr ja“, begrüßte er uns. „Dann können wir ja loslegen.“
“Alles okay?“, fragte Norina besorgt.
“Ja klar“, nickte er nur.
Er wirkte aber nicht so. Seine Augen sahen ganz schön traurig aus.
Wir setzten uns an den riesigen Tisch. Norina nahm neben Niklas Platz. Ich ihnen gegenüber. Der Tisch war einladend gedeckt und die blaue Tischdecke wirkte edel. Wir bedienten uns an dem Essen.
“Wie geht es dir, Luisa?“, begann Norina mit einem unverfänglichen Thema, da Niklas keine Anstalten machte ein Gespräch zu beginnen. Er aß auch nicht wirklich. Er nippte nur an seiner blauen Flüssigkeit.
“Ich weiß nicht. Es ist alles so seltsam“, antwortete ich.
“Das kann ich mir vorstellen. Das war für mich am Anfang auch ungewöhnt. Aber man gewöhnt sich dran. Es braucht nur seine Zeit.“
Niklas warf ihr einen unergründlichen Blick zu, sagte aber nichts.
“Muss ich dann für immer hier bleiben?“, fragte ich.
“Das kann ich dir nicht sagen“, wich er mir aus. „Ich weiß nur, was ich dir schon erklärt habe. Du musst versuchen dich wieder zu erinnern.“
“Du wolltest mir dabei helfen“, erinnerte ich ihn.
“Das stimmt. Und das werde ich. Wir können alles zusammen durchstehen. Ich kann dir alles erklären, was ich weiß, aber das ist kein Thema fürs Frühstück. Wie wäre es, wenn wir danach darüber sprechen?“
Okay, damit konnte ich mich zufrieden geben. Er hatte ja Recht. Sowas ließ sich nicht mal eben beim Frühstück besprechen. Da musste ich mich wohl noch gedulden. Aber worüber sollten wir überhautp reden? Ich kannte weder Norina noch Niklas.

Fortsetzung folgt …

Die Welt bei Nacht Teil 7

Und ein weiterer Teil meiner Nachtwelt ist online. Viel Spass beim Lesen.

