Freitagsfüller 226: Von Urlaub, Omas und Outlander

Heute gibts einen Freitagsfüller und ich bin mit dabei.

  1. Ach, ich bin so  froh, dass jetzt Urlaub ist und ich erstmal total abschalten kann. Hoffentlich.

  2.  Ich habe ihn noch gar nicht geplündert, meinen Adventskalender.

  3. Dieses Wetter ist auch nicht so richtig prickelnd.

  4. Für dieses Jahr hab ich genug gesehen.

  5. In den nächsten Wochen (zumindest in den nächsten zwei) habe ich frei.

6.  „Dreck scheuert den Magen“, sagte meine Oma immer.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf hoffentlich Outlander, morgen habe ich geplant, zu putzen und Sonntag möchte ich einfach entspannen!

Und wie würdet ihr die Lücken heute füllen?

Writing Friday: Nachwirkungen von Himmelblau und Fingerhut

Heute gibts wieder den Writing Friday und ich bin wieder mit dabei.

„Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter mit ein: Marmelade, Fingerhut, Rosenranken, Himmelblau und Oma.“ ausgesucht. Lies rein, was ich daraus gemacht habe. 

Nachwirkungen von Himmelblau und Fingerhut Teil 1

Ich freute mich schon wieder auf zu Hause. Dort erwarteten meine Oma und meine Mutter auf mich. Meine Oma war eine Zauberin.  Sie hatte mir früh alles beigebracht. Während ich die Landstraße entlangfuhr dachte ich daran wie ich nachher mit ihr in der Küche stehen würde und Sachen zusammen brauchen würde. Wir würden zuerst ein Brötchen mit Marmelade essen und ein Glas Wein auf der Terasse trinken. Danach würden wir uns an die Arbeit machen. Ich lächelte bei dem Gedanken.
Wir würden einen Zaubertrank mixen. Meine Oma würde ihre besten Rosenranken abschneiden und in den Trank tun. Außerdem Himmelblau und Fingerhut. Es würde köstlich riechen.
Den Trank machten wir jedes mal, wenn ich kam. Er war gut für Erkältung und auch für andere Dinge. Er würde dampfen, sodass die Küche rauchte. Wir würden qutschen über alte Zeiten. Und es würde super werden. Ich war lange nicht mehr zu Hause. Ich wohnte weiter weg und kam einfach nicht mehr so oft dazu.
Ich fuhr weiter, doch der Himmel wurde immer dunkler. Ich befürchtete, dass ein Regenschauer auf mich zukam. Ich hasste es im Regen zu fahren. Allerdings schaffte ich es nicht vorher meine Heimat zu erreichen. Doch hier auf dieser Landstraße würde ich sicher kein Hotel mehr finden. Also fuhr sie weiter. Sie hätte es besser wissen müssen.
Natürlich fing es bald an zu regnen. Der Regen war so dicht, dass ich kaum noch was sehen konnte. Und dann erschien er vor dem Auto. Einfach so. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig anzuhalten bevor ich ihn überfuhr. Was machte er bei diesem Wetter hier draußen. Was aber noch wichtiger war: Was sollte ich jetzt tun?
Meine Oma hatte mir immer eingetrichtert ich sollte auf jeden Fall gefährliche Situationen meiden. Dazu gehörte sicher auch zwielichten Männern auf einer einsamen Landstraße in sein Auto einzuladen. Und dieser Mann sah wirklich zwielichtig aus. Er war von oben bis unten nass und er wirkte gefährlicher als Omas Fingerhut. Er hatte dunkle Haare, war verdammt groß und sehr muskulös. Und er blickte irgendwie gruselig. Nein, ihm wollte ich sicher nicht die Tür öffnen. Aber ich konnte ihn auch nicht einfach da draußen lassen, oder?
Was verwirrend war, war, dass er sich auch nicht fortbewegte. Er blieb einfach so stehen. Wir sahen uns minutenlang einfach nur durch die Scheibe an. Dann regte er sich. Er kam zur Beifahrerseite und klopfte an und da sah ich es. Er hatte Blut an seiner Wange. Oh, mein Gott. War das von ihm oder von jemand anderem?
Und dann öffnete er die Tür. Natürlich hatte ich nicht abgeschlossen.
„Entschuldigen Sie. Ich will nicht unhöflich sein, aber könnten Sie mich mitnehmen?“, fragte er mich.