Hier gehts zum Vorgängerteil, wo auch die anderen Teile verlinkt wurden: Klick

Die Welt bei Nacht Teil 7

Nach meiner Begegnung mit Nils ging ich zurück ins Schloss. Ich fand Niklas in der Bibliothek. Er wirkte etwas verloren zwischen den ganzen Büchern und doch schien er genau dorthin zu gehören. Er drehte sich um als ich eintrat und lächelte mich an. Er wirkte ruhig, beobachtete mich aber ganz genau. Was ging wohl in ihm vor? Die Blume versteckte ich jedenfalls lieber vor ihm.
“Hey“, begrüßte er mich.
“Hey“, grüßte ich zurück. „Was machst du hier?“
Ich konnte nicht erkennen ob er gelernt hatte oder sonst was gemacht hätte, dass zeigte, dass er sich in der Bibliothek beschäftigt hatte.
“Ich komme oft hierher um nachzudenken. Die Bücher rundherum beruhigen mich. Die meisten sind alt und vertstaubt. Aber die Bücher um mich herum zeigen mir, dass es sowas wie eine Vergangenheit gab“, erklärte er mir.
“Interessanter Blickwinkel“, fand ich. „Die Zeit ist eine durchaus interessante Sache. Ich finde es toll so viele Bücher auf einem Haufen zu sehen.“
“In der Tat“, stimmte er mir zu. „Liest du gerne?“
»Ich lese alles, was ich in die Finger bekomme », erwiederte ich.
»Du darfst dich hier jederzeit gerne bedienen, wenn du magst », bot er mir an.
“Danke.“ Ich hatte keine Ahnung ob ich das Angebot je annehmen würde. Vermutlich hätte ich Angst sie kaputt zu machen, wenn ich sie nur anfassen würde.
“Wieso bist du hier?“, fragte er dann.
“Ich glaube, ich wollte mit dir reden“, sagte ich unsicher.
“Du glaubst?“ Amüsiert betrachtete er mich und zog eine Augenbraue hoch.
“Ich wollte mit dir reden“, antwortete ich fester.
“Worüber denn?“, wollte er dann wissen.
Gute Frage. Ich sagte das erste, was mir einfiel. „Es gibt hier eine Magieschule?“
Er lachte nur. „Ach, das. Wo hast du das denn gehört? Du kennst bisher nur den Bruchteil dieser Welt. Es dauert eine Weile bis man bemerkt, dass es hier mehr gibt als nur das Schloss. Es wird dauern bis du alles kennst. Zumindest, wenn du hier bleibst wirst du genug Zeit haben.“
Interessant. Gut zu wissen. Was hatte ich denn geglaubt? Dass das hier alles war? Natürlich gab es noch mehr.
“Ich habe Nils getroffen“ , erzählte ich dann. „Er hat von der Schule erzählt.“
“Nils. Natürlich.“ Niklas nickte vor sich hin. „Ich hätte es wissen müssen.“
Fragend sah ich ihn an.
“Nils kommt jeden Abend hierher. Um das Schloss herum wachsen prächtige Blumen und Nils liebt Blumen.“
“Aber wie findet er sie denn?“, erkundigte ich mich. „Man sieht sie im Dunkeln doch kaum.“
“Nils sieht alle Blumen. Die magischen Bewohner sehen sowieso besser als gewöhnlich. Mehr oder weniger kennen sie den Tag nicht. Irgendwann geht es jedem so, der lange genug bleibt.“
Das leuchtete mir ein. Es machte Sinn. Dann fiel mir etwas anderes ein.
“Ich möchte diese Welt kennen lernen. Ich finde sie faszinierend. Ich würde gerne mehr davon sehen.“
“Sehr gerne.“ Niklas wirkte undurchdringlich. Ich konnte in keinester Weise sagen, was er dachte. Wir fangen morgen damit an. Ich kann dir ein paar andere Bewohner vorstellen. Morgen. Heute ist es zu spät. Heute würde ich es vorziehen einfach hier zu bleiben und uns zu unterhalten.“
“Klingt gut“, fand ich.
“Magst du dich zu mir setzen?“, fragte er mich.
Und so setzte ich mich neben ihm auf das Lesesofa. Um uns herum waren lauter Bücher und es wirkte fast wie ein Ort, der nicht von dieser Welt war. Was es ja sowieso für mich alles hier irgendwie war. Doch nun brach wieder Schweigen über uns ein. Wir waren immer noch Freunde. Aber eigentlich wusste ich so gut wie nichts von ihm.
“Erzählst du mir ein wenig von dir?“, fragte ich ihn deshalb. „Was machst du hier so den ganzen Tag? Vermisst du deine alte Welt? Was magst du an dieser Welt? Bist du gerne hier?“
Ich wusste nicht woher all die Fragen kamen. Sie sprudelten einfach so aus mir heraus, aber sie waren da und ich konnte sie nicht zurückhalten.
“Du kannst fragen stellen.“
Wieder betrachtete er mich mit amüsierten Blick, aber dann begann er zu erzählen.

Fortsetzung folgt …

Und, was sagt ihr?

Die Welt bei Nacht Teil 6

Ui, Liebe Leute. ich bin jetzt schon beim 6. Teil angekommen und hoffe ich bin nicht durcheinander geraten.

Hier gehts zu den anderen Teilen:

Teil 1 (01.03.19)
Teil 2 (10.03.19)
Teil 3 (18.03.19)
Teil 4 (29.03.19)
Teil 5 (14.03.19)

Teil 6

Denke an den gestrigen Tag. Was ist passiert? Was wäre, wenn dieser Tag ganz anders gelaufen wäre?

“Was für ein Schuh?“, fragte ich verwirrt.
“Ach, komm schon. Dir liegt doch irgendwas auf der Seele“, meinte Annika nun.
Na ja. Ich weiß gar nicht wie ich hier herkam“, gestand ich ihr. Gestern war noch Sylvester und Neujahr wachte ich im Schloss auf. Niklas meinte ich hätte einen Autounfall gehabt, aber ich kann mich nicht erinnern.“
Ich hatte keine Ahnung wieso ich dieser seltsamen Fee das erzählte, aber mit irgendwem musste ich ja reden.
Annika schien ernsthaft zu überlegen. „Hm, das ist seltsam. Woher weiß Niklas denn, dass du einen Autounfall hattest?“
Das war eine gute Frage. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Jetzt war ich es, die nachdachte.
“Gute Frage. Vielleicht war er es, der mich gerettet hat.“
“Eher unwahrscheinlich“, fand Annika. „Niklas ist nicht so oft in der Menschenwelt.“
Okay. Vielleicht hatte er das erwähnt, aber ich wusste nicht mehr was.
“Kann er sowas gespürt haben?“, fragte ich dann. „Immerhin behauptet er ja mein Bruder zu sein. Dann besteht doch eine Verbindung zwischen uns, oder? Also wenn das stimmen sollte.“
“Damit kenne ich mich nun wirklich nicht aus.“ Annika wirkte betreten. Nils und ich haben schon eine Verbindung, aber es reicht nicht so weit, dass ich ihn spüren könnte. Also ob es ihm gut ginge oder so. Ihr habt euch sehr lange nicht gesehen. Ich bezweifle also, dass eure Verbindung dort so stark war oder sie jetzt so stark ist.“
Da hatte sie recht. Verdammt. Und jetzt?
“Aber mit Magie ist vieles möglich“, fuhr die Fee fort. „Vielleicht fragst du ihn einfach danach.“
“Ja, vielleicht.“
Aber das war nicht die einzige Frage, die ich mir stellte. Was hatte ich an Sylvester gemacht und wieso hatte ich überhaupt in einem Auto gesessen? Hätte ich an dem Tag etwas anderes gemacht wäre ich jetzt vielleicht nicht hier.
Wo war hier überhaupt? Zwischen den Welten?
“Du solltest wirklich dringend mit Niklas reden“, riet sie mir. „Vielleicht lässt dich das klarer sehen. Außerdem muss ich jetzt los. Die Schule ruft.“
“Vielleicht hast du Recht“, räumte ich schließlich ein. „Vielen Dank für deine Hilfe.“
“Immer wieder gerne.“ Und dann hüpfte die Fee davon. Bei jedem Hüpfer leuchteten ihre Füße bis sie schließlich nicht mehr zu sehen war. Sie war genauso schnell fort wie sie gekommen war.
Ich blieb noch eine Weile sitzen und genoss die Stille um mich herum. Mir war klar, dass ich mich vor meinem Gespräch mit Niklas drückte. Auch wenn ich gar nicht genau wusste wieso. Vielleicht hatte ich Angst vor der Wahrheit.
Lieber ließ ich meinen Gedanken noch freien Lauf, aber je mehr ich mich zu erinnern versuchte desto mehr scheiterte ich. Niklas war wirklich meine einzige Chance. Was wusste er?

Schließlich ging ich hinein. Allerdings suchte ich nicht nach dem Hausherrn. Stattdessen ging ich auf mein Zimmer. Ich würde morgen mit Niklas reden. Das redete ich mir zumindest ein.
Heute wollte ich im seeligen Ungewissen sein, auch wenn die Fragen weiter an mir nagten. Aber morgen war schließlich auch noch ein Tag.

Fortsetzung folgt …

Ist nicht so ein langer Teil, aber immerhin … Was meint ihr?

 

Die Welt bei Nacht Teil 4

So. Dafür hab ich jetzt eine Weile gebraucht, aber hier ist nun ein neuer Teil von meiner nächtlichen Welt. Viel Spass dabei.