„Wo wollen Sie denn hin?“, fragte ich unsicher.
„Nach Lendwin“, erklärte er.
„Wohnen Sie dort?“, fragte ich verwirrt, denn nach Lendwin wollte ich.
„Nein“, antwortete er. „Aber vor langer, langer Zeit gab es jemanden, den ich dort kannte.“
Vor langer Zeit? So alt war er doch noch gar nicht. Vielleicht so alt wie ich.
Dann traf ich einen Entschluss. „Steigen Sie ein. Ich muss sowieso dorthin.“
„Danke.“ Und dann stieg er ein.
Die Fahrt verlief überwiegend schweigend. Er wirkte sehr nachdenklich. Ich ließ ihn in Ruhe, aber neugierig machte er mich schon. Doch dann war er eingeschlafen und ich hatte keine Möglichkeit mehr ihn auszufragen. Und dann merkte ich, dass er irgendwie verblasste. Das konnte nicht sein. Ich musste mich verguckt haben. Doch als ich das nächste mal hinsah war er noch mehr verblasst.
Solange ich ihn noch sehen konnte rüttelte ich an seinem Arm. „Hey, wachen Sie auf.“
Es dauerte etwas bis er sich regte. Sobald er die Augen öffnete schien er wieder er selbst zu sein.
„Was ist los?“, fragte er verwirrt. „Sind wir da?“
Ich schüttelte nur verwirrt mit dem Kopf. „Sie sind eben so blass geworden. Also im Sinne von verblasst, aber jetzt sehen Sie wieder normal aus.“
„Oh“, meinte er nicht wirklich überrascht. „Entschuldigung. Ich habe mich so daran gewöhnt, dass ich gar nicht daran gedacht habe Sie vorzuwarnen. Ich wollte auch gar nicht einschlafen.“ Er rieb sich die Augen und setzte sich auf.
„Wer sind Sie und was ist mit Ihnen passiert?“, fragte ich nun.
„Ich bin ein Schlafwandler. Ich wandle durch die Zeit während ich schlafe. Deswegen verblasse ich. Deswegen kann es auch vorkommen, dass ich immer wieder woanders aufwache. Manchmal weiß ich selbst nicht, was mit mir passiert ist.“
Ich starrte ihn minutenlang nur an. Er nickte wissend. Offenbar war ihm meine Reaktion nicht neu.
„Vielleicht sollte ich Sie zu meiner Oma bringen. Vielleicht weiß sie ein Heilmittel oder so“, überlegte ich.
„Dafür gibt es kein Heilmittel. Es ist angeboren“, erklärte er.
„Oh“, machte ich betroffen.
„Wer ist Ihre Oma?“, wollte er dann wissen.
„Ihr Name ist Melissa. Sie wohnt in Lendwin“, antwortete ich.“
„Oh“, machte er. „Na, dann möchte ich auf jeden Fall zu Ihrer Oma. Es gibt dort nur eine Melissa, soweit ich weiß.“
„Kennen Sie meine Oma?“, fragte ich verdutzt.
„Kann man so sagen“, nickte er. „Hab sie lange nicht gesehen.“
„Das wundert mich. Sie sehen so jung aus. Sind Sie ein entfernter Cousin, oder so?“
„Nein, nicht wirklich.“ Mehr sagte er daraufhin nicht. Ich sah ihn verwirrt an und er seufzte. „Ich schätze ich bin Ihr Großvater.“
Was? Jetzt bremste ich apprupt. Die Landstraße war sowieso leer. Auch wenn der Regen nachgelassen hatte. Ich sah ihn nur an und er erwiederte meinen Blick.
„Aber du bist tot“, meinte ich nur.
„Nein, nicht wirklich, aber es ist schwer zu erklären. Melissa fand es besser meinen Tot vorzutäuschen als die Wahrheit zu sagen.“
„Und jetzt tauchst du einfach so ohne zu fragen in meinem Leben auf. Aber du kannst nicht mein Großvater sein. Du bist so jung“, protestierte ich.
„Nein, ich bin ein Zeitwandler, Schlafwandler. Wie auch immer. Bei mir gelten andere Regeln. Ich bin sozusagen ein gescheitertes Experiment deiner Großmutter. Zu viel Fingerhut und Himmelblau, sagt sie immer.“
„Ich kann das alles nicht glauben. Was denn für ein Experiment“, wollte ich vollkommen verwirrt wissen.
„Lass uns zu deiner Großmutter fahren. Die kann es dir am besten erklären.“
Also fuhren wir zu meiner Großmutter. Na, da war ich aber gespannt …

Fortsetzung folgt …

owei, ich wollte doch keine Fortsetzung mehr schreiben. Aber das hatte so viel Potential und sonst wäre es zu kurz geworden. Was meint ihr so?

 

Freitagsfüller November mit langem Wochenende

Hier ist mein Freitagsfüller von Barbara.

1.    Gänsebrust   ist denk ich lecker (Hab ich das schon mal gegessen? Nachdenk! Bestimmt.), aber ich liebe Ente.

2.    Mal sehen wie er bei uns dieses Jahr aussieht und ob es überhaupt einen gibt, den Adventskranz.

3.   Vielen Dank für diese Füllungsdinger.

4.    Licht am Auto einschalten sollte man nicht vergessen.

5.   Um 12 Uhr ist Mittagszeit.

6.    Wenn man Abends Äpfel ist, muss man keine Zähne putzen, sagte meine Oma immer.. (Eigentlich Blödsinn, aber als Kinder fanden wir das toll. Haben wir bei meiner Oma natürlich immer viele Äpfel gegessen.)

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein langes Wochenende, morgen habe ich  nichts geplant und Sonntag möchte ich wie morgen auch lesen und entspannen!

Kapitel 31 Verwirrende Verwandtschaften

– Die Familie ist die älteste aller Gemeinschaften
und die einzige Natürliche.-

Jean-Jaques RoKusseau französischer Schriftsteller

Nach dem Abendessen im Speisesaal zogen wir uns in unsere Suite zurück. Leinar brachte die Anlage im Wohnraum auf der Fensterbank in Gang und wir kuschelten uns eng aneinander auf unser gemütliches Sofa. Er legte seinen Arm um mich und ich genoss seine Wärme. Ich fühlte mich ihm in diesem Moment so nah.
„Also, was wolltest du mich gestern fragen?“, erkun-digte sich Leinar bei mir, während er mir gedankenverloren über meinen linken Arm streichelte.
„Hast du noch mit deiner Oma reden können?“, erkundigte ich mich als erstes bei ihm. Ich konnte es mir nicht so recht vorstellen. Lady Meisold hatte gestern Abend doch bestimmt andere Sorgen gehabt.
„Ja, aber nur kurz.“, antwortete Leinar mir dennoch. „Ich denke sie wird bald Zeit haben für ein richtiges Gespräch. Es musste schwer für ihn sein, dass sie ihren Tot vorgetäuscht hatte. Ob sie sich wohl nahe gestanden hat-ten?
„Was hast du gefühlt, als du erkannt hast, dass deine Oma noch lebt?“, fragte ich nun weiter.
„Keine Ahnung. Ich war verwirrt, aber auch froh. Car-lina war immer meine Lieblingsoma. Die Mutter meines Vaters Jalina war mir immer etwas suspekt.“
„Und der Vater deines Vaters?“ Endlich erfuhr ich mehr über Leinar. Puzzlestücke aus seinem Leben.
„So viele Fragen. Wird das ein Verhör?“, scherzte er, klang aber eher nervös.
„Ich will dich nur besser kennen lernen“, sagte ich. Und das stimmte. Ich wollte alles über ihn wissen. Doch mir war schon klar, dass es einige Zeit brauchen würde, bis er mir nach und nach von allem erzählen würde. Auch wenn er mir mehr sagte, als den anderen und mich mehr an sich heran ließ als sie, würde er dennoch Zeit brauchen sich ganz zu öffnen.
„Na gut. Timian ist früh gestorben. Da war ich noch ganz klein“, erzählte er also weiter.
„Das tut mir Leid.“ Ich drückte seine Hand. Timian war Jalinas Mann. Reimte ich mir zumindest zusammen.
„Ja mir auch. Er soll meinem Vater ziemlich ähnlich gesehen haben. Tja, und Lim… Was soll ich über ihn sa-gen?“ An dieser Stelle klang er sehr traurig. „Ich bin ihm nur ein paar Mal begegnet. Nach Omas angeblichen Tot ist er spurlos verschwunden.“
„Aber er muss hier sein“, erinnerte ich ihn. „Er ist einer der Lehrer.“ Er wurde bei den Ankündigen erwähnt.
„Ja schon, aber ich hab ihn bisher noch nicht gesehen.“
„Das wirst du schon noch. Vielleicht stellt deine Oma ihn dir ja sogar vor“, versuchte ich ihn aufzumuntern. Eigentlich hatte ich keine Ahnung, ob Lim überhaupt Interesse daran hatte. Ich kannte ihn ja gar nicht. Doch Leinar brauchte Hoffnung und die wollte ich ihm geben.
„Möglich“, räumte Leinar ein. Doch er sah nicht sehr überzeugt aus.
„Und, was ist mit deiner Mutter? Sie muss auch hier sein“, lenkte ich ihn von Lim ab.