Hier kommt ihr zu den vorherigen Teile der Geschichte:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Die Welt der Nacht Teil 4

Norina früher Der Fremde

Ich war jetzt noch eine Woche länger bei Niklas als letzes mal. Neue Wunder waren mir offenbart worden. Lichtflecke waren Mitten am Himmel erschienen und hatten Licht gespendet und zwar immer, wenn ich mir Licht gewünscht hatte. Bei einem meiner Spaziergänge durch die Gärten des Schlosses war mir dann ein Fremder erschienen.
Es war ein Feenjunge mit leuchtender Haut und roten Wangen. Er hatte blondes Haar und braune Augen und trug eine kurze Hose und ein Poloshirt. Ein bisschen wirkte er wie ein Schuljunge aus den Vierziger Jahren.
“Hallo du“, begrüßte er mich erfreut. „Wer bist denn du?“
“Mein Name ist Norina“, antwortete ich. „Und wer bist du?“
“Och, ich bin der Nils. Ich bin drüben in der Magieschule. Wohnst du bei Niklas?“, erzählte er.
“Es gibt noch andere magische Wesen hier?“, wunderte ich mich. Bisher hatte ich außer Niklas nur Tiere gesehen.
“Na klar. Die Magieschule ist das heiligste Gebäude hier. Es wimmelt dort nur so von magischen Wesen. Sie zeigen sich nur nicht immer.“
“Klingt einleuchtend“, nickte ich. Dann beantwortete ich seine Frage. „Ja, ich wohne bei Niklas, aber ich bin noch nicht so lange hier.“
“Cool. Wirst du bleiben?“, wollte er wissen.
“Ich weiß nicht gneau.“ Ich war, was das anging immer noch ratlos. „Ich müsste mein ganzes Leben für eine Welt in der Nacht aufgeben.“
“Nein, du gibst es für Niklas auf“, korrigierte er mich. „Er sucht schon ewig eine Gefährtin. Er hasst es alleine zu sein.“
“Aber ich kenne ihn doch kaum. Woher soll ich wissen, was richtig ist?“
“Dann lern ihn kennen. Es wird sich lohnen. Nicht nur wegen Niklas. Diese Welt hat viel zu bieten.“
“Kennst du ihn denn?“, fragte ich ihn.
“Ein bisschen. Wir quatschen manchmal, wenn ich hier vorbei komme und meine Blumen sammle. Er ist schon ein anständiger Kerl.“
“Du sammelst Blumen?“, fragte ich ihn dann verwundert.
“Na klar. Für die Schule.“
Und dann zauberte er eine leuchtende Blume in seine Hand und übergab sie mir. Ich betrachtete sie. Sie war wunderschön und schimmernd blau.
“Auch in der Nacht gibt es Farben. Die Lichtflecken kommen allerdings von meiner Schwester Annika. Sie liebt Magie, aber es gelingt ihr nicht immer so. Gewöhn dich lieber nicht dran“, riet er mir. Dann fiel sein Blick wieder auf die Blume in meiner Hand. „Sie wird dir den Weg weisen. Irgendwann wirst du wissen, was du willst und was richtig ist.“
“Danke, Nils. Du hast mir sehr geholfen. Das Gespräch mit dir hat mir geholfen.“
“Immer stets zu Diensten, Madame“, meinte er. „Und nicht wundern, wenn in der Blume mal Zahlen erscheinen. Das ist vermutlich meinem genialen Kopf zu verdanken.“
Ich grinste nur. Bescheidenheit war offenbar nicht seine Stärke.
“Ich werde darauf achten“, versprach ich ihm. „Wie lange hält die Blume denn?“
“Ewig“, sagte er nur und stand auf. „Ich muss auch langsam wieder los. Sonst kriege ich nicht genug Blumen wieder zusammen. Tschüss, Norina. Hat mich gefreut dich kennen zu lernen. Man sieht sich bestimmt mal wieder.“
“Tschüss, Nils“, verabschiedete ich mich dann von ihm. „Bis demnächst.“
Und dann war er verschwunden. Auch sein Leuchten sah ich nicht mehr. Nur die Blume blieb zurück. Und ich natürlich. Ich hatte keine Ahnung wie mir diese Blume den Weg weisen sollte, aber sie würde einen Ehrenplatz bekommen. Mit Niklas und der Welt war ich allerdings nicht weiter gekommen. Sollte ich hierbleiben oder nicht?

 

Fortsetzung folgt …

Und was meint ihr?

Die Welt bei Nacht Teil 3

Und hier kommt die Nachtfortführung. Mal sehen was ihr sagt.