„Keine Ahnung. Bisher hab ich sie jedenfalls nicht ge-sehen.“ Doch wegen ihr war er ja erst hergekommen. Bestimmt wusste sie, dass er hier war. Sie würde ihn doch besuchen, oder? Sie hatten sich so lange nicht gesehen.
„Weißt du, woher Sophann deine Familiengeschichte kennt?“ Die Frage beschäftigte mich immer noch und Leinar wollte offenbar nicht weiter über seine Mutter reden. Ich wollte ihn auch nicht bedrängen.
Leinar schüttelte grinsend den Kopf. Vermutlich we-gen meiner vielen Fragen. Dann antwortete er: „Na ja. Wer ein bisschen interessiert ist und recherchiert, wird wohl einiges über meine Familie rausfinden, allein im Internet schon. Ich glaub, da wurde sogar unser Stammbaum veröffentlicht.
Aber bei Sophann liegt noch ein besonderer Fall vor. Mein Vater hat zwei Brüder. Eilness und Tizian. Sophann ist die Tochter von Tizian und seiner Frau Anessa.“
„Dann ist sie sozusagen deine Cousine?“, fragte ich über-rascht. Damit hätte ich nun überhaupt nicht gerechnet. Also gehörte Sophann auch irgendwie zur Familie.
„Ja sozusagen, aber vorher hatte ich kaum was mit ihr zu tun. Mein Vater hat viel Kontakt zu Eilness, aber we-nig zu Tizian. Sie haben sich vor Jahren zerstritten. Es ging um Kleinigkeiten. Ein Geschenk wegen meinem und Evaniels Geburtstag. So was in der Art. Mein Vater und Tizian können beide sehr stur sein.“
„Oh!“ Diese Verwandtschaftsverhältnisse stiegen mir langsam zu Kopf. Da stieg ja Niemand mehr durch. Wer war eigentlich nicht mit uns verwandt?
„Ganz schön kompliziert, was?“, fragte Leinar mich, als hätte er meine Gedanken gelesen. Er sah mich schräg von der Seite an. Offenbar war ihm meine Antwort ir-gendwie wichtig.
„Allerdings“, bestätigte ich. „Bei Sophann hörte es sich immer so an, als würde sie dich nur flüchtig kennen.“ Das hatte mich irritiert.
„Tut sie ja auch. Mein Vater und Tizian sehen sich ja kaum. Aber das mit den komplizierten Verwandtschafts-verhältnissen gilt übrigens auch für dich“, erinnerte mich Leinar nun und warf mir einen vielsagenden Blick zu.
„Ja, ich weiß“, seufzte ich.
„Hast du Angst wegen der ersten Begegnung mit dei-nen Eltern?“, fragte Leinar mich. Jetzt drehte er den Spieß wohl um und stellte mir Fragen. Das war nur fair.
„Ich weiß nicht.“ Ich musste ernsthaft darüber nach-denken. „Ich glaube schon. Ich weiß halt nicht, was mich erwartet. Was, wenn sie ganz schrecklich sind?“ Ich hatte wohl wirklich Angst vor der ersten Begegnung mit ihnen.
„Das glaube ich nicht. Meine Oma ist mit ihnen be-freundet und hat ihnen die Krone überlassen. Sie wird schon wissen was sie da getan hat, oder nicht?“, bemerkte Leinar.
„Ja, sie scheint jedenfalls schwer in Ordnung zu sein. Wobei sie ja andererseits auch ihren eigenen Tot vorge-täuscht hat“, stimmte ich ihm mehr oder weniger zu. Auch wenn ich Leinar ungern daran erinnerte.
„Trotzdem … Ich glaub deine Eltern sind auch schwer in Ordnung. Ich hab gehört, Linnie soll wunderschön sein und Lunar ein ziemlich weiches Herz haben. Es soll ihnen schwer gefallen sein dich weg zu geben.“
„Ja, mag ja sein, aber sind sie auch gute Eltern?“ Da-von hatte ich nämlich überhaupt keine Ahnung. Ich kann-te sie ja gar nicht. Ich hatte einfach Angst, dass sie ganz schrecklich waren.
„Das weiß ich auch nicht, aber ich könnte es mir vor-stellen. Linnie soll ihrer Tante Corly sehr ähnlich sein und Lunar soll ein wahrer König sein, heißt es. Ich finde du solltest ihnen eine Chance geben. Das ist mein Rat. Dass ihr euch erst mal kennen lernen müsst, ist klar.“
„Ich werde es versuchen“, versprach ich. Vielleicht hatte Leinar Recht. Vielleicht machte ich mir einfach zu viele Sorgen.
„Aber nur, wenn du sie wirklich kennen lernen willst.
Wenn du dir Zeit lassen willst, ist das auch ok“, machte Leinar mir deutlich. Das war ihm wohl wichtig. Er wollte nicht, dass ich mich bedrängt fühlte.