Hier gehts zu den anderen Teilen:

Teil 1
Teil 2

Nacht Teil 3

Ich war bei Niklas geblieben. Natürlich war ich das, denn er sollte Recht behalten. Wenn man einmal in seiner Welt war wollte man nicht wieder zurück. Ich war der Nacht verfallen und ließ meine Welt hinter mich. Auch wenn ich das erst länger noch nicht wusste.
Dafür lernte ich eine neue Welt kennen. Zunächst einmal führte er mich durch sein Schloss. Es war riesig und leuchtete in der Nacht unter sternenklaren Himmel. Die Sterne funkelten am Schloss entlang. Es sah wunderschön aus.
Von innen war das Schloss hell und einladend. Ich verliebte mich sofort darin. Es erinnerte mich an ein Märchenschloss.
Nach und nach zeigte er mir die dunkle Nachtwelt. Es gab so viele Wunder hier und ich entdeckte sie nach und nach. Den leuchtenden Regen gab es natürlich auch hier und auch die Glühwürmchen waren ein fester Bestandteil der Nacht. Das Reh und der Vogel auch, aber eben auch noch vieles anderes.
“Am Anfang sieht alles gleich aus“, erklärte er. „Aber nach und nach erkennt man den Unterschied. Die Sterne sind natürlich immer da, aber der Mond steht hier immer woanders. Manchmal sind es sogar zwei Monde. An manchen Stellen ist es heller als an anderen und manchmal schimmert es einfach in der Luft.“
“Bist du schon lange hier?“, fragte ich ihn nur.
“Schon sehr lange“, antwortete er. „und meistens war ich alleine.“
“Das ist traurig. Aber du hast von anderen Menschen erzählt, die diese Welt besucht haben, aber nicht mehr zurück kommen“, erinnerte ich mich.
“Das stimmt“, bestätigte er. „Aber sie bleiben selten bei mir. Es gibt noch viele andere Orte hier. Manche finden sie ansprechender.“<

„Ansprechender als dieses Schloss?“, staunte ich.
“Oh, ja“, meinte er nur nickend. „Du hast die leuchtenden Sümpfe noch nicht gesehen oder die fallenden Berge.“
“Fallende Berge?“, fragte ich verblüfft. Das konnte ich mir gar nicht vorstellen.
Aber er hatte sie mir gezeigt. Mittlerweile konnte ich es mir vorstellen. Die leuchtenden Sümpfe waren eine magisch erhellte Stelle. Sümpfe waren es eigentlich nicht wirklich, aber sie wurden so genannt. Es war mehr eine Wiese. Sie leuchteten, weil sie vom Mond sehr hell erstrahlt wurden.
Die fallenden Berge waren schon merkwürdiger. Sie waren etwas schief und es sah wirklich aus als würden sie einfach vom Himmel fallen, was ziemlich verrückt war. Aber das Schloss war immer noch mein liebster Ort.
Ich hatte mit Niklas zusammen viele solcher Orte besucht. Sie waren allesamt zauberhaft. Die Welt bei Nacht hatte viel zu bieten.
Aber am liebsten mochte ich meine eigene kleine Ecke im Garten des Schlosses. Hier war es Tag und ein kleiner Bach floss über die Wiese auf der bunte Blumen blühten. Niklas und ich saßen hier oft und unterhielten uns einfach nur. So auch heute. Ich war jetzt vier Wochen hier. Allerdings kam es mir viel länger vor.
“Gefällt es dir hier?“ Er fragte mich täglich nach meinem Wohlergehen.
“Ja, es ist richtig toll hier. Manchmal vermisse ich den Tag, aber diese Stelle lässt mich das oft vergessen.“
“Willst du zurück?“, war seine nächste Frage.
Das war eine schwierige Frage. Ich liebte diese Welt und auch Niklas hatte ich mittlerweile in mein Herz geschlossen. Er war ein liebevoller und fürsorglicher Mann, der immer um mein Wohlergehen umsorgt war.
Aber machte eine kleine Ecke Tag das wirklich alles wett? Ich würde ein ganzes Leben hinter mir lassen. War es das wirklich wert? Was war wichtiger?
Das konnte ich nicht mit Sicherheit sagen.
“Muss ich die Frage jetzt beantworten?“, fragte ich vorsichtig. Ich wusste, dass ich ihn damit wahrscheinlich verletzte, aber ich konnte es nicht ändern.
“Nein“, antwortete er mir. An seiner Stimme konnte ich nicht wirklich feststellen, was er empfand.
“Wie lange habe ich Zeit bis ich mich entscheiden muss?“, fragte ich.
“Ein Jahr“, antwortete er.
“Wenn ich mich entschieden habe sage ich dir auf jeden Fall Bescheid“, versprach ich und er nickte. Momentan konnte ich nicht mehr für ihn tun.