„Ich weiß, Leinar. Ich werde erst einmal sehen wie sie so sind, mir also ein persönliches Bild machen. Aber ich vermute, dass dann nicht lange geheim bleiben wird, dass ich die Tochter von Königen bin“, gab ich zu Bedenken. Der Gedanke war mir eben erst gekommen.
„Muss es auch nicht“, entgegnete Leinar mir. „Die Hauptsache ist, dass die Sache mit unserer Seelenmagie geheim bleibt. Wer du wirklich bist, wäre vermutlich früher oder später sowieso rausgekommen.“
„Das wird es“, versprach ich ihm. So was würde ich niemals verraten. Ich wusste wie wichtig da war. Ich steckte ja auch nicht allein in dieser Sache drin.
„Ich weiß. Komm her.“ Er zog mich nun endgültig in seine Arme und dann lagen seine Lippen auf meinen und wir küssten uns zärtlich. Mir wurde ganz wohlig warm dabei. Leinar war sehr sanft und das gefiel mir.
„Mach dir keine Gedanken. Es wird sich schon alles fügen“, versuchte er mich zu beruhigen.
„Ich weiß“, nickte ich mit großer Überzeugung. „Denn du bist ja an meiner Seite.“ Das klang vielleicht kitschig, aber es war so.
Meine Bemerkung entlockte ihm ein Lächeln und das allein war es schon wert gewesen. Er lächelte so selten.
„Leinar, glaubst du, du wirst Freunde finden?“, wollte ich besorgt von ihm wissen. Das beschäftigte mich seit wir hier angekommen waren. Er war nicht gerade die kontaktfreudigste Fee.
„Ich hab doch Freunde. Dich und Ariella.“ Das schien ihm zu reichen, denn er klang ziemlich erstaunt. Ganz so meinte ich das aber nicht und das sagte ich ihm auch.
„Ich meinte männliche Freunde. So ähnlich wie junge Bezugspersonen. Du weißt schon … Jemanden, mit dem du wirklich über alles reden kannst. Auch über Dinge, über die du mit mir oder Ariella vielleicht nicht redest oder nicht reden willst.“
„Ich weiß nicht. Vielleicht Zac oder Robin. Heute hab ich mich auch länger mit Robin unterhalten. Aber früher bin ich auch immer ohne Freunde ausgekommen.“
Das wusste ich, aber ich fände es schön, wenn sich das ändern würde.
„Ich weiß, aber es ist doch schön Freunde zu haben. Einsamkeit bekommt Niemanden“, fand ich. Das war zu traurig.
„Ich werde es mal mit Zac und Robin versuchen“, ver-sprach er mir und das reichte mir. Vielleicht klappte es ja. Ehrlich gesagt hätte ich die beiden auch ausgewählt. Sie schienen nett zu sein und mit Leinar auf einer Wellenlänge zu schweben.
„Ich weiß gar nicht, wie du es geschafft hast, dass ich mich so schnell in dich verliebt hab.“ Ich merkte erst, dass ich das laut ausgesprochen hatte, als es schon zu spät war. Leinar schien aber nicht zu stören, was ich gesagt hatte. Im Gegenteil. Er grinste, wenn auch etwas verlegen.
„Frag mich mal“, entgegnete er. „Keine Ahnung was du mit mir anstellst. Ich bin sonst nicht so.“
„Wie, so?“, hakte ich nach. Natürlich konnte ich mir denken, was er meinte.
„Ich rede eigentlich nicht viel und auch nicht so gerne wie mit dir. Schon gar nicht über Persönliches“, erklärte er mir.
„Aber vielleicht hast du gerade das mal gebraucht.“
Er grinste und zog ich zog ihn noch enger an mich.
Den Rest des Abends verbrachten wir zusammen auf dem grauen Sofa. Wir kuschelten miteinander und war-fen uns immer hauchzarte Küsse zu. Ich knabberte mal an seinen Hals oder er an meinem Ohr. Das kitzelte dann und ich lachte. Ich kuschelte mich in seine Arme und allein dieser Moment fühlte sich so wunderbar an. Leinar in meiner Nähe zu haben fühlte sich richtig an.
Erst als uns schon fast die Augen zufielen, standen wir auf, und gingen ins Bett. Es war immer noch seltsam Leinar schlafend neben mir zu haben, aber auch sehr schön.
Morgen war der erste Schultag und ich war schon sehr aufgeregt. Ich wollte dafür fit sein, also versuchte ich wirklich zu schlafen. Dennoch lag ich noch ein wenig wach und dachte an das, was ich erlebt hatte, seit ich in den magischen Zug gestiegen war. Mein Leben hatte sich verändert. Es würde jetzt wohl auf jeden Fall aufregender werden.

Tag 78: 09.09.15: Was bedeutet für dich Familie?

viel. Weihnachten, Ostern, Zusammenhalt, Geburstage, Spieleabende, teilweise Urlaubsreisen oder Ausflüge, Romme, Laut, Gemeinschaft, Tot, Leben, Freude, Geborgenheit, Kinder …

 

Das sind unter anderem alles Begriffe, die mir zur Familie einfallen. Ich hab eine sehr große Familie.

Meine Mutter hatte vier Schwestern und einen Bruder. Den Bruder hat sie aber nicht wirklich kennen gelernt, weil er mit zwei an Leukämie starb und ihre ein Jahre jüngere Schwester ist letztes Jahr an Krebs gestorben. Fiese Krankheit. Trotzdem hab ich da aktuell drei Tanten, vier Onkel, und wir sind insgesamt mit meiner Schwester und mir elf Enkelkinder (Im Alter von 15 bis 35). Mit der Seite meiner Mutter hab ich noch recht viel zu tun, denn die wohnen alle beieinander, auch wenn manche weiter weg studieren kommen sie doch hin und wieder in unsere Nähe zurück. Mit der Seite hab ich auch schon Familienurlaube gemacht nach Dänemark, Dorum-Neufeld und Hamburg. Von dieser Seite leben aber noch meine Großeltern. Meine Oma wird 85 Jahre und mein Opa 87 Jahre.

Mein Vater hatte insgesamt 7 Geschwister, wo ich aber schon nur noch vier kennen lernte. Ein Bruder von ihm ist 2006 auch an Krebs gestorben und ein anderer ist vor meiner Geburt auch schon an Krebs verstorben. Wir sind durchaus familienvorbelastet. Aktuell hab ich da drei Onkel und drei Tanten. (Ein Onkel von mir ist geschieden). Da sind es dann insgesamt 12 Enkelkinder mit meiner Schwester und mir zusammen (m Alter von etwa Mitte 20 bis 38). Meine Großeltern sind hier aber nicht mehr am Leben. Allerdings zähle ich hier auch den Cousin meiner Oma und meine Großtante mit zur Familie, wobei meine Großtante auch letztes Jahr verstorben ist. Aber der Cousin lebt noch. Die waren oft auch bei Familienfeiern dabei. Er ist Priester (Prälat) und sie hat bei ihm gewohnt. Wie auch immer. Mit einigen Cousins und Cousinen hab ich hier aber kaum noch was zu tun. Eine Tante kommt gar nicht mehr zu Familienfeiern oder nur zu ganz bestimmten.