Fortsetzung folgt …

Und was meint ihr?

 

Writing Friday: Wasserwelt

Und wieder gibts einen Writing Friday von mir. Endlich schaffe ich es wieder regelmäßig mitzumachen.

Schreibe eine Geschichte die mit dem Satz “Es war eine Nacht, wie es sie noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man…” beginnt.

Es war eine Nacht, die es noch nie zuvor gegeben hatte, zum ersten Mal sah man den Sonnenaufgang in all seinen Farben wieder. Seit ich in die Windmühle am Meer gezogen war hatte es nur noch Nebel gegeben, der sich gestern Nacht noch verdichtet hatte. Die Windmühle stand am Hang eines Wasserfalls auf einer Brücke. Das hörte sich vielleicht verrückt an, aber in meiner Welt war das normal. Hier gab es lauter solche Häuschen wie meins. Manche schwebten auch nur auf dem Wasser. Ich hatte mir etwas Sicherheit mit meiner Brücke geschafft.
Eigentlich blieben wir Nachts drin um zu schlafen oder uns anderweitig zu beschäftigen. Doch irgendetwas hatte uns alle nach draußen gelockt. Es war dunkel um uns herum und das hatten wir bisher nur aus unseren Fenstern gesehen. Die Nacht unter freien Himmel war so wunderschön. Zunächst war es noch klar gewesen. Dann war der Nebel aufgezogen. Dennoch waren wir draußen geblieben, denn er war zwar dicht gewesen, war aber nicht lange geblieben. Dann waren die Sterne heraus gekommen. Der Nachthimmel war ein Traum gewesen. Ich hatte mich so frei und glücklich gefühlt.
Der Sonneaufgang war dann das Highlight gewesen. In allen Farben erstreckte er sich über den Himmel. Ich konnte meine Augen garn nicht davon lösen. Aber auch das Treiben um mich herum war faszinierend. Die Bewohner der Windmühlen waren klein. Genau wie ich. Noch kleiner als Zwerge. Kaum vorstellbar, aber wahr. So waren wir als Wasservolk nun mal. Wir hatten ein gutes Leben. Auch wenn die meiste Zeit jeder für sich allein lebte. Aber diese Nacht war schon außergewöhlich gewesen.
Und dann hatte ich ihn gesehen. So flink wie ein Turnschuh. Ich war vom ersten Augenblick an fasziniert von ihm. Er raste durch die Gegend und schwamm durch das Wasser als würde er den lieben langen Tag nichts anderes machen. Am liebsten hätte ich mich ihm angeschlossen, aber ich war zurückhaltender.
Doch dann sah er mich direkt an und lächelte. Ich lächelte zurück. Es war Liebe auf den ersten Blick. Dabei verliebten wir uns eigentlich gar nicht unbedingt. Doch wir fanden zueinander. Und blieben auch zusammen. Deswegen war diese Nacht auch so anders gewesen. Seitdem sahen wir uns jeden Morgen zusammen den Sonnenaufgang an. Das war eines der schönsten Momente in unserem Leben. Aber auch so waren wir viel mehr draußen als früher. Wir unternahmen mehr und erkundeten die Gegend. Das war ziemlich aufregend. Mein Leben wurde anders durch ihn und das fand ich gut. Dennoch liebten wir unser Windmühlenheim. Wir würden es um nichts auf der Welt eintauschen.
Und so veränderte sich unsere Welt. Die Nacht und den Tag nutzten wir nun beides. Doch wir lebten weiterhin am Wasser. Und wir waren glücklich.

Ende

Und was sagt ihr zu meiner kleinen Nachtgeschichte?