Aber ich hab natürlich auch eine engere Familie. Meine Eltern, meine Schwester, die Kids meiner Schwester (5 und 3 Jahre alt) und mehr oder weniger wohl auch mein Schwager.

Ich könnte mir ein Leben ohne diese Menschen einfach nicht mehr vorstellen. Sie gehören zu meinem Leben dazu und haben mich jahrelang unterstützt und tun es auch immer noch. Familie bedeutet mir also sehr viel. Ich bin einfach ein Familienmensch.

 

Und wie ist das bei euch so?

Kapitel 22 Neues

Leinar

Na, das waren ja mal interessante Neuigkeiten. Dieses Ritterturnier würde mich ja interessieren, aber ich war zu jung dafür.
Interessant fand ich das mit den Städten und wie der Unterricht zwischen ihnen aufgeteilt war. Interessant wäre es doch mal gewesen, zusammen mit den anderen Städten Unterricht zu haben. Aber vielleicht war es ja auch besser so.
Dass Cameron der Gründer der Rittergilde war, über-raschte mich nicht. Ich hatte viel von ihm gehört und das konnte ich mir bei ihm gut vorstellen. Ich hatte ihn schon immer mal live sehen wollen und jetzt wurde er sogar mein Lehrer. Er war für mich sowas wie für die Menschen Kevin Costner oder Brad Pitt oder so was. Eigent-lich könnte Cameron sogar der Zwillingsbruder von Kevin Costner sein. Er sah ihm schon irgendwie ähnlich.
Lim war also auch hier an der Schule. Mein Großvater. Ich hatte bisher wenig mit ihm zu tun gehabt. Eigentlich gar nichts. Wenn meine Oma uns besuchte, war er meist nicht dabei gewesen und seit sie hier gelebt hatte schon mal gar nicht. Seine Eltern und seine Geschwister waren ihm immer wichtiger gewesen als wir. Das zumindest hatte Oma mal erzählt. Wir waren schon irgendwie eine seltsame Familie. Und irgendwie waren wir jetzt alle wieder vereint. Zumindest von der Seite meiner Mutter her. Auch wenn das lange gedauert hatte. Was ich davon halten sollte, wusste ich noch nicht. Doch dass meine Mutter hier war fand ich gut. Ich hoffte sie auch irgendwann mal treffen zu können. Auf der Bühne hatte sie mit Sicherheit gestanden, aber gesehen hatte ich sie nicht und ihren Menschennamen kannte ich nicht.

Kapitel 20 Oma lebt

Leinar

Das Gespräch mit meiner Oma war interessant und kurz. Sie war nicht begeistert gewesen, dass ich sie nun in ein längeres Gespräch verwickeln wollte. Sie hat mir erklärt, dass sie zum Schutz für mich und meine Vater nichts davon sagte, dass sie lebte. Wie auch Miannas Eltern zum Schutz der Feen sich lange versteckt gehalten hatten. Doch sie hätte gewusst, dass ich eines Tages in die Schule kommen würde und sich die ganze Zeit über darüber gefreut. Sie fand es traurig, dass sie meine Entwicklung damals nicht weiter mitbekam, aber ihre Arbeit an der Schule sei wichtig gewesen.
Ich war mir nicht sicher, ob mir ihre Antwort gefiel, aber sie hatte mich immerhin nicht einfach im Stich ge-lassen. Sie hatte sich dabei schon etwas gedacht. Auch wenn das für mich natürlich nur ein kleiner Trost war.
Danach hatte ich mich zu Arie und Antonia gesellt. Die beiden Mädchen sahen schön aus, aber mit Mianna waren sie nicht zu vergleichen. Arie hatte mir immer wieder interessierte Blicke zugeworfen, doch ich hatte sie nicht beachtet.
Antonia erzählte von ihrem Leben als Tagmeider und ich konnte mir so ein Leben für mich irgendwie über-haupt nicht vorstellen. Ich liebte die Sonne und das Ta-geslicht genauso wie die Nacht mit dem Mond und den vielen Sternen. Doch es war ja nicht so, dass Antonia sich das hätte aussuchen können. Außerdem kannte sie das gar nicht anders und das war bestimmt immer noch was anderes als wenn man erst später dazu verpflichtet wäre nur bei Nacht zu leben.

Kapitel 16 Zwei Seelen

So, und da ich es nicht mehr schaffe unbedingt jeden Tag ein Kapitel zu posten kommt Kapitel 16 auch noch hinzu. Ist ja eh nur kurz.

Leinar

Der erste Schock war für mich, dass meine Oma lebte und der zweite, dass ich meine Tante so nebenbei kennen gelernt hatte. Meine Mutter hatte ab und zu von ihr er-zählt, aber sie war viel unterwegs gewesen und hatte nicht so die Energie für Familienbesuche. So hatte es meine Mutter zumindest immer erzählt. Offenbar war sie die meiste Zeit hier im Schloss gewesen.
Was mich noch mehr aus der Bahn geworfen hatte, war das mit der Seelenmagie. Das war eine Nummer zu groß für mich. Ich fühlte mich dem nicht gewachsen. Nicht nur was Mianna anging, sondern vor allem die Verantwortung für die Welt. Das war zu viel. Einfach zu viel.
Dennoch fand ich es interessant, dass ich mit Mianna in einer Suite schlafen sollte. Das war mal was Neues. Ich war gespannt, wie das so laufen sollte. Aber daran sah man wieder, wie locker unsere Schule mit sowas umging. Allerdings ging es dabei ja auch um unsere Seelenmagie und vermutlich fanden sie, dass wir uns so einfach näher waren und besser kennen lernen konnten. Mir gefiel das so ganz gut. Sonst hätte ich mit den Jungs in ein Zimmer gemusst. Jetzt war ich auf unsere Suite gespannt.

Kapitel 4 Zufrieden

Leinar

Ich war froh, endlich mein Zu Hause verlassen zu können, um mich auf die Suche nach meiner Mutter zu machen. Meine Mutter war schon lange fort. Meine Oma war tot. Meine Mutter hatte mal was von einer Schwester erzählt, aber sie war uns nie besuchen gekommen.
Mein Vater war schwierig. Ich wollte einfach mein eigenes Leben führen und nicht verantwortlich für ihn sein müssen. Er konnte ja kaum auf sich selbst aufpassen.
Endlich fort. Das war es, was ich gewollt hatte. Fort in ein anderes Leben. Vielleicht konnte ich dort Jemand anderes sein, auch wenn ich nicht wirklich dran glaubte. Ich würde mich nicht über Nacht einfach so ändern.
Der magische Zug war einfach nur cool. Hier gab es ja sogar noch viel mehr Magie als in unserer Welt. Wir Feen gingen recht vorsichtig damit um. Es gab auch gewisse Gesetzte für Magie. Man durfte abends nicht zu viel Magie verwenden. Schüler durften sie nur in der Schule und zu Hause ausüben und so weiter. Ich mochte Magie und die Gesetzte störte mich nicht wirklich. So war es sicherer für uns. Die Meisten hielten sich daran, aber nicht alle. Auch ich hatte manchmal außerhalb der Schule gezaubert. Aber das war nicht gefährlich gewesen. Deswegen war es okay.
Ich hoffte, in der neuen Schule gab es nicht zu strenge Regeln. Ich hasste strenge Regeln. Das raubte dem Schüler so viel Freiheit. Aber Feen waren eigentlich recht locker. Die Magieregeln gab es nur zum Schutz des Volkes. Alles was die Feen nicht bedrohte, war eigentlich erlaubt.
Jüngere Feen wurden schnell selbstständig. Viele Feen waren alt, wenn sie Kinder bekamen. Zumindest alt im Menschensinne. Sie hatten nicht mehr so viel Energie sich so energisch um ihre Kinder zu kümmern.
Das hieß aber nicht, dass die Feen ihre Kinder nicht liebten. Ich fand gewissen Freiraum sogar ganz gut.
Bei uns war es so gewesen, dass wir immer abends zusammen gegessen hatten. Zumindest solange alles noch normal gewesen war. Natürlich gab es auch hier immer Ausnahmen.
Eigentlich jagten mir die anwesenden Feen Angst ein, aber ich ließ mir nichts anmerken.